Rückkehrer / Log 20 / LaSalle
#1
USS Picard B / Sicherheitsabteilung / Verhörraum


Jay Deventer schien sich weder wohl noch unwohl zu fühlen. Eher gelangweilt saß er am Tisch des kleinen Verhörraums. Mäßig amüsiert wanderte sein Blick immer wieder zwischen Mort Caldred und Rufus LaSalle hin und her. Dann setze er einen Gesichtsausdruck auf, als ob er als Lehrer einem begriffsstutzigen Kind zum fünften Mal etwas erklären müsste.

JD: Warum bin ich noch einmal hier?

LaSalle lächelte freudlos.

LS: Oh das will Ich Ihnen gerne noch einmal erklären. Lassen Sie es mich so ausdruck: Ensign Markovic, Lieutenant S'Kol und Sie, Mr. Jay Deventer, waren mit der Rekonstruktion der Logs der Wellington betraut. Jeder Zugriff ist durch die korrekten Prüfsummen und Timestamps bestätigt.

JD: Natürlich ist es das.
LS: Wir haben zweimal eine Timestampvarianz von 0,002. Soetwas entsteht, wenn nachträglich eingegriffen und per Hand, beziehungsweise mit einem externen Gerät, zum Beispiel einem Tricorder, korrigiert wird. Beziehungsweise frisiert, wie in unserem Fall. Die CEO konnte auch die Signatur des Tricorders isolieren. Es war der von Mr. Deventer. Von IHNEN!
JD: Und wenn es so wäre. Ich verstehe immer noch nicht, warum ich hier bin.
LS: Weil ich wissen will, warum Sie die Daten manipuliert haben , wer Ihre Auftraggeber sind und was mit den Originaldaten geschehen ist.
JD: Was ich warum getan habe, geht Sie nun mal gar nichts an, Mister. Ich werde jetzt gehen und mich bei der Sternenflottenleitung beschweren.

Mort Caldred machte einen Schritt auf Deventer zu und knurrte ihn an.

MC: Du bleibst sitzen, Bürschlein.
JD: Geh mir aus dem Weg, Krokodil. Du und Dein Boss hier haben keine Jurisdiktion über mich. Ich bin Zivilangestellter eines Kontraktors und kein Mitglied der Sternenflotte.
LS: Sie sind Mitarbeiter von Mavathi-Industries. Das ist richtig. Aber Sie sind hier an Bord eines Schiffes der Sternenflotte.
JD: Und?
LS: Nun, Sie sind weit weg von der Erde.
JD: Was wollen Sie damit andeuten?
LS: Oh das ist ganz einfach. Auch Zivilisten müssen sich an Bord eines Raumschiffes an die Regularien halten. Aber Daten zu manipulieren gehören sicherlich nicht zu den Dingen, welche gemäß der Regularien sind. Man könnte denken, dass diese Person eine Gefährdung der Schiffssicherheit ist.
Und damit fällt diese Person in den Bereich der Sicherheitsabteilung und letztlich in meine Zuständigkeit.
JD: Wenn Sie es so sagen.
LS: Gefährdungen der Sicherheit müssen bekämpft werden und da ist es völlig gleichgültig ob sie von einem Flottenangehörigen, oder einem Zivilisten her rühren.

LaSalle grinste gehässig.

LS: In solchen Fällen kann ein Beauftragter der Sternenflotte gewisse Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ergreifen, welche nicht unbedingt immer den Regularien der Flotte entspricht.
JD: Das klingt irgendwie nach einer Drohung.
LS: Eher nach einer Ankündigung. Oder um genauer zu beschreiben: Wenn ich wollte, könnte ich Sie in den Arrest stecken oder im Notfall auch in eine Kryokammer.

Jay Deventer lachte.

JD: Sie sind ein guter Entertainer.
LS: Danke, aber Sie verwechseln das Ganze hier scheinbar mit einer Unterhaltungsshow auf einer Kreuzfahrt.
JD: Eher langweilige Show.
LS: Nun gut, Dann wollen wir die Show mal etwas würzen.

LaSalle beugte sich über Deventer.

LS: Wenn ich wollte, könnte ich Sie wegen allem was mir auch nur im Schlaf einfällt, anklagen. Und Sie könnten nichts dagegen tun. Nichts. Sie sind hier völlig in der Hand der Flottensicherheit. Und das kann unangenehm werden.
JD: Und was soll dass hier werden? Guter Cop, böser Cop?
LS: Sie sehen zu viele schlechte Holo-Novellen. Guter Cop , böser Cop….so etwas gibt es nicht. Hier gibt es nur den bösen Cop. Und was der will, sind Antworten.
JD: Die Antwort lautet 42.
LS: Ich glaube Sie haben mich falsch verstanden, Mr. Deventer. Die Sache ist ernst.
JD: Sicher.
LS: Allright. Dann ziehen wir andere Saiten auf. Mr. Caldred, bitte vermerken Sie im Logbuch der Sicherheit folgendes: Ab sofort übernimmt die DIA die Untersuchung. Grund: Verdacht auf Gefährdung der Föderationssicherheit. Verdächtiger: Jay Deventer. Sonderbehandlung nach § 442 der DIA Regularien..
MC: Jawohl Sir.
JD: Was wird hier gespielt?
MC: Sie stehen unter Sabotage-Verdacht. Rein theoretisch könnten Sie durch die nächste Luftschleuse wandern und niemand würde sich dafür interessieren.
JD: Sie sind ja verrückt. Was wollen Sie denn überhaupt hören?
LS: Die Wahrheit Mister, die Wahrheit!
JD: Die Wahrheit? Die können Sie ja überhaupt nicht ertragen.
LS: Reden Sie Mann, solange Sie noch können.
JD: Ich sage hier nichts mehr.
LS: Auch gut. Mr. Caldred , stecken Sie ihn in den Arrest. Bis er redet.
MC: Aye Sir.

Caldred packte den zeternden Deventer ab den Schultern und bugsierte ihn in den Arrestbereich.Nach 2 Minuten kehrte er in den Verhörraum zurück.

MC: Ich fürchte Sir, der Kerl ist ein harter Knochen.
LS: Oh wir haben mit dem Verhör noch nicht einmal angefangen.
MC: So? Na ich bin dabei. Noch eine Frage Sir.
LS: Ja?
MC: § 442. Diesen Paragraphen kenne ich nicht.
LS: Ich auch nicht. 442 war aber die Zimmernummer eines Hotels auf Riesa. Habe ich in einem Werbeholo gesehen.
[Bild: Signatur-Waltham.jpg]
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