Umbra et Malleus / Log 11 / Joint-Log Vandenberg / Hammerton
#1
Erde / San Angeles Megapolis / Administratum der Raumflotte


LaSalle musste zugeben, dass Reisen mit großer Entourage zwar eindrucksvoll aussahen, aber trotzdem sehr umständlich waren. Und dies nicht nur aufgrund der langwierigen Sicherheitschecks seiner Mitreisenden beim Eintritt in das Flottenhauptquartier. Und auch LaSalles Identität selbst, wurde von den holographischen Inspektionssystemen erst einmal festgestellt. Und nur LaSalle allein war es erlaubt, in die interne Operationszentrale einzutreten.
Ein Ordonanzoffizier salutierte knapp. Dieser Mann salutierte tatsächlich. Warum? Wusste er nicht, saß man dem Großinquisitor die Hand küsste, nachdem man vor ihm in die Knie gegangen war? Nein, wusste er natürlich nicht. Flottenhengste war hier noch zu milde ausgedrückt. Nun eigentlich hätte LaSalle dieser Kreatur eine kleine Nachhilfe in Sachen Benehmen geben können. Ein Agonieinduktor war dafür immer zur Hand. Aber LaSalle befand sich hier auf DeRaafs Gebiet, also war hier etwas Vorsicht angeraten. Außerdem gab es wichtigere Dinge, als sich mit subalternem Personal abzugeben. LaSalle wandte sich an die Ordonanz.

LS: Sagen Sie mein Sohn, wo finde ich wohl Captain Robert Maximilian von Rabenstein?

Der Ordonanzoffizier schluckte.

OO: Nun Sir, er gehört...nun er ist....nun...er ist derzeit in einer Sitzung des Ausschusses für Xeno-Angelegenheiten.

LaSalle lächelte innerlich. Solange DeRaaf seinen Blick auf die internen Angelegenheiten der Flotte gerichtet hielt, kam LaSalle nur schwer an Flottenoffiziere heran. Schon gar nicht ohne Haftbefehl. Und umso schwerer war es bei Mitgliedern der Geheimausschüsse der Flotte. Aber jetzt war DeRaaf mit einigen klingonischen Rebellen beschäftigt. Das würde zwar nur ein paar Tage dauern, aber genau diese Zeitspanne genügte LaSalle, um einer gewissen Person habhaft zu werden.

LS: Nun mein Sohn, hätten Sie die Güte in herbei zu holen?
OO: Ähm Sir, ich weiss nicht ob....

LaSalle aktivierte ein Holo und hielt den darin enthaltenen Haftbefehl wegen „Verdacht auf Erschleichen von Amtsbefugnissen in der imperialen Flotte nach § 298a“ dem verblüfften Offizier vor die Nase..

LS: Wie Sie sehen, können Sie. Ich warte.

LaSalle musste lächeln, Die wenig salbungsvolle Sprache der Flotte hatte scheinbar auf ihn abgefärbt. Nun gut. Sei’s drum. 
4 min. später erschien ein Mann in der schwarzen Uniform des Flottengeheimdienstes. Dieser Mann sah wirklich aus, wie eine ergraute Version des Richard von Rabenstein, 
Captain Robert Maximilian von Rabenstein salutierte und schaffte es dabei, gelangweilt und angewidert zu gleich zu wirken.

CR: Euer Eminenz wollten mich sprechen?
LS: In der Tat Captain, das wollte ich. Nun, ich habe etwas Wichtiges mit Ihnen zu besprechen.
CR: Bei allem notwendigen Respekt, aber ich habe viel zu tun.
LS: Das haben wir alle.

LaSalle hielt dem Captain den Haftbefehl vor die Nase. Von Rabenstein las den Text mit ausdruckslosem Gesicht.

CR: Nun Euer Eminenz, das ist lächerlich.
LS: Wir werden sehen, Captain. Ich darf Sie jetzt bitten, sich zum Haupteingang zu begeben. Ohne Aufsehen bitte. Und...nach Ihnen.

Von Rabenstein wandte sich an die Ordonanz. 

CR: Nun, dann bleibt mir nichts anderes übrig. Commander Edwards, Sie wissen was zu tun ist.
OO: Jawohl Sir.

Von Rabenstein verließ den Raum, dicht gefolgt von LaSalle. Von Rabenstein wandte sich an LaSalle. 

CR: Euer Eminenz, ich muss Sie darauf aufmerksam machen, daß dieser Vorgang Folgen haben wird.
LS: Davon gehe ich aus. Nun, wir beide werden jetzt unsere Schritte beschleunigen. Wir haben viel zu tun.

LaSalle privater Kommunikator summte. Mit einem bösartigen Grinsen aktivierte LaSalle das Gerät.

LS: Ja?

DeRaafs Stimme war zu hören. Und an dem tiefen Grollen war deutlich zu erkennen, daß der Großadmiral nicht erbaut war.

DR: Was im Namen der Dreifaltigkeit soll das, LaSalle?
LS: Nun, ich gehe meiner Pflicht nach.
DR: Und gehört es auch zu Ihren Pflichten meine Offiziere zu belästigen?
LS: Ich handelte nach dem Gesetz.
DR: Das glaube ich kaum.

LaSalle grinste gehässig.

LS: Ich folge den Gesetzen. Und wie Sie wissen gehört es auch zu meinen Aufgaben, für die Reinheit und Ehre der Flotte zu sorgen. Etwas was Ihre Behörde in letzter Zeit wohl etwas versäumt hat.
DR: Ehre und Reinheit der Flotte? So ein Blödsinn. Warum haben Sie Captain von Rabenstein festgenommen? 
LS: § 298a. 
DR: Nie gehört.
LS: Ich lasse Ihrem Sekretariat gerne den Haftbefehl, sowie den Gesetzestext zu kommen. Mildtätigkeit und Amtshilfe sind mein Credo.
DH: Mildtätigkeit? Das ist ja wohl...eines sage ich Ihnen LaSalle. Wenn das wieder eines Ihrer Ränkespiele ist, wird das diesmal Folgen für Ihren ganzen Laden haben!

Die Verbindung wurde beendet. LaSalle konnte sich vorstellen, wie DeRaaf jetzt toben würde. Nun, mochte er auch toben, er konnte nur wenig tun. Dafür konnte LaSalle jetzt umso mehr tun. Ja, die Mühe würde sich lohnen. Bald schon..bald....


———————————————————————————————————————


Ortswechsel:

ISS Vespasian / Brücke

Vandenbergs Blick war eine Mischung aus Unglauben und Zorn,
Seine Stimme donnerte aus den Wandlautsprechern.

Va: Sind Sie vom wilden Affen gebissen, von Rabenstein? Was sollen wir im Velconnia-Belt?

Richard von Rabenstein lächelte freudlos.

RR: Was Sie im Velconnia-Belt wollen, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich werde dort Antworten finden.
Va; Ich habe nicht vor, dort irgendwelchen Geschäften nachzugehen.
RR: Was Sie tun, ist mir gleichgültig. Ich benötige Ihre Unterstützung nicht.
Va: So viel also zur Dankbarkeit für Ihre Rettung.
RR: Oh ich bin Ihnen dankbar. Sie haben mir schließlich zu meiner kleinen Flotte verholfen.
Va: Ihre Flotte?
RR: Diese Schiffe sind immerhin Teil der Inquisitionsflotte. Und ich bin Inquisitor.
Va: Ja, aber diese Einheiten sind nicht auf Sie vereidigt.
RR: Nein, aber sie sind auf die Institution vereidigt. Und ich bin der höchste Vertreter dieser Institution. Sie können ja gerne Ihrer Wege gehen, aber ich werde mich zum Velconnia-Belt begeben.

Frank Hammerton räusperte sich.

FH: Ähm, meine Herren, wenn ich auch einmal etwas dazu sagen dürfte?
RR: Natürlich!
FH: Euer Eminenz wollen zum Velconnia-Belt? Das wird schwierig. Man kann nicht in das Gebiet einfliegen, ohne entdeckt zu werden. Dort operiert die 4. Flotte des Empires, die sogenannte Black-Fleet und die Extern-Flotte der sogenannten Inquisition. Man müsste sich schon den Weg frei kämpfen.
RR: Nun Commodore Hammerton, Sie haben ja Kampferfahrung.
FH: Ich bin Soldat. Kein Flottenstratege.

Vandenberg lächelte gehässig.

Va: Da wird sicherlich seine Eminenz, der wahre Großinquisitor, keinerlei Schwierigkeiten haben, eine solche Flottenoperation zu leiten.

Richard musste zugeben, daß er dieses Teil des Problems wohl übersehen hatte. Aber es gab dafür auch eine Lösung.

RR: In der Tat. Ich habe keinerlei Erfahrung in Sachen Flottenoperationen. Aber es gibt jemand, der diese Fähigkeiten hat.
Va: Und der wäre?
RR: Sie!
Va.: Und warum sollte ich Ihnen helfen, nach allem was Sie hier abziehen?
RR: Weil es im Velconnia-Belt Antworten auf gewisse Fragen gibt. Und diese Antworten finden Sie garantiert nicht auf Delmaran, inmitten einer Ausgrabung. Es sei denn, Sie sind Amateuerarchäologe.

Vandenberg grinste bösartig.

Va: Nun gut. Ich schließe mich Ihrer kleinen Reisegruppe an. Und sei es nur um zu sehen, dass Sie sich täuschen.

Richards Gesichtsausdruck verdunkelte sich.

RR: Besser Sie beten, dass ich mich irre. Denn sollte ich mich nicht irren, dann könnte der jüngste Tag bald anbrechen.




 
Zitieren
#2
"Mildtätigkeit und Amtshilfe" Ultragrins

Und ja, stimmt irgendwie, das Charabild von Robert Maximilian hat tatsächlich Ähnlichkeit mit Richard. Unbeabsichtigt.

Der Text war irgendwie schwarz auf schwar. Habe es daher editiert.
[Bild: Sareth-neu.jpg]
Zitieren


Gehe zu: