| Hallo, Gast |
Du musst dich registrieren bevor du auf unserer Seite Beiträge schreiben kannst.
|
| Aktive Themen |
Federation communication ...
Forum: *** UFP ***
Letzter Beitrag: Robert Vandenberg
Oct-Fri-2026, 04:10 PM
» Antworten: 0
» Ansichten: 20
|
BdZ Log 19 - Sareth / NPC...
Forum: *** USS Jean-Luc Picard ***
Letzter Beitrag: Sareth
Oct-Fri-2026, 11:58 AM
» Antworten: 0
» Ansichten: 16
|
INN News - Eilmeldung
Forum: *** INN - Independent News Network ***
Letzter Beitrag: Richard von Rabenstein
Oct-Thu-2026, 09:25 PM
» Antworten: 1
» Ansichten: 13
|
BdZ Log 18 Varok / NPC's
Forum: *** USS Jean-Luc Picard ***
Letzter Beitrag: Varok
Oct-Fri-2026, 07:50 PM
» Antworten: 0
» Ansichten: 34
|
BdZ Log 17 / LaSalle
Forum: *** USS Jean-Luc Picard ***
Letzter Beitrag: Robert Vandenberg
Oct-Fri-2026, 11:13 AM
» Antworten: 0
» Ansichten: 39
|
BdZ Log 16 Varok / LaSall...
Forum: *** USS Jean-Luc Picard ***
Letzter Beitrag: Varok
Oct-Fri-2026, 02:08 AM
» Antworten: 0
» Ansichten: 35
|
BdZ Log 15 / LaSalle
Forum: *** USS Jean-Luc Picard ***
Letzter Beitrag: Robert Vandenberg
Oct-Thu-2026, 05:45 PM
» Antworten: 0
» Ansichten: 43
|
BdZ Log 14 Mort Caldred
Forum: *** USS Jean-Luc Picard ***
Letzter Beitrag: Richard von Rabenstein
Oct-Wed-2026, 11:18 PM
» Antworten: 0
» Ansichten: 45
|
Federation communication ...
Forum: *** UFP ***
Letzter Beitrag: Robert Vandenberg
Oct-Wed-2026, 06:44 PM
» Antworten: 0
» Ansichten: 19
|
BdZ Log 13 / NPC
Forum: *** USS Jean-Luc Picard ***
Letzter Beitrag: Robert Vandenberg
Oct-Wed-2026, 12:59 PM
» Antworten: 0
» Ansichten: 51
|
|
|
| ISDA Log 12 |
|
Geschrieben von: Sokar - Jul-Tue-2018, 01:43 PM - Forum: *** Spiegeluniversum ***
- Antworten (1)
|
 |
*** Lager der Freiheitskämpfer ***
Sokar hatte sich in seinen privaten Bereich zurück gezogen. Vor dem Eingang des schmalen Tunnels, der zu der etwas geräumigeren Höhle führte, postierte sich sein klingonischer Leibwächter - ein wirkungsvolleres Sicherheitssystem als so manche Elektronik. Denn diese war immer manipulierbar, wie Sokar selbst immer wieder unter Beweis gestellt hatte. Ein absolut ergebener und von der Sache fanatisch überzeugter Gefolgsmann aber war unbezahlbar.
Ist diese Romulanerin auch nur annähernd so verlässlich? Und die beiden Tr'Kovaths? fragte er sich, während er seine Arbeitsunterlagen ordnete. Mahan und Haddus, die vor zwei Tagen nach Starbase 245 abgesandt hatte, waren sicherheitshalber nicht nur mit einer neuen Identität, sondern auch einem zeitgebundenen Gift-Chip versehen worden, den nur er neutralisieren konnte. Sokar fand es bedauerlich, dass es solcher Versicherungen bedurfte - aber er konnte sich keine emotionalen Schwachheiten erlauben.
Die Relaisstation war in ihren Händen. Das war gut, aber kein Grund für übermäßigen Enthusiasmus und Feierlaune. Es war lediglich der erste Schritt einer ganzen Reihe in diesem Masterplan. Und zu frühzeitige Freude führte laut der Statistik dazu, dass man bei den kommenden Schritten fehltrat... Die Relaisstation würde dafür sorgen, dass die in die Welt gesetzten Fehlinformationen weitere Verbreitung fanden und ihrer Rebellentruppe ermöglichen, an die jeweils neuesten Codes der Allianzmitglieder zu gelangen. Schiffscodes, persönliche Authentifizierungen... die alle in mehr oder minder dichten Verschlüsselungen über die Relais gesendet wurden. Etwas weniger dicht bei einem Manöver, denn schließlich mussten sich die Partner ja irgendwie verständigen.
Sowie Haddus und Mahan an Bord der ISS Picard waren, würde Phase zwei beginnen. Sokar setzte sich und hielt einen langen Augenblick inne. Seine sehnigen Hände lagen auf den ausgebreiteten Padds und Papierunterlagen, aber sein Blick schien die Höhlenwände zu durchdringen und in weite unergründliche Ferne zu schweifen. Es würde das erste mal seit langen Jahren sein, dass er persönlich eine Aktion anführte. Normalerweise plante er lediglich, vernetzte, rekrutierte über Mittelsmänner und narrte seine Verfolger. Schon vor Jahren machte der makabre Witz die Runde, das auf den 'Patriarchen des Terrors' ausgesetzte Kopfgeld sei höher als das Bruttoeinkommen des Terranischen Imperiums und er solle sich doch fangen lassen, weil das den Gegner in den Ruin treiben würde. Sowohl die Terraner als auch die Romulaner hatten schon mehrfach Einsatzkommandos ausgeschickt - und doch stets nur kalte Spuren oder Hologramme angetroffen. Sokar war immer entkommen, auch wenn das manchmal sehr knapp gewesen war.
Und jetzt werde ich mich mitten unter meine Feinde begeben... Aber es ist notwendig.
*** Einige Stunden später ***
Wo bleibt der Kontakt? Sokar wollte es sich nicht eingestehen, doch griff zunehmend Unruhe in ihm Raum. Er hatte sich diesmal auf ein riskantes Manöver eingelassen. Zu riskant vielleicht? War er dem Gegner in eine ausgeklügelte Falle getappt? Er besaß einen Backup-Plan, doch der war riskant und würde die gesamte Operation zum Scheitern bringen... Er beschloss, in der 'Krankenstation' nachzusehen, ob wenigstens Nalae einsatzbereit war, WENN es soweit war.
Immerhin zwei Koffer mit medizinischer Ausrüstung hatte sie zusammen gepackt, darüber hinaus stapelten sich diverse andere Gerätschaften auf dem Boden. Nalae selbst stand in einer Galae-Uniformunterwäsche vor einer Spiegelscherbe und kämpfte mit ihrer Frisur.
"Eh! Was ist mit anklopfen?!" fauchte sie, als sie Sokars Gestalt im Spiegel entdeckte. "Ist das hier üblich, das jeder bei jedem reinlatscht?"
Er berührte symbolisch die Felswand mit der Faust. "Ihre Frisur ist unpassend, D'Varo. Abschneiden wäre besser."
Sie funkelte ihn an wie eine sprungbereite Raubkatze, die ihrem Opfer die Krallen in die Augen graben will. "Und mit DEINER Aufmachung kannst du höchstens einen Obdachlosen in Ki'Baratan geben! Lächerliche Scheiße hier, alles!" Sie stieß mit dem Fuß gegen die zusammen getragenen Geräte. "Was soll das überhaupt, eh?! So'n Mist!"
Ihre Reaktion bestätigte Sokar in seiner Vermutung, dass die Romulanerin 'irgendwas' schluckte. "Sorgen Sie dafür, dass Sie dabei haben, was auch immer Sie 'brauchen', haben wir uns verstanden?"
"Was ich brauche, hab ich immer dabei!" Nalae klopfte auf ihre linke Hüfte, wo sie einen ansehnlichen Dolch umgeschnallt hatte. "Soll ich mal zeigen, wie's funktioniert?!"
Sie wurden unterbrochen von Sokars Leibwächter, der einen jungen Ktarianer mit sich schleppte. Der Kontakt! Mit einer letzten Aufforderung an Nalae, zügig den Rest zu packen, folgte Sokar den Neuankömmlingen.
....
Zurück in Sokars privatem Bereich öffnete der Ktarianer eine kleine Schatulle.
"Was hat so lange gedauert?" fragte Sokar. "Ich habe dich vor einem Tag erwartet!"
"Unser Kontaktmann beim Tal Shiar war aufgeflogen. Ich musste ein neues Netz knüpfen."
Das gefällt mir gar nicht.
Im Licht der Tranfunzel glitzerten zwei winzige Kristalle wie kostbare Edelsteine. "Hier sind die Ident-Marker," sagte er.
Nur zwei? Sokar ließ ein Prüfgerät über die kleinen Objekte gleiten.
"Khaiell tr'Talevo, Special Ops der prätorialen Garde, Spezialist für Kryptographie und Kommandoroutinen," berichtete der Ktarianer grinsend und fuhr sich durch die strähnigen Haare. "Prätor tr'Kalehs bester Mann für die Operation."
"Wo ist der echte Tr'Talevo?"
"Im Recycler von Kimoon Prime... äh naja, jetzt vielleicht schon auf dem Tisch von den Durchreisenden. - Nächster Marker ist für Tr'Kovath, Tr'Talevos Leibwächter. Nicht so spektakulär, kannst du selber lesen." Er war respektlos wie immer. "Problem war das Frauenzimmer - die Kleine, die ich eben gesehen habe, eh? - Naja, ich hab die Meldung etwas spät bekommen, dass ich der auch noch 'nen Marker besorgen soll. Da ging nichts mehr mit dem Dealer. Nimm sie als deinen Bettwärmer mit und fert--"
Die Worte des Ktarianers endeten in einem schmerzhaften Schrei, als Sokar seinen Arm gepackt und ihn gegen die Wand gestoßen hatte. "Ich bezahle dich nicht für deine schmutzige Fantasie!" Der Ktarianer wimmerte. "Ich bezahle dich auch nicht dafür, dass du deinen Auftrag nicht ordentlich erfüllst. Und dir Geld in die eigene Tasche wirtschaftest!"
"Ahhh, aber... ich.... ahhh, bittteee....das war nur ein Irr....ahhh...."
Sokar stieß ihn in die Arme seines Leibwächters. Der wusste, was er zu tun hatte. Sokar würdigte den jammernden Ktarianer keines Gedankens mehr. Er schloss die Schatulle, gab über das Funkgerät Tr'Kovath Bescheid und befahl, sich ohne weitere Verzögerung in der 'Krankenstation' zu melden. D'Varo würde ihnen die Marker einsetzen, die bei Transportervorgängen und sonstigen Scans die falsche Identität übermittelten. Und dann... Er fuhr sich übers Gesicht und stimmte D'Varo zu, dann war auf jeden Fall ein Besuch beim Barbier fällig. Erst danach kam Phase drei: das Schiff, das ihnen ihr neuer Partner zukommen lassen wollte...
|
|
|
| ISDA Log 11 - Nalae |
|
Geschrieben von: Nalae D'Varo - Jul-Mon-2018, 01:06 PM - Forum: *** Spiegeluniversum ***
- Antworten (3)
|
 |
Unkartographierter Planet im Niemandsland
„Die Relaisstation Alter, wir wollen zur Relaisstation Terix Prime. Sag mal, hast du nicht zugehört, du Pisslappen?“
Rewdak Tr'Kovath musterte Nalae mit einem Blick, der irgendwo zwischen abgrundtiefer Verachtung und Neugierde lag.
„Natürlich habe ich zugehört!“, log Rewdak.
„Wieso Relaisstation, was für Relaisstation?“
„Wir zerficken die Kommunikationsnetzwerke vom Tal Shiar und dem Imperium hin und wieder um ihnen auf die Nerven zu gehen. Besetzen oder zerstören sie nacheinander, damit die Kommunikation erschwert wird. Außerdem vernetzen wir die von uns eroberten Stationen um unsere eigene Kommunikation auszubauen“, erklärte Nalae um im Folgenden einen gewaltigen Nackenklatscher von Sokar zu kassieren.
„Jetzt reicht es mit dieser Wortwahl!“, deklarierte er.
Nalae starrte Sokar wutentbrannt an.
„Irgendwann ist er dran“, zischte sie Rewdak zu.
Relaisstation Terix Prime
Das Shuttle mit Sokar, Nalae, Rewdak und ein paar weiteren Männern zur Verstärkung war nicht mehr weit vom Orbit der angepeilten Relaisstation entfernt.
„Wir sondieren die Lage mit einer mobilen Tarnvorrichtung und platzieren die Thalaronstrahlenbomben mit Fernzündung in der Station“, erklärte Sokar.
„Rewdak und Nalae, ihr begleitet mich. Der Rest passt auf, dass hier niemand andockt.“
Die drei schlichen sich durch die grauen Gänge der Station.
Viel war nicht los.
Ein paar Offiziere in imperialer Uniform verrichteten ihre Arbeit, tippten beiläufig auf Konsolen herum, schlenderten die Gänge hinab oder vertrieben sich die Zeit mit Smalltalk.
„Was für ein Haufen Saftsäcke, viel zu einfach“, flüsterte Nalae.
„Für die bräuchten wir nichtmal die Bomben.“
„Kannst ja alle im Alleingang erledigen, du arrogante -“, entgegnete Rewdak, Sokar warf ihnen jedoch einen sehr düsteren Blick zu, der beide verstummen ließ.
An zentralen Punkten brachten sie die Thalaron-Bomben an. Zehn davon würden genügen, um sämtliches Leben auf der Station auszulöschen.
Die drei verteilten sich auf der kleinen Relaisstation und platzierten die Bomben an den Stellen, die sie vorher auf einer selbst angefertigen Karte markiert hatten.
Jede imperiale Relaisstation war praktisch auf die gleiche Weise konstruiert – dies machte Angriffe dieser Art äußerst einfach.
Warum ein Feuergefecht mit vielen Verlusten riskieren, wenn man doch so sauber, still und leise in großen Mengen töten konnte?
Sokar hatte nichts gegen ein paar von Hand erledigte Tötungen einzuwenden, jedoch standen Effizienz und Taktik für ihn an erster Stelle – Spaß an der Arbeit war ein Luxus!
„Hochbeamen“, befahl der Vulkanier, nachdem die letzte Bombe platziert war.
Sie befanden sich alsbald wieder im Shuttle – das einzige der Rebellengruppe, das mit einer Tarnvorrichtung ausgestattet worden war und stets für Einsätze dieser Art genutzt wurde.
Inzwischen waren noch drei weitere Shuttles mit Verstärkung eingetroffen.
Die Männer und Frauen sollten die Station besetzen und verteidigen sobald die Offiziere des Imperiums ihren letzten Atem gehaucht hatten.
„Ich will zugucken!“, sagte Nalae.
„Keine Zeit jetzt noch 'ne Liveübertragung einzurichten!“, grunzte Sokar und aktivierte die ferngesteuerten Bomben mit wenigen Handbewegungen auf dem Schaltpult.
Nalae verschränkte frustriert die Arme und starrte mit bösem Blick durch das Panoramafenster in den Weltraum.
„Die ganze Mühe und nichtmal 'ne Belohnung!“
„Macht ihr das immer so?“, fragte Rewdak.
„Je nachdem, was so da ist. Manchmal nehmen wir auch Giftgas oder Biowaffen. Das ist sauberer – bei Thalaronstrahlung müssen wir die regelrecht auffegen.
Aber andererseits müssen wir uns dann vorher nicht um die Filter-und Belüftungssysteme kümmern, das ist sehr praktisch.“
„Jungs, rüber und saubermachen“, befahl Sokar den restlichen Männern.
„Seht zu, dass die Station unter unserer Kontrolle bleibt!
Wenn wir Glück haben, kriegen die eine ganze Weile nichts mit. Das Ding hier ist relativ abgelegen. Sorgt dafür, dass sie mit unseren restlichen Stationen vernetzt wird.“
Das Shuttle mit den drei Rebellen machte eine Kehrtwende und nahm den Kurs zum Lager auf.
„Das habe ich wieder einmal exzellent gelöst“, sagte Sokar.
„Hoffentlich machen Tr'Kovath und Edzard ihren Job genauso anständig.“
Wieder im Rebellenlager
Sokar gönnte sich keine Pause, während Nalae eine gut verschlossene Metallkiste neben ihrem Feldbett öffnete und daraus eine Flasche mit einer dubiosen, hellrosanen Flüssigkeit hervorzog.
„Wir werden uns darauf vorbereiten, sobald wie möglich zu Edzard und Tr'Kovath aufzuschließen“, konstatierte Sokar.
„Die Infiltrierung des der feindlichen Systeme ist nunmehr unser vorrangigstes Ziel. D'Varo, wir müssen ein paar medizinische Güter mitnehmen, für den Notfall. Und schauen Sie, wieviele Uniformen von der Galae wir haben, wir werden eines ihrer Verbindungsschiffe unterwandern.
Tr'Kovath, Sie werden uns auch begleiten. Falls es zu kämpferischen Auseinandersetzungen kommt, brauche ich Ihre Erfahrung und Fähigkeiten. Ebenso wie die Ihren als Ärztin, Dr. D'Varo.“
„Jaja, Infiltrierung, Uniform, diesdas, ich habe gearbeitet, jetzt ist Mittagspause“, antwortete Nalae, die es sich auf Sokars „Konferenztisch-Stein“ bequem gemacht hatte und das Getränk in der Flasche probierte.
Rewdak nahm ihr die Flasche aus der Hand und genehmigte sich einen stattlichen Schluck.
„Schonmal was von Fragen gehört du unhöflicher Sohn einer Sseikea?!“
Nalae sprang auf und verpasste ihm einen gewaltigen Tritt in die Lendengegend - was darin resultierte, dass sie schmerzerfüllt aufschrie.
Rewdak grinste zufrieden und klopfte auf seinen Kampfpanzer.
„Mittagspause ist beendet“, sagte Sokar teilnahmslos, griff sich Nalae, die sich nicht entscheiden konnte, ob sie vor Wut oder Schmerz schreien sollte und schleifte sie in Richtung der „Krankenstation“. Diese war eigentlich nur ein Höhlenabschnitt, eingerichtet mit einer rostigen, wenig vertrauenswürdig aussehenden Bare, ein paar Kisten und metallenen Tischen, auf denen allerhand spitze, scharfe, gebogene und gezackte Werkzeuge lagen.
„Du hast zu tun!“
|
|
|
| ISDA Log 9 Vandenberg |
|
Geschrieben von: Sareth - Jul-Mon-2018, 12:16 PM - Forum: *** Spiegeluniversum ***
- Keine Antworten
|
 |
ISS Picard / Hangar
Das Design der ISS Picard hatte von einem rein technischen Stand aus gesehen, etwas durchaus Interessantes. Für Vandenberg war jedoch nur die Zweckmäßikeit maßgebend. So Zweckmäßig wie die Uniform, welcher er trug und die sich von Zivilkleidung nur durch das Flottenabzeichen am Revers unterschied.
Robert Vandenbergs Dienstkleidung war so dunkelgrau wie die Farbe seines Shuttles, welches soeben durch die Hangartore der Picard eingeschwebt war. Und obwohl es sich um den gleichen Typ wie jenes Shuttle der Inquisition handelte, welches bereits im Hangar stand, so wirkte Vandenbergs Shuttle neben jenem der Inquisition stehend, wie ein Stück Kohle neben einem Diamanten. Statt eleganter schwarzer Flächen, nur graue Tarnfarbe und einige winzige weiße Abzeichen und Staffelnummern. Beides, das Shuttle und Vandenbergs Uniform wirkten so schlicht, dass es fast schon wieder pathetisch wirken konnte.
Kaum war Vandenbergs Shuttle zum Stillstand gekommen, öffnete sich die Heckrampe und 2 schwer bewaffnete Marinesoldaten marschierten die Rampe hinunter. Unten blieben sie stehen, standen stramm und hielten dann ihre Waffen im Anschlag. Vandenberg schlenderte die Rampe hinunter und blickte sich um. Niemand hatte von seiner Landung Notiz genommen, was bei der Präsenz eines Shuttles der Inquisition nicht unbedingt ungewöhnlich war. Daher wandte sich Vandenberg an einen Leutnant der Deckscrew.
Va: Lt. wo ist Captain Salazar?
Lt: Ähm Sir, wahrscheinlich auf dem Weg hierher. Wir wurden leider nicht über Ihre Ankunft informiert.
Va: Das habe ich gemerkt. Gut. Tanken Sie mein Shuttle auf, dann melden Sie meine Ankunft dem Captain.
Lt: Jawohl Sir.
Vandenberg ließ den Leutnant stehen und marschierte durch ein Schott, nur um fast mit Captain Salazar zusammen zu stoßen.
CS: Uh äh Sir. Sie sind schon angekommen?
Va: Offenbar.
CS; Nun, wir wurden erst vor 15 min. über Ihr Erscheinen informiert.
Va: Das haben Kontrollbesuche so an sich. Warum befand sich die Picard nicht an ihrem designierten Bereitstellungort? Wir haben fast 60 min. nach Ihnen gesucht.
CS: Nun, wir hatten Befehl, dem Shuttle der Inquisition entgegen zu fliegen.
Va: Und von wem stammte der Befehl?
CS: Vom Shuttle der Inquisition.
Va: Und nicht von der Flottenleitung?
CS: Nein Sir.
Vandenberg nahm seine dunkle Sonnenbrille ab und blickte Captain Salazar streng an.
Va: Captain Salazar, dies ist ein Schiff der 1. Flotte, wenn ich mich nicht irre?
CS: Das ist korrekt Sir.
Va: Also kein Schiff der Inquisition, korrekt?
CS: Jawohl Sir!
Va: Seit wann nehmen Schiffe der Flotte Befehle von Mitgliedern der Inquisition ohne Freigabe der Flottenleitung an? Und ich erinnere mich nicht, eine solche Freigabe gelesen zu haben.
CS: Nun Sir, ich dachte, wenn ein Inquisitor an Bord kommt..
Vandenberg schnitt Salazar brüsk das Wort ab.
Va: 10 Pluspunkte für gutes Benehmen, 100 Minuspunkte für Befehlsbefolgung. Sie haben gegen ausdrückliche Befehle von Admiral DeBruine gehandelt. Sollte dies noch einmal geschehen, werde ich das melden.
CS: Gedenken Sie länger zu bleiben, Sir?
Va: So lange mein Auftrag dauert.
CS: Und wie lange wird dies sein?
Va: Bis er erledigt ist.
CS: Nun, dann bitte ich Sie, mir zur Beobachtungslounge zu folgen, bis wir Ihr Quartier vorbereitet haben. Wir sind derzeit etwas im Zeitdruck, durch die , nun ja, Sie wissen schon.
Va: Ich kann es mir vorstellen, ja. Die Aufnahme von ungebetenen Gästen.
CS: Aber Sir. Natürlich sind Sie hier an Bord herzlich willkommen. Es ist nur so, wir müssen noch zu SB 245.
Va: Warum?
CS: Aufnahme weiterer Crewmitglieder. Dann begeben wir uns ins Operationsgebiet.
Va: Mhm nun gut. Dann führen Sie mich in diese Beobachtungslounge.
----------------------------------------
Ortswechsel:
ISS Picard / Beobachtungslounge
15 min. später
Vandenberg blickte aus dem Panoramafenster hinaus auf die Sterne, die langsam im Unterlichtflug an der Picard vorbeizogen. Er hatte sich auf einen niedrigen Schrank gesetzt und ordnete seine Gedanken. Die Präsenz der Inquisition und das offensichtlich verängstigte Verhalten des Captains der Picard sprachen für Probleme. Vandenberg blickte kurz auf und räusperte sich dann.
Va: Selbst ein Mitglied der Inquisition kommt nicht ohne Luft zum Atmen und ohne Ausatmen aus.
Wie lange sitzen Sie schon im Schatten, von Rabenstein?
Richard von Rabenstein schaltete ein Leselicht ein. Das punktförmige Licht fiel auf sein Gesicht. Rabenstein hatte es sich in einem Konturensessel gemütlich gemacht und lächelte maliziös.
RR: Lange genug um zu sehen, dass Sie wohl nicht zufrieden mit dem sind, was Sie hier vorgefunden haben. Willkommen Vandenberg. Lange nicht gesehen. Wie ich hörte, haben Sie, wie sagt man hier, Captain Salazar zur Sau gemacht?
Va: Das die Picard nicht an ihrem Bereitstellungsort war, habe ich wohl Ihrem Sinn für abendlichen Humor zu verdanken?
RR: Oh, Captain Salazar wollte mir nur einen kleinen Gefallen tun. Hätte ich jedoch geahnt, dass Sie auf dem Weg hierher waren&.
Von Rabenstein blickte auf Vandenbergs Sitzposition.
RR: Warum ordern Sie sich keinen Sessel?
Va: Zuviel Aufwand für die Wartezeit auf mein Quartier.
RR: Ich habe es Ihnen bei unserem letzten Treffen bereits einmal gesagt. Sie müssen die Vorteile Ihres Ranges genießen. Nur dann schätzen Sie ihn auch und können ihn richtig ausfüllen.
Va: Ein Rang ist für mich eine Funktion. Nichts anderes.
RR: Ein Rang ist ein Schlüssel zur Macht. Und Macht ist auch ein Schlüssel zu Wissen.
Va: Gehört das zu den elementaren Psalmen der heiligen Inquisition?
RR: Nein, aber zu meinen persönlichen Psalmen. Und da wir gerade von Wissen reden. Was halten Sie von der Picard?
Va: Sie macht von außen etwas her. Aber was von außen gut aussieht, kann innerlich verfault sein. Und das verfaulte muss man nach außen kehren, um es heraus zu schneiden.
Von Rabenstein lächelte ein Totenkopflächeln.
RR: Ah und das Herausschneiden ist natürlich schmerzhaft. Das erklärt das Motto Ihrer Abteilung: Durch Schmerz zur Wahrheit. Das klingt fast so gut, wie das Motto der Inquisition.
Va: Das ist ein Kompliment und deswegen natürlich nicht wahr.
RR: Nun, ich könnte Ihnen ja noch ein weiteres Kompliment machen. Die Schlichtheit Ihrer Uniform ist geradezu berückend.
Vandenberg lächelte kalt. Der Krieg der Worte hatte also begonnen. Vandenberg wies auf von Rabensteins elegante Robe.
Va: Ist das nicht ein wenig overdressed für diese Lokation?
RR: Oh, dies ist meine normale Dienstkleidung. Sie unterscheidet sich eben von der Simplizität der Einheitseinrichtungen und Uniformen der Flotte.
Va: Simplizität? Soso. Nun man könnte es auch Effektivität nennen.
RR: Ja, aber nur wenn man Effektiv mit Primitiv verwechseln würde, was Sie ja nicht tun.
Va: Ahaaa, da sind wir ja wieder bei Ihrem Lieblingsthema. Die Primitivität der Vorgehensweise der Flotte. Die Inquisition bevorzugt das Florett, die Flotte die Keule. Korrigieren Sie mich, aber so hatten Sie es wohl ausgedrückt?
RR: Ich hatte es nicht in ganz so basis-scholastische Worte gekleidet, aber ja. Der Metzger hätte Stil, wenn er Chirurg wäre. Ich entferne das Insekt aus dem Haus um es unschädlich zu machen. Ihre Truppe Vandenberg, reißt das Haus gleich mit ein.
Va: Es führt aber zum gleichen Ergebnis!
RR: Ist dem so? Ja, bisweilen in der Tat. Aber in eingerissenen Häusern kann man nicht mehr wohnen.
Va: Ja, man kann sich darin aber auch nicht mehr verstecken!
RR: Was führt Sie denn eigentlich an Bord dieses Schiffes?
Va: Routinekontrolle.
RR: Aha, die Überprüfung der Loyalität und des Corpgeistes!
Va: Da muss Ihnen wohl entgangen sein, dass ich Flottenkommissar bin, kein Politoffizier.
RR: Oh, da gibt es einen Unterschied?
Va: Ja, in der Tat, den gibt es. Und was führt Sie hierher?
RR: Oh, nur Dinge, welche Sie für überkommenen Hokus-Pokus halten. Das Seelenheil der Crew dieses Schiffes. Aber das ist für Sie ja uninteressant.
Va: Nun, auch ich habe Wurzeln in der Kirche.
RR: Ach ja?
Va: Ich glaube nur nicht daran, dass man z.Bsp. mit Geldspenden sich von seinen Sünden rein waschen kann.
RR: Oh, eine Art Puritaner also. Aber wenn Sie ein Mann des Glaubens sind, warum sind Sie kein Mann der Kirche geworden?
Va: Weil ich nicht daran glaube, dass die Kirche sich in weltliche Angelegenheiten einmischen sollte.
RR: Oh, das könnte man fast als blasphemische Worte ansehen.
Va: Nein, aber ich genieße die Vorteile meines Ranges, welcher mir erlaubt, solche Gedanken zumindest gegenüber Ihnen zu äußern. Sie wissen doch: Man muss die Vorteile eines Ranges genießen. Nur dann schätzt man ihn auch und kann ihn richtig ausfüllen.
RR: Ich könnte dies auch falsch verstehen.
Va: Oh, das werden Sie nicht.
RR: Sind Sie sich dessen so sicher?
Va: Wie sagten Sie so schön? Ein Rang ist ein Schlüssel zur Macht. Und Macht ist auch ein Schlüssel zu Wissen. Dies gehört zu Ihren persönlichen Psalmen.
Von Rabenstein war aufgestanden, hatte sein Ornat glatt gestrichen und lächelte jetzt Vandenberg dünn zu.
RR: Nun, ich habe unser Gespräch genossen. Wir müssen dies unbedingt fortsetzen. Morgen Mittag soll es ein feierliches Gelage zum Tage des Sieges über die Klingonen geben. Sie werden uns doch die Ehre geben?
Va: Sicher.
RR: Nun gut. Ich ziehe mich jetzt zurück. Es ist Zeit für das preces vespertinae. Möge der Herr mit Ihnen sein.
-----
Robert F. Vandenberg
Flottenkommissar
|
|
|
| ISDA Log 8 Richard |
|
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Jul-Mon-2018, 12:14 PM - Forum: *** Spiegeluniversum ***
- Keine Antworten
|
 |
*** Shuttle der Inquisition ***
Richard von Rabenstein lehnte sich in den bequemen Konturensessel im rückwärtigen Bereich des Shuttles zurück und ließ die Hand mit den eben studierten Beichten sinken. Da gab es die Möglichkeit, dass die Rihannsu die Terraner verrieten, aber auch die Terraner die Rihannsu. Ebenso plausibel war, das ein Verräter oder mehrere den jeweiligen Opponenten glauben machen wollten, dass sein Regime dabei war, den Bündnispartner ans Messer zu liefern - obwohl da gar nichts war.
Eine weitere Option war, dass ein unbekannter Dritter diesen Part spielte... außerhalb der Allianz. Vielleicht sogar eine bis dato völlig unbekannte Macht. Oder eine der Terroristengruppierungen, die erst kürzlich wieder ein paar Anschläge begangen hatten. Bestimmt ließ sich auch dieser Irre, dem das Imperium den Spitznamen 'Patriarch des Terrors' verpasst hatte, diese Gelegenheit nicht entgehen. Wahrscheinlich hat die Flotte schon ihren Antiterror-Kommissar Vandenberg abgestellt.... Ich freue mich direkt darauf, ihn wieder zu sehen.
Alles in allem eine Situation, die ihm eine gewisse Vorfreude entlockte! Eine echte Herausforderung für den Geist, nicht nur dieses Geplänkel und Ämterpoker auf Terra. Was auch immer bei diesem Manöver vor sich gehen mag, ich werde es heraus finden. Er lächelte sein Spiegelbild in der blank polierten Tischplatte an.
Zwar vermochte Richard keine Gedanken zu lesen wie die maledicti des rihannischen PsiCorps, aber er spürte genau, wenn jemand log oder Dinge zu verbergen trachtete. Mehr noch, er konnte seinem Opfer derart Angst induzieren, dass jenes GLAUBTE, er wisse alles - und dann bereitwillig sämtliche Details offenlegte.
Ja, es war zweifellos eine gute Sache, dass die Terraner nicht so sehr von ihrer rassischen Überlegenheit besessen waren, dass sie jegliche Boni fremder Rassen ablehnten. Denn ab und zu hatte Gott in seiner unergründlichen Weisheit auch einer anderen Spezies nützliche Gene mitgegeben. Solange das Endergebnis weiterhin zu hundert Prozent menschlich aussah, scheuten sich viele Eltern zum Beispiel nicht, ihren fürs Militär bestimmten Kindern ein wenig klingonisches Erbgut mit auf den Weg zu geben. Oder was auch immer man als karrierefördernd für die Sprößlinge betrachtete.... In Richards Fall - und wie gemunkelt wurde, bei vielen Würdenträgern der Inquisition - waren das DNA-Sequenzen der Betazoiden. Intensives mentales Training seit seiner Kinderzeit hatte seine Fähigkeiten bestens zur Blüte gebracht.
In der Absicht, sich umzukleiden, erhob er sich, wurde aber von einem aufleuchtenden Signal auf seinem persönlichen Terminal zurück gehalten. Das Signet zeigte an, dass es eine Nachricht des Großinquisitors persönlich war und Richard gab seinen Autorisationscode ein. Wie stets begnügte sich Seine Heiligkeit mit einer Textbotschaft, die eines komplexen Entschlüsselungsalgorithmusses bedurfte.
Kurz darauf las Richard den lateinischen Text: 'Uns ist zu Ohren gekommen, das ein romulanisches Subjekt namens Rewdak tr'Kovath sich in Ihrem Operationsbereich befinden könnte. Der Prätor hat größtes Interesse an dessen Acquirierung.' Einige nähere Daten zu dem Rihanha folgten.
Der Prätor? Was geht uns eigentlich dieser spitzohrige maleficus an?Nun gut, er würde die Sinne offen halten... Vielleicht plante seine Heiligkeit, jemanden in das innere Sanctum des neuen Machthabers auf Romulus einzuschleusen? Nach allem, was man so gehört hatte, dürfte das schwierig werden.
"Hochwürden, wir erreichen die Perimetergrenze!" rief der Pilot aus dem Cockpit. "Da ist sie, die ISS Picard! Sieht großartig aus!"
"Ich erinnere mich nicht, Sie um Ihre Meinung gebeten zu haben."
Richard löschte die Nachricht seines Vorgesetzten und trat nach vorn. Er warf einen indignierten Blick auf das Schiff, das im Cockpitfenster des Shuttles rasch an Größe gewann. Die ISS Picard wirkte wie ein Raubvogel beim Angriff: schlank, bösartig, die Flügel spitz nach vorn gefaltet um den montierten Kanonen breiteste Streumöglichkeit zu geben. Das Symbol des Terranischen Imperiums prangte auf dem Rumpf - aber für den jungen Inquisitor sah das Schiff eindeutig zu romulanisch aus.
Ich hoffe, dass die Kabinen wenigstens in einem gewissen Standart gehalten sind. Ich habe keine Lust, in einer Klosterzelle zu hausen und mit Schallduschen vorlieb zu nehmen. Das replizierte Essen wird desaströs genug sein...
"Melden Sie mich schon einmal an, Rozkowski," befahl Richard dem Piloten. Ich werde unterdessen meine feierliche Amtstracht anlegen, wie es sich gehört.
|
|
|
| ISDA Log 7 - Sokar |
|
Geschrieben von: Sokar - Jul-Mon-2018, 12:13 PM - Forum: *** Spiegeluniversum ***
- Keine Antworten
|
 |
*** Unkartographierter Planet im Niemandsland ***
Sokar hatte sein Lager räumen lassen, jedoch einige 'Hinweise' hinterlegt, die etwaige Spione der Allianz zu dem falschen Schluss verleiten sollten, er habe mit seinen Leuten den Planeten gänzlich verlassen und sei weiter gezogen in Richtung des Tabir-Rifts - seit jeher ein beliebtes Versteck für Gesetzlose und Rebellen.
In Wahrheit war er in die unterirdischen Kavernen des südlichen Kontinents umgesiedelt. Die Gesteinsschichten bildeten einen natürlichen Schutz vor allerlei Scannerarten. Nun stand Sokar auf dem Plateau oberhalb der Höhlen und beobachtete, wie die untergehende Sonne die vom Wind zu bizarren Formen geschliffenen Felsen in Rot- und Violetttöne tauchte. Die Szenerie erinnerte ihn an Vulkan: die geborstenen und zerschlagenen uralten Statuen in der 'Schmiede' und die Felsen, die einst Rückzugsorte für Adepten der reinen Logik gewesen waren. Die Terraner hatten alles vernichtet. Das Land, die Kultur, die Mönche. Die Romulaner hatten sich für die Flüchtlinge ihres Brudervolks keinesfalls als Retter entpuppt - im Gegenteil. Sie waren begierig darauf gewesen, die mentalen Kräfte der Vulkanier zu ergründen und sich nutzbar zu machen im Krieg gegen die Terraner und wer ihnen sonst in die Quere kommen würde.
Eine kräftige Böe wirbelte den feinkörnigen, roten Sand auf und die Sonne schien auf jedem einzelnen Korn zu glitzern, als ob es ein scharfer Diamant wäre. Ein einzelnes Sandkorn wäre machtlos an den dunklen Felsen hinab gerieselt. Millionen von ihnen jedoch, getrieben von der Kraft des Windes, waren in der Lage, den härtesten Felsen abzuschleifen, bis er unter seinem eigenen Gewicht zusammen brach.
Mit der Allianz, mit den Imperien der Terraner und Romulaner, war es nicht anders. Das war Sokar damals auf Vulkan klar geworden. Es brauchte nur genügend 'Sandkörner' und einen Wind, der stark genug war, und auch sie würden fallen wie die Statuen seiner Vorväter, wie die Felsen auf diesem namenlosen Planeten... Die Erosion musste nur den richtigen Ansatzpunkt finden. Eine besonders angreifbare, weiche Schicht... einen brüchigen Pfeiler des monströsen Machtgebildes. Während er seinen Atemfilter justierte und sich langsam auf den Rückweg machte, überdachte Sokar die jüngsten Nachrichten. Inzwischen hatten seine Spezialisten genügend Transmissionen entschlüsselt, um zu wissen, dass die Allianz ein Großmanöver plante. Und einer ihrer gefährdetsten, brüchigsten Stützen war zweifellos das gegenseitige Vertrauen. In den letzten Jahren hatte Sokar das wieder und wieder ausgenutzt. Jetzt schien der Zeitpunkt gekommen zu sein, der morschen Säule den endgültigen Stoß zu versetzen!
Am Eingang einer der Höhlen traf er auf die romulanische 'Ärztin'. Er verabscheute sie. Experimentierfreudige 'Ärzte' der Rihannsu waren es gewesen, die seinen Vater und seine Frau auf dem Gewissen hatten. Neben ihr lungerte ihr düster blickende Blutsgenosse, dem er nicht mehr traute als ihr. Tr'Kovath nannte er sich und war vor einigen Wochen in einem havarierten Shuttle aufgegriffen worden, angeblich auf der Flucht vor einem imperialen Assassinenkommando. Er hatte sich als fähiger Ingenieur mit einer besonderen Faszination für Bioimplantate erwiesen - Sokars Meinung nach ein ZU fähiger. Ein Mann wie er hätte in der Hierarchie der Allianz sein erkleckliches Auskommen haben können. Was wollte er HIER? Die Tatsache, dass er sich meistens abseits hielt und jede Auskunft über seine Vergangenheit verweigerte, war nicht gerade dazu angetan, Sokars Vertrauen zu stärken. Andererseits, sagte er sich, würde ein tatsächlicher Maulwurf des Prätors sich nicht so dumm anstellen... DER hätte mit Sicherheit eine Geschichte parat....
*** Einige Stunden später ***
Sokar hatte seine engsten Vertrauten und die Sergeanten der einzelnen Gruppen zu einer Versammlung einberufen. Das extra angebrachte elektronische Abhörsicherungsnetz sagte auch den anderen, dass wichtige Dinge anstanden. Viele hofften auf einen Angriff auf die Manöverflotte, ein paar gezielte Bombenattentate, die ein paar Generäle wegräumten. Doch der 'Patriarch des Terrors' hatte diesmal etwas anderes vor.
"Die Terraner und Romulaner misstrauen einander," sagte Sokar. "Wir werden dieses Misstrauen gezielt steuern. Wir werden jede Seite glauben lassen, dass die jeweils andere im Begriff ist, sie zu verraten. Die Terraner fürchten seit Jahren, die Romulaner könnten einen neuen Bündnisparter finden und gemeinsam zu ihrer Vernichtung schreiten, und die Rihannsu haben Angst, die Terraner könnten eine neuartige Massenvernichtungswaffe im Stil des Genesisprojekts in der Hinterhand haben." Er stützte sich auf den Stein, der als Konferenztisch diente und ließ den Blick eindringlich über die Anwesenden wandern. "Wir werden sie in dieser Paranoia bestärken. Der Logik zufolge wird es genügend Entscheidungsträger auf beiden Seiten geben, die nur zu gern glauben werden, dass sich ihre Befürchtungen bestätigen. Einer von ihnen wird die Nerven verlieren und das Problem mit einem Offensivschlag lösen wollen. Sie werden sich an die Gurgel gehen wie vor zweihundert Jahren. Und wir... WIR werden die Gelegenheit nutzen, bis in das Herz des Terranischen Imperiums vorzustoßen."
"Das hört sich ja gut an, aber wie genau wollen wir das bewerkstelligen?" Wie immer wohnte Haddus Edzards Ton etwas Angriffslustiges inne. "Zack, wir hacken ihre Komsysteme und keiner merkt was, oder wie, großer Meister?"
Sokars eisiger Blick blieb auf dem jungen Terraner ruhen. "Wir infiltrieren ihr Flaggschiff, das für die Koordination des Manövers zuständig ist. Oder genauer, DU infiltrierst das Flaggschiff, Edzard." Und wenn du dabei einen Fehler machst, werde ich mich freuen, dich der terranischen Justiz zu überantworten.
"Haha, sehr witzig. Sobald ich einen Fuss auf ein terranisches Schiff setze, bin ich so gut wie hinüber. Die haben mich doch erst vor fünf Monaten mal wieder zum Tode verurteilt. Ne, auf sowas hab ich keinen Bock."
"Zhevli wird dir eine neue Identität verschaffen." Sokar nickte der andorianischen Fälscherexpertin zu, die schon so manchen von ihnen durch die Kontrollen der Allianz geschleust hatte.
"Und Nalae verpasst dir ein neues Gesicht," lachte von irgendwo her jemand. Haddus warf ihm einen bösen Blick zu und begann, sich mit seinem Dolch die Fingernägel zu putzen.
Sokar ignorierte beides und fuhr fort: "Mahan tr'Kovath wird dich begleiten - als dein rihannisches Pendant." Der angesprochene Romulaner zeigte keinerlei Regung. "Ihr werdet euch Zugriff auf die Kommunikation und die Kommandoprotokolle des Führungsschiffes verschaffen und dann die entsprechenden falschen Kommuniqués und Informationen freisetzen. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt zu euch stoßen."
"Jaa, na klar, wenn wir schon mal unseren Arsch hingehalten und den Weg geebnet haben, erscheint der große Meister persönlich!"
"....Da ich mich um die Eroberung der Relaisstation Terix Prime kümmern werde," vollendete Sokar. "Edzard, wenn du ein Problem mit diesem Auftrag hast, werde ich jemand anderen damit betrauen."
Haddus Edzard schüttelte den Kopf. "Nope. Wollte schon lange mal wieder von terranischem Flottenfraß kotzen."
Sokar hatte unterdessen eine tragbare Holomatrix entfaltet und einen kleinen Speicherchip in das Datenmodul eingeführt. "So wie es aussieht, ist dies das Führungsschiff für das Manöver, eine waffenstarrende Neuentwicklung mit Transwarpantrieb: die ISS Jean-Luc-Picard."
Gemurmel lief durch die Zuhörer, während sich das Schiffsmodell langsam in der Holomatrix drehte. Mit diesem Namen konnte es eigentlich nur ein schlechtes Omen sein. Admiral Picard war einer der berühmtesten 'harten Hunde' des terranischen Imperiums gewesen, berühmt dafür, dass er nicht lange fackelte.
|
|
|
| ISDA Log 6 - Vandenberg |
|
Geschrieben von: Sareth - Jul-Mon-2018, 12:12 PM - Forum: *** Spiegeluniversum ***
- Keine Antworten
|
 |
Erde / Südengland / Portsmouth / HQ der imperialen Flotte / Campus 4B / Sicherheitsabteilung / Büro 4.299
Das Sichten von Akten war eine eher prosaische Aufgabe, doch gehörte sie zu Vandenbergs täglichen Pflichten. Es war ja schließlich wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben. Gefühle sollte man sich beim Betrachten der Akten von Verdächtigen nicht leisten, doch manchmal war es nicht zu vermeiden, sich eine Meinung zu bilden über jene, deren Bilder man auf den hochaufgelösten Holos sah.
Dieser hier zum Beispiel. Evan DeVaine, ehemals ein hochdekorierter Flottenoffizier, jetzt ein selbstverliebtes Mitglied der Dissidenten von Maw. In Stücke geschnitten sähe er wohl besser aus.
Oder dieser Typ hier. Ein Milchgesicht, ein Jüngelchen, noch nass Hinter den Ohren und doch schon ein Terrorist. Haddus Edzard. Trug noch Windeln und war doch schon tief in den Sumpf des Terrors abgeglitten. Dieser Kerl war in Abwesenheit schon 2 mal zum Tode verurteilt worden. Auf Talic-Prime wartete noch immer die Klinge einer Guillotine auf ihn. So wie Edzard auf dem Bild aussah, war er wohl genauso dumm wie gefährlich. Aber Bilder konnten täuschen. Nun noch war Edzard nicht Vandenbergs Problem. Doch wenn er es einmal werden würde, dann wäre dies für Edzard eine höchst schmerzhafte Erfahrung. Und seine Letzte.
Oder diese vulkanische Visage hier. Widerwillig musste Vandenberg zu geben, dass dieser Kerl genau dem Klischee über den Teufel entsprach, dem die glaubenstrunkenen Fanatiker der Inquisition nachhingen: Sokar, der Patriarch des Terrors. Vandenberg lächelte eisig. Dieser Sokar war Vandenbergs neues Hobby. Noch wusste Sokar dies nicht. Jedoch fühlte er es eventuell? Man sagte diesen Spitzohren ja einiges nach. Auch wenn Sokar Vandenberg nicht persönlich kannte, bald würde er Vandenbergs Atem im Nacken spüren. Irgendwo, irgendwann. Denn es gab einen Grund. Ein Grund der schon Jahre zurück lag. Vandenberg hörte noch heute das verächtliche Schnauben Sokars, als dessen Truppe von Marodeuren und halbverrückten Tieren das Dorf Mendric auf Mintaka III ausgelöscht hatten. Noch nicht einmal zum Kampf hatte er sich gestellt, als die Einsatzgruppe des Imperiums damals aufgetaucht war. Und mit Ihnen damals Leutnant Vandenberg. Nein, Sokars Truppe war nicht geflüchtet. Sie war einfachdavon geschlendert, die imperialen Einheiten nicht als Gegner würdig erachtend. Und dies war ein Fehler gewesen. Ja, eigentlich hätte Vandenberg Sokar sogar dankbar sein müssen, hatte Vandenberg aufgrund dieses Vorfalls sich doch dazu entschlossen, in die Anti-Terror- Abteilung der Flotte zu wechseln. Dort hatte er Karriere gemacht. Und bisher, ja bisher konnte er mit dieser Karriere zufrieden sein. Er hatte sich einen Namen gemacht unter all jenen Terrorgruppen, die sich für unbesiegbar gehalten hatten. Viele dieser Gruppen hatte den Erstkontakt mit Vandenberg nicht überlebt.
Und die Anderen? Nun, Vandenberg hatte ja noch Zeit. Viel Zeit. Denn er war ein Mensch der Etappe, des Hintergrundes, ein Offizier, welcher nur dann an die Front trat, wenn die Zeit reif war. Eben ganz anders als jene selbstverliebten, plakativen Helden vom Schlage eines von Schmidt-Rottlofs oder eines Hammertons. Und auch nicht wie jene herumschleichenden Wichtigtuer von der Inquisition. Die in Hinterhöfen intrigierten und manipulierten. Und die, wenn es nach Vandenberg gehen würde, allesamt im Neuralstimulator enden würden.
Nein, Vandenberg war ein Arbeiter im Stillen. Und nicht zuletzt deswegen passte sein Spitzname: the ghostly reaper
Vandenberg wurde jäh aus seinen prosaischen Gedanken gerissen, als ein Leutnant der imperialen Garde in sein Büro schneite, zackig grüßte und etwas atemlos dem Flottenkommissar eine Holofolie überreichte. Vandenberg nahm sie wortlos entgegen und überflog sie. Dann wandte er sich an den Leutnant.
Va: Lt. Tschell, das ist eine Sache für den jeweiligen Sergeanten. Was habe ich damit zu tun, dass 3 Soldaten in Rom widerrechtlich ihren Posten verlassen und betrunken in der Nähe der Inquisitionszentrale angetroffen wurden?
Der Leutnant schien ein wenig verwirrt zu sein.
LT: Nun Sir, die 3 Männer klagten über Übelkeit.
Va: Wenn sie betrunken waren, ist das ja wohl normal.
LT: Sie klagten über plötzliche Übelkeit nach dem Erscheinen eines Würdenträgers der Inquisition.
Va: Lassen Sie mich raten. Die 3 haben den Würdenträger angepöbelt?!
LT: Laut Zeugenaussagen ja, Sir.
Vandenberg grinste innerlich. Könnte es sein? Nun man durfte nicht hastig sein. Keine falschen Schlüsse ziehen.
LT: Sir, der Garnisonskommandant fragt nach dem Strafmaß für die 3 Männer?
Va: Mhm, eigentlich nicht meine Sache. Aber gut. Was wäre das normale Strafmaß?
LT: 10 Peitschenhiebe öffentlich, anschließend 30 Tage Arrest.
Va: Nun, wir benötigen aber kampffähige Soldaten sofort und nicht erst wieder in 30 Tagen. Empfehlen Sie 20 Peitschenhiebe und anschließende, sofortige Wiederaufnahme des Dienstes. Der vorgesetzte Sergeant der 3 Männer erhält ebenfalls 20 Peitschenhiebe und anschließend 30 Tage Arrest.
LT: Ähm warum der Sergeant, Sir?
Va: Hätte er seinen Dienst korrekt verrichtet, wären die Männer weder an Alkohol gekommen, noch hätten sie ihren Posten verlassen können. Empfehlen Sie dem Garnisonskommandanten, dass er das nächste Mal die Übeltäter in Ketten legen und nach Charon schicken soll.
LT: Jawohl Sir. Nun da ist noch etwas, Sir.
Va: Und das wäre?
LT: Die Untersuchungen im Falle der Sprengung des romulanischen Frachters haben ein scheinbar erst kurz zuvor verlassenes Lager auf einem Planeten im Niemandsland zu Tage gefördert. Die Romulaner bitten um Amtshilfe.
Va: Nun, wer immer dort auch war, er muss einen externen Versorgungsstützpunkt gehabt haben. Was ist dort auf imperialer Seite in der Nähe?
LT: Die Agrarkolonie von Taleera.
Va: Politischer Status?
LT: Es gibt Hinweise auf Unterstützer einiger Terrorzellen. Der lokale Gouverneur weigert sich jedoch, eine Razzia zu zulassen.
Va: Nun, dann werden wir ihn und die Bevölkerung überzeugen müssen, dass diese Terroristen ihnen nur Schaden bringen. Bald ist Erntezeit. Ich empfehle, dass man die Großfarmen dort besetzt und eine totale Blockade errichtet. Solange bis die planetare Regierung entweder mit der Flotte zusammenarbeitet, oder es da unten nur noch Staub gibt.
LT: Ich werde es an den Planungsstab weiter geben, Sir.
Va: Gut. Sonst noch etwas?
LT: Nein Sir.
Va: Dann ist ihr Dienst für heute beendet. Was machen Sie heute abend?
LT: Nun Sir, heute Abend wird auf Justice Channel 31 die Hinrichtung von Duulan Obrax übertragen. Live von Charon.
Va: Nun, Tag und Nacht werden auf diversen Holokanälen Hinrichtungen aller Art übertragen. Was ist an der Hinrichtung eines cardassianischen Schmugglers so Besonderes?
LT: Nun, die Exekution findet mittels Gesichtsschädelzertrümmerung per Hammer statt. Auf altcardassianische Art also. Das Zuschauer-Voting letzte Woche hatte für diese Methode über 2 Millionen Stimmen mehr als für eine Enthauptung mit dem Valkrat geliefert.
Va: Dann wünsche ich Ihnen noch viel Vergnügen. Leutnant.
Tschell salutierte und verschwand. Vandenberg schüttelte den Kopf. Panem et circensis. Überall
Dann wandte sich Vandenberg wieder dem Bild Sokars zu.
Va: Irgendwann werden wie uns wiedersehen. Irgendwann!
------------------------
Robert F. Vandenberg,
Flottenkommissar
|
|
|
| ISDA Log 5 - Nalae |
|
Geschrieben von: Sareth - Jul-Mon-2018, 12:09 PM - Forum: *** Spiegeluniversum ***
- Keine Antworten
|
 |
---Camp der Freiheitskämpfer---
Nalae D'Varo trat betont langsam auf Sokar zu, blieb einen Meter vor ihm stehen und musterte ihn mit offensichtlicher Verachtung von Kopf bis Fuß.
"Was ist denn das für ein Ton, du unrasierter, alter Hurenbock?", fragte sie ohne eine emotionale Regung in der Stimme.
Sokar spührte das Verlangen, der Romulanerin die kalten Augen mit einem rostigen Suppenlöffel auszuschaben.
Er berief sich jedoch auf logische Argumentation um seine Beherrschung nicht zu verlieren:
So angewidert er auch von ihr war, so sagte ihm sein Gefühl, dass sie ein nutzbringendes Mitglied seiner Gruppe werden könnte.
"Ich habe dich noch nie zuvor gesehen. Hat Haddus dich aufgelesen?"
"Ich mache soziemlich jeden Job für die richtige Bezahlung, wenn ich ein meiner Profession dabei nachgehen darf.
Ich bin Ärztin und Haddus hat mich auf 'ner Station in der Nähe von Telaron gefunden.
Hab' beschlossen mich seiner Sache anzuschließen, gefällt mir, sein Aktionismus und seine Einstellung, wenn ich hinter der Sache stehe macht die Arbeit wenigstens mal Spaß."
"Mr. Edzardus ist Teil meiner Gruppe", entgegnete Sokar mit deutlicher Wut in der Stimme.
"Das bedeutet, wenn Sie sich ihm anschließen, unterstehen Sie mir. Ist das klar?"
"Ich unterstehe niemandem - aber wer mich gut bezahlt kann auf meine Arbeit zählen. Wenn's spaßig ist, mach ich's vielleicht auch für ne Flasche Schnaps und ne Schachtel Kippen.
Aber nur solange wie ich Bock habe", entgegnete Nalae, die Sokars Augen ununterbrochen mit den ihren fixierte.
--Rückblende--
*Auf einer Raumstation in der Nähe von Telaron*
Haddus Edzardus marschierte den Gang hinunter.
Ein kurzer Zwischenstopp auf der Station war nötig gewesen, nach dieser gelungenen Aktion.
Sich und seiner Truppe etwas Spaß an der Bar und in den Holosuiten gönnen, bevor sie wieder zum trostlosen Camp zurückkehrten.
Vor einem der Quartiere war ein nicht unansehnlicher Aufruhr.
Einige Wachposten standen davor; Offiziere der Station, die Haddus als Mitglieder der Sicherheit identifizieren konnte.
Ein Ärzteteam war gerade dabei, etwas - oder jemanden - Unbekleidetes auf einer Bare hinauszutransportieren.
Haddus bemerkte die stattliche Menge an grünem Blut, mit der die Kleidung der Ärzte versehen war.
Er betrachtete das Szenario interessiert.
"Stopp. Der Bereich ist momentan gesperrt."
Eine der Wachen baute sich vor Haddus auf und demonstrierte sein Disruptorgewehr.
"Junge, was is'n hier passiert?"
"Wissen wir nicht genau, sieht auf jeden Fall nicht schön aus."
Haddus versuchte, an der Wache vorbei weitere Blicke auf die Szene zu erhaschen.
"Wer oder was auch immer das war, dem wollen Se nich' im Dunkeln begegnen."
Haddus hob die Augenbrauen.
"Jetzt machen Sie mich aber neugierig."
"Gibt's nich' viel zu sagen, irgend 'ne Bestie hat dem armen Romulaner die Augen mit 'nem Kauter rausgeschmolzen und das Quartier mit seinen Innereien dekoriert. Aber nich' wie so'n Amateur...sieht so aus als hätte da jemand Übung im Ausweiden. Wenn Sie versteh'n was ich mein'!"
"Huii."
Haddus pfiff durch die Zähne.
"Na, dann mal viel Spaß beim Saubermachen."
Er drehte sich auf dem Absatz um.
--Etwas später--
"Ich an ihrer Stelle hätt' ja schon den Abflug gemacht."
Haddus hatte einen guten Riecher für Leute mit Potenzial.
Irgendetwas hatte ihm gesagt, dass es ihm zum Vorteil gereichen würde, wenn er dieser geheimnisvoll aussehenden Romulanerin mit den Blutrachetattoos einen Drink ausgeben würde.
"Alles Versager und Nichtsleister hier, man kann vor deren Nase jemanden durch den Fleischwolf drehen und die würden mit 'ner Lupe die Wartungsrohre nach einem absuchen", sagte sie ohne Regung, zog dabei an einem komischen Zigarillo um danach den Rauch langsam auszuatmen.
"Darf ich fragen, was Sie zu dieser... interessanten Tat bewegt hat?", fragte Haddus und goss ihr etwas von dem braunen Gesöff nach.
"Hab' den mit aufs Quartier genommen weil ich etwas Spaß mit ihm haben wollte. Sollte sich geehrt fühlen, der Schmutz.
Aber dann meinte er, jede klingonische Hure hätte mehr Oberweite als ich.
Das hat mich wütend gemacht. Wie kann man etwas so unanständiges zu einer Dame sagen?
Wenn ich wütend werde, werde ich eben etwas impulsiv.
Aber egal, hab' das schon wieder vergessen. Bin nicht nachtragend."
Sie zuckte die Achseln und sah ihn an, während sie einen stattlichen Schluck aus dem Glas nahm.
"Erzählen Sie mir doch etwas über sich, Haddus.
Sie sehen auch nicht gerade aus wie jemand, der die Füße stillhält."
Haddus' Miene erhellte sich.
"Ich hätte da ein interessantes...Angebot für Sie, Doktor."
--Gegenwart--
Sokar hörte ihr mit offensichtlichem Desinteresse zu.
"Sie denken doch nicht ernsthaft, dass Ihre Geschichte mich irgendwie beeindruckt, Sie lächerlicher Dahmer-Abklatsch", entgegnete er.
"Es juckt mich nicht im Geringsten, was Sie tun oder nicht tun, erledigen Sie einfach Ihre Arbeit widerspruchslos, wenn Sie hier mitmachen wollen. Und ich rate Ihnen, sich weniger von Haddus' Aktionismus hinreißen zu lassen, sonst enden Sie irgendwann so wie er enden wird."
Haddus' hielt Nalae fest, die Sokar gerade irgendetwas Spitzes ins Gesicht rammen wollte.
"Lass das!", zischte er.
"Der Spinner wird noch sein Fett wegkriegen. Zum Augenblick sollten wir außerhalb meiner Aktionen nicht zu viel riskieren, was ihn angeht. Jetzt komm' und trink weiter mit uns, du kannst es brauchen!"
|
|
|
|