ISDA Log 46 Rewdak
#1
Kaum war Sokar wieder in der Lage ohne fremde Hilfe zu stehen wurden Rewdak, Sokar und die immer noch schluchzende Nalae von mehreren Sicherheitsoffizieren unter T’Celis‘ Leitung aus ihrer Zelle geschleift und auf ein Transporterpad verfrachtet. Auf dem Pad stand bereits ein junger Romulaner, welchen sie als den jungen OPS Offizier, welcher ihnen die Quartiersfreigabe gegeben und sie zu verdeckten Ermittlern ernannt hatte, erkannten. Beim Gedanken daran, dass sie ihm noch ein paar Berichte schuldig waren musste Rewdak kichern. Vielleicht würde etwas Humor ja die Situation etwas entschärfen. „Hey, Alter“ flüsterte er Sokar zu. „Zumindest schaffen wir es jetzt auf die Picard, oder?“
 
Die erwartete Reaktion von Sokar blieb aus, dieser war kurz bevor sie abgeführt worden dazu übergegangen durch Rewdak und Nalae hindurchzugucken als würden sie nicht existieren, was er etwas beunruhigend fand. Nalaes entsetzter Blick, untermalt von den aufgequollenen und blutunterlaufenen Augen ließ ihn jedoch etwas zurückschrecken.
 
„Nehmen sie die 4 jetzt in Empfang, mit besten grüßen an den Imperator“ säuselte T’Celis in das Com-Terminal kurz bevor sie persönlich den Transporter aktivierte.
 
Als sie auf dem anderen Schiff materialisierten hatte er nicht einmal mehr Galgenhumor übrig. Vor ihm und auch vor Haddus, der eigentlich vermeldet hatte, dass er die Picard unter seiner Kontrolle hat, stand ein großgewachsener, blonder Mann in schweren klerikalen Roben. „Willkommen“ sagte er mit einem breiten Grinsen. „auf der ISS Picard, dem Stolz der imperialen Flotte. Uns ist über euch schon so einiges zu Ohren gekommen, bitte, begleiten Sie unser Sicherheitspersonal zu Ihren Quartieren.“
 
Rewdak konnte sich nicht entscheiden was ihn an der Situation mehr anwiderte, dass Haddus versagt hatte, oder der triefende Sarkasmus des Inquisitors als er sie willkommen geheißen hatte. Mit „Quartieren“ meinte er natürlich die Verhörzelle, welche noch unbequemer und mit mehr Folterwerkzeug vollgestopft war, als die auf der Ganelax.
 
Ihm fiel auf, dass Nalae inzwischen angefangen hatte stark zu zittern, er wusste nicht wie viel von ihrem Verhalten auf die Situation und wie viel auf den Entzug zurückzuführen war aber es gefiel ihm gar nicht. Nach einem Schiffsarzt fragen kam allerdings ebenfalls nicht in Frage, wer weiß was für kranke Experimente diese am Ende an ihr durchführten, menschliche Ärzte waren immerhin weithin als grobschlächtige Barbaren bekannt. Sokar starrte weiterhin durch sie hindurch, der würde also auch keine Hilfe sein.
 
 
Kurz nachdem sie es sich in der Zelle so gemütlich eingerichtet hatten wie möglich betrat der Inquisitor, der sie in Empfang genommen hatte den Raum. Er blickte alle 4 abschätzig an, als er an der zitternden Nalae angelangt war, weiteten sich seine Augen und er fing erneut an so schief zu grinsen wie gerade eben im Transporterraum, wandte sich an Nalae und legte ihr seine Hand auf den Kopf. „Na, mein Kind, deine Seele scheint ja ganz schön aus dem Gleichgewicht zu sein, so wirst du uns aber keine große Hilfe sein, vielleicht ist ein Exorzismus ja genau das was du brauchst.“
 
Bei dem Wort „Exorzismus“ wurde Sujith, wie der junge OPS Offizier hieß, unruhig. Nachdem der Inquisitor, mit Hilfe einiger imperialer Marines, die schreiende und sich nach aller Kraft wehrende Nalae aus der Zelle befördert hatte und die Tür sich hinter ihm schloss, wandte er sich an Rewdak.
 
„Wie kannst du so ruhig bleiben nachdem deine Frau zu einem Exorzismus geschleift wurde, weißt du denn nicht was dabei passiert?“
 
„Ich wusste nicht einmal, dass die Kirche so etwas noch macht, nachdem festgestellt wurde, dass Dämonen und Geister durch Subraumanomalien ausgelöst werden und nichts mit den Seelen verstorbener zu tun haben wurde das Ganze doch abgeschafft, oder etwa nicht?“
 
„Das schon, aber ein Exorzismus der Inquisition heißt, dass er anfangen wird ihre Emotionen aufzusaugen bis nur noch eine leere, persönlichkeitslose Hülle übrig bleibt die er nach Gutdünken herumkommandieren kann, ihr mögt mich hereingelegt und damit meine Karriere bei der Galae besiegelt haben aber ich bleibe meinem Haus treu und diese Frau hat zu viel von unseren Geheimnissen mitbekommen. Wir müssen diesen Exorzismus aufhalten!“
 
Rewdak hatte genug gehört, den letzten Teil als Sujith wieder anfing von sich und seinem Haus zu reden hatte er gar nicht mehr mitbekommen, da er schon dabei war den Raum nach Fluchtmöglichkeiten abzusuchen, aber es sah so aus als müsste wieder einmal ein Ablenkungsmanöver herhalten.
 
Bei genauerem hinsehen konnte er feststellen, dass eines der Folterwerkzeuge nicht vollständig zurück in die Wand zurückgezogen war und ein scharfkantiges Stück Metall von der Öffnung abstand, in die das Instrument eingelassen war. „Hoffentlich ist der Wachtposten kein Teil der imperialen Elite, sonst wird das hier gleich gewaltig schiefgehen“ dachte Rewdak sich, als er Sujith am Nacken packte und auf das hervor ragende Metallstück zuschleuderte.
 
Als der junge Romulaner im Todeskampf zu Boden stürzte und durch die Öffnung in seiner Kehle nach Luft rang, sprang Rewdak zur Tür, hämmerte dagegen und rief panisch um Hilfe. „Der Alte dreht durch, der murkst uns ab, weil wir zu viel wissen! Haltet ihn auf!“ schrie er als er weiter auf die Tür einschlug, welche sich nach kurzer Zeit schon öffnete.
 
In den Raum stürmten zwei Sicherheitsoffiziere, die Phaser im Anschlag, einer richtete die Waffe direkt auf Sokar, welcher immer noch teilnahmslos vor sich hin starrte, während der andere den inzwischen verstorbenen Sujith näher betrachtete.
 
„Der hier hat’s hinter sich, nix zu machen“. Als der Offizier sich von der Leiche erhob und sich umdrehte blickte er direkt in die Mündung des Phasers, den Rewdak seinem, inzwischen toten, Kumpanen in Windeseile abgenommen hatte. Das letzte was er sah war Rewdaks schiefes Grinsen und ein roter Lichtblitz.
 
Der Raum musste sehr interessant für denjenigen wirken, der hinterher herausfinden sollte was hier geschehen ist, da lag ein Romulaner mit aufgeschnittener Kehle, ein Sicherheitsoffizier ohne Gesicht und ein nackter mit eingeschlagenem Kehlkopf mitten in einer grünen Blutlache. „kommste, Alter?“ fragte Rewdak in den Raum. „Wir haben sogar noch eine Zweite uniform für dich. Die sitzen zwar nicht gut aber sollten vorrübergehend ausreichen.“ Von Sokar kam keine Antwort. Rewdak resignierte. „Na gut, bleib halt hier sitzen und lass dich ausquetschen und hinterher den Rest deines Lebens in eine Schmerzkammer stecken, ich gehe mir jetzt ne Süße retten und hau hier ab, besauf mich und vergesse die ganze Scheiße hier. Toller Plan übrigens, hat bestens funktioniert.“
 
Mit den Worten verließ Rewdak die Zelle und wandte sich Richtung Turbolift. Dieser schmierige Inquisitor würde für jedes gekrümmte Haar auf Nalaes verrücktem Kopf bitter bezahlen.
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ISDA Log 46 Rewdak - von Rewdak Tr'Kovath - Sep-Wed-2018, 02:31 PM
RE: ISDA Log 46 Rewdak - von Nalae D'Varo - Sep-Wed-2018, 02:40 PM

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