Umbra et Malleus Log 31 - Richard
#1
NRPG: die Personen aus der anderen Realität sind kursiv gesetzt.

RPG:
*** Im Nexus ***

Richard starrte seinem Gegenüber - sich selbst - ins Gesicht. Er versuchte, den Anderen mental zu sondieren, konnte aber nur eine diffuse Wolke psychopathischen Chaos' erfassen. Die Situation war derlei Aktionen auch nicht sehr förderlich.

"Wurde auch Zeit," zischte Richard. "Ich dachte schon, ich habe den alten Schwachkopf Constantius umsonst ins Jenseits befördert! Seit fast zwei Jahren warten wir! Aber nun bist du hier ... und wir haben eine Brücke in euer Universum!"

"Das Imperium wird kurzen Prozess mit euch machen," erwiderte Richard mit soviel Contenance, wie er aufbringen konnte. "Wer auch immer ihr seit."

Richard lachte. "Das Imperium! Das Imperium wird vor den Wesen aus dem fluiden Raum (=Spezies 8472) genauso zusammen brechen wie ALLES ANDERE! Ihr seit Würmer, reif zum Zertreten! Und dann... kommen wir und sammeln die Reste auf!"

"Was quatschst du so lange?! Durchsuch' ihn nach seinem Transphasenstabilisator!"

Die Stimme kam ihm bekannt vor. Im nächsten Moment schälte sich eine dunkle Silhouette aus einem der gleißenden Lichttore, kondensierte zu einer spitzohrigen Frau in Lederkampfdress, an dem eine reichliche Menge Hieb- und Stichwaffen untergebracht war. Nalae!?

"Na, man begegnet sich ja nicht alle Tage selber!" antwortete Richard mit einem bösartigen Lächeln. "Und was für ein smarter Typ, fein frisiert und rasiert... nicht das kleinste Implantat...."

"Durchsuch' ihn und mach' ihn kalt!" fauchte Nalae. "Zwei von euch kann das Universum nicht verkraften!"

"Hm.... aber du kannst doch sonst nicht genug von mir kriegen, he?"

Der Inquisitor nutzte die kurze Ablenkung und ließ sich gegen den Arm des Anderen fallen, um ihm den Disruptor zu entwinden. Jener war bedeutend kräftiger als er selbst, wie er sofort feststellen musste. Der Versuch endete mit einem Faustschlag, der ihn gegen eines der absonderlichen pulsierenden Paneele schleuderte. In der nächsten Sekunde blitzte eine gezackte Klinge vor seinen Augen und Nalae flüsterte: "Her - mit - dem - Stabilisator!"

Eine Hand riss sie zurück, und Richard erkannte Frank Hammerton, gekleidet in einen abgerissenen Kampfdress, mit einer reichlich kruden Armprothese, in der allerdings eine Waffe montiert war, die jetzt auf Richard zielte. "Könnt ihr einmal euer Gehirn einschalten, ihr triebgesteuerten Irren?!"

"Halt's Maul! Ohne mich wärst du noch auf diesem Schlammklumpen von Terra!"

"Und du seit fünf Jahren exekutiert!"

"Fass' ihn an und ich schneide Gagh aus dir!" keuchte Nalae mit zornfunkelnden Augen und ging dazwischen.

Richard nutzte die Gunst des Augenblicks und brachte sich hastig wenigstens einige Meter außer Reichweite, zwischen die zahlreichen, sanft leuchtenden Tentakel der baumartigen Zentral'konsole'. Während er versuchte, sich irgendwie zu verbergen, merkte er, dass sein rechter Arm in das 'Gewebe' oder was immer es war, eindrang, als sei es lediglich Luft. Er verlor den Halt - und fand sich plötzlich einer anderen Szenerie gegenüber. Nein... nicht gegenüber... Er SAH sein anderes Ich nicht nur, er sah die Welt mit dessen Augen: er saß an einem Tisch, bei Kerzenschein, vor einem exquisiten Dinner und hielt die Hand einer Frau... einer Romulanerin?! Nein, Nalae war es definitiv nicht, Deo Gratias! Aber was bei der Heiligen Dreifaltigkeit war das Ganze für ein Teufelswerk???

Im nächsten Moment wurde er unsanft in die Realität zurück gerissen, als ihn eine Hand packte. Durch einen Teppich elektrischer Entladungen erkannte er kurz Hammerton, dann löste sich alles in einem grellen weißblauen Blitz auf.

....( hier sieht Hammerton ihn jetzt wieder aus dem Nexus auftauchen, wie im letzten Log beschrieben)....

*** Später ***

Richard rappelte sich hoch. Er fühlte sich noch immer etwas benommen und desorientiert, aber die eisige Kälte und der widerwärtige Regen ließen ihn rasch wieder zu sich kommen. Ein paar Meter weiter lag eine Gestalt ausgestreckt, Frank Hammerton, wie er gleich darauf feststellte. Er rüttelte ihn.
"Colonel?"

Der Militär wachte mit einem undeutlichen Fluch auf den Lippen auf, schnellte hoch und hatte Richard im selben Augenblick von den Beinen gerissen. "Den achten Artikel des Glaubensbekenntnisses!" stieß er auf Latein hervor und
fixierte den Inquisitor mit der Mündung seines Disruptors.

"Es gibt nur sieben."

"Gut. Sie scheinen der Echte zu sein..." Hammerton ließ die Waffe etwas sinken.

"Sie sind sich sicher?"

"Nach alldem bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich lebe oder tot bin. Apropos Tod: ziehen Sie sich was über, oder Sie holen sich denselbigen." Der Colonel stand auf und wandte sich in Richtung Zelt. "Wissen Sie, was hier passiert ist?" Er entdeckte den Leichnahm des anderen Frank Hammerton - oder zumindest, was nach dem auf Streufeuer gestellten Disruptor noch übrig war.

"Ich weiß, das wir es zerstören müssen. Oder doch wenigstens unzugänglich machen."

"Wir haben diese ganze Mühsal auf uns genommen, nur um etwas zu zerstören?!"

"Es ist ein ... nun... eine Art Nexus. Ein Gateway zum Multiversum. Welches Volk auch immer es erschaffen hat, ist uns um Millionen Jahre voraus, wenn es noch existiert."

"Ein Gateway zu unendlichen Ressourcen und unendlichen Möglichkeiten der Mission?"

"Vielleicht hat es Valentinian Constantius so gesehen. Vielleicht auch nicht. Vielleicht hatte er das Gefahrenpotential dieses Ortes erkannt und wollte, dass wir für seine Vernichtung sorgen."

"Wie sollen wir etwas vernichten, was nicht einmal in unserer Wirklichkeit existiert?"

Richard blieb stehen und ließ den Blick über die trostlose Umgebung wandern. "Ich weiß es nicht. Noch nicht. Ich kann Ihnen jedenfalls versichern, in einigen dieser Universen lauern höchst unangenehme Dinge, denen wir nicht gewachsen sind. Schon gar nicht im derzeitigen Zustand unserer Quadranten."

"Ich bin kein Fachmann... aber hieß es nicht immer in der offiziellen Theologie, von einem Multiversum zum anderen gäbe es keinen Übertritt?"

"Es kann offenbar so etwas wie eine Brücke geschaffen werden, wenn ein gleichzeitiger Zugriff erfolgt. Zumindest habe ich... hat mein anderes Ich... das gesagt. Und irgendwas von einem Transphasenstabilisator. - Lassen Sie uns zum Shuttle zurückkehren und Kontakt mit Vandenberg aufnehmen." Er schlug die Zeltplane zurück.
[Bild: Signatur-Rabenstein-neu.jpg]
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Umbra et Malleus Log 31 - Richard - von Richard von Rabenstein - Apr-Sun-2021, 08:24 PM

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