ISDA Log 32 - Mahan
#1
10 Vorne

Mahan Tr'Kovath stand lässig an der Bar, seinen bionischen Arm mit einem Getränk in der Hand auf die Theke gestützt, den anderen hatte er in die Seite gestämmt.
Die Bordschöne neben ihm nahm gerade den zweiten Drink entgegen, den er ihr ausgab.
Er lächelte charmant während er etwas sagte - sie erwiderte mit einem verlegenen Kichern, das sie hinter vorgehaltener Hand verbarg.
Haddus beobachtete die Szene und schien dabei zu grübeln.
Dann peilte er mit strammem Gang seinen Kollegen an und riss ihn an der Schulter herum.

„Sagmal, hast du sie noch alle?!“, fauchte Mahan leise.

„Pass mal auf Kumpel, wir sitzen hier undercover auf einem Schiff des Imperiums rum, inmitten von misstrauischen Krähen, mit dieser spionierenden Fledermaus, die mir da am Arsch hängt! Was meinst du, was passiert, wenn jetzt die Überreste einer Lady aus einem Plasmaverteiler gekratzt werden! Das lässt du mal schön bleiben jetzt!“, zischte Haddus.

Mahan verdrehte die Augen.
„Das geht nicht gar nichts an, ich will endlich mal wieder ein bisschen Spaß haben! Meine Güte, in deinem Alter habe ich mich noch viel mehr amüsiert – ihr Menschen habt wirklich einen gewaltigen Stock in eurem Gesäß klemmen.“

„Das wird noch Ärger geben, das weiß ich. Da hab' ich so 'nen sechsten Sinn für“, entgegnete Haddus.
„Die wird eh nicht mit dir mitgehen, du miefst wie ein Paar Socken, das mein Ururururgroßvater einen Monat lang nonstop im U-Boot getragen hat.“

Mahan biss die Zähne zusammen.
Jetzt hätte er Haddus gerne einen eingeschenkt – und damit meinte er keinen Drink – jedoch würde dies nur zu unnötigen Auffälligkeiten führen.
Außerdem war es nun zielführend, sein Gentleman-Image bei seinem Date aufrecht zu erhalten.


Ein wenig später 

Gott sei Dank hatte der nervige Nörgler Haddus ihn endlich zufrieden gelassen.
Mahan war mit der Lady nun auf dem Weg zu ihrem Quartier – es war freilich keine hohe Kunst gewesen, von ihr das Angebot zu erhalten, sich noch auf ein „Glas Tee“ einladen zu lassen. 

Dort angekommen nahm er seinen Umhang und legte ihn ordentlich gefaltet auf einem Sofa ab, bevor er sich darauf niederließ und das Getränk seiner Gastgeberin entgegennahm.
Sie platzierte sich neben ihn und nippte an ihrem Glas.

„Nun, jetzt können wir uns ja ein wenig...persönlicher unterhalten“, sagte die blonde Terranerin und rückte an ihn heran.
„Ich rede doch eigentlich so gerne über Politik...gesellschaftliche Themen!
Dinge, die man normalerweise eher nicht bespricht, jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit.
Du bist so ein charmanter, intelligenter Mann – ich glaube, mit dir kann man sich ganz vorzüglich über die brisanteren Dinge unterhalten.“

„Ach jaaa? Ist das so?“, fragte Mahan und begann, ihre Frisur langsam zu zerlegen.

„Ja, ich meine zum Beispiel – der Prätor. Das romulanische Reich. Du bist doch bestimmt nicht so einer, der einfach blind jedem folgt...Du bist doch eher so ein – ein Freigeist!“

Mahan lachte.
„In der Tat.
Diese gesamte Regierung, ein abscheuliches Pack“, erklärte er, während er ihren Ausschnitt genauer inspizierte.
„Ich sage dir etwas, meine Liebe, es ist wirklich amüsant – diese ganzen Deppen hier sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Ich! Als treuer Gefolgsmann des Imperiums! Ha! Das ist ja ein Hohn. Du glaubst doch nicht etwa, dass ich hier bin, um die schwachsinnigen Machenschaften dieser niederen Emporkömmlinge als treuer Sklave zu unterstützen...
oh nein, meine Liebe, diese ganzen kleinen Kakerlaken werden alsbald nichtweiter sein als ein paar unschöne Flecken an der Wand.“

Selbstverständlich kann ich ihr alles erzählen, dachte er sich.
Ich meine – wenn diese Nacht vorbei ist, dann wird sie nichts weiter sein als ein paar atomare Partikel, vom Winde verweht.
Wo kein Zeuge, da kein Täter!

„Ich mache mich kurz im Bad frisch“, deklarierte sie mit einem verführerischen Lächeln und stand auf.


Es war verdammt eng und dunkel in diesem Schrank.
Richard kam sich reichlich dämlich vor, aber es würde ihm eine unglaubliche Genugtuung sein, diesen süffisanten Romulaner höchstpersönlich in Handschellen zu legen.
Doch der richtige Moment musste kommen.
Er war von Ekel erfüllt – dieser obszöne Romulaner erschien auf den ersten Blick charismatisch und gebildet, jedoch ging es auch ihm um nichts Geringeres als die Befriedigung seiner primitiven Triebe.
Rabenstein konnte die Verachtung nicht in Worte fassen, die er für Leute dieses Schlages empfand.
Ihr Geist war benebelt von schnödem Verlangen nach weltlichen Genüssen – wie immer erhielt er hier der Beweis, dass diese Frevelhaftigkeit der Grund für den Untergang humanoider Spezies sein würde.

Ein paar Beweise mehr, die gegen ihn verwendbar wären, täten dem keinen Abbruch, dachte Rabenstein.

Jedoch fand er sich alsbald in einer Situation wieder, der er Einhalt gebieten musste.
Während die Lady sich noch im Bad befand, begann das angepeilte Subjekt langsam damit, sich bis auf die Unterhose zu entkleiden.
Als er gerade auch noch diese entfernen wollte, schoss Rabenstein voller Entsetzen aus seinem engen Versteck.

„Widerlich! Questo non è accettabile! Lassen Sie sofort Ihre artifiziellen Griffel von Ihrer Unterwäsche, Sie primitiver Improbus!“

Er deutete dabei mit seinem Phaser auf die fragliche Region. 

Dann breitete sich ein süffisantes Grinsen auf seinem Gesicht aus.

„Ganz offenbar stecken Sie in der Klemme, mein lüsterner Freund“, sagte er nun mit eiserner Ruhe in der Stimme.
„Ich fürchte, ich habe äußerst belastende Beweise gegen Sie, welche eine Festnahme, ja gar eine Hinrichtung rechtfertigen könnten.“

Triumph und Spott mischten sich in der Stimme des Inquisitors.
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Nachrichten in diesem Thema
ISDA Log 32 - Mahan - von Nalae D'Varo - Sep-Tue-2018, 05:43 PM
RE: ISDA Log 32 - Mahan - von Hohardus Edzardus - Sep-Tue-2018, 08:42 PM
RE: ISDA Log 32 - Mahan - von Nalae D'Varo - Sep-Tue-2018, 08:45 PM

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