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  ISDA Log 19
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Aug-Mon-2018, 07:23 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** ISS Picard ***

Richard von Rabenstein hatte den romulanischen Neuankömmling für eine Weile observiert, ehe er ihn ansprach. "Sie sind der technische Verbindungsoffizier, Erie'Riov?" Er deutete auf das Abteilungsabzeichen auf der linken Schulter.

"Ie." erwiderte das Spitzohr ohne sich die Mühe zu machen, auf Standarterranisch zu sprechen.

Auf den ersten Blick waren Richard die bionische Armprothese und die seltsame Augenfarbe aufgefallen, die auf optronische Implantate hindeutete. Einer dieser Männer also, die den Schöpfer beleidigten, indem sie ihren Körper mit technologischen Komponenten 'erweiterten'. Nun - er war ein Romulaner, und als solcher ohnehin ein Ungläubiger maledictus. Im Terranischen Imperium waren derartige Implantate untersagt. Wurden Menschen durch Unfälle oder im Krieg schwer verletzt, verwendeten die Mediziner aus eigenen Zellen nachgewachsene Organe und Gliedmaßen als 'Ersatz'. Schon bei dem Gedanken, seinen Körper mit derartigen artificialia zu verunstalten, schauderte es den Inquisitor.

Der Romulaner war vor einer der Wandverkleidungen stehen geblieben und prüfte kurz den Sitz seiner Uniform. Er schien eine solche nicht immer zu tragen und überdies sehr auf sein Äußeres bedacht zu sein. Unter anderem dieses selbstverliebte Verhalten war es, das gegen die Annahme sprach, hier den gesuchten Rewdak tr'Kovath vor sich zu haben. Der war in dem Breve des Hochinquisitors als rücksichtsloser Söldnerführer mit hoher Gewaltbereitschaft beschrieben worden. Das Äußere stimmte ebenfalls nicht. Doch konnten hier neben operativen Eingriffen Holofilter zum Einsatz gekommen sien, etwas, das Richard mangels Testgeräten im Moment nicht überprüfen konnte. Nur Eines konnte er mit Sicherheit sagen: das Spitzohr log. Und zwar nicht besonders gut. Sowohl, was die Frage anging, ob es ihm eine Ehre sei, auf diesem Schiff, einem Gemeinschaftsprojekt der Allianz, zu dienen. Als auch, was seine Herkunft anging.
Du kommst aus keinem senatorialen Haus, mein Lieber dachte Richard amüsiert. Bist du einfach nur eitel oder steckt mehr hinter dieser Angeberei? "Ich habe gehört, der neue Prätor hat den Havrannsu die gleichen Rechte eingeräumt wie den Rihannsu," fuhr er in fehlerfreiem Rihansa fort, als sei ihm dieser Gedanke gerade durch den Kopf gegangen.

Sein Gegenüber, der mit irgendeinem Stäubchen auf seinen Stiefel beschäftigt war, zuckte mit den Schultern. "Klar, na und?"

Richard horchte auf. Für die meisten Rihannsu war die Politik des neuen Prätors Tr'Kaleh, ehemaliger Chef des Tal'Shiar, der sich mit Hilfe der Havrannsu an die Macht geputscht hatte, ein Greuel - um es dezent auszudrücken. Aber diesem jungen Herrn hier schien das kalt zu lassen. Ja, selbst an einer geheuchelten Loyalitätsbekundung zu Tr'Kaleh hatte er offenbar kein Interesse. Und JETZT log er ganz klar nicht. Sehr interessant... Er musterte ihn intensiver, versuchte irgendetwas zu entdecken, was an eine Holomaske denken ließ.

"Wollen Sie eigentlich was BESONDERES von mir?" raunzte der Romulaner nun. "Ich bin an Terranern nicht interessiert, das möchte ich Ihnen gleich sagen, Sir."

Richard blieb für einen Moment lang das Wort im Halse stecken. Dann hatte er sich weit genug gefasst, um mit einem Lächeln zu entgegnen: "Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen. Mir obliegt das geistige Wohl der Besatzung, Erie'Riov."

"Fein. Schönen Tag noch." Damit stiefelte er davon.

Der Blick des Inquisitors fiel auf ein im Deckenlicht glänzendes schwarzes Haar auf seinem Anzug. Es musste seinem Gesprächspartner wohl eben vom Kopf gefallen sein. Behutsam nahm er das vermutete Corpus delicti an sich. Ich glaube, ich muss Vandenberg um ein wenig Amtshilfe bei einem Gentest bitten...

...

Mahan tr'Kovath alias N'Movar begab sich eilig in sein Quartier, das er als letzter Neuankömmling auf dem Schiff mit Haddus teilen würde. Er fand das nicht besonders angenehm, die letzten Tage waren anstrengend genug gewesen. Terraner rochen immer etwas seltsam. Aber die meiste Zeit würde er ohnehin im Maschienenraum verbringen. Sokar hatte ihm aufgetragen, die Subraumempfänger so zu modifizieren, dass sie ein intern eingespeistes Nachrichtenpaket als Nachricht identifizieren würden, die von außerhalb kam. Er konnte kaum erwarten, sich in die technischen Details des Schiffes zu vertiefen. Eine Herausforderung, wie er sie schon lange gesucht hatte!
Haddus sollte irgendwelche Modifikationen am Navigationssystem vornehmen, was genau, hatte er ihm nicht gesagt. Alles war 'need-to-know'-Basis. Dinge, die Leute nicht wussten, konnten sie nicht verraten.

"Na, wo warst'n du so lange, Mann?" röhrte Haddus von der Doppelstockkoje aus, in deren unterstem Bett er sich ausgestreckt hatte. "Dachte schon das Schlimmste."

"So ein Seelenreißer von eurer Inquisition hat mich angemacht."

"Sei vorsichtig, mit denen ist nicht zu spaßen! Die ziehen dir das Hirn raus, ehe du's merkst."

"Keine Sorge, so einen schwachbrüstigen Hänfling zerquetsche ich einfach." Tr'Kovath lachte ebenfalls und ballte die Faust seines bionischen Armes.

"Halt' dich fern von denen, kann ich nur sagen. Was wollte die Krähe denn?"

"Das wissen die Elemente!"

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  ISDA Log 18 Vandenberg
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Aug-Sat-2018, 10:04 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Antworten (1)

ISS Picard / Transporterraum 1
 
Um sicher vor dem Import von Waffen und Sabotagematerial zu sein, war ein Transporter eine ideale Schleuse. Nichts kam an einem Materiestromscanner vorbei. Auch nicht ein paar Neuankömmlinge.
Vandenbergs Blick fiel auf einen jungen Terraner in makelloser Uniform, während von Rabensteins scheinbar gelangweilter Blick an einem Romulaner sich förmlich fest gesaugt hatte.
 
Va: Mhmm..
 
Von Rabenstein nickte langsam.
 
Ra: Ich werde einmal einen Plausch mit dem Romulaner halten.
Va: Worüber denn?
Ra: Oh über die Philosophie des Krieges und der Erfüllung.
Va: Wenn es Ihnen Freude bereitet.
Ra: Sicherlich.
 
Ohne ein weiteres Wort verschwand von Rabenstein in der Menge, während Vandenberg sich in Richtung des jungen Terraners begab. Dieser bahnte sich gerade in forschem Stechschritt seinen Weg durch die Menge, als ihm Vandenberg in den Weg trat.
 
Va: Flottensicherheit! Ihre ID!
 
Haddus, denn um niemand anderen handelte es bei dem jungen Terraner, unterdrückte seine Verblüffung gekonnt. Wer war diese Kerl, der da, wie aus dem Nichts aufgetaucht, seine ID haben wollte? Dem Rangabzeichen nach ein höheres Tier, dem Gesichtsausdruck nach, ein äußerst misstrauischer Typ, und dem Habitus nach keiner der Schmalspur-SOs, welche hier überall herumliefen. Also rückte Haddus seine Unterlagen heraus.
 
Va: Name?
Hd: Lieutenant Kaiser. Adolf Kaiser, Sir.
Va: Ihre Familie stammt von der Erde?
Hd: Jawohl Sir. Aus Europa, Norddistrikt, Hamburg und ist
Va: Ein einfaches Ja oder Nein genügt.
Hd: Jawohl Sir.
Va: Ihrem Akzent nach…mhmm...nun irrelevant.  Laut Ihrem Marschbefehl waren Sie bisher Navigationsoffizier auf der ISS Richelieu?
Hd: Jawohl Sir.
Va: Dieses Schiff hat bereits einen Navigator. Was führt Sie hierher?
Hd: Ich wurde angefordert, Sir.

Vandenberg schwieg eine Weile, dann blickte er Haddus mit eisigem Blick an.
 
Va: Weitermachen Lieutenant Kaiser!
Hd: Jawohl Sir.
 
Vandenberg drehte sich auf dem Absatz um und schritt weiter in Richtung Messe, als ihm ein Trupp Sicherheitsoffiziere entgegen kam, welche bemerkenswerter Weise Projektilwaffen trugen. Interessant. Vandenberg beschloss dem Trupp zu folgen, dem bereits etliche Crewmitglieder folgten. Selbst ein kleiner Zug hatte sich schon hinter dem Trupp gebildet
 
--------------------------------------------------
Ortswechsel:
 
ISS Picard / Hangar 1
 
Der Zug endete im Hangarbereich vor einer vergitterten Absperrung. Zahlreiche Schaulustige, unter Ihnen auch von Rabenstein, hatten sich vor dem mannshohen Gitter versammelt. Hinter dem Gitter hatten sich die 6 SOs aufgestellt, während 2 weitere SOs einen, mit energetischen Fesseln fixierten Mann, an einen Stahlträger schnallten, hinter dem einige Kisten gestapelt waren.
Der Gefesselte trug eine zerfetzte Flottenuniform und wirkte erschöpft. Neben ihm stand der XO der Picard, Commander Brunson. Brunson marschierte zackig zu den Sicherheitsoffizieren und sprach dann mit lauter Stimme.
 
Br: Lt. Carl Haggerty, gemäß des gestrigen Urteils des Schiffssondergerichts, welches Sie wegen Desertion zum Tode verurteilt hat, werden Sie nun exekutiert. Möge der Herr Ihrer Seele gnädig sein!
Ha: Ich habe das Recht auf ein letztes Wort.
Br: Bitte, nur zu. Anlegen!
Ha: Kameraden, ich habe
Br: Zielen!
Ha: lediglich versucht
Br: Gebt Feuer!
 
Haggertys letzte Worte gingen im Donnern der Schnellfeuerwaffen des Pelotons unter. Die Projektile zerfetzten den Körper Haggertys förmlich. Nach dem Feuerstoß herrschte Ruhe. Brunson zog einen Disruptor, feuerte noch einmal auf Haggerty und aktivierte dann den Transporter, welcher Haggertys Leiche, oder das was von ihr noch übrig war, in das Recycler-System beamte. Das Peloton zog ab.
Von Rabenstein hüstelte.
 
Ra: Eine lächerliche, ineffiziente Show.
Va: Da muss ich Ihnen ausnahmsweise einmal Recht geben. Wer war der Delinquent?
Ra: Fragen Sie doch diesen Brunson.
 
Vandenberg nickte grimmig, dann trat er Brunson in den Weg.
 
Va: Auf ein Wort, Commander.
Br: Sir?
Va: Aus welchem Grund wurde dieser Haggerty exekutiert?
Br: Nun, er wollte Urlaub, weil seine Frau angeblich einen Unfall hatte. Der Captain hatte den Urlaub verweigert. Deshalb wollte Haggerty wohl ohne Erlaubnis von Bord und zu seiner Frau reisen. Diese liegt wohl im Sterben. Unsere CoS, Lt. Commander Quinn hat ihn vor dem Transporterraum erwischt.
Va: Und auf wessen Befehl wurde ein Gericht einberufen?
Br: Nun, das war der Captain höchstpersönlich, Sir.
Va: Sooo. Und wo ist der Captain? Er hat wohl der Hinrichtung nicht beigewohnt?
Br: Nun Sir, er sagte, er wolle einem Deserteur keine Ehre geben.
Va: Danke Commander.
Br: Gerne Sir.
Va: Ach noch eine Frage, Commander.
Br: Sir?
Va: Welche Position hatte Haggerty?
Br: Nun Sir, er war unser Chefnavigator.
Va: Danke. Einen schönen Tag noch.
 
Brunson salutierte übertrieben zackig und marschierte hinter dem Peloton her.
Vandenberg drehte sich um, konnte von Rabenstein jedoch nicht mehr auffinden. Dieser war, wie immer, spurlos verschwunden. Nun gut, es gab wichtigeres zu tun.
Vandenberg begab sich zu einem Wandinterface.
 
Va: Computer, wo befindet sich Captain Salazar?
<Captain Salazar befindet sich auf Holodeck 1>
 
Vandenberg schlenderte in Richtung des Holodecks.
 
---------------------------------------------------------- 
 
Ortswechsel:
 
ISS Picard / Holodeck 1
Zeit: 10 min später
 
Der Geruch von brutzelndem Speisefett, Blut, Urin, Erbrochenem, Exkrementen, sowie verwesendem Fleisch und einer Unzahl exotischer Gewürze schlug Vandenberg entgegen, als sich die Türen des Holodecks öffneten. Die perfekte Nachbildung einer diralkanischen Kneipe. In dem rötlichen, rauchdurchsetzten Licht konnte Vandenberg Salazar erkennen, welcher in einer Art Divan lag und von einigen sehr leicht bekleideten Damen bedient wurden. Als Salazar Vandenberg erblickte, grinste er unverschämt und erhob sich schwankend. Eine ungeheure Alkohol-Fahne bohrte sich in Vandenbergs Nase.
 
Va: Nettes Etablissement. Entspricht das Ihrem Geschmack?
Sa: Sie dringen hier ein meine Privatsphäre ein.
Va: Laut dem Dienstplan sind Sie im Dienst!
Sa: Ich bin immer im Dienst. Was wollen Sie?
Va: Ich hatte gerade das Vergnügen, einer netten kleinen Hinrichtung beizuwohnen.
Sa: Ist er tot?
Va: Tot und entsorgt.
Sa: Dann habe ich ihm ja seinen Wunsch erfüllt. Er ist jetzt bei seiner Frau.
Va: Haben Sie dieses Stand- Gericht einberufen?
Sa: Höchstselbst.
Va: Ich nehme an, Sie haben das HQ nicht informiert? Und sich das Todesurteil nicht bestätigen lassen?
Sa: Dddiesss is mein Schiff. Ich bin der Capcapcaptain!
Va: Irrtum. Dies ist nicht IHR Schiff, sondern ein Schiff der imperialen Flotte. Und Sie haben sich genauso wie alle anderen Crewmitglieder auch, an Regularien zu halten!  Und bei einer Desertation ist das HQ zu informieren. Da Haggerty die Desertion nicht vollendet hatte, wäre die Sache mit ein paar Stunden im Neuralstimulator abgehandelt gewesen.
Sa: Ach, haben Sie etwas Mitleid mit dem Jungen?
Va: Haggerty ist mir gleichgültig. Was mir aber nicht gleichgültig ist, dass Sie damit Personalkosten erzeugen.
Sa: Und?
Va: Haben Sie die neuen Crewmitglieder einem Background-Check unterzogen?
Sa: Wooozuuu? Das sind loyloyallllle Offi ähm Offizieren und Mannschaften. Stolz der Flotte und der Kirche, ach was, dem Imperium zu dienen!
Va: Das dachte ich mir. Und noch etwas. Wie kommt es, dass Sie bereits vor 2 Wochen einen neuen Navigator beantragt haben, obwohl Sie zu diesem Zeitpunkt noch über einen Navigator verfügten und Haggertys Abgang erst gestern Abend klar war?
Sa: Ischhhh bin der Captain. Und ich kann hier machen, was isch für rrrrrichtig halde.
Va: Sollte ich heraus bekommen, dass Sie hier private Rechnungen auf Kosten der imperialen Flotte begleichen, wird man sich Gedanken über Ihren Nachfolger machen müssen.
 
Salazar begann laut zu lachen.
 
Sa: Hahahaha, wer sollte das sein? Etwas Brunson, dieser proletenhafte Idiot?
Va: Eventuell Lt. Quinn?
Sa: Ha, doch nicht dieses halbromulanische Flittchen? Diese drogensüchtige Schnepfe?
Va: Drogensüchtig. Aus dem Mund eines sich im Dienst befindenden, aber trotzdem stockbesoffenen Captains, dieses Wort zu hören, ist schon bemerkenswert.
Sa: Vandenberg, Sie sind eine Hämorrhoide im Hintern. Wenn Sie und diese Krähe Von Rabenstein mich weiter nerven, werde ich Sie beide persönlich durch die nächste Luftschleuse befördern!
 
Vandenberg blickte Salazar kalt an.
 
Va: Wenn Sie wieder nüchtern sind, sollten Sie einmal über diese Drohung nachdenken. Sollte ich das noch einmal von Ihnen hören, wird Ihr Kopf rollen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und Sie sollten nüchtern sein, wenn Sie das nächste Mal die Brücke betreten. Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Restorgie!
 
Vandenberg drehte sich auf dem Absatz um und verließ das Holodeck.

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  ISDA Log 17
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Aug-Fri-2018, 08:45 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Antworten (1)

*** ISS Picard / Beobachtungslounge ***


Die Picard hatte an einem der zangenartig ausgreifenden Pylone der Sternenbasis angedockt und so gut wie die komplette Crew drängte sich in den Transportern und Liften, um noch ein paar Stunden 'Landurlaub' zu genießen, ehe man sich endgültig ins Einsatzgebiet begab und das Manöver jedem Besatzungsmitglied alles abverlangen würde. Auf der Brücke taten einige missmutige - weil ebenfalls auf Urlaub hoffende - Crewmitglieder Notdienst. Und in der Beobachtungslounge standen zwei Männer, denen Urlaub offensichtlich ein Greuel war: Flottenkommissar Robert Vandenberg und Inquisitor Richard von Rabenstein.

"Sie haben keine Lust, über die Promenade zu schlendern, Von Rabenstein?" hatte Vandenberg bei seinem Eintreten vor ein paar Sekunden bissig bemerkt. "Soll ich das so interpretieren, dass Sie fürchten, mich hier an Bord unbeobachtet zu lassen?"

"Ich bitte Sie! Ich stufe Sie weder als so interessant noch im Augenblick als so gefährlich ein," antwortete Richard, ohne den Blick von den in der Ferne durch die Panoramafenster der Station sichtbaren Promenade abzuwenden. "Sehen Sie sich das an, dieses Gedränge und Geschiebe schwitzender Personen - weil natürlich die Klimaanlage auf den Ansturm nicht vorbereit ist, wie immer! Und was treiben sie da in diesem Sündenpfuhl? Überteuerten Schund kaufen, sich volllaufen lassen und Körperflüssigkeiten auf die widerlichste Weise tauschen!" Jetzt wandte er sich ab und dem Neuankömmling zu. "Nein, das wäre der letzte Ort der Galaxis, an den ich mich begeben möchte. - Und Sie, Herr Flottenkommissar? Sie scheinen den Vergnügungen ja auch abhold zu sein."

"Ich bin im Dienst." Vandenbergs graue Augen schienen die Farbe seiner grauen Uniform zu spiegeln und genau dies auszudrücken.

"Ahh, Sie nutzen die Zeit, da niemand an Bord ist, um etwas tieferen Einblick in gewisse Dinge zu bekommen."

"In der Tat."

"Immer noch auf der Suche nach potentiellen Sympathisanten der Terroristen?"

"Unter anderem." Vandenberg war einsilbig wie immer.

Richard spürte deutlich, dass der Flottenkommissar etwas verbarg, aber auch einen gewissen Frust. Vermutlich war seine Suche also bisher erfolglos geblieben. Nun - seine eigene nicht minder. Er hatte die Besatzung und die Kommandocrew sondiert, aber nichts Besonders gefunden außer dem Üblichen: Angst, zu versagen, Druck, eine Beförderung nicht zu bekommen, Heimweh, Haß auf gewisse Kollegen. Captain Salazar hielt er für seiner Aufgabe nicht gewachsen und es war höchst wahrscheinlich, dass dessen XO, ein bulliger rücksichtsloser Typ, die  erstbeste Gelegenheit ergreifen würde, sich des Kommandos zu bemächtigen. "Es ist allerdings gut möglich, dass Sie bald Spuren in einem abrupten Kommandowechsel auf der Picard aufnehmen müssen," sagte der  junge Inquisitor beiläufig.

"Sie mischen sich in meine Angelegenheiten. Wenn ich die Amtshilfe der Inquisition benötige, lasse ich Sie das wissen, Hochwürden."

Richard lächelte. "Oh, ich vergaß, Sie mögen es nicht, wenn die Kirche sich in weltliche Angelegenheiten mischt. Aber sehen Sie, im Grunde ist diese Trennung in säkular und profan doch künstlich. Gott hat das Universum erschaffen und seine Diener haben sich um das Universum mit all seinen Geschöpfen zu sorgen. Und da der Imperator das nominelle Kirchenoberhaupt ist und flotteninterne Querelen die Aura des Imperators und das Imperium schädigen--"

"Ja, ja, die Logik der Inquisition ist mir bekannt. Ich halte sie für fast so schlimm wie die der Vulkanier." Vandenberg beugte sich Richtung Fenster, um seinerseits die Aktivitäten unter ihm auf der Station in Augenschein nehmen zu können. "Wenn mich nicht alles täuscht, begeben sich dort unsere neuen Crewmitglieder Richtung Transporterareal."

"Dann sollten wir sie begrüßen."

Vandenberg zog ein kleines Fernglas aus der Tasche und justierte es vor den Augen. "Nehmen Sie Ihr Weihwasser mit! Da scheint mir ein Spitzohr dabei zu sein!"

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(keine Zeit mehr - Vandenberg, wenn du willst, kannst du weiter machen, sonst ich am Sonntag, da wir nun doch nicht weg im Urlaub sind wg. der Hitzewelle)

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  ISDA Log 16
Geschrieben von: Rewdak Tr'Kovath - Aug-Thu-2018, 09:21 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Antworten (1)

Tankstelle 1893

'Dass Frauen immer so lange brauchen um sich fertig zu mach - ' Rewdak brachte den Gedanken nicht zu Ende da ein gellender Schrei die kleine Kabine erschütterte, welche auch schon bessere Zeiten und ein paar Transportpiloten zu viel gesehen hatte. "Ihr wollt mich doch alle verarschen??!, SO soll ich da aufkreuzen? Sieh gefälligst zu dass ich auch so einen scheiß Marker kriege, Sokar!" ertönte eine zischende Frauenstimme aus selbiger.
Nalae's Gesicht lugte aus der Kabinentür heraus, wie um sich zu vergewissern, dass sie alleine war. Zu ihrer sichtlichen enttäuschung war das nicht der Fall, denn Sokar wartete mit verärgertem Blick direkt vor der Kabine, während Rewdak im hintergrund herumlungerte und unverhohlen versuchte einen Blick zu erhaschen. 

Als sie die Kabine verließ konnte Rewdak seine Enttäuschung kaum verbergen. Die meisten Sklavenhalter, die eine Sklavin mit Nalaes figur haben, würden ihr so wenig zum Anziehen geben wie möglich, aber Sokar musste um die 300 Jahre alt und extrem konservativ sein, dass er sie Zwang sich so einen Fummel anzuziehen. Sie trug einen albern wirkenden, hautengen, knallroten Ganzkörperanzug um den 2 schwarze Schärpen geschlungen waren, eine um die Taille und eine um die Schulter, dazu ein Halsband aus Leder mit Metallenen Stacheln dran, wie man es einem Tier anlegen würde. Abgerundet wurde das ganze durch einen tiefen Ausschnitt auf dem Rücken, also der komplett falschen Seite, wenn man Rewdak fragte und ein paar schwarzen Stiefeln mit hohen Absätzen die weder Praktisch noch formschön waren und ihr das schnelle Laufen sichtlich erschwerten.  
"Na also, geht doch. Es muss doch nicht alles zur Fleischbeschau verkommen" Sagte Sokar selbstgerecht. "Vielleicht kann Rewdak sich jetzt ja mehr auf die Aufgabe konzentrieren und weniger auf deinen Arsch."

"Hey!" empörte sich Rewdak, während Nalae an ihm vorbeimarschierte und sich wieder in das Shuttle zurückzog. "Ich bin einwandfrei in der Lage mich auf die Aufgabe UND ihren Arsch zu konzentrieren, nicht jeder hier steht kurz vor der Alterssenilität!"
"Du solltest jetzt sehr gut aufpassen was du als nächstes von dir gibst, du widerwärtiger Emporkömmling!" brüllte Sokar, welcher plötzlich einen sehr langen Dolch in der Hand hatte. "Ich arbeite seit Jahren an diesem Projekt, ich werde nicht zulassen, dass Es scheitert, weil ein paar Romulanische Hunde ihre Libido nicht unter Kontrolle halten können, IST DAS KLAR?!"

'Scheiße, der Alte will es drauf ankommen lassen' dachte Rewdak und drückte sich Mittel und -Ringfinger gegen den Handballen um die Klinge, die in seinem rechten Armschützer verbaut war auszufahren, doch nichts passierte. 'Scheißdreck. Ich habe bereits die Uniform an. Kein Schutz, keine versteckte Klinge!' seine Gedanken rasten. Vor Nalae klein beigeben schmeckte ihm nicht aber was konnte er tun? Sich jetzt Massakrieren zu lassen würde ihm auch nicht weiterhelfen. "Na gut, Big Boss bestellt mehr Konzentration, dann kann er sie haben." erwiderte er und klopfte sich auf die Brusttasche in der er ein paar Phiolen mit einer klaren Flüssigkeit aufbewahrte.

Die leistungssteigernden Drogen die er mit sich führte würden ihm sicher noch gute Dienste leisten, aber er wusste, dass er sie nicht zu oft anwenden konnte. Die Substanzen wurden vom Tal'Shiar für Spezialeinsätze bereitgestellt, sie steigerten Konzentrationsfähigkeit, mobilisierten Kraftreserven und erhöhten die Reflexe während sie Schmerzen und Emotionen unterdrückten. Der Anwender wurde für ca 40 Minuten zu einer erbarmungslosen Kampfmaschine. Nachteil war das extrem hohe Abhängigkeitspotential in Kombination mit der extremen Belastung für das Nervensystem und mehrere Eliteeinheiten sind bereits am großflächigen Missbrauch der Substanz zugrunde gegangen. Vielleicht würde er mal Nalae eine Dosis verabreichen und gucken was dann passiert, er hatte eine morbide Faszination für solche kleinen Experimente.

Sokar und Rewdak gingen ebenfalls zum Shuttle zurück, in welchem Nalae sie bereits erwartete. "Was gabsn da so lange zu quatschen, wart ihr noch essen bestellen oder wat? Ich denke wir haben Zeitdruck." Empfing sie die beiden. Rewdak fiel auf, dass sie nervös wirkte, machte sich da aber nicht zu viele Gedanken drüber. Er musste gerade klein beigeben, das gefiel ihm überhaupt nicht, und daran würde er noch einige Zeit zu knabbern haben.

Romulanische Flotte - 12 Stunden Später

"Übermitteln Sie uns ihre Transpondercodes und fahren Sie Ihre Schilde herunter, oder wir werden das Feuer eröffnen" Quäkte eine Stimme durch das Shuttle. Rewdak sah dem Alten amüsiert zu wie er den Code eintippte und dabei noch zweimal mit dem Code abglich, den er auf seinem Padd zu stehen hatte.

"Mach jetzt bloß keinen Fehler alter ma-" mit einem lauten Zischen schlug neben ihm ein Disruptorstrahl ein. "WAS ZUR HÖLLE WEIB?!" Brüllte er in Nalae's richtung welche gerade dabei war diverse Waffen in ihren Schärpen zu verstauen "Und was machst du da mit den Waffen, willst du, dass wir auffliegen und direkt aus der nächsten Luftschleuse geschmissen werden?"

"Was hast du mit dem Disruptor angestellt der geht ja los wenn man ihn streng anguckt du Idiot! Lass die Finger von unseren Waffen!" Blaffte sie zurück "Sokar meinte ich soll die in die Schärpen einwickeln, Sklaven werden eh nicht durchsucht, weil niemand bei klarem Verstand seine Sklaven bewaffnet."

Er hatte ihr kein Stück zugehört aber gab vor ihr zuzustimmen, auf ein Streitgespräch mit ihr hatte er wirklich keine Lust, es reicht wenn der Alte ihm schon den ganzen Tag auf die Nerven ging und seine Pläne mit ihr waren nicht durchkreuzt nur weil ihr derzeitiges Outfit das wirklich hässlichste stück Stoff des Quadranten war.

"Code Akzeptiert, frei zum Docken. Willkommen auf der RRW Ganelax, Specialist Tr'Tralevo" ertönte die quäkige Stimme erneut.
"Das war ja einfach!" rief Nalae während sie mit ihrem Dolch herumspielte um herauszufinden wo sie den noch verstecken konnte.
Sokar stand auf und verpasste Rewdak einen Faustschlag ins Gesicht. "WAS hast du mit unseren Disruptoren angestellt, dass sich mitten in unserem Shuttle ein Schuss lösen kann, bist du völlig verblödet?!" Schrie er.

"Der da ist Privateigentum was soll ich denn an deinen Waffen rumschrauben, ich mag den Abzug nun mal etwas lose, dann laufe ich nicht Gefahr den Schuss zu verreißen, vielleicht sollte unser golden Girl ein bisschen vorsichtiger mit den Teilen umgehen"
"WAT" blaffte es aus Nalae's Richtung. "Ich weiß was ich tu, ich habe genug Erfahrung mit jeder art von Tötungswerkzeug!"
'Und ne handfeste Psychose' dachte er sich, traute sich jedoch nicht es auszusprechen, er hatte das Gefühl, dass der Abzug heute so locker saß lag nicht nur an seinen Modifikationen.

1 Stunde Später – Offiziersmesse auf der RRW Ganelax

„ … ein paar Subraumnachrichten von meinem Vater und der Sicherheitsoffizier der mich da drangekriegt hatte hat nie wieder Tageslicht, oder irgendein Licht gesehen und dann bin ich der jüngste Subcommander der Flotte geworden, ich wünsche ich könnte das Gesicht der Kinder dieses lächerlichen Unterranges sehen wenn sie es bestenfalls zum Hausmeister schaffen“

Das ewige Schwadronieren des, höchstens 25 Jahre alten, Subcommanders, dem Sokar aka Tr’Tralevo direkt unterstellt wurde nervte Rewdak schon seit einiger Zeit und er Fragte sich wie Nalae in ihrer Rolle als willenlose Bedienstete so gut aufgehen konnte, er hatte damit gerechnet, dass sie diesem verwöhnten Bengel inzwischen ein neues Grinsen gezogen hätte aber sie tat nichts dergleichen, saß da, lächelte höflich und ließ sich von Sokar die ganze Zeit mürrisch anfahren ohne eine Miene zu verziehen. Diese ganze Vorstellung wurde ihm langsam zuwider.

„Sir erbitte Erlaubnis die Quartiere überprüfen zu dürfen“ wandte er sich an Sokar. Hoffentlich verstand dieser den Hinweis und entließ ihn aus diesem Alptraum von einem Abendessen bevor er die Beherrschung verlor. Mit einem Nicken entließ dieser Rewdak aus der Messe und bedeutete ihm sehr Gründlich vorzugehen.

Als er bei den Quartieren ankam stand dort bereits ein Sicherheitsoffizier des Schiffs, welcher einen Basis Sprengstoff Scan durchführte. Als Rewdak sich ihm näherte hielt er inne und musterte ihn Argwöhnisch. „Zu wem gehören Sie?“ wollte der Sicherheitsoffizier wissen. „Tr’Tralevo“ antwortete Rewdak. „Ich bin der persönliche Leibwächter und bin beauftragt die Quartiere noch einmal zu untersuchen, sicher ist sicher.“
Der Sicherheitsoffizier machte keine Anstalten ihn aufzuhalten, er wirkte nicht so als wollte er wirklich gerade hier sein, und als Rewdak genauer hinsah bemerkte er ein leichtes Zucken in den Mundwinkeln des Romulaners, ein sicheres Zeichen für Kampfstimulatormissbrauch. „Okay, machen Sie das“ erwiderte der Offizier und beeilte sich zum Turbolift zu kommen.

Einige Zeit verging und Rewdak hatte die Quartiere 2-mal von oben bis unten abgesucht, aber nur ein paar Abhörvorrichtungen gefunden, was ihn nicht sonderlich überraschte. Vertrauen wurde bei der Romulanischen Flotte nicht besonders groß geschrieben. Als Sokar und Nalae endlich den Flur entlang geschlendert kamen. Sokar war als erstes bei ihm und befahl, die Nacht vor der Tür wache zu halten. Nalae folgte diesem und als sie seinen enttäuschten Blick sah, konnte sie ein Grinsen nicht verbergen.

„Na, wo schlafe ich jetzt eigentlich?“ Fragte sie kalt, nachdem die Tür sich hinter ihr geschlossen hatte und sie anfing sich ihres roten Ganzkörperanzugs zu entledigen.

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  ISDA Log 15
Geschrieben von: Sokar - Aug-Thu-2018, 05:46 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Antworten (1)

*** An Bord des Shuttles ***

Sokars Blick schweifte von Nalae zu Rewdak und er konnte förmlich spüren, wie beide sich dachten, dass er sich zur Hölle oder was auch immer das romulanische Äquivalent war, scheren sollte.

"Warum habt ihr euch meinem Kampf angeschlossen?" fragte er und fuhr fort, ohne auf eine Antwort zu warten: "Weil ihr in der Welt, wie sie jetzt ist, keinen Platz habt, weil ihr sowohl bei den Terranern als auch bei den Romulanern auf der Abschussliste steht, oder?" Hoffe ich zumindest... "Ihr wollt, dass die Allianz und ihre Bestandteile ein Ende finden, oder? Dann sollten wir daran arbeiten! Und dann solltet ihr euch nicht benehmen wie kleinkriminelle Kiffer, die sich nicht um das morgen scheren! WIR sind auf dem Weg, die Allianz in die Knie zu zwingen! Verstanden?"

"Ja, großer Führer," nuschelte die Ärztin wenig überzeugend.

"Bisschen Spaß hat noch keinem geschadet, Vulkanier!" antwortete Rewdak frech. "Wenn man immer mit anderthalb Beinen im Grab steht, dann nimmt man's wie's kommt. Heißt nicht, dass ich unzuverlässig bin." Er grinste Nalae an, die ihm jedoch jetzt einen ebenso finsteren Blick wie eben noch Sokar zuwarf.

Einen Moment lang erwog Sokar, seine Mission allein durch zu führen. Aber die Logik sprach dagegen. Er begab sich ins Cockpit, setzte sich und schnallte sich an. Kurz bevor er den Sichtschirm auf Sensorübertragung schaltete, warf das dunkle Glas seine Züge zurück. Er hasste es, das Gesicht des Feindes zu tragen. Und er hasste es, diese beiden Romulaner hinter sich sitzen zu haben. Die Galaxis wird erst erneuert sein und Frieden finden, wenn Terraner wie Romulaner von der Bildfläche verschwunden sind... Er leitete die Startprozedur ein. Kurz zögerte er, als er den finalen Kommandocode eingab, den ihm sein neuer Partner übermittelt hatte. Würde er tatsächlich den Antrieb aktivieren oder sie in subatomare Partikel zerblasen?

Dann tippte Sokar den letzten Buchstaben, aktivierte den Scan seines Ident-Markers und den zugehörigen Irisscan. Alles lief problemlos. Die Triebwerke fuhren hoch und das Navigationsholo entfaltete sich vor ihm und das neurale Interface klappte über seine Stirn.

"Nicht übel, sogar Interfacesteuerung. Ist ja alles vom Feinsten hier!" tönte Rewdak von hinten. "Würde auf dem Schwarzmarkt bestimmt ne Menge bringen - falls ichs mir kurzzeitig anders überlege. Wer hat dir das Teil verschafft?"

Wenn ich das wüsste. Sokar sah den vermummten Unterhändler noch vor sich, der ihn in den Eiskatakomben von Andoria kontaktiert hatte. 'Machen Sie sich keine Sorgen, Sokar von Vulkan', hatte er über einen Stimmverzerrer gesagt, 'mein Auftraggeber ist ebenso an einem Ende der Allianz interessiert wie Sie'. Es behagte Sokar nicht, zum Werkzeug unbekannter Mächte zu werden. Doch musste er eingestehen, dass sie bisher Wort gehalten hatten und er diese finale Aktion nicht ohne diese Hilfe würde bewerkstelligen können. Und danach befasse ich mich mit ihnen, wer auch immer sie sind.... Das Shuttle hob ab.


*** Ein Tag später / Zwischenstop auf Tankstelle 1893 der romulanischen äußeren Sektoren ***

Die Tankstation auf einem Asteroiden lief vollautomatisch und verbreitete einen heimeligen Charme, wie ihn eine in grelle Neonbeleuchtung getauchte, funktionale Umgebung für übermüdete und gereizte Reisende nur verbreiten konnte. Rewdak tr'Kovath hatte das freundliche Servicehologramm mit einem gezielten Schuss in die Emitter erledigt, etwas, das ihm den Spuren an den Wänden nach wohl schon öfters vorgekommen war. Es würde eine Weile dauern, ehe das Reparaturprogramm alles wieder hergestellt hatte.
Nachdem, was ihr Sokar aber gerade eröffnet hatte, war Nalae wütend genug, die ganze Station zu zerblasen. "Du hast das die ganze Zeit vorgehabt! Die ganze Zeit, du Saftsack! Du wusstest die ganze Zeit, dass wir unterwegs keinen Marker mehr für mich kriegen! Es war dir scheißegal!!! Und jetzt werd' ich abserviert--"

Sokar packte sie am Arm. "Niemand hat von 'draufgehen' gesprochen. Ich habe gesagt, der logischste Weg, jemanden an Bord zu bringen OHNE viele Fragen beantworten zu müssen ist als meine Sklavin."

Nalae explodierte. "Du denkst doch wohl nicht im Ernst, dass ich mit dir--"

"Wir dürfen an Bord des Schiffes keinerlei Verdacht erregen. Und eins kann ich dir sagen: wenn du dich weiter so aufführst, werde nicht ICH, aber einer der Sicherheitsleute an Bord dich 'abservieren'. Und das können wir uns nicht erlauben. Es gefällt mir sowenig wir dir. Aber du spielst deine Rolle wie wir alle" - er legte die Hand auf seinen Disruptor. "Oder ich muss das Problem HIER lösen."

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  Mission "Ascend"
Geschrieben von: Sareth - Aug-Thu-2018, 01:24 PM - Forum: *** UFP *** - Keine Antworten

Transkript der Mission "Ascend", mit der Hintergrundgeschichte innerhalb der Föderation zu "Chained Time".

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  ISDA Log 14 - Nalae
Geschrieben von: Nalae D'Varo - Aug-Wed-2018, 09:39 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Antworten (4)

Lager der Freiheitskämpfer

„Das sieht geil aus, oder? Diese Uniformen machen echt was her!“

Nalae stolzierte im Lagerbereich vor dem Höhlensystem auf und ab und betrachtete sich dabei in der Glasscherbe.

„Das habe ich exzellent gelöst, eins a! Wenn ihr alle auffliegt – ich ganz sicher nicht.
Ich muss zugeben, so primitiv du auch bist, das ist gar kein schlechter Plan“, wandte sie sich an Sokar.

Dieser war inzwischen ebenfalls uniformiert und frisch rasiert.

„Jetzt siehst du zumindest nicht mehr aus wie'n Penner, aber dafür wie so ein Unteroffizier, der bei seinem Commander für eine Beförderung lutscht.“

„Tr'Kovath wartet schon in der Krankenstation! Du hast ewig gebraucht. Los, kümmer dich um seinen Ident-Chip, wir haben keine Zeit für so einen Unsinn“, entgegnete Sokar.

„Das geht jetzt flott, ansonsten muss ich dich 'motivieren'.“


In der „Krankenstation“

Rewdak Tr'Kovath setzte sich betont lässig auf die abgenutzte Bahre.

„Na Kleine, wo soll das Ding denn hin?“, fragte er schief grinsend und zog die Augenbrauen nach oben.

„An deiner Stelle würd' ich aufpassen, hier sind 'ne Menge spitzer Gegenstände“, erwiderte Nalae.

Rewdak lachte nur dreckig.
Während Nalae ihm den Chip einpflanzte musterte er sie eindringlich und fuhr mit der Zunge betont langsam über seine Lippen.

„So, und jetzt raus!“, sagte die Romulanerin nach getaner Arbeit und wies auf den Höhlenausgang.

„Jaja, so sind se alle..erstmal rumzicken“, entgegnete Rewdak, drehte sich beim Verlassen der Höhle um und warf ihr einen Luftkuss zu.

Kurz nach Rewdaks Verschwinden betrat Sokar den Höhlenraum.

„Mir fehlen noch ein paar Stirnwülste, die machst du jetzt, aber zackig.
„Und wenn mir danach irgendetwas fehlt, dann bist du tot, D'Varo.“

„Ach ja?“
Nalae tänzelte nervös um die Bare herum, fuhrwerkte hektisch mit ihren Instrumenten herum und biss sich dabei dauernd auf die Unterlippe.

„Und wie willst du das anstellen, Vulkanier?“

„Das ist mein Geheimnis. Aber ich garantiere dir, ich habe eine sehr effiziente Methode. Und den Ident-Chip wirst du mir nebenbei auch gleich implantieren.“

Dass er ihr, gleich Mahan und Haddus, einen Giftchip implantiert hatte, verriet Sokar der Ärztin lieber nicht.


Eine Stunde später.


„Du bist als Romulaner auch nicht überzeugender, aber ich hab mich bemüht.“

Sokar warf einen Blick in die Spiegelscherbe und überzeugte sich von Nalaes Werk. 

„An dir rumzubasteln ist auch eher so angenehm wie eine Hirnsondierung. Also ein bisschen Dankbarkeit wäre angemessen“, sagte die Romulanerin, während sie von den benutzten Werkzeugen schlampig etwas grünes Blut mit einem alten Lappen abwischte.

Wäre sie nicht so eine fähige Ärztin, hätte Sokar sie längst seinem Leibwächter zum Spielen übergeben.
Was hatte Haddus ihm da nur angeschleppt?!

Er stöhnte genervt auf und knallte die Spiegelscherbe auf den Metalltisch neben ihm.
„Unser Schiff wird bald da sein“, entgegnete er.
„Wenn du nicht fertig bist bis dahin ist das nicht meine Verantwortung.

„Ey Alter, was ist mit meinem Chip?“

Nalae baute sich vor Sokar auf.

„Da is'n bisschen was schiefgelaufen. Ich nehm' dich mit weil wir 'ne Ärztin brauchen, versuchen so'n Teil unterwegs aufzutreiben oder sowas“, antwortete Sokar gleichgültig.

Er rechnete mit einem Wutausbruch seitens der Romulanerin, doch diese zeigte ihm nur eine romulanische, äußerst beleidigende Handgeste und drehte sich um.


Kurz darauf


Das Schiff, welches der Partner ihnen übersendete, war ein Shuttle, deutlich erkennbar der Galae Rihanha zugehörig.
Es sollte sie zu dem Kreuzer bringen, zu dem romulanischen Verbindungsschiff, auf dem „Khaiell Tr'Talevo“ und dessen „Leibwächter“ dienen sollten.

„Khaiell Tr'Travelo, hab ich kapiert“, entgegnete Nalae gelangtweilt, während sie ihren Sicherheitsgurt befestigte und sich Rewdak und Sokar sich an Bord des Shuttleschiffs begaben.

Sokar packte sie am Kragen.
„TA-LE-VO! Wenn wir wegen deinem zerfressenen Schwammhirn auffliegen wirst du dir wünschen, diesen Sektor nie betreten zu haben!“

„Jaja. Tar-...tra...hab ja 'n paar Stunden Zeit, die ich mit euch beiden hier im Shuttle verbringen muss. Stundenlanges Waterboarden ist dagegen ein Vergnügen.“

Rewdak ließ sich schwungvoll auf den Sitz neben sie fallen und grinste vielsagend.
„Ich finde, es gibt Schlimmeres.“

Sokar ergriff den Lauf eines stattlichen Disruptorgewehrs und schlug Rewdak mit dem Knauf gegen den Oberschenkel.
Der Romulaner verbiss sich den Schmerz - er war einiges gewohnt, aber der Alte hatte einen Schlag im Leibe, den man auf den ersten Blick nicht vermuten würde.

„Rückst ein bisschen mehr nach rechts! Solang ICH hier drin bin ist das ein Transportmittel und kein orionischer Swingerclub!!“

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  ISDA Log 13 Haddus
Geschrieben von: Hohardus Edzardus - Aug-Wed-2018, 05:25 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Antworten (2)

==========  Noch im Lager der Aufständischen  ==========

Haddus drehte sich vor einem zerbeulten Blechspiegel und betrachtete sein neues Äußeres, erstellt durch eine Holomaske, die keine Wünsche übrig ließ und seinem Original in jeder Hinsicht nachgebildet war.
Grundsätzlich gestaltete sich der Anblick zu seiner Zufriedenheit, da er größten wert auf ein gutes Aussehen legte, denn er war schon ein wenig eitel, wie er sich zugestehen mußte.
Aber wenn er denn eines Tages ins Gras würde beißen müssen oder gar öffentlich gehenkt werden sollte, sollte er schon als sehr gut aussehender Terrorist in die Analen eingehen. Das war er den Medien und sich selbst schuldig.

Man mußte es Sokar lassen. Er bereitete wirklich jede Aktion extrem sorgfältig vor, und gerade in diese hatte er sehr viel Gehirnschmalz investiert, wie Haddus ihm neidlos zugestehen mußte, denn er wußte natürlich sehr genau, daß es ungeheuer schwierig war, durch all die Kontrollen, Scans und leiblichen Überprüfungen unerkannt zu kommen. Die in der imperialen Flotte waren ja keine Dummies und gingen kein Risiko ein, zumal sie genau wußten, daß der Gegner überall lauern konnte. Und da war Alles bei: Genetischer Test, Iris-Kontrolle und auch einige Fangfragen zur Identität der Person, und das war eigentlich das Schwierigste, denn was wußte man schon von der Vergangenheit der Person, die man darstellte?

Haddus war ein hochausgebildeter Navigationsspezialist und Pilot auf nahezu allen Schiffsarten der Flotte. Und er kannte sich ebenfalls auf allen wichtigen Schiffstypen ihrer Aliierten, den Romulanern aus, aber auch auf vielen ihrer Gegner.
Und so mußte der Charakter auch seinen Fähigkeiten entsprechen, das war klar. Haddus selber hatte auf Schiffen der imperialen Flotte gedient und kannte jedes Procedere, so daß ein sicheres Benehmen an Bord kein Problem darstellen würde, wohl aber die Position, die er einnehmen mußte, nämlich die eines Navigators oder Piloten.

Und wie es das Schicksal wollte, lief ihm ein Typ in einer Kaschemme über den Weg, der genau in sein Schema paßte: Er war von der richtigen Größe, hatte an der gleichen Akademie studiert und war Deutscher von seiner Herkunft: Adolf Kaiser. Daß er Deutscher war, war ebenfalls gut, denn so konnte Haddus kaum auffallen, da er natürlich diese Sprache als seine Muttersprache empfand, obwohl natürlich Standard seine eigentliche war. Aber bei sich zuhause wurde ausschließlich Deutsch gesprochen. Und sein Vater und sein Großvater waren der tiefsten Überzeugung, daß eigenlich eben diese Sprache hätte zum Standard ausgewählt werden müssen.
Und dieser Typ verkündete auch noch lauthals, er habe den Job seines Lebens gefunden, weil er auf die ISS Picard kommandiert worden sei, dem besten und stärksten Kampfschiff des Imperiums. Er solle in etwa 2 Wochen auf der Station SB 245 sein und dort mit einigen anderen Crewmitgliedern an Bord der Picard gehen.
Der Blödmann hatte sogar alle seine Transferpapiere, sein Bordbuch und sonstiges bei sich.
Ein echter Glücksfall.

Er hatte den Typen in einen  Hinterhof gelockt und ihn erst einmal in einen tiefen Schlaf versetzt. Dann hatten sie ihn zu Nalae gebracht, denn sie sollte ihm scannen und ihm soviel Erinnerungen entziehen, wie es nur irgend möglich war.
Haddus hatte da zum ersten Mal gesehen, wieviel Spaß es dieser Dame machte, ihrem 'Opfer' in nicht narkotisiertem Zustand sein Gehirn zu leeren!
Und als die Prozedur beendet war, saß da nur noch ein lebendes Gemüse, das gerade mal von den Basisfunktionen am Leben erhalten wurde.
Besonderes Mitleid hatte Haddus mit dem Heini nicht, wohl aber bewunderte er die Geschicklichkeit Nalaes. Die wußte tatsächlich, was sie tat. Der Kerl hatte eben einfach das Pech gehabt, am falschen Ort zur falschen Zeit gewesen zu sein, und dazu war er auch noch ein Prahlhans, der mit sich hausieren ging.

Und dann wurde er selber von ihr in eine spezielle Aparatur gespannt mit einer Art Kochtopf auf dem Schädel, der eine künstliche Gehirnverschmelzung durchführte und ihm das Gedächtnis seiner neuen Person einspielte.
Er hoffte nur, daß er da nicht mal seine eigene Identität und die dieses Mannes  durcheinanderbringen würde. Er stellte zum Beispiel fest, daß dieser Kerl für alte deutsche Schlager aus den 1980ern schwärmte. Ok Gott, das würde er im Kopf nicht aushalten.
Und dann liebte er Essen, die er haßte wie die Pest, wie zum Beispiel Saumagen oder Leber!
Er hoffte sehr, daß er das Alles irgendwie würde umgehen können.

Aber optisch gab er was her. Er würde sicherlich bei der Damenwelt an Bord der Picard gut ankommen, da war er sich sicher.

Er fühlte sich sehr unternehmenslustig und hatte Bock darauf, endlich anzufangen.
Allerdings gab es, wie immer vor solchen größeren Unternehmungen, endlos lange Einführungen und Instruktionen von Sokar, in denen er genau erklärte, wie sie an Bord vorgehen sollten und müßten. Er wollte keinerlei Alleingänge, und sollte etwas schiefgehen, dann würde er gnadenlos von dem Tötungschip Gebrauch machen, wobei er selber ebenfalls einen implantiert hatte, den Nalae auslösen sollte im Zweifelsfall. Solche Chips hatten sich bei ihren Aktionen als sehr nützlich erwiesen, dann natürlich kam es immer mal wieder vor, daß einer der Kameraden in Gefangenschaft geriet, und alle wußten, was das bedeutete für einen, wenn man erst einmal in einer imperialen Verhörzelle gelandet war.
Insbesondere die Inquisition war da berüchtig für. Man munkelte sogar, daß die liebend gerne mittelalterliche Foltermethoden anwandten, da denen Agonie-Zylinder etc. einfach zu primitiv und viel zu sauber waren. Da sollte gerne schon auch mal ein wenig Blut spritzen und gellende Schreie das geübte Ohr entzücken.
Aber auch die Abwehr der Flotte war keinesfalls zimperlich. Das wußte Haddus auseigener Erfahrung, denn er war mal in deren Hände gefallen. Aber mit Hilfe von einigen Kameraden war ihm gerade noch rechtzeitig die Flucht aus den Verhörkellern gelungen, was Etlichen vom Wachpersonal das mickerige Dasein beendet hatte.


==========  Flug zur Raumstation SB 245  ==========

Auch die Ankunft war bis ins kleinste Detail geplant.
Zunächst sollten nur Haddus und Mahan Tr'Kovath zur Starbase, denn die Anderen waren erst einige Tage später für den Transportflug vorgesehen.
Das paßte gut in den Plan, denn die Beiden sollten sich erst einmal mit allen Gegebenheiten, vor allem aber mit der Kommunikation usw. vertraut machen, um irgendwelchen Problemen zuvorkommen zu können.
Es ging ja nicht einfach so, daß die alle vom gleichen Planeten und dem gleichen Raumhafen her kamen. Sie mußten natürlich verschiedene logische Reisewege hinter sich gebracht haben, bis sie auf dem kleinen gottverlassenen Brocken angekommen waren, wo schon das imperiale Shuttle sie abholen sollte. Schließlich waren ihre 'Originale' ja an verschiedenen Standorten gewesen, oder sollten von Romulus her kommen.

Haddus, oder besser Adolf, schritt weit aus über das gerissene Betonfeld, das sich hier großspurig 'Raumhafen' nannte. Außer ein paar Einrichtungen zur Versogung von Raumschiffen und ein paar Bars und fragwürdigen Etablissements, die sich 'Hotel' schimpften, gab es hier nichts. Massenweise nicht näher identifizierte Mitbewohner der Zimmer hatten sie in der letzten Nacht erleben dürfen.
Haddus kratzte sich jetzt noch ohne Pause.

Haddus, und Mahan Tr'Kovath näherten sich vollkommen ruhig dem Shuttle. Es würde hier zwar schon erste Scans geben, die aber keinen Vergleich standhielten mit dem, was auf der Sternenbasis oder gar auf der Picard auf sie wartete.
Die Heckklappe war geöffnet und sie kletterten an Bord. Jeder mußte kurz stoppen, als der Bordscanner sie erfaßte: "Scan fertig. Leutnant Adolf Kaiser. Auf dem Transfer zur SB 245. Bitte treten Sie ein, Sir."
Mahan ging es nicht schlechter. Auch er passierte diesen ersten Test ohne jede Mühe. Ein junger Kadett wies ihnen ihre Plätze zu.
Mit ihnen saßen noch 9 Personen auf ihren Sitzen.
Aber der Abflug verzögerte sich noch, weil zwei weitere Passagiere zunächst nicht auffindbar waren.
Endlich hatte man sie gefunden. Den einen in einem Puff unter sehr kompromittierenden Umständen (er trug wenig mehr als seine Unterhose) und der Andere war im Halbdelirium, da er trotz Reisetermin zu tief in die Flasche mit Romulan Ale gekuckt hatte. Für Beide würde es ein sehr unangenehmes Nachspiel geben. Das war sicher.

Dann ging es endlich los. Während des langen Fluges von etwa 29 Stunden gab es keinerlei Unterhaltung und kaum etwas zu essen. Lauwarmes Wasser aus dem Tank und ein paar Kekse. Das war alles, was diese 'Never Come Back Airlines' seinen Passagieren bieten wollten.
"Scheiß Service!" beschwerte sich Haddus oder besser Adolf, was aber mit einem Achselzucken beantwortet wurde.


==========  Ankunft auf SB 245  ==========

Nach einem endlosen Flug erreichten sie die Station.
Haddus hatte alle Mühe, sich aus dem Sitz zu erheben, um sich mal für kleine Jungs zu begeben, so weh taten ihm alle Knochen, und auch Mahan neben ihm ging es nicht besser.

Mahan grunzte: "Wir sollten einen höheren Anteil an der Erfolgsprämie verlangen. Kann sich die imperiale Flotte denn nicht einmal ein paar ordentliche Sitze leisten?"

"Gelobt sei, was hart macht, mein Guter! Wie hieß das mal früher in Deutschland? 'Zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl und schnell wie ein Windhund'."

"Was waren das denn für Hirnis?"

Das Shuttle machte eine leichte Kurskorrektur und jetzt sah man auch die Station aus den winzigen Fenstern.
Mahan grinste: "Irgendwie ein Wunder, daß dieses Teil hier immer noch herum fliegt. Von welchen Schrottplätzenden der Galaxis haben die das Teil denn zusammengefriemelt?"
Haddus grinste: "Ich finde, das sieht genauso aus, wie der Zustand des Imperiums tatsächlich ist: Komplett verrottet!"

Der Pilot des Shuttles meldete: "Bitte machen Sie sich und Ihre Sachen fertig zum Aussteigen. Wir docken in 5 Minuten an und das Aussteigen sollte so zügig wie möglich von statten gehen."
"Sonst noch Wünsche?" nörgelte Haddus. "Haben die wenigstens einen Roboter, der mein Gepäck trägt? Die erwarten doch wohl hoffentlich nicht, daß ich den ganzen Kram selber durch die halbe Station schleppe? Und ich wette 100 : 1, daß die hier kein Punkt-zu-Punkt-Transportsystem haben."

Das Shuttle dreht sich und dockte mit der Heckklappe an der Station an.
"Welcome on Space Station SB 245, the most frequented station all over the Galaxy. Please prepare Your luggage for custom inspection! Later please follow the procedure for personal inquiries! And hold all your travel documents ready. Thank you. Have a pleasant stay on SB 245!"

Haddus lupfte seine riesige Seekiste, die ein uraltes Erbstück seines tatsächlich zur See fahrenden Ahnen Hohardus Edzardus Eilers war, auf die Schulter. Dazu noch diverse kleinere Taschen und Beutel.
Auch Mahan war nicht weniger bepackt, denn schließlich sollten sie an Bord der Picard für längere Zeit offiziell Dienst tun, und da mußte man schon mal was mitschleppen. Und diese alte Kiste hatte Haddus immer gute Dienste geleistet und auch Glück gebracht. Deswegen bewegte er seinen Arsch nirgends hin ohne eben diese.

Sie folgten den anderen Passagieren und kamen in eine größere Halle, in der man sein Gepäck auf ein Band legen mußte.
Es wurde nicht einfach nur gescant, sondern mit Hilfe aller möglichen Detektoren auf nahezu alle Stoffe hin untersucht, die illegal waren.
Und schließlich wurden die Sachen auch noch geöffnet und man mußte jedes Stück einzeln herausnehmen, damit die Schlickgriffel des Personals diese noch einmal intensiv begrabschen konnten.

Danach ging es einen markierten Gang hindurch, der an den Wänden lauter Parolen zeigte: 'Mit dem Imperium zum ewigen Sieg!' oder 'Der Imperator, unser Aller Vater, Bruder und Vertrauter!'.
Dann aber zuckte Haddus zusammen: An der Gangwand hing ein riesiges Poster, das eindeutig IHN zeigte. So wie er leibte und lebte. Und das auch noch dreidimensional! Das Foto drehte sich, wenn man den Blickwinkel änderte.
Und dann hatten die noch ein Foto gewählt, das äußerst unvorteilhaft war. Eines der Fotos von seinem letzten Knastaufenthalt.
Haddus war beleidigt. Immerhin stand darunter:
'Gesucht, tot oder lebendig: Haddus Edzard.
Meist gesuchter Terrorist im Sektor Tantalus Prime und in anderen ebenfalls.
Wer ihn ergreift oder zu seinem Ergreifen beiträgt wird mit 1,5 Mio. Kredits belohnt!
Allerdings seien Sie vorsichtig. Der Bandit ist bewaffnet und zögert nicht zu schießen! Informieren Sie also, wenn sie ihn sehen, lieber die Ordnungskräfte.'
Und bei so einem ordentlichen Kopfgeld, das ihm zeigte, daß man ihn ernst nahm, war so ein schnödes Bild wirklich eine Schmach! Da hätte man schon mal etwas Besseres besorgen können.
Aber immerhin war er wer auf der Bestsellerliste des Imperiums.

Mahan grinste: "Du siehst echt schnuckelig aus auf dem Bild, wenn du mich fragst:"
"Du willst wohl eine gelangt bekommen?"
"Versuch es!"


==========  Kontrollraum  ==========

"Bitte warten Sie alle an der weißen Linie auf dem Boden und kommen Sie nach vorne, wenn Sie aufgerufen werden. Vorher ziehen Sie bitte noch eine Nummer." Die Stimme kam von einem Tonträger, aber man hätte ja auch eine sexy Frauenstimme nehmen können. Stattdessen war das eine, die jedem bärbeißigen Schleifer bei den Marines alle Ehre gemacht hätte.

Mahan stand in der Reihe neben Haddus.
Er hatte schon pflichtbewußt alle seine Papiere in der Hand, während Haddus darüber nachsann, ob es hinter der Schranke irgendwo ein kaltes Bier geben könnte?

"Der nächste bitte! Lieutnant Kaiser. Treten Sie bitte vor!"
Haddus tat, wie ihm geheißen.
"Bitte schauen Sie in den Scanner oben links. Blinzeln Sie zweimal und öffnen dann die Augen so weit Sie können, damit der Iris-Scan funktioniert.
Und nun legen Sie Ihren rechten Daumen auf den Scanner und das Blutabnahmegerät für den DNA-Test.
Haddus tat wie ihm geheißen.
Im rechten Daumen hatte Nalae ein kleines Säckchen mit der entsprechenden DNA seines personellen Vorgängers reinoperiert.
Die winzige Nadel stach zu und das Gerät arbeitete für etwa 15 Sekunden und gab dann grünes Licht.

"Wie hieß Ihr erstes Haustier, Sir?" Auf Deutsch!
"Muschka, Sir!"
"Sehr gut. Sie können durch. Melden Sie sich bitte in etwa 1 Stunde beim Quartermaster des Schiffes, der Ihnen Ihre Kabine zuteilen wird, denn Ihr Schiff, auf das Sie sollen, wird erst in etwa 2 Tagen ankommen. Da hat sich was verzögert. Aber wir haben hier viele Möglichkeite der Unterhaltung."
"Das glaube ich Ihnen sofort, Sir."

In der Linie neben sich, auf der sich Mahan befand, ging es auch schnell, und Tr'Kovath stand bald neben ihm.
"Wir sollten versuchen, eine gemeinsame Kabine zu bekommen. Neben mir stand da gerade ein unglaublich stinkender Tellarianer, mit dem ich keinesfalls ein Zimmer teilen möchte!"

"Laß uns erst einmal ein Bier trinken. Ich bin kurz vor dem Verdursten."
Mahan nickte.
Beide schlossen ihr Gepäck in einen Locker und folgten einem Schild auf dem zu lesen stand:
"Bar zum Tor der galaktischen Wunder. Hier werden Ihre Träume wahr!"

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  INN - Kurznachrichten - 2016
Geschrieben von: Sareth - Aug-Wed-2018, 02:31 PM - Forum: *** INN - Independent News Network *** - Keine Antworten


(Original gepostet von Sareth 2016, während der Mission "Händler zwischen den Welten" und "Alte Spuren" auf Ch'Rihan)


=== Ch'Rihan / Ra'tleifih ===

Nachdem eine gestrige öffentliche Untersuchung jedwede Zweifel ausgeräumt hat, Prätor Turan tr'Kaleh könnte während der jüngsten Feierlichkeiten auf Vulcan durch einen Klon, Formwandler oder eine andere Lebensform ersetzt worden sein, wandte sich Seine Exzellenz heute mit einer Regierungserklärung an die interstellare Presse. Eine Reform des Tal Shiar sei in Angriff genommen worden, hieß es, die die strukturelle Aufteilung der Behörde und ihre Kompetenzen beträfe. Des Weiteren untersucht ein Sonderausschuss die Kontrollmöglichkeiten und Rechenschaftspflicht gegenüber der Regierung. Einzelheiten über die Reform sind allerdings unter Verschluss. Der Senat berät zur Stunde über Maßnahmen gegen Korruption im Zusammenhang mit interstellaren Wirtschaftsaufträgen. Ein zweiter Sonderausschuss prüft die mögliche Verwicklung von Mitgliedern des Tal Shiar in die Korruptionsaffäre.

=== Telka IV / Neutrales Gebiet zum Neuen Dominion ===

Die Botschafter der Föderation, Karl Voigt und Vin'Zahn Kar't'ani sind auf Telka IV eingetroffen, um dort die Verhandlungen mit den Abgesandten des Neuen Dominion fortzuführen. Auf der Tagesordnung stehen Fragen der Abrüstung, der Besiedlung von Grenzplaneten und die Nutzung planetarer Ressourcen in umstrittenen Territorien.

=== Ihma-Seuche im Breen-Hoheitsgebiet ===

Nach Bestätigung des Ihma-Virus auf Schiffen und in Kolonien der Breen wurde das Gebiet für den zivilen und militärischen Verkehr unter Quarantäne gestellt. Verhandlungen über medizinische und wirtschaftliche Hilfslieferungen sind eingeleitet worden. Die Breen reagierten allerdings mit der erwarteten Zurückhaltung. Ein Sprecher des Interstellar Medical Service von Denobula äußerte sich heute morgen, die Zustände seien katastrophal und ein schneller Weg der Hilfe muss dringend gefunden werden, notfalls an der Politik vorbei.

=== USS Jean-Luc Picard entdeckt? ===

Bisher unbestätigten Berichten zufolge ist einem kleinen unabhängigen Forscherteam der Nachweis gelungen, dass das seit zwei Jahren vermisste Forschungsschiff des Starfleet Exploration Council, die experimentelle Jean-Luc Picard, noch existiert und seine Besatzung am Leben ist. Das Schiff soll sich in einem Gebiet zwischen der Milchstraße und der Andromedagalaxie befinden. Eine Pressekonferenz der Leiterin des Projekts, Admiral Sareth t'Khellian, ist für morgen geplant. Während die Social Media im Subraumfunk bereits von Glückwünschen überfluten, mahnten offizielle Stellen zur Zurückhaltung. Vor allem eine Rückführung der Picar sei, so Professor Maharbal vom Wissenschaftsrat der Föderation, sehr zweifelhaft.

=== Alte Schriften aus der Zeit der Auswanderung auf Ch'Rihan entdeckt ? ===

Auf einem privaten Tempelgelände auf Ch'Rihan wurden Schriften entdeckt, die möglicherweise aus der Zeit der Ankunft der ersten Schiffe von Vulkan stammen. Dies wäre eine Sensation vergleichbar mit der Auffindung der originalen Schriften Suraks von Vulkan Mitte des 22. Jahrhunderts oder der Entdeckung eines der Auswandererschiffe Ende des vorigen Jahrhunderts. Bisher hält sich der Finder des Schatzes, ein rihannischer Senator, jedoch sehr bedeckt. Anfragen der vulkanischen M'Daran-Bibliothek und von interstellaren Archäologen blieben unbeantwortet. Der rihannische Dissident Milak Tr'Vek bezeichnete den Fund als Ablenkungsmanöver von der derzeitigen Regierungskrise.

=== Diesjährige Soy'pa Ice-Ralley auf Andor begonnen ===

Mit mehr als 300 Teilnehmern aus der Föderation, dem rihannischen und klingonischen Reich hat heute die berühmte Soy-pa Ralley auf Andor begonnen. Den Teilnehmern in vierrädrigen Bodenfahrzeugen steht eine fünftägige Fahrt über das nördliche Plateau bevor, mit Temperaturen zwischen -50 und -20 Grad Celsius. Die Ralley, die an die Flucht eines andorianischen Republikaners vor einem Warlord vor über 1000 Jahren erinnert, hat sich innerhalb der letzten hundert Jahre aus einem lokalen Festival entwickelt.

=== Opernfestspiele auf Quo'nos ===

Auf Quo'nos haben die diesjährigen Opernfestspiele begonnen. Neben traditionellen Werken der klingonischen Literatur werden diesmal auch erstmalig Teilnehmer anderer Kulturen zugelassen. Mit Spannung erwartet wird die arcturische Inszenierung des "Ring der Nibelungen" von Wagner, aber auch die Interpretation des "Kel'Va'uma" des Ba'ku-Künstlerduos Marcya und Toha.

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  Mission "Friedensinitiative" Teil I
Geschrieben von: Sareth - Aug-Wed-2018, 01:57 PM - Forum: *** Ch'Rihan *** - Keine Antworten

Transkript der Mission "Friedensinitiative", Teil 1, gespielt ab Herbst 2017.

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