MNK Log10 / LaSalle
#1
Erde / Berlin / HQ der DIA / LaSalles Büro

Müde? Abgespant? Trink heißen Raktajino, verbrenne Dir die Zunge und werde wach.
Nein, dieser Werbespruch eines Raktajino-Importeurs half LaSalle nachts um 3 Uhr auch nicht weiter. Immer wieder hatte er alle Fakten, denen man bisher habhaft werden konnte, gegeneinander abgeglichen, durchleuchtet und wieder verworfen. Nichts passte zusammen in diesem Fall. Handelte es sich hier wirklich nur um einen Scherz? Und wenn ja, warum machte sich jemand eine solche Mühe? Und warum ausgerechnet die Person Kirk? Und immer nur im Gebäude des Sternenflotten-HQs? Es gab nirgendwo Anhaltspunkte. Aber evtl. übersah man ja einen entscheidenden Punkt. Oder man musste das Pferd von hinten aufzäumen? Wo sollte man anfangen?
LaSalle wurde in seinen Gedanken durch das Summen des Holocoms unterbrochen. Auf dem Screen wurde jetzt das Gesicht von Leorin Sodran sichtbar. LaSalle war etwas überrascht.

LS: Miss Sodran, was kann ich für Sie tun?

Leorin grinste.

Le: Nun Sir, ich glaube, ich kann evtl. etwas für Sie tun.
LS: Ich höre?
Le: Mir ist die Sache mit Kirk nicht aus dem Kopf gegangen. Vor allem die Schilderung dieses Captains, dass er zuerst wie durch Wasser gegriffen hätte, bevor er Materie gefühlt hätte.
LS: Richtig. Captain Erskines genaue Aussage war: Zuerst hatte ich das Gefühl, dass meine Hand wie durch Wasser glitt, dann jedoch fühlte ich feste Materie.
Le: Und eben diese Aussage kam mir bekannt vor.
LS: Und?
Le: Dies ist das typische Verhalten eines tragbaren Holoemitters, wenn er das zu übetragende Signal nicht selbst generiert, sondern über einen Transceiver empfängt. Dabei kann es zu Verzögerungen kommen.
LS: Seit wann benutzt man Transceiver für Holo-Projektionen?

Leorin grinste böse.

Le: Wenn man im tragbaren Holoemitter nicht genügend Rechenpower unterbringen kann um die benötigte Qualität des Holobildes zu garantieren, dann nutzt man eine separate, externe Quelle und überträgt das Signal über einen oder mehrere Transceiver an den Holoemitter. Der letzte Transceiver darf aber nicht weiter als 100 Meter vom Holoemitter entfernt sein, sonst beginnt das Bild zu flackern.
LS: Mhmm und wie sähe ein solcher Transceiver aus?
Le: Oh da gibt es verschiedene Möglichkeiten. In der Regel sind diese Geräte etwa 50x50 cm groß und gitterförmig, damit sie besser gekühlt werden können.
LS: Gekühlt…gitterförmig…eventuell wie die Lüftungsgitter einer Klimaanlage?
Le: Ja, würde passen. Und hätte den Vorteil, gut gekühlt zu sein.
LS: Ich danke Ihnen Miss Sodran. Ich glaube, Sie haben mir weiter geholfen.
Le: Immer wieder gerne. Einen schönen Abend…äh Morgen noch.

Das Bild wurde dunkel. LaSalle grinste gehässig. Konnte es sein, dass wer immer dieses Spektakel veranstaltete, sich Zugriff auf das Lüftungssystem im HQ verschafft hatte? Dann würden auch die Sperren der Transportersysteme im HQ nichts nutzen. Nun das ließ sich ja herausfinden.
LaSalle blickte auf die Wanduhr. Nun evtl. hatte er ja Glück.

LS: Computer, eine Verbindung zum internen Gebäude-Wartungsdienst des HQs der Sternenflotte in San Franscisco.

Nach wenigen Sekunden erschien das Gesicht eines mürrisch drein schauenden Wartungstechnikers. Unter seinem Gesicht wurde der Name des Mannes eingeblendet: Wallter Koslowsky-Strobelmann, leitender Wartungstechniker.

WS:Hausmeischdarservice, was kann ich´n für Se tun?
LS: Guten Abend Mr. Koslowksky-Strobelmann.
WS:Strobelmann, nur Strobelmann, wenn ich bidde darf.
LS: Nun gut. Ich habe eine Frage.
WSUltragrinsann frachen se doch!
LS: Wurden in der letzten Zeit Wartungsarbeiten am Klimasystem des HQs durchgeführt?
WS:Es gab ein paar, jo. Awwer dann sachen Se auch bitte in welchem Bereich?
LS: Haupteingangsbereich, bis zu 1. Etage des Hauptgebäudes.
WS:Joaa, vor ca. 1 Monat. Da wurde die Klimaanlache gewartet.
LS: Und was wurde gewartet?
WS: Da Übliche. Filterwechsel, Gittertausch.
LS: Und gab es etwas Besonderes bei den Arbeiten?
WS:Lassen se mich überlegen…ja, wir hatten intern einen Personalengpass, also haben wir ein externes Unternehmen engagiert. Ein junger Mann namens Charles Pendleton Milverton.
LS: Und?
WS: Naja, die Arbeit war einwandfrei. Aber er hat ein Lüftungsgitter im Eingangsbereich ausjetauscht. Aber er hat nich erklärt, warum.
LS: Inwiefern wäre das wichtig?
WS:Er hatte angegeben, dass die Aufhängung des Gitters gebrochen sei.
LS: Und?
WSUltragrinsem war nicht so. Dumm ist nur, dass wir diesen Kerl nicht fragen können.
LS: Nicht?
WS:Er ist nicht erreichbar. Verschwunden. Reagiert seit 5 Tagen auf keine Anfrage.
LS: Haben Sie denn seine Adresse?
WS: Kann ich Ihnen weiter leiten. Aber warum fragen Sie nach ihm? Hat er was ausjefressen?
LS: Sagen wir, es gibt da sicherheitstechnische Fragen.
WS:Ok. Sie sind ohnehin nicht erste, der nach Milverton fragt.
LS: Interessant. Wer hat denn nach ihm gefragt?
WS: Das San Francisco Police Department.
LS: Nun gut. Ich danke Ihnen.
WS: Ja, wenns jefällt. Jute Nacht

Das Bild wurde wurde dunkel. LaSalle musste grinsen. Lag hier die Verbindung?
Die Daten über Milverton liefen ein.
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<Auszug aus dem Melderegister der Handelskammer von San Francisco>
Name: Charles Pendleton Milverton
Alter: 26 Jahre
Adresse: Appledore Towers, Appartment 36 b, North Plywood Road 244, Northern Borrough, San Francisco/ Erde
Ausbildung:
Absolvent Aerodynamik Sorbonne/ Paris
Absolvent Xenopolitik SFTU San Francisco
Master: Kommunikationstechnik SFTU San Francsico
Abgebrochen: Akademie der Sternenflotte
Derzeitige Beschäftigung: Inhaber Milverton Home Maintenance.

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LaSalles Gesicht zierte ein Totenkopflächeln. Hier ergab sich mehr als nur eine Spur. LaSalle sandte eine Nachricht an Sareth ab und kontaktierte dann eine ganz bestimmte Person.

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Ortswechsel:
Vor der Tür: Appledore Towers, North Plywood Road 244, Northern Borrough, San Francisco/ Erde

Zeit: 16 Stunden später

Sareth traute ihren Augen nicht. Vor einem knallrosanen Gleiter, welcher aussah, als ob man einem antiken Cadillac die Räder abmontiert hätte, stand ein etwas untersetzter Mann in einem grünen Trenchcoat , gelbem Hemd und einer spinatfarbenen Hose. Den Kopf des Mannes zierte ein riesiger Afro, dessen vordere Hälfte blau, die hintere Hälfte aber weiß gefärbt war. Am Kinn des Mannes klebte ein struppiger Ziegenbart. Und obwohl es dunkel und neblig war, trug der Mann eine Sonnenbrille.
LaSalle hatte Sareth den Mann als Lt. Mike Elias Stone vom SFPD vorgestellt. Und Stone hielt auch nicht hinterm Berg, als LaSalle ihn auffordernd anblickte.

MS: Nun Rufuslein. Hat mich schon gewundert, als Du mich kontaktiert hast. Ist ja ewig her. Aber wir beide scheinen hinter dem gleichen Kerl her zu sein. Milverton ist seit 4 Tagen als vermisst gemeldet.
LS:Können wir jetzt in seine Wohnung uns begeben?
MS: Immer eilig, was? Nun gut.

Da der Aufzug defekt war, mussten die 3 Besucher eine ausgetretene Trepe in den 3. Stock nehmen und standen einige Minuten später vor der Tür von Appartment 36b. Stone nahm seine Sonnenbrille ab und fischte aus seiner Manteltasche einen magnetischen Türöffner. Dann platzierte er das Gerät am Türrahmen und begann mit einer ruhigen, fast hypnotischen Stimme einen Sprechgesang.

MS: Lasst es einfach laufen. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Nur lauter fröhliche, kleine Fehler.

Sareth musste lächeln.

Sa: Wo haben Sie denn den kennen gelernt?

LaSalle schnaubte.

LS: War ein Klassenkamerad von mir in der Grundschule. Hatte damals schon diesen Bob Ross Gedächtnis-Haarschnitt.
Sa: Bob Ross?
LS: Ah private joke.
Sa: Sie kennen ihn also aus der Schulzeit. Daher auch das Rufuslein.
LS: Das ist .....eine lange Geschichte.

Stone war indessen erfolgreich gewesen. Mit einem scharfen Klacken sprang die Tür auf.

MS: Thereeeee. Herein spaziert.

Am Ende eines schummrig beleuchteten Korridors prangte ein riesiges Poster mit dem Gesicht von James T. Krik. Darunter stand zu lesen:

Join Star-Fleet.


Stone grinste und deutete mit einem Finger auf eine Wand des Korridors. Diese war förmlich mit Bildern Kirks gepflastert.

MS: Oh und da sind lauter Freunde des Posters.

LaSalle schnaubte erneut.

LS: Das sind wohl auch "hapy little accidents“?!

Je tiefer die 3 in das Apartment vor drangen, desto mehr hatte man den Eindruck, dass es sich hier um eine Sammlung von Kirk-Memorabilien, oder besser noch um ein veritables Kirk-Museum handelte.
Überall hingen, standen oder schwebten Statuen, Bücher, Poster und sonstige Informationen über Kirk herum. In einer Vitrine hing sogar ein seltenes Faksimile jener Huldigung Kirks, als dem größten Friedensbringer der Galaxis

MS: Ein Kirkiseum.
LS: Ja und das ist kein „hapy little accident“.

Sareths Blick streifte durch die Zimmer.

Sa: Abhandlungen über Temporalphysik, Kommunikationstechnik und Subraum-Technik.
MS: Ernsthaft übergebildet der Mann. Aber was hat der nur mit diesem Horatio Hornblower des Raumflugzeitalters?
Sa: Mhm..Milverton scheint auch ein glühender Verehrer der Sternenflotte zu sein. Ich sehe hier fast ausschließlich Informationen über die positiven Aspekte der Sternenflotte, Werbematerial und Infos über die Geschichte der Sternenflotte.
LS: Wenn Milverton so ein Genie ist und die Sternenflotte so liebt, warum hat er dann die Sternenflotten-Akademie abgebrochen?
MS: Gute Frage. Denn die Akademie haben schon wesentlich dümmere Personen geschafft, nicht wahr Rufuslein?
LS: Mhmmm

Sareths Blick blieb an einer gläsernen Planungstafel hängen. Dort standen zwei Datumseinträge.

Sa: Interessant. Das erste Datum deckt sich exakt mit jenem Tag, an dem ich Kirk gesehen hatte. Aber das zweite?
LS: Das was wir hier sehen, würde bedeuten, dass Milverton hinter der Geschichte mit Kirk stecken könnte.
Sa: Ja aber warum, wozu dieser gigantische Aufwand?
MS: Eventuell ist er ja von der Akademie geflogen und will sich an Euch Flyboys- and girls rächen?
Sa: Laut den Unterlagen der Akademie, hat er diese mitten im dritten Semester freiwillig verlassen.

LaSalles Blick fiel auf Padd, welches unter einem Stapel Poster hervor ragte.

LS: Mhmm, eventuell war Milverton doch nicht nur ein reiner Verehrer der Flotte. Schaut Euch das an.

LaSalle hob das aktivierte Pad hoch. Auf dem Display prangte deutlich der Titel eines Dokumentes:
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DIE OBERSTE DIREKTIVE GILT FÜR ALLE!
DIE STERNENFLOTTE MUSS UMKEHREN!

Implikationen und Wege zur Rückführung der Sternenflotte auf ihre eigentliche und einzige Aufgabe: Der Forschung.

Eine Streitschrift von Charles Pendleton Milverton
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LS: Interessanter Text.
Sa: Das zweite Datum. In 2 Tagen. Die Feier zur Indienststellung der neuen USS Enterprise. Enterprise=Kirk
LS: Und Kirk=Kirks Hologram
Sa: Exakt. Und Kirks Hologramm=Milverton.

LaSalle hüstelte.

LS: Um es mit einem antiken Text zu sagen: Ich habe ein verdammt mieses Gefühl bei der Sache.
[Bild: Signatur-Waltham.jpg]
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MNK Log10 / LaSalle - von Robert Vandenberg - Nov-Sat-2021, 11:06 PM
RE: MNK Log10 / LaSalle - von Sareth - Nov-Sun-2021, 12:57 PM
RE: MNK Log10 / LaSalle - von Robert Vandenberg - Nov-Sun-2021, 04:32 PM

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