Umbra et Malleus Log 28 - Sokar / NPC
#1
NRPG: Ich habe versucht, unsere drei Handlungsstränge einmal in eine zeitliche Kontinuität zu bringen, musste daher meinen Plan leicht ändern. Ich dachte mir auch, Sokar als Ex-Terrorist und jetziger Syndikats-Topmann wird nicht einfach in einem Frachter reisen *fg*

RPG:

*** VOR Vandenbergs letztem Log / Auf Mallon IV ***

Bereits aus dem Orbit waren die Zerstörungen zu erfassen: der Angreifer hatte gezielt die Generatoren, Zuleitungen und die Sauerstoffreservoirs unter Beschuss genommen, sowie die Startbahn in ein Kraterfeld verwandelt. Hier waren Profis am Werk gewesen, das war unverkennbar. Was die Sensoren nicht erfasst hatten, waren Lebenszeichen, schon gar keine vulkanischen. Und auch keine vulkanischen DNA-Spuren...

Sokar war mit einem kleinen Kommando in die Struktur gebeamt, um sich selbst einen Eindruck von der Lage zu verschaffen. Über ineinander verkeilte, halb geschmolzene Metallstrukturen, Polymerplatten und Leichen hatten sie sich bis in die Leitzentrale einen Weg gebahnt. Mort Caldred zog das verbeulte, angesengte Schott mit kaum spürbarer Anstrengung weit genug auf, dass sie sich durch den Spalt ins Innere drücken konnten. Die Risse in der Duraniumkuppel hatten dafür gesorgt, dass eisige Luft der Umgebung eingedrungen war. Auf den leblosen Körpern, den Sesseln und Konsolen hatte sich bereits eine Schicht Reif gebildet.

Sokar brachte eine mobile Energiezelle auf der Konsole im Zentrum an und aktivierte sie. Mit etwas Glück bekam er Zugriff auf das Logbuch des Außenpostens und brachte so in Erfahrung, wer und wann ihn überfallen hatte. Der Bildschirm vor ihm sprang knisternd an. Zwar schien der Hauptspeicher beschädigt, denn ab und an löste sich das Bild in Pixel und der Ton in verzerrte Fragmente auf, aber immerhin, er bekam Zugriff! Der letzte Logbucheintrag war etwas über 34 Stunden alt. Der Kommandant des Außenpostens hatte offenbar noch versucht, einen Notruf abzusenden. + .... werden angegriffen! ... Unbekannt! Wiederhole ... An alle imperialen Einheiten! Hier ist Mollan IV....+

Wenn der Notruf durchgekommen ist, haben wir bald ein Recon-Team des TE am Hals! Sokar kontaktiere seinen OPS oben im Schiff: "Irgendwelche verdächtigen Energiesignaturen oder Schiffsbewegungen in der Nähe?"

+Nichts, Boss. Blos 'n paar olle Trümmer.+

"Holographische Tarnung ist stabil?"

+Klar, Boss. Wir sind ein oller Frachter, sonst nichts."

Auf dem Bildschirm entfaltete sich unterdessen das Drama des Untergangs. Zwischen hin- und her zischenden Disruptorstrahlen und Wolken kristallisierender Luft erkannte Sokar mehrere gepanzerte Männer, die auf die Führungscrew vordrangen, während der Kommandant eiligst versuchte, die Subroutinen zu sperren. Die Angreifer bewegten sich präzise. Ganz sicher war das kein rivalisierendes Grüppchen aus dem Syndikat. Das waren geschulte Militärs! Aber er konnte keinerlei Abzeichen an den Panzerungen und Helmen entdecken. Irgendein Warlord? Wer auch immer den Überfall geführt hatte - sie hatten offensichtlich eine Anzahl Gefangene gemacht, denn die Zahl der Toten war viel zu gering für einen solchen Außenposten. Und die würden sie vermutlich auf dem nächstbesten Sklavenmarkt anbieten!
Der letzte Logbucheintrag endete mit einem unspektakulären Zischen, als ein Waffenstrahl die Konsole traf. Sokar wandte sich zu seinem Team um und hob die Hand: "Sammeln zum Retransfer!"


*** Im Orbit / Sokars Schiff ***

Mit raschen Schritten brachte Sokar die wenigen Meter bis auf die Brücke hinter sich. Der OPS, ein Yridianer, hing im Captains Chair, die Beine auf der Konsole vor ihm, und setzte gerade einen Flachmann an die Lippen. Nichtsnutziges verdammtes Pack! dachte Sokar, schlug dem Mann die Pulle aus der Hand und riss ihn dann am Kragen aus dem Sitz. "Status!"

"Alter...! Ich hab' alles unter Kontrolle."

"Du hast nicht mal DICH unter Kontrolle, du Stück Dreck!" Sokar ließ sich auf seinen Platz fallen. "Auf deinen Posten! Und sag mir, ob es noch irgendwelche Restenergie-Signaturen oder Warpplasmarückstände im System gibt, denen wir uns auf die Spur heften können!"

Der Yridianer rappelte sich hoch und beugte sich über seine eigene Station, während sich die übrige Brückencrew verteilte. "Ja, da ist was, Boss. Ziemlich schwach allerdings... Ne Warpresonanzspur auf Vektor 76,8 x 244,7 x 93,1. Der Rechner wird 'ne Weile brauchen, wegen der Fragmentierung."

"Gib es mir trotzdem auf den Schirm. Extrapoliere die Hauptdaten! Nav? .... Rivkin?!" Die Navigatorin, eine Orionerin, schlenderte mit lasziver Langsamkeit an ihm vorbei als sei sie auf dem Laufsteg. "Rivkin, Kurs korrelieren mit den Daten der Resonanzspur, ständige Abgleichung. Verstanden??"

Sie öffnete den Mund zu einer Antwort, aber der Yridianer an der Ops kam ihr zuvor: "Habe eine Fluktuation im Transwarpbereich! Kommt näher!" rief er aufgeregt. "Scheisse, da hält was direkt auf uns zu!"

"Die Terraner?"

"Die Bastarde senden keine Kennung, Boss! - Jetzt sind sie auf Impuls! Ist ein kleines Schiff, so wie's aussieht, höchstens 'n Speeder."

"Wann sind sie in Waffenreichweite?"

"Knapp über einer Minute!"

"Feuerbereit machen und auf meinen Befehl warten. Bis dahin verhalten wir uns unauffällig."

"Ein Quantentorpedo, und die sind erledigt!" schrie der Yridianer, und Mort grinste lüstern bei der Vorstellung.

"NEIN, habe ich gesagt."

"Die ... rufen uns!"

Sokar bemerkte, wie Morts stachelbewehrte Schwanzspitze hin und herzuckte, und sein Lächeln jetzt die spitzen Fangzähne entblößte. Aber er hatte keine Zeit für Kampfspielchen! Jede Minute, die sie hier vergeudeten, gab dem Gegner mehr Zeit zu entkommen! Und mit ihm mein Sohn!

"Soll ich sie abschießen, Boss?"

In diesem Moment formte sich auf dem Hauptbildschirm das Gesicht eines Mannes mittleren Alters, mit bajoranischen Nasenfalten und Ohrring. + Imperialer Frachter, ergib dich! Wenn deine Crew meine Anweisungen befolgt, habt ihr nichts zu befürchten! +

Sokar glaubte nicht richtig zu sehen. "Schalte mich auf visuelle Verbindung!" rief er dann in Richtung der Kom-Station.

Einen Augenblick später war es an dem Bajoraner, ein ungläubiges Gesicht zu machen. + Sokar??? Das ist nicht etwa ein Trick der Pah-Geister? Wir dachten alle, du bist tot!+

"Ich war in einem Straflager, aber ein Angriff der Borg kam günstig genug, mir die Flucht zu ermöglichen. Und was machst du hier, Utal?"

+Ein wenig meine Hardware updaten. Der Rebellion geht's nicht sonderlich gut, falls das noch nicht zu dir gedrungen sein sollte.+

"Dafür haben wir keine Zeit. Jeden Augenblick kann das TE hier sein! Wieviele Leute hast du drüben?"

+Fünf.+

"Wir holen euch an Bord."

+Moment mal, weder ich noch meine Leute gehen irgendwohin.+

"Was soll das heißen?!"

Das Gesicht des Bajoraners näherte sich drohend und füllte fast den ganzen Bildschirm aus. +Du warst lange weg, Sokar. Es hat sich eine Menge getan. Du hast hier nichts mehr zu sagen.+

Sokars Augen verengten sich. Er gab dem OPS einen knappen Befehl, einen Quantentorpedo scharf zu machen.
"Du schließst dich mir an, oder du stirbst mit deinen Leuten. Ich kann mir nicht leisten, Zeugen zurück zu lassen."

+ Du bluffst.+

"Prüfe deine Sensoranzeigen, und du weißt, dass das nicht der Fall ist. Ein Tastendruck genügt und du und dein Schiff seit subatomare Partikel. Deine Zeit läuft ab!"

+ Du warst schon immer ein Irrer! +

"Boss, sie fahren die Waffensysteme hoch!"

Sokars rechte Hand senkte sich über die eigenen Waffenkontrollen, berührte sie fast - als die Sichtverbindung zum gegnerischen Schiff kurz zusammen brach, dafür aus den Lautsprechern untrügliche Kampfesgeräusche klangen. Dann flackerte der Bildschirm ins Leben zurück, und ein hagerer Terraner starrte Sokar an. +Wir kommen rüber.+

"Was ist mit Utaul?"

+Es gab einen kleinen Wechsel in der Kommandostruktur.+ Der Terraner fuhr kurz herum, einen Disruptor in der Hand. Im Hintergrund war ein klingonisches Gesicht zu sehen, aber es kam nicht näher.

"Gut, der war überfällig. Und du?"

+Ich hege kein Verlangen, auf das Eintreffen des TE zu warten, das reicht.+

Gut, wenigstens ein Mann, der die Zeichen der Zeit erkennt! Das Gesicht kam Sokar bekannt vor, aber im Moment konnte er dieser Intuition nicht nachgeben. "Macht euch bereit zum Transfer. - Mort, ab zum Transporterraum; sorge dafür, dass sie keinen Mist machen. Rivkin, wir gehen auf Warp,sobald alle an Bord sind!"

...

Als Robert Maximilian von Rabenstein im Transporterraum des "Frachters" materialisierte und sich einem halbnackten Karyaner gegenüber sah, in dessen über der Brust gekreuzten Lederbändern ein erkleckliches Arsenal von Messern steckte, fragte er sich, ob seine Entscheidung so intelligent gewesen war. Andererseits waren seine Optionen auch reichlich begrenzt gewesen. Einer terranischen Einheit die Hände zu fallen, hätte ein wirklich unangenehmes Ende für ihn bedeutet. Die Akte Sokars, eines der meistgesuchten Terroristen des Imperiums, kannte er aus seinem Dienst. Und WENN es jemanden gab, der ihn vor dem Exekutionskommando bewahren konnte, dann vermutlich dieser Mann! Immerhin schienen Utauls alte Gefolgsleute das genauso zu sehen - vorerst jedenfalls.


[Bild: Sokar-Spiegel.jpg]
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Umbra et Malleus Log 28 - Sokar / NPC - von Richard von Rabenstein - Mar-Mon-2021, 09:40 PM

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