Log 34 Umbra et Malleus - Richard
#1
NRPG: Richard und Hammerton wissen noch nichts über die „Universumsverschiebung“, die die andren ja schon festgestellt haben.

RPG:
*** Auf dem Planeten im Velconnia-Belt ***

„Was für ein plötzliches Interesse an Ihrem Vater,“ kommentierte Frank Hammerton, während er den Gefangenen sicherte und dann das kleine Basislager demontierte. Die selbstorganisierenden Nanofibre-Strukturen ließen sich im Handumdrehen in handliche Pakete falten, ein entsprechender elektronischer Befehl genügte.

„Interesse an Informationen,“ korrigierte Richard und brachte sein Äußeres wieder in annehmbare Form. „Mein Vater war Captain der Imperialen Flotte, Leiter des Sicherheitsdienstes und die rechte Hand von DeRaaf. Was hat er jetzt mit den Terroristen zu schaffen? Das Wissen darum könnte uns viel über den derzeitigen Zustand im Imperium vermitteln.“

„Haben wir nicht genug andere Probleme derzeit? Die Zerstörung dieses Multiversenportals, wie Sie gerade sagten?“

„Colonel…“ Richard lächelte sanft. „Informationen können gegen nichts aufgewogen werden. „Besonders dann nicht, wenn sie meine Gegner betreffen. – Was ist DAS da?“ Der Inquisitor wies auf die Leiche des Hammerton aus dem anderen Universum, die seltsam zu verschwimmen begann.

„Das gefällt mir nicht…“ Hammerton beugte sich mit dem Tricorder über den Toten. " Ich bin kein Experte, aber es scheint, dass seine Quanten-Matrix sich destabilisiert. Jedenfalls sinken die Werte in allen Koheränzbereichen."

"Das bedeutet, dass seine Materie vermutlich nicht lang in diesem Universum existieren kann. Unsere ‚Doppelgänger‘ sagten etwas von einem Transphasenstabilisator, der zum Durchqueren des Portals nötig ist. Er hatte offenbar keinen. – Was ist mit mir?"

Hammerton führte den Scanner über den Inquisitor. "Sie sind stabil. Im Moment jedenfalls."

"Warum?“
„Nun, Sie sind im richtigen Universum, er nicht. – Sind Sie fertig zum Transfer?“

Oder ich habe einen Transphasenstabilisator…. Richard blickte auf den Amtsring. Er hatte all die codierten Informationen über diesen Ort enthalten. Ein Wegweiser. Aber was nützte ein Wegweiser, wenn man dann vor verschlossener Tür stand? Also hätte er einen Schlüssel gebraucht, der das Portal öffnete. Er würde das prüfen lassen, sobald Sie wieder an Bord der „Dark Mirror“ waren!


*** Im Shuttle ***

Es erwies sich von Vorteil, dass die gepanzerten Shuttles des bewaffneten Armes der Inquisition stets auch einen Bereich zum Gefangenentransport hatten - schließlich wurden sie auch eingesetzt, um häretische Subjekte in sicheren Gewahrsam zu bringen! In diesem kleinen Abteil hockte Howy nun, medizinisch basisversorgt und mit Arm- und Fußfesseln gesichert.
Während der vergangenen fünf Minuten hatte er ein erstes Repertoire an Flüchen über dem vor ihm stehenden Inquisitor ausgeleert, nun starrte er ihn wütend an. "Sag schon, was du willst, du Lackaffe!" blaffte er nach weiteren fünf Minuten, während denen Richard ihn einfach nur gemustert hatte.

„Du bist mit meinem Vater gereist, behauptest du? Wieso?“

„In einem imperialen Shuttle der Luxusklasse! Nur das Bordmenü ließ etwas zu wünschen übrig… Eminenz. – Also, wie stehts mit meinem Rückflugticket? War grad auf dem Weg nach Risa, wenn dir das was sagt.“

"Das hängt ganz von deiner Kooperationsbereit ab."

„Und was sonst? Da lässt du wieder den Brutalinski ran, was? Good Cop, Bad Cop. Altes Spielchen. Ich hab nichts zu erzählen, oder willst du den Tagesablauf im Flottengefängnis von Charon hören?“

Richard blickte ihn ohne jede spürbare Regung an. Volle weitere fünf Minuten lang. Dann sagte er: "Ich kann dafür sorgen, dass du leidest, wie noch nie in deinem miserablen Leben, glaube mir. Colonel Hammerton kann dir vielleicht alle Knochen im Leib brechen…" Der Inquisitor streckte vorsichtig seine mentalen Fühler aus. „Aber ICH breche deinen Geist.“

"Glaubst du, du kannst mir Angst machen mit diesen Kinderspielchen?! Was ich alles mitgemacht hab, da kannst du mich bestimmt nicht beeindrucken! Du so wenig wie dein Alter!"

Richard konzentrierte sein Potenzial auf gewisse Bereiche des Hirns - falls man die synaptische Aktivität seines Gegenüber so bezeichnen konnte! Er brauchte sich nicht einmal sonderlich anstrengen. Sein Gefangener hatte keinerlei geistige Disziplin.

„Nun. Ich frage nochmals: was für Geschäfte hatte Captain Robert von Rabenstein mit dir abzuwickeln?“

Howy spuckte aus. „Frag ihn selber, Sohnematz!“

Richard streckte die rechte behandschuhte Hand aus und legte die Finger an die Schläfe des Gefangenen. Das Blut pochte fast hörbar in der Ader.

"Nimm deine Pfoten von mir!!!"

„Was für Geschäfte hatte Robert von Rabenstein mit dir?“

Howy schnappte nach Luft und zog unbehaglich an den in der Wand verankerten Fesseln. „Er hat mich aus dem Knast geholt, damit ich ihn bei einem alten Kumpel einführe, und das wars!“

„Hatte er einen Auftrag?“

„Ha! Kaum, was?! Nen Auftrag, sich unbeliebt zu machen, vielleicht! Das halbe rechtgläubige Imperium war hinter ihm her, wenn ich die Funksprüche richtig erinnere!“

„Erinnere dich ‚richtig‘!“

„Meine Fresse, ich hab nicht so genau---ahh, was ist das?! Wieso bewegen sich die Wände auf mich zu?! Seit ihr alle irre?! Lasst mich sofort hier raus!“

„Platzangst ist recht unangenehm, nicht wahr? Ja, aber du hast lange im Shuttle mit meinem Herrn Vater gesessen. Je schneller du mir sagst, was es für Funksprüche waren, desto eher geht es dir besser.“

„Er hat sie überwacht! Die Funksprüche! --- Ich kriege keine Luft mehr! --- Wie hoch das Kopfgeld ist, wie weit… wie weit das Abfangkommando ist…“

„Kopfgeld?“

„Es hieß, er wollte… wollte… den Großkanzler ermorden… oder LaSalle! Mehr habe ich nicht mitbekommen!“

„Du lügst. Jemand hat ihn beauftragt. WER hat ihn beauftragt?“

„Ich weiß nicht!!!“

„Denke nach! Denke besser nach! Ich will jedes kleine Detail! Alles, was sich in diesem Shuttle abgespielt hat, und davor in deiner Zelle auf Charon!“

...

Der Inquisitor trat zurück ins Cockpit und zog die Handschuhe von den Fingern.

"Etwas ermattet?" fragte Hammerton aus dem Pilotensessel.

"Im Gegenteil, es war erquickend, einmal wieder meine Profession ausüben zu können." Er trat an die Replikatoreinheit und orderte ein Mineralwasser.

"Und, was haben Sie rausbekommen?“

„Scheinbar hatte der Großkanzler meinem Vater den Auftrag erteilt, LaSalle von der Bildfläche zu tilgen. Ich bin mir nicht ganz sicher, das war ziemlich tief in Mr. Edzardus‘ Unterbewusstsein. Wahrscheinlich hat er im Schlaf irgendein Selbstgespräch oder einen Funkspruch mitbekommen. Auf jeden Fall ist meinem Vater offenbar etwas unbehaglich geworden und er zog es vor zu desertieren, zu den Resten der Terroreinheit des ‚Patriarchen‘. Jetzt ist ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt.“

„Nun… das ist…“ Hammerton wusste offensichtlich nicht wirklich, was er dazu sagen sollte. „….betrüblich.“

„In der Tat, das ist es.“ Richard setzte sich und ließ den Blick durch das spartanische Cockpit wandern. „Hätte mein Vater das Vorhaben umgesetzt, wären einige Sorgen aus der Welt geschafft. – Ist Vandenberg schon unterwegs? Ich brauche seine Wissenschaftsoffiziere.“
[Bild: Signatur-Rabenstein-neu.jpg]
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