Star Trek Strange New Worlds Staffel 2
#1
So, nachdem die DVD nun erschienen war, habe ich mir auch die zweite Staffel von STSNW (fast) zu Ende angeschaut. Daher ist es Zeit für einen Kommentar!

Ich meine immer noch, Strange New Worlds ist das Beste der neuen Star Trek Inkarnationen. Ich habe letztens - der Romulanerfolge wegen - die erste Folge der letzten Staffel Discovery gesehen... Also mal abgesehen von dem IDIOTISCHEN Plot (zwei Raumschiffe werden wie Schaufeln in die Oberfläche eines Planeten gerammt, um eine Lawine aufzuhalten) fühlte und hörte sich das Ganze eher wie Star Wars an, inklusive Wüstenstadt, erdigen "Orient"-Klamotten, Futur-Bikes, Westernschießerei.

Zurück zu STSNW! Ich schätze, das Problem ist einfach, dass es früher eben ca. 24 Folgen in einer Staffel von Star Trek gab, und da konnte schon mal die ein oder andere langweilige, Plothole-haltige, nervige drunter sein, das war zu verschmerzen. Jetzt aber gibt es nur 10 Folgen, so dass jede nicht so gute schwerer ins Gewicht fällt.
Was ich generell vermisse in der zweiten Staffel die STRANGE NEW WORLDS und unbekannten Zivilisationen...

In Enterprise zum Beispiel (mit Archer) hatten wir davon wirklich viel, spannende Aliens und Lebensformen, Sitten... Ich erinnere nur an die Folge mit den Xylieanern, andere Atmosphäre auf dem Schiff, wo Trip schwanger wird. Kann man doof finden, fand ich aber originell. Oder diese Lebensformen, die die Crew in Spinnengewebe wickeln zum Kommunizieren, die Xindi. Usw. Diplomatische Fauxpas bei fremden Kulturen, und natürlich Dr. Phlox. Also dort konnte man STRANGE NEW WORLDS sehen. Auch natürlich bei Voyager und TNG.

Bei STSNW habe ich in der zweiten Staffel das Gefühl, dass die "ungesehen Welten" sich eher auf die Genreverrenkungen wie die Musicalepisode beziehen. Vielleicht liegt es an dem Writers Strike, aber ich vermisse definitiv WELTRAUMABENTEUER, also Weltraumphänomene, neue Kulturen, Lebensformen - etwas in der Art. Die Folgen waren nicht unbedingt schlecht, die hatten auch Star Trek - Feeling, aber ich vermisse eben einfach diese spezielle Art Abenteuer.
Statt dessen:
1. Folge: war gut, besonders Spock beim Fraternisieren mit den Klingonen, aber Kriegs- Nachkriegsdrama.
2. Folge: Gerichtsdrama über Diversity und Akzeptanz (nicht sooo neu, hatten wir mit The Drumhead wegen des Viertelromulaners. Mit Data natürlich, bei Voyager mit dem Holodoc).
3. Folge: die Zeitreise mit Kirk und Laan - fand ich gut, ich liebe ja Zeitreisen und was wäre gewesen wenn...
4. Folge: war gut, interessant, FREMDE KULTUR, oha. Auch Ortegas auf der Enterprise - gut.
5. Folge: Spock verliert seine vulkanische DNA. Naja... nachdem wir in der ersten Staffel erste einen Spock-Körpertausch hatten und das Thema Spock-menschliche Seite eigentlich auch abgetreten ist, wars nicht so nötig. Die Witze, wie er auf Essen, Humor etc. reagiert auch nicht neu - Data mit dem Emotionschip, der Holodoc beim Körper"tausch" mit Seven of Nine.
6. Folge: war gut, über Halluzinationen kommunizierende Aliens, Uhura im Mittelpunkt.
7. Folge: Das Crossover mit Lower Decks.... Nunja. Es war hervorragend gemacht, angesichts der Prämisse. Es war auch witzig, die Heldenverehrung (geht aber auch schöner, bei DS9-Tribble Episode mit Jadzia). Die Frage ist, MUSSTE das sein? Diese überdrehten Comiccharaktere mit ihrer Slangsprache fühlten sich nicht wirklich richtig gut in "echt" an.
8. Folge: mit diesem klingonischen Kriegsverbrecher. Hm... sowas hatten wir schon besser in ähnlicher Form bei DS9 und Voyager, wo eine traumatisierte Person einen Kriegsverbrecher trifft, der geläutert ist, und/oder beide müssen irgendwie zusammenarbeiten. Also das war MASH in Space, und eine Menge PTSD. Muss ich jetzt nicht schon wieder haben, nachdem ja schon Folge 1 drauf einging. Überhaupt ist gefühlt JEDER an Bord irgendwie traumatisiert: Chapel und M'Benga durch den Krieg gegen die Klingonen, Laan durch den Kampf gegen die Gorn, Una durch die Diskriminierung, Uhura durch den Tod der Eltern, und Pike durch das Wissen um seine Zukunft sowieso. Es wäre schön gewesen, dass etwas zu beschränken, und auch mal normale Typen zu haben, die eben einfach (wie Ensign Kim) von der Akademie kommen und meinetwegen Angst haben (wie Hoshi), aber nicht gleich übelst traumatisiert und eigentlich deswegen dienstuntauglich sind.
9. Folge: ich glaub, die kann mir nicht antun
10. Folge: Gorn, schon wieder Horror und Krieg a la Alien.... schieb es vor mir her, ehrlich gesagt.

Im Endeffekt VIER von 10 Episoden, die "strange new worlds, new civilizations" zeigen und den Fokus drauf legen. Für meine Begriffe viel zu viel Gewalt. Ja, klar, der Krieg mit den Klingonen ist Star Trek Geschichte, aber genau wie bei Star Wars will ich eben in diesen beiden Genres nicht unbedingt gritty Kriegsdramen wie "Der Längste Tag" sehen. Ich kann es gar nicht richtig einkreisen, was mich stört, ich denke, das es wirklich dieses fehlende "Space Adventure" ist. Und diese traumatisierten Leute, die kurz vom Zusammenbrechen oder Explodieren sind. Pike als Captain ist irgendwie auch blass.... Irgendwie fehlt diese "Leadership" Komponente, die bei Kirk, Picard, Janeway und Sisko und Archer da waren.

Naja, genug gejammert! Als nächstes schaue ich Prodigy Staffel Zwei weiter, das sah ja vielversprechend aus.
[Bild: Sareth-neu.jpg]
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
Star Trek Strange New Worlds Staffel 2 - von Sareth - Aug-Fri-2024, 02:24 PM

Gehe zu: