MNK / Log 2/ LaSalle
#1
Erde/San Francsico/HQ der Sternenflotte/Foyer A

Wie immer Mitte August, wimmelte es im Gebäude von Uniformierten aller Spezies und in Uniformen aller Farben. Frisch von der Akademie kommende Graduierte, altgediente Schiffskommandanten und Verwaltungsoffiziere aller. Art. Und so was es nicht verwunderlich, dass an diesem frühen Morgen, um Punkt 07:30 Uhr, zwei ältere Herren aus dem Haupteingang in den Innenraum des weitläufigen Foyers traten.
Vice-Admiral Edwin Winter, Chefjurist der DIA, blickte an seinem Kollegen, Vice-Admiral Lasalle, dem Chefermittler der DIA, mehrfach rauf und runter.

EW: Das müssen Sie mir noch einmal erklären, Rufus. Warum tragen Sie heute einen dunkelblauen Uniform-Pullover?

LaSalle grinste böse.

LS: Sie wissen doch, welcher Tag heute ist?
EW: Sklavenmarkt ja. Heute werden alle frisch ernannten Offiziere auf ihre Schiffe verteilt und Kadetten erhalten ihre Praktikumsstellen.
LS: Ganz recht. Und was passiert bei solchen Gelegenheiten immer? Irgendein verwirrter Jungoffizier rennt kopflos, aber mit einer Tasse Kaffee in der Hand, durch die Gegend und kollidiert unweigerlich mit jemanden.
EW: Ah ich verstehe. Auf Blau sieht man die Kaffeeflecken weniger.
LS: Ganz recht. Glauben Sie einem Alterfahrenen in Sachen Zusammenstöße mit Kaffeetassenträgern. Und siehe da, es geht schon los.

LaSalles rechter Zeigefinger wies auf einen Captain, welcher gerade recht lautstark einen 2nd Lt. zurecht wies. Auf der Brust der Jacke der makellos sitzenden Uniform des Captains breitete sich gerade ein großer Kaffeefleck aus. Ein besonders prächtiges Exemplar. LaSalle und Winter traten näher.

EW: Meine Herren, gibt es ein Problem?

Der Captain, ein gewisser Hendricksen, reagierte unwirsch.

CH: Sehen Sie nicht…oh entschuldigen Sie bitte Sir. Ich habe Sie nicht gleich erkannt.

Hendricksen stand stramm, während der 2nd Lt, vor Schreck, leicht nach hinten gebeugt, erstarrt zu sein schien.

LS: Was gibt es denn, Captain?
CH: Dieser Frischling hier, ist mit seiner Kaffeetasse direkt in mich hinein gelaufen
EW: Nicht zu übersehen.
CH: Und dann besitzt er noch die Frechheit, mit der dummdreisten Ausrede zu kommen, er habe Captain James T. Kirk gesehen.

Der 2nd Lt., ein gewisser Cadeno-Blanco, versuchte sich zu rechtfertigen.

CB: Aber Sir, es war Kirk. Er hat mir zugenickt Und…
CH: Halten Sie die Luft an, Mann. Bei Ihnen wirken wohl noch die Nachwehen der Graduationsfeier nach, was? Kirk! Welch ein Kaminif!
LS: Meine Herren. Ich glaube, so etwas kann man doch in Ruhe klären.
CH: Sir natürlich Sir.
EW: Dann noch einen schönen Tag.

Captain Hendricks salutierte zackig, während Winter und LaSalle zu den Aufzügen
schlenderten.

EW: Dieser Captain ist in der falschen Einheit. Er hätte zu den Marines gehen sollen.
LS: Oh ja, als Oberbrülloffizier wäre er bestimmt gut geeignet. Ich kenne da auch einen gewissen Colonel, bei dem er noch etwas lernen könnte.

Winter lachte gehässig.

EW: Ja, das wäre passend. So, ich stelle mich jetzt den Schrecknissen der Vorstellung neuer Mitarbeiter. Und Sie?
LS: Ich habe noch ein Rendezvous mit einer wichtigen Person.

Winter pfiff durch die Zähne.

EW: Wow LaSalle, in Ihrem Alter?
LS: Streng dienstlich.

Das Auftauchen von 2nd Lt Cadeno-Blanco bewahrte LaSalle vor einem bissigen Kommentar Winters. Der 2nd Lt rannte zum Aufzug und blockierte die Tür für Winters.

EW: Danke 2nd Lt. Sehr zuvorkommend,
CB: Gerne Sir. Immer wieder gerne zu Diensten für ehem. Offiziere im wohlverdienten Ruhestand.

Der junge Offizier salutierte zackig und verschwand in der wimmelnden Menge.
LaSalle grinste böse.

LS: Haben Sie das gehört Edwin?

Winter konnte es nicht glauben.

EW:…..im wohlverdienten Ruhestand..also das ist…

LS: Sie und ich...wir sind alt. Uralt! Aber ansonsten, einen schönen Tag noch Kollege.

LaSalle nickte dem von Wut innerlich kochenden Winter zu und begab sich zu einem der Rollbänder, welches das Gebäude durchzogen.

LS: Ruhestand. Wenn es doch nur so wäre.

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Ortswechsel:

Erde/San Francsico/HQ der Sternenflotte/ Foyer B / Ehrengalerie
15 min. später

Der Raum strahlte, mit seiner dezenten Beleuchtung und der leisen, getragenen Musik, eine gewisse Erhabenheit aus. Alle Helden der Föderation waren hier mit ihren Konterfeis präsent: Archer, Picard, Janeway und viele mehr.Und auf einem Podest aus hochpoliertem schwarzem Obisidian ruhten die Konterfeis jener, welche im Dienste der Föderation ihr Leben gelassen, oder verschwunden waren: Crossley, Roberts, Sisko und natürlichem Captain James T. Kirk. Und vor Kirks Bild fand LaSalle dann seine „Verabredung“

LS: Fleet-Admiral t´Khellian. Sie haben mich rufen lassen Mam?

Sareth musste grinsen.

Sa: Rufus LaSalle, lange nicht gesehen. Aber..warum so förmlich?
LS: Nun, wenn man das Datum in Betracht zieht.
Sa: Ah ich verstehe. Sklavenmarkt. Aber blauer Pullover?
LS: Ebenfalls Sklavenmarkt.
Sa: Richtig, Vorkehrung gegen Kaffeeflecken. Nun wir haben etwas zu besprechen.
LS: Ist es etwas Wichtiges?
Sa: Eher merkwürdig. Liegt bestimmt auf Ihrer Linie. Das Bistro dahinten eignet sich gut, die Sache zu erörtern.

5 Minuten später hatten beide an einem der Tische des um diese Zeit recht leeren Bistros Platz genommen. Niemand würde es hier wagen. zwei hochrangige Offiziere zu stören.

LS: Nun Madame, Sie hatten mir ja eine Nachricht gesandt. Sie haben gestern Abend Captain Kirk getroffen?
Sa: Zumindest einen Mann, der ihm auf geradezu unheimliche Weise ähnlichsah. Ja ich weiß was Sie jetzt denken. Charlie hat mir zunächst auch nicht geglaubt. Und die Möglichkeit, dass mir meine Sinne einen Streich spielten, weil ich übermüdet oder von irgendwelchen Cerebralparasiten befallen war, habe ich bereits selbst durchgespielt. Negativ. Der Mann war real. Zumindest für mich.
LS: Mhmm
Sa: Sie glauben mir wohl auch nicht? Nun, das kann ich verstehen. Kirk ist seit gut 100 Jahren spurlos verschwunden.
LS: Nun…die Sache klingt merkwürdig, zugegeben. Aber…
Sa: Aber?
LS: Sie scheinen nicht die einzige Person gewesen zu sein, die diesem Kirk begegnet ist.

LaSalle berichtete kurz von den Ereignissen rund um 2nd Lt. Cadeno-Blanco. Sareth schüttelte den Kopf.

Sa: Da scheint doch etwas mehr dahinter zu stecken. Nun Rufus, ich habe mir gedacht, evtl. könnten Sie ja einmal in den Personaldatenbanken nachsehen? So ganz diskret?

LaSalle grinste kurz.

LS: Das habe ich mir jetzt fast gedacht. Nun ich habe vorab einmal etwas nachgeforscht über den Captain Horatio Hornblower des Raumfahrzeitalters. Außer seinem ermordeten Sohn hatte Kirk keine Kinder. Es gibt jedoch einige noch lebende Nachfahren mit Bezug zur Raumfahrt, in Missouri. Zum Beispeil einen ziemlich bärbeißigen Commander der Raumpatrouillie der FLEA. Vulgo auch "Weltraumpolizei" genannt.

LaSalle schon Sareth ein Padd mit dem Bild und der Stimmprobe von Commander Walter Sherman Kirk zu. Sareth las sich die Daten durch, dann schüttelte sie den Kopf.

Sa: Nein, der sieht der Person in keinster Weise ähnlich, die ich gesehen habe. Und seine Stimme ist eine völlig andere.
LS: Mhm ein hübsches Rätsel. Für den fraglichen Zeitpunkt gab es keine ungewöhnlichen Vorkommnisse. Ich habe in den Logs nachgeschaut.

Es herrschte für einen Augenblick Schweigen.

LS: Nun, ich kann eines tun. Ich kann diesen 2ndLt Cadeno-Blanco einbestellen und ein wenig befragen.
Sa: Aber bitte vorsichtig. Er kommt wohl gerade von der Akademie. wie ich Ihrer Schilderung entnehmen kann. Dieser Captain hat ihn ja als Frischling bezeichnet. Und dann schon gleich beim Chefermittler der DIA erscheinen zu müssen, das kann für die Karriere u. U. nicht sehr förderlich sein.
LS: Nun die DIA benötigt immer Mitarbeiter mit einem guten Auge.
Sa: Ahhh…..ein Rekrutierungsversuch.

Lasalle grinste.

Sa:…Mhmm.. Commander Walter Sherman Kirk…FLEA….. Ich habe ohnehin derzeit mit der FLEA zu tun. Evtl. komme ich über seinen Vorgesetzten an ihn ran.
LS: Dann wollen wir einmal mit der Jagd beginnen. Evtl. ist das Ganze ja ein Scherz.
Sa: Wenn es ein Scherz ist, dann ein Übler.
LS: Das fiele dann in mein Resort, Mam. Nun gut. Ich halte Sie auf dem Laufenden.
Sa: Was steht denn heute noch auf Ihrem Programm?
LS: Nun, eine Gefangenen-Übernahme. Der CMO der USS Sacramento. Hat seinen Captain verprügelt. Beziehungssache. Die DIA ermittelt. Das wird Lt. Parkers erster Fall. Ich muss sie im Auge behalten, sie neigt etwas zur Überreaktion.
Sa: Ich habe von der Sache gehört. Nun Rufus, Sie sind auch nicht zu beneiden.

LaSalle lächelte sardonisch.

LS: Da kann ich Ihnen nur zustimmen, Mam. Einen erfolgreichen Tag noch.

LaSalle stand auf, salutierte kurz und verschwand in den Gängen des Gebäudes.
[Bild: Signatur-Waltham.jpg]
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