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  ISDA Log 8 Richard
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Jul-Mon-2018, 12:14 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Shuttle der Inquisition ***

Richard von Rabenstein lehnte sich in den bequemen Konturensessel im rückwärtigen Bereich des Shuttles zurück und ließ die Hand mit den eben studierten Beichten sinken. Da gab es die Möglichkeit, dass die Rihannsu die Terraner verrieten, aber auch die Terraner die Rihannsu. Ebenso plausibel war, das ein Verräter oder mehrere den jeweiligen Opponenten glauben machen wollten, dass sein Regime dabei war, den Bündnispartner ans Messer zu liefern - obwohl da gar nichts war.
Eine weitere Option war, dass ein unbekannter Dritter diesen Part spielte... außerhalb der Allianz. Vielleicht sogar eine bis dato völlig unbekannte Macht. Oder eine der Terroristengruppierungen, die erst kürzlich wieder ein paar Anschläge begangen hatten. Bestimmt ließ sich auch dieser Irre, dem das Imperium den Spitznamen 'Patriarch des Terrors' verpasst hatte, diese Gelegenheit nicht entgehen. Wahrscheinlich hat die Flotte schon ihren Antiterror-Kommissar Vandenberg abgestellt.... Ich freue mich direkt darauf, ihn wieder zu sehen.

Alles in allem eine Situation, die ihm eine gewisse Vorfreude entlockte! Eine echte Herausforderung für den Geist, nicht nur dieses Geplänkel und Ämterpoker auf Terra. Was auch immer bei diesem Manöver vor sich gehen mag, ich werde es heraus finden. Er lächelte sein Spiegelbild in der blank polierten Tischplatte an.

Zwar vermochte Richard keine Gedanken zu lesen wie die maledicti des rihannischen PsiCorps, aber er spürte genau, wenn jemand log oder Dinge zu verbergen trachtete. Mehr noch, er konnte seinem Opfer derart Angst induzieren, dass jenes GLAUBTE, er wisse alles - und dann bereitwillig sämtliche Details offenlegte.

Ja, es war zweifellos eine gute Sache, dass die Terraner nicht so sehr von ihrer rassischen Überlegenheit besessen waren, dass sie jegliche Boni fremder Rassen ablehnten. Denn ab und zu hatte Gott in seiner unergründlichen Weisheit auch einer anderen Spezies nützliche Gene mitgegeben. Solange das Endergebnis weiterhin zu hundert Prozent menschlich aussah, scheuten sich viele Eltern zum Beispiel nicht, ihren fürs Militär bestimmten Kindern ein wenig klingonisches Erbgut mit auf den Weg zu geben. Oder was auch immer man als karrierefördernd für die Sprößlinge betrachtete.... In Richards Fall - und wie gemunkelt wurde, bei vielen Würdenträgern der Inquisition - waren das DNA-Sequenzen der Betazoiden. Intensives mentales Training seit seiner Kinderzeit hatte seine Fähigkeiten bestens zur Blüte gebracht.

In der Absicht, sich umzukleiden, erhob er sich, wurde aber von einem aufleuchtenden Signal auf seinem persönlichen Terminal zurück gehalten. Das Signet zeigte an, dass es eine Nachricht des Großinquisitors persönlich war und Richard gab seinen Autorisationscode ein. Wie stets begnügte sich Seine Heiligkeit mit einer Textbotschaft, die eines komplexen Entschlüsselungsalgorithmusses bedurfte.

Kurz darauf las Richard den lateinischen Text: 'Uns ist zu Ohren gekommen, das ein romulanisches Subjekt namens Rewdak tr'Kovath sich in Ihrem Operationsbereich befinden könnte. Der Prätor hat größtes Interesse an dessen Acquirierung.' Einige nähere Daten zu dem Rihanha folgten.

Der Prätor? Was geht uns eigentlich dieser spitzohrige maleficus an?Nun gut, er würde die Sinne offen halten... Vielleicht plante seine Heiligkeit, jemanden in das innere Sanctum des neuen Machthabers auf Romulus einzuschleusen? Nach allem, was man so gehört hatte, dürfte das schwierig werden.

"Hochwürden, wir erreichen die Perimetergrenze!" rief der Pilot aus dem Cockpit. "Da ist sie, die ISS Picard! Sieht großartig aus!"

"Ich erinnere mich nicht, Sie um Ihre Meinung gebeten zu haben."
Richard löschte die Nachricht seines Vorgesetzten und trat nach vorn. Er warf einen indignierten Blick auf das Schiff, das im Cockpitfenster des Shuttles rasch an Größe gewann. Die ISS Picard wirkte wie ein Raubvogel beim Angriff: schlank, bösartig, die Flügel spitz nach vorn gefaltet um den montierten Kanonen breiteste Streumöglichkeit zu geben. Das Symbol des Terranischen Imperiums prangte auf dem Rumpf - aber für den jungen Inquisitor sah das Schiff eindeutig zu romulanisch aus.

Ich hoffe, dass die Kabinen wenigstens in einem gewissen Standart gehalten sind. Ich habe keine Lust, in einer Klosterzelle zu hausen und mit Schallduschen vorlieb zu nehmen. Das replizierte Essen wird desaströs genug sein...
"Melden Sie mich schon einmal an, Rozkowski," befahl Richard dem Piloten. Ich werde unterdessen meine feierliche Amtstracht anlegen, wie es sich gehört.

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  ISDA Log 7 - Sokar
Geschrieben von: Sokar - Jul-Mon-2018, 12:13 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Unkartographierter Planet im Niemandsland ***

Sokar hatte sein Lager räumen lassen, jedoch einige 'Hinweise' hinterlegt, die etwaige Spione der Allianz zu dem falschen Schluss verleiten sollten, er habe mit seinen Leuten den Planeten gänzlich verlassen und sei weiter gezogen in Richtung des Tabir-Rifts - seit jeher ein beliebtes Versteck für Gesetzlose und Rebellen.

In Wahrheit war er in die unterirdischen Kavernen des südlichen Kontinents umgesiedelt. Die Gesteinsschichten bildeten einen natürlichen Schutz vor allerlei Scannerarten. Nun stand Sokar auf dem Plateau oberhalb der Höhlen und beobachtete, wie die untergehende Sonne die vom Wind zu bizarren Formen geschliffenen Felsen in Rot- und Violetttöne tauchte. Die Szenerie erinnerte ihn an Vulkan: die geborstenen und zerschlagenen uralten Statuen in der 'Schmiede' und die Felsen, die einst Rückzugsorte für Adepten der reinen Logik gewesen waren. Die Terraner hatten alles vernichtet. Das Land, die Kultur, die Mönche. Die Romulaner hatten sich für die Flüchtlinge ihres Brudervolks keinesfalls als Retter entpuppt - im Gegenteil. Sie waren begierig darauf gewesen, die mentalen Kräfte der Vulkanier zu ergründen und sich nutzbar zu machen im Krieg gegen die Terraner und wer ihnen sonst in die Quere kommen würde.

Eine kräftige Böe wirbelte den feinkörnigen, roten Sand auf und die Sonne schien auf jedem einzelnen Korn zu glitzern, als ob es ein scharfer Diamant wäre. Ein einzelnes Sandkorn wäre machtlos an den dunklen Felsen hinab gerieselt. Millionen von ihnen jedoch, getrieben von der Kraft des Windes, waren in der Lage, den härtesten Felsen abzuschleifen, bis er unter seinem eigenen Gewicht zusammen brach.

Mit der Allianz, mit den Imperien der Terraner und Romulaner, war es nicht anders. Das war Sokar damals auf Vulkan klar geworden. Es brauchte nur genügend 'Sandkörner' und einen Wind, der stark genug war, und auch sie würden fallen wie die Statuen seiner Vorväter, wie die Felsen auf diesem namenlosen Planeten... Die Erosion musste nur den richtigen Ansatzpunkt finden. Eine besonders angreifbare, weiche Schicht... einen brüchigen Pfeiler des monströsen Machtgebildes. Während er seinen Atemfilter justierte und sich langsam auf den Rückweg machte, überdachte Sokar die jüngsten Nachrichten. Inzwischen hatten seine Spezialisten genügend Transmissionen entschlüsselt, um zu wissen, dass die Allianz ein Großmanöver plante. Und einer ihrer gefährdetsten, brüchigsten Stützen war zweifellos das gegenseitige Vertrauen. In den letzten Jahren hatte Sokar das wieder und wieder ausgenutzt. Jetzt schien der Zeitpunkt gekommen zu sein, der morschen Säule den endgültigen Stoß zu versetzen!

Am Eingang einer der Höhlen traf er auf die romulanische 'Ärztin'. Er verabscheute sie. Experimentierfreudige 'Ärzte' der Rihannsu waren es gewesen, die seinen Vater und seine Frau auf dem Gewissen hatten. Neben ihr lungerte ihr düster blickende Blutsgenosse, dem er nicht mehr traute als ihr. Tr'Kovath nannte er sich und war vor einigen Wochen in einem havarierten Shuttle aufgegriffen worden, angeblich auf der Flucht vor einem imperialen Assassinenkommando. Er hatte sich als fähiger Ingenieur mit einer besonderen Faszination für Bioimplantate erwiesen - Sokars Meinung nach ein ZU fähiger. Ein Mann wie er hätte in der Hierarchie der Allianz sein erkleckliches Auskommen haben können. Was wollte er HIER? Die Tatsache, dass er sich meistens abseits hielt und jede Auskunft über seine Vergangenheit verweigerte, war nicht gerade dazu angetan, Sokars Vertrauen zu stärken. Andererseits, sagte er sich, würde ein tatsächlicher Maulwurf des Prätors sich nicht so dumm anstellen... DER hätte mit Sicherheit eine Geschichte parat....

*** Einige Stunden später ***

Sokar hatte seine engsten Vertrauten und die Sergeanten der einzelnen Gruppen zu einer Versammlung einberufen. Das extra angebrachte elektronische Abhörsicherungsnetz sagte auch den anderen, dass wichtige Dinge anstanden. Viele hofften auf einen Angriff auf die Manöverflotte, ein paar gezielte Bombenattentate, die ein paar Generäle wegräumten. Doch der 'Patriarch des Terrors' hatte diesmal etwas anderes vor.

"Die Terraner und Romulaner misstrauen einander," sagte Sokar. "Wir werden dieses Misstrauen gezielt steuern. Wir werden jede Seite glauben lassen, dass die jeweils andere im Begriff ist, sie zu verraten. Die Terraner fürchten seit Jahren, die Romulaner könnten einen neuen Bündnisparter finden und gemeinsam zu ihrer Vernichtung schreiten, und die Rihannsu haben Angst, die Terraner könnten eine neuartige Massenvernichtungswaffe im Stil des Genesisprojekts in der Hinterhand haben." Er stützte sich auf den Stein, der als Konferenztisch diente und ließ den Blick eindringlich über die Anwesenden wandern. "Wir werden sie in dieser Paranoia bestärken. Der Logik zufolge wird es genügend Entscheidungsträger auf beiden Seiten geben, die nur zu gern glauben werden, dass sich ihre Befürchtungen bestätigen. Einer von ihnen wird die Nerven verlieren und das Problem mit einem Offensivschlag lösen wollen. Sie werden sich an die Gurgel gehen wie vor zweihundert Jahren. Und wir... WIR werden die Gelegenheit nutzen, bis in das Herz des Terranischen Imperiums vorzustoßen."

"Das hört sich ja gut an, aber wie genau wollen wir das bewerkstelligen?" Wie immer wohnte Haddus Edzards Ton etwas Angriffslustiges inne. "Zack, wir hacken ihre Komsysteme und keiner merkt was, oder wie, großer Meister?"

Sokars eisiger Blick blieb auf dem jungen Terraner ruhen. "Wir infiltrieren ihr Flaggschiff, das für die Koordination des Manövers zuständig ist. Oder genauer, DU infiltrierst das Flaggschiff, Edzard." Und wenn du dabei einen Fehler machst, werde ich mich freuen, dich der terranischen Justiz zu überantworten.

"Haha, sehr witzig. Sobald ich einen Fuss auf ein terranisches Schiff setze, bin ich so gut wie hinüber. Die haben mich doch erst vor fünf Monaten mal wieder zum Tode verurteilt. Ne, auf sowas hab ich keinen Bock."

"Zhevli wird dir eine neue Identität verschaffen." Sokar nickte der andorianischen Fälscherexpertin zu, die schon so manchen von ihnen durch die Kontrollen der Allianz geschleust hatte.

"Und Nalae verpasst dir ein neues Gesicht," lachte von irgendwo her jemand. Haddus warf ihm einen bösen Blick zu und begann, sich mit seinem Dolch die Fingernägel zu putzen.

Sokar ignorierte beides und fuhr fort: "Mahan tr'Kovath wird dich begleiten - als dein rihannisches Pendant." Der angesprochene Romulaner zeigte keinerlei Regung. "Ihr werdet euch Zugriff auf die Kommunikation und die Kommandoprotokolle des Führungsschiffes verschaffen und dann die entsprechenden falschen Kommuniqués und Informationen freisetzen. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt zu euch stoßen."

"Jaa, na klar, wenn wir schon mal unseren Arsch hingehalten und den Weg geebnet haben, erscheint der große Meister persönlich!"

"....Da ich mich um die Eroberung der Relaisstation Terix Prime kümmern werde," vollendete Sokar. "Edzard, wenn du ein Problem mit diesem Auftrag hast, werde ich jemand anderen damit betrauen."

Haddus Edzard schüttelte den Kopf. "Nope. Wollte schon lange mal wieder von terranischem Flottenfraß kotzen."

Sokar hatte unterdessen eine tragbare Holomatrix entfaltet und einen kleinen Speicherchip in das Datenmodul eingeführt. "So wie es aussieht, ist dies das Führungsschiff für das Manöver, eine waffenstarrende Neuentwicklung mit Transwarpantrieb: die ISS Jean-Luc-Picard."

Gemurmel lief durch die Zuhörer, während sich das Schiffsmodell langsam in der Holomatrix drehte. Mit diesem Namen konnte es eigentlich nur ein schlechtes Omen sein. Admiral Picard war einer der berühmtesten 'harten Hunde' des terranischen Imperiums gewesen, berühmt dafür, dass er nicht lange fackelte.

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  ISDA Log 6 - Vandenberg
Geschrieben von: Sareth - Jul-Mon-2018, 12:12 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

Erde / Südengland / Portsmouth / HQ der imperialen Flotte / Campus 4B / Sicherheitsabteilung / Büro 4.299

Das Sichten von Akten war eine eher prosaische Aufgabe, doch gehörte sie zu Vandenbergs täglichen Pflichten. Es war ja schließlich wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben. Gefühle sollte man sich beim Betrachten der Akten von Verdächtigen nicht leisten, doch manchmal war es nicht zu vermeiden, sich eine Meinung zu bilden über jene, deren Bilder man auf den hochaufgelösten Holos sah.
Dieser hier zum Beispiel. Evan DeVaine, ehemals ein hochdekorierter Flottenoffizier, jetzt ein selbstverliebtes Mitglied der Dissidenten von Maw. In Stücke geschnitten sähe er wohl besser aus.
Oder dieser Typ hier. Ein Milchgesicht, ein Jüngelchen, noch nass Hinter den Ohren und doch schon ein Terrorist. Haddus Edzard. Trug noch Windeln und war doch schon tief in den Sumpf des Terrors abgeglitten. Dieser Kerl war in Abwesenheit schon 2 mal zum Tode verurteilt worden. Auf Talic-Prime wartete noch immer die Klinge einer Guillotine auf ihn. So wie Edzard auf dem Bild aussah, war er wohl genauso dumm wie gefährlich. Aber Bilder konnten täuschen. Nun noch war Edzard nicht Vandenbergs Problem. Doch wenn er es einmal werden würde, dann wäre dies für Edzard eine höchst schmerzhafte Erfahrung. Und seine Letzte.
Oder diese vulkanische Visage hier. Widerwillig musste Vandenberg zu geben, dass dieser Kerl genau dem Klischee über den Teufel entsprach, dem die glaubenstrunkenen Fanatiker der Inquisition nachhingen: Sokar, der Patriarch des Terrors. Vandenberg lächelte eisig. Dieser Sokar war Vandenbergs neues Hobby. Noch wusste Sokar dies nicht. Jedoch fühlte er es eventuell? Man sagte diesen Spitzohren ja einiges nach. Auch wenn Sokar Vandenberg nicht persönlich kannte, bald würde er Vandenbergs Atem im Nacken spüren. Irgendwo, irgendwann. Denn es gab einen Grund. Ein Grund der schon Jahre zurück lag. Vandenberg hörte noch heute das verächtliche Schnauben Sokars, als dessen Truppe von Marodeuren und halbverrückten Tieren das Dorf Mendric auf Mintaka III ausgelöscht hatten. Noch nicht einmal zum Kampf hatte er sich gestellt, als die Einsatzgruppe des Imperiums damals aufgetaucht war. Und mit Ihnen damals Leutnant Vandenberg. Nein, Sokars Truppe war nicht geflüchtet. Sie war einfachdavon geschlendert, die imperialen Einheiten nicht als Gegner würdig erachtend. Und dies war ein Fehler gewesen. Ja, eigentlich hätte Vandenberg Sokar sogar dankbar sein müssen, hatte Vandenberg aufgrund dieses Vorfalls sich doch dazu entschlossen, in die Anti-Terror- Abteilung der Flotte zu wechseln. Dort hatte er Karriere gemacht. Und bisher, ja bisher konnte er mit dieser Karriere zufrieden sein. Er hatte sich einen Namen gemacht unter all jenen Terrorgruppen, die sich für unbesiegbar gehalten hatten. Viele dieser Gruppen hatte den Erstkontakt mit Vandenberg nicht überlebt.
Und die Anderen? Nun, Vandenberg hatte ja noch Zeit. Viel Zeit. Denn er war ein Mensch der Etappe, des Hintergrundes, ein Offizier, welcher nur dann an die Front trat, wenn die Zeit reif war. Eben ganz anders als jene selbstverliebten, plakativen Helden vom Schlage eines von Schmidt-Rottlofs oder eines Hammertons. Und auch nicht wie jene herumschleichenden Wichtigtuer von der Inquisition. Die in Hinterhöfen intrigierten und manipulierten. Und die, wenn es nach Vandenberg gehen würde, allesamt im Neuralstimulator enden würden.
Nein, Vandenberg war ein Arbeiter im Stillen. Und nicht zuletzt deswegen passte sein Spitzname: the ghostly reaper

Vandenberg wurde jäh aus seinen prosaischen Gedanken gerissen, als ein Leutnant der imperialen Garde in sein Büro schneite, zackig grüßte und etwas atemlos dem Flottenkommissar eine Holofolie überreichte. Vandenberg nahm sie wortlos entgegen und überflog sie. Dann wandte er sich an den Leutnant.

Va: Lt. Tschell, das ist eine Sache für den jeweiligen Sergeanten. Was habe ich damit zu tun, dass 3 Soldaten in Rom widerrechtlich ihren Posten verlassen und betrunken in der Nähe der Inquisitionszentrale angetroffen wurden?

Der Leutnant schien ein wenig verwirrt zu sein.

LT: Nun Sir, die 3 Männer klagten über Übelkeit.
Va: Wenn sie betrunken waren, ist das ja wohl normal.
LT: Sie klagten über plötzliche Übelkeit nach dem Erscheinen eines Würdenträgers der Inquisition.
Va: Lassen Sie mich raten. Die 3 haben den Würdenträger angepöbelt?!
LT: Laut Zeugenaussagen ja, Sir.

Vandenberg grinste innerlich. Könnte es sein? Nun man durfte nicht hastig sein. Keine falschen Schlüsse ziehen.

LT: Sir, der Garnisonskommandant fragt nach dem Strafmaß für die 3 Männer?
Va: Mhm, eigentlich nicht meine Sache. Aber gut. Was wäre das normale Strafmaß?
LT: 10 Peitschenhiebe öffentlich, anschließend 30 Tage Arrest.
Va: Nun, wir benötigen aber kampffähige Soldaten sofort und nicht erst wieder in 30 Tagen. Empfehlen Sie 20 Peitschenhiebe und anschließende, sofortige Wiederaufnahme des Dienstes. Der vorgesetzte Sergeant der 3 Männer erhält ebenfalls 20 Peitschenhiebe und anschließend 30 Tage Arrest.
LT: Ähm warum der Sergeant, Sir?
Va: Hätte er seinen Dienst korrekt verrichtet, wären die Männer weder an Alkohol gekommen, noch hätten sie ihren Posten verlassen können. Empfehlen Sie dem Garnisonskommandanten, dass er das nächste Mal die Übeltäter in Ketten legen und nach Charon schicken soll.
LT: Jawohl Sir. Nun da ist noch etwas, Sir.
Va: Und das wäre?
LT: Die Untersuchungen im Falle der Sprengung des romulanischen Frachters haben ein scheinbar erst kurz zuvor verlassenes Lager auf einem Planeten im Niemandsland zu Tage gefördert. Die Romulaner bitten um Amtshilfe.
Va: Nun, wer immer dort auch war, er muss einen externen Versorgungsstützpunkt gehabt haben. Was ist dort auf imperialer Seite in der Nähe?
LT: Die Agrarkolonie von Taleera.
Va: Politischer Status?
LT: Es gibt Hinweise auf Unterstützer einiger Terrorzellen. Der lokale Gouverneur weigert sich jedoch, eine Razzia zu zulassen.
Va: Nun, dann werden wir ihn und die Bevölkerung überzeugen müssen, dass diese Terroristen ihnen nur Schaden bringen. Bald ist Erntezeit. Ich empfehle, dass man die Großfarmen dort besetzt und eine totale Blockade errichtet. Solange bis die planetare Regierung entweder mit der Flotte zusammenarbeitet, oder es da unten nur noch Staub gibt.
LT: Ich werde es an den Planungsstab weiter geben, Sir.
Va: Gut. Sonst noch etwas?
LT: Nein Sir.
Va: Dann ist ihr Dienst für heute beendet. Was machen Sie heute abend?
LT: Nun Sir, heute Abend wird auf Justice Channel 31 die Hinrichtung von Duulan Obrax übertragen. Live von Charon.
Va: Nun, Tag und Nacht werden auf diversen Holokanälen Hinrichtungen aller Art übertragen. Was ist an der Hinrichtung eines cardassianischen Schmugglers so Besonderes?
LT: Nun, die Exekution findet mittels Gesichtsschädelzertrümmerung per Hammer statt. Auf altcardassianische Art also. Das Zuschauer-Voting letzte Woche hatte für diese Methode über 2 Millionen Stimmen mehr als für eine Enthauptung mit dem Valkrat geliefert.
Va: Dann wünsche ich Ihnen noch viel Vergnügen. Leutnant.

Tschell salutierte und verschwand. Vandenberg schüttelte den Kopf. Panem et circensis. Überall
Dann wandte sich Vandenberg wieder dem Bild Sokars zu.

Va: Irgendwann werden wie uns wiedersehen. Irgendwann!


------------------------
Robert F. Vandenberg,
Flottenkommissar

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  ISDA Log 5 - Nalae
Geschrieben von: Sareth - Jul-Mon-2018, 12:09 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

---Camp der Freiheitskämpfer---

Nalae D'Varo trat betont langsam auf Sokar zu, blieb einen Meter vor ihm stehen und musterte ihn mit offensichtlicher Verachtung von Kopf bis Fuß.

"Was ist denn das für ein Ton, du unrasierter, alter Hurenbock?", fragte sie ohne eine emotionale Regung in der Stimme.

Sokar spührte das Verlangen, der Romulanerin die kalten Augen mit einem rostigen Suppenlöffel auszuschaben.
Er berief sich jedoch auf logische Argumentation um seine Beherrschung nicht zu verlieren:
So angewidert er auch von ihr war, so sagte ihm sein Gefühl, dass sie ein nutzbringendes Mitglied seiner Gruppe werden könnte.

"Ich habe dich noch nie zuvor gesehen. Hat Haddus dich aufgelesen?"

"Ich mache soziemlich jeden Job für die richtige Bezahlung, wenn ich ein meiner Profession dabei nachgehen darf.
Ich bin Ärztin und Haddus hat mich auf 'ner Station in der Nähe von Telaron gefunden.
Hab' beschlossen mich seiner Sache anzuschließen, gefällt mir, sein Aktionismus und seine Einstellung, wenn ich hinter der Sache stehe macht die Arbeit wenigstens mal Spaß."

"Mr. Edzardus ist Teil meiner Gruppe", entgegnete Sokar mit deutlicher Wut in der Stimme.
"Das bedeutet, wenn Sie sich ihm anschließen, unterstehen Sie mir. Ist das klar?"

"Ich unterstehe niemandem - aber wer mich gut bezahlt kann auf meine Arbeit zählen. Wenn's spaßig ist, mach ich's vielleicht auch für ne Flasche Schnaps und ne Schachtel Kippen.
Aber nur solange wie ich Bock habe", entgegnete Nalae, die Sokars Augen ununterbrochen mit den ihren fixierte.

--Rückblende--

*Auf einer Raumstation in der Nähe von Telaron*

Haddus Edzardus marschierte den Gang hinunter.
Ein kurzer Zwischenstopp auf der Station war nötig gewesen, nach dieser gelungenen Aktion.
Sich und seiner Truppe etwas Spaß an der Bar und in den Holosuiten gönnen, bevor sie wieder zum trostlosen Camp zurückkehrten.

Vor einem der Quartiere war ein nicht unansehnlicher Aufruhr.
Einige Wachposten standen davor; Offiziere der Station, die Haddus als Mitglieder der Sicherheit identifizieren konnte.
Ein Ärzteteam war gerade dabei, etwas - oder jemanden - Unbekleidetes auf einer Bare hinauszutransportieren.
Haddus bemerkte die stattliche Menge an grünem Blut, mit der die Kleidung der Ärzte versehen war.
Er betrachtete das Szenario interessiert.

"Stopp. Der Bereich ist momentan gesperrt."

Eine der Wachen baute sich vor Haddus auf und demonstrierte sein Disruptorgewehr.

"Junge, was is'n hier passiert?"

"Wissen wir nicht genau, sieht auf jeden Fall nicht schön aus."

Haddus versuchte, an der Wache vorbei weitere Blicke auf die Szene zu erhaschen.

"Wer oder was auch immer das war, dem wollen Se nich' im Dunkeln begegnen."

Haddus hob die Augenbrauen.

"Jetzt machen Sie mich aber neugierig."

"Gibt's nich' viel zu sagen, irgend 'ne Bestie hat dem armen Romulaner die Augen mit 'nem Kauter rausgeschmolzen und das Quartier mit seinen Innereien dekoriert. Aber nich' wie so'n Amateur...sieht so aus als hätte da jemand Übung im Ausweiden. Wenn Sie versteh'n was ich mein'!"

"Huii."
Haddus pfiff durch die Zähne.

"Na, dann mal viel Spaß beim Saubermachen."

Er drehte sich auf dem Absatz um.

--Etwas später--

"Ich an ihrer Stelle hätt' ja schon den Abflug gemacht."

Haddus hatte einen guten Riecher für Leute mit Potenzial.
Irgendetwas hatte ihm gesagt, dass es ihm zum Vorteil gereichen würde, wenn er dieser geheimnisvoll aussehenden Romulanerin mit den Blutrachetattoos einen Drink ausgeben würde.

"Alles Versager und Nichtsleister hier, man kann vor deren Nase jemanden durch den Fleischwolf drehen und die würden mit 'ner Lupe die Wartungsrohre nach einem absuchen", sagte sie ohne Regung, zog dabei an einem komischen Zigarillo um danach den Rauch langsam auszuatmen.

"Darf ich fragen, was Sie zu dieser... interessanten Tat bewegt hat?", fragte Haddus und goss ihr etwas von dem braunen Gesöff nach.

"Hab' den mit aufs Quartier genommen weil ich etwas Spaß mit ihm haben wollte. Sollte sich geehrt fühlen, der Schmutz.
Aber dann meinte er, jede klingonische Hure hätte mehr Oberweite als ich.
Das hat mich wütend gemacht. Wie kann man etwas so unanständiges zu einer Dame sagen?
Wenn ich wütend werde, werde ich eben etwas impulsiv.
Aber egal, hab' das schon wieder vergessen. Bin nicht nachtragend."

Sie zuckte die Achseln und sah ihn an, während sie einen stattlichen Schluck aus dem Glas nahm.

"Erzählen Sie mir doch etwas über sich, Haddus.
Sie sehen auch nicht gerade aus wie jemand, der die Füße stillhält."

Haddus' Miene erhellte sich.
"Ich hätte da ein interessantes...Angebot für Sie, Doktor."


--Gegenwart--

Sokar hörte ihr mit offensichtlichem Desinteresse zu.
"Sie denken doch nicht ernsthaft, dass Ihre Geschichte mich irgendwie beeindruckt, Sie lächerlicher Dahmer-Abklatsch", entgegnete er.

"Es juckt mich nicht im Geringsten, was Sie tun oder nicht tun, erledigen Sie einfach Ihre Arbeit widerspruchslos, wenn Sie hier mitmachen wollen. Und ich rate Ihnen, sich weniger von Haddus' Aktionismus hinreißen zu lassen, sonst enden Sie irgendwann so wie er enden wird."

Haddus' hielt Nalae fest, die Sokar gerade irgendetwas Spitzes ins Gesicht rammen wollte.

"Lass das!", zischte er.
"Der Spinner wird noch sein Fett wegkriegen. Zum Augenblick sollten wir außerhalb meiner Aktionen nicht zu viel riskieren, was ihn angeht. Jetzt komm' und trink weiter mit uns, du kannst es brauchen!"


[Bild: JBl8Wbf.png]

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  ISDA Log 4 Haddus der Freiheitskämpfer
Geschrieben von: Sareth - Jul-Mon-2018, 12:08 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

========== Camp der FREIHEITSKÄMPFER ==========

Schon in anderen Paralleluniversen galt der alte Spruch:
"Was dem einen sein Terrorist, ist dem Anderen sein Freiheitskämpfer".

Haddus schäumte vor Wut! Er war wirklich kurz davor, seinen Phaser zu ziehen und Sokar in den Orkus zu befördern.
Was erlaubte sich dieser Drecksack eigentlich?
Fühlte er sich als was Besseres, nur weil er der Übzeugung war, daß die Vulkanier der Gipfel der Schöpfung seien? Und er, Haddus 'nur' ein Terraner?
Immerhin war es das 'Terranische Imperium', das die Galaxis beherrschte. Wobei sie allerdings auch die Romulaner, die ihre einzigen Aliierten waren, als Untermenschen, oder besser als 'Unterwesen', einordneten. Nicht viel besser als Haustiere.
Aber man benötigte diese und ihre starke Flotte, so daß man das nicht offen aussprechen konnte. Aber es drangen immer mal wieder Aussprüche des Imperators zu ihnen, die dessen Vorstellungen von den Romulanern klar umrissen.
Sollte das Imperium endgültig die Kontrolle über die Galaxis errungen haben, so wären die Romulaner die Ersten, die man als Sklaven nutzen würde.

Aber Sokar nannte sich einen 'Widerstandskämpfer gegen das Imperium' und behauptete, er würde Haus, Hof, seine Familie und seine Ehre dafür hergeben!
Und trotzdem hatte er, wie Haddus felsenfest glaubte, die gleichen Gedanken ncht nur den Terranern gegenüber, sondern auch seinen eigenen Verwandten, den Romulanern, die auch für ihn minderbemittelte Schwachköpfe waren, die es zu nutzen galt und nach Gebrauch wegwarf! Das galt auch für die anderen Spezies, die er für sich arbeiten ließ, solange sie ihm nützten. Wenn nicht, wurden sie entsorgt.

Haddus hatte in seiner Gruppe viele Romulaner, die ihm treu zur Seite standen und bei jeder Aktion Kopf und Kragen riskierten. Da waren auch und vor allem Nalae und Tr'Kovath. Nalae war als Medizinerin unübertroffen. Sie kannte jeden Trick und jede Methode, wie man nicht nur Kranke und Verwundete heilen, sondern auch Gefangene zum Singen bringen konnte.
Und Tr'Kovaths technische Kenntnisse waren einfach unersetzbar! Wo immer es ein Problem gab, fand er eine Lösung. Und zwar eine, die man mit den gegebenen primitiven Hilfsmitteln durchführen konnte.

Und Sokar wußte das auch! Er wußte ebenfalls, daß er keine einzige Aktion würde durchführen können, ohne ihn und seine Gruppe, denn sie waren die Einzigen mit wirklicher Kampferfahrung und dem unbeirrbaren Willen, die Aktion zu Erfolg zu führen. Und die lange Reihe von Erfolgen konnte sich sehen lassen.

OK,die letzte Aktion war kein wirklicher Bringer, aber die Gegner sollten wissen, daß sie nirgends und zu keiner Zeit sicher waren.
Die Gegner der Terraner würden zuschlagen, wo immer und wann immer es ihnen paßte! Und sie würden gnadenlos vorgehen, ohne jede Rücksicht auf Verluste, egal, ob es Militärs oder Zivilisten waren, denn der Terror sollte sich auch und gerade in der Zivilbevölkerung ausbreiten.
Hatten die Frauen Angst, würde sich das auf die Männer, die in der imperialen Flotte dienten oder als Marines die bodengebundenen Aktionen durchführten, auswirken.
Sie würden erheblich zögerlicher kämpfen und immer weniger einsatzfreudig sein, wenn sie wußten, daß zuhause Eltern, Frauen und Kinder in akuter Gefahr waren.

Dazu mußte Haddus allerdings auch zugestehen, daß Primärziele zunächst immer militärische Einrichtungen oder Schiffe waren.
Wenn aber dabei Zivilisten Schaden nahmen, so war das traurig aber unabwendbar! Die hatten eben Pech gehabt. Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort. Und wenn der Verdacht bestand, einer von denen würde etwas wissen, bekam der die gleiche nette Behandlung, wie alle Uniformträger.
Aber wenn es strategisch notwendig war, griff er auch zivile Ziele an.

Andererseits war er natürlich auch intelligent genug zu wissen, daß er Sokars überlegte Planungsweise und vor allem seine Verbindungen zu anderen Völkern brauchte.
Gerade bei den Klingonen oder den Andorianern genoß er offenbar hohes Ansehen, wobei er, Haddus, allerdings auch in seiner Gruppe eine Menge heißblütiger kampfeshungriger Klingonen hatte, die keinen Bock mehr auf Warten, Zögern und 'eine ruhige Kugel schieben' hatten. Sie dürsteten nach Blut und Ehre! Und deswegen hatten sie sich Haddus' Gruppe angeschlossen, weil dieser gerne und oft zuschlug, oft auch unter höchstem Risiko für seine Männer und Frauen, aber auch für sich.
Keiner hätte je behaupten können, daß sich ihr Anführer je gedrückt hätte! Im Gegenteil!

Umso erniedringender war diese Szene gewesen, als Sokar ihn ohne Vorbereitung einfach zu Boden stieß! Vor seinen Leuten!
Aber als er zum Phaser greifen wollte, drängten diese ihn zur Ruhe und Besonnenheit.

Nalae lächelte ihn an: "Der Tag deiner Rache wird kommen, Haddus. Also bleib jetzt ruhig. Eines schönen Tages werden wir ihm dieses Gehabe in Rechnung stellen. Ich weiß ganz genau, wie er über die Romulaner denkt. Der ist keinen Schlag besser, als der Imperator oder gar die Inquisition der Terraner. Die sind derart dreckig, daß man noch nicht einmal ausspucken möchte in deren Gegenwart. Da ist meine Spucke viel zu schade für.
Ich bin ja schon gespannt, was Sokar von mir will, dieser Lackaffe und Gernegroß!"

Auch Tr'Kovath beruhigte ihn und noch ein paar seiner Kameraden.
"Laß uns unsere Aktion feiern! Immerhin hat diese beim Gegner schon einigen Schaden angerichtet. Wird überhaupt Zeit, daß wir einen ordentlichen Schnaps hinter die staubigen Kehlen schütten."
Ale Umstehenden nickten.


========== Eine Zeit später ==========

Ein Klingone, der schon einiges intus hatte, wühlte in einer seiner Brusttaschen.
"He, schaut her!"
Er hielt unübersehbar den Teil einer Nase in der Hand. Einer grünen.
"Die habe ich vor der Sprengung einem romulanischen Centurio abgeschnitten, der den Laderaum verteidigen wollte. Er lebte noch und hat ein wenig geweint. Na ja, den Rest hat dann mein Batleth erledigt, aber ich brauchte unbedingt noch ein Souvenier von dem Einsatz. Ich bringe mir jedes Mal eine Nase mit, die ich einem hohen Offizier oder Würdenträger aus der Visage geschnitten habe. Ich habe da schon eine ordentliche Sammlung. Allerdings sind mir bei unserem letzten Rückzug viele verloren gegangen. Aber nun ja, das läßt sich ja ersetzen.

Ich will ja unbedingt noch den Riecher des Imperator persönlich und des Großinquisitors besitzen, denn gerade der Letztere hat vor Kurzem einen meiner Vettern ganz übel behandelt.
Das weiß ich deswegen, weil die so freundlich waren, ihn als gut verschnürtes Paket bei seiner Frau vor die Haustür zu legen. Er hat noch 2 Stunden gewimmert, dann war es vorbei.
Die haben einfach keinen Stil, diese Säcke."

Ein Cardassianer, dem auch schon Einiges fehlte, setzte sich zu Haddus: "Es geht das Gerücht um, man habe Sokar über ein größeres Manöver informiert, das in der Gamiria-Expanse stattfinden soll. Ein Mäuschen hat mir geflüstert, daß es das größte gemeinsame Flottenmanöver der Terraner und der Romulaner werden soll. Und mein Informant will gehört haben, daß der Imperator dabei die Gelegenheit nutzen will, die romulanische Galae in eine Falle zu locken und zu vernichten, wenn sie so richtig schön ahnungslos daliegt."

Haddus nahm einen langen Zug: "Um ehrlich zu sein, glaube ich das nur sehr bedingt. Der Imperator ist kein totaler Schwachkopf, und außerdem hat er einige wenige durchaus weiter sehende Berater, die genau wissen, daß er derzeit auf die Romulaner angewiesen ist. Allerdings zutrauen würde ich dem schon ein derart hinterhältiges Verhalten. Der Mann hat ausschließlich Scheiße im Kopf. Wie kann es bloß sein, daß Ämter, wie das eines Imperators, erblich sein können?"


Ein Anderer mischte sich ein: "Die Inquisition wird ganz sicher Jemanden losschicken, der sich mit uns beschäftigen soll, und dafür soll es, wie ich hörte, einen gewissen Rabenstein geben. Der soll ein echtes Arschloch sein und extrem karrierehungrig. Will sicher mal selber Großinquisitor werden."


Haddus grinste: "Und dann ist da noch dieser Bubi, der sich Vandenburg nennt. Seines Zeichens der Flottenkomissar zur Terrorabwehr. Ich habe mal gehört, daß er eigentlich Pintske heißt, aber weil ihm das zu peinlich war, hat er den Namen Vandenburg angenommen und sich die dazugehörigen Papiere fälschen lassen, weil das ein großer Held des Imperiums vor vielen Jahrzehnten war.

Gerissen ist der Kerl und ganz sicher nicht dumm, aber er ist der größte Arschkriecher, den es je in den Grenzen des Imperiums gab. Der hat sich von ganz unten hochgeleckt. Und das Imperium umgibt sich mit solchen Typen. Klar. Weil die derart viel Dreck am Stecken haben, kann man sie leichter manipulieren. Das soll ein Originalspruch des Großinquisitors sein. Na ja, ich hoffe nur, daß wir dieses Gesocks irgendwann einmal vor dem Lauf unserer Phaser haben werden."

Es wurde noch eine lange Feier und der Schnaps floß in Strömen.

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  ISDA Log 3 Sokar
Geschrieben von: Sokar - Jul-Mon-2018, 12:03 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Nicht kartographierter Planet im Niemandsland zwischen ehemaligen Cardassianischem Reich und Terranischen Imperium ***


Der Wüstenwind zerrte und rüttelte an der behelfsmäßigen Unterkunft aus Wellblech, Reflektorfolienresten und Tarnnetzen, zwischen die Reste abgestorbener Pflanzen gestopft worden waren. Die Leute, die in ihrem Innern Zuflucht gesucht hatten, störten sich nicht an den wütenden Angriffen der feindlichen Elemente. Die meisten von ihnen brachten feste Behausungen nur mit Gefängnissen der Allianz in Verbindung. Einen Großteil ihres Daseins hatten sie alle auf der Flucht verbracht, im Freien, in stickigen Frachtcontainern oder in Zelten wie diesen.

Auch der große, grauhaarige Vulkanier, der sich gerade über eine altertümliche Papierkarte beugte, war in Zelten und Verschlägen groß geworden, ebenso wie seine Eltern. Seine Großeltern hatten die Kapitulation von Vulkan im Jahre 2155 miterlebt. Sokar - oder wie ihn seine Untergebenen nannten, 'der Alte' oder seine Feinde 'der Patriarch des Terrors' - war mit seiner Truppe vor einigen Monaten auf diesem Planeten eingetroffen. Zuvor hatten sie fast die Hälfte ihrer Leute bei einer Strafexpedition der Allianz verloren. Die Männer und Frauen, die Sokar jetzt umringten, waren allesamt keine heldenhaften Rebellen gegen ein unterdrückerisches Regime, auch wenn sich der eine oder andere gern so stilisierte in den Kommuniques ihrer Sender. Die derangierte Gruppe, deren Gesichter und Körper die Spuren zahlreicher Kämpfe darboten, bestand aus gestrandeten traumatisierten Existenzen, Verbrechern, die der Justiz entkommen wollten, jugendlichen Unruhestiftern und Fanatikern, die nur eine Sache einigte: in der Allianz war kein Platz für sie.

Ein Andorianer mit nur einem Fühler und einem Auge berichtete gerade: "Soweit ich bisher die Codes knacken konnte, spielt immer wieder die Gamiria-Expanse eine Rolle. Ich habe die Frequenzen seit vier Tagen überwacht. Da ist auf jeden Fall was im Busch. Massive verschlüsselte Befehle. Außerdem Schiffsbewegungen bei den Rommies und den Terranern."

"Hm. Da ist nichts außer Subraumstörungen," brummte ein Klingone, Sokars 'Leibwächter' wenn man so wollte. "Kenne ich aus meinen Schmugglertagen."

"Der Großkanzler und der Prätor scheinen da anderer Meinung zu sein." Sokar konsultierte ein altertümliches Padd zusätzlich zu seiner Papierkarte, um Informationen zu Gamiria abzurufen. Hatte die Allianz Gründe, sich dort zu sammeln? Drohte eine Invasion einer unbekannten Macht?
Laute Rufe aus dem Lager draußen störten Sokars Überlegungen. Im selben Moment wurde die Zeltplane vor dem Eingang des Verschlages zurück gezogen und eine Cardassianerin in Kriegsbemalung lugte herein. "Kommandant! Haddus ist wieder da!"

Sokar stieß sie und zwei weitere seiner Leute mit einer heftigen Armbewegung zur Seite und drängte hinaus, gefolgt von dem Klingonen. In nur einigen Metern Entfernung stand der hagere junge Terraner an der Spitze seiner Truppe und grinste frech. Der Anblick ließ den ungezügelten Zorn des Vulkaniers explodieren. "Das du dich überhaupt noch hier her wagst!"

Er packte Haddus an den um die Brust geschlungenen Gurten mit den Phaserenergiezellen und fixierte dessen wasserblaue Augen. Für ihn waren diese Augen, dieses Gesicht, diese Person, die Essenz all des Terranischen, das er zutiefst hasste. Ein Faustschlag und Haddus hockte mit blutender Nase im Sand. "Ich sollte dich gleich exekutieren!"

"Das wär nich' wirklich logisch, oder!"

"Logisch ist, den Feind so effektiv wie nur möglich zu bekämpfen."

"Na und? Wir haben den verdammten Frachter gesprengt! Das hat die Kolonie auf Teralon 'ne Menge verdammte Luxusgüter gekostet! Und 'n paar von der verdammten Sicherheitstruppe sind auch in den Orkus gewandert!"

"Ihr habt einen lausigen Frachter gesprengt?!" Sokars Stiefelspitze traf Haddus in den Magen. Einige Sekundenbruchteile eher als der Terraner hatte er eine lange Klinge in der Hand, von der niemand zweifelte, dass er sie einsetzen würde. Hinter sich hörte er das vertraute Klicken einer Projektilwaffe. Seine klingonische Rechte Hand hatte Haddus genau im Visier. "EINEN Frachter. Und damit die Allianz auf uns aufmerksam gemacht! Du hast Leute und Ressourcen verschwendet!"

"Wenigstens hab ich was unternommen! Nich' immer nur rumgehockt und geplant und geplant wie manche!"

Aus dem Augenwinkel sah Sokar, wie sich unter den Anhängern des Terraners Unruhe erhob. "Ist einer von euch auch dieser Meinung?" fragte er drohend. Sein Blick blieb kurz auf einer jungen Romulanerin mit Blutrache-Tattoos haften. Er kannte sie gar nicht. Hatte Haddus sie von seinem Überfall mitgebracht?

Im Moment legte niemand es darauf an, vom 'Alten' buchstäblich in die Wüste zum Verdursten geschickt zu werden."Gut. Dann macht euch daran, alles zusammen zu packen. Wir verlegen die Basis!"

Sokar drehte sich um und ließ das Messer wieder in die Scheide gleiten. Was auch immer die folgenden Wochen bringen würden, er musste diesen Terraner los werden, diesen Entschluss fasste er in diesem Moment. Er hatte ihm nie getraut, ganz egal, was er für Geschichten über drohende Erschießungskommandos und verlorenes Duranium erzählte. ER WAR EIN TERRANER! Ein Blick aus schmalen Augen wanderte zurück zu Haddus, der sich gerade aufrappelte. Sie alle hatte er in Gefahr gebracht und brüstete sich noch damit, der Idiot! Aber... vielleicht war das ja auch genau sein Absicht gewesen?

"He! Romulanerin!" Die junge Frau mit den Tattoos machte keinen Versuch, sich in der Menge zu verdünnisieren. Das sprach für ihre Intelligenz, fand Sokar. "Ich will dich sprechen!"

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  ISDA Log 2 Robert Vandenberg
Geschrieben von: Sareth - Jul-Mon-2018, 11:55 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

Zalluns-Sektor / Planet Vallus / Castrum Nero / Hof der Militärbasis Valguard

Du wirst aufsteigen und eine große Menge wird Dir zujubeln. Du wirst höher steigen als alle jene dort unten. Doch dann werden sich die Tore der Hölle unter Dir öffnen. Und Du wirst in die Dunkelheit stürzen.

Ein gelangweilt wirkender Mann, Anfang 30, mit sich allmählich lichtendem Haar und einem fast geisterhaften Gesichtsausdruck, musste an die Worte jenes Tallarianers denken, als er das scharfe Klicken des Öffnungsmechanismus hörte, welcher die Falltür unter den 3 Delinquenten frei und sie dem Fall in den Tod preisgab. Gut 500 Schaulustige hatten sich um den stählernen Galgen herum versammelt, als die 3 Kriminellen hingerichtet wurden. Der Jubel, als sich die Falltür öffnete, war laut gewesen. Lauter wohl jedenfalls als die Worte jenes Tallarianers, welcher von einem der Exekutierten, eine Woche zuvor getötet worden war.

Phrophetische Worte über das Aufsteigen waren es wohl gewesen, welche der Getötete, laut Zeugenaussagen und dem Inhalt der Prozessakte von sich gegeben hatte. Und tödliche dazu. An diese Worte dachte Robert Vandenberg. Wie auch immer, man hatte die Täter, 3 Flottenangehörige, sehr schnell gefasst und verurteilt. Alles in allem saubere Arbeit. Saubere Arbeit die jener gelangweilte Mann, Robert F. Vandenberg als überwachender Flottenkommissar sicher zu stellen hatte. Immer dort, wo es in der Flotte Unregelmäßigkeiten gab, hatte der Flottensicherheitsdienst einzugreifen. Und Vandenberg war einer dieser Männer, welche ein Auge auf die Moral und die Effizienz der Flotte hatten. Disziplin, Effizienz, unbedingter Gehorsam und drakonische Strafen. Das waren die Faktoren, welche die Flotte zusammenhielten.
Drakonische Strafen schien auch der lokale Gouverneur hier zu mögen. Wegen der Tötung eines zweitklassigen Bewohners eines drittklassigen Planeten, 3 Flottenangehörige hinzurichten, nur weil der Ermordete mit der Tochter des Gouverneurs ein Verhältnis gehabt hatte, entsprach wohl noch dem Gesetz. Sie aber aufzuhängen war völlig ineffizient. Auf den großen Industriewelten hätte man die 3 wahrscheinlich in irgendeinem Gefängnis dematerialisiert , oder sie vor ein Erschießungskommando gestellt und ihre Leichen sofort entsorgt , wenn man sie nicht sowieso zu lebenslanger Sklaverei verurteilt hätte. Aber hier? Völlig ineffizient, aber dafür umso plakativer. Eine Resourcenverschwendung. Wie lange würde Gouverneur Thurston die Leichen wohl hängen lassen? 3 Wochen, 6 Wochen?. Und wie lange würde der Leiter der Militärbasis, Colonel Clifton, das wohl zu lassen? Unfähige Idioten, allesamt. Wenn es nach Vandenberg gehen würde, wäre zumindest Clifton längst in einer Strafkolonie gelandet. Aber Clifton war jetzt nicht Vandenbergs Problem. Er hatte seine Aufgabe hier erfüllt, der Prozess gegen die 3 Flottenmitglieder war korrekt verlaufen, sie hatten ihre Unschuld nicht beweisen können und damit hatte sich die Sache.
Vandenberg, drehte dem Galgen den Rücken zu und marschierte über den staubigen Hof zum stark gesicherten Tor. Trotz seiner Zivilkleidung erkannten die Wachen ihn an dem winzigen Abzeichen am Kragen seines Mantels und gaben den Weg frei: Eine Waage, deren Zunge in einem Schwert auslief, welches einen Kreis durchbohrte. Das Zeichen der Flottensicherheit- und justiz. Gefürchtet und gehasst. Und sehr effizient.

Hinter dem Tor herrschte eher gelangweilter Müßiggang. Einige Händler versuchten Ersatzteile zweifelhafter Herkunft zu verkaufen, ein Mitglied einer lokalen Taschendiebesbande stritt sich mit einem Bettler, das normale Leben auf einem Hinterwäldlerplaneten also.

Vandenberg war noch nicht weit gegangen, als ihm eine Unregelmäßigkeit hinter ihm auffiel. Er beschleunigte seinen Gang, bog um eine Ecke und blieb dann abrupt stehen. Die Person, welche förmlich auf ihn auflief, hatte sich noch nicht einmal ansatzweise die Mühe gegeben, ihre Verfolgung Vandenbergs zu kaschieren. Nein. Vandenberg blickte direkt in das Gesicht eines jungen, recht feisten Priesters, welcher den Flottenkommissar frech angrinste.

Va: Bruder Anselmus. Welchem Umstand darf ich es verdanken, dass Sie eine so große Anhänglichkeit an mich entwickeln?
BA: Oh, ich habe Sie bei der Exekution gesehen und wollte mich nur erkundigen, was Sie von der Exekution halten.
Va: Das Urteil ist korrekt, die Ausführung mangelhaft.
BA: Warum?
Va: Viel zu aufwendig. Resourcenverschwendung. Ein Disruptorschuss hätte genügt.
BA: Oha, höre ich da Kritik am Justizsystem? Das wird einigen Leuten nicht gefallen.
Va: Nicht mein Problem.

Amselmus lächelte maliziös.

BA: Man kann nie wissen, was passiert.
Va: Exakt.
BA: Nun denn, ich bete für Ihr Seelenheil.
Va: Und ich für das Ihrige.
BA: Bitte?
Va: Auch Mitarbeiter der Inquisition sind nicht unsterblich. Nicht einmal inoffizielle. Guten Tag.

Vandenberg ließ den Priester stehen und wandte seine Schritte der örtlichen Militärpräfektur zu. Kaum hatte er den schattigen Innenhof des Gebäudes erreicht, trat ein junger Offizier auf ihn zu, salutierte zackig und überreichte Vandenberg einen Chip. Vandenberg entließ den Offizier und begab sich eine Ecke des Innenhofs. Dann schob er den Chip in ein Interfaceimplantat an seinem Handgelenk und wartete bis ein winziges Hologramm sich entfaltete. Vandenberg gab seinen persönlichen Code ein, wartete bis der DNA-Abgleich stattgefunden hatte und las dann den Text der Nachricht: Neue Befehle. Er hatte sich umgehend zur Erde zu begeben.


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Orts- und Zeitwechsel:


Erde / Südengland / Portsmouth / HQ der imperialen Flotte / Campus 2AA / Büro von Commodore Valen

2 Wochen später.

Commodore Alexander Valen ließ sich seufzend in seinen Sessel zurückfallen und deaktivierte das Holo von Vandenbergs Bericht. Dann schüttelte er den Kopf und blickte Vandenberg scharf an.

AV: Schade, sehr schade um den guten Clifton. Ich hielt ihn für fähiger. Wie auch immer, ich habe hier eine neue Aufgabe für Sie.
Va: Und die wäre?
AV: Ist Ihnen die Gamiria-Expanse ein Begriff?
Va: Weniger.
AV: Mir eben auch nicht. Aber die Regierung hat in Ihrer unglaublichen Größe beschlossen, dort ein Manöver abzuhalten. Zusammen mit diesen Ratten der Galae, unseren sogenannten Alliierten. Ich möchte, dass Sie ein Auge auf die Sache haben, da es Gerüchte gibt, dass sich einige Flottenangehörige zu den Rebellen von Maw absetzen wollen. Und auch die Nattern von der Inquisition, diese parfümierten Bischöfe, könnten bereits längsseits gekommen sein. Wo immer Dung seinen Gestank aufsteigen lässt, tauchen sie auf.
Va: Ich werde mir die Sache ansehen.
AV: Gut. Sie haben Freigabe zum Einsatz spezieller Methoden. Noch Fragen?
Va: Ja. Die Gamiria-Expanse ist nicht gerade um die Ecke. Wie komme ich dahin?
AV: Da haben Sie völlig freie Wahl.


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Robert F. Vandenberg, Flottenkommissar

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  ISDA Log 1 Richard von Rabenstein
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Jul-Mon-2018, 11:53 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Terra / Rom ***

In einem eleganten Bogen senkte sich der Gleiter und setzte auf dem Parkperimeter um die geschützte Altstadt auf. Der sommerheiße Boden Roms entließ eine kleine Staubwolke, die sich um die Landekufen kräuselte und sich auf dem schwarzen Lack des Fluggeräts ablagerte. Geräuschlos klappte die Tür aus getöntem Kunststoff nach oben aus und ein schlanker, hoch gewachsener junger Mann entstieg dem klimatisierten Halbdunkel. Richard von Rabenstein. Seine feingliedrige Hand klopfte Staubpartikel von seinem schwarzen Anzug, auf dessen linker Brustseite das Symbol der terranischen Inquisition prangte: ein Kreuz, dessen unterer Balken in einem Schwert endete, das sich durch das stilisierte Erdenrund bohrte. Das Insignum schien in der gleißenden Mittagssonne von derselben Farbe wie Richards platinblonde Haare, von deren korrekten Sitz er sich mit einer raschen Handbewegung überzeugte.

"Ich bin in fünfundvierzig Minuten zurück, warten Sie hier," befahl eine Stimme, der man anmerkte, dass ihr Träger gewohnt war, absoluten Gehorsam vorzufinden. Der im Cockpit verborgene Pilot bestätigte mit einem knappen: "Sehr wohl, Hochwürden."
Der junge Inquisitor wandte sich ohne ein weiteres Wort auf die statuengesäumte Allee und wirkte dabei, als habe ein geheimnisvoller Zauber eine der hier aufragenden Standbilder antiker Schönheit mit Leben beseelt und in eine schwarze Hülle gekleidet - und dies sowohl faktisch als auch metaphorisch.

Während er die Allee voranschritt, vorbei an den antiken Zeugnissen des alten Rom, erfasste Richard erneut jener Schauer der Erhabenheit, den er immer an diesem Ort empfand. Hier schlug das
wahre Herz des Terranischen Imperiums, hier lag seine wahre Stärke, hier hatten sich seine Wurzeln tief in die heilige Erde gegraben, um reiche Frucht über Jahrtausende zu spenden. All die armseligen Technokraten und Söldner der Flotte zehrten davon. Sie mochten es nicht wissen, sie mochten es nicht anerkennen wollen, und doch hingen sie an dieser Lebensader. Roma Eterna! Welche Größe ging nur von diesen beiden Worten aus! Aus dem mittaglichen Dunst schälte sich die alte Petersbasilika, erbaut von Kaiser Konstantin (Anm.: also nicht die jetzige, sondern der Vorgänger!) Längst schützten neben geschickt verborgenen Metallstreben spezielle Kraftfelder die 2000jährigen Mauern des imposanten Gebäudes. Aber das tat seiner beinahe magischen Strahlkraft keinen Abbruch.

Richard war ein gläubiger Mann. Natürlich war sein Glaube nicht mehr der jener Baumeister, die die Basilika errichtet und mit ihren atemberaubenden Fresken und Mosaiken verziert hatten, auf denen eine bärtige, in antike Gewänder gehüllte Gottesgestalt die Welt mit ihren Händen aus Erde knetete! Gott war für die moderne Kirche die Ur-Essenz des Universums, die hinter dem Multiversum stehende Energie, der Heilige Geist war die Kraft, die dieses gewaltige Schöpfungsgebilde in Gang hielt und Gottes Sohn war derjenige, der all die Zusammenhänge seinem auserwählten Volk offenbart hatte, um es zu Vollstreckern seines Willens zu machen. Die militärischen Erfolge des Imperiums waren für Richard ein Zeichen für die Existenz Gottes und die Korrektheit des Glaubens.

"Heee, ne Krähe, guck mal!" Von der gegenüberliegenden Straßenseite röhrte ein junger Militär, den muskelbepackten Oberkörper in einem eng anliegenden Trainingstop zur Schau stellend. Er grinste den Inquisitor mit alkoholbedingter Frechheit an, und seine beiden Kameraden grölten im Chor einen obszönen Spruch.

Richard ging weiter, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Abschaum dachte er. Minderbemittelter Abschaum aus der Gorillazucht. Anstatt auf körperlicher Kräfte sollte das genetische Programm vielleicht ETWAS mehr auf geistige Fähigkeiten achten... Der junge Inquisitor lächelte kaum merklich, als er hörte, wie hinter ihm drei Männer von plötzlicher Übelkeit gepackt wurden. Einen Moment lang spielte er mit dem Gedanken -- aber nein, er wollte sich jetzt nicht damit belästigen. Er musste sich konzentrieren auf die wirklich wichtigen Aufgaben!

Er lenkte seine Schritte diesmal nicht zur Petersbasilika, sondern zu dem Gebäude an deren südöstlicher Flanke. Auch dessen Grundmauern reichten in eine ehrwürdige Vergangenheit von fast 1500 Jahren zurück, waren aber in den folgenden Jahrhunderten mehrfach überbaut worden. Im Moment zierte eine neoklassizistische Fassade aus Stahlbeton und Glas die Zentrale der Inquisition. Auf dem Portikus, den Richard jetzt durchschritt, leuchtete eine goldene Inschrift " Inquisitionis sine gladio imperium percussus esset" - Ohne das Schwert der Inquisition wäre das Imperium mit dem Schwert zerschlagen worden.
Das Motto deckte sich mit Richards Überzeugung. Seine Organisation war das Werkzeug, dass den Glauben rein und das Imperium gesund und mächtig erhielt, in dem es alles schmutzige, marode, korrupte und zerstörerische Wirken an der Wurzel ausmerzte. Das Imperium war ein Nichts ohne die Inquisition. Und die Inquisition ... würde einst ein Nichts sein ohne ihn...

Richard von Rabenstein passierte die Biofilter und die Perimetersicherung und betrat das Foyer. Hier hielt er kurz an dem Reliquiar des Gründers seiner Organisation inne, der im Jahre 823 von Kaiser Gratianus III. den Auftrag zur Schaffung der Glaubenspolizei bekommen hatte. Dann begab er sich in den Audienzraum, wo ihn der derzeitige Großinquisitor empfing.

"Bruder Ricardus! Herzlich willkommen!" Der hagere alte Mann mit der Adlernase hob den jungen Kollegen auf, der zum traditionellen Handkuss niedergekniet war. Dann wies er in Richtung der funktionalen Sitzgruppe aus weißem Leder und ging mit federnden Schritten voran. Seine Eminenz Valentinian Constantius mochte alt und gebrechlich WIRKEN, aber Richard zweifelte keinen Moment daran, dass er ihn eigenhändig in die Gefilde der Hölle expedieren konnte, wenn es sein musste. Nun, im Augenblick bestand kein Bedarf daran.
"Ich habe einen Auftrag für dich."

"Ich bin geehrt, dass Ihr Auge auf mich, Ihren demütigsten Diener, gefallen ist."

"Lüge mich nicht an, Bruder Ricardus. Ich kenne dich, seit du ein kleines Kind warst."

Bedauerlicherweise. "Um was für einen Auftrag handelt es sich?"

"Der Großkanzler und der neue romulanische Prätor haben verkündet, im Gamiria-Expanse ein großangelegtes Manöver der Allianztruppen abzuhalten. Finde heraus, warum dort und warum jetzt. Desweiteren: Ich bin überzeugt, dass die Romulaner einen Verrat planen. Das liegt in der Natur dieser Kreaturen."

Natürlich liegt es das, sie sind eine niedere Spezies, die sich nur durch Hinterhalt in der Evolution nach vorn gebracht hat. Sie sind eine Beleidigung in der Schönheit der Schöpfung. "Ich werde ihr perfides Treiben offenlegen, Eminenz."

"Und dann sind mir noch diverse Bestrebungen in der terranischen Flotte zu Ohren gekommen. Es heißt, gewisse Kreise würden auf ein Verbot der Inquisition hinarbeiten...." Der Großinquisitor überreichte Richard eine Datenfolie. Ein rascher Blick ließ ihm einen Namen ins Auge fallen, dem er früher bereits begegnet war: Robert Vandenberg.

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  Mission "Fallout"
Geschrieben von: Sareth - Jul-Mon-2018, 11:46 AM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

Transskript unserer Mission "Fallout", gespielt ab März 2018.

Die Crew der Picard trifft auf eine postapokalyptische Zivilisation, die kurz vor ihrer endgültigen Vernichtung steht.

[Bild: Fallout1_zpsxifjt4aq.jpg]

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  Mission "Urlaub"
Geschrieben von: Sareth - Jul-Mon-2018, 11:44 AM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

Transskript unserer Mission "Urlaub", gespielt ab Januar 2018.

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