Das Romulanische Reich

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Rihannische Geschichte

Das Romulanische Imperium -- die Selbstbezeichnung dieses Volkes ist Rihannsu -- nahm seinen Anfang nach dem Ersten Romulanischen Krieg mit der Föderation im 22. Jahrhundert. Vor der Expansionsphase lebten die Rihannsu lediglich auf dem Doppelplanetensystem ch'Rihan (Romulus) / ch'Havran (Remus), das sie nach ihrem langen Exodus von Vulkan im Jahre 210 terranischer Zeitrechnung erreicht hatten. Die folgenden knapp zweihundert Jahre sind von einer Konsolidierung der Strukturen sowohl nach innen als auch nach aussen gekennzeichnet. Erst im letzten Drittel des 24. Jahrhunderts kam es infolge der materiellen und personellen Verluste im Dominion-Krieg zu einer wirtschaftlichen Regression und Verarmung weiter Teile des Reiches. Dies und der gravierende Mangel an polizeilichen und militärischen Einsatzkräften begünstigte den Staatsstreich und die Rebellion der Havrannsu von 2379. In nächsten zwei Jahrzehnte waren von weitgehender politischer Anarchie gekennzeichnet und dem klingonisch-romulanischen Krieg, in dessen Folge der damals amtierende Prätor eine militärische Allianz mit der Föderation schloss. Erst zu Beginn des 25. Jahrhunderts gelang die erneute dauerhafte Etablierung der senatorialen Regierung.

Geschichte

Frühphase

Die Geschichte der Rihannsu und damit des Romulanischen Imperiums beginnt im Jahr 350 irdischer Zeitrechnung auf dem Planeten Vulkan, zur Zeit der sogenannten Grossen Erweckung unter dem Philosophen Surak, der sein Volk versuchte auf einen Weg der Friedfertigkeit und Logik einzuschwören um der drohenden Vernichtung zu entgehen. Suraks Gegner zunächst in wissenschaftlichen Debatten, später in der Politik und in bewaffneten Auseinandersetzungen wurde ein Gelehrter namens S'Task. S'Task hielt den Weg der Logik und die Unterdrückung von Emotionen für falsch und destruktiv, vor allem aber unklug gegenüber den Gefahren, die der vulkanischen Zivilisation an der Schwelle zum Raumfahrtzeitalter entgegentreten konnten. Schliesslich wurden er und seine Anhänger von den Gefolgsleuten Suraks exiliert, weil sie sich weigerten, sich deren Philosophie zu unterwerfen. Einige Hunderttausend Vulkanier trat schliesslich im Jahr 369 irdischer Zeitrechnung die Reise an.((Star Trek TOS-Roman: Duane, D., Morwood, P.: Die Romulaner (The Romulan way))

http://www.uss-saipan.de/stask-4-detail.jpg Detail des Denkmals für S'Task und seine Gefolgsleute auf Ch'Rihan

ssber 100 Jahre reisten sie mit ihren noch nicht warp-fähigen Schiffen, ehe sie endlich einen bewohnbaren und besiedlungsfähigen Planeten erreichten, den sie Ch'Rihan nannten. Die ersten Jahrzehnte der Besiedlung waren von heftigen Rivalitäten und Kämpfen gekennzeichnet. Der Schwesterplanet des Doppelsystems, Ch'Havran, eine im Grunde für humanoides Leben ungeeignete Welt mit gebundener Rotation, wurde als Strafkolonie für politische Gegner, in Fehden Besiegte und alle Arten von Verbrechern eingerichtet.(Star Trek Roman: Sherman, J., Shwartz, S.: Vulcans Soul Book III, Epiphany)). Nach der relativen Konsolidierung der Strukturen auf Ch'Rihan in einem Clansystem begannen die ersten Expansionsmassnahmen nach aussen, zunächst, um das Raumgebiet gegenüber (möglichen) Angriffen zu sichern, aber auch, weil man es als Bestimmung des romulanischen Volkes ansah, die umliegende Galaxis zu 'zähmen'. Die Erhöhung der Macht des eigenen Clans wurde aber sehr bald ein grösserer Motivator. Mit der Entwicklung des Warpantriebs wurde es möglich, die Expansion weiter auszudehnen, dennoch blieb das Romulanische Reich auf einen relativ kleinen Raumbereich beschränkt. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts irdischer Zeitrechnung begann sich das paritätische Clansystem als inadäquat für die Regierung zu erweisen und man wählte einen Imperator aus der Mitte der mächtigsten Familien, der zur Verwaltung wiederum einen Senat einrichtete. Das Imperatorenamt wurde nach und nach zu einer erblichen Würde, was der politischen Stabilität erheblich schadete. Das Ergebnis war ein Militärputsch, der den letzten Imperator stürzte und ein Dreikammersystem einführte, bestehend aus Oberem und Unterem Senat und Prätoriat mit den beiden Machtstützen Militär und Tal Shiar an der Seite.

Der Krieg mit der Erde und die Etablierung der Neutralen Zone

Der Erste Kontakt mit Menschen fand im Jahre 2152 statt, als die Enterprise unter dem Kommando von Captain Jonathan Archer unwissentlich in romulanisches Territorium einflog.(Star Trek Enterprise, Folge: Minefield) Von diesem Zeitpunkt an beobachteten die Romulaner die Terraner und deren Aktivitäten mit ausgesprochenem Misstrauen. 2154 irdischer Zeitrechnung versucht eine Taskforce des Imperiums die Diplomatischen Gespräche der 'Babel-Conference', deren erklärtes Ziel die Zusammenarbeit zwischen Andorianern, Vulkaniern, Tellariten und Menschen und die Formierung eines gegenseitigen Beistandspaktes ist, zu verhindern, da man auf Ch'Rihan diese Machtkonzentration als Bedrohung ansieht. (Star Trek Enterprise, Folge: Babel One). Die Aktion misslang und mündete im Gegenteil in einem Vorantreiben der Koalitionsbestrebungen der interstellaren Mächte. Eine weitere Verhärtung der Fronten folgte. Ein unglücklicher Zwischenfall liess 2162 das terranische Schiff Endeavour im Gebiet des Romulanischen Imperiums bei Cheron IV stranden.Star Trek RPG-Book: The Way of D'Era) Es kam zu einer Auseinandersetzung, nach der die Endeavour schwer beschädigt fliehen konnte. Auf Romulanischer Seite sprach man von bewusster Verletzung territorialer Rechte und Spionageversuchs, auf Seiten der Erde (und bald auch ihrer Verbündeten) hiess es demhingegen, die Romulaner seien auf ein brutales Massaker und einen Kriegsgrund aus gewesen. Ein Flottenverband der Föderation wurde nach Cheron IV entsandt, um entsprechend Macht zu demonstrieren, die Situation geriet jedoch ausser Kontrolle und der Verband wurde fast vollständig zerstört. Der - niemals offiziell erklärte - Krieg begann und zog sich für fünf Jahre mit wechselnden Erfolgen hin. Letztlich gaben aber die grösseren Ressourcen der Föderation und die zum Teil überlegene Antriebstechnik den Ausschlag. Der Krieg endete ironischerweise dort, wo er begonnen hatte, bei Cheron IV. Nach ihrer Niederlage mussten die Romulaner den festgelegten Verträgen zustimmen. Als Pufferzone zur Föderation wurde die 'Neutrale Zone' etabliert, die ein Durchflugsverbot für Schiffe beider Mächte enthielt. Die Romulaner zogen sich komplett aus der interstellaren Politik zurück und begannen sich erst in der zweiten Hälfte des 24. Jahrhunderts wieder einzumischen. Die Beziehungen zu den übrigen Mächten blieben aber von grossem Misstrauen bis Feindseligkeit gekennzeichnet, wobei der Tomed-Zwischenfall 2311 den Tiefpunkt und die Zementierung der Vorurteile beider Seiten darstellte.

Vom Dominionkrieg 2373-2375 zur Allianz mit der Föderation

Durch die Invasion des Dominion aus dem Gamma-Quadranten bedroht, suchten die Bündnismächte des Alphaquadranten, Föderation und Klingonen, auch die Unterstützung des Romulanischen Imperiums gegen den Gegner. Doch dieses schloss zunächst einen Nichtangriffspakt mit dem Dominion und hielt sich abseits. Erst die Aufdeckung eines Infiltrationskomplotts des Dominion brachte den Senat dazu, an der Seite der ehemaligen Gegner zu kämpfen und machte endlich den Sieg gegen die Formwandler und den 'Vertrag von Bajor' möglich.(Star Trek Deep Space Nine-Dominionkrieg [1]) Im letzten Drittel des 24. Jahrhunderts kam es infolge der materiellen und personellen Verluste im Dominion-Krieg zu einer wirtschaftlichen Regression und Verarmung weiter Teile des Reiches. Dies und der gravierende Mangel an polizeilichen und militärischen Einsatzkräften begünstigte den Staatsstreich und die Rebellion der Havrannsu von 2379 (Star Trek Nemesis). In nächsten zwei Jahrzehnte waren von weitgehender politischer Anarchie gekennzeichnet und dem romulanisch-klingonisch-föderativen Krieg, in dessen Folge der damals amtierende Prätor eine militärische Allianz mit der Föderation schloss. Erst zu Beginn des 25. Jahrhunderts gelang die erneute dauerhafte Etablierung der senatorialen Regierung.


Rihannische Kultur

Die Kultur der Rihannsu ist geprägt von der mnhei'sahe, einem besonderen Ehr/Pflicht-Konzept, das alle Aspekte des gesellschaftlichen Miteinander beherrscht. Folge dieses Ehrbegriffs ist eine aussergewöhnlich diffizile und hierarchisierte Rangstruktur innerhalb der Gesellschaft, die es beispielsweise bei der Begrüssung des Gegenüber zu beachten gilt. Auch Freigiebigkeit einem anderen Rihanha gegenüber ist Teil dieses Ehrkonzepts. Ein einem anderen Rihannsu gegebenes Versprechen geniesst einen sehr hohen Stellenwert. Gegen die mnhei'sahe zu verstossen, bedeutet Unehre und kann schwerwiegende Folgen für den oder die Schuldigen haben, beispielsweise ein Duell oder sogar eine Fehde zwischen den betroffenen Häusern. Das Pflichtgefühl ist sehr gross, und die Pflicht, dem Reich zu dienen wird stets als vorrangig vor persönlichen Interessen betrachtet. Im Falle kriegerischer Auseinandersetzungen gilt der Grundsatz, dass kein Rihanha lebend in die Hände des Feindes fallen solle, was als grosse Unehre empfunden wird. Können während einer Schlacht die Verletzten nicht geborgen werden oder besteht medizinisch keine Aussicht auf Rettung, besteht die Pflicht, den Kameraden einen ehrenvollen Tod zu geben.

Bildet die mnhei'sahe die Grundfeste der Gesellschaft, so sind ihre beiden Stützen die Familie und der Dienst für das Reich. Die Familie bzw. das familiäre Heim ist auch der einzige Platz, an welchem Rihannsu offen ihre Emotionen zeigen - es gilt als ausgesprochen schlechte Sitte und unehrenhaft, Fremde an privaten Emotionen teilhaben zu lassen. Ehen, die nach wie vor vor Geistlichen mit ssbergabe der symbolischen Armreife und dem Vollzug des tna'sahe (einer Art geistigen Verbindung) geschlossen werden, gelten auf Lebenszeit. Fünf oder mehr Kinder in einer Kleinfamilie sind keine Seltenheit. In einigen Regionen des Reiches ist die Gesellschaft matriarchalisch bestimmt, was sich heute nur noch in der ssbernahme des Namens der Frau bei der Eheschliessung verdeutlicht. Im übrigen sind Männer und Frauen in jeder Beziehung gleichgestellt. Das älteste Kind einer Familie ist in den meisten Fällen für den Militärdienst vorgesehen.

Eine Familie ist in den meisten Fällen Teil einer grösseren Struktur, des sogenannten Hauses, einer clanähnlichen Verbindung, die auf Verwandtschaftsverhältnisse bzw. Adoptivverhältnisse begründet ist. Die grossen sehr alten Adelshäuser führen ihre Abkunft bis in die Zeit der Besiedlung zurück. Jedes Haus stellt dem Reich eine eigene militärische Streitmacht zur Verfügung. Das jeweilige Oberhaupt des Hauses führt dessen Geschäfte, leitet die Politik und bestimmt die Aktionen seiner Mitglieder. Bei bestimmten Vergehen kann einem Rihannsu der Hausname und damit die Haus-Zugehörigkeit entzogen werden -- ein Status, der den Betroffenen auf eine Stufe mit den Sklaven stellt.

Sklaven gibt es bereits seit Beginn der Besiedlung. Sie rekrutierten sich zunächst aus Kriegsgefangenen der besiegten Fehdepartei, wie es zum Teil auch heute noch der Fall ist. Weitere Gründe, in den Sklavenstatus herabgestuft zu werden, sind Verurteilungen durch das Gericht oder auch finanzielle Probleme. Die Mehrzahl der Sklaven ist allerdings bereits in diesem Stand geboren. Sie haben die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen die Freiheit zu erlangen. Fremdspezies-Sklaven werden nur auf Kolonien oder in der Industrie, nicht im Hausdienst und schon gar nicht bei der persönlichen Aufwartung eingesetzt.

Die Rihannsu sind ein künstlerisch und wissenschaftlich begabtes Volk. Ihre Astrophysikalische Akademie geniesst einen hervorragenden Ruf auch jenseits des Reiches. Viele Zeremonien sind von öffentlichen Musik- und Schauspieldarbietungen begleitet. Die rihannische Religion -- die allerdings im gesellschaftlichen Leben mehr und mehr in den Hintergrund zu treten beginnt -- fusst auf der Verehrung der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, die in unterschiedlichen Anteilen in aller belebten und unbelebten Materie vorhanden geglaubt werden und deren Aktionen bestimmen. So besitzt jedes Individuum ein Element, das dessen Lebenslauf entscheidend beeinflusst. Diese Religionsform entwickelte sich in der Zeit der Auswanderung.


Kunst

Wissenschaft, Literatur und Bildende Kunst feiern auf diverse Weise die rihannischen Ideale und dienen ihrer Vermittlung.