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  Griff in die Geschichte Log 12 Hohardus Edzardus
Geschrieben von: Hohardus Edzardus - Oct-Mon-2019, 05:58 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

==========  München, Odeonsplatz , 9. November 1923  ==========

Es war etwa 12 Uhr mittags.

Howy hatte sich auf die Stufen der Theatinerkirche gesetzt und betrachtete die Entwicklungen auf dem Platz.
Rechts von ihm stand die berüchtigte Feldherrnhalle und gegenüber von ihm die Residenz.
Dann war da noch der ‚Bazar‘, der damals oder jetzt, das Haupteinkaufszentrum der Münchner war.
Und links am Ende des Platzes stand das Siegestor.
In einer kleinen Seitentür ihm gegenüber in den Schatten gedrückt stand Vandenberg zusammen mit Val’Kara.
Tr’Kovath war direkt auf dem Dach der Halle postiert, auch um ihnen im Zweifelsfall den Rückzug zu sichern.
Von Mort konnte er nichts erkennen, da sich dieser der direkten Gruppe um Hitler anschließen wollte, wenn sein Plan aufgehen sollte.
 
Man hörte zwar schon die ersten Marschierer, aber die Marschkolonne selber war noch nicht zu sehen.
Aber in nahezu jedem Fenster und auf jedem Balkon standen Schaulustige, die sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen wollten.
Und sie würden, wie Howy natürlich wußte, auf ihre Kosten kommen.
 
Nur die Mitglieder der Picard wußten, daß sie hier in diesem Moment bei einem der Schlüsselereignisse der Weltgeschichte dabei waren, denn auch wenn dieser Putsch zunächst in einer Niederlage endete, so war er doch der Beginn des unaufhaltsamen Aufstiegs Hitlers zur Macht.
 
Tatsächlich waren aus der Richtung des Wehrkreiskommandos schon Schüsse zu hören, wo Röhm mit etwa 400 Genossen das Gebäude besetzt hatte. Er hoffte auf Unterstützung von sympathisierenden militärischen Einheiten, die aber nie kamen.
Regierungsloyale Verbände der Reichswehr und der Bayerischen Landespolizei versuchten dort, die Putschisten zu vertreiben oder gefangen zu nehmen, wobei auch schon die ersten zwei von denen erschossen wurden.
 
Alle Mitglieder der Picard hatten ein Schutzfeld um sich errichtet, denn die Luft würde auch hier auf dem Odeonsplatz recht bleihaltig werden.
Die anderen Zuschauer aber machten einen recht sorglosen Eindruck. Sie erwarteten ein ordentliches Spektakel, über das man hinterher im Bierkeller prima diskutieren konnte.
 
Aus der Richtung des Siegestores hörte man nun die Marschierer herankommen. Sie sangen Kampflieder und die Nationalhymne.
Und es war schon eindrucksvoll, wie viele sich entschlossen hatten, Hitler zu unterstützen.
Den Quellen nach waren es etwa 3000, was Howy bestätigen konnte, auch wenn er natürlich keine Chance hatte, die Marschierer tatsächlich zu zählen.

Die Meisten trugen Altagskleidung, aber es gab eine ganze Reihe Männer in SA-Uniformen, die bewaffnet waren, diese liefen rechts und Links von zwei Männern, die den Zug anführten: Hitler und General Ludendorff, beide in Zivil.
 
Zumindest die Männer in den ersten Reihen trugen Hakenkreuzbinden um den Arm und viele schwenkten die Fahnen der Nazis.
Und an einigen Häusern entfalteten sich jetzt ebenfalls Fahnen.
Es war offensichtlich, daß die Unterstützung durch die Bevölkerung groß war.
 
Einer der SA-Männer direkt neben Hitler war Johann Mooseder alias Mort, wie Howy inzwischen deutlich erkennen konnte.
Neben ihm Hitlers persönlicher Leibwächter Ludwig Graf.
 
Dann plötzlich erschienen etwa 130 Mann der Landespolizei aus einer kleinen Seitenstraße, die sogar eine Kanone und Maschinengewehre in Stellung brachten, und riegelten den Platz ab.
 
Ludendorff befahl den Putschisten in die Perusastraße und dann in die Residenzstraße abzuschwenken, wobei sie weiterhin lautstark patriotische Lieder sangen, wie ‚Die Wacht am Rhein‘.
 
Ein größerer Kordon von Polizisten sperrte die Residenzstraße, um den Zug nicht durchzulassen, aber die Demonstranten durchbrachen diese Linien, ohne daß es zu Gefechten kam. Sollten die etwa auch unter den Beamten Sympathisanten haben?
 
 
==========  12.45 Uhr ==========
 
Howys Scanner fiepte, und als er darauf sah, stellte er fest, daß Gerschoni in der Nähe sein mußte. Aber so sehr er sich auch bemühte, er konnte ihn nicht erkennen.
Er meldete das umgehend Vandenberg, der dieses Signal auch schon bemerkt hatte.
„Stellung halten! Falls er auftaucht, unschädlich machen. In dem Gedränge wird kaum jemand deine Waffe bemerken, zumal ja Niemand so etwas kennt und eben als Waffe identifizieren kann.“
 
Konnte es sein, daß Gerschoni sich ebenfalls getarnt hatte.
Er wußte nicht, ob dieser einen Holo-Emitter mitgenommen hatte.
 
In einer der anderen Seitenstraßen sah er jetzt Reiterei der Polizei sich formieren, die mit Lanzen ausgerüstet waren.
„Gute Güte! Die wollen die Sache aber auch mit aller Gewalt beenden,“ zischte Howy.
 
Dann fiel ein einzelner Schuß und unser Navigator sah, wie einer der Polizeiführer zusammenbrach. Irgendjemand hatte auf ihn geschossen.
Und als er etwas genauer hinsah und eine elektronische Sichtverstärkung, die auf seine Augenlinsen gesetzt war, aktivierte, sah er ihr Crewmitglied, und es war offensichtlich, daß dieser geschossen hatte.
In den Analen würde später stehen, der Schütze sei unbekannt.
 
Howy überlegte, warum er das getan hatte, denn auch Gerschoni wußte über den tatsächlichen Ablauf des Ereignisses, und er wußte ebenfalls, daß es genau dieser Schuß war, der das Desaster heraufbeschwor.
 
Das hatte er, um kein Risiko mit der Ereignislinie einzugehen, selber provoziert, denn er wollte das entstehende Chaos nutzen, um an Hitler heranzukommen und seinen Plan in die Tat umzusetzen.
 
Howy verlor ihn in dem entstehenden Gedränge aus den Augen und meldete das auch an Vandenberg, der wohl jetzt versuchte, Gerschoni zu folgen.
 
Und dann begannen sich die Ereignisse zu überschlagen.
Die Polizisten knieten nieder und eröffneten das Feuer gezielt auf die vorderste Linie der Demonstranten.

(Hier wird Mort aus seiner Sicht weiter erzählen)

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  Griff in die Geschichte / Log 11/ NPC/XO
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Oct-Sat-2019, 01:16 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

Erde / Südtunesien
 
Der Sandsturm hatte sich größtenteils gelegt, doch waren die Luft und der Horizont noch immer in einen orange-gelben Nebel getaucht, durch den die untergehende Sonne golden leuchtete.
Sokar hatte den Tag im Schatten und Schutz eines Felsvorsprungs verbracht. Meditierend ,reflektierend und das Bohrnetz überwachend. Jetzt war der Abend gekommen und es wurde Zeit Marlow, welcher in einem Hitzeschutzzelt schlafend verbracht hatte, zu wecken. Er sollte die Nachtschicht absolvieren.
Laut den Daten der Bodensensoren würde man noch mindestens 2 Nächte benötigen, um genügend Material zu sammeln, da es sich als notwendig erwiesen hatte, tiefer zu bohren, als gedacht. Und die Zeit drängte, buchstäblich.
Sokar begab sich in Richtung des Zeltes, doch zu seiner Überraschung befand sich Marlow weder im Zelt, noch in der mitgebrachten Sanitäreinheit. Halb verwehte Fußspuren vom Zelt eine Düne hinauf waren eindeutig Marlow zuzuordnen. Und das bedeutete Probleme. Sokar blieb nichts anderes übrig, als ein Überlebenspack und einen Phaser aus dem Zelt zu nehmen und den Spuren zu folgen.
Es war schon außergewöhnlich, dass sich Marlow, während eines Sandsturmes, auf eine Exkursion begeben hatte. Und das während seiner Dienstzeit und ohne Sokar vorher zu informieren. Und selbst das Survival Pack war im Zelt verblieben. 
Die Spuren zogen sich gut 2 km die Düne hinauf und in einen Wadi-ähnlichen Kessel. Dort tauchten plötzlich weitere Spuren auf. Diese neuen Fußabdrücke stammten deutlich erkennbar nicht von den adaptiven Sohlen der Sternenflottenstiefel, sondern von mehreren unterschiedlichen, sehr weichen Sohlen. Es fanden sich auch diverse Schleifspuren, sowie Marlowes Sonnenschutzkappe auf dem Boden. Eindeutig Kampfspuren, Was also war hier vorgefallen? Was konnte man aus den Spuren lesen?

<Sie scheinen etwas zu suchen, mein Herr?>
 
Die Stimme gehörte zu einer von 3 Personen, welche hinter Sokar, scheinbar aus dem Nichts des gelben Nebels aufgetaucht waren. Und obwohl sich der Sprecher alle Mühe gab, einen leicht französischen Akzent 8in seinem Englisch zu imitieren, konnte Sokar mühelos heraushören, dass es sich bei dem Sprecher um einen Iren handeln musste. Auch ohne Übersetzer. Sokar beschloss, sich langsam und vorsichtig umzudrehen.

So: In der Tat. Sälam meine Herren

Die 3 Neuankömmlinge boten ein interessantes Bild. 2 Einheimische standen mit schussbereiten Waffen, scheinbar älteren britischen Enfield-Gewehren vor Sokar, doch die dritte Person war höchst interessant anzusehen: Er trug eine verschlissene Uniform eines Sergeanten der Fremdenlegion, bar jedes Rangabzeichens. Sein Gesicht trug eindeutig die Zeichen jahrelangen Aufenthalts in der Wüste, doch seine roten Haare, welche unter seinem Kopfschutz hervorlugten und die eher ungewöhnliche Art, wie er diesen gebunden hatte, wiesen daraufhin, dass er der Sprecher mit dem gespielten Akzent war. Und er wandte sich auch gleich an Sokar.
 
PD: Man trifft hier selten einen Menschen und schon gar nach einem Sandsturm. Es sei denn, dieser jemand sucht etwas, oder jemanden. Ach ja, ich vergaß meine Manieren, mein Name ist Dubois, Pierre Dubois. Und mit wem habe ich das Vergnügen?
So: Sokar, Reginald Sokar ist mein Name.
PD: Soso. Und was macht ein Reginald Sokar so einsam hier draußen? Scheinbar einsam?
So: Nun, ich suche etwas.
PD: Etwas? Wohl eher jemand. Wissen Sie, es ist schon außergewöhnlich innerhalb von 5 Stunden hier 2 Ausländer zu treffen. Finden Sie nicht auch?
 
Dubois Stimme begann, einen leicht drohenden Unterton anzunehmen.

PD: Dürfte ich also noch einmal wissen, was Sie hier, im Gebiet meines Stammes zu suchen haben?
So: Ihres Stammes?
PD: Ich habe mich dieser Leute angenommen und kümmere mich ein wenig um ihre Organisation.
So: Dann sind Sie ein Abgesandter der Regierung?
 
Dubois begann schallend zu lachen.
 
PD: Regierung? Pah! Wir regieren uns hier selbst. Und damit zurück zu meiner Frage. Was treiben Sie hier? Nein, lassen Sie mich raten. Sie sind entweder ein Spion, obwohl Sie dann der größte Trottel von Spion wären, den ich je gesehen habe, oder Sie sind einer jener professionellen Grabräuber, welche die Kulturgüter dieses Landes für ausländische Museen rauben und sich dann Archäologen schimpfen. Oder Sie gehören zu den Prospektoren für den Eisenbahnbau. Wie Ihr Mitarbeiter behauptet hat, welchen Sie hier offensichtlich suchen.
So: Ms. Dubois, ich versichere Ihnen…
PD: Keine Sorge Mister Sokar. Wären Sie ein Spion, hätten Sie jetzt bereits eine Kugel im Kopf.

Sokar musste feststellen, dass hier nur ein Spiel mit offenen Karten erfolgsversprechend war.

So: Sie sprachen von meinem Mitarbeiter?
PD: Ja, er hat sogar Ihren Namen erwähnt, obwohl der Sie nicht Reginald Sokar, sondern nur Captain Sokar nannte. Klingt nach militärischem Dienstgrad. Sind Sie eventuell einer dieser Flyboys des Royal Air Service, welche hier ab und an einmal abstürzen und verdursten? Tja, wie auch immer. Die Wüste verzeiht keine Fehler. Und Ihr Mitarbeiter, wie hieß er noch gleich, ach ja Markow, nun er wäre aufgrund eines Fehlers beinahe beim Allmächtigen gelandet.
So: Und was soll da passiert sein?
PD: Es gibt in dieser Gegend viele üble Gestalten. Und so ein Schlag auf den Kopf kann gefährlich werden. Wie gut, dass die Leute meines Trupps hier draußen waren. Wir haben uns Markows angenommen, seine Verletzungen behandelt und ihn als Gast in unserem Camp aufgenommen.
So: Ich danke Ihnen dafür.
PD: Das meinte Ms. Markow auch. Er meinte, Sie würden sich angemessen bedanken.
So: Wenn Sie Geld wollen…
 
Wieder lachte Dubois, doch diesmal mit deutlich gehässigem Unterton.

PD: Was soll ich mit Geld hier draußen? Nein, mir schwebt etwas anderes vor. Mir und jenem Manne, welchem ich diene. šaiḫ Abrk-al Hallam.
So: Und was schwebt Ihnen da so vor?
PD: Wir sind seit 2 Jahren unterwegs. Und diese 2 Jahre sind nicht ohne Spuren an uns vorüber gegangen. Vor allem an unseren Beziehungen zu den anderen Stämmen. Man neidet uns unseren Reichtum. Hafi, der Enkel des šaiḫ wurde vor 4 Tagen beim Hüten der Kamele angeschossen und sein Vater durch einen Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Wir konnten des Täters habhaft werden und sein Kopf verfault in der Wüste, doch das nutzt dem Jungen nichts. Er wird sein 10. Lebensjahr nicht erleben, wenn Allah kein Wunder wirkt. Die Wunde scheint brandig zu werden und ich habe keinerlei modernen Medikamente, die dem entgegen wirken würden. Aber ich habe gehört, dass in Europa so etwas geben würde und just in diesem Augenblick tauchen Mr. Markow und Sie, Ms. Sokar auf. Wenn das mal kein Wunder ist?
So: Und wie sollte ich Ihnen da helfen?
PD: Archäologen oder Prospektoren haben immer eine größere Organisation hinter sich. Ein Basiscamp. Und da sollte es doch ein leichtes sein, Medikamente und einen Arzt oder Chirurgen aufzutreiben.
So: Und wenn nicht?
PD: Dann wird Hafi sterben und es könnte es passieren das der šaiḫ in seiner Trauer, nach seinem Sohn auch noch seinen Enkel zu verlieren, Mr. Markow die Schuld für seinen Verlust gibt. Der šaiḫ ist sehr impulsiv. Also, tun Sie es für den Jungen und für Mr. Markow. Sie haben 24 Stunden. Suchen Sie mich nicht. Das würde Ihnen und Ms. Markow schlecht bekommen. Kommen Sie mit dem Arzt und den Medikamenten in 24 Stunden wieder hierher. Keine Minute später! Und keine Sorge, Ms. Markow läuft nicht weg. Er ist sozusagen ortsgebunden. Elaleqa!
 
Dubois warf Sokar eine Flasche Wasser zu, dann begaben er und seine schweigenden Begleiter sich wieder zurück in die jetzt vollständige Dunkelheit einer stauberfüllten Wüstennacht.
 
-------------------------------------------------------
Ortswechsel:
 
Erde/Europa /Deutschland/München / Odeonsplatz /9. November
 
Die erste Vorhut von Hitlers Truppe war auf dem Platz erschienen, grotesk gespreizt marschierend und sich ausführend als ob sich schon an der Macht währen. Doch dies interessierte Vandenberg nur am Rande. Sein Blick schweifte immer wieder über den Platz um Gerschoni zu finden. Oder irgendetwas, was auf sein Vorhandensein hinweisen würde. Doch da war nichts festzustellen. Die gesamte Mission steckte in einer Sackgasse und die Crew drohte scheinbar Teil der Geschichte zu werden, was noch viel gefährlicher als Gerschonis Präsenz war.
Das Gröhlen von Hitlers Parteigängern wurde lauter, der Zug schien sich weiter zu nähern. Val'Kara fluchte leise auf romulanisch. Ihre Nerven schienen, seit dem Vorfall am Tage zuvor, zu vibrieren. Genauso wie Vandenbergs als Taschenuhr getarnter Kommunikator vibrierte. Vandenberg zog ihn heraus und blickte scheinbar gelangweilt auf die Schrift, die sich im Emitterfenster entfaltete.
 
####################################

Von: Sokar:
An: Team 2 / Va
 
Typ:Textnachricht
Betrifft: Med. Sondersituation an Einsatzort 2
 
Es wird Doktor D´Varo (!) hier benötigt. Alleine (!) Dringend. Zeit: ETA +2h.
Grund: Marlow. Situation gemäß Szenario 4/24. Senden Sie Dr D´Varo mit chirurg. Feld-Ausstattung und Grundmedikamenten zu mir. Wichtig: Stichwort: Gedächtnisminus.
 
S. Ende

####################################
 
Das war eine schöne Bescherung.
Doktor Valkara, welche die Worte mitgelesen hatte, sprang auf.

VK: Ich packe meine Sachen und beame sofort zu Captain Sokar.
 
Vandenberg schüttelte den Kopf.
 
Va: Sie bleiben hier. Der Captain hat explizit nach Doktor D´Varo verlangt.
VK: Ich bin genauso qualifiziert wie Doktor D´Varo. Ich gehe!
Va: Doktor, ich warne Sie!
VK:Auf medizinischem Gebiet bin ich ranghöher und Sie können mir gar nichts befehlen.
Va: Ich habe keine Zeit mit Ihnen zu streiten. Hier geht es nicht um med. Belange sondern um eine eindeutige Anweisung des Captains. Entweder Sie gehen jetzt rüber, übernehmen den Beobachtungsplatz von Doktor D´Varo und schicken Sie hierher, oder Sie sind die längste Zeit DCMO gewesen und können sich stattdessen in Frühpension begeben.. Ist das jetzt klar?
VK: Das würden Sie nicht wagen!
Va: Wollen Sie wetten?  Es ist mein Ernst! Mediziner hin oder her!
 
Valkara schloß ruckartig ihre Jacke und stapfte zu Nalae davon. Diese erschien 2 Minuten später. Sie grinste breit.
 
Na: Was haben Sie denn mit Doktor Valkara angestellt? Sie sieht aus wie eine genickte Primel.
Va: Derzeit haben wir keine Zeit für geknickte Primeln: Doktor ich habe neue Befehle für Sie.
 
Vandenberg hielt Nalae den Kommumikator vor die Nase.
 
Na: Khetcha, das ist Ernst!
Va: Allerdings.
Na: Szenario 4/24..das bedeutet Entführung und med. Notfall in einem. Und Gedächtnisminus kann nur eines bedeuten: Gedächtnislöschung. Ich hole mein Zeug.
Va: Vegessen Sie Ihre Waffe nicht!
Na: Mr. Tr'Kovath wird mich begleiten.
Va: Negativ Doktor. Sie gehen alleine, Der Captain hat verlangt, dass nur Sie und explizit Sie zu ihm kommen.
Na: Aber…

Va: Ich brauche Tr'Kovath hier! Sie werden beim Captain benötigt!
Na: Und wenn hier etwas passiert?
Va: Ist Doktor Valkara hier.
Na: Das kann ja heiter werden.!
Va: Sind Sie noch nicht weg?
Na: Schon gut. Ich eile.
Va: Und nicht vergessen! Nur Sie begeben sich zum Captain, niemand anderes.
Na: Sie wollen mich wohl los werden?
Va: Nein, aber der Captain hat seine Gründe, Sie alleine anzufordern. Also?
Na: Na wenns denn sein muss. Aye Aye Sir.
 
Nalae eilte zu einer abgelegenen Gasse von wo aus Sie sich ungesehen zur Picard und dann zu Sokar beamen lassen konnte.
 
Das Trampeln von im Gleichschritt marschierenden Stiefeln übertönte jetzt alle Geräusche. Der Haupttrupp von Hitlers 'Bataillon' war auf dem Platz erschienen.

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  Zwischenlog 22 Richard von Rabenstein
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Oct-Mon-2019, 09:00 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Auf Epsilon Eridani / Raumhafen ***

Richard von Rabenstein und Dani, der mit hundeähnlicher Treue an ihm hängende Terraner aus Galubs Verbrecherbande, hatten die "Clover 13" nach längerer Vorbereitungszeit verlassen und waren ohne Probleme durch die Einreisekontrollen des Imperiums geschlüpft. Das war weniger der Perfektion von Richards Holomaske zu verdanken, die den Scannern dennoch sofort aufgefallen wäre, sondern dem kleinen Köfferchen erlesenster Drogen, das bei den Kontrollen den Besitzer wechselte. Metaphysiologische Aufputschmittel waren etwas, das immer ging in diesen Zeiten, oder besser noch: gerade in diesen Zeiten der Trübsal und Tristesse...
Der blankpolierte Rumpf eines in der Nähe stehenden Gleiters spiegelte Richards neues Erscheinungsbild: Ein unauffälliger Allerweltsanzug, darüber ein unauffälliges Allerweltsgesicht mit braunen Augen, Schnurrbart und schütterem dunklen Haar. Wer mochte Dani bei seinen Programmierkünsten die Anregungen gegeben haben? Nun, das war gleichgültig, Hauptsache, das Gesicht stand auf keiner Fahndungsliste!
 
"Da drüben ist dieser Kerl wieder!" brummte Dani und zog den Kopf zwischen die Schultern, während er an seiner portablen Wasserpfeife sog.

"Wer?"

"Dort an der Ecke! In der Mönchskutte! Ich hab den schon hier lungern sehen, seit wir angekommen sind. Glaub, der hat uns im Visier!"

Einer von LaSalles Spionen? Der Inquisitor entsann sich des Mordkommandos auf dem Schrottplaneten. Galub und seine Crew mögen nicht wissen, wer ich bin, aber-- Seine Gedanken brachen ab. Oder wissen sie es und verhandeln über meinen Preis? Er fühlte sein Herz plötzlich rascher schlagen und sah sich nervös zu Dani um. Hatte er vielleicht...? Nein, das ist absurd. Wenn sie mich verkaufen wollten, säße ich eingesperrt auf der "Clover"! Er atmete tief durch. Und dieser Kerl da? Nein, wenn sich LaSalle nur noch solche Schergen leisten konnte, die so offensichtlich nervös waren, dann war ohnehin nicht viel zu erwarten! Er machte kehrt und schritt zielstrebig auf den dicken Mann in der Kutte zu.

Der Mönch zuckte sichtbar zusammen.

„Ich hörte, Sie haben Interesse an unserem Schiff?“ fragte Richard gerade heraus. Der andere Mann hatte Angst, das konnte er jetzt deutlich spüren. Nein, ein Kopfgeldjäger oder Spion war er nicht… oder zumindest keiner von der erfahrenen Sorte. Vielleicht aber einer, der sich eine kleine Pfründe verdienen wollte…

„Ihr sollt einen jungen Terraner an Bord der Clover haben. Den ihr vielleicht … verkaufen wollt?“

„Wir dealen nich mit Lustsklaven,“ mischte sich Dani ein und schnüffelte an seiner kleinen Pfeife.

Der fette Mönch hustete. Auf seiner Stirn glänzten kleine Schweißtropfen. Dann fischte er aus seiner Tasche einen Holochip und flüsterte kaum hörbar: „Diesen Mann suche ich.“

Richard sah in das etwa drei Jahre alte Konterfei seiner selbst. „Hm. Interessant. Die Kirche verbietet die Kopfjagd, das weißt du doch, Mönch?“

„Ja. Jaja, natürlich.“ Er wischte sich mit der Hand über die schweißbedeckte Stirn, ehe er murmelte: „Es ist immens wichtig, dass ich ihn finde!“

Das kann ich mir vorstellen! „Hast du ein Breviatus von Großinquisitor LaSalle?“

Der Mönch zwinkerte. „Ja, na klar.“ Erwiderte er dann wenig überzeugend.

„Nun, dann kannst du ihm bestellen, dass der Gesuchte bei uns durch die Luftschleuse gewandert ist. Mangelnde Obödienz.“ Einen Sekundenbruchteil zu spät merkte Richard, dass seine Wortwahl seinem Outfit nicht angemessen war. Aber der Mönch war so geschockt ob dieser Worte, dass er diesen Faux pas gar nicht bemerkt hatte.

„Tot? Richard von Rabenstein ist tot? Und … haben Sie… Beweise?“

Der Inquisitor angelte nach dem Amtsring, der an einem Lederband um seinen Hals hing und hielt ihn dem perfiden kleinen Handlanger und Pfründenjäger unter die dicke Nase. „Glaubst du, dass hätte er freiwillig abgegeben? – So und jetzt mach‘ dich weg und lungere nicht länger an unserem Schiff herum! Das ist geschäftschädigend!“

„Genau!“ pflichtete Dani bei. „Die Kunden denken sonst, wir haben was mit der Inquisition zu tun!“

Ohne dem Mönch weitere Aufmerksamkeit zu gönnen, bestiegen die beiden Männer eines der öffentlichen Transportmittel in Richtung des Archives der Inquisition.

 
*** Archiv der Inquisition ***

Richard war vor knappen zehn Jahren einmal hier gewesen und erinnerte sich noch an den groben Aufbau des Gebäudes.

"Keine Sorge," sagte Dani, während sie die Schwebebahn verließen und auf das flache, von einer neobarocken Kuppel überwölbte Archiv zuhielten. "Ich hab' alles im Griff. Das Virus wird die Sicherheitssensoren gerade lang genug abschalten, dass Sie durch die Sperren kommen, Pater Ricardus."

Wie kann ein Mensch so begabt mit Computern und so beschränkt in den alltäglichen Dingen sein?!"Ich habe dir hundertmal gesagt, verwende nicht meinen Namen!" zischte er zurück.

"Die heiligen Engel werden Sie beschützen!"

"Wir wollen ihnen aber nicht noch mehr Arbeit bereiten, als sie ohnehin schon haben." Sie näherten sich dem Hauptportal, einem großen, aus weißem Marmor gemauerten Bogen mit den Insignien der Inquisition. Hinter ihm betätigte Dani eine Fernsteuerung, die den gestern über einen orbitalen Datenhub eingeschleusten Virus aktivierte und Richard betätigte die Meldeanlage.

"Raphael Toureaux, Subassistent des Koadjutors des Fürstbischofs von Luzern," stellte er sich vor.

+Grund Ihres Besuches?+

"Nachforschungen über häretische Umtriebe innerhalb der Marssiedlungen. Sekundäres Jurisdiktionsgebiets des Fürstbischofs von Luzern."

Ein kurzes Prickeln überlief ihn und signalisierte den Tiefenscan. Mit nur Nanosekunden Verzögerung löschte Danis Virus die empfangenen korrekten Daten und ersetzte sie durch das falsche Profil, bevor sie zur Überprüfung weitergeleitet wurden. Als die Pforten des Archivs sich öffneten, glitt ein feines Lächeln über die Lippen des Inquisitors. LaSalle, wenn du wüsstest, dass ich hier bin, quasi vor deinen Augen, in deinen heiligen Hallen... und mit Gottes Hilfe dabei, ein Mittel zu finden, dich zu vernichten...

Dani blieb draußen auf dem Gelände zurück und wartete auf seinen weiteren Einsatz. Während Richard sich über Laufbänder und Rolltreppen durch weiße, lichtdurchflutete Flure mit gewölbten Decken und den ab und an leuchtenden Informationsterminals bewegte, spürte er, wie sehr er dies alles vermisst hatte in den letzten Jahren. Diese Helle, die Sauberkeit, die Klarheit, die Stille!
Er betrat den Hauptsaal des Archivs - ein klassischer Raum in Lesesaaloptik mit großen Pseudofenstern, aus denen künstliches Licht hereinfiel und Gemälden an der Wand, die die Großtaten der Inquisition bei der Wissensbewahrung feierten.
Die großen Server, die dieses Wissen speicherten, standen mehrere Stockwerke tief unter diesem ätherischen Saal. An einer geschwungenen Theke, die auf einem Band blauen Lichtes zu schweben schien, wurde ihm ein Arbeitsplatz zugeteilt. 

"Falls Sie etwas zu kopieren wünschen, erteilen Sie bitte einen Auftrag. Die File wird ihnen dann umgehend zugestellt," sagte der Angestellte. "Unautorisiertes Kopieren wird nach Archivgesetz Paragraph 4 Absatz 23 bestraft und hat sofortiges Erlöschen der Rechercheprivilegien zur Folge."

"Selbstverständlich. Vielen Dank."

Viele Besucher hatte das Archiv seit dem Krieg gegen die Borg nicht mehr. Außer Richard arbeiteten nur noch zwei weitere Personen an ihren Terminals. Er setzte sich, aktivierte die holographische Tastatur und den Bildschirm.

Alles ist hier, unter meinen Fingerspitzen.... alle Informationen... Geheimakten, Konferenzprotokolle, Korrespondenz-Zweitschriften... Ein Schauder der Vorfreude durchlief ihn. Die Besessenheit, Wissen über alles und jeden in der bekannten Galaxis zu sammeln, war einer der Grundpfeiler der modernen Inquisition. Wissen war Macht. Wissen ermöglichte, aus dem Hintergrund die Fäden zu spinnen und zu ziehen, jene dem Ruin zu überantworten, die man ihm überantworten wollte und jene zu erheben, die man als nützlich betrachtet. Wissen war der Motor des Seins, der Galaxis! Eine der Lektionen, die ihm Valentinian Constantius eingehämmert hatte. Leider hast du sie selbst nicht gut genug beherzigt... sonst hättest du vom Coup des Großkanzlers gewusst anstatt ihm ins offene Messer zu laufen...

Richard loggte sich mit dem an der Theke erhaltenen Code ein und kopierte über eine spezielle Linse im Auge alles, was ihm vielversprechend erschien in den dafür erweiterten Speicher seines Holofilters.

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  Griff in die Geschichte Log 10 Mort Caldred
Geschrieben von: Sokar - Oct-Sat-2019, 06:34 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

*** Im Hotel ***
 
Dr. Val'Kara war zu ihnen hinunter gebeamt und hielt - wie ihrem Naturell entsprechend - den beiden Rihannsu zuerst eine Vorlesung über unverantwortliches und unangemessenes Verhalten, ehe sie ihrer Tasche Medikamentenkapseln und Hypospray entnahm. "Habe ich nicht immer wieder vor Außeneinsätzen gepredigt, dass alle, ausnahmslos ALLE fremden Speisen vorher auf Kompatibilität zu prüfen sind? Aber nein, in ein Ohr rein, aus dem anderen raus, nicht wahr? Das Abenteuer lockt und --"
 
"Nun machen Sie mal halblang," brummte Nalae. "Es war eben einfach die Verlockung des Augenblicks."
 
"Ja, die Verlockung des Augenblicks, die hat Eva auch in den Apfel beißen lassen!" kommentierte Vandenberg aus dem Hintergrund, erntete aber aufgrund der Unkenntnis terranischer Religionsmythologie bei den übrigen Anwesenden nur verständnislos Blicke.
 
Mort saß gegenüber im Sessel, ließ den Blick über die seiner Meinung nach gruslige Tapete schweifen und dachte über sein eigenes Problem nach, das den Namen Olaf Dierckson trug. Mit dem Gesicht eines berühmten Rennfahrers herum zu laufen, zu dem der Name im gefälschten Pass nicht passte war nicht gerade der Weg, unauffällig seine Mission zu erfüllen. Da musste etwas getan werden, und zwar schnell. Daher hatte er vor einer knappen Stunde an das Zimmer D'Varos und Tr'Kovaths geklopft, um den CEO um eine Umprogrammierung des Holofilters zu bitten. Gefunden hatte er zwei Häufchen Elend, die sich am terranischen Essen der Vergangenheit vergiftet hatten. Nun, er war schon immer der Meinung gewesen, dass die humanoiden Spezies diesbezüglich überempfindlich waren...
 
Tr'Kovath sah schon etwas weniger blass um die Nase aus. Vielleicht konnte er sich ja bald an die Arbeit machen. Mort zog aus Langerweile den Tricorder und prüfte nach Gerschoni. Nichts! Der Kerl musste sich irgendwo aufhalten, wo der Scanner nicht durchdringen konnte...
Plötzlicher Lärm vor den Fenstern rissen den Sicherheitschef aus seinen Überlegungen. Da schrie jemand um Hilfe!
Er sprang auf. Auch Vandenberg war schon am Fenster, und gemeinsam lugten sie durch die Gardine. Unten gab es ein Handgemenge zwischen drei Leuten. Ein Messer blitzte im Licht der Straßenlaterne. Das Opfer wurde gegen die Wand gestoßen, einer der Männer angelte in dessen Jackentaschen.
 
"Raubüberfall," zischte Mort und presste die Zähne aufeinander, dass es knirschte. Hier einfach zusehen zu müssen war nicht so seine Art. Andererseits durften sie sich in den Ablauf der Zeitlinie nicht einmischen und --
Der Angegriffene sackte zu Boden und hinterließ eine Blutspur an der Mauer.
 
"Was für eine barbarische Zeit!" entrüstete sich Val'Kara, die unbemerkt neben Vandenberg und Mort getreten war.
 
"Hatten Sie da irgendwelche Zweifel?" Der XO wandte sich ab.
 
"Ich muss da runter und dem armen Kerl helfen! Ich kann doch nicht einfach tatenlos zusehen, wie er da verblutet! Das verbietet mein Eid!" Val'Kara war schon an der Tür.
 
"Doc, ich befehle Ihnen--"
 
"Auf medizinischem Gebiet bin ich ranghöher und Sie können mir gar nichts befehlen!"
 
Mort wollte sich ihr in den Weg stellen, aber die Ärztin war draußen und mit zwei Schritten auf der Hintertreppe. Zwei leicht angetrunkene Hotelgäste versperrten dem Sicherheitschef den Weg. Da zur Seite stoßen und hinter ihr hersprinten keine gute Option war, grinste er die anderen Gäste gequält an und murmelte nur: "Kleine Meinungsverschiedenheit mit meiner Frau."
 
 
*** Etwas später ***
 
Dr. Val'Kara richtete sich mit einem Seufzer auf und schüttelte den Kopf. "Ich konnte nichts mehr für ihn tun, mit meinen beschränkten Mitteln hier. Auf der Picard, ja, aber hier..."
 
Vandenberg musterte den toten Mann vor ihr, die Blutflecke im Bett und auf dem Boden. "Sie hätten sich überhaupt nicht einmischen sollen. Jetzt haben wir einen Toten im Hotelzimmer und sehr wahrscheinlich gleich Polizei auf dem Hals."
 
"Reden Sie noch mal über unverantwortliches Handeln!" fauchte Nalae giftig von ihrem Sofa in Richtung Val'Karas. "Pah!"
 
"Nun." Bei Val'Kara obsiegte ihr logisches vulkanisches Erbe. "Gestorben wäre der Mann so oder so, ob unten oder hier oben. Also die Zeitlinie wurde nicht weiter beeinflusst. Spuren wie Fingerabdrücke und Blut kann ich problemlos entfernen - auch den Toten selbst, mit einem genügend großen Phaserenergiestoß. Ihre Besorgnis ist unbegründet, Mr. Vandenberg."
 
Mort betrachtete das Gesicht des Überfallopfers. Nichts Spektakuläres, wie es schien. Sicher kein berühmter Rennfahrer oder Schauspieler.... "Was wäre, wenn ich mir sein Konterfei ausborge?" wandte er sich an Tr'Kovath. "Ist das machbar?"
 
Der Romulaner nickte und Nalae nuschelte etwas von "Null Pietät."
 
"Aber prüfen Sie vorher, ob das nicht doch irgendeine Berühmtheit inkognito war!"
 
Tr'Kovath stand mit noch etwas weichen Knien auf, zückte seinen Tricorder für einen Gesichtsscan und anschließende Überprüfung der Datenbank. "Aber ich sage Ihnen gleich, aus dieser Zeit gibt es nur sehr lückenhafte Quellen. Deshalb hat mein Holoprogrammierer wohl auch diesen Rennfahrer -- Oh. Oh-ha." Der Rihanha sah auf. "Ich schätze, dass Sie Ihre Wahl noch mal überdenken sollten, Mr. Caldred."
 
"Wieso, wer ist es diesmal?"
 
Tr'Kovath hielt ihm den Holoauszug einer zeitgenössischen Tageszeitung unter die Nase. "Johann Mooseder. SA-Mann. Sollte eigentlich morgen beim Marsch auf die Feldherrnhalle sterben."
 
Mort las die Übersetzung des Artikels, der die morgigen Ereignisse beschrieb. Aufruhr in München. Der Marsch der bewaffneten Nationalsozialisten und ihrer Gefolgsleute durch die Stadt, das Eingreifen der berittenen Staatspolizei. Schusswechsel. Ergebnis: 16 tote Putschisten - darunter Mooseder, und einige tote Polizisten. Hitler selbst verschwunden.
 
Tr'Kovath sichtete die dem alten Zeitungsartikel beigegebenen historischen Erklärungen aus der Datenbank. "Zuerst wurde Hitlers Leibwächter getroffen, fünf Kugeln," fuhr er fort. "Als er fiel, warf sich Mooseder ins Schussfeld, was Hitler das Leben rettete."
 
"Und jetzt wird er sich nicht mehr ins Schussfeld werfen können - Hitler stirbt und wir haben eine enorme Zeitliniendivergenz, ganz ohne Gerschoni!" Vandenberg schnaufte und schritt durchs Zimmer.
 
"Oder Gerschoni war der Mann mit dem Messer."
 
"Egal." Mort straffte sich zu seiner vollen Größe. "Wir sind hier, um die Zeitlinie verlaufen zu lassen, wie sie verlaufen ist, korrekt? Also werde ich Mooseders Gesicht tragen morgen."
 
"Das ist vollkommen irre!" ließ Nalae verlauten.
 
"Das ist die logischste Lösung."
 
"Da muss ich ihm Recht geben," pflichtete Val'Kara Mort bei.
 
"Ich bin Karyaner, ich bin jedem dieser Humanoiden körperlich überlegen, ich werde mein portables Schutzfeld tragen - mir kann nicht wirklich etwas passieren."
 
Einen Moment lang herrschte Schweigen.
"Es ist ... irgendwie abscheulich, wenn ich mir vorstelle, dass Sie eine solche Person retten sollen..." murmelte Nalae. "Nach allem, was ich die letzten Stunden von diesem Demagogen gesehen und gelesen habe..."
 
"Ich rette keine Person, sondern die Geschichte. Und unsere Zukunft, Doc."
 
 
*** Nächster Tag / 9. November ***
 
Überall in der Stadt standen Gruppen diskutierender Menschen, wurden Reden geschwungen. Neugierige säumten die Straßen. In den geöffneten Fenstern drängten sich Leute. Sie alle warteten auf das, was zahlreiche letzte Nacht geklebte Plakate verkündeten: den Sturz der bayerischen Regierung und einen Marsch nach Berlin, um auch dort die ungeliebten Machthaber zu entfernen. Die einen Redner prophezeiten den Untergang, die anderen sahen die glorreiche Rettung am Horizont aufziehen. Gegen Mittag hatte sich ein etwa 3000 Leute umfassendes 'Bataillon' von Nationalsozialisten in Bewegung gesetzt, Hitler und sein engster Kern an Getreuen vorneweg, die Hakenkreuzflagge über ihren Köpfen.
Die Mitglieder des Aussenteams hatten sich an strategischen Punkten rings um den Odeonsplatz eingefunden - mit Ausnahme Morts, der mit unterwegs war. Laut einer kurzen Meldung schlossen sich immer mehr Münchner dem Zug an und die Stimmung wurde immer aufgeheizter.
 
Vandenberg und Val'Kara standen in der Nähe einer Litfassäule, Tr'Kovath, der seit seiner Tal'Shiar-Ausbildung über eine Scharfschützenlizenz verfügte, hatte sich auf einem Hausdach eingenistet. Howy stand am Schaufenster eines Zigarrenladens. Alle scannten nach Gerschoni und waren vorbereitet, ihn außer Gefecht zu setzen.
 
"Werter Herr? Werte Dame? Hätten Sie vielleicht eine Mark übrig?" Ein dürrer, zerlumpter Mann stand vor Val'Kara und Vandenberg. "Für mich und meine Kinder? Ich bin schon so lange ohne Arbeit... nicht, dass ich nicht will, aber es gibt eben nichts..."
 
Vandenberg drückte dem Bettler einige Scheine in die Hand. "Wenn ich Sie wäre, würde ich schleunigst nach Hause verschwinden. Es sieht nach Regen aus."


[Bild: mort.jpg]

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  Short Treks
Geschrieben von: Sareth - Oct-Wed-2019, 12:18 PM - Forum: *** Star Trek und Sci Fi im TV und Kino *** - Keine Antworten

Von den Short Treks war ich ja voriges Jahr schon begeistert.

Jetzt ist die neue Staffel gestartet, angefangen mit "Q & A", das den ersten Tag von Mr. Spock auf der Enterprise schildert (also, wie er als Ensign an Bord kommt). Wirklich gut, auch wie da ganz subtil die Entwicklung der Serie vom 1. Pilotfilm zum 2. mit eingebracht wurde. Wir erinnern uns, dass ja zuerst "Number One" die kühle, logische Person sein sollte, und erst, als das Studio eine Frau als XO nicht wollte, diese Charaktereigenschaften auf Spock übertragen wurden.

Einziges Prob, das ich immer noch hab: in welchem leeren Hyperraum verkehren diese Turbolifte???

Ansonsten wie gesagt, sehr schön, auch das Schiffsdesign. Ich konnte sogar einige der bunten "Bonbonknöpfe" auf der Brücke erkennen.

Der nächste Short Trek soll von Tribbles handeln.... =)

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  Griff in die Geschichte Log 9 - Nalae
Geschrieben von: Nalae D'Varo - Oct-Tue-2019, 09:38 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

NRPG: Ich habe mich jetzt mal um das Hitlerzeug ein bisschen drumrumgeschrieben. 
1. Siehe Nalaes Argumentation im Log (meiner Meinung nach wäre jede Abweichung von der Geschichte, die in Zeitungen stehen könnte und dann auch in Geschichtsbüchern schwierig, ehrlich gesagt würde ich ungerne etwas schreiben worin ich mir nach eingehender Überlegung nicht sicher bin.)

2. Ich wollte nicht die ganze Zeit sowas extrem Hitler-zentriertes schreiben, also ich persönlich brauchte da mal etwas Auflockerung um ehrlich zu sein

3. Ich überlasse euch die Entscheidung, ob Mahan und Nalae am nächsten Tag wieder einsatzfähig sind Ultragrins

------

„So, jetzt habe ich aber erstmal die Schnauze voll von Nazi-Emblemen“, sagte Nalae und entledigte sich der Armbinde. 

„Die Veranstaltung war ja mal voll der Reinfall.“

„Hätte man sich ja denken können, dass Mr. Gerschoni heute seinen Plan nicht in die Tat umsetzen wird. Andererseits mussten wir ja sichergehen“, antwortete Mahan.

„Wir sollten bedenken, dass es beim morgigen Marsch zu einer Schießerei kommen wird“, warf Mort ein.
„Zu diesem Zweck sollten wir von der Picard mobile Schildemitter anfordern. Es wäre unserer Mission nicht zweckdienlich, wenn jemand von uns durchlöchert wird.“

„Ein guter Vorschlag“, sagte Vandenberg.

„Wir werden uns morgen um 12 Uhr erneut hier einfinden und am Marsch auf die Münchner Feldherrnhalle teilnehmen. Ich gehe stark davon aus, dass Gerschoni den Moment der Eskalation nutzen wird um Hitler – wie auch immer – den Garaus zu machen. Wie genau er sich das vorstellt, wird wohl bis zum Schluss offen bleiben.
Fürs erste sollten wir uns zurück zu unserem Unterschlupf begeben.“

„Wir können nur hoffen, dass wir auf dem Rückweg von Ausweispapier-Fanatikern verschont bleiben“, schnaubte Howy während sie sich an das altertümliche Gefährt begaben.

„In jedem Fall wird mir wieder furchtbar übel!“, sagte Nalae, die ihren Hut festhielt während das Gefährt mit lautem Knattern und Knallen über die Straßen rumpelte.

Es dauerte nicht lange, da war das fast schrottreife Gefährt beim Unterschlupf der Truppe angelangt. 

„Mir wird echt unwohl, wenn ich an morgen denke“, sagte Nalae.

„Jake darf überhaupt nichts machen, rein gar nichts darf mit der Zeitlinie intervenieren. Selbst wenn wir es verhinderten, könnte es Auswirkungen auf das folgende Geschehen haben. Nehmen wir einmal an, irgendetwas passiert, egal was – wir wissen ja trotzdem nicht, ob sich das eventuell auf Hitlers Denken oder Handlungen auswirkt. Oder das eines anderen. Wir können ja schließlich nicht in die Zukunft gucken!“, bemerkte sie mit einem Augenrollen, während sie sich die Schuhe von den Füßen riss um selbige mit einem Hautregenerator zu behandeln. Die Ärztin seufzte erleichtert auf, als die Blasen endlich verschwanden.

„Das Schlimmste an dieser Mission sind wirklich die Schuhe!“

„Vandenberg an Picard. Fünf Leute zum Hochbeamen“, sprach der XO in seinen Kommunikator und betätigte ihn erneut, als er feststellen musste, dass keine Verbindung zustande kam.

„XO Vandenberg an Picard. Hören Sie mich? Verdammt.“

„Keine Verbindung?“, wollte Howy wissen.
„Ich verstehe das nicht, es gab keinerlei Schwierigkeiten bis jetzt“, entgegnete Vandenberg.

„Wenn wir Pech haben, müssen wir uns über Nacht irgendwo einquartieren.“

„Och nöö. Ich habe mich so auf mein Bett gefreut“, ließ Nalae vernehmen. „Auch das noch!“

Doch kein Mitglied des Außenteams war darin erfolgreich, die Picard zu kontaktieren.

„Wir müssen wieder in die Innenstadt und eine Übernachtungsmöglichkeit finden“, beschloss Vandenberg.

„Immerhin sind wir so in der Nähe des Geschehens.“

„Wir haben wenigstens genug Geld um uns so richtig was zu gönnen“, sagte Mort und zog einen Haufen Scheine aus seiner Hosentasche.

Die Truppe steuerte ein großes Gebäude in der Innenstadt an, dessen Interieur einen nur in bloßes Erstaunen versetzen konnte.

Man sah sich üppigen Verzierungen an Wänden und errichteten Säulen gegenüber, Ornamenten an der hohen Decke, glitzernde Kronleuchter schienen auf die fünf herab, die sich im Marmorboden widerspiegelten.
Große Wendeltreppen offenbarten sich, die mit ebenfalls reich verzierten und fein gearbeiteten Geländern in die höheren Stockwerke des Hotels führten.

„Sie wünschen?“, fragte der Portier und musterte das Außenteam demonstrativ, während er seinen Zwicker dabei festhielt.

„Wir benötigen eine Unterkunft für die Nacht, genauer gesagt...“, begann Vandenberg.

„Oh, das tut mir sehr leid, aber wir sind vollkommen ausgebucht. Voll-kommen!“, erwiderte der Portier.

Mort trat wortlos hervor und angelte den Batzen Scheine aus seiner Westentasche.

„Ist das genug?“

„Wieviele Zimmer benötigen Sie?“


In einem der Hotelzimmer

Nalae setzte sich schwungvoll auf die Matratze des üppigen, verzierten Doppelbettes und drückte sie prüfend.
„Nicht so rückenfreundlich wie die auf der Picard, aber durchaus sehr annehmbar für eine Nacht!“, schlussfolgerte sie.
Nach einer kurzen Pause sah sie Mahan an, mit dem sie sich das Zimmer teilte.

„Denkst du das, was ich denke?“, fragte sie.

Mahan musterte sie, grinste und näherte sich ihr.
„Ich glaube schon“, sagte er und streckte seine Hände nach ihren aus, als sie sich plötzlich erhob.

„Ich habe unfassbaren Kohldampf! Ich muss dringend etwas essen, etwas Richtiges, Anständiges! Du etwa nicht?“

„Jetzt wo du es sagst...könnte ich auch einen Happen vertragen.“

Die Küche des Luxushotels bot eine reichhaltige Auswahl an Speisen an.

Nalae blickte sich in dem gewaltigen Speisesaal um, der sie erneut in Erstaunen ob seines Ausmaßes und seiner atemberaubenden Architektur versetzte.

Sie bewegte sich auf einen Tisch zu, an dem ein wohlbeleibter Herr recht lautstark und mit Geschwindikgkeit sein Abendmahl verzehrte.

„Entschuldigen Sie, werter Herr, was ist das?“, fragte Nalae.

Der Mann, um dessen breiten Hals eine Serviette gebunden war, sah von seinem Teller auf und starrte Nalae an, als würde er sehen, dass sie nicht von diesem Planeten stammte.

„Guade Frau, des is a Schweinshoaxen mid Sauerkraut“, antwortete er mit vollem Mund und wendete sich dann wieder seinem Mahl zu.

Die beiden hatten an einem der Tische platzgenommen und es dauerte nicht lange, da wartete der Kellner auf um die Bestellung entgegen zu nehmen.
Er schaute halbwegs entsetzt drein als er sah, dass Nalae ihr Essen selbst bestellte.

„Ich hätte gerne a Schweinshoaxen mit Saukraut“, sagte sie so seriös wie sie es nur fertigbrachte während sie versuchte, den Namen des so gut aussehenden Gerichtes aus ihrem Gedächtnis abzurufen.

„Sauerkraut, meinen Sie, meine Dame? Sehrwohl. Der Herr?“
„Ich nehme dasselbe.“

„Trinken?“

Nalae sah sich hastig im Saal um. Daran hatte sie nicht gedacht.

„Das, was dieser Herr dort trinkt“, sagte sie in ihrer Hilflosigkeit.

„Ein Hefeweizen“, murmelte der Kellner während er sich das notierte und mit einem inneren Kopfschütteln daran dachte, dass er schon seltsamere Touristen getroffen hatte.
„Dasselbe“, ließ Mahan vernehmen.

Etwa eine halbe Stunde später.

„Einfach großartig“, sagte Nalae kauend, „ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich jemals original deutsches Essen im 20. Jahrhundert genießen darf! Weißt du, Mahan, das kann ich mir nicht entgehen lassen. Ich habe da noch so etwas richtig Gutes in einer dieser Glasvitrinen gesehen, irgendwas mit Studel, das muss noch reinpassen!“


Wieder im Hotelzimmer.

„Mir ist heiß und übel“, sagte Nalae, die in voller Montur auf dem Bett lag.
Mahan seufzte.

„Ich habe das prophezeiht, du hast gerade für ein ganzes klingonisches Kampfgeschwader gegessen!“

„Es war so …. lecker.“

Mahan drückte Nalae eine Tasse Pfefferminztee in die Hand, bevor er sich seiner Stiefel entledigte.
„Ich weiß nicht, irgendwie ist mir auch übel“, gestand er.

„Ist es schlimm?“, murmelte Nalae in das Kissen.

„Es ist...“

Mit einem Rülpser verschwand Mahan im Badezimmer, in das Nalae ihm nur wenige Minuten später folgte.

„Mach platz, ich muss mich überg-" sie konnte den Satz kaum beenden und schubste Mahan in ihrer Hast ein Stück zur Seite - was ihn nicht daran hinderte, sich seines Mageninhalts zu entledigen.

Nalae suchte nach vollbrachter Tat den Tricorder aus ihrer Tasche.

„Ich glaube, wir vertragen dieses Fleisch nicht. Keine Ahnung, das von irgendeinem terranischen Tier. Wir haben gar keine Enzyme, um das zu verdauen“, stellte sie nach einem kurzen Scan fest.
„Und ich habe überhaupt keine Medikamente dafür hier!“

„Entschuldigen Sie die Störung, XO, aber es könnte ein wenig schwierig werden mit unserer Anwesenheit morgen“, funkte Nalae Vandenberg über den Kommunikator an.

„Die Begründung interessiert mich brennend“, entgegnete der XO.

„Durch unbekanntes terranisches Fleisch induzierte Diarrhö und Erbrechen“, antwortete Nalae.

„Ist das Ihr Ernst, Doktor?“

Nalae schluckte. „Ja, Sir“, gab sie von sich und versuchte, so wenig gequält wie möglich zu klingen.

Vandenberg war nicht amüsiert. Die Romulaner hatten sich mit guter Deutscher Hausmannskost den Magen verdorben und das einen Tag vor dem Marsch auf die Feldherrnhalle.

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  Griff in die Geschichte Log 8 Hohardus Edzardus
Geschrieben von: Hohardus Edzardus - Oct-Fri-2019, 03:01 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

==========  Abend des 8. November 1923 – Bürgerbräukeller  ==========
 
Alle waren sich einig, daß sie zu dieser Veranstaltung gehen müßten, denn sie vermuteten, daß auch Jake Gerschoni da auftauchen würde, denn die Teilnahme und eine Rede Hitlers war angekündigt worden.
 
Sie wußten aus der Datenbank, daß die Lage in Bayern extrem zugespitz war. Bayern hatte sich de facto von der Weimarer Republik getrennt und Hitler wollte diese Situation für sich ausnutzen und einen Putsch anzetteln.
Und dieser würde heute verkündet werden.
Hitler und General Ludendorf hatten diesen Zeitpunkt gewählt, weil sie sich sicher waren, zumindest große Teile des Offizierschorps in München und Bayern auf ihrer Seite stehen zu haben.
 
Es war nicht sehr weit bis zum Bürgerbräukeller. Und schon von Weitem stellten sie fest, daß es schwierig werden würde, überhaupt noch einen Platz im Saal zu bekommen.
Und von Gerschoni war weit und breit nichts zu erkennen. Die Scanner zeigten schlicht nichts.
 
„Trotzdem, der Kerl ist da drin oder kommt,“ stellte Howy fest. „Das dürfte eine der seltenen Chancen sein, in die Nähe Hitlers zu kommen. Wir müssen da rein!“
 
Das Team hatte sich noch schnell auf der Picard ein paar Nazi-Memorabilien herstellen lassen. So trugen alle jetzt Armbinden mit einem Hakenkreuz drauf und kleine Fähnchen.
Und als sich ihnen ein breitschultriger SA-Mann in den Weg stellte, machte das offensichtlich Eindruck, denn er ließ die kleine Gruppe unkontrolliert durch.
 
„Es ist ja kaum zu glauben,“ stöhnte Howy, „endlich mal keine Kontrolle und das Vorzeigen von irgendwelchen Papieren. Ich wüßte auch gar nicht, welche wir denn diesmal hätten vorzeigen müssen? Ein Parteibuch etwa? Gab es das denn damals … äh … heute überhaupt schon?
Irgendwie erinnert mich diese Zeit hier an einen alten Spruch: Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare! Formulare!“
 
Nalae lachte: „Ist doch egal. Die Hauptsache ist, daß unsere Ausstattung offensichtlich sehr überzeugend war und wir drinnen sind.“
 
Der Saal war ein Meer von Hakenkreuzflaggen und das Gedränge war unglaublich.
Nahezu alle Anwesenden trugen Insignien der NSDAP.
Und alle hatten einen Krug Bier in der Hand.
 
Howy grinste: „Ich denke, wir sollten uns ebenfalls mit so einem Glas bewaffnen, denn sonst könnten wir negativ auffallen.“
Er hatte schon ein paar dieser Geldscheine aus der Tasche gezogen, auf denen geradezu unglaubliche Summen standen, aber das erwies sich als unnötig, denn die Getränke wurden von der Partei gesponsert.
Von Jake war nirgends auch nur die kleinste Spur zu entdecken, und doch mußte er hier sein, da waren sich alle sicher.
 
Plötzlich wurde es grabesstill.
Ein Mann betrat das Podium am Ende des Saales.  Es war Gustav von Kahr. Er war nach der faktischen Loslösung Bayerns von der Weimarer Republik zum Generalstaatskommissar mit diktatorischen Vollmachten ernannt worden und hatte die Befehlsgewalt über die bayerischen Teile der Reichswehr.

Noch am 20. Oktober hatte er verkündet:
„Es heißt für uns nicht: Los von Berlin! Wir sind keine Separatisten. Es heißt für uns: Auf nach Berlin! Wir sind seit zwei Monaten von Berlin in einer unerhörten Weise belogen worden. Das ist auch nicht anders zu erwarten von dieser Judenregierung, an deren Spitze ein Matratzeningenieur (Anm.: damit war Reichspräsident Friedrich Ebert gemeint) steht. Ich habe seinerzeit gesagt: In Berlin ist alles verebert und versaut, und ich halte das auch heute noch aufrecht.“

Er stand aber einem Putschversuch Hitlers skeptisch gegenüber und forderte in seiner Rede die Anwesenden auf, sich zurückzuhalten und die Entwicklungen in Bayern abzuwarten.

Da plötzlich wurde die Saaltür aufgerissen und Hitler, Ludendorf, Göhring und weitere Typen stürmten herein.
Hitler zog eine Pistole und schoß in die Decke, daß der Putz rieselte, um sich Aufmerksamkeit zu schaffen, was ihm natürlich gelang.
 
Nalae hatte sich ein wenig an Mahan gekuschelt um sich sicherer zu fühlen, außerdem standen sie dicht bei Mort, denn er schaffte es, sich trotz des Gedränges von etwa 3000 Menschen ein wenig Raum zu verschaffen.
Seine Muskeln waren ja unter dem Holobild auch nicht zu erkennen.
 
Howy grunzte: „Wenn es hier jetzt eine Schlägerei gibt, sehen wir alt aus ohne irgendwelche Schutzfelder um uns herum.
Das ist ja wie im Holodeck ohne Sicherheitsprogramme.
Man stelle sich mal vor, ich würde hier jetzt um mein bißchen Leben kommen? Was wäre dann mit der Picard in ferner Zukunft?“
 
Vandenberg hob die Braue: „Ich denke, die würde im Zweifelsfall auch ohne Sie fliegen.“
 
„Sehr beruhigend,“ bemerkte Howy, sich dann aber doch wieder auf die Ereignisse konzentrierend, wobei Alle versuchten, die Massen zu beobachten, um Jake eventuell rechtzeitig entdecken zu können. Aber bisher vergeblich.
Wollte er vielleicht erst einmal die Lage peilen und dann vielleicht morgen zuschlagen?
 
Inzwischen trieb Hitler Kahr und zwei weitere Männer, die Howy nicht identifizieren konnte, in ein Nebenzimmer, und er erinnerte sich nicht daran, über die Geschehnisse dort in der Datenbank etwas gelesen zu haben, aber er hatte sich auch nicht derart tief in die Materie versenkt, wie er zugeben mußte.
 
Kurz darauf tauchten die Leute wieder auf, und Kahr und die beiden anderen forderten die Menge auf, den für morgen geplanten Staatsstreich zu unterstützen und auf dem Odeonsplatz zum großen Marsch auf die Feldherrnhalle zu erscheinen und dem deutschen Volk zu zeigen, was der Wille eben dieses sei!
Hitler und Ludendorf standen hinter den Dreien und lächelten maliziös, denn sie waren vom Erfolg ihrer Aktion überzeugt.
 
Deutschland lag nach dem großen Krieg in Scherben. Das Gros der Kohlenproduktion des Rheinlandes und des Saarlandes ging als Reparationen nach Frankreich.
Die Arbeiter dort waren aufgestanden, aber alles war vergeblich gewesen, denn die Politiker der Weimarer Republik hatten sie im Stich gelassen. Jedenfalls fühlten sie sich so.
Massenarbeitslosigkeit herrschte in allen Teilen des Landes und eine Hyperinflation tat ihr Übriges, um die Unzufriedenheit der Bevölkerung anzufachen und nach Alternativen zu suchen.
Davon gab es eigentlich nur zwei: Die von den Kommunisten unter Karl Liebknecht vorgeschlagenen Reformen, die durchaus auch ein wieder erstarktes Großdeutschland vorsahen und die Forderungen Hitlers, der einen Nationalen Sozialismus versprach.
 
In dem Parteiprogramm von 1920 hatte er Dinge versprochen, die natürlich auch und gerade bei der Arbeiterklasse auf fruchtbaren Boden fielen.
 
Das Alles sprach das Gefühl der Menschen, die bis über die Ohren im Dreck steckten, mehr als nur an.
Sie sahen und erlebten ‚das süße Leben‘ der Reichen, wo immer sie hinsahen.
Abends sahen die großen Städte aus, als habe es den Krieg nie gegeben. Überall Lichter, feiernde Menschen und Jubel, Trubel, Heiterkeit.
 
Sie hatten ihren Kopf in den fürchterlichen Grabenschlachten an der Marne hingehalten, während die Bonzen da oben lachten, feierten und schwelgten.
 
Sie erlebten tagtäglich, wenn sie denn zu den Glücklichen zählten, die Arbeit hatten, daß das Geld, das sie am Schichtende ausbezahlt bekamen, schon am nächsten Morgen nichts mehr wert war.
 
Niemand kümmerte sich um die vielen verwundeten Heimkehrer, die die Straßenränder bettelnd bevölkerten.
Niemand merkte mehr als die heimgekehrten Soldaten, daß der ‚Dank des Vaterlandes‘ nur eine leere Worthülse war, während eine bestimmte Kaste Menschen ungeheuer vom Krieg profitiert hatte.
 
Aufstände waren häufig, und die Politik hatte als einzige Antwort darauf das Zusammenschießen der Demonstranten, wie es in Berlin, Altona oder anderswo geschehen war.
 
Und da kam ein Mann wie Hitler, der sich damit brüstete, NUR 'ein einfacher Frontsoldat‘ gewesen zu sein und auch ein begnadeter Redner war, der dem Volk auf’s Maul schaute und in der Lage war, dessen Gefühle anzusprechen, gerade richtig, um ihnen wieder Hoffnung zu geben.
 
Daß dabei auch die Juden angegriffen und als Schuldige des Desasters genannt wurden, wollte man nicht wirklich wahrhaben oder glaubte es.
 
Gerade war die sozialistische Bayerische Regierung unter Eisner gescheitert und die Bayerische Räterepublik zusammengeschossen worden, und die Bevölkerung forderte die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung auch mit totalitären Mitteln.
 
Und Hitler versprach genau dieses.
 
Folgende Punkte des Parteiprogramms von 1920 waren besonders beliebt:
 
- Gemeinnutz geht vor Eigennutz.
- Einziehung der Kriegsgewinne
- Verstaatlichung der Banken
- Gewinnbeteiligung an Großbetrieben
- Bessere Altersversorgung
- Kommunalisierung der großen Kaufhäuser zugunsten von Kleinbetrieben
- Vergabe öffentlicher Aufträge
- Eine Bodenreform
- Die Todesstrafe für Wucherer und Schieber
- Bildung für Alle
- Förderung des Sports
- Ein besserer Kinder- und Mütterschutz
- Verbot der Jugendarbeit
 
Im Saal kochte die Stimmung.
Alles brüllte und forderte die Vernichtung der Regierungen, egal ob in Bayern oder in ganz Deutschland.
Man ließ Hitler und Ludendorf hoch leben und versprach Gefolgschaft bis in den Tod und die Teilnahme am morgigen Marsch und bis zur endgültigen Machtergreifung durch Hitler.
 
Und dann erhob auch dieser das Wort an die Anwesenden, und Howy mußte sich eingestehen, daß er schon ziemlich fasziniert war, auch wenn er wußte, welches Leid dieser Mann letztlich über das deutsche Volk und die Welt bringen würde. Reden konnte der Mann, wie nur Wenige. Frei und mit einem Pathos, das die Gefühle der Anwesenden tief traf.
 
Ein altes Omchen neben unserer Gruppe zitterte: „Ich wußte es! Er ist der Messias! Er ist zurückgekommen! Halleluja!“
 
Howy blickte skeptisch auf die alte Dame.
War es möglich, daß man so ergriffen sein konnte? Daß man derart gläubig diesem Rattenfänger zujubelte?
Aber dann erinnerte er sich an seine eigene Faszination noch vor wenigen Minuten.
Er versuchte, sich in die Situation der Menschen dieser Zeit hineinzuversetzen, die natürlich nichts von den zukünftigen Ereignissen wissen konnten. Irgendwie konnte er sie schon verstehen.
 
Vandenberg signalisierte Allen, sie sollten den Saal verlassen und sich draußen bei der Litfaßsäule sammeln, um zu beratschlagen, was nun zu tun sei.
 
Ein Anschlag auf Hitler hatte nicht stattgefunden, obwohl sie fest davon überzeugt waren, daß Jake dagewesen sein mußte, denn er konnte nur erfolgreich sein, wenn er die richtige Situation und die beste Gelegenheit nützen würde.
Und da könnte der morgige Marsch der idealen Hintergrund sein, denn in dem wahrscheinlichen Tohuwabohu würde er sicherlich unerkannt entkommen und die Tat auf Sicherheitskräfte schieben können.
 

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  Griff in die Geschichte Log 7 Sokar / Mort
Geschrieben von: Sokar - Oct-Thu-2019, 06:14 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

*** Erde / Südtunesien ***
 
Die Sonne neigte sich gen Horizont und ließ die Ausläufer der Sahara in einem kraftvollen Orange erglühen, während Gestrüpp und Felsformationen tiefschwarze lange Schatten warfen. Sokar dachte an Vulcan. Die Szenerie erinnerte ihn beinahe bis ins Detail an einen Park in der Nähe seiner Heimatstadt. Selbst die blaue Färbung des Himmels löste sich mehr und mehr in orangeroten Tönen auf und der Geruch von heißem Sand erfüllte die Luft. Eine trügerische, verlockende Vertrautheit ging von alldem aus. Hatte er deshalb darauf bestanden, Randy Marlow zu begleiten? Sokar rief sich zur Ordnung. Heimatgefühle waren fehl am Platz.
Dies ist nicht Vulcan, und vor allem: dies ist nicht meine Zeitperiode! Ich bin hier, um meine Arbeit zu tun, und nicht, um in der Schönheit der Landschaft zu versinken!
 
Er hob den Koffer mit dem Werkzeug auf und stieg in die kleine Felsgruppe hoch, die sich dunkel in der Nähe erhob. Einige Meter vor ihm kletterte bereits Marlow. Sie waren vor einer viertel Stunde herunter gebeamt, um einen Teil der hier befindlichen kleinen Uranlagerstätte - die erst im 21. Jahrhundert ausgebeutet werden würde - zum sicheren Transport vorzubereiten.
 
Unter einem kleinen Felsüberhang blieb Marlow stehen und blickte ein weiteres Mal auf seinen Tricorder. "Hier ist es günstig. Mehrere Gesteinsadern, die eine geringere Dichte als die Umgebung aufweisen. Hier können wir bohren und die Fragmentierer einbringen." Mithilfe der Fragmentierer würde es ihnen möglich sein, den entsprechenden Teil der Lagerstätte soweit von seiner Umgebung zu trennen, dass er verlust- und gefahrenfrei von der Transportereindämmung erfasst und direkt in das kraftfeldgeschützte Areal auf der Picard gebeamt werden konnte. An Bord des Schiffes arbeitete ein kleines Team unterdessen am Aufbau der Raffinerie-Einrichtung, die das Uran soweit aufbereiten sollte, dass es der Rekristallisierung des Dilithiums dienen konnte.
 
Sokar hatte die ersten beiden Mikrobohrer auf das Gestein gesetzt und ihre Halterung aktiviert. Mit einem leisen Surren saugten sich die kleinen Maschinen auf dem Untergrund fest. Mittels eines haarfeinen Laserstrahls würden sie in die Tiefe vordringen und anschließend Nanosonden ausschleusen, die die energetische Absperrung und Markierung vornehmen sollten. Jeder einzelne Bohrer wurde anhand der Sensorscans von der Picard auf seine korrekte Positionierung überprüft.
 
"Nummer Sechs 1,5 cm weiter nach rechts," sagte Sokar, und Marlow entfernte ein Büschel hartnäckigen Grünzeugs aus einer Felsritze, um den Bohrer an der Stelle einrichten zu können. Bald hatten sie zwanzig Mikromaschinen auf dem Gestein befestigt.
 
"Es wird schätzungsweise vier Stunden dauern," erklärte Marlow. "Aber wir sollten den Prozess überwachen. Machen wir es uns gemütlich."
 
"Das wäre unklug," entgegnete Sokar. "Es kommt ein Sandsturm."
 
Marlow konsultierte seinen Tricorder. "Woher--"
 
"Die Vulcanier sind eine Wüstenspezies. Es war evolutionär von Vorteil, Gefahren wie Sandstürme frühzeitig erkennen und sich bergen zu können. Wir haben einen speziellen Ohrrezeptor, der Änderungen im Luftdruck wahrnimmt und die Erhöhung der Sandpartikel in der Luft können wir mit der Nasenschleimhaut erfassen."
 
"Sie können einen Sandsturm riechen?!"
 
"Nun - ja, wenn Sie es so vereinfachen wollen. Aber wir sollten eine Schutzplane über die Bohrer breiten."
 
"Ja, auf jeden Fall!" Der CEO rappelte sich auf und machte sich an seinem Koffer zu schaffen. "Hoffentlich wird es nicht allzu heftig. Bin kein sonderlicher Freund von Sandstürmen... Ah, hier ist sie!" Er förderte ein handliches Paket zu Tage.
 
 
*** Währenddessen in München ***
 
Howy hatte es tatsächlich geschafft, das alte Auto bis in die Innenstadt zu manövrieren. Mort fühlte sich wie nach einem Hindernis-Testflug. Nur der geringen km/h-Zahl, die dieses vorsintflutliche Vehikel schaffte, war es wohl zu verdanken, dass sie keine Unfallopfer produziert hatten und dass sie selbst unbeschadet geblieben waren!
 
Quietschende Bremsen, ein heftiger Ruck, der ihn gegen Dr. D'Varo und ihren Hut drückte und saftige Flüche katapultierten Mort aus seinen Überlegungen in den Augenblick. Vor ihnen stand ein wuchtiger Lieferwagen voller metallfarbener Kannen auf der Ladefläche. Die Dinger erinnerten ihn irgendwie an Warpplasmacontainer.... aber das war natürlich nicht möglich.
 
Der Fahrer des Lieferwagens erging sich in einer Schimpfkanonade, aus der Morts Translator lediglich "Vorfahrt", "Ochse" und "Sonntagsfahrer" herausfiltern konnte, was immer die letzten beiden Worte bedeuten mochten.
 
Vandenberg versuchte den Streit zu schlichten, aber schon war ein uniformierter Ordnungshüter erschienen, und in seinem Schlepptau die unvermeidlichen Schaulustigen. Aus dem Augenwinkel sah Mort unterdessen, wie zwei Halbwüchsige einige der Milchkannen vom Transporter stahlen.
 
"Kann ich mal Ihre Papiere sehen?!"
 
Diese Zeit ist wirklich besessen von irgendwelchen 'Papieren'! dachte Mort. Wieso haben sie nicht eine ID-Karte, wo ALLES draufsteht, bei den  Dämonen von Urama!
 
Der leicht nervöse Howy zeigte allerlei vor, was er in den Taschen hatte, auch eine der neu replizierten hochzahligen Banknoten - was der Ordnungshüter etwas unfreundlich zur Kenntnis nahm.
 
Was ist nun wieder ein 'Führerschein'? überlegte Mort. Er entsann sich, beim Briefing gehört zu haben, dass man Adolf Hitler später als 'Führer' betitelte, aber das war noch ein paar Jahre hin. Trotzdem - ging es vielleicht um eine Art Parteibuch???
 
"Da muss ich Sie leider bitten, mit auf die Wache--"
 
"Meine Güte! Is des ned Olaf Dierckson?" kreischte plötzlich eine Frauenstimme.
 
Mort sah, wie sich eine junge Dame an dem Polizisten vorbeidrückte, den Blick unverkennbar auf ihn gerichtet. Hinter ihr drängten zwei weitere Damen. "Ohja, Minna, recht hast! Das ist er!"
 
"Meine Damen, ich muss Sie um Ordnung--"
 
"Aber Herr Wachtmeister! Lassen's uns doch! Erkennen's denn ned, da im Wag'n is der Dierckson, der berühmte Rennfahrer!"
 
"Ist mir egal, auch wenns Seine Heiligkeit wär--"
 
Mort stellte fest, dass der Holotechniker an Bord der Picard, der seine 'zeittypische' Holomaske kreiert hatte, sich offenbar bedenkenlos an einem historischen Konterfei aus der Datenbank bedient hatte. Ehe ihn eine der Verehrerinnen erreicht hatte, hing ihm geistesgegenwärtig Dr. D'Varo um den Hals, was die irdischen Damen zurück schrecken ließ.
 
Dann wandte sich die Ärztin mit ihrem süßesten Lächeln an den Polizisten. "Herr Wachtmeister, wenn Sie vielleicht heute, nur heute, eins ihrer wachsamen Augen zudrücken würden? Es war meine Schuld, dass unser Fahrer nicht aufgepasst hat. Es soll sicher nicht wieder vorkommen..."
 
Tatsächlich schaffte sie es, Auto und Insassen loszueisen.
 
"Ich entdecke ja ganz neue Talente bei Ihnen," brummte Vandenberg, während sie vorsichtig wie nur irgend möglich in eine Nebenstraße einbogen, um ihr Vehikel dort abzustellen.
 
"Man muss anpassungsfähig sein," kommentierte sie. "Und noch etwas, während wir dort eben standen, habe ich rasch ein Plakat gescannt, das gegenüber an der Hauswand hing." Im Schutz des Wagens entfaltete sie das Hologramm. 'Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei' war das Pamphlet überschrieben und darunter stand in altertümlich wirkenden Buchstaben 'Freiheit und Brot'."
 
"Eine Parteiversammlung."
 
"Und wir wissen auch wann und wo: nämlich heute in ... knapp 2 Stunden im Bürgerbräukeller!"

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  Zwischenlog 21 - Anselmus
Geschrieben von: Hohardus Edzardus - Oct-Wed-2019, 01:02 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

==========  An Bord der ‘Golden Empress’  ==========
 
Anselmus bekreuzigte sich: „Heiliger Herr Jesus, steh‘ mir bei!
Wie kommst du zu dem Kreuz, du romulanische Hure?
Wo hast du es geklaut, um mich jetzt kirre zu machen?
Aber das wirkt bei mir nicht, denn ich bin ein Mann Gottes und werde dir schon das Maul stopfen, wenn das nicht schon der Herr Jesus tut.
Und du behauptest getauft zu sein, du spitzohriges Miststück?
Und dann noch vom Großinquisitor persönlich!“
 
Die Romulanerin zögerte einen Moment:
„Ich darf es dir nicht sagen, aber ich mußte Folgendes wiederholen:
‚Credo in unum Dominum Jesum Christum, filium Dei, qui propter nos homines et onmes creaturas viventes excendit de eterno. 
Credo in Ecclesiam unam solam sanctam, serva Dei vivi, credo in unam baptismam in remissionem peccatorum et vitam eternam‘
Reicht dir das, du ungewaschener verlauster Dreckwanst?
Nimm lieber endlich deinen lächerlichen Köter aus meiner Nähe, sonst könnte ich ihn treten.“
 
Anselmus schnappte nach Luft und brauchte einen Moment, sich zu erholen.
Die Romulanerin hatte den Taufspruch fehlerfrei und dann noch auf Latein rezitiert.
Woher sollte die das wissen?
Wer sollte es gewagt haben, eine dieser teuflischen Wesen zu taufen und damit zu einer Christin zu machen?
Er zögerte: „Vom Großinquisitor La Salle?“
Warum sollte der das getan haben?
Aber sie antwortete nicht.
Es schien tatsächlich so zu sein, daß sie eine Glaubensgenossin und damit eine zu schützende und zu unterstützende Person war.
Eine Romulanerin! Kaum auszudenken!
Aber sie war nun mal in sein Leben getreten, und er mußte ihr helfen, was seine Christenpflicht war.
 
„Was machst du hier an Bord?“ fragte er. „Ich habe dich bisher nicht gesehen?“
 
„Mein kleines Schiff ging kaputt, und dieser Äppelkahn hat mich gerettet. In letzter Minute. Und jetzt bin ich hier und wurde gleich von deinem Köter angegriffen und fast verspeist.“
 
„Herodes würde niemals Jemanden fressen. Und erst recht keine Romulanerin. Da würde er höchsten Magenkrämpfe von kriegen.“
 
„Ach ja? Ich bin diesem Monster wohl nicht gut genug?“
 
Anselmus grinste: „Na ja, er hat schon einen guten Geschmack, wenn es ans Fressen geht, und Romulaner stehen nicht auf seinem Speiseplan.
Und? Wo willst du jetzt hin?“
 
„Hab ich da die Auswahl? Ich denke, ich werde erst einmal dahin müssen, wohin dieser Kahn fliegt.
Wohin geht denn die Reise, wenn ich fragen darf?“
 
„Nach Epsilon Eridani, falls dir das etwas sagt?“
 
„Keine Ahnung. Was wollen die denn da?“
 
„Ich will da auch hin. Das ist ein Außenposten der Inquisition.“
 
Anselmus bemerkte, daß die Romulanerin etwas weniger grünlich wurde, und er wußte ebenso, daß das bei Romis bedeutete, blaß zu werden.
Aber er ließ sich nichts anmerken, allerdings nährte das seine Zweifel, daß mit dieser Dame alles koscher sei.
Konnte sie eine gut trainierte Agentin sein, die sich in das Zentrum der Inquisition einschleichen wollte, aus welchem Grund auch immer?
Wollte der Talshiar etwa eine der Säulen des Imperiums schwächen oder gar zum Einsturz bringen?
Allerdings könnte er Hilfe gebrauchen, egal, woher diese auch kam, und vielleicht war sie ja genau die Hilfe, die er benötigte, um Rabenstein zu finden?
„Vielleicht verrätst du mir mal deinen Namen, mein Kind? Als Christen im Namen des Herrn werden wir zusammenhalten müssen.
Mein Name ist Anselmus. Bruder Anselmus.“
 
„Nalae. Nenn mich Nalae. Aber sag bitte deinem Hund, daß er mich endlich in Ruhe läßt.
Der irritiert mich mit seinem Angestarre.“
 
Anselmus gab seinem Hund einen Befehl, worauf er sich erst einmal hinlegte, nicht aber ohne die Dame weiterhin im Auge zu behalten.
 
„Er wird dich jetzt in Ruhe lassen. Es sei denn, du hättest die Absicht, mir ans Leder zu wollen. Aber versuch nicht, ihn zu streicheln.“
 
„Nettes Hundchen. Habt ihr wenigstens eine ordentliche Kabine?“
 
„Ich glaube nicht, daß es auf dem Zwischendeck dieses Schiffes solche gibt. Aber wenigstens haben wir einen eigenen abgetrennten Bereich.“
 
„Dann zieh ich gleich bei dir ein, Bruder.“
 
„Um Gottes Willen. Das geht gar nicht. Ich bin ein Mönch unserer Mutter Kirche und lebe in strengstem Zölibat.
Da darf ich noch nicht einmal einen Raum mit einer Weibsperson teilen, erst recht nicht, wenn diese von Romulus kommt.“
 
„Nu hab‘ dich mal nicht so. Meinst du, ich will dir an die Kutte?
Etwas mehr Geschmack solltest du mir schon zutrauen.
Aber ich habe keinen Bock drauf, mit diesem Gesocks in einem Saal zu kampieren. He, Alterchen, nun hab dich mal nicht so.
Immerhin sind wir ja jetzt so etwas wie Partner im Glauben.
Ich schlaf auch auf dem Boden.“
 
„Das wirst du auch müssen, denn meine Koje gebe ich dir ganz sicher nicht.“
 
 
==========  Etwa 2 Wochen später  ==========
 
Die ‚Golden Empress‘ war jetzt im Anflug an Epsilon Eridanus oder besser dessen zweiten Planeten, der das Ziel Bruder Anselmus‘ war.
 
Nach etlichen Querelen, hatte er sich mit Nalae zusammengerauft und ihr sogar seine Koje abgetreten, da er ja grundsätzlich ein netter Kerl war und es als seine Christenpflicht ansah, aber ihr Verhältnis zu Herodes war immer noch eher gespannt, denn der fand das gar nicht gut, daß die jetzt bei ihnen schlief und überhaupt dauernd dabei war.
Allerdings war Nalae schlau genug, immer mal wieder etwas von ihrem Essen an den Hund abzutreten, was diesen etwas milder stimmte, zumal sein Herrchen das erlaubt hatte. Trotzdem bewegte sie keinen großen Zeh, ohne argwöhnisch von Herodes im Auge behalten zu werden.
Und wenn sie sich seinem Herrn zu nahe kam, ertönte ein tiefes Grollen aus seiner Kehle.
 
Aus dem Bordlautsprecher ertönte die Aufforderung, sich zum Ausschiffen bereit zu machen, da man in etwa 2 Stunden an der Außenstation andocken würde und die Passagiere in Transferboote umsteigen müßten.
 
Der Abt forderte Anselmus auf, zu ihm in seine Kabine zu kommen.
Dort deutete er auf das Gepäck und erwartete, daß Anselmus das Ganze tragen würde.
Und das war höllisch schwer.
Aber er hoffte, daß er im Schatten des Abtes weniger scharf kontrolliert werden würden. Er wollte auf gar keinen Fall auffallen, denn er war sich sicher, daß La Salle durchaus nach ihm suchen ließ.
Rabenstein würde ganz oben auf der Liste stehen, aber auch er war überzeugt davon, einen guten Platz weiter ober einzunehmen.
 
Mit Nalae war er übereingekommen, daß sie getrennt durch die Kontrollen gingen, denn er konnte ihr Dasein nicht wirklich begründen. Aber da sie eine gerettete Schiffbrüchige war, würde man sie schon durchlassen, es sei denn, sie stünde auch auf einer Fahndungsliste.
 
Allerdings befürchtete Anselmus ja selber, auf einer solchen zu stehen, möglichst noch mit Holofoto und allen sonstigen Merkmalen.
Und das könnte schon zu einem Problem werden, und er konnte ein Treffen mit Rabenstein endgültig begraben.
 
Er hielt sich bei der Kontrolle am Raumhafen dicht hinter dem Abt, und als man fragte, wer er sei, erklärte der Abt, das sei einer seiner Ordensbrüder und sei hier, um ihm zu dienen.
Womit er ja noch nicht einmal wirklich log, denn immerhin schleppte er gerade mindestens 50 Kilo.
Herodes beachtete Niemand.
 
Anselmus beglückwünschte sich ob der glücklichen Fügung des Schicksals, als es einen ziemlichen Lärm an der Nachbarstation gab, wo Nalae gerade durchwollte.
Irgendein übereifriger Beamte hatte Probleme mit ihrer Identität, aber unser Mönch konnte nicht genau verstehen, um was es ging.
Das war ihm eigentlich auch egal, denn er war sich sicher, daß er nicht wirklich traurig wäre, wenn sie wieder abhandenkommen würde, trotzdem fühlte er sich verantwortlich, griff aber nicht ein, da er kein Risiko eingehen wollte, zumal er schon durch die Kontrollen war.
 
„Wir werden im ‚Kloster zur jungfräulichen Empfängnis Marias‘ wohnen. Allerdings wird Nalae dort nicht direkt übernachten können, aber es gibt ein kleines Gästehaus, wo wir sie unterbringen werden,“ erklärte der Abt, und Anselmus war es recht so, zumal die Klosterinsassen mit Herodes offensichtlich kein Problem hatten.
 
Nalae hatte inzwischen wie auch immer ihr Einreiseproblem gelöst und traf auf die Beiden, als sie vor dem Taxistand standen und mit dem Fahrer einen Preis aushandelten, da das eine durchaus größere Strecke war.
Kurz danach erhob sich der Gleiter in Richtung des Klosters, nicht ohne daß der Abt den Wucherpreis des Kutschers auf die Hälfte reduziert hatte.
Offenbar kannte sich der mit den Preisen hier aus, so daß der Fahrer keine Chance hatte, ihn über’s Ohr zu hauen.
 
Und etwa eine halbe Stunde später luden sie ihr Gepäck beim Kloster aus und klopften an das Tor.

[Bild: anselmus2.jpg]

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Geschrieben von: Sareth - Sep-Mon-2019, 10:43 AM - Forum: *** Science News *** - Keine Antworten

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