Rasende Riesen - Log 3 Sareth
#1
*** USS Picard B / Quartier Admiral T’Khellians***

Ich hatte eine Verbindung zu General Van Sorel im Prokyon-Sektor hergestellt.
….“wie ich sehe, lebt es sich gut als General,“ scherzte ich – denn hinter ihm war das deutliche Ambiente eines Standardzeltes der MACO-Bodentruppen zu sehen.

Er grinste. „Ich bin drei Jahre vor der Pension, und ich wollte mir noch mal was gönnen! Ist auch gar nicht so übel hier. First Level-Testareal, das bedeutet, dass wir all die feinen neuen Sachen bekommen, die in der Technikabteilung des Oberkommandos so ausgeheckt werden. Aber da alles Top-Secret ist, muss man für die Bewegung jedes Staubkorns auf dem Schreibtisch drei Anträge stellen, mit den entsprechenden Authentifizierungprozeduren… Naja, Sie wissen, nichts hasse ich mehr als die Bürokratie. Da wünsche ich mich manchmal auf den Posten auf Unity One zurück.“

„Obwohl die Phyleilani einen mit ihrer Akribie auch ganz schön beschäftigen können…“

„Und ob. Aber Sie haben mich sicher nicht angerufen, um über die gute alte Zeit zu plaudern. Wie ich Sie kenne, steht wieder mal das Schicksal des Universums auf dem Spiel?!“

„Nun, ganz so schlimm ist es nicht, hoffe ich wenigstens.“ Ich berichtete von den Geschehnissen.

Van Sorel zog eine Grimasse. „Ah… ein Wildunfall sozusagen, bei zu schnellem Fahren.“ Ich schaute wohl verdutzt, denn er winkte ab und fuhr fort: „Das Problem ist momentan, dass ich hier ein Manöver habe, und jeder Dockingplatz besetzt ist. Morgen kommen noch Vertreter von der Dritten Flotte, es stapelt sich. Ich würde gern helfen, habe aber frühestens in vier Tagen Kapazitäten auf der Prokyonstation.“

„Wir können ohnehin nicht so schnell fliegen, wir mussten den Kollektor sicherheitshalber offline nehmen. Laut CEO ist nur eine Maximalbeschleunigung von Warp 5 möglich.“

Er warf einen Blick auf die Koordinaten, die meine Transmission mitgesendet hatte. „Also in etwa drei Tagen. Ich sehe, was ich tun kann,“ versprach er. „Vielleicht hilft es, wenn ich Namen wie T’Khellian und LaSalle fallen lasse…“ Er grinste wieder und nahm einen Schluck aus seinem antik wirkenden Blechbecher. Die Grundausrüstung für Truppen im Feld hatte sich wohl seit Jahrhunderten nicht wirklich geändert.


*** Briefingroom ***

Wissenschaftsoffizierin T’Kalahn wies auf die Holomatrix in der Mitte des Tisches, in der eine atomare Struktur langsam rotierte. „Das ist die Konfiguration unserer Außenhülle,“ erläuterte sie. Dann aktivierte sie einen tragbaren Emitter, stellte ihn daneben. Auch er zeigte eine komplexe atomare Struktur, die sich auf den ersten Blick nicht von jener in der Mitte des Tisches unterschied. Zwei rot markierte Bereiche zeigten aber auch dem unerfahrenen Betrachter an, dass hier etwas nicht war, wie es sein sollte.

„Und DAS ist die Struktur, die sich in unmittelbarer Nähe des abgeschirmten Bussardkollektors befindet. Was auch immer da mit uns kollidiert ist, es hat die Struktur unserer Außenhülle auf atomarer Ebene signifikant verändert.“

„Und das ist nicht alles,“ schloss CEO Northal, ein bulliger, eigentlich etwas zu wohlbeleibter, Mensch an. „Die Struktur verändert sich weiterhin. Es ist wie eine Art Säure… schlechter Vergleich, aber so ähnlich auf submolekularem Niveau.“

„Ich vermute, dass es an der unterschiedlichen Phasenmodulation liegt. Das unbekannte Objekt, das sich ja offensichtlich in einer extrem tiefen Subraumschicht befand, muss eine abweichende Phasenmodulation gehabt haben, schon um sich dort gegenläufig zu unserem Transwarpkanal bewegen zu können.“

Captain Sokar nickte. „Eine faszinierende Hypothese… Und wie rasch schreitet diese beobachtete Veränderung fort?“

„Das ist schwer zu prognostizieren. Wir haben noch nicht genug Daten.“

„Und ich würde auch von einer längeren Beobachtung abraten,“ fuhr Northal fort. „Offensichtlich ist unser Isolierfeld nicht in der Lage, diese fremde Materie ausreichend abzuschirmen. Das gefährdet die Integrität der Hülle. Dieses Etwas sollte dort weg, so rasch es geht.“

„Nun.“ XO Quimby räusperte sich. „Das ist ja der springende Punkt, das wir da nicht rankommen, ohne eine Werft.“

„Können die Transportersensoren die Materie nicht punktuell erfassen?“ fragte ich.

„Im Prinzip ja,“ antwortete Northal. „Natürlich. Wenn es sich um Material aus unserem Normaluniversum handeln würde – kein Problem. Aber da wir eine abweichende Phasenmodulation vermuten, könnte ein Transportvorgang zur Zerstörung der Materie führen. Und auch zu einer unvorhersehbaren Kettenreaktion mit UNSERER Materie. Das ist zu riskant. Wir könnten die Parameter für den Transport erst während des Transportvorgangs bestimmen, und selbst der Bruchteil einer Nanosekunde könnte zu viel Abweichung sein.“

Die Ferenginavigatorin schob ihren wuchtigen Kopf nach vorn. „Es sei denn…es sei denn…“ dachte sie laut, „wir schleusen vorher eine Mikrodrohne mit Heisenbergkompensator ein, die die Veränderungen direkt an den Transporter leitet.“

„Interessante Idee,“ meinte Sokar. „Das könnte in der Tat möglich sein.“ Die Frage, wie sie darauf gekommen war, stand ihm trotz stoischer Miene ins Gesicht geschrieben.

Sie kam ihm zuvor, und ich hatte den Eindruck, dass ein klein wenig Stolz mitschwang, trotz allem: „Mit dem Trick hat mein Großcousin mütterlicherseits den Banktresor auf Ilfco geknackt.“

Diesmal zog Rufus LaSalle eine Braue hoch. „Ja, interessant, in der Tat.“
Es klang, als hätte er einen "Cold Case" im Kopf zu der Angelegenheit...

Der CEO hatte einige Daten in sein Padd getippt und sah nun wieder auf. „Wir müssten ein paar virtuelle Tests machen auf jeden Fall. Aber ich denke, ja, das wäre möglich.“
[Bild: Sareth-neu.jpg]
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Rasende Riesen - Log 3 Sareth - von Sareth - May-Mon-2025, 05:17 PM

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