Jan-Sat-2019, 08:36 PM
========== Bei den Schwimmhaut-Losen ==========
Die vermummte Gestalt zog Howy ins Dunkel. Er konnte die Hand vor Augen nicht sehen, aber sein Führer leitete ihn sicher durch das Gewirr und um Hindernisse herum.
Als Howy seine Lampe anmachen wollte, erschrak sein Kontakt und verbot es ihm. Warum, erklärte er nicht.
Nach einer Weile, die er nicht wirklich abschätzen konnte, sah man ein paar schummerige Lichter, die eher uralten Tranfunzeln glichen, aber durchaus elektrisch waren.
Sein Führer brachte ihn zu einer Gruppe von Personen, die um die Lichtquelle herum saßen.
Diese zeigten kein Erstaunen, sondern machten eher einen glücklichen Eindruck, daß er gekommen war.
Eine Frau erhob sich.
„Setz dich zu uns! Es ist gut, daß du gekommen bist, denn wir setzen große Hoffnung in dich und deinen Partner. Ich hatte gestern versucht, mit deinem Captain Kontakt zu machen.
Wir hoffen sehr, daß eure Gegenwart unsere Situation zum Besseren verändern wird, denn, obwohl unser Volk die Raumfahrt beherrscht und wir sogar eine Art Sternenreich besitzen, das aus 8 Systemen besteht, hatten wir noch nie Kontakt mit einer anderen Zivilisation.
Unsere Regierung tut Alles, um solche Kontakte zu verhindern.“
„Warum das denn? Bei uns in der Föderation sind wir der Überzeugung, daß das Beste an der stellaren Raumfahrt der Kontakt mit anderen Zivilisationen ist, weil wir von denen ungeheuer viel lernen können.
Das geschah zum Beispiel gleich zu Beginn unserer Raumfahrtgeschichte, als ein vulcanisches Raumschiff unseren ersten WARP-Flug beobachtete.
Heute ist ein Mann dieses Volkes der Kapitän unseres Raumschiffes.
Und obwohl wir nur 56 Besatzungsmitglieder an Bord haben, gibt es 11 verschiedene Spezies darunter. Und das ist für uns Alle sehr gut und für den Erfolg unserer Expedition erst recht.
Und unser Schiff selber basiert auf den erfolgreichsten Baugruppen terranischer aber auch romulanischer Technik.“
„Das ist bewundernswert, und wir hier würden uns eben dieses auch wünschen, aber die Ashani haben sich in eine Isolation getrieben, aus der es derzeit kaum einen Ausweg gibt.
Und jetzt seid ihr hier gelandet und habt dieses Weltbild schon nur durch eure kurze Anwesenheit erschüttert.
Unsere Regierung hat jetzt das riesige Problem, zu erklären, was es bedeutet, mit euch Kontakt zu haben.
Technisch sind wir euch möglicherweise in einigen Aspekten voraus, aber zivilisatorisch liegen wir weit zurück, wenn ich mir das Wenige betrachte, was wir über euch inzwischen kennen.
Und genau da hoffen wir, daß es durch diesen Kontakt eben auf diesem Sektor entscheidende Fortschritte geben könnte und auch wird.“
Sie boten Howy etwas zu trinken an, was eindeutig alkoholisch war und höllisch brannte. Er hustete ein wenig.
„Unser eigenes Nationalgetränkt. Oder besser: Das der Leute, die so sind wie wir.“
„Ihr seid keine Wasserwesen, wie mein Captain schon gestern bemerkt hat. Euch fehlen die Schwimmhäute zwischen den Fingern.“
„Das hat er richtig bemerkt, und das ist auch unser Problem.
Im Verhältnis zu den Ashani waren wir immer eine sehr kleine Minderheit. Vor tausenden von Jahren haben unsere Vorfahren das Wasser- mit dem Landleben vertauscht, und die Evolution hat uns dann eben für diese Umgebung ausgestattet.
Wir sind deswegen auch nicht abhängig von Nahrungsmitteln aus dem Wasser, sondern haben angefangen, das Land zu bebauen und uns an diese Nahrungsmittel gewöhnt.
Und genau da liegt jetzt auch das Problem: Die Ashani haben uns seit tausenden von Jahren als Außenseiter betrachtet, die ihre Ruhe und das Gleichgewicht der Natur stören!“
Howy machte ein ernstes Gesicht: „Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Auch auf unserem Planeten hatten wir solche Probleme. Man grenzte Minderheiten aus, nur weil man glaubte, sie hätten Eigenschaften und Sitten, die nicht ins Bild der Regierungen paßten.
Gott sei Dank haben wir diese inzwischen überwunden.“
„Genauso argumentieren die Regierenden unter den Ashani auch. Wir haben zum Beispiel keinen Laichzyklus mehr, sondern gebären unsere Jungen lebend in Bauchtaschen, die aber immer noch voll Wasser sind bis die Kleinen schlüpfen.“
„Aber wo ist dann das Problem? Die Ashani sollten doch froh sein, wenn durch euch auch die Kontinente besiedelt und bebaut werden?“
„Sollte man denken, aber statt dessen wurden wir in Ghettos wie diesem hier gesperrt und durften uns nicht in der Öffentlichkeit zeigen, um sie nicht ständig an unsere Existenz zu erinnern.
Vor etlichen Jahrhunderten waren wir noch viel mehr, aber als die stellare Raumfahrt erfunden wurde, kamen die Politiker sofort auf die Idee, uns wegzubringen auf einen anderen Planeten, um uns aus dem Blick zu bekommen.“
„Seid ihr die Dallharan?“
„Jein! Ja und Nein. Als Dallharan bezeichnen sie die Expatriierten, die aber natürlich unsere direkten Vorfahren waren und immer noch sind.
Das ist eigentlich ein Schimpfwort und bedeutet: ‚Die mit Zauberkräften arbeitenden‘. Eigentlich nennen wir uns selber die Zumi, was in eurer Sprache soviel wie ‚Menschen‘ heißen würde. Oder: ‚Die auf dem Land Lebenden‘.“
„Warum nennen sie euch ‚Zauberer‘? Hat das etwas mit Feuer zu tun?“
„Woher weißt du davon, Fremder?“
„Nennt mich Howy! Einer der Ashani hat mich auf einen Ausflug in deren Unterwasserstadt genommen. Dabei zeigte er mir voller Stolz eine Ruinenstadt, die mehr als 2000 Jahre alt sein sollte.
Dabei fand ich durch Zufall einen flachen Stein, auf dem eine Person abgebildet war, die offensichtlich einen Flammenkranz um den Kopf trug.“
„Hast du deinen Fund denen gezeigt?“
„Nein. Es war mir klar, daß die das nicht gerne sehen würden. Deshalb habe ich ihn in die Tasche gesteckt und nur meinem Captain gezeigt, den das sehr interessierte.“
„Ja, dieses ‚Feuer‘ war der Grund, warum man uns so nannte.
Wir hatten einige ‚Magier‘ unter uns, die die Kaste der Priester bildeten.
Diese verfügten über Fähigkeiten, den Gläubigen Visionen zu geben, mit denen sie uns religiös einstimmen wollten.
Sie konnten aber auch welche produzieren, die sich anfühlten, als würde der Kopf brennen. Daher dieses Bild mit den Flammen.
Dieses wurde aber nur zum absoluten Selbstschutz angewendet, da wir den Besitz jeglicher Waffen ablehnten.
Außerdem war es, von der schmerzhaften Illusion abgesehen, ohne jede negativen Folgen für den Betroffenen.
Aber es erwies sich als wirksamer Schutz und hat uns über tausende von Jahren geholfen, unsere eigene Kultur zu entwickeln und zu fördern, bis eben die Ashani die Raumfahrt erfanden.“
„Könnte ihr das heute noch?“
„Nein. Wir haben hier keine weisen Leute mehr. Als man auf die Idee kam, unser Volk wegzuschaffen, hat man systematisch Jagd auf sie gemacht und wirklich Niemanden von ihnen vergessen.
Wir versuchen uns heute ohne diese Riten zu behelfen, aber jetzt hoffen wir, daß eure Ankunft unsere Regierung endlich dazu bewegen wird, wieder einen Kontakt und eine Zusammenarbeit mit unseren Verwandten herzustellen und endlich ‚normale‘ Verhältnisse zu schaffen.
Schließlich sind wir auch die Bewohner dieses Planeten. Eigentlich sind wir sogar die gleichen, nur daß wir auf’s Land gegangen sind und gelernt haben, dort zu leben.“
„Ich würde mich freuen, wenn wir euch helfen könnten.
Unser Schiff, die Picard, ist im Singam-Nebel, um dort die Situation zu erforschen. Und sie ist seit einigen Stunden verschollen. Oder besser: Sie antwortet nicht.“
„Der Singam-Nebel ist der Ort, wohin man unsere Leute gebracht hat. Man hat sie dort ausgesetzt ohne jede Hilfsmittel. Nur mit dem wirklich Notwendigsten. Wahrscheinlich hatte man gehofft, daß sich das Problem von selber lösen würde, aber wir sind, obwohl wir nie wieder etwas von ihnen hörten, davon überzeugt, daß sie überlebt und sich wieder organisiert haben.
Wir wünschen uns seit Jahrzehnten, daß man uns erlaubt, sich wieder mit ihnen zu treffen.
Wir sind eine von Grund auf friedliche Zivilisation, die niemals zur Waffengewalt greifen würde.
Aber warum lassen sie uns nicht?
Weil sie Angst davor haben, zugeben zu müssen, daß auch wir intelligent sind. Oder daß auch wir etwas zur Entwicklung dieses Planeten beitragen können.
Nach deren Vorstellungen stören wir die Harmonie, die überhaupt das Argument ist, mit denen sie eigentlich jede Entwicklung, die nicht in ihr Gedankenschema paßt, sofort abblocken.
Wie euren Durchflug. Was soll uns oder diesen Planeten daran stören, wenn ein kleines Raumschiff durch unser System fliegt. Zumal ihr ganz offenbar auch kein Kriegsschiff seid.“
„Nein, die Picard hat einige Waffensysteme, die aber nur zur Selbstverteidigung gedacht sind. Zum Beispiel gegen Piraten.“
„Du sagtest, euer Schiff sei verschollen und antwortet nicht mehr?“
„Das stimmt. Könnte es sein, daß die Regierung das absichtlich macht, um uns wegen euren Verwandten keinen Kontakt zu ermöglichen?“
Die Frau nickte: „Das könnte so sein, aber ich könnte mir eher vorstellen, daß die Weisen dort eure Kommunikation lahmgelegt haben, und euch möglicherweise mit ihren Visionen angreifen, weil sie denken, daß ihr feindlich gesonnen seid.
Sie wollen euch vielleicht abschrecken, auf ihrem Planeten zu landen, weil sie befürchten, daß ihr von den Ashani kommt und Übles im Schilde führt.“
„Ich würde euch ja gerne helfen, aber was und wie könnten wir das tun?“
„Es wäre vielleicht besser, wenn ihr zuerst wieder zurück auf die Picard gehen würdet und der Besatzung die Problematik erklären könntet.
Vielleicht könnt wir dann einen friedlichen Weg zur Lösung finden, der dann auch den Ashani vermittelt werden könnte.“
„Ich könnte mit unserem Shuttle hinfliegen und denen berichten?“
„Das wäre gut.
Vielleicht würde das endlich nach so vielen Jahren bewirken, daß man uns überhaupt erst einmal wahrnimmt und uns akzeptiert als gleichberechtigten und nützlichen Teil der Bevölkerung dieses Planeten.
Vielleicht seid ihr der Auslöser dieser Entwicklung. Wir haben unsere ganze Hoffnung in euch gesetzt, Howy.“
„Ich hätte nie gedacht, daß mal ein halber Planet seine Hoffnungen ausgerechnet in mich setzt.“
„Du bist stark und mutig, Howy. Sonst wärst du nicht zu uns gekommen.
Bitte berichte deinem Captain, was du von uns gehört hast. Wirst du das tun?“
„Natürlich.
Aber wenn ich oder zusammen mit meinem Captain zur Picard fliege, wäre es nicht besser, wenn Einer von euch mitkommen würde?
Zum Beispiel Sie?“
Die Anwesenden sahen einander an.
„Eine gute Idee. Nur wer sollte gehen?“
Alle blickten auf die Frau.
Ein sehr alter Mann erhob sich: „Ich, Garal, sage, daß Niemand besser geeignet ist, als Juva.“
Alle nickten.
Howy stand auf.
„Ich gehe jetzt und berichte Sokar, das heißt meinem Captain.
Der ist sehr klug und wird sicherlich eine Lösung finden.
Die vermummte Gestalt zog Howy ins Dunkel. Er konnte die Hand vor Augen nicht sehen, aber sein Führer leitete ihn sicher durch das Gewirr und um Hindernisse herum.
Als Howy seine Lampe anmachen wollte, erschrak sein Kontakt und verbot es ihm. Warum, erklärte er nicht.
Nach einer Weile, die er nicht wirklich abschätzen konnte, sah man ein paar schummerige Lichter, die eher uralten Tranfunzeln glichen, aber durchaus elektrisch waren.
Sein Führer brachte ihn zu einer Gruppe von Personen, die um die Lichtquelle herum saßen.
Diese zeigten kein Erstaunen, sondern machten eher einen glücklichen Eindruck, daß er gekommen war.
Eine Frau erhob sich.
„Setz dich zu uns! Es ist gut, daß du gekommen bist, denn wir setzen große Hoffnung in dich und deinen Partner. Ich hatte gestern versucht, mit deinem Captain Kontakt zu machen.
Wir hoffen sehr, daß eure Gegenwart unsere Situation zum Besseren verändern wird, denn, obwohl unser Volk die Raumfahrt beherrscht und wir sogar eine Art Sternenreich besitzen, das aus 8 Systemen besteht, hatten wir noch nie Kontakt mit einer anderen Zivilisation.
Unsere Regierung tut Alles, um solche Kontakte zu verhindern.“
„Warum das denn? Bei uns in der Föderation sind wir der Überzeugung, daß das Beste an der stellaren Raumfahrt der Kontakt mit anderen Zivilisationen ist, weil wir von denen ungeheuer viel lernen können.
Das geschah zum Beispiel gleich zu Beginn unserer Raumfahrtgeschichte, als ein vulcanisches Raumschiff unseren ersten WARP-Flug beobachtete.
Heute ist ein Mann dieses Volkes der Kapitän unseres Raumschiffes.
Und obwohl wir nur 56 Besatzungsmitglieder an Bord haben, gibt es 11 verschiedene Spezies darunter. Und das ist für uns Alle sehr gut und für den Erfolg unserer Expedition erst recht.
Und unser Schiff selber basiert auf den erfolgreichsten Baugruppen terranischer aber auch romulanischer Technik.“
„Das ist bewundernswert, und wir hier würden uns eben dieses auch wünschen, aber die Ashani haben sich in eine Isolation getrieben, aus der es derzeit kaum einen Ausweg gibt.
Und jetzt seid ihr hier gelandet und habt dieses Weltbild schon nur durch eure kurze Anwesenheit erschüttert.
Unsere Regierung hat jetzt das riesige Problem, zu erklären, was es bedeutet, mit euch Kontakt zu haben.
Technisch sind wir euch möglicherweise in einigen Aspekten voraus, aber zivilisatorisch liegen wir weit zurück, wenn ich mir das Wenige betrachte, was wir über euch inzwischen kennen.
Und genau da hoffen wir, daß es durch diesen Kontakt eben auf diesem Sektor entscheidende Fortschritte geben könnte und auch wird.“
Sie boten Howy etwas zu trinken an, was eindeutig alkoholisch war und höllisch brannte. Er hustete ein wenig.
„Unser eigenes Nationalgetränkt. Oder besser: Das der Leute, die so sind wie wir.“
„Ihr seid keine Wasserwesen, wie mein Captain schon gestern bemerkt hat. Euch fehlen die Schwimmhäute zwischen den Fingern.“
„Das hat er richtig bemerkt, und das ist auch unser Problem.
Im Verhältnis zu den Ashani waren wir immer eine sehr kleine Minderheit. Vor tausenden von Jahren haben unsere Vorfahren das Wasser- mit dem Landleben vertauscht, und die Evolution hat uns dann eben für diese Umgebung ausgestattet.
Wir sind deswegen auch nicht abhängig von Nahrungsmitteln aus dem Wasser, sondern haben angefangen, das Land zu bebauen und uns an diese Nahrungsmittel gewöhnt.
Und genau da liegt jetzt auch das Problem: Die Ashani haben uns seit tausenden von Jahren als Außenseiter betrachtet, die ihre Ruhe und das Gleichgewicht der Natur stören!“
Howy machte ein ernstes Gesicht: „Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Auch auf unserem Planeten hatten wir solche Probleme. Man grenzte Minderheiten aus, nur weil man glaubte, sie hätten Eigenschaften und Sitten, die nicht ins Bild der Regierungen paßten.
Gott sei Dank haben wir diese inzwischen überwunden.“
„Genauso argumentieren die Regierenden unter den Ashani auch. Wir haben zum Beispiel keinen Laichzyklus mehr, sondern gebären unsere Jungen lebend in Bauchtaschen, die aber immer noch voll Wasser sind bis die Kleinen schlüpfen.“
„Aber wo ist dann das Problem? Die Ashani sollten doch froh sein, wenn durch euch auch die Kontinente besiedelt und bebaut werden?“
„Sollte man denken, aber statt dessen wurden wir in Ghettos wie diesem hier gesperrt und durften uns nicht in der Öffentlichkeit zeigen, um sie nicht ständig an unsere Existenz zu erinnern.
Vor etlichen Jahrhunderten waren wir noch viel mehr, aber als die stellare Raumfahrt erfunden wurde, kamen die Politiker sofort auf die Idee, uns wegzubringen auf einen anderen Planeten, um uns aus dem Blick zu bekommen.“
„Seid ihr die Dallharan?“
„Jein! Ja und Nein. Als Dallharan bezeichnen sie die Expatriierten, die aber natürlich unsere direkten Vorfahren waren und immer noch sind.
Das ist eigentlich ein Schimpfwort und bedeutet: ‚Die mit Zauberkräften arbeitenden‘. Eigentlich nennen wir uns selber die Zumi, was in eurer Sprache soviel wie ‚Menschen‘ heißen würde. Oder: ‚Die auf dem Land Lebenden‘.“
„Warum nennen sie euch ‚Zauberer‘? Hat das etwas mit Feuer zu tun?“
„Woher weißt du davon, Fremder?“
„Nennt mich Howy! Einer der Ashani hat mich auf einen Ausflug in deren Unterwasserstadt genommen. Dabei zeigte er mir voller Stolz eine Ruinenstadt, die mehr als 2000 Jahre alt sein sollte.
Dabei fand ich durch Zufall einen flachen Stein, auf dem eine Person abgebildet war, die offensichtlich einen Flammenkranz um den Kopf trug.“
„Hast du deinen Fund denen gezeigt?“
„Nein. Es war mir klar, daß die das nicht gerne sehen würden. Deshalb habe ich ihn in die Tasche gesteckt und nur meinem Captain gezeigt, den das sehr interessierte.“
„Ja, dieses ‚Feuer‘ war der Grund, warum man uns so nannte.
Wir hatten einige ‚Magier‘ unter uns, die die Kaste der Priester bildeten.
Diese verfügten über Fähigkeiten, den Gläubigen Visionen zu geben, mit denen sie uns religiös einstimmen wollten.
Sie konnten aber auch welche produzieren, die sich anfühlten, als würde der Kopf brennen. Daher dieses Bild mit den Flammen.
Dieses wurde aber nur zum absoluten Selbstschutz angewendet, da wir den Besitz jeglicher Waffen ablehnten.
Außerdem war es, von der schmerzhaften Illusion abgesehen, ohne jede negativen Folgen für den Betroffenen.
Aber es erwies sich als wirksamer Schutz und hat uns über tausende von Jahren geholfen, unsere eigene Kultur zu entwickeln und zu fördern, bis eben die Ashani die Raumfahrt erfanden.“
„Könnte ihr das heute noch?“
„Nein. Wir haben hier keine weisen Leute mehr. Als man auf die Idee kam, unser Volk wegzuschaffen, hat man systematisch Jagd auf sie gemacht und wirklich Niemanden von ihnen vergessen.
Wir versuchen uns heute ohne diese Riten zu behelfen, aber jetzt hoffen wir, daß eure Ankunft unsere Regierung endlich dazu bewegen wird, wieder einen Kontakt und eine Zusammenarbeit mit unseren Verwandten herzustellen und endlich ‚normale‘ Verhältnisse zu schaffen.
Schließlich sind wir auch die Bewohner dieses Planeten. Eigentlich sind wir sogar die gleichen, nur daß wir auf’s Land gegangen sind und gelernt haben, dort zu leben.“
„Ich würde mich freuen, wenn wir euch helfen könnten.
Unser Schiff, die Picard, ist im Singam-Nebel, um dort die Situation zu erforschen. Und sie ist seit einigen Stunden verschollen. Oder besser: Sie antwortet nicht.“
„Der Singam-Nebel ist der Ort, wohin man unsere Leute gebracht hat. Man hat sie dort ausgesetzt ohne jede Hilfsmittel. Nur mit dem wirklich Notwendigsten. Wahrscheinlich hatte man gehofft, daß sich das Problem von selber lösen würde, aber wir sind, obwohl wir nie wieder etwas von ihnen hörten, davon überzeugt, daß sie überlebt und sich wieder organisiert haben.
Wir wünschen uns seit Jahrzehnten, daß man uns erlaubt, sich wieder mit ihnen zu treffen.
Wir sind eine von Grund auf friedliche Zivilisation, die niemals zur Waffengewalt greifen würde.
Aber warum lassen sie uns nicht?
Weil sie Angst davor haben, zugeben zu müssen, daß auch wir intelligent sind. Oder daß auch wir etwas zur Entwicklung dieses Planeten beitragen können.
Nach deren Vorstellungen stören wir die Harmonie, die überhaupt das Argument ist, mit denen sie eigentlich jede Entwicklung, die nicht in ihr Gedankenschema paßt, sofort abblocken.
Wie euren Durchflug. Was soll uns oder diesen Planeten daran stören, wenn ein kleines Raumschiff durch unser System fliegt. Zumal ihr ganz offenbar auch kein Kriegsschiff seid.“
„Nein, die Picard hat einige Waffensysteme, die aber nur zur Selbstverteidigung gedacht sind. Zum Beispiel gegen Piraten.“
„Du sagtest, euer Schiff sei verschollen und antwortet nicht mehr?“
„Das stimmt. Könnte es sein, daß die Regierung das absichtlich macht, um uns wegen euren Verwandten keinen Kontakt zu ermöglichen?“
Die Frau nickte: „Das könnte so sein, aber ich könnte mir eher vorstellen, daß die Weisen dort eure Kommunikation lahmgelegt haben, und euch möglicherweise mit ihren Visionen angreifen, weil sie denken, daß ihr feindlich gesonnen seid.
Sie wollen euch vielleicht abschrecken, auf ihrem Planeten zu landen, weil sie befürchten, daß ihr von den Ashani kommt und Übles im Schilde führt.“
„Ich würde euch ja gerne helfen, aber was und wie könnten wir das tun?“
„Es wäre vielleicht besser, wenn ihr zuerst wieder zurück auf die Picard gehen würdet und der Besatzung die Problematik erklären könntet.
Vielleicht könnt wir dann einen friedlichen Weg zur Lösung finden, der dann auch den Ashani vermittelt werden könnte.“
„Ich könnte mit unserem Shuttle hinfliegen und denen berichten?“
„Das wäre gut.
Vielleicht würde das endlich nach so vielen Jahren bewirken, daß man uns überhaupt erst einmal wahrnimmt und uns akzeptiert als gleichberechtigten und nützlichen Teil der Bevölkerung dieses Planeten.
Vielleicht seid ihr der Auslöser dieser Entwicklung. Wir haben unsere ganze Hoffnung in euch gesetzt, Howy.“
„Ich hätte nie gedacht, daß mal ein halber Planet seine Hoffnungen ausgerechnet in mich setzt.“
„Du bist stark und mutig, Howy. Sonst wärst du nicht zu uns gekommen.
Bitte berichte deinem Captain, was du von uns gehört hast. Wirst du das tun?“
„Natürlich.
Aber wenn ich oder zusammen mit meinem Captain zur Picard fliege, wäre es nicht besser, wenn Einer von euch mitkommen würde?
Zum Beispiel Sie?“
Die Anwesenden sahen einander an.
„Eine gute Idee. Nur wer sollte gehen?“
Alle blickten auf die Frau.
Ein sehr alter Mann erhob sich: „Ich, Garal, sage, daß Niemand besser geeignet ist, als Juva.“
Alle nickten.
Howy stand auf.
„Ich gehe jetzt und berichte Sokar, das heißt meinem Captain.
Der ist sehr klug und wird sicherlich eine Lösung finden.
