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  Zwischen Licht und Finsternis Log 25 / NPCs
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Jun-Sat-2024, 02:38 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

85 Lichtjahre vor Raucis IV / ISS Nonterraqueous / Hauptbrücke

25 Schiffe rasten durch die Nacht. 25 Schiffe unterschiedlicher Größe und Form
Fregatten, Kreuzer, Zerstörer und 4 lanzenspitzenförmige, riesige Schiffen. Kilometerlangen Monstern der Vernichtung. Aus diesen 4 Schiffen ragte eines hervor. Länger als die anderen Schiffe. Dieses Schiff war DeRaaf Flaggschiff. Und diese Mission kannte nur ein Ziel: Vernichtung.
DeRaaf war nicht nervös. Nein, nur verärgert. Verärgert, dass er nach der anonymen Nachricht über LaSalles Vorhaben erst so spät reagieren konnte. Er hatte dem imperialen Direktorium erst drastisch vor Augen führen müssen, was passieren würde, wenn LaSalles Angriff auf Raucis IV Erfolg haben würde. Ein Krieg mit den Tholianern, war das Letzte, was das Empire gebrauchen konnte. Man hatte DeRaaf wohl nicht geglaubt, nicht die Notwendigkeit eingesehen. DeRaaf hatte sogar mit dem Gedanken eines Putsches gespielt, hätte man ihm nicht die Freigabe zum Einsatz erteilt. Und auch wenn es eher unwahrscheinlich war, dass LaSalle sich blicken lassen würde, DeRaaf wollte bereit sein, wollte LaSalle aus dem Universum brennen.
Die Stimme von Cornel Frances, dem 1. Offizier des Schiffes, unterbrach DeRaafs Gedanken.

Fr: Sir, wir werden in 10 min in Warp-Exit Position zu Raucis IV sein. Es gibt noch keine Reaktion der Tholianer.

DeRaaf nickte langsam. Es war nicht zu erwarten, daß die Tholianer reagieren würden, bevor der eigentliche Angriff erfolgen würde. Denn das würde ein Eingeständnis von Schwäche bedeuten. Doch DeRaaf hatt auch nicht vor, auf eine Reaktion der Tholianer zu warten.
Bis auf das Geräusch der Klimaanlage und dem leisen, aber tiefen Grollen des Antriebs, war kein Laut auf der Brücke zu hören.
Dann meldete sich der Taktikoffizier.
DR: Mr. Connal?
Co: Sir, CIC meldet Kontakt. Vektor 178.26
DR: Welche Art von Kontakt?
Co: 13 Schiffe. Ältere Typen. Nähern sich Raucis IV.
DR: Imperiale Typen?
Co: Jawohl Sir.
DR: Ist die ISS Necron unter Ihnen?
Co: Noch kein Sensorkontakt. Es sieht aber so aus, als ob 2 Transporter bereits im Angriffsbereich des Planetens sind und Landungsschiffe absenden. 2 davon sind in der Atmosphäre.
DR: Nun, wir werden sehen. Die Matterick soll ihre Jäger ausschicken und die Landungsschiffe, welche sich noch im Raum befinden, ausschalten. Dann soll die Matterick die Transporter angreifen und vernichten.
Co: Jawohl Sir.
DR: Cornel Frances, lassen Sie unter Warp gehen und die Flotte die ankommenden Schiffe abfangen.
Co: Sollen wir die Schiffe entern?
DR: Nein. Vernichtung!
Co: Jawohl Sir.

Der Kampf war kurz und brutal. Die Schiffe der von LaSalle gedungenen „Attentäter“ hatten keine Chance. Nach 10 Minuten war keines der Schiffe mehr existent. Nur ein Nebel aus feinsten Metallpartikeln blieb zurück. Und trotzdem war DeRaaf nicht zufrieden.

Fr: Sir, die Matterick hat die Transporter ausgeschaltet, sowie 12 der 14 Landungsschiffe vernichtet. Die beiden verbliebenen Schiffe konnten nicht erreicht werden.
DR: Warum nicht?
Fr: Tholianische Schiffe sind soeben aufgetaucht. Sie werden die beiden Landungsschiffe, welche sich in der Atmosphäre von Raucis IV befinden, abfangen.
DR: Wer sich in Gefahr begibt. Die Tholianer werden sie ausschalten. Die Matterick soll sich umgehend zurück ziehen. Wir begeben uns ebenfalls zurück in imperialen Raum. Irgendwelche Spuren von der ISS Necron?
Co: Es gibt eine schwache Skinspur der Necron . 4 Sektoren entfernt.
Fr: Er ist uns durch die Lappen gegangen.
DR: Ja, er hat seine Ablenkung bekommen. Jedoch nicht mit der von ihm beabsichtigten Wirkung.

Ja LaSalle hat seine Show bekommen. Er hatte sich wohl jetzt schon abgesetzt, wohin auch immer sein Ziel lag. Doch die Nachricht über diese Schlacht und Ihren Ausgang würde man im gesamtem Imperium hören. Und nicht nur Getreue des Imperiums würden Ihre Schlüsse daraus ziehen.

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  KI-Ketzerei Log 17 Sareth / NPCs
Geschrieben von: Sareth - May-Wed-2024, 12:53 PM - Forum: *** UFP *** - Keine Antworten

*** Spiros Alpha / Universitätsviertel ***

Die kleine Gruppe der „Erleuchter“ war in Aufregung. In ihrem Zentrum stand Ida, die junge Frau mit dem Kommunikator-Anhänger…

„Ida, du bist ja völlig weggesumpft,“ rief Namr und raufte sich durch die ohnehin zerzausten Haare. „Wie kannst du denn mit dem Teil um den Hals einfach so rumlaufen und in der Stadtbahn fahren? Die Augen der Kulturbehörde sind überall! Und die wissen doch auch, dass das ein Zeichen von der…der…“

„Föderation der Planeten,“ half Kevvik aus.

„Ja, genau! Also dass es von den „Gefährdern“ stammt, den „KI-Sklaven“, den „Ketzern“! Wir wissen ja, was für tausend furchtbare Namen sie erfunden haben. Du hättest festgenommen werden können, von der Uni verwiesen! Wir alle, wenn –„

„Nun hyperventiliere mal nicht.“ Kevvik, der Medizinstudent im ersten Semester, ließ keine Chance aus, seine diesbezüglich schon erworbenen Fachkenntnisse anzubringen.

Ida rollte mit den Augen. „Ich habe gehofft, dass mich vielleicht einer von denen sieht! Nicht die Kulturwächter, einer von den Außenweltlern, wenn sie doch hier sind! Das er oder sie vielleicht Kontakt aufnimmt.“

„Warum sollten sie? Wir sind ja nicht in einer billigen Kabarettnummer!“

Ein anderes Mitglied der Gruppe, eine junge Frau mit komplizierter Zopffrisur, verteidigte Ida: „Meine Urgroßmutter, die damals von der Erde kam, hat oft von der Föderation erzählt. Ihrer Meinung nach waren es neugierige Forscher, so wie wir hier bei den „Erleuchtern“. Immer auf der Suche nach Herausforderungen, nach Neuem. Nur mit dem Glauben hatten sie es eben nicht so, und deshalb sind wir ausgewandert. Aber was ich meine ist, vielleicht sind die Föderationsleute gekommen um nachzusehen, wie es uns geht unterdessen.“

„Wir hören doch schon von der Grundschule an, dass die Verträge uns schützen. Niemand von den Außenweltlern darf nach Spiros Alpha.“

Ida tippte vielsagend auf ihr „Amulett“. „Irgendwer war aber da, und zwar gerade erst. Oder ist noch da. Warum auch immer.“

„Du glaubst, dass die einfach unerkannt unter uns leben?“ Kevvik klang nicht sehr überzeugt. „Wie in diesem alten Roman, wo Außerirdische heimlich versuchen, die Menschen auf den rechten Weg zu bringen und von ihrer Selbstzerstörung abzuhalten? Dass sie vielleicht hier sind, um uns zu retten, wenn wir Mist bauen, wie mit den ganzen Rodungen und der Umweltverschmutzung? Nee, also das ist genauso Dummsumpf wie die Schutzengel oder die Helfergeister und all das. Wir müssen uns schon selber aus dem Mist hochziehen!“

„Das sag ich ja sowieso immer, dass wir jetzt eine Aktion machen müssen, beim Literaturfestival. Da wolltet ihr Jungs ja auch nicht anbeißen! Nie wird sich was ändern! Hast du noch von dem Kuchen, Namr?“
Er reichte ihr die Blechdose und Ida fischt eines der duftenden runden Stücke heraus, um sich erst einmal den Frust über die trantütigen Buschen wegzufuttern.

„Wie dem auch sei,“ meinte Ida etwas versöhnlicher, ich glaube trotzdem, dass die Außenweltler hier sind. So ein Teil fällt nicht einfach vom Himmel. Und auch da müsste es ja irgendwo her fallen. Außerdem, diese merkwürdige Sache, die im Palast der Protektion passiert ist! Hadmini hat es mir kurz erzählt, der hat es von Silla, die dort im Archiv als Hiwi arbeitet. Also ... Hadmini erzählte mir vorhin in der Mensa, gestern Nacht hätte es einen Überfall gegeben im Palast der Protektion. So eine richtige Kommandoaktion. Protektor Atarver soll geschworen haben, dass es Außenweltler waren, und natürlich hat er sich zum Affen gemacht. Aber Silla sagte, sie war spät noch da, um die Akten zu sortieren, und hätte auch die Geräusche gehört, als ob Leute rennen. Dann plötzlich sah sie ein helles, bläuliches Licht durch die Türlamellen, und als sie raus kam, war nichts zu sehen und nichts zu hören. Weiter oben fand sie einen Posten, einfach so pennend im Gang.“

„Ich weiß nicht… Außenweltler… das ist vielleicht so ein Ding, was die Regierung jetzt in Umlauf bringt, nicht offiziell natürlich. Aber um die Bevölkerung von anderen Problemen abzulenken, damit wir alle schön mit der Angst vor den Außenweltlern beschäftigt sind, oder mit irgendwelchen Verschwörungstheorien… - Lasst uns noch ein bisschen an unserem Televisionsgerät schrauben, damit wir das Bild klarer bekommen. Dafür sind wir doch hier. Oder, Leute, kommt schon.“ Er breitete versöhnlich die Arme aus, und die Freunde nickten.

Er stand von der Couch auf und machte den Weg in das geheime kleine Bastelzimmer im Verschlag frei. Wenig später hatten sie ihre abenteuerliche Konstruktion in Betrieb genommen.

Ida rieb gedankenverloren über ihr „Amulett“, während sich auf der Mattscheibe zittrige Linien formten, als Namr aus nur einem Meter Entfernung ein Signal sendete. Die Leute von der Föderation würden vermutlich über ihre armseligen Versuche lachen… oder sie bewundern? Schließlich hatten sie sich alles selbst beigebracht… und geforscht und experimentiert, und alles unter den Augen der Protektoren und Kulturwächter.

Ein plötzliches pfeifendes Geräusch störte sie auf. Auch die anderen blickten erschrocken auf den kleinen Bildschirm, auf dem nicht mehr ihr armseliges Signal zu erkennen war, sondern ein Mann in einer Protektorsuniform. Wie ein Geist huschte das Gesicht über die Scheibe, bevor sich das Gerät mit einem Knistern ins technische Nirwana verabschiedete. Ein Rauchfähnlein und brenzliger Geruch verkündete verbrannte Transistoren. Namr fluchte.

„Was war DAS?“ hauchte Ida.

„Die sind uns auf die Spur gekommen….“ Kevvik schluckte und wurde blass.

Nach einer Schrecksekunde hatte sich Namr wieder gefasst. „Nee, glaub ich nicht. Die würden gleich mit einer Abordnung vor der Tür stehen und uns abführen zur Befragung.“

„Aber was war das dann?“

*** Ganz in der Nähe in der „Studentenbude“ ***

Commander Sarek ging es unterdessen schon bedeutend besser. Er hatte mithilfe meines Kommunikators endlich wieder Kontakt mit seiner Gruppe von der USS Feynman aufnehmen können. Dort hatte man sich natürlich Sorgen gemacht, nachdem der Kontakt abgerissen war, und ein Lt. Achmadi hatte bereits Crewmitglieder für ein Such- und Rettungskommando bestimmt. Nun, das war jetzt zum Glück nicht mehr nötig.

Es ging auch allen, die in dem Höhlensystem Zuflucht gesucht hatten, den Umständen entsprechend gut. Als Sternenflottenangehörige waren sie auf eventuelle Extremsituationen vorbereitet, doch bei einigen Besatzungsmitgliedern machten sich deutliche Stresssymptome bemerkbar. Der Counselor des Schiffes war bei einer anderen Gruppe. Außerdem verzeichneten sie einige Magen-Darmprobleme aufgrund unbekannter Nahrungsmittel.

„Alles in allem ist es also in Ordnung,“ resümierte Dr. Val’Kara resolut. „Am besten, ich beame mit Sarek rüber zu dieser Gruppe, kümmere mich dort schon mal um alles. 32 Personen bekommen wir mithilfe der Transporterverstärker zurück auf die Feynman. Vorausgesetzt, die Reparaturhologramme haben dort alles in den Griff bekommen.“ Was Hologramme anbelangte, war sie immer etwas skeptisch, obwohl die Fehlerquote bei biologischen Lebensformen höher war.

Aber diesbezüglich konnte ich sie beruhigen. „Ich bin noch dabei, den Bericht zu lesen, den mir der Leiter des Reparaturteams vorhin übermittelt hat. Aber die Transporter sind auf jeden Fall wieder einsatzbereit. Sie müssen nur die Energiefreigabe vorher abstimmen.“

„Dann werde ich erst jemanden von der Technik vorausschicken, der die entsprechenden Einstellungen macht und überprüft, ehe wir mit den übrigen Leuten beamen. Commander, sind Sie bereit für den Aufbruch?“

Der Vulkanier nickte und verlor keine weiteren überflüssigen Worte. Val-Kara packte ihre Sachen und ein Kontingent Transporterverstärker und beide machten sich bereit. Ich prüfte, ob vor der Tür alles ruhig war und sich niemand durch das Licht und das kurze Summen des Transportersystems aufgestört fühlen konnte. Dann waren Val’Kara und Sarek auf dem Weg.

Und unser restliches Team, Rufus LaSalle, Chris Reed, Richard von Rabenstein und ich, konnten uns dem Problem widmen, die übrigen Crewmitglieder der Feynman aufzuspüren. Vielleicht mit Hilfe der Studentin, die Mr. Reed in der Bahn gesehen hatte. Unten auf den Straßen war es unterdessen etwas belebter, aber noch immer patrouillierten zahlreiche Sicherheitskräfte mit altertümlichen Projektilwaffen und Schlagstöcken an den Seiten. Viele Passanten wurden kontrolliert und mussten Papiere vorweisen.

LaSalle war skeptisch, ob unsere Ausweise, die wir nachdem repliziert hatten, was die Kameradrohnen aufgenommen hatten, wohl ausreichen würden. „Lieber wäre mir, wir würden sie gar nicht vorzeigen müssen…“ brummte er.

„Müssen wir vielleicht auch nicht,“ sagte Richard. „Immerhin bin ich doch ein Würdenträger, nicht wahr? Ein ‚Beglaubigter Wahrer der kulturellen Identität‘ sollte eine kleine Gruppe ihm vertrauter Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt an der Polizei vorbei bringen.“

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  KI-Ketzerei / Log 16 / LaSalle / NPC
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Apr-Sat-2024, 12:21 AM - Forum: *** UFP *** - Keine Antworten

Spiros Alpha / Universitätsviertel

Chris Reed war endlich zum Rest der Crew zurück gekehrt. Völlig durchnässt, denn mittlerweile hatte es in Strömen zu regnen begonnen. Trotzdem lächelte er schelmisch und schien mehr als guter Laune zu sein.
Ein Gefühl , welches eine andere Person im Raum absolut nicht zu teilen schien.
LaSalles Blick sprach Bände. Er hatte fast 30 min. zwischen den zugezogenen Gardinen hindurch auf die Straße geschaut und was er da sah, gefiel ihm ganz und gar nicht.

LS: Das war zu erwarten.

Sareth, welche konzentriert arbeitend, am Tisch gesessen hatte, wandte sich LaSalle zu.

Sa: Was war zu erwarten?
LS: Das nach der Befreiung von Mr. Sarek die Schergen der Regierung ausschwärmen.
Sa: Noch sind wir hier relativ sicher.
LS: Naja, da unten stehen eine paar auffällig unauffällige Personen an den Straßenecken und schauen sich jeden Passanten an. Die Sache könnte schwierig werden.
Sa: Ihr professionelle Schwarzseherei in Ehren Rufus, aber ich glaube nicht dass man uns so schnell enttarnt.
LS: Bei allem notwendigen Respekt Madame und auch den Umstand berücksichtigend, dass Gefahr im Verzug war, aber die Befreiungsaktion und der damit verbundene Stunt, komplizieren die Dinge weiter.

Sareth lächelte und wollte LaSalle gerade antworten, aber Doktor Val´Kara kam ihr zuvor und donnerte wütend.

VK: Stunt? Sind Sie wohl vom wilden Affen gebissen, was? Hätten wir Commander Sarek diesem Folterknecht überlassen sollen?
LS: Doktor Val´Kara, ich würde es bevorzugen, wenn Sie Ihre Stimme senken. Man könnte uns hören.
VK: Sie wagen es, mir Befehle zu geben? Für wen halten Sie sich? Ich hätte Sie gerne mal bei der Befreiungsaktion gesehen.

Chris Reed hatte bisher der Diskussion zugehört, jetztz schaltete er sich ein.

CR: Sie haben Commander Sarek befreit?
VK: Fleet Admiral t´Khellian und ich, Ja, wer sonst?
CR: Das muss eine tolle Aktion gewesen sein. Ich hätte etwas darum gegeben, dabei gewesen zu sein.
VK: Sie hätten nur im Weg herum gestanden.
Sa: Doktor Val´Kara , Mr Reed ist…
VK: Ein typischer Sternenflottenoffizier.
Sa: Das bin ich doch wohl auch.
VK: Sie Fleet-Admiral sind wenigstens tatkräftig. Was man von Reed nicht behaupten kann.
LS: Doktor, ich glaube das reicht jetzt.
VK: Was man von Ihnen auch behaupten kann, LaSalle. Sie sind nicht anderes, als ein Paragraphenreiter.
LS: Doktor es ist genug!
VK: Ich habe gerade erst angefangen.
Sa: Doktor Val´Kara, also bitte.
VK: Nun gut Fleet-Admiral, aber nur weil Sie es sind.

Richard von Rabenstein hatte die gesamte Zeit scheinbar teilnahmslos am Tisch gesessen, jetzt räusperte er sich.

RR: Ähem..
VK: Was wollen Sie denn ?
RR: Mister Reed, ich kenne Sie zwar nur halb so gut, wie ich möchte, aber Ihrem Lächeln von eben, nach zu urteilen, haben Sie etwas interessantes entdeckt.
CR: Oh ja, das habe ich.

Chris sog genießerisch die Luft ein.

LS: Und was wäre das?
CR: Obwohl ich nur im Wege herum stehe?
VK: Auch noch beleidigt, was?
Sa: Doktor….
VK: Ich sag ja nur….
LS: DOKTOR!
Sa: Mr. Reed , was haben Sie entdeckt?
CR: Ich steckte ja 2 Stunden in einer „Straßenbahn“ fest. Grund waren Sicherheitskontrollen des Protektionsdienstes. Zwei Sitze vor mir saß ein junges Mädchen und trug ein Amulett einer ganz speziellen Art.
VK: Seit wann interessieren Sie sich für Accessoires?
CR: Seit heute. Das Mädchen trug ein Amulett, bestehend aus einem silbernen Ring an eine dünnen Kette. In der Mitte des Rings befand sich eine deltaförmige, geschwungene Struktur, deren Form wir alle kennen. Und diese Struktur glänzte und war, soweit ich das sehen konnte, nicht verkratzt.
Sa: Eine Struktur die wir alle kennen ? Deltaförmig ? Doch nicht etwa….
LS: Ein Kommunikator!
Sa: Mr. Reed , wo war das genau?
CR: Im Osten der Stadt. In der Linie zum Okran-Bezirk.
LS: Wenn wir die Trägerin finden würden, könnten wie die Herkunft des Amuletts klären.
Sa: Und damit evtl. den Besitzer des Kommunikators finden.
RR: Wenn es sich wirklich um einen Kommunikator handelt !
Sa: Das werden wir dann sehen. Mr. Reed, würden Sie das Mädchen wieder erkennen?
CR: Sicher. Sie hat mir zu gelächelt.
VK: Pfrt, wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet diese Person sich wieder finden lässt?
CR: Sie trug Bücher bei sich. Könnte sich um eine Studentin handeln.
RR: Und als solche muss sie zu Vorlesungen und wird daher täglich die Straßenbahn nehmen.
Sa: Das ist eine unerwartete Chance. Mr.LaSalle. Mr. Reed, Richard eh Mr. von Rabenstein, versuchen Sie das Mädchen zu finden und folgen Sie ihr. Doktor Val´Kara und ich werden in der Zwischenzeit versuchen, die auffällig unauffälligen Herrschaften an der Straßenecke los zu werden. Wie ist mir noch unklar, doch mir wird schon etwas einfallen. Los jetzt, uns läuft die Zeit davon.

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Ortswechel

Spiros Alpha / Shazach Nueva /Straße der Wahrheit / Palast der Protektion / Besprechungsraum

Protektor Barnes Atarver kochte noch immer innerlich vor Zorn. Wer waren diese widerlichen Nifte, welche seinen Gefangenen befreit hatten und ihn auch noch in die Tiefen des Schlafes geschickt hatten ? Er hatte noch nicht einmal ihre Gesichter erkennen können, da sie wohl maskiert gewesen waren. Zu allem Überfluss hatte sein Bericht jetzt auch noch eine gewisse Heiterkeit bei den 3 Mitgliedern des hohen Rates ausgelöst, welche Barnes über den Vorgang gerade unterrichtet hatte. Barnes „Lieblingsfeind“ Kolback Schabrall, seines Zeichens Rat für Glaubensfragen, kicherte vor sich hin, hart am Rande eines Lachanfalls.

KS: Eine gute Geschichte, Atarver, wirklich sehr unterhaltsam.
BA: Ich weiß nicht, was es da zu lachen gibt.
KS: Hahaha, das ist…verzeihen Sie, das ist…..hahaha nein wie amüsant und das ausgerechnet von Ihnen…..das ist ja…reiner Jawamos Kool.
BA: Sie wagen es…

Schabrall wurde ernst.

KS: JA ich wage es. Reiner Jawamos Kol. Eine Ausrede für Ihr Versagen, Atarver! Sie haben offenbar einen dieser teuflischen Ketzer entkommen lassen und wollen sich nun der Verantwortung entziehen!
BA: Wenn diese Fremden von außerhalb unserer Welt….

Schabralls Faust landete krachend auf dem Schreibtisch. Der Rat fuhr Barnes mit donnernder Stimme an.

KS: ES GIBT KEINE SOGENANNTEN FREMDEN AUF SPIROS ALPHA! EIN FÜR ALLE MAL! ES GIBT HIER NUR AUFRÜHRER UND KETZER ! Und es ist Ihre Aufgabe und alleinige Verantwortung, dafür zu sorgen, dass dieses Gezücht ausgemerzt wird. Und wenn Sie das nicht schaffen sollten, dann werde ich dafür sorgen, dass Sie nur noch als Aufseher bei Rodungsarbeiten eingesetzt werden. HABE ICH MICH KLAR GENUG AUSGEDRÜCKT?
BA:Sehr klar. Ich bin nicht taub. Oder blind für die Wahrheit, wie SIE! Ich werde alle Aufrührer und Ketzer finden und an den Galgen bringen. Und die von Ihnen ach so dramatisch negierten Fremden dabei ausfindig machen. DANN WIRD IHNEN IHRE VERDAMMTE ARROGANZ AUF DIE FÜSSE FALLEN !
KS: Das werden wir dann ja sehen. Sie haben 1 Woche!

Die 3 Ratsmitglieder rauschten aus dem Raum. Die schwere Holztür schloss sich hinter Ihnen gerade noch rechtzeitig, bevor eine Vase, welche Barnes Atarver geworfen hatte, klirrend am Türblatt zerschellte.
Barnes atmete tief durch. Er musste sich beruhigen. Hier galt es einen kühlen Kopf zu wahren. Die idiotischen Nifte würden schon bald für ihre Arroganz und Ignoranz bezahlen.
Barnes eilte zurück in sein Büro, schloss die Tür ab , zog die Vorhänge vor die Fenster und fischte aus den Tiefen seiner Amtsrobe zwei kleine Schlüssel. Mit einem der Schlüssel öffnete er eine niedrige Tür an der Rückwand seines Büros. Hinter der Tür wurde ein kleine Raum sichtbar. Barnes entnahm einem Schrank eine kleine Blendlampe, entzündete den Docht und betrat dann den kleinen Raum.
In Rückwand des Raumes war ein Klappe eingelassen, deren Schloss Barnes jetzt mit dem zweiten Schlüssel öffnete. Dahinter wurde jetzt ein winziger, metallener Knopf sowie eine kleine Glasplatte sichtbar. Barnes drückte den Knopf 3 mal und wartete dann geduldig mehrere Minuten. Nach ca. 10 min. waren 5 leise Glockenschläge zu hören und die Glasplatte leuchtete in einem fahlen Grün

Barnes lächelte zufrieden. Bald würde sich niemand mehr über ihn amüsieren.

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  KI-Ketzerei Log 15
Geschrieben von: Sareth - Apr-Mon-2024, 04:16 PM - Forum: *** UFP *** - Keine Antworten

*** Spiros Alpha / Universitätsviertel ***

Wir waren in unsere "Studentenbude" zurück gekehrt. Dr. Val’Kara hatte den geretteten ersten Offizier der Feynman versorgt und ihm einige Stunden der Ruhe gegönnt. Sarek konnte sich glücklich schätzen, dass Vulkanier ein zweites inneres Augenlid besaßen, was bei der erlittenen Folter sein Augenlicht gerettet hatte. Im Moment würde sein Sehvermögen noch etwas beeinträchtigt sein, Val’Kara war aber zuversichtlich, es komplett wiederherstellen zu können, sobald sie Zugang zu einer voll ausgerüsteten Krankenstation an Bord eines Schiffes oder Außenpostens der Föderation hatten.

Ich hatte unsere restlichen Teammitglieder informiert, und in den frühen Morgenstunden trafen Richard und Rufus bei uns ein; Chris Reed saß infolge zusammengebrochenen öffentlichen Nahverkehrs in einem Außenbezirk fest. Den Transporter konnte er nicht nutzen - in einer vollgestopften Bahn.

Die Ärztin weckte den Geretteten vorsichtig auf und half ihm, sich aufzusetzen. Wie zu erwarten, reagierte Sarek mit vulkaniertypischer Ruhe und Rationalität.
Als erstes nannte er Namen und ID-Nummer, dann: „Ich grüße Sie. Der Verwendung eines Hyposprays entnehme ich, dass ich in Händen der Sternenflottenangehörigen bin, die mich befreit haben. Auch wenn das Äußere dagegen spricht.“

„Das ist korrekt, Commander. Ich bin Admiral T’Khellian,“ ich wandte mich in Richtung der Anwesenden: „Doktor Val’Kara, Admiral LaSalle und Richard von Rabenstein.“

„Kein Flottenmitglied,“ ergänzte er mit einem feinen Lächeln.

„Ich danke Ihnen für die Rettungsaktion. Es begann sehr unerfreulich zu werden.“ Sarek blinzelte. „Ihrer Aufmachung entnehme ich, dass Sie versucht haben, die lokale Bevölkerung zu infiltrieren.“

LaSalle gab einen resignierten Seufzer von sich und befreite sich von dem unangenehmen steifen Kragen seiner Beamtenuniform. „Wir waren auf der Suche nach der Besatzung der Feynman. Wir hatten Van Rooyens Notruf empfangen.“

„Ja, es war eine äußerst missliche Situation. Natürlich waren uns die Regularien und die Kontaktsperre zu Spiros Alpha bekannt. Aber angesichts des Systemversagens erschien es die logische Option, die Crew auf dem Planeten in Sicherheit zu bringen.“

„Wo sind die anderen?“ fragte ich. „Geht es ihnen gut?“

„Darüber kann ich im Moment keine valide Aussage machen, Admiral. Wir haben uns in drei Gruppen geteilt, um die Versorgung zu erleichtern. Meine Gruppe hat in einem Höhlensystem in den nördlichen Bergen Zuflucht gesucht. Captain Van Rooyen ist mit seiner Gruppe weiter südlich in einem großen verlassenen Industriekomplex. Die dritte Gruppe hat sich in das südwestliche Waldgebiet zurück gezogen. Nur wenig von uns sind in tatsächlichem Kontakt mit der Bevölkerung, um für den Lebensunterhalt zu sorgen. Wir waren bei der Auswahl so vorsichtig wie möglich, um keine Kontamination zu verursachen. Leider gab es einen Zwischenfall….“

Dr. Val’Kara schob den Patienten mit Nachdruck in das Kissen zurück. „Ich denke, jetzt ist erst mal wieder Ruhe angesagt!“

„In fünf Minuten, Doc! – Das könnte sicherheitsrelevant für uns alle sein. Was für eine Art Zwischenfall, Commander?“

„Es gab einen Unfall, vor etwa zwei Wochen, bei den Rodungsarbeiten. Vermutlich haben Sie sie bereits gesehen.“

„Allerdings,“ schnaubte Val’Kara. „Beispielloser Raubbau an der Natur.“

„Eine der dampfgetriebenen Zugmaschinen explodierte. Es gab zahlreiche Verletzte. Im Einklang mit den Regularien verbot ich alles Eingreifen, aber zwei junge Ensigns aus der medizinischen Abteilung schritten eigenständig zur Tat…“

Bei seinem Bericht konnten wir die Befehlsverweigerung nachvollziehen. Es war immer eine Gratwanderung zwischen humanitärer Hilfe und Nichteinmischung. Solang man im Orbit eines Planeten war, konnte man sich vielleicht noch gut abschirmen und distanzieren, doch wenn das Unglück neben einem geschah…. Auch Val’Kara machte plötzlich einen wesentlich emphatischeren Eindruck.

„… offenbar haben sich gewisse Gerüchte verbreitet. Und diese sind bei der hiesigen religiös-aberglaubenverhafteten Bevölkerung auf fruchtbaren Boden gefallen. Ich habe mich umgehört, und allenthalben ist ein Zuwachs an Geschichten über Außenweltler zu bemerken. Die Gerüchte trafen auch offenbar auf eine Bewegung Unzufriedener unter der Jugend…“

„Lassen Sie mich raten,“ warf LaSalle säuerlich ein, „die Glaubenswächter reagierten pro-aktiv.“

Sarek nickte. „Es gab Verhaftungen, Durchsuchungen, aber auch vermehrte Informationsveranstaltungen, die vor den Gefahren des Kontakts mit dem „feindlichen Außen“ warnten. Und natürlich vermehrte Anstrengungen, die kulturellen Werte zu verankern. Zumal jetzt, bei dem bevorstehenden Literaturwettbewerb.“ Er sah zu Richard. „Eine große Anzahl der Wächter der kulturellen Identität sind in der Stadt, Ihre Tarnung ist perfekt. – Ich weiß nicht, wer auf mich aufmerksam geworden ist, und warum. Ich habe in einer kleinen Papiermanufaktur gearbeitet. Eines Tages nach der Schicht nahm mich die Polizei fest.“

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  Zwischen Licht und Finsternis Log 24
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Apr-Wed-2024, 04:59 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** An Bord der Vindicator ***

Ein durchdringender Signalton riss Richard von Rabenstein aus seiner abendlichen Meditation.

+Exzellenz, wir registrieren eine seltsame Störung in unseren Kommunikationsarray,+ meldete die Brücke.

Richard bekreuzigte sich und erhob sich. Er hatte derartige Störversuche erwartet. Der Gegner schlief nicht. Im Grunde war es ein Wunder, dass noch nicht versucht worden war, seine Transmissionen zu stören oder zu blockieren. Ein entsprechendes Backupsystem war auf dem Aussenposten bereits vorbereitet worden und harrte seines Einsatzes.

Ohne unnötige Hast machte sich der Inquisitor Maximus auf den Weg zur Brücke. Dort empfing ihn, in rotes Alarmlicht getaucht, seine rechte Hand Kavun. Auf dem Bildschirm flackerte jedoch Richards eigenes Konterfei, durchsetzt vom Logo der Heiligen Inquisition. Durch die Störungen und die Beleuchtung sah es aus, als brenne das Gesicht. Es hatte etwas für sich, dachte er, und war für eine Sekunde abgelenkt. Das Feuer das Heiligen Geistes, sozusagen…

„Scheint eine Art Feedbackloop zu sein,“ meldete der dunkelhäutige Mensch von der Komkonsole, während auch die Stimme des Inquisitors verzerrt über die Brücke knisterte.

„Stummschalten,“ orderte Richard. „Sehen Sie, ob es Hinweise auf den Absender gibt.“

„Könnte der Versuch sein, einen Trojaner einzuschleusen,“ ergänzte Kavun. „Ich habe die Zentralsysteme sofort reroutet und den Brückenzugriff gesperrt.“

Neben dem Kommandantensitz entfaltete sich kurz ein Hologramm und dann signalisierte die kleine Klappkonsole neben dem Platz Bereitschaft. „Wenn Sie sich authentifizieren mögen, Exzellenz…“

Richard nickte und platzierte seinen Siegelring in das Kontaktfeld des Hologramms. Ein kurzer Scanpuls huschte über seinen Körper, dann verkündete der Bordcomputer + Authentifizierung abgeschlossen. Identität bestätigt. Rerouting komplett und gesichert. +

„Es gibt ein Muster in der Transmission,“ berichtete der Kom-Experte. „Eine Interferenz mit einer darunter liegenden Nachricht.“

„Ah, wusste ich es!“ knurrte Kavun und schloss einen unziemlichen Fluch an, der ihm einen missbilligenden Blick von Seiten des Inquisitors einbrachte.

„Es ist… ein Algorithmus mit musikalischer Grundlage… Moment, der Computer identifiziert das Muster. Es ist der Hymnus Ave Maris Stella, Exzellenz!“

Erlaubte sich da jemand einen Scherz? Nur um einen Trojaner einzuschleusen? Nein, das wäre absolut ineffektiv… „Extrapolieren Sie die zweite Nachricht und leiten Sie sie in mein Quartier.“ Ein Verdacht begann sich in ihm zu formen, den er überprüfen wollte.

…

Wenig später saß er vor seinem Terminal und blickte in ein zittriges, kaum kontrastiertes Antlitz.

+…Captain der ISS Necron …keiner Ihrer Anhänger, Richard von Rabenstein. … ein loyaler Bürger des Imperiums…+

Nun, auch mir geht es um das Imperium. Die Frage ist nur, welche Gestalt dieses haben soll. Dann jagten ihm die Worte des Phantoms einen kalten Schauer über den Rücken. +… nicht, dass Millionen junger Menschen für den Wahn eines Einzelnen geopfert werden sollen. … Zwei Söhne in den imperialen Streitkräften … Gott vergebe mir….+

Dominus misericordia est

+…einen Überfall auf Raucis IV, der die Tholianer … einen Zweifrontenkrieg … Ich wiederhole, LaSalle wird einen Überfall auf Raucis IV insz---+ Die Stimme erstarb in einem Röcheln, das Bild löste sich in statisches Rauschen auf.

Richard von Rabenstein starrte fünf Minuten lang auf den Schirm seines Terminals, während die volle Tragweite des eben Gehörten in ihn sank und er die Möglichkeit abwog, dass doch alles eine Falle sein könnte. Dann rief er die Daten zu Raucis IV auf. Nach weiteren fünf Minuten kontaktierte er Waltham.

+ Sie würdigen mich mal wieder eines Kontaktes? Wie zuvorkommend, + kam es säuerlich über den Bildschirm.

„Waltham, wir haben keine Zeit für Plaisanterien.“

+ Das ist ja etwas gänzlich Neues, Exzellenz. +

„Ich nehme an, Sie haben sich mit der Kultur der Tholianer vertraut gemacht, bevor wir hier her gekommen sind.“ Er wartete keine Antwort ab. „Die Stellung von Raucis IV im Glaubenssystem unserer Bündnisgenossen ist Ihnen bewusst.“

+GLAUBENSsystem? Ich denke--+

„LaSalle plant dort einen Angriff, und wie ich aus den Bruchstücken an Informationen rekonstruieren kann, unter dem Vorwand eines Überfalls des Terranischen Imperiums.“

+ Darf ich fragen, wie Sie zu diesem Wissen gelangt sind? +

„Der Kommandant von LaSalles Flaggschiff wollte sein Gewissen erleichtern. Das hat er offenbar mit dem Leben bezahlt.“

+ Und Sie glauben ihm? +

„Es nicht zu tun, wäre verderblicher Leichtsinn. Erwähnten Sie nicht einmal, dass Sie … Liegenschaften in der Nähe von Raucis IV haben?“

+ Könnte man so bezeichnen. +

„Dann setzen Sie sich mit Ihnen in Verbindung, Sie sollen Maßnahmen zu Verteidigung ergreifen. Ich informiere die Tholianer, und SIE informieren unseren geschätzten Kriegsminister DeRaaf.“

Jetzt wird sich zeigen, ob Sie auf meiner Seite sind, oder auf der meiner Gegner...auf der des Lichtes oder der Finsternis!

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  Zwischen Licht und Schatten - Log 23 / NPC
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Apr-Fri-2024, 11:55 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

Sektor 2144 / Beta Sictis / ISS Necron / Brücke

Das dunkelgraue Schiff schwebte wie ein gigantischer , unheilbringender Dolch , inmitten einer lichtlosen Wolke. Nur das fahle Licht der, im Leerlauf arbeitenden Antriebe der Necron, sowie 20 weiterer Kriegsschiffe, beleuchtete die geisterhafte Szene.

LaSalles Blick ruhte auf einer Reihe schnell wechselnder Status-Holos, welche eine komplizierte Abfolge von Kurven und Diagrammen darstellten. Captain Vernon wartete geduldig, bis LaSalle seine Aufmerksamkeit auf ihn richtete. Nach 20 min. wandte sich LaSalle denn auch an den Captain der Necron.

LS: Captain Vernon, warum äußern Sie sich nicht?
CV: Nun Sir, ich dachte….
LS: Ja schon in Ordnung. Also, was gibt es so wichtiges, dass Sie meine mathematische Kontemplation unterbrechen?
CV: Sie die Tholianer haben den Zugang zur Arx-Straße blockiert.
LS: Haben Sie denn etwas Anderes erwartet?
CV: Nun ich dachte….
LS: Sie denken ja schon wieder. Nun ich kann sie beruhigen. Ich habe genau das beabsichtigt.
CV: Aber woher wissen die Tholianer, dass wir uns nähern?
LS: Nun, ich habe unsere Aktion nicht gerade als Geheimnis behandelt. Und unser kleiner Nemesis wird sich sicher auch seinen Teil gedacht haben. Nein, Geheimhaltung wäre hier kontraproduktiv.
CV: Aber wenn die Tholianer die Arx-Straße nach Panox-B blockieren, wie sollen wir dann…

LaSalle unterbrach Vernon erneut.

LS: Vernon, Sie kleingeistiger Schablonendenker. Warum denken Sie nicht einfach mal außerhalb Ihrer eingefahrenen Wege? Der Weg wird uns frei gemacht.

Vernon war sichtlich entrüstet.

CV: Und von wem, Sir, wenn ich dies fragen dürfte?
LS: Welch eine Frage, Vernon. Natürlich von den Tholianern selbst.
CV: Und warum sollten sie das tun?
LS: Weil Sie ihre Schiffe an einem anderen Ort benötigen werden, da DeRaaf den Tholianern sonst gewaltige Probleme bereiten wird.
CV: Und warum sollte er dies tun?
LS: Weil er einen Gegenschlag der Tholianer unterbinden muss.
CV: Gegenschlag? Als Reaktion auf was?
LS: Nun, natürlich auf einen imperialen Selbstmordangriff auf Raucis IV.
CV: Raucis IV? Diese Welt ist für die Tholianer, soweit wir wissen, extrem wichtig.
LS: Jaja, ein Heiligtum, ein Ort der Kraft , ein Protektorat, etc, etc, was und wie auch immer. Dieses öde Gefasel ist uninteressant. Wichtig ist nur, dass eine Gruppe aufrechter Kämpfer , welche eindeutig als Mitglieder des Imperiums zu identifizieren sind, auf Racis IV ein Massaker anrichtet und die Tholianer daraufhin reagieren. Dann wird das Imperium zurück schlagen und bald werden beide Seiten genug mit einem netten Grenzkrieg zu tun haben und wir können in Ruhe unsere Mission fortsetzen.
CV: Aber das könnte, nein es wird eskalieren und Millionen von Bürgern des Imperiums das Leben kosten.
LS: Zwangsläufig.
CV: Aber wie können Sie nur…
LS: Vernon, wenn meine Pläne reifen, wird das alles irrelevant sein. Dann werden Sie das Imperium nicht wieder erkennen, und die Tholianer werden nicht mehr existieren. Und selbst DeRaaf wird dann kein Problem mehr sein. Geschweige denn ein selbsternannter Inqusitor Maximus. Aber um es mit ihm zu sagen.

LaSalle wies auf eine ankommende Nachricht.

LS: Alea iacta est

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  KI-Ketzerei Log 14, Teil 2 - Sareth/Val'Kara
Geschrieben von: Sareth - Mar-Mon-2024, 09:56 PM - Forum: *** UFP *** - Keine Antworten

*** Spiros Alpha / Shazach / Verwaltungsdistrikt der Stadt ***

Bei unserer abendlichen letzten Tour durch die Stadt waren wir aufgrund einer gesperrten Straße aus dem Studentenviertel abgekommen und fanden uns nun in einem Distrikt wieder, in dem „die Fußwege hochgeklappt waren“. Große Gebäude mit eindrucksvoll gestalteten Fassaden und die Hinweistafeln an ihnen informierten, dass wir uns hier in einem Verwaltungsbezirk befanden – und die Behörden hatten zu dieser Stunde natürlich geschlossen. Nur in einigen wenigen Büros war noch das leicht flackernde Petroleumlicht zu erkennen. Da mussten wohl einige fleißige Werktätige Überstunden machen!

„Wir sollten in unsere heimelige Studentenbude zurück kehren,“ meinte Dr. Val’Kara. „Hier sieht es nicht sehr vielversprechend aus. Um nicht zu sagen, sogar etwas unheimlich. Diese Mischung aus Abendnebel und Gaslaternen erinnert mich an diese alten Filme, die Reed früher so gern auf der Saipan beim Filmabend gezeigt hat.“

„Ja, englische Krimis, das war seine Leidenschaft damals! Er war doch auch in diesem berühmt-berüchtigten Club!“

„Der von Tom Paris begründete?!“

„Ja, genau.“

Val’Kara konsultierte das Navigationsgerät ihres Tricorders nach dem raschesten Weg zurück, als plötzlich ein leises Vibrieren, fast wie das Schnurren eines Tribbles, ertönte. „Bei den Feuern von Stovokor!“ flüsterte sie. „Ich bekomme ein Signal!“
Sie hatte den medizinischen Tricorder so eingestellt, dass er auf bestimmte, nicht-menschliche Molekülketten reagierte, wie sie etwa in Atmenluft oder Schweiß zu finden waren.

„Hier?“ Ich sah mich um. Es war totenstill, die Straßen leergefegt.

„Ja.“ Sie justierte hochkonzentriert an den Sensoren des Geräts. „Vulkanisch, kein Zweifel!“

Wir eilten beide einige Schritte weiter, sie nahm erneut einige Feineinstellungen vor. An Bord der Feynman waren laut Crewmanifest fünf vulkanoide Besatzungsmitglieder gewesen, zwei Rihannsu, ein Havranha, und zwei Vulkanier, darunter der Erste Offizier Sarek.

„Etwa zweihundert Meter entfernt.“ Wir bogen um die nächste Ecke. Neben einer hohen Mauer waren die Signale am stärksten. Wir gingen eilig weiter, um zur Vorderseite des Gebäudes zu gelangen. Ein prächtiger Portikus ragte dort auf, und der Platz davor war bestmöglichst erleuchtet - sofern das mit der ortsüblichen Straßenbeleuchtung ging. Die Beflaggung ließ keinen Zweifel, dass wir es hier mit einem hoch wichtigen Regierungsgebäude zu tun hatten, noch bevor der Translator „Palast der Protektion“ entziffert hatte.

Im nächsten Moment wurde man auf UNS aufmerksam: ein Uniformierter trat aus dem Inneren des Gebäudes. Val’Kara reagierte geistesgegenwärtig und ihrer Rolle gemäß: schließlich trug sie die Kluft einer Krankenschwester!
„Meiner Begleiterin geht es nicht gut! Wir brauchen Hilfe!“ rief sie. „Können wir uns bei Ihnen kurz ausruhen?“

Der überrumpelte nächtliche Wachposten nickte, hing seine Partikelwaffe wieder über die Schulter und machte Anstalten, uns zu helfen. Ich spielte mit, hing zwischen ihm und Val’Kara, bis wir im Inneren des Gebäudes waren. Einen Moment später sackte der Mann nichtsahnend zusammen.

Val’Kara atmete auf. „Ich bin immer wieder dankbar, dass mein Vater mir den vulkanischen Nervengriff gelernt hat! Und froh, dass die Anatomie der meisten Spezies so ähnlich ist, dass er Wirkung zeigt…“

Ich nickte und half ihr, den Wachposten aus dem Weg zu ziehen. Wenigstens, dachte ich, brauchten wir nicht zu fürchten, von Sensoren oder Kameras bei unserem Treiben beobachtet zu werden. Und einen Kameraden schien der Nachtwächter auch nicht zu haben – oder er war gerade nicht auf seinem Posten! Wir eilten weiter, unsere Phaser sicherheitshalber auf Betäubung gestellt und folgten der Spur der vulkanischen Biosignale tiefer in das Gebäude.

Alles in allem sah es danach aus, dass das Crewmitglied der Feynman nicht freiwillig hier war. Wenn das eine Art Gerichtsgebäude oder gar Gefängnis war, mussten wir uns vorsichtig bewegen und mit weiterem Wachpersonal rechnen. Zurück war keine Option, denn mittlerweile hatte Val’Kara alarmierende Schwankungen in den Lebenszeichen entdeckt. In einem der Flure stießen wir auf ein weitere Wachpostenpaar, das wir mit Phaserschüssen aus sicherer Entfernung in den Schlaf schickten. Dann eine Treppe abwärts. Hier sah es nicht mehr repräsentativ, sondern nur noch funktional aus. Wir konnten auch dumpf eine Stimme hören, allerdings die vermochte der Translator die Worte nicht genau zu filtern.

„Hier drunter, noch ein Stockwerk tiefer,“ sagte Val’Kara und deutete auf den Boden. Wir eilten abwärts und ich schoss die - den Elementen sei Dank – sehr primitiven Türschlösser auf. Mehr als ein kurzes Zischen war nicht zu vernehmen.

Dann klangen nun sehr deutliche zornige Worte durch eine der Türen, und ich konnte auch einen unangenehm brenzligen Geruch wahrnehmen, der unter der Tür durchkroch. Fast zeitgleich mit dem Schrei des Gefangenen brachen wir durch –

-- Und fanden uns einem Einheimischen über, der gefesselt auf einem Stuhl hockte, und einem weiteren Mann in Hemdsärmeln, mit geöffnetem Kragen und zornrotem Gesicht, der an einer gefährlich aussehenden Maschine hantierte, über der sich ein Lichtbogen spannte.
„Was bei den Mächten der Finsternis-„ keuchte er.

Weiter kam er nicht. Val’Kara hatte mir nach einem kurzen bestätigenden Blick auf ihren Tricorder zugenickt. Der Betäubungsschuss aus meinem Phaser fällte den Hemdsärmeligen, ehe er überhaupt die Waffe unter meinem Umhang wahrnahm.

Über ihn hinweg steigend kümmerte sich die Ärztin um den Gefangenen. „Was für eine barbarische Kultur! Primitiv und barbarisch! Bibliotheken und Straßenpoeten, Pah! An der Behandlung von Gefangenen sieht man den Stand der Kultur!“

„Es ist Commander Sarek.“ Sie verabreichte dem Bewusstlosen ein Hypospray und löste die Fesseln, während ich den Ausgang im Auge behielt.

„Commander, können Sie mich hören?“ Sie sprach vulkanisch, um ihm sofort klar zu machen, dass wir trotz unseres Erscheinungsbildes nicht waren, was wir schienen.
„Ja…“ murmelte er und sammelte offensichtlich seine Kräfte. „Sternenflotte?“
„Ja. Aber die Vorstellungsrunde müssen wir auf später verschieben. Wir sollten sehen, dass wir hier raus kommen! – Admiral, wie sieht es mit unserem Ort- zu- Ort-Transporter aus?“

Wir hatten beide entsprechende Mikrozellen aus Borgtechnologie implantiert. Sie waren mit einer Einheit verbunden, die wir in unserer Bleibe verborgen hatten. Ich warf einen Blick auf die Anzeige an meinem Armband. „Das Transpondersignal ist zu schwach, wir müssen wenigstens einen Flur nach oben.“

Sie stützte Sarek und ich sorgte für die notwendige Deckung – für den Fall der Fälle. Das wir uns noch mal bei einem klassischen Jailbreak wiederfinden würden!!! Im Gebäude blieb es jedoch zum Glück ruhig und wir brachten den Weg hinter uns, bis wir unseren Transporter aktivieren konnten.

Während der hemdsärmlige Folterknecht das Bewusstsein wiedererlangte und nach den Wachen brüllte, waren wir zurück in unserer Studentenkemenate.

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  KI-Ketzerei Log 14 - Teil 1
Geschrieben von: Sareth - Feb-Thu-2024, 06:50 PM - Forum: *** UFP *** - Keine Antworten

NRPG: ich hab ein Plothole entdeckt: warum peilen wir nicht einfach von der Feynman die Kommunikatoren an und beamen alle hoch??? Ich lasse mir was einfallen….

RPG:

*** Auf Spiros Alpha ***

Ich hatte mit Dr. Val’Kara eine Unterkunft im westlichen Distrikt der Stadt gefunden, im Universitätsviertel. Die große Zahl an jungen Leuten, kleine Theater und viele Restaurants und Bars schienen mir der richtige Ort, um an mögliche Informationen zu gelangen. Im Moment allerdings wollten wir uns kurz verschnaufen, da wir schon mehrere Stunden durch das Labyrinth von Straßen und Gassen gegangen, um nicht zu sagen, geirrt, waren.

Die Survivalguides und die Logik gleichermaßen schrieben vor, dass im Falle einer unvermeidlichen Notlandung auf höher entwickelten Planeten jeweils nur wenige Crewmitglieder in Kontakt mit den Einheimischen treten, um etwa für Nahrungsmittel zu sorgen. Das hieß, dass die Mehrzahl der Crew der Feynman vermutlich in Gruppen zu zwanzig bis dreißig Leuten sich irgendwo verborgen hielt. Bisher war uns aber noch nicht gelungen, die von ihnen ausgeschickten „Jäger und Sammler“, wie sie im Sternenflottenjargon hießen, ausfindig zu machen.

Val’Kara betrachtete mit äußerster Skepsis die große Petroleumleuchte, die an ihrer Zugkette von der Mitte des Zimmers – ein kleines Dachkämmerchen – hing. „Das wäre ein Alptraum für jeden Brandschutzmanager in der Föderation,“ murmelte sie.

„Nun, sehen wir es als gemütliches traditionelles Ambiente. Auf Quo’nos liebt man doch eigentlich auch eher offenes Licht, zumindest in den traditionellen Vierteln.“

„Ja, deshalb brennt es dort auch des Öfteren.“ Sie hatte den ausgeblichenen Vorhang zur Seite gezogen, der das Waschbecken verbarg und brummte: „Und ich möchte auch nicht wissen, was für Keime sich in diesen Installationen verbergen. Aber dagegen haben wir zum Glück umfangreiche Vorsorge.“ Auf dem Tisch stand – in einer Ledertasche getarnt – das Sternenflotten-Medkit mit allen üblichen Hypos und Desinfektionstabletten.

Ich hatte mich auf einem der beiden schmalen Betten ausgestreckt und studierte den Stadtplan auf meinem Padd. Von der Straße klang eine sonore, markante Stimme, die offenbar ein Gedicht deklamierte. Ein kunstsinniges Volk waren die Bewohner von Spiros Alpha auf jeden Fall. Das hatte laut der Historiker damals auch entscheidend mitgewirkt, dass sie sich gegen jegliche Künstliche Intelligenz ausgesprochen hatten…

Mein Kommunikator zirpte dezent und ich aktivierte das Gerät. Es meldete sich Captain Reed. + Ich habe eines der Shuttle gefunden, oder zumindest, die minimalen Überreste, + berichtete er. + Ich gebe die Koordinaten durch, etwas nördlich der Höhle, die wir gestern überprüft haben. Es ist gemäß Regularien gezielt zerstört worden. Die submolekularen Fragmente sind nur mit der heutigen Technologie noch messbar. Der Platz sieht mehr oder minder nach Blitzschlagschaden aus, für das unbedarfte Auge. +

„Damit wäre eine unserer Fragen geklärt. – Irgendwelche Spuren der Besatzung, Captain?“

+ Bisher nichts, aber nach dem Regenguss gestern auch nicht weiter verwunderlich. Ich erweitere den Suchradius Richtung Berge. +

„In Ordnung.“

+ Melde mich wieder in einer Stunde, Reed over and out. +

„Kurz und knackig wie immer, kommentierte Val’Kara und setzte sich, nicht ohne einen neuerlichen prüfenden Blick zur Petroleumlampe. „Wenn wir nur die Kommunikatoren anpeilen könnten!“

„Da war nichts zu machen, die Reparaturen der Feinabstimmung der Sensoren ist ohne Fachleute und die Computer einer Raumstation nicht zu leisten.“

„Ja, ich weiß, also weiterhin Schnitzeljagd.“

„Ich hoffe auch, dass WIR vielleicht von einem Crewmitglied der Feynman entdeckt werden…“ Ich hatte ein weiteres Areal des Stadtplans für den nächsten Suchgang markiert und stand auf. Ein Blick aus dem kleinen Fenster zeigte mir, dass sich unten um den Straßenpoeten schon eine ganze Menge Zuhörer versammelt hatte. Seine Darbietung schien wirklich gut zu sein. Ich öffnete das Fenster und dank unseres Translators konnte ich ihn nun auch verstehen.

Das Gedicht handelt von einem Jungen, der wohl in eine Art Parallelwelt geraten war, in der die „Schrecken der KI“ herrschten:
„…niemand sprach mehr mit dem anderen, alle starrten auf ihre kleinen Bildschirme und schrieben nur noch. Also hatten sie das Sprechen verlernt. Sie sahen einander auch nicht mehr. Alle starrten auf ihre kleinen Bildschirme. Sie waren eins geworden mit der kalten Maschine, sie hatten alle ihre Seelen verloren. Sie konnten nicht mehr weinen und nicht mehr lachen….“

Dr. Val’Kara hatte sich zu mir gesellt. „Was für ein Horrorszenario. Aber ich gebe zu, es gibt Welten, in denen es zu massiver Abhängigkeit von digitalen Medien und KI gekommen ist, bei denen einfach jegliche Steuerelemente gefehlt haben.“

„Das schlimmste Beispiel sind die Borg. Laut einiger Historiker haben sie sich vor über 10.000 Jahren aus einer ganz normalen Gesellschaft entwickelt.“

„Es reichen einfach manchmal Kleinigkeiten, dass eine Gesellschaft die falsche Abzweigung nimmt. Und Isolation, wie hier, ist sicher nicht die richtige.“

„Vielleicht ist das jetzt ja auch eine Gelegenheit, Veränderungen anzustoßen, in die richtige Richtung…“ Ich griff nach einem Rationsriegel. „Wir sollten uns gleich auf den Weg machen, um noch eine Runde zu schaffen.“

(Teil 2 am Wochenende)

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  KI-Ketzerei / Log 13 / LaSalle / NPC
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Feb-Sat-2024, 03:50 PM - Forum: *** UFP *** - Keine Antworten

Spiros Alpha / Manasqua / Straße der Gelehrsamkeit

Das Team hatte sich aufgeteil. Während Reed die gesamte Stadt nach Gefahrenquellen durchsuchen sollte und Sareth und Dr. Val´Kara nach weiteren Spuren der Crew der USS Feynman suchten, sollten LaSalle und Richard von Rabenstein ein Nachtquartier „besorgen“.
Es gab mehrere „Teile mit einem Fremden-Häuser“ jedoch waren alle diese Etablissements kostenpflichtig. Und zudem, aufgrund des in Kürze stattfindenden Kulturfestivals, in der Regel ausgebucht. Und selbst wenn es irgendwo noch Zimer gäbe, ohne gültiges Zahlungsmittel wäre eine Zimmerreservierung zumindest eine Herausforderung.
Aus diesem Grunde war LaSalle auch nicht gerade bester Laune, als er und von Rabenstein in eine Seitengasse einbogen. Richard von Rabensetin schien spöttisch zu grinsen.
LS: Darf ich an dem Grund für Ihre Heiterkeit teil haben?
RR: Sicher. Euer Spektabilität. Diesen Ausdruck habe ich schon lange nicht mehr gehört.
LS: Hätten Sie denn auch evtl. eine spektakuläre Idee in Sachen Unterkunft?
RR: Sie sollten in Ihre Fähigkeit zum Zynismus investieren, LaSalle. Lernt man so etwas auf der Sternenflottenakademie?
LS: Nein, aber am Schreibtisch.
RR: Sie sollten abmustern und Literaturkritiker werden. Da wären Sie bestimmt nach kurzer Zeit gefürchtet.
LS: Das bin ich angeblich jetzt schon. Aber Vorsicht Mr. von Rabenstein, ich konnte auf Ihre Idee zurückkommen.
RR: Das kann ich mir gut vorstellen. Was steht denn da?

Richard wies auf ein Schild, auf dem in großen roten Zeichen etwas geschrieben stand. LaSalle fischte aus den undefinierbaren Tiefen seines Mantels eine altertümliche Brille und setzte diese auf. Auf dem Holoscreen der Brille erschien jetzt die Übersetzung, soweit dies möglich war.

LS: Mhmmm interessant. Ein eindeutiges Verbotsschild. Hier steht geschrieben: Betteln verstößt gegen das Gesetz. Dem Bettler soll durch die Straßenwächter das Erbettelte abgenommen und der Staatskasse zugeführt werden. Der Bettler wird der Stadt verwiesen. Sollte er wiederholt angetroffen werden, so wird er mit 50 Peitschenhieben auf den nackten Rücken, im Falle seiner Jugend mit 20 Stockhieben auf das nackte Gesäß und anschließend 2 Tage Pranger bestraft. Dies ist zu unser allen Sicherheit und Wohltat. Der Rat der Protektion.
RR: Sehr lyrisch.
LS: Eher überflüssig ausführlich. Keine Bettelei, sonst Prügel hätte auch ausgereicht.
RR: Sie sind einfach zu pragmatisch.
LS: Sicher…sieh an, sieh an.

LaSalle wies auf zwei Personen, welche am Rand der Gasse sich befanden. Eine Person kauerte am Boden, die zweite , gekleidet in eine merkwürdig bunte Uniform und mit einer kurzen Peitsche bewaffnet, hatte sich über die erste Person gebeugt und redete in einem barschen Kasernenhofton auf diese ein.

RR: Eindeutig. Bettler gegen Polizist.
LS: Soviel zum Bettelverbot.

LaSalle blickte plötzlich starr auf die kleine Szene, begann in seinen Taschen zu graben und förderte dann ein Flugblatt hervor, welches man ihm ein paar Minuten zuvor in die Hand gedrückt hatte. Er lächelte diabolisch.

RR: Evtl. lassen Sie mich jetzt einmal an der Ursache Ihrer Freude teil haben?
LS: Ich weiß jetzt, wie wir zu Geld kommen.

LaSalle eilte zu den beiden Personen und baute sich vor dem Uniformierten auf. LaSalle hielt ein Stück des Flugblattes dem Mann vor die Nase und sprach ihn dann in barschem Befehlston an.

LS: Finanzprotektionsaufseher Gurold, was geht hier vor?

Der Uniformierte wich sichtlich eingeschüchtert vor LaSalle zurück und salutierte dann zackig.

SW: Straßenwächter Wurlong , Euer Gestrengheit. Ich habe soeben diesem Subjekt klar gemacht, dass er schleunigst zu verschwinden hat. Ich habe außerdem Tauscheinheiten im Werte von 200 Cibidar konfisziert.

LaSalle pfiff gespielt durch die Zähne.

LS: Das hört sich interessant an.
SW: In der Tat, Euer Gestrengheit, in der Tat. Damit könnte man 10 Personen 6 Tage lang im Wirtshaus verköstigen.
LS: Gute Arbeit Wurlong, gute Arbeit. Ich nehme das Geld in Verwahrung.
SW: Natürlich.

Wurlong überreichte LaSalle ein kleines Säckchen, welches dann in den Tiefen von LaSalles Mantel verschwand.

LS: Ich werde Sie an höherem Orte empfehlen. Ich kümmere mich persönlich um dieses Subjekt. Gehen Sie für heute nach Hause.

Wurlong nickte eifrig und enteilte. LaSalle blickte sich um , griff in den Beutel in seiner Tasche und steckte dem Bettler eine gewisse Menge Geldes wieder zu.

LS: So und jetzt enteile. Und kein Wort darüber was hier passiert ist, klar? Sonst lasse ich dich aus der Stadt peitschen. Los, Verschwinde!

Der Bettler sprang erstaunlich schnell auf und eilte davon. Richard gab ein brummendes Geräusch von sich.

RR: Dieser Auftritt von Ihnen wirft mehrere Fragen auf.
LS: Und die wären?
RR: Woher wissen Sie, dass es hier Finanzprotektionsaufseher gibt?

LaSalle zuckte mit den Schultern.

LS: Bürokratie gibt es doch überall.

Richard schüttelte in gespieltem Entsetzen den Kopf.

RR: Sie hätten Schmierenkomödiant werden sollen.
LS: Vielen Dank.

LaSalle blickte sinnierend in die Luft und erstarrte plötzlich. Sein Blick fixierte einen Gegenstand an einer Wäscheleine, welche quer von Haus zu Haus über die Gasse gespannt war.

RR: Was haben Sie?
LS: Schauen Sie mal da auf die Wäscheleine. Sieht das nicht aus, wie ein primitiver Lautsprecher?

Richards Blick fixierte das Objekt.

RR: Dieser rundliche Gegenstand? Sie müssen sich täuschen, wo soll denn hier ein Lautsprecher herkommen?
LS: Sie haben wahrscheinlich recht. Nun wir sollten uns zum Treffpunkt begeben. Wie können jetzt ja eine paar Zimmer buchen.

RR: Ja, wir sind zu Geld gekommen. Nur die Art und Weise…..

Die beiden Männer gingen den Weg zur Hauptstraße zurück.

LS: Sie hatten noch eine weitere Frage?
RR: Allerdings. Wie verträgt sich Ihre Vorgehensweise eben mit den Richtlinien der DIA?
LS: Sehen Sie hier irgendwo Föderationsbeamte?
RR: Nein. Aber das alles hier , alles was wir tun, schon unsere Anwesenheit hier, verstößt doch wohl gegen die oberste Direktive?
LS: Natürlich!
RR: Das beunruhigt Sie nicht?
LS: Die Föderation ist weit, weit weg. Und wo kein Ankläger, da kein Richter.

Richard grinste böse.

RR: Das genügt. Mehr muss ich nicht wissen. Sie werden mir langsam unheimlich , LaSalle.
LS: Oh ich gebe mir Mühe. Als Gestrengheit.

Jetzt musste Richard zum ersten Mal leise lachen.


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Ortswechsel:

Spiros Alpha / Shazach Nueva /Straße der Wahrheit / Palast der Protektion / Kellerraum

Der Mann, welcher auf einem hölzernen Stuhl, mit eisernen Spangen gefesselt war, machte einen erschöpften, aber kämpferischen Eindruck. Seine Kleidung war zerschlissen, seine Handgelenke blutig von den Fesseln und an seiner Stirn war eine blutende Wunde zu erkennen, welche nur notdürftig durch ein Stück Stoff bedeckt war.
Protektor Barnes Atarver blickte die Person auf dem Stuhl mit dem Interesse eines Forschers an, welcher soeben ein interessantes Fossil untersuchte.

BA: Ich bedauere die Umstände Ihrer Festnahme und Ihres Transportes. Aber meine Mitarbeiter sind…nun wie soll ich sagen…primitiv. Ja , Sie müssen uns alle für sehr primitiv halten. Dort wo Sie herkommen, sieht es wohl anders aus. Ganz anders, möchte ich meinen. Wie ich aus dem Protokoll entnehme, ist hier Name Hadron Melax. Sie wurden von meinen Mitarbeitern in der Gegend von Manasqua aufgegriffen. Also stellt sich für mich die Frage, wo kommen Sie her?

Der Befragte keuchte.

HM: Mein Name ist Hadron Melax. Ich komme aus Soamandrakisal. Ich bin Geschäftsreisender.
BA: Jaja, Reisender, ganz recht. Aber ich glaube, Sie sind viel weit gereist, als aus Soamandrakisal.
HM: Ich weiß nicht, was Sie von mir überhaupt wollen? Was habe ich verbrochen?
BA: Ja, was will ich eigentlich von Ihnen? Ah ja…sehen Sie, meine Aufgabe als Protektor ist der Schutz der Bevölkerung. Daher habe ich meine Augen und Ohren überall. Alle Auffälligkeiten werden mir zugetragen. Und Sie sind aufgefallen.
HM: Kunststück. Ich komme aus der Stadt der Schönheit.
BA: Oh wir wollen doch bescheiden bleiben, oder? Nein es war nicht ihr Aussehen, sondern eher die Art wie Sie sich bewegten, sich ausdrückten, Ihr Akzent. Das fiel meinen Auguren auf. Ach ja, aus welchem Stadtteil von Soamandrakisal kommen Sie gleich?
HM: Drisikal.
BA: Und wann sind Sie dort abgereist?
HM: Vor 10 Tagen.
BA: Drisikal soll ja wunderschön sein.
HM: Oh ja. Der Bürgermeister plant gerade, den Stadtteil zu vergrößern.
BA: Oh schön zu hören. Und Gratulation. Drisikal ist vor 6 Wochen abgebrannt. Ein Wiederaufbau wie der Wind. Muss ich noch mehr sagen? Also, noch einmal die Frage. Woher kommen Sie?
HM: Soamandrakisal.

Barnes Artaver seufzte.

BA: Ich glaube ja, dass Sie von sehr viel weiter weg stammen. Genauer gesagt, nicht von dieser Welt.

HM: Sie sind ja…..außer uns gibt es im Chaos des Nichts kein Leben. Wir sind von den Göttern auserkoren….

Barnes schnitt dem Mann scharf das Wort ab.

BA: Dieses Geschwafel höre ich tagein-tagaus. Sie müssen es nicht wiederholen. Und Sie müssen uns und speziell mich nicht für primitiv und dumm halten. Manche wissen eben mehr als andere. Also. Woher kommen Sie?

Der Befragte schwieg. Barnes seufzte , zog seine edle Weste aus und begab sich zu einem Tisch, welcher neben dem Stuhl aufgebaut war. Auf dem Tisch befand sich ein etwa 1 m langer, hölzerner Kasten, dessen Deckel Barnes jetzt öffnete. Im Kasten sichtbar wurden einige Keramikgefäße, aus denen metallene Zylinder ragten. Dicke Rohre aus Kupfer verbanden diese untereinander und führten zu einem dicken Kabel, welche Barnes jetzt mit einer Metallplatte an der Seite des Stuhles verband. Ein zweites Kabel führte zu einem Ständer, auf dem an einem beweglichen Arm montiert sich zwei dicke Kohlestäbe im Abstand von ca. 5 cm gegenüber standen. Barnes packte dem Kopf des Gefesselten und fixierte diesen mit einem Lederriemen über der Stirn an einer harten Kopfstütze, welche an der Lehne des Stuhls montiert war. Dann positionierte Barnes den Schwenkarm so, dass die beiden Kohlestäbe etwa 50 cm vor den Augen des Gefesselten lagen.

BA: Sie wollen mir also immer noch nicht erzählen, woher Sie wirklich stammen? Nun denn, dann soll es wohl so sein. Eigentlich wollte ich mir Zeit und Ihnen Unannehmlichkeiten ersparen. Aber Sie wollen es ja nicht anders. Ihrem Gesichtsausdruck kann ich entnehmen, dass Sie genau wissen, mit was Sie es zu tun haben. Ja die Apparatur im Kasten wird von meinen Mitarbeitern nur „der leuchtende Wahrheitsfinder“ genannt. Sie und ich wissen natürlich, dass es sich dabei um einen Akkumulator handelt.
Die Stromstärke reicht aus, um ein Messer zum Schmelzen zu bringen. Und um jenen, welche auf dem Stuhl sitzen, gar widerliche Schmerzen zu bereiten.
Und das gute Stück vor Ihren Augen ist natürlich eine Funkenstrecke. Bin gespannt, wie nahe ich damit Ihren Augen kommen kann, bevor Sie erblinden.
Barnes legte einen Hebel um, ein leichtes Knistern war zu hören. Dann begab der Protektor sich zum Tisch und legte seine Hand auf etwas, was man unschwer als Schiebewiderstand erkennen konnte.

BA: Ich versichere Ihnen, dass ich dies alles nur äußerst ungern tue. Doch wie ich ihnen soeben schon erläutert habe, meine Aufgabe als Protektor ist der Schutz der Bevölkerung.
Barnes schob den Schiebewiderstand auf ¼. Knallend zündete der Lichtbogen auf der Funkenstrecke.

BA: Und dafür tue ich ALLES!

Barnes Atarver schob den Widerstand bis ¾ vor.
Die Wachen vor der Tür des Kellerraumes hörten, trotz der dicken Tür plötzlich Geräusche aus dem Raum, welche ihnen den Magen umdrehten.

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  Zwischen Licht und Finsternis - Log 22
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Feb-Wed-2024, 09:31 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

***An Bord der Vindicator***

Richard von Rabenstein und seine Leibwächterin materialisierten auf dem Transporterpad. Der Inquisitor atmete auf, als er endlich wieder sein sauberes, helles, geordnetes Schiff um sich sah.

„Es war eine erfolgreiche Mission, Euer Exzellenz?“ fragte Kavun von den Kontrollen aus.

Der Inquisitor nickte ihm zu. So fordernd die letzten Stunden gewesen waren – sie hatten sich gelohnt. Da er auf den Übersetzer angewiesen war, konnte er keine exakte Aussage treffen, ob es sein sprachliches und diplomatisches Geschick gewesen waren, oder die dezente empathische Beeinflussung seiner Gesprächspartner, die den Erfolg gebracht hatte. Wichtig war nur, dass die Tholianer handeln würden und Panox B abschirmen. Wie er heraus gefunden hatte, war der Planet nicht nur ein heiliger Ort für sie, sondern die dort generierten diffusen protopsionischen Felder wichtig für die Aufzucht des tholianischen Nachwuchses. Mit diesem Wissen hatte es letztlich wohl keiner großen Überredung mehr bedurft, den Partner in spe auf den großen Kreuzzug zur Errettung des Universums einzustimmen…

„Gab es hier besondere Vorkommnisse?“ fragte Richard, während sich die Türen des Transporterraumes hinter ihnen schlossen.

„Ich habe einen seltsamen Energieimpuls erwischt, ging von Walthams Schiff aus. Kann nicht sagen, was es war, könnte irgend ne nicht ordentlich funktionierende Transceiverspule gewesen sein. Ich behalte die Frequenz aber im Auge.“

„Wann war das?“ Er glich Kavuns Zeitangabe gedanklich mit dem ungefähren Zeitpunkt des Attentatsversuchs auf der Station ab. Ja, das korrelierte… Was natürlich noch nicht hieß, dass es sich hier um einen ursächlichen Zusammenhang hielt. Noch viel weniger bewies es, dass Waltham selbst dahinter steckte. Sein Schiff war groß.

„Ich werde mich jetzt etwas ausruhen und sammeln. Kontaktiere Captain DeChabannes, Waltham und diesen Piraten Dolittle. Ich wünsche sie allesamt auf der Vindicator im Besprechungsraum zu sehen. In zwei Stunden.“ Er wusste, dass die anderen unruhig auf das Ergebnis warteten, aber zu viel Hast war hier nur abträglich. Keineswegs würde er brisante taktische Informationen über das Komsystem verteilen! Währenddessen flogen die Tholianer ohnehin bereits in ihre Positionen.

Nachdem diese Präliminarien geklärt waren, begab sich der Inquisitor in sein Quartier, gönnte sich eine ausgiebige Dusche, eine Stunde Ruhe und oblag dann den verpflichtenden Gebeten.
Pünktlich erschien er im makellosen Ornat und mit aktiviertem persönlichen Sicherheitsfeld im Besprechungsraum. Dort hatten sich seine Partner bereits eingefunden. Es waren Getränke gereicht worden, doch offenbar nicht nach ihrem Geschmack. Der Inquisitor registrierte mürrische Stimmung bei Dolittle und leichte Nervosität bei DeChabannes.

Waltham war wie immer unlesbar und starrte ihn stoisch aus seinen eisgrauen Augen an. Irgendwann, dachte Richard kurz, muss ich auch das Geheimnis seiner Abschirmung erfahren. Es missfiel ihm ganz einfach, dass da jemand sein Seelenleben so gut abschottete, dass die Heilige Inquisition nicht ihres heilsamen Amtes walten konnte!

„Dominus vobiscum. Meine Herren, ich weiß, dass Sie gespannt auf das Ergebnis meiner Verhandlungen gewartet haben. Daher möchte ich nicht weiter prokrastinieren…“

Dolittle brummte unwirsch, und der Inquisitor ließ sich widerstrebend auf das Sprachniveau der Anwesenden herab. „Ich werde umgehend zur Sache kommen.“ Er nahm Platz und aktivierte die Holomatrix in der Mitte des Konferenztisches. Dann schob er einen kristallenen Speicherchip in das Aufnahmefeld. Vor den Anwesenden entfaltete sich der Raumbezirk rings um Panox B. „Die Tholianer haben unser Bündnisangebot akzeptiert.“

„Was haben Sie geboten?“ unterbrach Dolittle und drehte dabei die Flasche mit dem alkoholfreien Biergetränk unleidlich auf der Tischplatte herum.

„Das ist vorerst nicht von Belang,“ entgegnete der Inquisitor. „Wichtig ist, dass sich tholianische Einheiten bereits in Position begeben, um Panox B zu schützen, denn die Ankunft von LaSalles Flotte ist immanent. Die tholianischen Einheiten werden sich an diesen Punkten stationieren.“ Er überspielte die entsprechenden Daten in die Holomatrix. „Ich und Captain Chabannes werden uns hier, im Rafah-System positionieren und sowohl als Verbindungsglied fungieren. Sie, Dolittle, werden –„

„Mir gibt niemand Befehle,“ raunzte der Pirat ungehalten. „Sie schlagen vor, ich entscheide, ob ich folge, oder wollen sie mich exkommunizieren?!“

Richards Miene blieb unbewegt, während er auf Dolittle herunter starrte. Er hatte keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten im Moment. „Sie werden sich die Kontrolle über diesen Handelsposten verschaffen und dafür sorgen, dass mir die Transmitter zur Verfügung stehen.“

Am anderen Ende des Tisches war im Halbschatten des neben ihm sitzenden De Chabannes Walthams leicht amüsiertes trockenes Lächeln zu erkennen. „Verehrter Inquisitor Maximus, ich wusste gar nicht, dass die Akademie in Rom militärische Fertigkeiten vermittelt?“

„Die Militia Dei ist der Militia Saecularis durchaus vergleichbar. Bei Ihren vielseitigen Aktivitäten dürfte Ihnen das bekannt sein.“

„Und Ihnen dürfte bekannt sein, dass wir bei dieser Aufstellung der Einheiten Hoheitsrechte des Direktoriums des Imperiums verletzen. Das wird ohne Zweifel DeRaaf auf den Plan rufen. Er mag bisher zugeschaut haben, und gehofft haben, dass wir ihm das Problem LaSalle auf die elegante Art vom Hals schaffen – oder auch, dass LaSalle uns erledigt. Wie auch immer, wenn wir die Auseinandersetzung in diesen Sektor ausdehnen, ist DeRaaf mit von der Partie. Und das wird vielleicht ungemütlich.“

„Sie unterschätzen mich, Sir Waltham. Es ist exakt meine Absicht, DeRaaf und Einheiten des imperialen Militärs hier zu haben. Ich habe in den letzten Monaten meine Botschaft nicht umsonst überall verteilt. Jetzt ist die Stunde gekommen, dass wir die Früchte der Arbeit ernten.“

„Ich hoffe nicht, dass der Apfel nen Wurm hat,“ brummte Dolittle.

„Jetzt ist die beste und einzige Chance,“ erklärte Richard von Rabenstein. „Die Renovatio wird beginnen.“

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