Jul-Sun-2021, 03:10 PM
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Jul-Sun-2021, 03:11 PM von Richard von Rabenstein.)
NRPG: Richard ist verzweifelt
Ich wollte auch für die nächste Staffel etwas mehr Feindschaft zwischen Vandenberg und Richard bringen...
RPG:
*** ISS Dark Mirror / Arrestbereich ***
Sokar starrte auf Vandenberg und seinen Sohn - und Vandenbergs Blick durchbohrte den Vulkanier, der immer noch schussbereit war. "Weg mit dem Disruptor, oder Ihr Sohn wandert in sein vulkanisches Nirwana! Verstehen Sie mich?"
Sokar antwortete nicht. In seinen Augen lag ein eisiger, stählerner Glanz, der Kevak fixierte, wie der Blick einer tödlichen Viper. Die Augen des jungen Mannes verengten sich, als versuche er, die Bedrohung des Fremden damit abzuwehren. "Töten Sie mich doch!" zischte er in Vandenbergs Richtung. "Ich sterbe als Held des Imperiums!"
Der Kommandant stieß ein freudloses kurzes Lachen aus. "Falls Sie es noch nicht gemerkt haben sollten, mein junger Held des Vaterlandes - IHR Imperium existiert hier nicht mehr. Möglicherweise existieren SIE hier schon lange nicht mehr. Mit anderen Worten, kein Aas kümmert sich um Sie und Ihren Tod! Das gilt auch für Sie, Sokar. Schalten Sie Ihr Hirn ein!"
Weder Sokar noch die Mündung seines Disruptors bewegte sich einen Millimeter.
In diesem Moment fauchte ein Energiepuls durch das Areal - und der Vulkanier brach im Rücken getroffen zusammen. Richard von Rabenstein richtete die Waffe, die er aus Hammertons Holster gezogen hatte, jetzt auf Vandenberg. "Wir haben keine Zeit für Ihre Sandkastenspiele! Lassen Sie diesen Kerl los und folgen Sie mir zur Brücke, oder sie folgen diesem Terroristen!"
Vandenberg war - was selten geschah - sprachlos. Er stieß Kevak zurück, der sich nach hinten verdrückte, aber wegen der geschlossenen Schotts nicht weit kam. Dann ließ er seine Waffe auf den Boden gleiten, wobei er noch in der Bewegung versuchte, das Wurfmesser von seinem linken Stiefel zu lösen.
"Arme zur Seite! Halten Sie mich für einen Idioten?"
"Sicherheit!" raunzte Vandenberg in Richtung seiner Leute. "Schaffen Sie Seine Exzellenz in sein Quartier!!!"
"Hand an mich zu legen fällt unter den Tatbestand der Haeresis manifesta. Und ich bin befugt, jede Strafe zu vollstrecken. - Colonol Hammerton, nehmen Sie Robert Vandenberg in Gewahrsam!"
"Das werden Sie bereuen! Das sage ich Ihnen!" flüsterte Vandenberg, als Hammertons Marines sich näherten. "Das zahle ich Ihnen heim, Von Rabenstein, und wenn ich Sie persönlich LaSalle vor die Füße schleifen muss!"
*** Etwas später / Brücke ***
Ein ungewohntes Bild bot sich auf der Brücke des Kampfkreuzers, der sich vor Kurzem in Richtung des Velconnia-Belts in Bewegung gesetzt hatte. Im Kommandantensessel saß Richard von Rabenstein, links neben ihm stand Hammerton als kampfbereiter Wächter, rechts neben ihm einer der Marines aus der Malleus-Kampfgruppe. Robert Vandenberg saß auf dem Platz des Ersten Offiziers, mit einem auf ihn gerichteten Disruptorgewehr im Blick. Einige weitere Malleus-Mitglieder hatten sich strategisch auf der Brücke verteilt.
Soeben fuhr die Panzerung hoch, denn da der Kreuzer wesentlich größer als das Shuttle war, dessen Kurs man replizierte, musste mit Zusammenstößen mit kleineren Asteroiden gerechnet werden. Die Sensorikstation bereitete unterdessen alles für das Aufspüren des Omegamoleküls vor. In der Wissenschaftsabteilung wurde mit Hochdruck an der Einrichtung einer Resonanzkammer gearbeitet.
*** Im Arresttrakt ***
Robert Maximilian von Rabenstein, Ex-Captain der Imperialen Flotte und Ex-Mitglied der Rebellion, blickte auf den leeren Rahmen vor seiner Zelle, der bis vor wenigen Minuten noch das Kraftfeld gehalten hatte. Draußen war es jetzt ruhig. Nur das stete Tropfen irgendeiner Kühlflüssigkeit aus einem wohl angeschossenen Tank war zu hören. Sehen konnte er von seiner Position aus die Körper zweier toter Wachposten, einer Opfer des Karyaners, der andere von einem Disruptor halb verkohlt. Kein erbaulicher Anblick. Von Rabenstein entschied mit dem jüngst erworbenen Opportunismus, dass ganz egal in welchem Universum sie sich befinden mochten, HIER kein guter Ort war, um der Zukunft entgegen zu sehen.
Er trat vorsichtig vor die Zelle, sah sich noch einmal um. Leider hatten die Waffen der Wachen bereits den Besitzer gewechselt! Dann riss er die Klappe zum Wartungsschacht auf, der angeblich Richtung Shuttlebay führte. Nun, das würde sich zeigen... Es war dunkel hier unten, allein die in Boden und Decke eingelassenen Leuchtstreifen zeigten den Weg an. Er war erst einige Meter weit gekrochen, als ihm plötzlich etwas entgegenschnellte und mit wuchtigem Schlag gegen die Wand donnerte. Sein Kopf kollidierte mit einer metallenen Strebe. Für einen Moment explodierte ein Feuerwerk vor seinen Augen, hinter dem nur schemenhaft das Gesicht des Karyaners sichtbar wurde.
"Wo willst du hin, Terranerbastard?" zischte der Reptiloid. Seine spitzen Fangzähne hingen gefährlich nah über Robert Maximilians Hals.
"Zum Shuttle, was sonst!" Keine Reaktion. Der Arm des Karyaners hielt ihn immobilisiert. Mort Caldred mochte in einer schlechten Verfassung sein - aber sie war noch gut genug, um einem verhassten Terraner das Genick zu brechen. Robert Maximilian gab sich keinen Illusionen darüber hin. "Und... ist das nicht... wo du auch hinwillst?" Ächzte er. "Runter von diesem Schiff und möglichst weit weg? ... Also sollten wir... uns zusammen raufen... bevor jemandem einfällt, hier doch noch... alles auszuräuchern!"
"Ich gehe nicht ohne meinen Waffenbruder!"
"Wenn du den Vulkanier meinst - der ist tot. Der Großinquisitor hat ihn erschossen." Die Worte 'mein Sohn' wollten ihm einfach nicht über die Lippen kommen. Für ihn war Richard vor 23 Jahren gestorben. Die Person, die ihm vor einigen Stunden gegenüber gestanden hatte, mochte aussehen wie sein Sohn, aber war nichts als die Kreatur Valentinian Constantius'! Zur Hölle mit ihm.
Mort Caldred verhielt einen Moment. Nur das Zischen seines Atems war zu hören. Dann sagte er: "Das ist nicht wahr. Sokar lebt. Sonst würde ich es spüren." Damit stieß er Robert Maximilian zurück und kroch den Schacht bis zur aufwärts führenden Leiter.
"Ich warte im Shuttle." Oder auch nicht. Der alte Rabenstein war nicht gewillt, sich für irgendwelche Terroradepten zu opfern. Ihn interessierte ausschließlich das eigene Leben. Während der Karyaner durch die Luke nach oben verschwand, arbeitete er sich den Schacht weiter voran.
...
Mort fand seinen Waffengefährten zusammen gekrümmt neben der Konsole, die ihm zuletzt als Deckung gedient hatte. Sein Puls war schwach, aber er war ohne Zweifel am Leben! Der Karyaner griff ihn an den Schultern und zischte eine Beschwörungsformel seines Volkes. "... Sokar! Sokar, kannst du mich hören?!"
Der Körper des Vulkaniers spannte sich, und mit einem tiefen Atemzug fand er aus der Heiltrance zurück. Mort entblöste triumphierend seine spitzen Zähne. "Ich wusste, du bist nicht tot!"
"Es ist... gut... dass die Inquisition... ihre Leute offenbar nicht in ... der Physiologie von Nichtterranern.... schult." Sokar versuchte sich aufzusetzen und rang nach Atem. "Er hat ... dorthin gezielt, wo bei ... einem Menschen ... das Herz ist."
"Kannst du aufstehen und es bis zum Shuttle schaffen?"
"Ja... aber ... brauche etwas Hilfe..."
Mort griff seinen Waffenkameraden und stützte ihn hoch, als hinter ihnen eine Stimme sagte: "Ihr geht nirgendwo hin, Terroristenpack! Es sei denn zurück in eine Zelle!" Die Stimme war jung, angespannt. Mort schielte in die Richtung und erkannte Kevak. Der junge Vulkanier hatte eine in der Dunkelheit schwer zu identifizierende Waffe in der Hand, an der die Energieanzeige einsatzbereit glomm. "Habt ihr nicht gehört?" schnappte er. "Flossen hoch! Ihr seit meine Gefangenen!" Er kam langsam näher. Das war sein Fehler.
Zwar ließ Mort seinen Disruptor fallen und hob die linke Hand - mit der rechten hielt er Sokar - aber er hatte volle Bewegungsfreiheit mit seinem Schwanz. Und der fegte Kevak jetzt elegant von den Füßen und hatte im nächsten Moment den Giftstachel an der Spitze angesetzt. Der versuchte sich noch zu befreien, erlahmte aber noch in der Bewegung.
"Ist er tot?!"
"Nein. Nur betäubt. Ich habe ja schon Gift verbraucht beim Angriff auf den Wachposten. Es dauert 12 Stunden, ehe ich wieder genügend angesammelt habe." Mort half Sokar wieder auf und steuerte auf den Wartungsschacht zu.
"Wir können ihn nicht zurück lassen!"
...
*** Auf der Brücke ***
Die Dark Mirror hatte den Asteroidengürtel hinter sich gelassen. Dank der Panzerung waren nur geringfügige Schäden zu verzeichnen - Robert Vandenbergs Ego natürlich nicht mit eingerechnet. Auf dem Sichtschirm wurde nun der so unschuldig wirkende Planet angezeigt.
"Sind irgendwelche Aktivitäten des Portals messbar?" fragte Richard aus dem Kommandantensessel.
"Negativ," kam die Antwort von der Sensorikkonsole. "Subraumstruktur normal, Gravimetrie normal, Quantendynamik stabil, keine Tachyonemissionen, kein Chronitonflux."
"Nun, vielleicht müssen Euer Eminenz den Adoniskörper wieder nach unten bewegen?" bemerkte Vandenberg bissig. "Wie ich hörte, stehen Sie ja so gerne nackt im Regen."
Richard ignorierte ihn. Das Ergebnis war zu erwarten, schließlich war das Portal ja auch bei ihrem ersten Besuch nicht messbar gewesen! Und er hatte Vorkehrungen getroffen. "Transporterraum! Stellen Sie einen Transfertunnel codiert mit meiner Biosignatur her. - Wissenschaft? Wissenschaft! Spielen Sie keine Spielchen, Mann!"
"Antworten Sie," orderte nun Vandenberg seinerseits, leicht ermuntert von einem Stoß mit dem Disruptor des neben ihm stehenden Marine.
"Drei Baken sind modifiziert, ein energetisches Netzwerk zu schalten, das als Resonanzkammer wirken und das Omegamolekül zunächst in Stasis halten kann... wenn da denn überhaupt eines ist...."
"Ihre Meinung war nicht gefragt!" gab Richard zurück. Natürlich war es da. Und er würde alles in seiner Macht befindliche tun, das Portal samt seiner Energiequelle unschädlich zu machen. Und wenn sie ALLE dabei den Märtyrertod starben! "Taktik, was ist mit den Quantentorpedos?"
"Einsatzbereit, Sir!" schnarrte die dort Dienst tuende junge Frau. Vandenberg machte sich eine mentale Notiz, sie auf ihre Loyalität zu prüfen, falls alles vorbei war und er wieder die Kontrolle hatte - woran er keinen Moment zweifelte.
Aus dem Transporterraum kam die Meldung, das der Transfertunnel stand. Nur eine Sekunde später erfassten die Sensoren gravimetrische Störungen und mehr. "Die Messwerte sind jenseits der Skalen!" Das Portal war offen.
"Scannen Sie nach dem Omegamolekül!" Richard war aufgestanden und bohrte den Blick in das noch immer unscheinbare Bild der Planetenoberfläche auf dem Schirm. Dort war sie, die andere Welt, der Antichrist, die Vernichtung! Unsichtbar.... und umso bedrohlicher!
"Da ist es! Marker schlagen an für das Omegamolekül!"
"Sir!" schrie in diesem Moment die Taktik. "Ich habe ein Shuttle in der Peilung!"
"Ein SHUTTLE?!" rief Vandenberg gewohnheitsgemäß.
"Eins von unseren, Sir!" antwortete die Taktik ebenso gewohnheitsgemäß. "Wenn sie den Kurs beibehalten, kreuzen sie den Transferstrahl und die Detonationsbahn der Quantentorpedos!"
"Besatzung?"
"Ein menschliches Lebenszeichen, zwei Vulkanier, ein Karyaner. Abschussbefehl?!"
"NEGATIV! Die Interferenz mit dem Transfertunnel ist nicht abzuschätzen!"
--
(So, das reicht jetzt aber.
Bitte lasst das Shuttle mit seinen Insassen entkommen)
Ich wollte auch für die nächste Staffel etwas mehr Feindschaft zwischen Vandenberg und Richard bringen...RPG:
*** ISS Dark Mirror / Arrestbereich ***
Sokar starrte auf Vandenberg und seinen Sohn - und Vandenbergs Blick durchbohrte den Vulkanier, der immer noch schussbereit war. "Weg mit dem Disruptor, oder Ihr Sohn wandert in sein vulkanisches Nirwana! Verstehen Sie mich?"
Sokar antwortete nicht. In seinen Augen lag ein eisiger, stählerner Glanz, der Kevak fixierte, wie der Blick einer tödlichen Viper. Die Augen des jungen Mannes verengten sich, als versuche er, die Bedrohung des Fremden damit abzuwehren. "Töten Sie mich doch!" zischte er in Vandenbergs Richtung. "Ich sterbe als Held des Imperiums!"
Der Kommandant stieß ein freudloses kurzes Lachen aus. "Falls Sie es noch nicht gemerkt haben sollten, mein junger Held des Vaterlandes - IHR Imperium existiert hier nicht mehr. Möglicherweise existieren SIE hier schon lange nicht mehr. Mit anderen Worten, kein Aas kümmert sich um Sie und Ihren Tod! Das gilt auch für Sie, Sokar. Schalten Sie Ihr Hirn ein!"
Weder Sokar noch die Mündung seines Disruptors bewegte sich einen Millimeter.
In diesem Moment fauchte ein Energiepuls durch das Areal - und der Vulkanier brach im Rücken getroffen zusammen. Richard von Rabenstein richtete die Waffe, die er aus Hammertons Holster gezogen hatte, jetzt auf Vandenberg. "Wir haben keine Zeit für Ihre Sandkastenspiele! Lassen Sie diesen Kerl los und folgen Sie mir zur Brücke, oder sie folgen diesem Terroristen!"
Vandenberg war - was selten geschah - sprachlos. Er stieß Kevak zurück, der sich nach hinten verdrückte, aber wegen der geschlossenen Schotts nicht weit kam. Dann ließ er seine Waffe auf den Boden gleiten, wobei er noch in der Bewegung versuchte, das Wurfmesser von seinem linken Stiefel zu lösen.
"Arme zur Seite! Halten Sie mich für einen Idioten?"
"Sicherheit!" raunzte Vandenberg in Richtung seiner Leute. "Schaffen Sie Seine Exzellenz in sein Quartier!!!"
"Hand an mich zu legen fällt unter den Tatbestand der Haeresis manifesta. Und ich bin befugt, jede Strafe zu vollstrecken. - Colonol Hammerton, nehmen Sie Robert Vandenberg in Gewahrsam!"
"Das werden Sie bereuen! Das sage ich Ihnen!" flüsterte Vandenberg, als Hammertons Marines sich näherten. "Das zahle ich Ihnen heim, Von Rabenstein, und wenn ich Sie persönlich LaSalle vor die Füße schleifen muss!"
*** Etwas später / Brücke ***
Ein ungewohntes Bild bot sich auf der Brücke des Kampfkreuzers, der sich vor Kurzem in Richtung des Velconnia-Belts in Bewegung gesetzt hatte. Im Kommandantensessel saß Richard von Rabenstein, links neben ihm stand Hammerton als kampfbereiter Wächter, rechts neben ihm einer der Marines aus der Malleus-Kampfgruppe. Robert Vandenberg saß auf dem Platz des Ersten Offiziers, mit einem auf ihn gerichteten Disruptorgewehr im Blick. Einige weitere Malleus-Mitglieder hatten sich strategisch auf der Brücke verteilt.
Soeben fuhr die Panzerung hoch, denn da der Kreuzer wesentlich größer als das Shuttle war, dessen Kurs man replizierte, musste mit Zusammenstößen mit kleineren Asteroiden gerechnet werden. Die Sensorikstation bereitete unterdessen alles für das Aufspüren des Omegamoleküls vor. In der Wissenschaftsabteilung wurde mit Hochdruck an der Einrichtung einer Resonanzkammer gearbeitet.
*** Im Arresttrakt ***
Robert Maximilian von Rabenstein, Ex-Captain der Imperialen Flotte und Ex-Mitglied der Rebellion, blickte auf den leeren Rahmen vor seiner Zelle, der bis vor wenigen Minuten noch das Kraftfeld gehalten hatte. Draußen war es jetzt ruhig. Nur das stete Tropfen irgendeiner Kühlflüssigkeit aus einem wohl angeschossenen Tank war zu hören. Sehen konnte er von seiner Position aus die Körper zweier toter Wachposten, einer Opfer des Karyaners, der andere von einem Disruptor halb verkohlt. Kein erbaulicher Anblick. Von Rabenstein entschied mit dem jüngst erworbenen Opportunismus, dass ganz egal in welchem Universum sie sich befinden mochten, HIER kein guter Ort war, um der Zukunft entgegen zu sehen.
Er trat vorsichtig vor die Zelle, sah sich noch einmal um. Leider hatten die Waffen der Wachen bereits den Besitzer gewechselt! Dann riss er die Klappe zum Wartungsschacht auf, der angeblich Richtung Shuttlebay führte. Nun, das würde sich zeigen... Es war dunkel hier unten, allein die in Boden und Decke eingelassenen Leuchtstreifen zeigten den Weg an. Er war erst einige Meter weit gekrochen, als ihm plötzlich etwas entgegenschnellte und mit wuchtigem Schlag gegen die Wand donnerte. Sein Kopf kollidierte mit einer metallenen Strebe. Für einen Moment explodierte ein Feuerwerk vor seinen Augen, hinter dem nur schemenhaft das Gesicht des Karyaners sichtbar wurde.
"Wo willst du hin, Terranerbastard?" zischte der Reptiloid. Seine spitzen Fangzähne hingen gefährlich nah über Robert Maximilians Hals.
"Zum Shuttle, was sonst!" Keine Reaktion. Der Arm des Karyaners hielt ihn immobilisiert. Mort Caldred mochte in einer schlechten Verfassung sein - aber sie war noch gut genug, um einem verhassten Terraner das Genick zu brechen. Robert Maximilian gab sich keinen Illusionen darüber hin. "Und... ist das nicht... wo du auch hinwillst?" Ächzte er. "Runter von diesem Schiff und möglichst weit weg? ... Also sollten wir... uns zusammen raufen... bevor jemandem einfällt, hier doch noch... alles auszuräuchern!"
"Ich gehe nicht ohne meinen Waffenbruder!"
"Wenn du den Vulkanier meinst - der ist tot. Der Großinquisitor hat ihn erschossen." Die Worte 'mein Sohn' wollten ihm einfach nicht über die Lippen kommen. Für ihn war Richard vor 23 Jahren gestorben. Die Person, die ihm vor einigen Stunden gegenüber gestanden hatte, mochte aussehen wie sein Sohn, aber war nichts als die Kreatur Valentinian Constantius'! Zur Hölle mit ihm.
Mort Caldred verhielt einen Moment. Nur das Zischen seines Atems war zu hören. Dann sagte er: "Das ist nicht wahr. Sokar lebt. Sonst würde ich es spüren." Damit stieß er Robert Maximilian zurück und kroch den Schacht bis zur aufwärts führenden Leiter.
"Ich warte im Shuttle." Oder auch nicht. Der alte Rabenstein war nicht gewillt, sich für irgendwelche Terroradepten zu opfern. Ihn interessierte ausschließlich das eigene Leben. Während der Karyaner durch die Luke nach oben verschwand, arbeitete er sich den Schacht weiter voran.
...
Mort fand seinen Waffengefährten zusammen gekrümmt neben der Konsole, die ihm zuletzt als Deckung gedient hatte. Sein Puls war schwach, aber er war ohne Zweifel am Leben! Der Karyaner griff ihn an den Schultern und zischte eine Beschwörungsformel seines Volkes. "... Sokar! Sokar, kannst du mich hören?!"
Der Körper des Vulkaniers spannte sich, und mit einem tiefen Atemzug fand er aus der Heiltrance zurück. Mort entblöste triumphierend seine spitzen Zähne. "Ich wusste, du bist nicht tot!"
"Es ist... gut... dass die Inquisition... ihre Leute offenbar nicht in ... der Physiologie von Nichtterranern.... schult." Sokar versuchte sich aufzusetzen und rang nach Atem. "Er hat ... dorthin gezielt, wo bei ... einem Menschen ... das Herz ist."
"Kannst du aufstehen und es bis zum Shuttle schaffen?"
"Ja... aber ... brauche etwas Hilfe..."
Mort griff seinen Waffenkameraden und stützte ihn hoch, als hinter ihnen eine Stimme sagte: "Ihr geht nirgendwo hin, Terroristenpack! Es sei denn zurück in eine Zelle!" Die Stimme war jung, angespannt. Mort schielte in die Richtung und erkannte Kevak. Der junge Vulkanier hatte eine in der Dunkelheit schwer zu identifizierende Waffe in der Hand, an der die Energieanzeige einsatzbereit glomm. "Habt ihr nicht gehört?" schnappte er. "Flossen hoch! Ihr seit meine Gefangenen!" Er kam langsam näher. Das war sein Fehler.
Zwar ließ Mort seinen Disruptor fallen und hob die linke Hand - mit der rechten hielt er Sokar - aber er hatte volle Bewegungsfreiheit mit seinem Schwanz. Und der fegte Kevak jetzt elegant von den Füßen und hatte im nächsten Moment den Giftstachel an der Spitze angesetzt. Der versuchte sich noch zu befreien, erlahmte aber noch in der Bewegung.
"Ist er tot?!"
"Nein. Nur betäubt. Ich habe ja schon Gift verbraucht beim Angriff auf den Wachposten. Es dauert 12 Stunden, ehe ich wieder genügend angesammelt habe." Mort half Sokar wieder auf und steuerte auf den Wartungsschacht zu.
"Wir können ihn nicht zurück lassen!"
...
*** Auf der Brücke ***
Die Dark Mirror hatte den Asteroidengürtel hinter sich gelassen. Dank der Panzerung waren nur geringfügige Schäden zu verzeichnen - Robert Vandenbergs Ego natürlich nicht mit eingerechnet. Auf dem Sichtschirm wurde nun der so unschuldig wirkende Planet angezeigt.
"Sind irgendwelche Aktivitäten des Portals messbar?" fragte Richard aus dem Kommandantensessel.
"Negativ," kam die Antwort von der Sensorikkonsole. "Subraumstruktur normal, Gravimetrie normal, Quantendynamik stabil, keine Tachyonemissionen, kein Chronitonflux."
"Nun, vielleicht müssen Euer Eminenz den Adoniskörper wieder nach unten bewegen?" bemerkte Vandenberg bissig. "Wie ich hörte, stehen Sie ja so gerne nackt im Regen."
Richard ignorierte ihn. Das Ergebnis war zu erwarten, schließlich war das Portal ja auch bei ihrem ersten Besuch nicht messbar gewesen! Und er hatte Vorkehrungen getroffen. "Transporterraum! Stellen Sie einen Transfertunnel codiert mit meiner Biosignatur her. - Wissenschaft? Wissenschaft! Spielen Sie keine Spielchen, Mann!"
"Antworten Sie," orderte nun Vandenberg seinerseits, leicht ermuntert von einem Stoß mit dem Disruptor des neben ihm stehenden Marine.
"Drei Baken sind modifiziert, ein energetisches Netzwerk zu schalten, das als Resonanzkammer wirken und das Omegamolekül zunächst in Stasis halten kann... wenn da denn überhaupt eines ist...."
"Ihre Meinung war nicht gefragt!" gab Richard zurück. Natürlich war es da. Und er würde alles in seiner Macht befindliche tun, das Portal samt seiner Energiequelle unschädlich zu machen. Und wenn sie ALLE dabei den Märtyrertod starben! "Taktik, was ist mit den Quantentorpedos?"
"Einsatzbereit, Sir!" schnarrte die dort Dienst tuende junge Frau. Vandenberg machte sich eine mentale Notiz, sie auf ihre Loyalität zu prüfen, falls alles vorbei war und er wieder die Kontrolle hatte - woran er keinen Moment zweifelte.
Aus dem Transporterraum kam die Meldung, das der Transfertunnel stand. Nur eine Sekunde später erfassten die Sensoren gravimetrische Störungen und mehr. "Die Messwerte sind jenseits der Skalen!" Das Portal war offen.
"Scannen Sie nach dem Omegamolekül!" Richard war aufgestanden und bohrte den Blick in das noch immer unscheinbare Bild der Planetenoberfläche auf dem Schirm. Dort war sie, die andere Welt, der Antichrist, die Vernichtung! Unsichtbar.... und umso bedrohlicher!
"Da ist es! Marker schlagen an für das Omegamolekül!"
"Sir!" schrie in diesem Moment die Taktik. "Ich habe ein Shuttle in der Peilung!"
"Ein SHUTTLE?!" rief Vandenberg gewohnheitsgemäß.
"Eins von unseren, Sir!" antwortete die Taktik ebenso gewohnheitsgemäß. "Wenn sie den Kurs beibehalten, kreuzen sie den Transferstrahl und die Detonationsbahn der Quantentorpedos!"
"Besatzung?"
"Ein menschliches Lebenszeichen, zwei Vulkanier, ein Karyaner. Abschussbefehl?!"
"NEGATIV! Die Interferenz mit dem Transfertunnel ist nicht abzuschätzen!"
--
(So, das reicht jetzt aber.
Bitte lasst das Shuttle mit seinen Insassen entkommen)
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