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  Umbra et Malleus Log 10
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Oct-Thu-2020, 09:47 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

NRPG: LaSalle, wenn irgendwas nicht passt, bitte melden, habe ja komplett deinen Chara geschrieben.

RPG:

*** Erde/ Rom / Congregatio Universalis / Arresttrakt ***


LaSalle verfolgte teilnahmslos die Performance von Karim Ravienna im Agoniesimulator. Die Angelegenheit begann den Großinquisitor etwas zu langweilen. Leider waren die neuen Mindsifter, die der Tal Shiar freundlicherweise überlassen hatte, für Menschen noch nicht einsatzfähig. Es nützte ja nichts, wenn der Delinquent starb, ohne seine Informationen preisgegeben zu haben.

Ach ja, LaSalle gestattete sich einen Anfall von Nostalgie. Vielleicht wären die altmodischen Folterkammern effizienter gewesen… Auf jeden Fall wollte – oder konnte – Ravienna nichts zur Frage nach Richard von Rabensteins Verbleib sagen. Es mochte tatsächlich sein, dass er nichts wusste. In diesem Fall hatte sein geschätzter Kollege aus dem Archiv schlichtweg gelogen. LaSalle machte eine mentale Notiz, den Herrn als nächstes einzuberufen. Dann fuhr er den Simulator auf Stufe eins herunter, wartete ab, bis sein Opfer etwas Atem geschöpft hatte und sagte dann mit milder Stimme: „Sie wissen nicht, was das Ziel des Verräters war. Gut, ich glaube Ihnen.“

Ravienna starrte ihn an, nicht fähig, irgendetwas zu erwiedern.

„Aber vielleicht erinnern Sie sich, was er im Arkanarchiv gesucht hat? Nach welchem Begriff hat er gefahndet?“

Ravienna schüttelte den Kopf.

„Denken Sie gut nach. Helfen Sie sich selbst. Sie hatten die Suchanfrage auf dem Schirm, bevor sich das Alarmsystem zugeschaltet hatte.“

„Erinnere… mich… nicht…“

LaSalle seufzte und erhöhte die Stufe wieder. Aber nein, er hatte eigentlich keine Zeit. Das begann wirklich unerquicklich zu werden! Er rief einen seiner Adjudanten und instruierte ihn, das Verhör zu übernehmen, und alles, absolut alles aufzunehmen, was dahin deutete, dass Von Rabenstein eventuell mehr als er selbst über Projekt T wusste – denn bisher war ihm nicht gelungen, die auf seinen Amtsvorgänger Valentinian Constantius codierten Files zu öffnen. Hier war ein ganz spezieller Schlüssel notwendig, und den besaß er nicht. Er beschloss, sich einem anderen Projekt zu widmen zu Entspannung. So ein Verhör konnte ganz schön anstrengend werden auf Dauer.

Karim Ravienna, der Bibliothekar, der sein bisheriges Leben zwischen alten Büchern und Speicherbänken zugebracht hatte, bereitete sich auf das Martyrium vor…

 
***Später / Amtszimmer des Großinquisitors***[/b]

Liebevoll streichelte Rufus LaSalle über das antike Papier, das er soeben auf seinem Schreibtisch entfaltet hatte. Ein vergessenes Dekret aus dem frühen 21. Jahrhundert. Es war bei einer Routineprüfung der Archive zufällig aufgetaucht.
Er läutete nach seinem Sekretär.

„Gratian… wie stehen Sie eigentlich zur Frage genetischer Eingriffe bei Menschen?“

Der junge Asiate hüstelte, sichtlich aus dem Konzept gebracht. Man wusste nie, worauf sein Vorgesetzter hinaus wollte! Und er brachte es mit meisterhafter Raffinesse gern so weit, dass man sich eigenhändig das Todesurteil unterzeichnete. „In welcher Beziehung, Eminenz?“ fragte er daher vorsichtig.

„In der Beziehung, dass Eltern ihre ungeborenen Kinder gern maßschneidern.“

„Nun… ja, es gibt… nun… es gibt kein imperiales Dekret dagegen… soweit mir bekannt ist, Eminenz. Besonders die Familien mit militärischer Tradition achten darauf, dass ihre Söhne und Töchter kräftig, wohl koordiniert und ausdauernd sind."

LaSalle drehte den antiken Füllfederhalter, der zur Ausstattung seines Schreibtisches gehörte, spielerisch zwischen den Fingern. „Da hilft man gern auch mal mit Alien-DNA nach, so ist es doch, oder?“

Gratian fühlte seine Hände kalt werden. Hatte der Großinquisitor etwas über ihn herausgefunden, was er selbst nicht wusste?!

„Aber… es gibt kein Gesetz, was definiert, bis wann man Terraner ist, nicht wahr?“

„Ja… nun… Beim Militär ist es Usus, von 95 Prozent auszugehen,“ antwortete der Sekretär nervös. „Soweit mir bekannt ist. Soll ich einen … ähm… Nachforschungsauftrag anstoßen?“

„Nein, nicht nötig.“ LaSalle entließ ihn, wohl wissend, dass er dem jungen Mann zu einem neuen Hobby namens Genealogie verholfen hatte. Er lehnte sich zurück, ließ den Blick über das Historiengemälde mit der Schlacht an der Milvischen Brücke schweifen und schwelgte dabei in Vorfreude.
Gesetz? Oh doch. Es gibt eines, und ich habe es gerade gefunden. 98 Prozent. Wie würde wohl das Verhältnis bei seiner Nemesis Richard von Rabenstein ausfallen? Aber eigentlich war es gleichgültig, denn er könnte an den im Archiv gespeicherten Daten ja die eine oder andere Veränderung vornehmen… Ich sorge dafür, dass du amtsunfähig wirst, mein geschätzter Freund!

Er nahm Zugriff auf die entsprechenden Personalakten seiner heiligen Behörde und musste einen Moment später feststellen, dass die Unterlagen zu seinem Gegenspieler gesperrt waren. Und zwar auf einem Level, das ihm – IHM ! – tatsächlich keinen Einblick erlaubte! Rufus LaSalles Vorfreude wandelte sich in Zorn. Er lenkte seine Schritte wieder in Richtung des Liftes zum Arresttrakt , um sich beim Verhör etwas abzureagieren. Und als nächstes, nahm er sich vor, würde er einen Höflichkeitsbesuch im Oberkommando machen, bei Captain Robert Maximilian von Rabenstein….


(PS: mir ist noch nicht eingefallen, warum LaSalle eigentlich  nicht längst den (vorgeblichen?) Eltern seines Gegners auf die Pelle gerückt ist um sie unter Druck zu setzen. Vielleicht habt ihr eine Idee. Aber ich dachte, dieses Rasse-Gesetz wird für viel Unruhe im Militär und bei DeRaaf sorgen, auch ohnehin).
 

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  Umbra et Malleus Log 9
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Oct-Sun-2020, 01:53 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** ISS Dark Mirror ***

 
Der Großinquisitor machte sich auf den Weg ins Offizierskasino, obwohl ihm derzeit der Appetit vergangen war. Aber eine gewisse Kalorienzufuhr war unabdinglich, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten, das hatte der Allmächtige in seiner unendlichen Weisheit nun einmal so festgelegt.
 
Also trat er an die Replikatoren, die hier im Offiziersbereich mit deutlich höheren Auswahlmöglichkeiten bestückt waren, und bestellte einen Imbiss. Auf dem Weg zu einem der Separeetische an den Fenstern erblickte er jene junge Dame, die ihn vor einigen Tagen kurz vor ihrem Abflug um seinen Segen gebeten hatte. Sergeant Ellen Robinson. Gerade blitzte ihr Technikerabzeichen wieder deutlich im Deckenlicht auf. Auch sie saß vor einem vollen Teller - Eile war also in dieser Beziehung nicht geboten. So nahm Richard in einiger Entfernung Platz, aß und behielt sein Zielobjekt im Auge, während er sich die kommende Strategie überlegte. Er musste schnellstens wissen, wieviel Vandenberg wusste!
 
...
 
Beim Verlassen des Kasinos kreuzte er wie zufällig den Weg von Sergeant Robinson. Sie grüßte ehrerbietig und er ließ sich den Ring küssen. Ach, das tat gut ab und an...
"Wahrscheinlich haben Sie hier an Bord nicht wirklich Gelegenheit zur Beichte, Sergeant. Ich könnte etwas Zeit erübrigen."
 
"Oh, ja, da haben Sie Recht, aber... ich möchte Ihnen nicht die Zeit stehlen."
 
"Keineswegs. Es ist schließlich meine Pflicht, nein, mein Bedürfnis, Gläubigen in seelischer Not beizustehen. Und ich kann sehen, dass Sie Ihr Gewissen gern etwas erleichtern möchten."
In einiger Nähe schlenderte ein Crewman vorbei und Richard bedachte ihn mit einem eisigen Blick, der ihm bedeutete, so schnell wie möglich weiter zu kommen und sich nicht umzudrehen. Gut dass die Inquisition ihre Aura auch in dieser beklagenswerten Zeit nicht völlig eingebüßt hat...
"Kommen Sie, Ellen, machen Sie sich keine Sorgen um meine Zeit. Ich bin für Sie da, wie für alle anderen, die meiner Hilfe bedürfen."
 
 
*** Richards Quartier ***
 
Der Großinquisitor und sein Beichtkind hatten die notwendigen Vorbereitungsgebete gesprochen, und nun lauschte er zurück gelehnt in seinen Sessel, was die zu seinen Füßen kniende Frau sich gern von der Seele reden wollte. Bisher war es nichs Verwertbares, aber er konnte sie nicht zu rasch 'verhören', ohne Argwohn zu erwecken. Alles musste ganz natürlich vor sich gehen. Wenn sie sich nur nicht so unendlich ermüdend lange bei ihren Beziehungsquerelen zu diesem oder jenem Crewmitglied aufhalten würde, Infernus maledictus! Er gab ihr einen kleinen  mentalen Anstoß, um sie in jene andere Richtung zu lenken, bevor er offen fragte:
"Und Ihr Dienst an Bord? Das scheint auch etwas zu sein, was sie belastet. Ihr Stress hier ist vermutlich sogar der Grund Ihrer Verfehlungen in Sachen Ihrer Beziehungen."
 
"Ja? Ja, kann sein, ist manchmal unerträglich, und dann lasse ich es aus an Amir. Letzte Woche, da habe ich ihn---"
 
Nein, ich will es nicht wissen!"Sehen Sie. Ellen. Es ist immens wichtig, dass Sie Ihre Seele von allem befreien, was Ihnen Schmerz und Unfrieden verursacht." Nun komm schon!!!
 
"Die Sache mit den Borg... aber ich darf nicht darüber sprechen. Exzellenz, wenn jemand erfährt--"
 
"Keine Sorge, mein Kind. Alles, was hier zwischen uns gesprochen wird, wird hier in diesen vier Wänden verbleiben. Vertrauen Sie mir. Vertrauen Sie der Gnade des Allmächtigen und erzählen Sie mir alles!"
 
"Ja, ich weiß. Es ist ja nur... Ensign Rudnikov hat eine Andeutung fallen lassen in einer Bar, und einer von Agatheas Leuten hat ihn exekutiert."
 
Interessant.
 
"Ich meine, ich hab nichts gesehen, aber man sagt, die haben ihn beiseite geräumt, weil er geredet hat. Deshalb sind sie doch an Bord. Die haben ihre Augen ja überall, und wenn man nicht aufpasst..." Ihre zitternde Stimme erstarb und ihre Angst war plötzlich so groß, dass Richards mentale Fühler keinen Kontakt mehr herstellen konnten.
 
Er überwand sich und ließ die rechte Hand auf ihren Kopf sinken. "Keine Angst. Hier sind Sie in Sicherheit. Denken Sie nur an Ihr Seelenheil. Sie wissen doch, dass Experimente mit den Borg eine schwere Blasphemie darstellen."
 
"Ja." schluchzte sie. "Es ist schrecklich! Aber was soll ich machen, ich bin in der Kommandostruktur! Was soll ich machen?!" Sie streckte die Arme aus und klammerte sich an ihm fest.
 
Ahh, Sanctissima Trinitas! "Ellen. Beruhigen Sie sich. Ich verstehe Sie. Aber ich kann Sie erst absolvieren, wenn Sie mir alles sagen, was vorgefallen ist. Warum gibt sich Ihr Kommandant mit solchen gotteslästerlichen Taten ab?"
 
"Damals im Krieg gegen die Borg, hab ich gehört, hat er Zugriff auf einen Kortikalknoten bekommen, in dem irgendwelche Sachen gespeichert waren... ein Mythos, ein Borg-Mythos.... das Licht wird zur Nacht und das Ende zum Anfang oder  so, es war so eine Art... Gedicht... Ist irgendwie im Subsystem von den Dingern verankert."
 
Seit wann pflegen die Borg Poesie? Und seit wann interessiert sich Vandenberg dafür?! Ein Gedicht ... wohl eher ein Code...
 
"... und seither sind wir hinter jedem Borg her, den wir irgendwo erwischen können. Die Offiziere sagen, wegen der Hardware, aber ich bin bei der Tech-Crew, ich programmiere die Searchbots. Wir sind auf der Suche nach dem Taminus!"
 
Das war die letzte Bestätigung die Richard brauchte. Vandenberg war auf offensichtlich mit ziemlicher Besessenheit auf der Suche, und er war überzeugt davon, am Ziel seiner Sehnsüchte etwas immens Wichtiges zu finden - aber er wusste nicht, wo er suchen sollte! Nun, ganz sicher nicht auf Delmaran...! 
 
"...Jemand hat gehört... er glaubt... dass Imperium fällt ihm wie eine reife Pflaume in die Hände! Und er soll gesagt haben, dafür verkaufe er seine Seele dem Teufel!"
 
Das hat  Vandenberg schon vor Jahren getan. Richard absolvierte eine immer noch schluchzende Sergeant Robinson und expedierte sie dann mit der Versicherung göttlichen Wohlwollens nach draußen. Es gab keine Zeit mehr zu verlieren!
 
 
*** ISS Dark Mirror / Transporterraum ***
 
Richard war an dem jungen Mann an den Transporterkontrollen vorbei marschiert und hatte auf dem Transferfeld Platz genommen. "Auf die ISS Vespasian, Brücke (= der Kommandokreuzer von Hammerton)!"
 
"Sir, ähm... Exzellenz, der Konvoi geht in zwei Minuten auf Warp. Ich muss Rücksprache--"
 
"Sie werden mich AUGENBLICKLICH auf die Vespasian beamen! Oder ich belege Sie mit dem großen Anathema!"
 
Die schweißfeuchten Hände des Crewman flogen über die Transporterkontrollen.
 
 
*** ISS Vespasian / Brücke ***
 
Richard materialisierte kurz bevor Warp initiiert wurde. Hammerton  fuhr aus dem Captains Chair hoch und besann sich in letzter Sekunde auf die Grundregeln der Höflichkeit. "Exzellenz," brachte er heraus, "solche plötzlichen Erscheinungen auf meiner Brücke pflege ich ... nicht zu schätzen. Außerdem sind meine Sicherheitsleute stets feuerbereit!"
 
"Befehlen Sie sofortigen Stop!" rief Richard unbeeindruckt. "Schilde hoch und Gefechtsbereitschaft!"
 
Hammerton konnte ein irritiertes Husten nicht völlig unterdrücken. Die übrige Brückencrew ließ die Blicke unsicher von einem zum anderen wandern.
 
"Sie sind auf das Amt des Großinquisitors verpflichtet! Und in dieser Eigenschaft BEFEHLE ich Ihnen sofortigen Stop!"
 
Hammerton machte eine Handbewegung Richtung technischer Station, und der dortige Offizier leitete die Order an den Maschinenraum weiter, während die Kom entsprechende Befehle an die übrigen Schiffe absetzte. Eine Minute später schwebte die kleine Taskforce gemächlich auf Impulsantrieb im Raum. Im Holoemitter entfaltete sich Vandenbergs Gestalt.
 
"Hammerton, Von Rabenstein - was soll diese Scharade?!"
 
"Ich habe eine kleine Kursänderung bekannt zu geben," ergriff Richard das Wort. "Wir fliegen in den Velconnia-Belt,  nicht nach Delmaran."

(PS: wie gesagt, hab da noch eine Idee, warte aber auf Antwort. S. oben im Verwaltungsbereich)

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  Umbra et Malleus / Log 8 / Vandenberg / NPC
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Oct-Sat-2020, 09:52 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

ISS Dark Mirror / Tür von Richard von Rabensteins Quartier
 
"- Sagen Sie… wie ist eigentlich Schwester Agathea zu Ihnen gestoßen?“
 
Richard von Rabensteins Frage hin wie schwerer Zigarrenrauch in der Luft. Vandenberg grinste gehässig.
 
Va: Nun, eigentlich könnten Sie sie ja selbst fragen, aber wenn Sie es wirklich wissen wollen: Sie war Teil einer Gruppe von Dissidenten, welche versucht hatten, dieses Schiff zu stehlen.

Richard lächelte freudlos.
 
RR: Nein so etwas. Wer wäre so tollkühn, Ihnen etwas zu entwenden?
Va: Ihre Fähigkeit zur Ironie hat in letzter Zeit etwas nachgelassen, Euer Exzellenz.
RR: Und was wurde aus den Dissidenten?
Va: Sie sind Teil dieser Crew.
RR: Vandenberg, dein väterlicher Freund und Helfer.
Va: Wo wir bei  gerade Helfern sind: Wir setzen gerade Kurs auf Damalan. Eventuell verhilft dies Ihnen ja zur gewissen inneren Ruhe.
RR: Zu gütig. Mir würde derzeit jedoch etwas für meinen Magen zur inneren Ruhe gereichen.
Va: Die Offiziersmesse steht Ihnen zur Verfügung. Ich empfehle Menü 4.
RR: Ich danke Ihnen für Ihre Empfehlung.

Vandenberg nickte und enteilte. Am Gangkreuz blieb er stehen und wandte sich zu Richard um.
 
Va: Ach ja, Euer Exzellenz. Noch eine Kleinigkeit. Eine Petitesse der Geschichte. Ist Ihnen bekannt, dass Damalan einen Nachbarplaneten hatte? Das Gerücht geht um, dieser Planet habe sich auf Wanderschaft begben. Und einige Leute behaupten, dieser Planet hätte den Namen Taminan  getragen. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit.

----------------------------------------------------------------------------------
Ortswechel: Erde/ Rom / Congregatio Universalis / Büro des Großinquisitors
 
LaSalle war nicht erbaut. Die transzendente Stimmung, welche er so liebte, hatte sich bisher nicht eingestellt. Vor einer Stunde war von einem Treffen des Hochkonzils zurückgekehrt. Wie immer hatte dieses Konzil in einem Streit zwischen ihm und DeRaaf geendet. DeRaaf mochte ein hervorragender Stratege sein, aber er war auch ein Technokrat und stur wie ein Stück Duralstahl. Und daher dummerweise brandgefährlich. Derzeit kam LaSalle an DeRaaf nicht vorbei. Und ob dies überhaupt möglich war, lag in den Nebeln der Zukunft verborgen.
Und VanMalnen? Nun, dieser selbsternannte Großkanzler war nichts anderes als ein leicht zu manipulierender Idiot. Ein selbstgefälliger und zu selbstsicherer Narr. Nichts anderes als ein Werkzeug, ein Instrument, welches in den Händen eines erfahrenen Spielers eine herrliche Melodie von sich zu vergeben vermochte. Und während DeRaaf auf VanMalnen eher Basstöne spielte, so war nur LaSalle in der Lage, wahre Meisterwerke zu spielen. Und dies sollte auch so bleiben. Kein anderer Spieler durfte sich zu LaSalle gesellen. Schon gar nicht solche atonalen Figuren, wie Richard von Rabenstein.
Doch derzeit gab es wichtigere Dinge zu bedenken. Das was man auf Panox-B gefunden hatte, war nicht unbedingt ein Grund zur Freude gewesen. Doch wenn Lasalles Pläne reifen würden, wäre auch dies nur eine Notiz am Rande. Doch der Schlüssel zu allem war jene merkwürdige Notiz „Projekt T“ in den Archiven der Inquisition. LaSalles Schergen waren ausgeschwärmt um mehr darüber zu erfahren, jedoch gab es bisher nur wenig Substanzielles. Nun, auch hier musste man warten.
Ein Signal ertönte.
 
LS: Herein!

Die Tür öffnete sich und eskortiert von 4 Wachen und einem Offizier der Inquisitionsgarde ,wurde ein Mann in zerfetzter Kleidung in den Raum geführt. Karim Ravienna, jener Mann, welcher auf Epsilon Eridani Richard von Rabenstein zur Flucht aus dem Archiv der Inquisition verholfen hatte.

LS: Ah..Bruder Ravienna, Ich bedauere, dass man Sie solange in einem nicht angemessenen Quartier untergebracht hat. Wie ich bemerke wäre auch ein reinigendes und desinfizierendes Bad angebracht. Aber keine Sorge, ich werde für Ihr Wohlbefinden sorgen.
 
Ravienna schwieg, drehte den Kopf nur zu einem Wandschrank.
 
LS: Ah ich sehe. Die alte Mär. Nun entgegen landläufiger Behauptungen lagere ich nicht die Köpfe meiner Gegner in Schränken ein. Nur ein paar Schädel von Personen, welche sich unfreundlicher Weise der Befragung durch Suizid entzogen haben. Aber wir beide werden uns jetzt wie gesittete Menschen unterhalten. Wir werden eine Reise unternehmen. In die Welten in welche Richard von Rabenstein wohl hin entfleucht ist. Wenn Sie kooperieren. Wenn nicht, nun dann wird es eine Reise in neue, nie gekannte Welten des Schmerzes und der Agonie werden: Für mich als Beobachter, für Sie als Reisenden. Es liegt ganz bei Ihnen.
 
 
 
 
 
 

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  Umbra et Malleus Log 7
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Oct-Sun-2020, 08:33 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** ISS Dark Mirror / Quartier Richard von Rabensteins ***


Richard glich noch einmal die Daten, die auf seinem Ring gespeichert waren, mit denen ab, die er damals auf Eridani aus dem Arkanarchiv der Inquisition extrahiert hatte. Während der letzten Wochen hatte er viel Zeit gehabt, alle Eventualitäten durchzurechnen und die unvollständigen Informationen mit allerlei plausiblen oder auch weniger plausiblen Details zu ergänzen. Es war klar, dass die komplexen Codes im Amtsring des Großinquisitors nur einen Schlüssel darstellten, nicht das Geheimnis selbst.
Es schien sich um Koordinaten zu handeln, die auf einen Ort hinter dem Velconnia-Belt hinwiesen, am Rande des Betaquadranten. Aber was war dort? Weder ein System, noch eine Basis waren dort verzeichnet, schon gar nichts mit dem Namen Taminus. Nicht nur nicht in den offiziellen imperialen Quellen, sondern eben AUCH nicht in den Inquisitionsarchiven!
 
Er deaktivierte die Holomatrix. Selbstverständlich würde er nicht die bordeigene Hardware benutzen, die ganz sicher von irgendwelchen neugierigen Augen angezapft wurde! Entweder aus Eigeninteresse oder im Auftrag irgendwelcher Leute, die mit den Informationen dann hausieren gingen - nein, die Inquisition selbst beschaffte sich viel zu oft Daten auf ebendiese Weise, als dass sich Richard von Rabenstein irgendwelchen Illusionen hingegeben hätte! Er konnte das Wissen nur auf eine Weise schützen: es an oder in sich tragen. Vorsichtig schob er die modifizierten Kontaktlinsen wieder an ihren Platz und den Ring unter sein Gewand. Alles andere war belanglose Allerweltshardware.
 
Was ist auf Taminus? Oder vielmehr: was ist Taminus?! Er stand auf und starrte aus dem Fenster. Hinter seinem eigenen schemenhaften Spiegelbild waren in der Ferne die Positionslampen von Hammertons Taskforce zu erkennen. Valentinian Constantius, was im Namen der Heiligsten Dreifaltigkeit war so bedeutsam, dass du es auf diesem Ring codiert hast für deinen Nachfolger?! Und wie konntest du wissen, dass das Konzil mich wählt?!
Natürlich wäre es nicht das erste Mal gewesen, dass eine Wahl im Vornherein arrangiert war - aber der letzte Großinquisitor war ermordet worden, ehe er sich um Dinge wie seine Nachfolge hatte bemühen können! 
Richard ballte die rechte Hand zur Faust und schlug gegen das transparente Duranium des Fensters. Er kam einfach seit Monaten keinen Schritt weiter! Dabei war er sicher, dass Taminus der Schlüssel war: zur Rettung der Kirche und zur Rettung des Imperiums!
 
Und dank Frank Hammerton besaß er jetzt die militärischen Mittel, sich notfalls den Weg in den Velconnia-Belt zu bahnen! Und nach Malcoria, wo sich die Spur eines der letzten überlebenden Konzilsteilnehmer verloren hat... überlegte Richard weiter, während er seine Kleidung ausgehfertig machte, um Hammerton eine Visitatio abzustatten. Soweit den Gerüchten zu trauen war, hatten unterdessen zehn jener Wahlberechtigten, die den Krieg überlebt hatten, als 'Kopfreliquie' in LaSalles persönlichem Raritätenkabinett Platz gefunden… Und ich plane nicht, der nächste zu sein.
 
Er versiegelte sein Quartier und machte sich auf den Weg zum Lift, als ihn etwas traf, das nur mit einer emotionalen Böe vergleichbar war. Für einen Moment verlor er die Orientierung - dann war das seltsame Phänomen vorrüber. Stattdessen hörte er jetzt eine sich öffnende Tür und dann zwei Stimmen.
"Wenn Sie den Suppressor weiter ... nutzen, garantiere ich ... nichts mehr!"
"... kann mir nicht leisten...! Gerade jetzt!"
Vandenberg und Schwester Agathea (oder wer/was sie auch immer war!)
Hastig wich Richard zurück zu seiner Tür, bewegte die Finger über den Entriegeler.
"... die Borg das Anagramm in der Programmierung hatten! Ich muss wissen, was er über Tam--"
 
Mit einem sanften und dennoch viel zu laut scheinenden Geräusch hatte sich die Tür hinter Richard geschlossen. Der Inquisitor hielt unwillkürlich den Atem an. Tam? Taminus? Vandenberg ist auf der Jagd nach Taminus??? In der nächsten Sekunde erklang der Türmelder.
Richard wartete ein weiteres Läuten ab, Zeit, die er nutzte, seinen Geist zu fokussieren und die Kontrolle zurück zu gewinnen. Dann rief er "Herein!"und hoffte, dass es einem Mann entsprechend klang, der eben in tiefschürfenden Gedankengängen gestört worden war.
 
Robert Vandenberg trat ein; Agathea verblieb wie ein Wachhund draußen vor der Tür.
"Guten Abend Exzellenz. Sie planen noch einen Ausgang, wie ich sehe?"
 
"Ich lege immer Wert auf korrekte Kleidung."
 
"Außer wenn Sie mit einer romulanischen Nutte Jagd auf Borgdrohnen machen, nicht wahr?"
 
"Haben Sie mir etwas mitzuteilen?" fragte Richard emotionslos. "Für Ihre Eckkneipenspäße fehlt mir derzeit die Muße."
 
"Schade, ich dachte, wir hätten etwas in alten Erinnerungen schwelgen können. Nun, kommen wir zum Geschäftlichen! Auf Damalan führen Archäologen im Auftrag der Inquisition großangelegte Grabungen durch. Haben Sie eine Ahnung warum?"
 
Damalan? Richard war elektrisiert - aber nichts davon drang nach außen. "Wahrscheinlich ein alter Konvent aus der Frühzeit der imperialen Expansion.“ Der Platz war mehrfach in den Verweisen des Arkanarchivs aufgetaucht… „Großkanzler Van Malnen ist ja erpicht auf historische Kontinuität. Wenn er auch nur ein Stäubchen findet, was seinen Anspruch untermauern kann... Ich wusste gar nicht, dass SIE sich für archäologische Artefakte interessieren?"
 
Der ehemalige Flottenkommissar erwiderte nichts, sondern wechselte stattdessen das Thema. "Ich nehme an, das Treffen mit Captain Hammerton endete in beiderseitigem Einvernehmen?"
 
"Ad maiorem Dei gloriam."
 
Vandenberg rang sich ein höfliches Lächeln ab. „Nun denn… Sie werden die Güte haben, mich an Ihren Plänen teilhaben zu lassen? Ich möchte nicht auf Eingebung von Oben warten.“
 
„Sie werden wissen, was zu wissen ist." Wenn ICH weiß, was zu wissen ist. "- Sagen Sie… wie ist eigentlich Schwester Agathea zu Ihnen gestoßen?“
 

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  Umbra et Malleus / Log 6 / Vandenberg
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Oct-Sun-2020, 03:27 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

Beta Phönizis / Albacore City / Hellbound Heights

Es wäre Nacht geworden über Albacore City. Nicht das dies den Aktivitäten in der Stadt irgendeinen Abbruch getan hätte. Ganz im Gegenteil. Nachts pulsierte das Leben gerade hier im Rotlicht-Bezirk. Und so nahm dann auch niemand Notiz von den beiden Personen, welche in einer Sackgasse scheinbar belanglos miteinander sprachen. Fast so, wie in einem abgeschmackten Agenten-Holo. 
Vandenbergs Blick glitt über das winzige Holo und die darin enthaltenen Daten. Daten, welche für seine Zwecke sehr interessant waren. Und äußerst nützlich.

Va: Sie haben also alle Daten bekommen, Dolfris.

Der reptiloide Sandrakaner lachte grunzend.

Do: War ein schweres Stück Arbeit.
Va: Ja, das mag schon sein. Gut.

Vandenberg überreichte Dolfris ein winziges Stück Flexichip.

Va: 42, wie vereinbart.

Dolfris steckte den Chip in ein winziges Lesegerät.

Do: 42...Mhmm..ich dachte ehr an 50.
Va: 42 und treiben Sie es nicht zu weit.
Do: Schon gut. 42 sind sowieso eine ganze Menge Geld für Informationen über diesen Pfaffen.

Vandenberg hob den kaum merklich den Kopf.

Va: Sie haben die Daten gesehen?
Do: Zwangsläufig.
Va: Sollte ich herausbekommen, dass Sie mit dieser Information hausieren gehen, werde ich ein so hohes Kopfgdeld auf Sie aussetzen, das jeder daher gelaufene Kopfgeldjäger, für ein Zehntel dessen, was ich biete. Ihnen mit Wonne die Gedärme aus dem Leib schneiden und Sie daran aufhängen würde.
Do: Ist das eine Drohung?

Vandenberg lächelte liebenswürdig.

Va: Ein guter Rat, Dolfris. Ein guter Rat.
Do: Es macht mir immer Freude, mit Ihnen Geschäfte zu machen.
Va: Nun denn viel Glück.
Do: Eine Frage hätte ich noch.
Va: Und die wäre?
Do: Wie komme ich nach Risa?

Vandenberg aktivierte ein Holo und tippte einen Code ein.

Va: Ich habe auf Ihren Chip noch weitere 5 gebucht. Das sollte reichen.
Do: Zu Großzügig. Aber für weitere  2 hätte ich noch eine Info für Sie.
Va: Nun gut. Ich buche Sie Ihnen. Also?
Do: Sie gehen ja geradezu verschwenderisch mit dem Geld um.
Va: Es ist nicht mein Geld. Also, ich höre?
Do: Unten, im Dark Desires, gab es eine Explosion. Man hat ein paar Leichen gefunden. NIcht mehr identifizierbar.
Va: Und?
Do: Nun, die Polizei, oder was sich ihr Polizei schimpft, hat Spuren von Aktinit gefunden.
Va: Aktinit...mhmmm...so etwas bekommt man nicht unbedingt an jeder Ecke.
Do: Nur das Militär setzt dieses Zeug ein.
Va. Interessant. Nun, ich danke Ihnen. Auf bald.

Dolfris nickte und entschwand in der Dunkelheit der Gassen.
Vandenberg überlegte. Könnte es sein? Und wenn ja, wie war es möglich? Aber nein. Aktinit konnten auch andere Gruppen nutzen.
Während Vandenberg sich zurück zum Raumhafen begab, dachte er über die eigentlichen Infos nach, welche er von Dolfris erhalten hatte.
Die Informationen über eine gewisse Person waren interessant. Diese Person hatte einen Vetter im  Konzil der Konzerne und einen weiteren Verwandten, ein hohes Tiier in der Flotte und nicht gerade, ein Freund dieser gewissen Person. Es war immer gut eine Fallback-Position in einem Spiel zu haben und schon gar in diesem Spiel.
Doch viel wichtiger als diese Informationen, waren die Daten, welche so ganz nebenbei im Datensatz enthalten waren.
LaSalle lag anscheinend in einer Art Krieg mit DeRaaf. Diesen hatte die Exekution von 114 Flottenoffizieren durch die Inquisition wohl nicht erfreut. Im Gegenteil. Die Flotte was wohl angewiesen worden, militärische Anweisungen der Inquisition nicht mehr zu befolgen.
LaSalle selbst spielte wohl den Unschuldigen und beklagte, dass hier wohl ein Missverständnis vorliege. Aber die viel interessante Information war sicherlich jene, dass die Inquisition starke Kräfte Im Tallakan-Sektor Sektor zusammen gezogen hatte. Das war nichts Besonderes, da es dort ein Kloster der Fanatiker des Ordens der Schmerzensträger gab. Und jenen war die Inquisition nicht hart genug. Da hatte LaSalle doch einiges interessantes zu tun.Jedoch gab es in jenem Sektor eine Ausgrabungsstätte auf dem Planeten Damalan. Und dort waren Archäologen der Inquisition am Werk. Was hatte die Inquisition dort zu suchen? Evtl. wusste ja von Rabenstein Etwas. Vandenberg lächelte wölfisch. Nun, er würde von Rabenstein fragen.

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  Ornat des Großinquisitors
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sep-Tue-2020, 08:45 PM - Forum: *** Visuelle Kommunikation *** - Keine Antworten

So, ich war mal wieder tätig. Hier seht ihr Richard von Rabenstein bei einer markigen Predigt im Inquisitions-Hauptgebäude in Rom (aka. U-Bahnstation des World Trade Center, New York Zwinker).
Was er trägt ist die feierliche Amtstracht (jetzt müsste also LaSalle so auftauchen, bei offiziellen geistlichen Anlässen). Ich dachte mir, da wir ja so eine Art byzantinische Staatskirche haben, müssen es schöne prächtige Brokatgewänder sein, aber natürlich  nicht zu barock. Violett fand ich auch passend, da Inquisition ja immer etwas mit Umkehr und Buße zu tun hat. Im Hintergrund sieht man den Amtsthron (aka Thron des Bischofs Maxentius von Ravenna, mit den Engeln vom Hoover-Damm) und das Banner der Inquisition.
Gläubige reinzubauen war ich zu faul. Dauerte eh schon tagelang...

[Bild: Rabenstein-Ornat4.jpg]

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  Umbra et Malleus Log 5
Geschrieben von: Sokar - Sep-Sat-2020, 08:27 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

NRPG: eigentlich spielte die Szene auf Risa, aber nachdem in Hammertons Log schon ein entsprechendes Setting da war, habe ich die Gelegenheit ergriffen!

RPG:

"On the wings of darkness,
he'll retaliate"

(Within Temptation "A demon's fate)


*** Beta Phönizis / Albacore City ***

Der kahlköpfige Terraner mit dem abstrakten Gang-Tattoo auf dem Schädel justierte sein Sichtgerät  und ließ vorsichtig den Blick aus dem leeren Türrahmen auf die Straße wandern. Die grellen schwebenden Werbeholos konnten den herrschenden Smog kaum durchdringen. Immer wieder blitzten irritierende Farbspiele auf und zerstoben in graubraunem Dunst. Die Luftreinigung schien ausgefallen, man munkelte, dass irgendwelche technischen Komponenten fehlten. Vielleicht waren sie aber auch nur in den unergründlichen Tiefen der Korruption versackt.

Der Terraner fluchte. "Was, wenn er heute nicht auftaucht?"

"Er wird auftauchen," antwortete die Stimme eines zweiten Mannes, der im Dunkel des Hauseingangs verborgen war.

Es lag eine eisige Ruhe in der Intonation, die den Terraner nur noch mehr frustrierte. "ICH hätte den Sack gestern erledigen können, im Pool. Aber nein, es muss nach Plan gehen!" Er spuckte aus. "Und jetzt stehen wir seit Stunden hier und starren auf die verdammte Tür von dem verdammten Laden!"

Er fühlte nicht einmal einen Luftzug. Erst das kalte Metall eines terranischen Kampfmessers an seinem Hals spürte er. Die orange-blaue Holoschrift von gegenüber lief über ein Gesicht mit scharfkantigen Zügen, hoch geschwungenen Augenbrauen und Ohren. "Es geht nach Plan, weil ICH diese Operation leite," zischte Sokar. "Wenn du ein Problem damit hast, kann ich dich von deinen Pflichten entbinden."

Der Terraner stieß eine Obszönität aus und Sokars Messer erzeugte eine kleine rote Blutspur. "Na los, he, du bist scharf drauf mich umzubringen?! Na los doch, Spitzohr! Aber das ist ja nicht logisch, was?!"

Leichter Ozongeruch und ein kurzes fauchendes Geräusch verkündeten einen haltenden Gleiter auf der Straße. Sokar stieß seinen ungewollten Partner gegen die Hausmauer, wandte sich zum Türrahmen - und wurde von einem Schlag in den Rücken gefällt. Elender Idiot! Er warf sich herum, riss den Angreifer von den Füßen und immobilisierte ihn eine Sekunde später, Arme auf dem Rücken, das gepanzerte Knie gegen die Wirbelsäule gepresst. Der Terraner wimmerte. "Mach keinen Scheiß, Mann, war doch nur Spaß!"

Sokars Sichtgerät zeigte einen positiven Abgleich auf ihre Zielperson. Ich habe keine Zeit für solche Späße!
Der Vulkanier zog seinen Phaser, drückte ihn gegen den Kopf des Terraners und feuerte. Sich hochstützend und Sicherheitsabstand einnehmend, stellte er die Waffe auf Höchststufe und richtete sie erneut auf den leblosen Körper. Beweise zurücklassen war nicht seine Art. Dann deaktivierte er das Sichtgerät, brachte seine Kleidung in Ordnung und trat aus der Tür.

 
*** Albacore City / Dark Desires Club ***

Eine widerwärtige Geruchsmischung aus Alkohol, Räucherdrogen und den Körperausdünstungen diverser Spezies waberte Sokar entgegen, begleitet von einem tranceartigen Trommelrhytmus. Auf zwei schwebenden runden Plattformen produzierten sich männliche und weibliche Lustsklaven. Der Blick des Vulkaniers streifte durch das Etablissement, bis er seine Zielperson entdeckt hatte: Thore Helwyn saß in Begleitung seiner vier Bodyguards an einem der hinteren Tische im Separee und war offenbar in eine Transaktion mit einem Geschäftspartner verwickelt. Er trug ein kostbares, kaftanähnliches Gewand, das aber trotzdem nicht verhüllen konnte, was er war: ein fetter terranischer Beamter. Ein korrupter Beamter…
Sokar steuerte unbeirrt auf Helwyn zu, dabei mit einer unauffälligen Bewegung vier Nanodrohnen aus dem Reservoir an seinem Gürtel entlassend.

Einer der Bodyguards fasste sich an den Nacken – dort hatte ihn das Hightech-Mörderinstrument erwischt. Die anderen schienen nichts bemerkt zu haben; vielleicht hing der Detonator in ihrer Kleidung. Jetzt wurde einer der Kerle auf den Vulkanier aufmerksam.

„Ey! Spitzohr! Stehenbleiben!“

„Ich habe mit Mr. Helwyn zu sprechen.“

Der Genannte sah kurz hoch, entschied, dass das Spitzohr keiner näheren Aufmerksamkeit seinerseits wert war und schnippte kurz mit den Fingern in Richtung eines seiner Handlanger. Der Mann trat auf ihn zu, einen Disruptor im Anschlag.

„Ich wäre vorsichtig. Sie haben alle vier eine Nanodrohne abbekommen.“

Der Bodyguard grinste schmierig. „Ich geb dir gleich ne Drohe, du-“ Seine Stimme endete in einem fauchenden Geräusch, als der Detonator sein Werk verrichtete. Einen Moment später sackten die Reste des Mannes die Treppe des Separees hinunter. Auf dem Teppich bildete sich eine Blutlache.

„Ich nehme an, dass Sie jetzt bereit sind, zuzuhören?“

Helwyns Gesicht verzerrte sich vor unterdrückter Wut. Sein Geschäftspartner war in die hinterste Ecke des Separees gerückt, wo ihn weiche Samtkissen leider an einem weiteren Fortkommen hinderten. „Was ist, Spitzohr? Ich habe nicht den ganzen verdammten Tag Zeit!“ versuchte Helwyn vergeblich, sein Gesicht zu wahren.

„Ich komme im Auftrag von Lady Ashinya.“

„Lady Ashinya,“ wiederholte der Terraner vor Sarkasmus triefend. „Und?“

„Ihr ist zu Ohren gekommen, dass Sie Ihre Geschäfte ein wenig weiter ausgedehnt haben, als die Kontrakte vorgesehen haben, und sich hier und da ein wenig an Ressourcen bereichert haben, die Ihnen nicht zustehen.“

Auf Helwyns Stirn bildeten sich kleine Schweißtropfen, die im Licht glänzten. Widerliches terranisches Schwein, dachte Sokar, während er ein Pad aus der Jackentasche zog und dessen Holo-Eingabefeld aktivierte. „Aber – wir sind zivilisierte Geschäftsleute und keine Klingonen.“

Einer der Bodyguards stieß ein kurzes Lachen aus und erntete einen vernichtenden Blick seines Bosses.

Sokar hielt Helwyn das Padd unter die großporige, rote Nase. „Lady Ashinya verlangt 500.000 imperiale Credits als Entschädigung. Bestätigen Sie die Überweisung und die Sache ist vergessen.“

„500.000??? Das ist ja… Das ist…“

„Nennen Sie es Schmerzensgeld. Also?“

Der Terraner riss ihm das Pad aus der Hand und bestätigte mit Irisscan und Fingerabdruck plus genetischen Profilcheck die Transaktion. Sokar jubelte innerlich. DAS war alles, was zählte! Er hatte die Referenzen eines imperialen Beamten! Endlich… endlich! Nur eine Minute später war er wieder vor der Tür und zündete die Detonatoren.
 

*** Albacore City / Lady Ashinyas Privatanwesen ***

Die Villa war abgeschirmt und bewacht wie ein Hochsicherheitstrakt. Ashinya Nakamura wusste, dass die Assassinen einer ganzen Reihe geschäftlicher Neider auf der Lauer lagen, ganz zu schweigen von der Polizei. Letztere allerdings konnte man sich mit Geld vom Hals halten – etwas, das man von den Frontleuten der anderen Syndikate und Gangs nicht behaupten konnte. Daher waren eine gute Überwachungselektronik und eine gute Leibgarde ein unabdingbares Daseinsfundament. Nebst verlässlichen Auftragskillern, die einem kleinere und größere Unerfreulichkeiten forträumten.

Ashinya nahm Sokar in den Blick, der neben ihr auf dem Diwan lag und lächelte ihr Kobralächeln. „Nanodetonatoren. Wie bösartig…“ Das Licht des späten Nachmittags fiel durch das komplexe Schmuckgitter vor dem Fenster und ließ ihren Körper in dem haudünnen Seidengewand glühen. „Keiner erledigt die Aufträge so rasch, sauber und gründlich.“

Sie ließ die langen Fingernägel ihrer rechten Hand über seine Brust gleiten, und angelte mit der anderen Hand nach dem Glas auf dem niedrigen Tischchen. In der rosa Flüssigkeit wirbelten bläuliche Bläschen – das Neueste vom Drogenmarkt, wie es hieß. „ Jedes Credit war es wert, das ich in dich investiert habe, mein Liebling.“ Sie hob das Glas. „Tod all meinen Feinden!“

Tod den Terranern! antwortete er in Gedanken, während sie ihm das Getränk an die Lippen setzte.
 

*** Einige Stunden später / Ein Privatanwesen ***

Sokar schloss die Tür hinter sich, verabreichte sich ein Hypospray mit einem Antidot gegen die Droge aus dem Drink und aktivierte den Computerzugriff. Nebenan schlief Ashinya wie stets nach solchen Escapaden tief und traumlos.
Während er unruhig wartete, bis die Wirkung einsetzte und das Benommenheitsgefühl schwand, zog er das Pad aus der Tasche, verband es mit einem Transferknoten – wobei er drei Ansätze brauchte, da er alles doppelt sah – und duplizierte das Profil Thore Helwyns. Kurz darauf loggte er sich in der imperialen Registrierungssdatenbank ein. Würde er hier schon eine Spur von seinem Sohn finden?

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(PS: ihr könnt Sokar jetzt einbauen, wenn ihr wollt, habe weiter noch nichts mit ihm in Planung)

 
 [Bild: Sokar-Spiegel.jpg]

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  Umbra et Malleus / Log 4 / F. Hammerton
Geschrieben von: FMalleus - Sep-Sat-2020, 11:13 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

 
Kick ass!
If you're taking a flight
At the speed of light
You're shaking your heads to the band
If you're there on your horse
But you're not on the force
We're taking this place to the ground

 
Heavy Metal Thunder - Saxon
 
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Beta Phönizis / Albacore City / Südviertel / Straße der Innigkeit
 
Albacore City- Stadt des Vergnügens, Stadt der Sehenswürdigkeiten, Stadt des Reichtums und der Verbrechersyndikate. Diese in der Nacht wie ein Diamant glitzernde Stadt lag am Strand einer großen, subtropischen Insel im einzigen Ozean des Planeten, weitab von jeglicher, imperialer Jurisdiktion. Diese Metropole mit ihren 25 Millionen Einwohnern, hatte Chazach-City, einer trostlosen Betonwüste, und immer noch die Hauptstadt des Planeten, schon längst den Rang als Nummer 1 auf dieser Welt abgelaufen. Denn sie hatte vieles zu bieten: Glitzernde Korallenbänke, an den luxuriös ausgestattete U-Boote vorbei fuhren, deren Passagiere tagein-tagaus bei unzähligen Formen des Glücksspiels ihr Vermögen verloren, Luftschiffskreuzfahrten die Monate dauerten und pro Person so viel kosteten, wie das gesamte Jahres-BIP von Allakam-Prime. Dazu gab es kostbare Waren, Drogen und Ausschweifungen und Vergnügungen jeglicher Art. Die Behörden reagierten nur, wenn man sie dafür bezahlte und die Syndikate konnten tun und lassen, was sie wollten.Und über diesem Babylon im Meer gingen die beiden Sonnen des System langsam unter und färbten den Himmel in der Farbe verbrannten Zimts.

In einer staubigen Gasse, im einem Vorort der Stadt, gab es einige zerfallene, ausgebrannte Häuserreihen. Zeugen eines lange zurückliegenden Clankrieges. An der Ruine einer Kirche, im Schatten eines gewaltigen Zaphti-Baumes, stand Colonoel Frank Hammerton und sinierte. Seine Augen folgten den Rissen in den Platten des Kirchenvorplatzes, welche durch die Wurzeln des Baumes hervorgerufen worden waren. Die Risse änderten immer wieder ihre Richtung. Genauso wie Hammertons Leben immer wieder seine Richtung geändert hatte. Und dies war gut so. Irgendjemand hatte irgendwo einmal geschrieben, dass nur der rollende Stein kein Moos ansetzte. Und das letzte was Hammerton wollte, war Moos anzusetzen.
Es hatte wohl etwas symbolisches, dass Richard von Rabenstein diesen Ort als Treffpunkt ausgewählt hatte. Ja, die Kirche lag in Ruinen und die Häresie breitete sich aus, wie die Risse in den Bodenplatten. LaSalles Einfluss breitete sich aus wie eine Seuche. Hammerton konnte sich ausmalen, wie Richard von Rabenstein in diesem Sündenbabel von einem heiligen Entsetzen in das andere fallen musste.
Und als ob er es gehört hätte, trat Richard von Rabenstein hinter einer Mauer hervor. Hammerton verglich kurz die Beschreibung von Rabenstein, welche er von Vandenberg erhalten hatte, mit der Person, welche hier in normaler Straßenkleidung erschienen war. Wenn es von Rabenstein war, gut. Wenn sich jemand als von Rabenstein ausgab, auch gut. Dieser jemand würde sein Handeln dann nicht überleben.
Richard von Rabenstein musterte die Person, welche sich an diesem einsamen Ort aufhielt, genau: Sie trug die typische Kleidung eines mittleren Angestellten, eines normalen Bürgers dieser Stadt. Niemand war sonst anwesend. Ein Versuch konnte also nicht schaden. Richard machte eine scheinbar zufällig wirkende Handbewegung, nichtssagend für jeden Nichteingeweihten, doch für jene, welche im inneren Zirkel des nun defunkten Constantinus gedient hatten, ein unverwechselbares Erkennungssignal. Und nur für diese. Hammerton antwortete mit einem kaum sichtbaren Zucken der Hand. Damit war die Erkennung abgeschlossen.
Richard eröffnete das Gespräch, leise und nur für jenen zu verstehen, welcher wirklich den monotonen Tonfall einer solchen Besprechung gewohnt war.

RR: Colonel Frank Hammerton.
FK: Korrekt.
RR: Sie wissen wer ich bin?
FK: Ich wäre sonst nicht hier.
RR: Gut. Man sagt, Sie hätten mir etwas anzubieten?
FK: Wer sagt das? Dieser Vandenberg?
RR: Das wissen Sie so gut wie ich.
FH: Sie wollen Ihren rechtmäßigen Platz in der Kirche einnehmen und den Usurpator entfernen?
RR: Mein Platz wurde mir zugewiesen. Und ich werde um ihn kämpfen.
FH: Würden Sie die Kirche wieder in die Richtung bewegen, in welche sie sich bewegen sollte?
RR: Ja, wenn Sie damit die Regularien des Konzils von Nissim meinen.
FH: Würden Sie dies schwören?
RR: Sie wissen, dass mein Amt dies als Verpflichtung mit sich bringt. Ein Schwur ist unnötig.
 
Hammerton lächelte kalt.
 
FH: Sehr gut. Hätten Sie es geschworen, wären Sie jetzt tot.
RR: Wie ich sehe, kennen Sie sich in den Regularien der Inquisition gut aus.
FH: Ich diene dem Officium schon seit Jahren.
RR: Dann würden Sie auch mir dienen?
FH: Nein. Nicht Ihnen als Person. Denn Sie und ich dienen dem Officium jeweils auf unsere Weise. Das ist ein Unterschied. Jeder hat seine Aufgabe im Officium. Sie aus spiritueller Ebene, ich eher auf sagen wir materieller Ebene. Aber meine Unterstützung ist Ihnen sicher.
RR: Sie Sie sich denn meiner sicher?
FH: Ich überprüfe ständig, für wen ich arbeite. Und da gelten nur die Richtlinien des Konzils.
RR: Und was wäre, wenn ich das Gefühl hätte, Sie könnten mich hintergehen?
FH: Sie wären nicht hier, wenn Sie nicht vorher schon eine Sondierung meiner Daten durchgeführt und etwaige Merkwürdigkeiten gefunden hätten.
 
Richard musste innerlich lächeln. Dieser Mann war äußerst direkt und nahm kein Blatt vor den Mund. Alte Schule der Einsatzkommandos der Inquisition. Und was Richard sympathisch war: Hammerton schien Vandenberg nicht zu trauen.

RR: Das ist richtig. Nun, ich wiederhole meine Frage. Was haben Sie mir anzubieten?
FH: Eine Kohorte. 25 Mann inkls. Transportfahrzeugen, 1 KS-Container und 2 Artillerieeinheiten, sowie 2 Fregatten der Dark-Klasse um das Ganze zu transportieren.
RR: Ein Schiff dieser Art habe ich bereits genossen. Alles in allem also 40 Personen?
FH: Genau. Und was haben Sie zu bieten?
RR: Die Rückkehr zur göttlichen Ordnung und Ihr Seelenheil.
FH: Punkt 1 genügt. Ich werde meine Einheiten vorbereiten.
RR: Ite est
FH: Wie lautet also Ihr Plan?

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  Umbra et Malleus Log 3
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sep-Tue-2020, 12:25 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Malastair 4 / ISS Dark Mirror / Brücke ***

Die Klingonen?! Kein Grund beleidigend zu werden, Vandenberg, antwortete Richard in Gedanken, ohne eine Miene zu verziehen. Die Commissio Fidei (=Kommission für Glaubensfragen) hatte zumindest bis in die jüngste Zeit debattiert, auf welcher Stufe diese Spezies mit ihren animalischen Instinkten und barbarischen Sitten anzusiedeln sei. Schließlich hatte die Kirche sie unter „minderbegabte triebhafte Lebensformen“ verortet. Eine Einschätzung, die Richards Meinung nach insofern fehl am Platz war, als sie die Flotte verleitete, den Gegner nicht wirklich ernst zu nehmen. Was die Romulaner anbelangte – nun die hatten sich ohnehin hinter ihren Abwehrschilden verschanzt, und überdies munkelte man, ihr Prätor liege im Sterben. Und das Ableben von Staatsoberhäuptern pflegte dort wie hier selten ohne unerfreuliche Begleiterscheinungen wie Hinrichtungen, Unruhen und dergleichen vonstatten zu gehen! Das waren also in der Tat keine Alternativen.

„Beta Phönizis? Ich werde Sie begleiten.“ Der Großinquisitor wandte den Blick von den Sandteufeln, die über die nun in dunkles Weinrot getauchte Wüste wirbelten. Wie hieß es doch so schön? Finis medii iustificat. Und sich Vandenbergs zu entledigen, würde zu gegebener Zeit sicher noch Gelegenheit sein! Er lächelte leicht und wusste, dass sein Gegenüber den gleichen Gedanken hegte. Dafür brauchte er keine emphatischen Fähigkeiten!

„Gut. Ich lasse ein Quartier für Sie herrichten. Ich hoffe, Sie können mit den spartanischen Verhältnissen hier an Bord leben.“

„Nun – solange alles zweckdienlich ist, sollte das kein Problem darstellen. Ich muss aber vorher noch mit meinem Begleiter sprechen.“

„Ah ja, der Besitzer dieses Flohzirkus…“ Robert Vandenberg aktivierte einen Bildschirm an der Lehne seines Sessels, und aktivierte das Biotracking. „Der Hund ist im nördlichen Abschnitt der Oase, also nehme ich an, der Mönch wird ebenfalls dort sein.“ Er stand auf, griff ein Nachtsichtgerät und trat an das Panoramafenster. „Ja, dort hinten, neben dem Sperrfeldgenerator. Ich leite einen Ort zu Ort – Transfer ein, Exzellenz.“

„Danke, wie zuvorkommend.“ Damit ich auch ja unterwegs nicht irgendetwas sehe, was ich nicht sehen soll, nicht wahr?



Wenig später stand Richard neben Anselmus und Herodes unter einer der seltsamen Kaktuspflanzen, deren kleine Blüten einen süßlichen Duft verströmten, der mottenähnliches Getier anlockte.

„Wir werden nach Beta Phönizis fliegen? Der Platz hat keinen guten Leumund.“ wiederholte der Mönch und Herodes ließ ein leises Knurren hören.

„Ich werde fliegen, Anselmus. DU wirst dich nach Cephira III begeben und versuchen, Kontakt mit Marco Sardi herzustellen…“ Er berichtete von den Informationen aus der Datenbank der Inquisition, die den zwielichtigen Geschäftsmann (um nicht zu sagen Mafiosi)  Sardi als einen Anhänger des Konzils auswiesen. Noch wichtiger, oder besser, das einzig wichtige war, dass Sardi Zugriff auf eine Transmitterphalanx hatte. „Ich brauche Augen und Ohren dort draußen, von Vandenberg und seinen Leuten unabhängige Augen und Ohren! Die eines verlässlichen Informanten der Inquisition, wie du einer bist, mein lieber Anselmus!“

Das runde Gesicht des Mönchs zeigte deutlich, wie geschmeichelt er sich fühlte. „Oh, Monsignore von Rabenstein! Das ist wirklich… nun… ich habe immer getan, was ich konnte!“

„Ich weiß.“ Und ich hoffe, ich kann dich eines Tages gebührend belohnen.

„Aber wie soll ich Sie erreichen? Wenn ich etwas erfahre?“ fragte Anselmus. „Ich traue Vandenberg nicht…“

„Ich auch nicht. – Ich werde dich kontaktieren, in gewissen Abständen,“ erwiderte Richard und warf einen kurzen Blick hinter sich. Dort meinte er, etwas gehört zu haben. „… bis ich eine andere Möglichkeit gefunden habe. Und weil wir gerade von Vertrauen sprechen. Konntest du etwas über Schwester Agathea heraus bekommen?“

„Sie ist mir auf dem Fuße gefolgt. Da konnte ich nicht viel machen. Aber Herodes, der hätte doch gemerkt, wenn da irgendwas nicht stimmt!“

„Ja…“ Richard senkte nachdenklich den Blick auf Anselmus‘ treuen Begleiter. „Das ist wahr. Aber es ist ebenso wahr ist, dass ich Schwester Agathea vor vier Jahren persönlich die letzten Sakramente erteilt habe. Sie ist quasi vor meinen Augen gestorben. Entweder hat mich damals der ganze Konvent zum Narren gehalten, oder das ist nicht Schwester Agathea.“

„Ich fühl‘ mich unbehaglich, Monsignore!“

„– Aber da sie mit uns reist, werde ich diese spezielle Frage noch beantworten.“




*** Einige Zeit später / Malastair 4 / ISS Dark Mirror ***

Der Großinquisitor hatte das ihm zugedachte Quartier in Augenschein genommen und so gut er es vermochte, nach Abhörgeräten gefahndet. Es war ein mittelgroßer Wohnraum, wahrscheinlich eine Offizierskabine, von der Nüchternheit einer Klosterzelle. Früher hätte er eine derart unangemessene Unterbringung entrüstet abgelehnt – schließlich verlangte sein Amt eine gewisse Ehrerbietung, die sich eben auch in dezentem Luxus niederschlug. Aber nach all dem, was er in den letzten zwei Jahren durchgemacht hatte, WAR das hier Luxus.

Richard beschloss, sich an Bord umzusehen, vor allem empathisch ein wenig zu sondieren. Dass Vandenberg offenbar über seine diesbezüglichen Fähigkeiten Bescheid wusste – oder war die Abschirmung einem anderen „Problem“ geschuldet? – war beunruhigend, gehörte seine genetische Modifizierung doch zu den bestgehütetsten Geheimnissen. Er zweifelte, dass selbst Constantius davon gewusst hatte. Aber FALLS Vandenberg die Wahrheit kannte, hatte er sie dann mit seiner Crew geteilt? Es wurde Zeit, das heraus zu finden!

Die „Dark Mirror“ war eindeutig ein Schiff terranischer Bauart. Sämtliche Statuspanels auf den Gängen waren – selbstverständlich – gesperrt. Ein Kraftfeld mit penetrantem roten Sperrsymbol schützte sie, das sich  nur bei der entsprechenden Eingabe des Sicherheitscodes senken würde. Was Deo Gratias nicht abgeschirmt war, waren die Emotionen der Crewmitglieder! Und vor allem eine Schwingung kehrte immer wieder: Unruhe und Unbehagen.

Da scheinen eine ganze Menge Leute nicht wirklich angetan von dem, was ihr Kommandant vor hat… Und was genau ist das, Robert Vandenberg? Der Großinquisitor war sich sicher, dass es nicht nur um geheime militärische Einsatzkräfte der Inquisition ging. Vandenberg wollte etwas von IHM persönlich. Genau aus diesem Grund hatte er sich die mentale Abschirmung besorgt…

Eine Wolke düsterer, angsterfüllter Emotionen verdichtete sich um ihn und ließ ihn unwillkürlich in seinem Spaziergang innehalten. Woher kam sie? Es fühlte sich seltsam an… Anders als etwa ein oder zwei Gefangene, die verhört wurden… auf jeden Fall musste es sich um eine ganze Gruppe handeln, die dieses kollektive Panikgefühl erzeugte. Waren das die Borg, mit denen Vandenberg experimentieren ließ? Aber die sollten nach seinen Erfahrungen nicht in der Lage sein, individuelle Bewusstseinsmuster abzusondern…
Er ging weiter, an einigen Warnsymbolen vorbei und versuchte den Ursprungsort der unangenehmen Präsenz zu lokalisieren. Unverhofft sah er sich zwei schwer bewaffneten Wachposten gegenüber, hinter denen sich ein Schott mit Sicherheitssperre befand. „Exzellenz! Dieser Bereich fällt unter die Restriktionen!“ schnarrte einer der hünenhaften Männer. „Ich muss Sie bitten, sich zu entfernen!“

Richard tat überrascht. „Ich war wohl zu versunken in meine Gedanken. Selbstverständlich.“ Sagte er und trat den Rückweg an, nicht ohne eine so intensive wie ihm mögliche Sondierung der beiden Wächter. Amüsement war zu spüren und Langeweile. Aha, sie nehmen mich nicht für voll. Umso besser… Er bezwang sein Verlangen, ihnen einen kleinen mentalen Denkzettel zu verpassen. Stattdessen stieg er in den nächsten Lift und ließ sich auf das obere Deck tragen.

Als die Türen zur Seite glitten, fand er sich der Bordkantine gegenüber, aus der gerade drei Besatzungsmitglieder traten. Zwei Frauen und ein Mann mit Unteroffiziersabzeichen. Sie unterhielten sich, verstummten aber, als sie den Inquisitor erblickten. Dann setzte sich eine der beiden Frauen in seine Richtung in Bewegung. Ihr Kamerad kommentierte mit einem gegrummelten. „Was hast du bloß immer mit diesem Religionsgedöns?!“

Sanctissima Trinitas, der Zustand des Imperiums ist wirklich beklagenswert!
Richard bedachte den jungen Offizier mit einem eisigen Blick und merkte erfreut, dass die Augen des Mannes tatsächlich auswichen, während die Frau vor ihm auf die Knie sank und um seinen Segen bat. Ja, er genoß die Situation in der Tat. Und EINE Verbündete schien sich hier schon einmal zu präsentieren! Er zeichnete ihr ein Kreuz auf die Stirn und legte die Hand auf ihren Kopf, während er sich das Namensschild auf ihrer Uniform einprägte. Sergeant Ellen Robinson.

In diesem Moment ertönte das Signal an die Crew, sich zur Startvorbereitung an ihren Posten einzufinden.

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  Umbra et Malleus Log 2 / Joint Log F. Hammerton / R. Vandenberg
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sep-Sun-2020, 12:52 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

 
So many centuries
So many gods
We were the prisoners of our own fantasy
But now we are marching against these gods
I'm the wizard, I will change it all

 
Blind Guardian - Valhalla

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Alpha Crucis-System / Planet X3417-A / Äquatorialzone
 
Die Schönwetterphase hatte die letzten 2 Monate angehalten. Schönwetterphase auf X3417-A bedeutende einen strömenden Dauerregen, der den ohnehin morastigen Boden dieser öden Tundrawelt in eine sumpfige Schlammhölle verwandelte. Die Außentemperatur betrug exakt 4 Grad Celsius, für diese Welt geradezu ein Hitzerekord.
Hinter einer kleinen Felsengruppe standen geduckt einige durchweichte Zelte, immer im Schatten zweier gigantischer Massebeschleunigerkanonen und zahlreicher Projektilwaffenstellungen, daher niemals trocknend, auch nicht in den hin und wieder kehrenden Pausen des Regens. Energiewaffen waren auf dieser Welt, aufgrund der immer wieder auftretenden Energiestürme unbrauchbar. Ebenso unbrauchbar wie Ausrüstung ohne Atemfilter,
Der an diesem Ort herrschende Geruch, eine Mischung aus dem fauligem Gestank der Sümpfe und des Morasts, dem süßlichen Geruch von Verwesung,  den ozonartigen Ausdünstungen der Massenbeschleuniger, gepaart mit dem Gestank vom Regen überfluteter provisorischer Latrinen, gab dieser Gegend ein Odor von dem, was sie wirklich war. Ein Schlachtfeld. Große Pestilenz behaftete Insekten schwirrten trotz des Regens durch die Luft. Und wenn man nach ihnen schlug und sie mit der Hand traf, prallten sie bisweilen gegen die nassen Felsen, für kurze Zeit einen schleimigen, grün-bräunlichen Fleck hinterlassend.
Doch dies störte den Mann in einem Zelt, gleich neben einem der Massebeschleuniger nicht. Vom Zelt aus hatte man einen direkten Blick auf den gigantischen Berg in etwa 20 km Entfernung. Und selbst aus dieser Entfernung konnte man den Koloss der Festung auf dem Berg erkennen.
Seit 6 Monaten waren Colonel Frank Hammerton und seine Kampfgruppe jetzt hier. Den letzten Auftrag des alten Großinquisitors, vor der Machtübernahme durch den Usurpator LaSalle, erfüllend, hatten sie sich hierher zurückgezogen. Wie etliche Kommandoeinheiten der Inquisition, irgendwo auf gottvergessenen Planeten. Auf neue Aufgaben wartend und dabei eine Sache erledigen, welche die imperiale Flotte wohl einfach übersehen hatte.
Hammerton zündete sich eine Zigarre an und ließ den Geruch des brennenden Tabaks den Gestank der Umgebung aus dem Zelt vertreiben. Er tat dies immer vor entscheidenden Geschehnissen und heute würde es wieder ein solches geben. Der fast 1,90m große Terraner fuhr sich durch das kurzgeschorene Haar und blickte dann auf sein Spiegelbild in einer Pfütze im Zelt, welche sich unter einem Loch im Dach gebildet hatte. Ein Einschussloch? Hammerton wusste es nicht und es war ihm auch gleichgültig.
Der Mann, welcher Hammerton aus der Pfütze entgegensah, wirkte weder besonders massiv, noch ausgeprägt muskulös. Nein, Hammerton verließ sich weniger auf seine körperlichen Kräfte, als auf seine Ausbildung, Wissen, Ausrüstung, Gewandtheit und Erfahrung. Und seine Erfahrung ließ ihn jetzt wieder mit den Zeiten hadern.
So viele Jahre diente er bereits dem Imperium. Unzählige Schlachten hatte geschlagen. Für die Flotte, oder die Inquisition. Und immer war dies anerkannt worden. Doch die Leute, welche jetzt das Sagen hatten, traten die Traditionen des Empires mit den Füßen.  Hammerton schüttelte den Kopf.  Verrottet, diese Leute waren völlig verrottet.
Das Eintreten eines jungen Offiziers unterbrach Hammertons trübe Gedanken. Der Offizier salutierte zackig und stand dann vor Colonel Hammerton stramm.

FH: Ich höre Lt. Tschel?
LT: Wir haben eine Nachricht von Commissioner Vandenberg erhalten. Der Gast ist eingetroffen.
FH: Sehr gut. Teilen Sie Mr. Vandenberg mit, dass wir uns auf Beta Phönizis treffen werden.
LT: Sir, jawohl Sir.
FH: Hoffentlich ist es die Umstände wert. Schließlich habe ich diesem Geschäftspartner von Arminius SR eines unserer beiden Kampfschiffe ausgeliehen. Ein Kampfschiff und ein Truppentransporter als Rest, sind nun wirklich keine schlagkräftige Flotte. Aber wir werden sehen. Bereiten Sie die Schiffe auf einen baldigen Abflug vor.
LT: Sir, Jawohl Sir.
FH:  Sonst noch etwas, Lt?
LT: Sir, wir haben eine Nachricht aus der klingonischen Festung erhalten.
FH: Hat der Kommandant über mein Angebot nachgedacht?
LT: Sir, das hat er.
FH: Und wie lautet seine Antwort?
LT: Nur, Sir, er sagte er werde und ich zitiere, lieber mit tausenden Wunden bedeckt im Kampf sterben, als sich Ihnen zu ergeben, Sir. Er sagte weiterhin und ich zitiere auch hier, dass er sich aus Ihrer Hirnschale einen Trinkbecher machen werde, Sir.
 
Hammerton blickte auf die Glut seine Zigarre.
 
FH: Das diese Klingonen immer so merkwürdige Tischsitten haben müssen? Nun wie auch immer, des Klingonen Willen ist sein Stovokor. Es wird Zeit, dass wir unsere Hintern von dieser stinkenden Kugel heben. Lassen Sie die Massebeschleuniger auf Kernschuss einstellen. Dauerfeuer auf Festung.
LT: Sir, ich gebe zu bedenken, dass wir Befehl haben, die Festung einzunehmen. Deswegen kämpfen wir ja nun schon so lange hier.
FH: In dieser Gegend, am Hintern des Empires, eine Festung zu erobern ist zum jetzigen Zeitpunkt sinnfrei. Die Klingonen werden alle wichtigen Einrichtungen bereits zerstört haben, um sich dann einen ehrenvollen Tod im Nahkampf zu gönnen. Dazu habe ich weder Lust, noch die Veranlassung Männer und Frauen zu opfern. Führen Sie also Ihre Befehle aus und lassen Sie anschließend sammeln. Ich habe die Nässe in diesem Zelt und den gesamten Planeten satt.
 
Lt. Tschel salutierte zackig und eilte aus dem Zelt. Wenige Minuten später erwachten die Massebeschleuniger zu donnerndem Leben. Bei jedem Schuss, welcher einen 15 m langen Wolframstab als glühendes Projektil gegen die Festung schleuderte, erbebte die gesamte Umgebung.
2 Stunden später, nachdem das Lager geräumt und die Schiffe von Hammertons Flotte über die zertrümmerten und glimmenden Reste der Festung abgeflogen waren, hatte auch der Regen aufgehört. Und es herrschte Stille. Totenstille.
 
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Ortswechsel:
 
Malastair 4 / ISS Dark Mirror / Brücke
 

Werden Sie nicht blasphemisch… Und wen haben sie bei dieser Perspektive im Auge? Schwester Agathea vielleicht?
 
Richard von Rabensteins Worte hingen wie eine giftige Wolke zwischen ihm und Vandenberg. Doch dieser grinste nur bösartig.

Va: Oh das werde ich Ihnen erklären. Sehen Sie, LaSalles Vorgänger Constantinus hatte sich eine recht ansehnliche Spezialeinheit zugelegt. Für ein paar höchst geheime Spezialmissionen. Ich habe nur einige bruchstückhafte Informationen, doch so wie es aussieht, waren diese Einheiten auf Claudius selbst und nicht auf die Inquisition oder das Empire vereidigt. Die Ausrüstung dieser Einheiten soll vom Feinsten sein.
 
Richard schüttelte den Kopf.

RR: Und wo soll diese Ausrüstung herkommen? Die Flotte hielt auf ihrem Material immer eifersüchtig den Deckel drauf.
Va: Man sagt, Constantinus habe einen Mittelsmann in der Flotte gehabt und dieser habe eben bei jeder Bestellung dafür gesorgt, dass die Rüstungskonzerne eben etwas mehr geliefert haben. Und natürlich sind diese Mehrlieferungen nicht unbedingt durch die Bücher gelaufen.
RR: Ich kenne alle Abteilungen der Inquisition unter Constantinus. Und von irgendwelchen Sondereinheiten militärischer Struktur habe ich nie etwas gehört, geschweige denn gelesen.
Wie sind Sie denn an diese „Informationen“ gekommen?
Va: Nun, auch ich habe so meine Quellen, glauben Sie mir.
RR: Ich glaube, Sie wurden hier ein wenig hochgenommen, von Ihren sogenannten Quellen.
Va: Meinen Sie? Wo habe ich wohl dieses Schiff her? Ich konnte über Arminius von Schmitt-Rottloff Kontakt zu einer Kommandogruppe dieser Einheit herstellen.
 
Richard lachte verächtlich.
 
RR: Und unter welchem Namen soll diese Truppe registriert sein?
 Va: Nun, Euer Exzellenz, meine Quelle war hier etwas vage. Sie sprach von einem Ordo malleus non nobilis.
 
„ Ordo malleus non nobilis.“ In Richards Geist stieg diese Bezeichnung wie ein dünner, unangenehmer Rauchfaden auf. In der Tat. Irgendwo in seinen Erinnerungen lauerte etwas über einen Ordo malleus. Es war Zeit mehr darüber heraus zu finden. Richard beschloss, in die Offensive zu gehen.
 
RR: Wenn Sie schon Kontakt zu dieser Gruppe haben, was wollen Sie dann von mir? Und da wir schon bei Fragen sind. Hier kommt die Frage alle Fragen. Warum haben Sie mich aus dem Hochsicherheitsgefängnis befreien lassen?
Va: Seit wann sind Sie so begriffsstutzig Euer Exzellenz? Es geht hier um ehemalige Inquisitionseinheiten und wen benötigt man, um mit solchen Fanatikern zu kommunizieren? Einen Inquisitor. Außerdem haben wir ja noch ein gemeinsames Ziel.
RR: Haben wie denn so etwas wie ein gemeinsames Ziel? Haben wie denn überhaupt so etwas wie Gemeinsamkeiten? Ich ein Mann der Kirche und Sie ein Technokrat des Krieges?
 Va: Technokrat des Krieges. Muss ich mir merken. Wunderbar prosaisch. Nun ich glaube, Sie wollen endlich Ihre rechtmäßige Position einnehmen: Großinquisitor. Daraus haben Sie nie einen Hehl gemacht. Nur um diesen Plan zu verwirklichen, benötigen Sie eine schlagkräftige Bodentruppe und eine funktionsfähige Einsatzgruppe als mobile Basis. Nur mit Exerzitien, Beten und Selbstkasteiung werden Sie LaSalle nicht beseitigen. Zumal dieser ja, sich jetzt mit okkulten Dingen beschäftigt, wie man hört.
RR: Und was springt für Sie dabei heraus? Aus selbstloser Liebe zur Inquisition werden Sie diesen ganzen Zauber ja nicht veranstalten. Was sind Ihre Wünsche an mich, sozusagen als Gegenleistung für meine Rettung? Doch nicht etwa Prior eines Klosters werden?
 
Vandenberg lächelte bösartig.
 
Va: Meine wahren Wünsche stehen auf einem anderen Blatt. Was diese Sache betrifft: Ich will meinen Platz in der Flotte und meinen guten Ruf. zurück und das kann ich nur, wenn LaSalle und seine Vasallen in Flotte und Regierung beseitigt sind. Das geht nur mit Gewalt. Von innen heraus.
Und Sie sollen eben diese Inquisitionstruppen als Großinquisitor, sozusagen als Ihre Truppen in den Kampf führen. Ich für meinen Teil übernehme die Leitung der kleinen Raumkampfgruppe.
 
Ein kurzes Signal ertönte. Vandenberg schaute auf ein Info-Holo und brummte dann zufrieden.

Va: Der Kommandant der Sondereinheit wird sich mit uns auf Beta Phönizis treffen.
RR: Weit ab von imperialem Gebiet.
Va: Und ein sicheres Lager für Vorbereitungen.
RR: Was geschieht wohl, wenn ich mich nicht an Ihrem kleinen Privatkrieg beteiligen will?
Va: Nun, dann wird Schwester Agathea Sie zum nächsten Posten der Handelsgilde bringen. Dort können Sie ja Ihr Glück versuchen. Aber ich wäre da vorsichtig. LaSalle ist hinter Ihnen her. Nicht hinter mir. Als Alternative könnten Sie es ja einmal beim klingonischen Widerstand versuchen, oder bei den Romulanern. Ersatzweise könnten Sie sich auch in dieser Oase bleiben und meditieren, ob Ihre Chancen als Einzelkämpfer zu überleben nicht doch etwas geringer sind als, ich zitiere die Worte eines meiner Crewmitglieder, „die eines Schneeballs in einem Hochofen“. Also?
 
 
 
 
 

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