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  Zwischenlog 24 Anselmus
Geschrieben von: Hohardus Edzardus - Dec-Wed-2019, 02:03 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

==========  Auf Eridanus Prime, Kloster zur unbefleckten Empfängnis ==========
 
Das Taxi hielt vor dem Klostertor und der Fahrer war sogar beim Entladen des Gepäcks behilflich, was ihm aber von Seiten des Abtes kein zusätzliches Trinkgeld einbrachte.
Um genau zu sein: Er bekam überhaupt keins.
Anselmus, der irgendwo ein Herz für die kleinen Leute hatte, reichte ihm zwei Kredits und nuschelte: „Fahr mit Gott, mein Junge.“
 
Dann standen sie da und der Abt schellte an der Glocke, aber trotzdem brauchten die drinnen immerhin 10 Minuten, um endlich aufzumachen.
 
Nalae hüpfte von einem Bein auf das andere: „Ich muß mal! Können die sich nicht mal beeilen?“
 
Anselmus deutete auf einen Busch in etwa 50 m Entfernung: „Der wird es tun, mein Kind.“
Damit erntete er von der Dame einen vernichtenden Blick, was aber Anselmus absolut nicht störte.
 
Dann öffnete sich ein Fensterchen in der Tür und ein Bruder starrte hindurch: „Wer da?“ fragte er.
 
Ich bin Abt Aloysius, den ihr hier zu Besuch erwartet, und jetzt beeil dich ein bißchen, denn es ist ungemütlich hier draußen.
 
Das Tor knarrte schrecklich, aber immerhin waren sie schon mal im Inneren des Klosters.
„Die Frau muß aber hier bleiben.“ beharrte der Mönch.
 
„Schon gut. Zeig ihr den Weg zum Abort, danach sehen wir weiter.“ knurrte der Abt, und der Bruder gehorchte und verschwand mit Nalae.
 
„Der Mönch wird dir eine Zelle zuweisen, Bruder Anselmus. Und in etwa einer Stunde gibt es Abendessen, wobei wir aber zuvor erst noch die Vesper feiern, wie du natürlich weißt.“
Der Abt sprach in väterlichem belehrenden Ton mit unserem Mönchlein, der natürlich ehrerbietig nickte.
Klar wußte er das Alles, aber sein Magen und der seines Hundes hingen ihm bis in die Kniekehlen. Und außerdem würde es nur Wasser zu trinken geben, obwohl er derzeit am liebsten ein ganzes Faß Rotwein gesoffen hätte.
 
Aber irgendwie ging die Zeit vorbei.
Der Bruder an der Pforte berichtete ihm, daß er Nalae in ein Haus gebracht habe, das etwa 500 m vom Kloster entfernt lag, um dort weibliche Gäste unterzubringen, was Anselmus mehr als nur recht war, denn die Nähe zu dieser Romulanerin war ihm sehr unangenehm.
 
 
==========  Einen Tag später  etwa um die gleiche Zeit  ==========
 
Es war schon dunkel geworden. Das Abendbrot vorbei und Anselmus pilgerte nun schon zum 8en Mal um den Kreuzgang.
Sein Magen knurrte erbärmlich, zumal er das magere Essen auch noch mit Herodes hatte teilen müssen, denn man lehnte es ab, einen Hund zu füttern.
Aber immerhin erlaubten sie es, daß er bei seinem Herrchen bleiben konnte.
Schließlich setzte er sich auf einen harten Stein und kraulte seinen Begleiter hinter den Ohren, der seinen riesigen Kopf auf seine Knie gelegt hatte.
Ein Leben im Kloster, das wußte er genau, kam für ihn nicht infrage.
 
Er dachte an das Treffen auf dem Raumhafen, als er, während der Abt Aloysius in einem Inquisitionsbüro war, diesen Unbekannten vom Kopfgeldjägerschiff traf, der ihm berichtet hatte, daß sie Rabenstein umgebracht hätten.
 
„Was machen wir jetzt bloß, Herodes? Wenn Rabenstein tatsächlich tot ist, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als irgendwo in ein Kloster zu gehen oder eine Pfarrstelle anzunehmen, die aber in aller Regel in den verlassensten Gegenden dieser Milchstraße liegen.“
Und was würde La Salle tun, sollte er herausbekommen, daß er ein Helfer Rabensteins war?
Er sah sich schon auf einem Scheiterhaufen stehen, aber würde das wenigstens ausreichen, um als Märtyrer zu sterben und heilig gesprochen zu werden?
Eher wohl nicht.
Mit dem Abt wieder zu dessen Kloster zurückzukehren, gefiel ihm auch erst recht nicht, denn er konnte den Typen nicht ausstehen..
Irgendwie schleimig. Unter so einem wollte er auf keinen Fall dienen.
 
Da schellte es an der Klosterpforte.
Anselmus erhob sich und ging hin, um zu sehen, wer da um diese späte Zeit noch Einlaß forderte?
Da der Bruder Türsteher noch nicht da war, öffnete er vorsichtig das Fensterchen und plierte hinaus in die Dunkelheit.
 
Trotz der Tranfunzel an der Mauer konnte er nur einen dunklen Schemen erkennen, der allerdings zu einem ziemlich großen Mann gehörte.
 
„Mach auf, Bruder! Ich brauche ein Lager für die Nacht.“
 
„Ich kann dir nicht öffnen, Kamerad, denn ich bin auch nur Gast hier, aber der Bruder Türsteher wird sicherlich gleich kommen. Gedulde dich noch einen Moment.“
 
Anselmus hatte das unruhige Gefühl, die Stimme des Mannes da draußen zu kennen, aber er schob diesen Gedanken zur Seite. Hier konnte Keiner sein, den er kannte.
Dann hörte er das Schlurfen des sich nähernden Mönchs.
Auch der plinste durch die Luke und fragte ziemlich unfreundlich: „Was willst du? Wir haben keinen Strohsack mehr frei.“
 
„Ich schlaf auch auf dem Boden, aber mach endlich das Tor auf. Es ist kalt hier draußen.“
 
Der Mönch hob den Riegel aus der Halterung und öffnete die Tür.
Der Fremde trat ein.
„Warte hier! Ich muß dem Prior bescheid geben, daß er dir eine Zelle zuweist. Und Fremde dürfen nur eine Nacht bleiben, damit du es weißt.“
 
„Ich verschwinde morgen vor Sonnenaufgang, Bruder. Ganz bestimmt.“
Der Mann hielt sich im Dunkeln, wie Anselmus bemerkte.
Offensichtlich wollte er nicht erkannt werden.
Aber warum?
 
„Komm mit mir in den Kreuzgang, wo du warten kannst, mein Sohn.“
Er wies dem Fremden den Weg und dieser folgte ihn.
 
„Der dickliche Mönch vom Raumhafen.“
Rabenstein war keineswegs freudig überrascht, ihn hier zu treffen.
Was machte dieser Kerl hier?
Bisher hatte er ihn wohl nicht erkannt, aber es war sicherlich nur eine Frage der Zeit, wenn man wußte, wer er war, darüber war er sich im Klaren.
Und dann hätte er ein ziemliches Problem, denn hier unerkannt wieder wegzukommen, war nahezu unmöglich, vor allem, weil sein Bild inzwischen natürlich schon überall an den Wänden hing, einschließlich des Raumhafens und aller anderen behördlichen Lokalitäten. Kaum ein Nachrichtenschirm würde sein Konterfei nicht ausstrahlen.
Und La Salle wäre sicherlich auch längst informiert und würde seine Häscher schon losgeschickt haben, da war er sich ganz sicher.
 
„Komm, setz dich hierher, mein Sohn.“ Anselmus wies ihm eine steinerne Bank zu und hockte sich neben ihn.
Der Mann versuchte, sich im Schatten zu halten, aber dann war er doch unvorsichtig genug, nur einen Bruchteil einer Sekunde den Schein einer flackernden Kerze auf sein Gesicht fallen zu lassen.
 
Unser Mönchlein schnappte nach Luft: „Monsignore von Rabenstein! Was machen Sie hier?“
Er fiel vor Rabenstein auf die Knie.
„Die gnädige Herr Jesus hat Sie zu mir geführt! Ein Wunder! Eben noch habe ich verzweifelt darüber nachgedacht, wie es mit mir weitergehen soll, und jetzt habe ich Sie gefunden.“
 
„Willst du mich denn nicht an La Salle verraten? Du würdest eine große Belohnung bekommen.“
 
„Da sei der ‚Gott sei bei uns‘ zwischen, Vater! Ich suche Sie doch schon so lange, um Ihnen zu helfen, wenn ich kann. Und auch Vandenberg sucht Sie, um La Salle eins auszuwischen.“
 
„Und ich dachte, du seihst einer von La Salles Spionen. Wie man sich doch täuschen kann.“
 
„Aber, Monsignore, am Flughafen hat man mir erzählt, Sie seien tot. Man habe Sie durch die Luftschleuse des Ganovenschiffes geworfen? Und der hatte als Beweis Ihren Siegelring?“
 
„Meinst du diesen hier?“ Rabenstein zog den Ring an der Kette aus dem Hemd hervor.
„Das war ich. Mein Holomarker funktionierte da noch. Und nun steh endlich auf!
Wenn die anderen Mönche oder der Prior kommt und sehen dich so, werden sie sich fragen, warum du da am Boden kriechst? Ich werde dir später erzählen, was geschehen ist.“
 
„Das stimmt.“ Anselmus erhob sich mühsam. „Wir können nur hoffen, daß die Sie nicht kennen.
Außerdem ist die Frage, wie sie es mit La Salle halten oder mit Ihnen?“
 
In diesem Moment hörten sie Schritte und der Prior in Begleitung des Abtes, mit dem Anselmus gekommen waren, näherte sich.
 
„Oh, ein weiterer Gast. Heute scheint unser Kloster ja sehr gefragt zu sein, aber Gastfreundschaft ist bei uns ein hohes Gut, und der ehrwürdige Pilger will versorgt sein.
Ich habe den Bruder Küchenmeister schon angewiesen, dir ein Abendmahl zu machen und der Kellermeister wird dir etwas Ordentliches zu Trinken bringen. Danach wird man dir eine Zelle zuweisen, damit du dein müdes Haupt zur Ruhe legen kannst. Du hast ja sicherlich einen langen und anstrengenden Weg hinter dir.“
 
Der Prior faßte Rabenstein am Ärmel und zog ihn mit sich, so daß keine Aussicht mehr bestand, sich im Dunkeln zu halten.
 
Anselmus Herz schlug ihm bis zur Kehle.
Der Prior schien Rabenstein nicht zu erkennen, aber bei dem Abt Aloysius glaubte er, ein Erkennungssignal in dessen Augen zu bemerken, allerdings sagte dieser nichts oder ließ es sich anmerken, ob er sein Gegenüber erkannt hatte oder nicht.
Wenn er ihn erkannt hatte, so ließ er es sich nicht anmerken.
 
Anselmus war sich nicht sicher, aber je mehr er darüber nachdachte, um so sicherer war er, daß der Abt Rabenstein erkannt hatte.
Aber warum sagte er dann nichts?
War er sich nicht sicher, wie der Prior oder das Kloster selbst zu Rabenstein oder La Salle standen?
Wollte er Rabenstein deshalb nicht gefährden?
 
Auch Rabenstein ließ sich nichts anmerken. Hatte er die Reaktion des Abtes gesehen? Er blieb ruhig und gelassen, ließ aber nicht erkennen, daß er ein Mann der Kirche war.
Er verhielt sich perfekt wie ein Laie, der keine Ahnung hatte, wie er sich in einem Kloster zu verhalten hatte.
Er schien die Ruhe selbst, obwohl er sich sicherlich über seine Lage im Klaren war.
 
Man führte sie in einen Raum, der eigentlich als Gesprächszimmer des Klosterabtes gedacht war, der auch kurz darauf zur Gruppe stieß.
 
Er stellte sich den Gästen vor: Ich brauche mich dem Abt Aloysius ja nicht vorstellen, da er ein häufiger Gast in unseren Mauern ist, aber unseren anderen möchte ich sagen, daß ich der Bruder Eustasius bin und die hiesige Congregation leite.
Wir haben nur sehr wenig Kontakt mit der Außenwelt, denn es ist ein Teil unseres Gelübdes, uns nicht in die große Politik und die Geschehnisse einzumischen, ganz im Gegensatz zu unserem Bruder Aloysius, der ja sehr weltgewand ist und viel herumkommt.“
 
Der Kellermeister brachte eine Flasche Rotwein und stellte Gläser auf den Tisch. Sogar Anselmus bekam eins.
Allerdings war die Menge des Weines keineswegs geeignet, Anselmus freudig zu stimmen. Er bekam deutlich weniger als die anderen. Aber da er ja unter keinen Umständen auffallen wollte, verhielt er sich still.
 
Anselmus beobachte die drei Klosterbrüder intensiv, um bei ihnen irgendwelche Reaktionen, egal ob freundlich oder feindlich festzustellen, aber er bemerkte nichts.
Das Einzige, was ihm auffiel war, daß Aloysius etwas nervös zu sein schien. Jedenfalls konnte er seine Hände nicht still halten.
 
Etwa eine halbe Stunde später erhob sich dieser und bemerkte, daß er sich zurückziehen wolle, da er einen anstrengenden Tag bei der Inquisition hinter sich habe.
Kaum war er weg stöhnte Eustasius: „Heilige Jungfrau Maria. Ich konnte es nur noch mit Mühe bei mir behalten.
Der rechtmäßige Großinquisitor persönlich bei mir in meinem bescheidenen Kloster.“
 
„Ihr habt das Erkennen aber gut unterdrücken können, lieber Abt, und ich werde, sollte ich hier wieder heil herauskommen, nicht vergessen, daß Ihr auf meiner Seite steht.
Aber es tut sich die Frage auf, wie ich hier wieder wegkomme. Und natürlich mein Begleiter Anselmus ebenfalls, denn auch er hat sich verdient gemacht um mich.“
 
Eustasius nickte: „Ich habe ein paar vertrauenswürdige Leute hier auf diesem Planeten, mit denen ich gleich nachher versuchen werde, Kontakt aufzunehmen.
Wir sind eine Art kleine Widerstandszelle gegen La Salle, aber ich darf nicht offen auftreten, da ich sonst zu viele gefährden würde.
Aber die werden einen Weg finden, Sie und den Bruder hier vom Planeten fortzubringen, ohne daß die Schergen La Salles etwas davon bemerken werden.“
 
„Und was ist mit dem Abt Aloysius? Auf wessen Seite steht er? Ich hatte zwar bisher den Eindruck, er habe mich nicht erkannt, aber das kann auch nur eine Täuschung gewesen sein.“ Rabenstein betrachtete sein Gegenüber.
 
Eustasius nickte: „Bisher hatte ich nicht den Eindruck, er hätte sich für eine Seite entschieden. Er hat sich jedenfalls mir gegenüber nicht darüber geäußert.
Allerdings gebe ich zu, daß ich ihm auch nicht meine wahren Gefühle verraten habe, denn selbst innerhalb unserer heiligen Mutter Kirche gibt es kein Vertrauen mehr.
Wir können nur hoffen, daß er Sie nicht erkannt hat.
Ich schlage vor, wir Alle begeben uns jetzt zur Ruhe, denn es könnte morgen ein anstrengender Tag werden.
Und ich versuche gleich über ein sicheres Kom einen Freund zu erreichen, der dann für einen schnellen Transport sorgen wird.“
 
Aller erhoben sich, und der Abt selber führte seine Gäste zu ihrer Zelle.
 
==========  Mitten in der Nacht  ==========
 
Ein heftiges Donnern gegen die Klostertür riß auch den letzten tief schlummernden Bruder aus seinen Träumen.
 
„Aufmachen! Polizei!
Im Namen der Inquisition! Öffnen Sie!“
 
Anselmus stand senkrecht in seiner Koje und auch Rabenstein war schon auf.
„Scheiße! Wie ist das möglich, daß die Jungs schon da sind? Was nun?“ Anselmus wäre fast über Herodes gefallen, der wie immer neben seinem Bett lag.
„Die haben uns verraten. Man kann noch nicht einmal mehr den Brüdern trauen. Was haben wir bloß für Zeiten?“
 
„Eustasius wird das nicht gewesen, wohl aber dieser Hundsfott von Aloysius.“ Richard stöhnte. „Ich hätte es merken müssen, als er sich so frühzeitig verabschiedete. Der hat sofort aus seiner Zelle die Inquisition informiert, die dann der örtlichen Polizei den Festnahmeauftrag erteilt hat, da sie ja selber keine Amtsgewalt haben oder Waffen tragen dürfen. Offiziell jedenfalls.“
 
„Was für ein Drecksack!“ stöhnte Anselmus. „Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich ihn zum Schweigen gebracht.“
 
Trotz der Situation lächelte Rabenstein: „Auch du darfst keine Waffe erheben gegen einen deiner Glaubensbrüder. Das weißt du doch.“
 
„So einer ist kein Glaubensbruder. Ich wette, der Herr Jesus würde mir das Beiseiteschaffen dieses Miststücks jederzeit verzeihen.
Aber was machen wir jetzt?“
 
Draußen bollerten harte Fäuste schon gegen die Zellentür: „Machen Sie auf! Widerstand ist zwecklos!“
 
Rabenstein ging zur Tür und entriegelte sie.
„Was wollen Sie? Haben Sie einen Haftbefehl?“
 
„Die Inquisition braucht keinen. Das wissen Sie ja wohl am besten.
An die Wand und Hände auf den Rücken!“
 
Herodes wollte den Polizisten anspringen, als dieser sein Herrchen fesselte, aber Anselmus rief ihn zurück, was dieses Tier in große mentale Probleme brachte, da er grundsätzlich immer seinen Herrn verteidigte.
 
Man führte die Beiden durch den Kreuzgang bis zur Klostertür, vor der ein größerer Gleiter mit Polizei-Signeten und Festbeleuchtung stand.
Man schubste sie durch die Heckklappe, wobei sie nicht darauf achteten, daß auch Herodes mit reinsprang.
 
Etliche Mönche, darunter auch die beiden Äbte betrachteten die Szene, wobei Anselmus das Grinsen in der Visage des Aloysius nicht entging, während Eustasius traurig aussah.
„Wenn ich dir je wieder begegne, dann bring ich dich um.“
Und er war sich sicher, daß Jesus ihm vergeben würde.
 
Sekunden später hob der Gleiter ab und brachte sie in den Hochsicherheitstrakt des örtlichen Gefängnisses, wobei Herodes ausgesperrt vor dem Tor blieb und laut heulte.


[Bild: anselmus2.jpg]

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  Szenen aus dem Spiegeluniversum
Geschrieben von: Sareth - Dec-Wed-2019, 01:17 PM - Forum: *** Visuelle Kommunikation *** - Antworten (1)

Diese Bilder wurden von Nalae erstellt:

Nalae d'Varo:
[Bild: Spiegel-Nalae.jpg]

Haddus:
[Bild: Spiegel-Haddus.jpg]

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  Projekt Brieftaube Log 4
Geschrieben von: Sareth - Dec-Wed-2019, 12:29 PM - Forum: *** UFP *** - Keine Antworten

*** Erde / New Berlin / Starfleet Science Counsel/ Astrometrie ***


Im Astrometrischen Zentrum hatte sich die Elite der temporalen Physik zu einem Thinktank versammelt, um ein Problem zu diskutieren, dass plötzlich so nah und doch immer noch so fern war: die USS 'Picard'.

"Lassen Sie mich die Ergebnisse noch einmal kurz zusammen fassen," sagte Prof. Dr. Juravik von der Vulkanischen Akademie der Wissenschaften am Ende seines Vortrages. "Wir haben die Varianz in der Subraumströmung mit 2,045 cS bestimmt, auslösender Faktor ein negativer Tachyonflux in der Akzeleration. Die Chronitonwelle liegt bei einem Impuls von 1,48 auf der Albright-Scala. Den folgenden Berechnungen nach müsste der temporale Ortszustand der 'Picard' in einem Bereich von 1920 bis 1925 alter irdischer Zeitrechnung liegen." Kenner seiner Mimik bemerkten, dass er verstimmt darüber war, keine genauere Angabe machen zu können. Aber Interaktionen der Chronitonpartikel mit der Arxstraße verhinderten hier auf quantenmechanischer Ebene jedes weitere Vorankommen.

"Unsere Überwachung kann das bestätigen," meldete sich der Beobachter der Sitzung, ein Beamter der T.I.A. (Temporal Integrity Agency) namens Raikenis von der Besucherbank aus. "Wir haben einen erhebliche Varianz entdeckt, die 1923 ihren Ursprung nahm, sich aber im Moment korrigiert zu haben scheint. Ich wollte nur zu bedenken geben, dass ist eine sehr ungünstige Zeitperiode."

Da für Angehörige seines Amtes eigentlich jede Zeitperiode "ungünstig" war und dieser Spruch bereits zu einem geflügelten Wort geworden war, entlockte er bei einigen der Anwesen leichtes Schmunzeln.

"Das ist uns durchaus klar," erwiderte Sareth t'Khellian, Leiterin des "Brieftaube" genannten Rückholprojekts.

"Können Sie die 'Picard' in die korrekte Zeitlinie holen, ist die Frage? Bevor sie größeres Unheil anrichtet?"

"Um das zu prüfen, sind wir hier. Rein mathematisch gesehen wäre eine Rückführung möglich. Das Albright-Theorem lässt sich sowohl für TDs (=Temporal Displacements) in die Zukunft als auch in die Vergangenheit anwenden. Aber mathematische Lösungen einer Gleichung sind das eine, ihre Umsetzung etwas anderes," antwortete Sareth. "Wie Sie wissen, wurden bisher nur Rückführungen aus der Zukunft in die relative Jetztzeit erfolgreich durchgeführt."

Der Beamte verzog das Gesicht, als habe er in eine saure Zitrone gebissen. Immerhin betraf der berühmteste Fall dieser Art die jetzt als Admiralin vor ihnen stehende T'Khellian und ihre Saipan.

"Dr. Kolath kann Ihnen das Problem von der technischen Seite erläutern."

Eine Romulanerin mittleren Alters erhob sich. "Das Problem ist die Initiierung, die vom displazierten Objekt ausgehen muss - eigentlich. Wir wissen aber nicht, ob die Crew auf der 'Picard' dazu noch in der Lage ist. Sowohl was die Kapazität der Crew als auch des Schiffes und vor allem ihrer Energiereserven anbelangt. Das sind drei Unbekannte einer Gleichung. Eine Rückführung aus der Vergangenheit in die relative Gegenwart mit einem passiven Objekt würde ... nun, ich mache es kurz: eine gewaltige Menge Energie auf unserer Seite verlangen. Das Äquivalent von einigen Dutzend Transwarpantrieben. Wir müssten sozusagen einen temporalen Magneten installieren, der die 'Picard' zu uns zieht. Eine Art Gateway."

"... das aufgrund der gewaltigen freigesetzten Energien lediglich außerhalb der Heliosphäre eingesetzt werden könnte," vollendete ein anderer Experte.

"Eine solche Anlage zu bauen würde Jahre erfordern, selbst wenn die Föderation und das Romulanische Imperium zusammen arbeiten. Unterdessen könnte der temporale Riss irreparabel werden," fuhr Sareth fort und überlegte: "Etwas anderes wäre es, wenn wir der 'Picard' eine Nachricht schicken könnten und wir unsere Bemühungen koordinieren könnten..." Sie blickte in die Runde der Versammelten. "Lassen Sie uns darüber nachdenken!" Zustimmung antwortete ihr. "Gut, dann machen wir jetzt eine kurze Pause. In einer halben Stunde sehen wir uns hier wieder!"

Die Teilnehmer der Sitzung schwärmten aus, um sich am nächstgelegenen Replikator einen Kaffee oder ein ähnlich belebendes Getränk und einen kleinen Imbiss zu holen. Draußen ging gerade die Sonne auf, und alle wussten, dass es noch ein sehr langer Tag werden würde.

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  Log 18 Mort
Geschrieben von: Sokar - Nov-Sat-2019, 10:58 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

 
Dr. Val'Kara hatte gerade Mort Caldreds Vitalwerte überprüft. Die molekulare Dissoziation hatte sich in den letzten zwei Stunden vergrößert, und auch bei ihr selbst waren die Daten alles andere als beruhigend. Wie lange blieb ihnen noch? Gerschoni war es gelungen, die Zeitlinie zu verändern. Und sie alle, ihre ganze Zukunft, löste sich buchstäblich in Nichts auf. Ohne das Raketenprogramm der Nazis kein Wettlauf zum Mond... Die Staatenblöcke auf der Erde würden sich offenbar ganz anders entwickeln. Vielleicht hatte niemand Interesse am Raumflug, oder aber die Entwicklung verlief zumindest so, dass es sie und die Föderation nicht gab. Ob wohl die Romulaner die Erde erobert hatten? Oder die Klingonen damals bald nach dem ersten Kontakt in Broken Bow, weil es keinen Captain Archer gegeben hatte? Oder die Borg, weil ihnen keine Enterprise und kein Captain Picard dazwischen gekommen war?
 
Sie trat ans Fenster und ließ den Blick über das triste angrenzende Fabrik- und Baugelände schweifen. Blaugrau gekleidete Arbeiter huschten geschäftig hin und her und ihrer Meinung nach groteske Maschinen waren unterwegs, um ihren Verrichtungen nach zu gehen - was auch immer diese sein mochten. Was zum Beispiel sollte dieses riesige Gerät anrichten, das wie eine antike Steinschleuder aussah?
Die Gedanken der Ärztin wanderten zu der seltsamen Eigenart des Universums, als Fundament großer zukunftsweisender Entwicklungen schreckliche Ereignisse zu legen. Hatte nicht auch auf Vulkan, dem Heimatplaneten ihrer Mutter, erst ein nuklearer Krieg beinahe alles zerstören müssen, ehe Suraks Philosophie der Logik auf fruchtbaren Boden fiel? Mit einem Seufzer wandte sie sich um. Zu ihrer Überraschung stand Mort am Scannerverstärker und bewegte die holographischen Kontrollen.
 
"Mr. Caldred, ich sagte, Sie sollen ---"
 
"Ich fühle mich besser, Doc. Wirklich! Vielleicht musste ich mich nur mal etwas ausruhen." Er justierte die Erfassung. "Gerschoni kann nicht vom Erdboden verswinden, oder? Wir müssen ihn finden können."
 
"Das ist ja unglaublich!"  Val'Kara war neben ihn getreten und blickte ungläubig auf ihren Medi-Tricorder.
 
"Was?" brummte der Sicherheitschef.
 
"Die Dissoziationen sind verschwunden! Ihre Moleküle sind in perfekter Ordnung! Kein Wunder, dass Sie sich besser fühlen - Sie haben nichts!  Das kann ich medizinisch nicht erklären... es sei denn..."
 
"Die Zeitlinie ist repariert," vollendeten sie beide gemeinsam. "Aber - wie? Ich kann Gerschoni noch immer nicht orten. Und wenn unser Team ihn geschnappt hat, müsste--"
 
In diesem Moment zirpte Morts Kommunikator. Es war Vandenberg. + Ich habe gute Neuigkeiten, für Sie und unsere Herrscherin der Hyposprays! Mr. Edzardus hat Gerschoni erwischt. + Er erzählte die Einzelheiten, die ihm der Navigator eben vom Schiff gemeldet hatte.
 
"Vor den Augen der Einheimischen ein Beamvorgang?!" kommentierte Val'Kara mit gerunzelter Stirn. "Das wird der Captain nicht sonderlich mögen."
 
+Er sagt, es war ein Notfall und alles andere zu riskant gewesen.+
 
"Nun, offenbar hat die Zeitlinie ja weiter keinen Schaden genommen," murmelte Mort. "Zumindest keinen für uns im Moment ersichtlichen." Ein ohrenbetäubendes Krachen übertönte seine und Vandenbergs nächsten Worte. Die Wände des Hauses erzitterten, Putz rieselte von der Decke.
 
"Ein Erdbeben?"
 
"Soweit ich weiß, ist das hier kein tektonisch unsicheres Gebiet..." antwortete Val'Kara und lief zum Fenster.
 
Mort beendete hastig die Kom-Verbindung, griff nach einem Phaser und hastete zur Tür. Es krachte erneut und ein bedrohlicher Riss fraß sich durch die Wand. 
 
"Kommen Sie zurück, Mr. Caldred! Eine Waffe wird Ihnen hier nichts nützen!" Sie wies nach draußen, wo sich das Baufahrzeug mit der Abrissbirne zu einem weiteren 'Angriff' bereit machte. "Jedenfalls kein Handphaser."
 
Der Sicherheitschef fluchte. "Sehen wir zu, dass wir das ganze Equipment transferfähig machen! Wir können nicht zulassen, dass auch nur ein Elektronikteil oder ein Kunststofffetzen in deren Hände fällt!" Er hechtete zu dem aufgebauten Scannerverstärker, wobei er fast von den Füßen gerissen wurde.
 
Val'Kara mühte sich, Zelt und Nahrungsmittel zusammen zu raffen und dabei die 'Picard' zu kontaktieren. "Das Notstromaggregat im Nachbarzimmer! Schnell! Und die WDBs (Waste-Disposal-Bags)!!!"

[Bild: mort.jpg]

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  Griff in die Geschichte LOG 17 Hohardus Edzardus
Geschrieben von: Hohardus Edzardus - Nov-Fri-2019, 07:10 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

==========  9. November 1923, München, Odeonsplatz, etwa 8 Uhr abends  ==========
 
Howy hatte über den Kommunikator mitbekommen, daß Mort schwer verletzt war und Vandenburg und Tr’Kovath Jagd auf Gerschoni machten.
Er hatte sogar die Worte der Beiden oben auf dem Dach von Nummer 6 gehört und mitbekommen, daß ihr Mann einfach so ‚verschwunden ‚ war.
Aber Niemand verschwand ‚einfach so‘, das war ihm klar.
Wahrscheinlich hatte er die Reste eines Dämpfungsfeldes genutzt, das auch ihn bisher geschützt hatte.
 
Deshalb rannte er über den Platz, ohne auf die Rufe einiger Uniformierter zu achten, die in ihm wohl einen flüchtigen Hitleristen sahen.
„Halt, oder wir schießen!“ brüllten sie, aber Howy ließ sich nicht beeindrucken, obwohl er mehrere Kugeln in sein Schutzfeld einschlagen fühlte.
 
Einer der Beamten rief noch seinem Kollegen zu, er sei sich sicher, ihn mehrfach getroffen zu haben, aber dann hatte er sie abgehängt.
Durch eine kleine Seitenstraße versuchte er, den Hinterhof von Haus 6 zu erreichen. Er quetschte sich durch einen schmalen Spalt in einer Mauer, von wo aus er den Hof einsehen konnte, aber Gerschoni war weit und breit nicht zu sehen.
Auch seine Scans liefen ins Leere. Auch nicht das kleinste Signal.
Vandenburg hatte ihm noch mitgeteilt, daß der Masker ihres Gesuchten wohl dabei war, seinen Geist aufzugeben, was die Suche eigentlich erleichtern sollte, aber es gab keine Reaktion seines Gerätes.
 
Überall in den Straßen wimmelte es von Polizei und Militär, die nach versprengten Hitleranhängern suchten. Wenn sie glaubten, welche erwischt zu haben, schlugen sie diese zusammen und warfen sie auf LKWs, die sie dann wohl zu einem Gefängnis transportieren würden.
Überall standen Sanitätsautos, um die vielen Verletzten in die Krankenhäuser zu fahren, und da plötzlich hörte er ein großes Geschrei einer offensichtlich älteren Dame: „Hilfe! Polizei! Kommen Sie schnell! Ich habe bei mir in der Wohnung einen verwundeten Nazi. Nehmen Sie ihn fest!“
 
Zwei Uniformierte zogen ihre Pistolen und folgten der Frau zu ihrem Haus, als aus dessen Eingang ein Mann gesprungen kam und beide umstieß:
„Mich bekommt ihr nicht, ihr Schweine!“
 
Howy erkannte ihn sofort. Es war Gerschoni.
Er hinkte und hielt sich den Arm, aber er rannte mit allen seinen Kräften auf eines der Sanitätsfahrzeuge los, dessen Fahrer gerade ein paar Verletzte am Boden versorgte.
Er sprang auf den Sitz und startete den Motor.
„Woher wußte er, wie man das macht?“ fragte sich Howy und versuchte,  hinten aufzuspringen.
Dabei hätte er sich fast alles gebrochen, aber er schaffte es mit Müh und Not, sich an einem der Griffe festzuhalten.
 
Gerschoni raste mit Vollgas die Straße herunter, bis er von einer kleinen Gruppe zum Halten gezwungen wurde.
„Sie nehmen uns mit!“ brüllte einer der Männer.
Gerschoni sah sich gezwungen, der Aufforderung Folge zu leisten, denn er besaß kein Schutzfeld mehr und mehre Läufe von Projektilwaffen waren auf ihn gerichtet.
Daß Howy hinten am Wagen hin, erregte keine Aufmerksamkeit, denn der war offensichtlich auch aus dem Polizeikessel auf diese Weise geflohen, also einer von ihnen.
Sie öffneten die große Tür hinten und kletterten hinein, wobei sie Howy einfach mit reinschoben, was dieser zunächst natürlich gar nicht gut fand.
Dann aber stoppte ihm der Atem.
Der Mann, der da eben die Befehle gegeben hatte, war ein relativ kleiner schwarzhaariger Mann mit einem Bärtchen über der Oberlippe.
Adolf Hitler persönlich mit einigen Getreuen.
 
Dann öffnete sich die Tür noch einmal, und man schob Gerschoni auf die Ladefläche.
Howy verdeckte sein Gesicht, denn er wollte nicht, daß dieser Kerl ihn bemerken würde.
Ein paar von Adolfs Freunden hatten jetzt das Steuer übernommen und fuhren mit hoher Geschwindigkeit aus der Stadt.
 
Hitler zischte: „Habt ihr denen gesagt, daß wir nach Uffing am Staffelsee fahren?
Da hat ein Kamerad von mir, der ‚Putzi‘,  ein Landhaus, wo wir uns zunächst verstecken können. Er ist uns wohlgesonnen und wird uns nicht verpfeifen.
 
Das hatte wohl keiner gewußt, weshalb ein Kamerad von Adolf mit einem harten Gegenstand die kleine Scheibe zum Fahrerhaus einschlug und den Zielort rüberbrüllte.
Etwa 70 km südlich von München sollte das sein.
 
(Aus WIKIPEDIA: Ernst Franz Sedgwick Hanfstaengl, genannt „Putzi“, war ein deutsch-amerikanischer Geschäftsmann, Kunsthändler, politischer Aktivist und Politiker. Er wurde vor allem als finanzieller Unterstützer und Freund Hitlers in den 1920er-, als Auslands-Pressechef der NSDAP in den 1930er-Jahren und später als Mitarbeiter Franklin D. Roosevelts bekannt.)
 
Howy sah zu seinem großen Erschrecken, daß auch Gerschoni inzwischen bemerkt hatte, mit wem er den Krankenwagen teilte.
Er grinste wie ein Honigkuchenpferd und konnte offensichtlich das Ausmaß seines Glücks kaum begreifen.
 
Howy wartete darauf, daß er einen Angriff starten würde, aber zunächst verhielt sich der potentielle Attentäter ruhig und wartete wohl auf eine bessere Gelegenheit.
Es konnte aber auch daran liegen, daß er möglicherweise keine Waffe mehr besaß. Er hatte diese vielleicht bei seinem Sturz oder dem Zusammentreffen mit den Polizisten verloren, jedenfalls blieb er untätig.
 
Dann aber fiel Howy ein, daß er möglicherweise einen Phaser dabei hatte, den er, wenn er einen hatte, wohl tief in seinem Anzug verborgen trug.
Er könnte den überladen, und wenige Sekunden danach wäre alles, was von ihnen übrig bleiben würde, ein riesiger Krater mitten auf der Straße.
Und da würde ihm, Howy, auch sein Kraftfeld nicht nützen, denn für solche Entladungen, war es keinesfalls stark genug ausgelegt.
 
Der Wagen rumpelte über eine Landstraße, und da eine Federung nahezu nicht vorhanden war, taten Howy inzwischen alle Knochen weh, während sich Gerschoni  angeregt mit seinen Nachbarn unterhielt.
An Hitler kam er nicht heran, da dieser ganz vorne hinter der Fahrerkabine saß, und es viel zu laut war, um mit ihm zu sprechen.
 
Am zufriedenen Gesichtsausdruck seines Mannschaftskameraden aber sah er, daß dieser sein Glück kaum fassen konnte, zumal er sich sicher wähnte, seine Verfolger abgehängt zu haben.
Und darin wollte Howy ihn solange im Unklaren lassen, wie es nur möglich war.
 
Er nutzte die Zeit, um sich die Person, die die Weltgeschichte drastisch ändern würde, einmal näher anzusehen.
Und er fragte sich, wie dieser Mann, der selber klein, eher schwächlich und schwarzhaarig war, es fertig brachte, seinen Mitbürgern zu erklären, daß es die blonde starke Herrenrasse der Arier sei, die Deutschland und die Welt zum Heil führen würde?
Er hatte Hitler ja im Bürgerbräukeller erlebt und mußte zugeben, daß er hervorragend in der Lage war, diese Schwächen zu überspielen und die Menschen in seinen Bann zu ziehen, zumal diese in ihrer Not nach jedem Strohhalm griffen.
Er fragte sich wieder einmal, wie er wohl selber reagiert hätte, wenn er ‚damals‘ gelebt hätte?
 
Nach einer gefühlten Ewigkeit hielt der Laster und die Tür wurde von außen geöffnet.
Einer nach dem anderen stieg aus und streckte erst einmal die Tentakel, denn Howy war sich sicher, daß nicht nur ihm jedes einzelne Knöchelchen weh tat.
Sich im Schatten des Fahrzeuges haltend, sah er sich um und stellte fest, daß sie vor einem wirklich schönen bayrischen Haus standen.
Natürlich wußte er nicht, wer ein gewisser oder eine gewisse Putzi war, aber schön war die Hütte.

[Bild: Uffing.jpg]

 Er sah Gerschoni auf Hitler warten und sich dann zu ihm zu gesellen.
Jetzt würde er zuschlagen. Wann sonst?
So eine Gelegenheit würde er nie wieder bekommen.
Nur wie?
Howy aktivierte seinen Communicator und rief hinein: „Klarmachen! Zwei zum Beamen!“
 
Alle drehten sich nach ihm um, als Gerschoni ihn erkannte. Er hechtete auf Hitler zu und riss aus seiner Hose einen Phaser.
Gerade wollte er den Schalter auf ‚Überlastung‘ stellen, als Howy ihn ansprang.
„Er will euch alle töten!“ schrieh er und entriß Gerschoni das Teil, bevor er den Hebel umlegen konnte.
 
„Nein!“ brüllte er. „Das kannst du nicht machen! Ich muß ihn töten.“
 
Howy warf den Phaser mit gekonntem Schwung in den nahegelegenen See, umklammerte Gerschoni und brüllte, auch wenn er jetzt für ungeheuer viel Gesprächsstoff bei den Beteiligten sorgen würde: „Zwei zum Beamen!“
 
Mit einem zarten silbrigen Flimmern lösten sich beide im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auf.
 
Zurück blieben zu tiefst erschrockene und erstaunte Männer.
Sie hatte gehört, daß der eine von den Beiden gerufen hatte, er wolle Adolf töten, und sie hatten ebenfalls gesehen, daß ein anderer den daran gehindert hatte.
Sie hatten alle keine Tatwaffe gesehen, aber er hätte ja eine Art Handgranate in der Tasche gehabt haben können.
Und sie hatten alle das unheimliche Verschwinden der Beiden beobachtet.
 
„Daß mir keiner von euch diesen Vorfall irgendwo erzählt!“ knurrte Adolf.

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  Wasser auf dem Mond Europa!
Geschrieben von: Hohardus Edzardus - Nov-Tue-2019, 05:01 PM - Forum: *** Science News *** - Keine Antworten

https://web.de/magazine/wissen/weltraum/...a-34196598

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  Zwischenlog 23 - Richard
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Nov-Tue-2019, 04:10 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Epsilon Eridani / Archiv der Inquisition / Lesesaal ***

Richard von Rabenstein saß am Terminal und förderte zu Tage, was sich fördern ließ - und das war eine ganze Menge. Dani hatte einen hochkarätigen Clearancecode fabriziert, denn sein eigener war natürlich längst deaktiviert worden. Selbst LaSalles Konferenz-Itinerar und einige interne Schreiben für die Hochinquisitoren der einzelnen Provinzen träufelte lieblich in seinen Speicherchip. Doch als er "Taminus" eingab, das ominöse Wort aus dem Hologramm, das im Amtsring des Großinquisitors gespeichert war, erschien die Meldung:
"Es liegen keinerlei Daten zum gewünschten Parameter vor. Haben Sie sich vielleicht vertippt? Bitte versuchen Sie es noch einmal!"

Danke, das ist nicht nötig... Richard zögerte einen Moment, entschied aber dann, alles auf eine Karte zu setzen. Sobald würde er keine Gelegenheit mehr haben, sich an einem Quell des Wissens laben zu können! Und er konnte einfach nicht wiederstehen, so nah am Ersehnten...
Er zog eine kleine Phiole mit seinem Blut aus der Tasche, aktivierte den Amtsring und hielt das kleine Hologramm auf die Authentifizierungspunkt des Terminals. Die Lichter des Bildschirms fielen in sich zusammen und formten in der nächsten Sekunde eine neue holographische Bedienoberfläche. In der Mitte prangte das Wappen des Großinquisitors. Richard hielt den Atem an. Er meinte das Pochen seines Herzens wie die lauten Schläge der Hauptglocke der Petersbasilika zu hören. Beinahe zitterten seine Finger, als er "Taminus" eingab.


*** Epsilon Eridani / Archiv der Inquisition / Systemüberwachung ***

Ian Sarman, ein knochiger, sommersprossiger Mensch, zog die Augenbrauen zusammen und brummte ohne von seinem Terminal aufzusehen: "Heiliger Strohsack! Haben wir Besuch aus der Zentrale? Da ist einer mit einer Alpha 0 Alpha-Clearance unterwegs!"

Sein Kollege Karim Ravienna steckte mit dem Kopf in den Eingeweiden des Büroreplikators und antwortete nicht. Er versuchte seit Stunden, das Gerät zur Ausgabe eines Capuccino zu bewegen und erhielt lediglich Caffé Latte. Mittlerweile war sein Replikatorkontingent für die Woche aufgebraucht und er hatte noch immer kein Koffein!

"Sancta Sanctissima!" Wenn Ian auf Latein fluchte, musste es etwas Bedeutendes sein. "Der ist im Arkanarchiv des Inquisitor Maximus!"

Karim stieß mit dem Kopf an die Replikatorverschalung. "Im Arkanarchiv?" Seinen Kaffee hatte er vergessen. "Unmöglich! Von wo?"

"Platz 24!" Ian deutete auf einen der Überwachungsschirme. "Oh Gott, das ist ein Hackerangriff!!!" Er schlug auf die Aktivatoren der Sicherheitssperre. "Scheisse!"


*** Epsilon Eridani / Archiv der Inquisition / Lesesaal
***
Richard sah den holographischen Schirm erlöschen und hörte das Aufheulen des Sicherheitsalarms. Er wusste, dass ihm nur Sekunden blieben, aus dem Lesesaal zu kommen. Den Stuhl zur Seite stoßend hechtete er an der Theke und dem verdutzten Archivar vorbei zur Tür und sprang durch die Öffnung, nur Momente bevor das Kraftfeld seine volle Intensität entfaltete. Dennoch versengte ihm die Energie den Rücken des Anzugs und die Hosenbeine. Vor allem aber deaktivierte sie seinen Holofilter, wie ihm der spiegelglatte Boden zeigte. Er fischte nach dem Kommunikator in der Jackentasche, aber es kam kein Signal.

Zornig auf sich selbst rappelte er sich hoch. Er hatte einen unverzeihlichen Fehler gemacht. Er hatte sich hinreißen lassen! Er stieß einen Mitarbeiter mit Archivgut auf Antigravwagen gegen die Wand und mobilisierte alle Kraft, den nächstmöglichen Ausgang zu erreichen. Das Archiv hatte kein eigenes Sicherheitspersonal. Aber der Alarm würde die nächstgelegene Station der imperialen Polizei erreichen! E stürmte eine Rolltreppe hinunter und versuchte wieder, Dani über den Kommunikator zu erreichen. Aber das Energiefeld hatte ihn wohl deaktiviert.

Infernus maledictus! Hoffentlich war dem Speicherchip in seinen Kontaktlinsen nichts passiert, war sein nächster Gedanke. Wenn ich allerdings demnächst als Expresspaket Richtung LaSalle unterwegs bin...

...

Karim Ravienna starrte auf das Bild der Überwachungskamera. Auf den Mann, der sich aus dem Holofilter heraus geschält hatte.
Im nächsten Moment war er aus der Tür der Systemüberwachung und verriegelte den Raum von außen. Sein Kollege brüllte, ob er den Verstand verloren habe und das würde ihn seinen Job und außerdem seinen Kopf kosten - aber Ravienna handelte auf höheren Befehl! Er rannte durch den Bürotrakt, verzichtete auf den Lift - den konnte Sarman sperren - und stürmte die Treppe abwärts bis in den Hauptkorridor.

Unterdessen gab Sarman von der Sicherheitszentrale eine Aufforderung durch, Ravienna ebenso fest zu setzen wie den unautorisierten Eindringling. Eine Kollegin rief ihm nach, was los sei und ein anderer machte den Versuch, ihn aufzuhalten. Aber wer hatte schon das Verlangen, nach körperlicher Auseinandersetzung in diesen Hallen? Außerdem: wer wusste, ob die Terroristen nicht bewaffnet waren - sogar sehr wahrscheinlich waren sie das...

...

Richard war seitwärts in einen Gang ausgewichen. Ein Blick zurück ließ ihn das Kabel übersehen, das aus einem offenen Bodentank ragte, an dem gerade Wartungsarbeiten durchgeführt wurden. Er stürzte, landete unsanft auf den Knien - und wurde im nächsten Moment von zwei Händen gepackt. [/i]Gut, das war es also....[/i] Er schnaufte und wandte den Kopf, um in Augenschein zu nehmen, wer ihn erwischt hatte.

"Eminenz!" Ravienna machte eine angedeutete Verbeugung und zog Richard mit sich. "Kommen Sie! Ich bringe Sie raus!"

"Sie--"

"Ich bin ein Anhänger des Konzils und des rechtmäßig gewählten Inquisitor Maximus!" flüsterte der Archivar und fummelte mit seinem elektronischen Schlüssel an einer Tür. "Und ich bin nicht der einzige!" Die Tür öffnete sich in einen Frachttransporterraum. "Wir wussten nur nicht, dass Sie noch am Leben sind. LaSalle lässt überall verbreiten, Sie seien tot!"

Darauf kann er noch eine Weile warten! "Ich danke Ihnen..." Mehr konnte er im Augenblick nicht sagen.

Ravienna tippte auf der Transporterkonsole, deaktivierte die Sicherheitssperre für Personen. Von Ferne näherten sich Schritte. Es klang nach Polizeistiefeln. Richard presste die Lippen zusammen und schickte ein Stoßgebet zu den himmlischen Mächten.

"Habe es!" Der Archivar sprang neben den Inquisitor auf das Transporterpad. "Das wird uns irgendwo raus in den Park bringen! Wenn ich Zielkoordinaten eingebe, fangen Sie uns ab!"

"Gleichgültig. Ich habe auch einen Mann im Park warten. Bewaffnet."

"Deo Gratias!" Sie entmaterialisierten, als die Polizei in den Raum stürmte. Zwei Sekunden darauf implodierte das überladene Transporterareal und eine Nachverfolgung war nicht mehr möglich.


*** Epsilon Eridani / Archiv der Inquisition / Park ***

Polizeiandroiden schwärmten durch den Park und Suchdrohnen sausten über ihn hinweg, bereit, Transportertracker abzufeuern, die den Getroffenen sofort in eine gesicherte Zelle beamen würden. Wie bösartige kleine Hornissen zischten sie durch die Luft. Richard und sein neuer Gefolgsmann hatten Mühe, von Deckung zu Deckung zu kommen.

"Wir müssen rüber ... unter... den Schwebebahnschienen durch... die Magnetfelder stören...diese Drohnen!" keuchte Ravienna und hechtete hinter einen Busch.

Richard duckte sich unter die Brüstung eines Brunnens und versuchte immer noch, Dani ausfindig zu machen. Wenn der Bursche schlau genug gewesen war, hatte er sich aus dem Staub gemacht. Er konnte ihm jetzt jedenfalls nicht helfen. Ein Tracker krachte über ihm gegen die Brüstung und Richard wechselte schleunigst den Standort.

"Wir müssen ins ... Kloster "Zur unbefleckten Empfängnis"! zischte Ravienna. "Dort habe ich--" Weiter kam er nicht. Getroffen von einem Tracker löste sich seine Gestalt auf.

Der Inquisitor erstarrte für einen Moment, dann rannte er weiter in Richtung Schwebebahn. Schon wieder hatte sich jemand für ihn und sein Amt geopfert... Ich muss LaSalle das Handwerk legen! dachte er im Rhytmus seiner Schritte.

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  Griff in die Geschichte Log 16 - Sokar
Geschrieben von: Sokar - Nov-Sun-2019, 09:12 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

*** Erde / Südtunesien ***
 
"Ich verstehe Ihr Anliegen," antwortete Sokar auf das eben formulierte Ansinnen der Beduinen, Dr. D'Varo bei sich zu behalten. Er sagte es mit der typisch vulkanischen Emotionslosigkeit. Sein Gesprächspartner wertete es als die zeit-und ortstypische Geringschätzung von Frauen, die sich ganz einfach dem zu fügen hatten, was Mann als notwendig erachtete. "Auch meiner Regierung ist es wichtig, den ... eingeborenen Völkern die Hilfen der modernen Medizin zukommen zu lassen. Und in der Tat hatte sich die Frau Doktor ja für ein entsprechendes Programm gemeldet und es immer bedauert, nicht ausgewählt worden zu sein. Nicht wahr?"
 
Nalae zwinkerte irritiert, nickte aber dann und sagte: "Ja, nun scheinen sich ja die Elemente... ähm... das Schicksal entsprechend gefügt zu haben!" Sie rang sich ein Lächeln ab. "Wie seltsam die Wege doch manchmal sind..."
 
"Unerforschlich sind die Wege Allahs des Allbarmherzigen," sagte der Scheich und machte eine ehrerbietige Geste.
 
"Aber Sie verstehen, dass ich meiner Regierung die Nachricht mitteilen will, ehe wir diese wunderbare Fügung ..."
 
"...gebührend feiern." vollendete die Ärztin jetzt mit einem festeren Lächeln.
 
"Sie haben einen Telegrafen hier?" mischte sich Dubois wieder ein.
 
Sokar sah das verdächtige Glitzern in den Augen des ehemaligen Fremdenlegionärs und fügte hinzu: "Ja, bedauerlicherweise ein sehr altes Gerät. Der Sand hat ihm schon sehr zugesetzt."
 
"Ja, der Sand...der kriegt alles klein! Ich kann Ihnen sagen, damals in Algier--"
 
"Aber ich hoffe, eine Nachricht geht noch durch, bevor es endgültig seine Funktion einstellt. - Ich werde dann gehen." Er wandte sich um, machte einen Schritt und erwartete halb, zurück gehalten zu werden. Doch nichts dergleichen geschah. Ob die Einheimischen ihm glaubten oder nicht  - IHN betrachteten sie auf jeden Fall als minder wichtig, wenn sie nur die Ärztin hatten. Und mit einer kleinen, schlanken Frau würden sie ja allemal fertig werden...
 
So stapfte Sokar ungehindert zu seinem kleinen Lagerplatz an der dunkel aufragenden Felsformation zurück. Marlow wartete bereits auf ihn.
 
"Hier ist alles in Ordnung," rief er von oben, wo er eben die Bohrlöcher kontrolliert hatte. "Wir können die Marker aktivieren und dann kann der Transportvorgang des Urans beginnen."
 
"Gut. Aber wir haben ein weiteres Problem."
 
"Lassen Sie mich raten: die Eingeborenen wollen unseren Doc nicht mehr weglassen. Habe ich fast befürchtet. Für sie sind das die reinsten Wunder, die sie vollbracht hat! - Es tut mir leid, dass ich Sie in diese Situation gebracht habe. Aber der Sturm hatte eines unserer Rationspakete herunter gefegt, und ich wollte es wieder holen, als dieser Dubois auftauchte..."
 
"Mr. Marlow, das hat jetzt keine Relevanz mehr. Fakt ist, wir müssen Dr. D'Varo fort beamen lassen, und um eine kulturelle Kontamination zu vermeiden alle anderen, die den Beamvorgang verfolgen können, ebenfalls. Auf der Krankenstation können wir dann bei allen Personen eine partielle Gedächtnislöschung vornehmen."
 
"Hm... wir können die Leute nicht alle mit Transportermarkern  versehen. Wir müssten einen bestimmten Umkreis zur Erfassung vorgeben. Machbar ist das... aber es darf sich im entscheidenden Moment niemand aus dem Reigen lösen."
 
"Das sicher zu stellen wird unsere Aufgabe sein. - Ich informiere die 'Picard'." Sokar wollte auf den unter seinem altmodischen Khakijackett verborgenen Kommunikator klopfen, aber in diesem Moment erreichte ihn ein Ruf von Vandenberg aus München. Sein Statusbericht war alarmierend. Zwar war es gelungen, das beim Marsch auf die Feldherrnhalle geplante Attentat zu vereiteln, aber Gerschoni war noch immer flüchtig und willens, einen anderen Weg zu finden, um Hitler aus der Geschichte zu tilgen.
 
+Das Problem ist, er scheint damit Erfolg zu haben,+ berichtete der XO. + Dr. Val'Kara hat bei unseren Teammitgliedern eine wachsende Phasenvarianz in der atomaren Struktur entdeckt. Teile unserer Tau-Neutrinos fangen an, sich aufzulösen. Wir verschwinden aus diesem Raum-Zeit-Kontinuum.+
 
Logischerweise würde man dieselben Anomalien bei ihnen hier in Tunesien finden - sie hatten nur für entsprechende Tests bisher keine Gelegenheit gehabt! Und dies wiederum bedeutete... "Hat Dr. Val'Kara berechnen können, wieviel Zeit uns noch bleibt?"
 
+ Maximal 23 Stunden. Mr. Caldred versucht vom Basislager aus Gerschoni wieder anzupeilen. Er ist auf jeden Fall schwer verletzt und kann nicht weit gekommen sein. Wie ist die Situation bei Ihnen?+
 
Der Captain gab eine rasche Zusammenfassung der Geschehnisse und des Plans, die Situation zu bereinigen. "...dafür wird es unerlässlich sein, dass Sie mich innerhalb der nächsten Stunden keinesfalls kontaktieren, Robert. Das würde, wenn wir in der Runde mit den Eingeborenen zusammen sitzen, ein Verdachtsmoment mit unkalkulierbaren Folgen aufwerfen. Ich werde mich bei Ihnen melden, sobald wir zurück auf dem Schiff sind."
 
+ In Ordnung. Vandenberg Ende. +
 
Sokar setzte sich mit der 'Picard' in Verbindung. Wie befürchtet, hatte man auch dort die Phasenvarianz bereits festgestellt. Der Transportertechniker war der Meinung, dass ihnen für reibungslose Beamvorgänge höchstens noch vier Stunden blieben, weil sonst die Heisenbergkompensatoren die Varianz nicht mehr korrigieren konnten. Das bedeutete für sie hier in der tunesischen Wüste, in einer improvisierten kleinen Feier die Leute möglichst dazu zu bringen, sich an den Händen zu halten! "Mr. Marlow, wie sind Ihre Kenntnisse, was alte terranische Fest- und Feierkultur betrifft?"

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  Griff in dir Geschichte / Log 15 / XO
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Nov-Sat-2019, 11:50 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

1923 / Erde / München / Odeonsplatz / Hausnummer 6 / Keller /8 Uhr Abends 

Gerschoni zitterte vor Schmerzen. Seinen linken Arm würde er bald nicht mehr bewegen können und ohne Medikit konnte er die Phaserwunde an seinem Arm nicht behandeln. Er konnte daran sterben, nein er würde daran sterben. Doch er hatte noch etwas zu tun. Eine Chance hatte er noch.
Er war so nahe dran gewesen. Er hätte den gesamten Wahnsinn mit einem Schuss beenden können. Aber nein, da wie sie wieder gewesen. Seine verdammte Pedanterie. Sie hatte ihm alles vermasselt. Er wollte es perfekt machen. So als ob dieser Größenwahnsinnige, dieser Massenmörder, zufällig getroffen worden wäre. Aber nein, er hatte zu lange gewartet. Und dann waren auch noch der XO und der CSO aufgetaucht. Nur der Masker hatte Gerschoni die Flucht ermöglicht, doch jetzt war die Speicherzelle des Gerätes aufgebraucht. Es gab nur noch eine Möglichkeit. Wenn Gerschoni in die Nähe seines Zieles kam, würde er seinen Phaser überlasten, Die Explosion würde nicht nur Hitler und seine engsten Getreuen töten, sie würde mindestens 2 Häuserblocks dem Erdboden gleich machen und auch Gerschoni töten. Doch das was ein geringer Preis für das Ergebnis.

Ein brennender Schmerz durchlief Gerschoni. Er versuchte sich am Boden abzustützen, doch seine Hand schien einfach im Boden des Kellerraums zu versinken. Ruckartig zog Geschoni die Hand wieder aus dem Beton.
Nein es war keine Einbildung. Der Entkopplungsprozess hatte wohl begonnen. Gerschoni lachte bitter. Er hatte nicht mehr viel Zeit, doch die Zeit selbst würde Ihren wohl größten Wohltäter einfach löschen.
Doch dies war alle gleichgültig. Gerschoni würde jetzt seine finale Mission erfüllen. Und niemand würde in aufhalten. Nicht einmal die Zeit.

——————————————————————


Orts- und Zeitwechsel:

1923 / Erde / München / Odeonsplatz / während des Tumults

Zeit: 4 Stunden früher

Vandenberg war zu Mort geeilt, Dieser machte einen mehr als angeschlagenen Eindruck. Und dies konnte nicht nur am Treffer durch Gerschonis Phaser liegen. Doktor Valkara hatte sich von der anderen Seite genähert und kniete sich neben Mort. Ein kurzer Scan erbrachte jedoch nichts Gutes.

VK: Wir haben ein Problem.

Vandenberg konnte ungenaue Auskünfte jetzt nicht gebrauchen.

Va: Klare Informationen bitte.
VK: Na schön. Mr. Caldreds Zellstruktur beginnt, sich langsam aufzulösen.
Va: Bitte? Doch wohl nicht durch den Phasertreffer?
VK: Nein. Ich kann es noch nicht ganz erklären, aber scheinbar befinden sich unsere Molekularstrukturen nicht, oder nicht vollständig in temporaler Phase. Es ist wie bei einem fehlerhaften Beamen. Wir sind hier und doch nicht vollständig hier. Und das könnte für uns alle tödlich enden, wenn wir nicht schnell auf unser Schiff und zurück in unsere Zeitebene kommen.
Va: Wieviel Zeit haben wir? 
VK: Maximal noch 24 Stunden. Dann werden wir verblassen und verschwinden wie ein Nebel im Herbstwind.
Va: Ich weigere mich, so einfach zu verschwinden. Vorher haben wir noch etwas zu erledigen. Doktor Valkare, bringen Sie Mr. Caldred zurück zur Unterkunft. Mr. tr´Kovath soll sich mit mir treffen. Er konnte wohl den Ursprung des Schusses anpeilen.
Va: Und was tun Sie?  

In diesem Augenblick rannte ein junger Mann auf Vandeberg zu und warf ihn fast um. Der junge Mann wirkte hysterisch und schrie wie von Sinnen:

„Jessas Maria un Josef, hob enn  Woipertinger gesendet. Enn ganz en haarigen Deiwi. Unns Moi hattet voi mit Zähn, dass de meinst, es wär jedza ganz aus“

Va: Wo haben Sie dieses Ding denn gesehen?

Der junge Mann wies zitternd auf auf ein Gebäude schräg gegenüber und rannte dann davon.

VK: Der Masker, natürlich. Gerschonis Masker muss eine Fehlfunktion haben!

Vandenberg nickte langsam.

Va: Doktor, Sie haben mich eben gefragt, was ich tue.

Der XO hob seinen Spazierstock und für einen Augenblick, als der am Stock montierte Masker die Bewegung kompensierte, sah man kurz, dass es sich bei dem Spazierstock um ein Phasegewehr handelte.

Va: Ich schnappe mir Gerschoni.


Vandenberg eilte davon und verschwand in einem Hauseingang.

10 min. später hatten sich Vandenberg und tr´Kovath auf dem Dach des Gebäudes getroffen. Der Tumult auf dem Platz hatte etwas nachgelassen, doch trotzdem hörte man noch immer Schüsse. Irgendwo auf der Dachlandschaft dieser Häuserzeile hatte sich Gerschoni versteckt.
Vandenberg schlich über die linke Dachseite, tr´ Kovath sicherte die rechte Seite. Irgendwo hier oben musste sich Gerschoni befinden, es gab lediglich einen Aufgang auf der rechten Dachseite und diesen bewachte tr´Kovath.

Hier oben gab es unzählige Möglichkeiten, sich zu verstecken. Schornsteine, Dachlüfter und ähnliches, Und hinter jedem dieser Objekte konnte ein zu allem enstchlossener Gerschoni lauern.

Vandenberg kam nur langsam voran. Was umso ärgerlicher war, da ihm buchstäblich die Zeit davon lief. Doch nirgends war Gerschoni zu sehen. Vandenberg wollte gerade die Dachseite wechseln als er einen Luftzug spürte. Die einzige Warnung. 
Der Phaserschuss zischte knapp über Vandenbergs Kopf vorbei, als dieser mit einem Hechtsprung sich hinter einem Schornstein in Sicherheit brachte. 
Gerschonis Stimme war auf dem Dach leise aber deutlich zu vernehmen.

Ge:  Bleiben Sie, wo Sie sind. Sie können und werden mich nicht aufhalten.
Va: Lassen Sie den Blödsinn. Sie wissen selbst, dass Sie das, was geschehen wird, nicht ändern können. Es wird geschehen und Sie können nichts dagegen tun. 
Ge: Das ist durch nichts bewiesen.
Va; Ach kommen Sie. Schon alleine die Tatsache, dass es Sie gibt und das Sie hier sind, zeigt doch schon, dass die Zeitlinie nicht verändert wurde.
Ge: Vielleicht ist aber gerade der Fakt, dass ich hier bin, ein Beweis, dass Mann die Zeit ändern kann.
Va: Gerschoni, die Zeit ist keine Drehtür. Wir können das Geschehene nicht ändern und wir sollten es nicht einmal versuchen!
Ge: Verzeihung, aber das sehe ich anders.  Mr. tr’ Kovath kommen Sie mir nicht näher, ich sehe Sie.
Va: Gerschoni, wenn Sie jetzt aufgeben und mit an Bord zurück kehren, können wir über alles reden.
Ge: Soll ich jetzt lachen oder kotzen?
Va: Gerschoni, denken Sie an Ihren Eid gegenüber der Sternenflotte.
Ge: Hahaha, das ist ein guter Witz. Sternenflotte? Another place, another time. Falls Sie es noch nicht gemerkt haben, ich bin kein Mitglied der Sternenflotte mehr.

Ein metallisches Klimpern ertönte und Gerschonis deaktivierter Notfallkommumnikator landete auf dem Dach.

Va: Gerschoni,,,,

Mit einem lauten Brüllen sprang Gerschoni hinter einem Schornstein hervor und feuerte auf Vandenberg. Dieser feuerte fast im gleichen Augenblick zurück. Der grellblaue Strahl schlug in den Schornstein ein und sprengte ihn förmlich in die Luft. Gerschoni wurde durch die Druckwelle an den Rand des Daches geschleudert. Vandenberg kam vorsichtig hinter seiner Deckung hervor und bewegte sich mit vorgehaltener Waffe auf Gerschoni zu.

Va: Kommen Sie.

Gerschoni rappelte sich plötzlich auf. Er hielt seinen linken Arm fest, eine riesige Brandwunde war am Oberarm zu erkennen.

Ge: Leben Sie wohl, Sir!

Mit einem breiten Grinsen ließ sich Gerschoni rückwärts über die Dachkante fallen. Vandenberg war mit 2 Sätzen an der Kante doch Tr’ Kovath war noch schneller. Beide blickten vorsichtig über die Dachkante, Doch unten, auf dem Hinterhof des Gebäudes,  war nichts zu sehen. Keine zerschmetterte Leiche, keine Spur von Blut. Nichts. Gerschoni war verschwunden.

Noch 23 Stunden und 46 min.








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  Projekt Brieftaube - Log 3
Geschrieben von: Sareth - Nov-Thu-2019, 09:01 PM - Forum: *** UFP *** - Keine Antworten

*** Erde / San Francisco / Apartment von Admiral T'Khellian ***
 
Sareth öffnete die Fenster, um die frische Abendbrise herein zu lassen. Immer aufs Neue im Hochsommer war sie froh, dass sich das Sternenflotten-Oberkommando und demzufolge die Wohnungen der Admiralität zu einem großen Teil hier in dieser Stadt lagen. Das Klima war wirklich angenehm - genau die richtige Mischung zwischen Kühle und Feuchtigkeit und Sonnenwärme.
 
Hinter ihr liefen auf der Holoprojektionsfläche des Wohnzimmers die Abendnachrichten von INN. Hauptthema war natürlich der Friedensvertrag zwischen Klingonen und Rihannsu. In den vergangenen Tagen waren die historischen Worte Kanzler Kvorags und Prätor Tr'Kalehs in zahlreichen Sprachen und Dialekten auf den Telekommunikationsgeräten der verschiedensten Spezies erklungen. Schon jetzt war klar, dass dieser Moment seinen Platz in den Geschichtsbüchern finden würde. Einer dieser Momente, in denen die Geschichte auf Messers Schneide gestanden hatte. Theoretiker wagten sich kaum auszumalen, was geschehen wäre, wenn die Rettung der beiden Staatsoberhäupter nur einen halben Tag später erfolgt wäre. Beide Mächte hatten ihre Flotten in Kampfbereitschaft versetzt und ein verheerender intergalaktischer Krieg, in den die Föderation auf jeden Fall hinein gezogen worden wäre, hätte die Prosperität, wenn nicht gar die Existenz aller Bewohner des Alpha- und Betaquadranten bedroht.
 
Unterdessen war Turan nach Ch'Rihan zurück gekehrt. INN brachte die Zusammenfassung seiner Rede vor dem Senat und dann seine Schlussworte:
+... wissen wir nicht, welche Prüfungen die Elemente in Zukunft für die Völker dieser Galaxis bereit halten. Aber wir wissen, dass wir sie mit vereinten Kräften, gemeinsam, besser werden meistern können. Wir wissen, dass die Kenntnisse, Fähigkeiten und Begabungen der Klingonen wie der Rihannsu zu einem tragfähigen Fundament einer Zukunft werden können. Wir wissen, dass uns eine neue Ära der Prosperität bevorsteht! Ein jedes Mitglied dieses Senates kann und muss seinen Beitrag dazu leisten. Ein jeder Rihannsu und ein jeder Klingone muss seinen Beitrag leisten - ganz persönlich. Dann wird diese Zukunft keine ferne Vision bleiben.+
 
Die Nachrichtensprecherin fuhr fort mit den Reaktionen aus Senat und Öffentlichkeit, die im Allgemeinen positiv waren. Schon deshalb, weil man es sich nun mit der offiziellen Richtung nicht verderben wollte. Eine kleine Gruppe von Gegnern des Friedensvertrages hatte am Kriegerdenkmal demonstriert, während am Nachmittag unter dem Vorsitz des Prätors die Konstruktion des projektierten gemeinsamen Außenpostens bekannt gegeben wurde.
 
"Das dürfte ein interessanter Arbeitsplatz werden," ließ Charlie vom Abendbrottisch verlauten.
 
"Ja, allerdings! Dagegen wird man die Situation auf der Starbase Unity als gemächlich bis langweilig bezeichnen können!" Sareth kehrte mit einer Obstschale und einem Baguette aus der Küche zurück und nahm neben ihm Platz.
 
"Ah! Leckere Boskoops!"
 
"Ja, das geht gerade noch nach dem Dinner heute mit der Admiralität. Meine Güte, acht Gänge! Wenn das zur Regel wird, müssen die Kommandantensessel und Schreibtischsessel demnächst alle eine Nummer breiter ausfallen."
 
Charlie griff einen Apfel. "Wie gut, dass die alten Sorten wieder angepflanzt werden..."
 
Die Nachrichten waren zur Situation auf Quo'nos übergangen, die sich in den letzten Tagen Kvorags Rückkehr sei Dank beruhigt hatte. Es gab zwar noch einzelne Scharmützel mit den Separatisten, besonders in der Ma'mak-Provinz, aber in der Hauptstadt herrschte wieder Ruhe und die Bevölkerung war eifrig mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Kvorag hatte eine Amnestie erlassen für jene, die sich in gebührendem Maße am Aufbau beteiligten - ein schlauer Schachzug.
Die Nachrichten fuhren mit der jüngsten Rede des Föderationspräsidenten fort, der nunmehr auch die Chancen für eine friedliche Zusammenarbeit in rosigsten Tönen beschwor.
 
"Ha, nun hör' dir das an," brummte Charlie kauend. "Nun bleibt ihm auch nichts anderes übrig, wenn er nicht wirklich schlecht auf seinem Posten aussehen und die Wiederwahl vergessen will. - Gibt es denn schon irgendwelche Hinweise, wer hinter dem Anschlag auf Ma'mak steckt?"
 
"Die Arbeit der Ermittlerkommission ist unter Verschluss," antwortete Sareth. "Ich habe lediglich munkeln gehört, dass die Separatisten verwickelt seien. Die Frage ist, ob sie allein tätig waren, oder jemand von außen sie unterstützt hat."
 
"Nun, dafür gibt es eine Menge Kandidaten... Aber nun, da die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung gebannt ist, werden hoffentlich wieder Ressourcen für die Rückführung der 'Picard' frei! Ich habe heute morgen mit einem alten Bekannten von Vegas Taxenzentrale gesprochen. Es gibt Anzeichen, dass die 'Picard' die Ausläufer der Milchstraße erreicht hat."
 
Sareth schaltete die Nachrichtenübertragung aus und ließ sich die Details berichten. "Das entspricht dem wahrscheinlichen Aufenthaltsort, den ich mit meinem Team errechnet hatte," sagte sie dann. "Das Problem ist, dass keine der Transwarpsonden, weder die von uns noch aus dem romulanischen Imperium, eine Spur der 'Picard' aufnehmen konnte. Nicht einmal  ... Trümmer. Das Schiff ist schlicht nicht im errechneten Umkreis zu finden. Wir haben den Sondierungsradius jetzt auf maximale Reichweite erhöht, bisher aber immer noch nichts entdecken können."
 
"Was ist mit der Arxstraße in Subquadrant 24b? Falls sie es bis dahin geschafft hat--"
 
"-- müsste sie schon im Alphaquadranten aufgetaucht sein. Aber keine der Monitoringbojen in und an der Arxstraße hat etwas registriert. Mit Ausnahme einer Art Chronitonwelle."
 
"Eine Chronitonwelle?!"
 
Sareth nickte. "Ich habe die Nachricht vorhin erst bekommen und wollte dir nach dem Essen davon erzählen. So, wie die Parameter aussehen, ist das Phänomen etwas völlig Neues in der Temporalen Physik. Ich treffe mich morgen mit einigen Experten."
 
"Das sieht ja aus, als ob wir die 'Picard' nicht am falschen Ort, sondern in der falschen Zeit suchen! Das würde Einiges erklären..."

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