Apr-Fri-2020, 03:52 PM
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Apr-Fri-2020, 08:07 PM von Robert Vandenberg.)
Hallo,
tja, da muss ich auch sagen, das war eine Enttäuschung. Unser "Hauptfelix" hat hierzu seinen Senf im Board eines befreundeten Mail-RPGs mal hinterlassen:
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Hallo zusammen,
tja, das war es dann wohl. Zumindest mit der ersten Staffel von Picard. Picard is death, für mich. Und damit auch diese Richtung von Star-Trek.
Warum? Nun da ließe sich einiges aufzählen:
1. Das Design
Wo Discovery sich wenigstens, wenn auch vergeblich, bemühte, so etwas wie einen Ansatz von Konsistenz im ST-Universum zu bewahren, so hat man Picard so gut wie alles über den Haufen geworfen: Die Interfaces sehen wie einem anderen Universum aus, von wenigstens evolutionärer Ähnlichkeit zu Okudagrammen keine Spur. OK das kann man mit techn. Fortschritt noch erklären, aber was wilde herumwischen in der Luft sah eher nach Minority-Report aus, als nach Star Trek. Und das Design einiger Schiffe schrie förmlich nach Wing Commander oder Freelancer. Oder hat man hier ein paar Anleihen an Star Citizen genommen? Von der Kleidung wollen wir nicht reden.
2. Wollen wir Star Trek, einen schlechter Western oder eine American Horror Story-Serie sein?
Ein Kollege von mir drückte seine Meinung zu Picard kürzlich wie folgt aus: „Sometimes, i like a good gore, but why do they bothering me with borg butchering?“ Das ist hier genau das Problem. Hier sollten, wie in Ansätzen bei Discovery auch, wohl alle erfolgversprechenden Genres zusammengemixt werden: Star Trek, ein wenig Splatter, hier und da eine Western-Setting mit Miami-Vice Geschmack und nicht zu vergessen, ein wenig Serenity-Optik. Und ach ja, Alien muss ja irgendwie auch dabei sein, Aber solche Mytheneintöpfe können andere besser und vor allem überzeugender. Siehe The Mandalorian. Merke: Wenn beim Eintopf die Zutaten nicht stimmen, dann schmeckt das Ganze auch nach 10 Stunden rühren nicht.
3. Cthulhu in Metall oder was soll das sein?
Eine ST-Serie benötigt immer einen potenten Gegner als Trigger. Seien es die Borg, oder das Dominion, alle diese Gegner waren plausibel und folgten einer gewissen Logik. Und selbst den Klingonen in ST Discovery nahm man, bis zu einem gewissen Grad, ihre Handlungen ab. OK der Gegner in der zweiten Staffel war doch arg an den Haaren herbei gezogen, aber immer noch in Universe. Aber bei Picard? Was soll denn der große böse, galaxienumfassende Nemesis in der 1. Staffel von Picard sein? Cthulhu in Metall? Da waren die Schatten aus Babylon 5 wesentlich imposanter. Wer sich das ausgedacht hat und für die visuelle Umsetzung gesorgt hat, der war zu lange auf einem Holodeck.
4. Charaktervorgaben, Continuity und Charakterwahrheiten
Bisher war die Stärke des ST-Universums immer, dass die Charaktere sich „in universe“ verhalten haben. Und zu Anfang war dies auch in Picard so. Doch was geschieht dann? Picard, der Mann, welcher immer eine treibende Kraft war, wird jetzt eher von der Handlung getrieben, als dass er sie voran treibt. Und Seven of Nine mutiert plötzlich zu einem Calamity Jane- Verschnitt? Pizzabäcker-Riker tritt wieder als Kommandant auf und äußert gegenüber einer Romulanerin, immerhin Angehörige jenes Volkes, welches die Föderation ein paar Jahre vorher retten wollte, die Meinung dass er ihr „mit Vergnügen in den Arsch treten wolle“. Das passt nicht zu Star-Trek. Wie auch die Romulaner m.E, viel zu triebgesteuert dargestellt wurden. Ganz zu schweigen von der Tatsache, einen romulanischen Maulwurf in der Führung der Sternenflotte zu haben. Und das seit Jahren. Wenn man sich vorstellt, was mit den Romulanern passiert ist, so hatten die wohl Besseres zu tun, als die Beziehungen zu einem Nachbarn zu gefährden, welcher nach der Katastrophe wohl eindeutig überlegen ist. Oder haben sie die Zerstörung ihres Heimatsystems etwa selbst geplant, um den Kampf gegen künstliche Lebensformen beginnen zu können? Romulanern kann man ja alles zu trauen. Und wo bitte kommen über 200 BoPs her, wenn man bedenkt, was mit den Romulanern passiert ist? Plothole oder wird das in der zweiten Staffel erklärt? Wer weiß?
Und sonst? Gut, es gab ein paar lustige Lichtblicke: Commander Rios und seine Holo-Inkarnationen, oder Raffi. Aber wenn man dann an Doktor Jurati oder an Asha denken, wird hier gleich in das typische Schema verfallen welches wird bei Discovery hatten: Ein eigentlich als Sympathieträger aufgebaute Person wird ganz überraschend zum Mörder (oder Meuterer oder zum „Zerstörer“, ganz wie es der Storybausatz gerade anbietet).Das ist nicht storyfördernd , sondern nur durchsichtig.
Fazit:
Es war ein Versuch, der zumindest ab der Mitte der ersten Staffel nicht mehr aufgegangen ist. Mal sehen ob es eine zweite Staffel geben wird und was darin erzählt wird. Solange halte ich mit, bezüglich ST, an die alten Filme und Serien. Und die Weiterentwicklung des ST-Universum läuft derzeit ohnehin über Fanprojekte oder kleine aber feine ST-RPGs wie Star Trek Allianz. Dort lebt ST weiter.
So, genug herum gemeckert. Ich schaue mir jetzt die Wiederholung von The Mandalorian an. Das ist der Weg für heute.
Gruß,
FelixUebel.
tja, da muss ich auch sagen, das war eine Enttäuschung. Unser "Hauptfelix" hat hierzu seinen Senf im Board eines befreundeten Mail-RPGs mal hinterlassen:
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Hallo zusammen,
tja, das war es dann wohl. Zumindest mit der ersten Staffel von Picard. Picard is death, für mich. Und damit auch diese Richtung von Star-Trek.
Warum? Nun da ließe sich einiges aufzählen:
1. Das Design
Wo Discovery sich wenigstens, wenn auch vergeblich, bemühte, so etwas wie einen Ansatz von Konsistenz im ST-Universum zu bewahren, so hat man Picard so gut wie alles über den Haufen geworfen: Die Interfaces sehen wie einem anderen Universum aus, von wenigstens evolutionärer Ähnlichkeit zu Okudagrammen keine Spur. OK das kann man mit techn. Fortschritt noch erklären, aber was wilde herumwischen in der Luft sah eher nach Minority-Report aus, als nach Star Trek. Und das Design einiger Schiffe schrie förmlich nach Wing Commander oder Freelancer. Oder hat man hier ein paar Anleihen an Star Citizen genommen? Von der Kleidung wollen wir nicht reden.
2. Wollen wir Star Trek, einen schlechter Western oder eine American Horror Story-Serie sein?
Ein Kollege von mir drückte seine Meinung zu Picard kürzlich wie folgt aus: „Sometimes, i like a good gore, but why do they bothering me with borg butchering?“ Das ist hier genau das Problem. Hier sollten, wie in Ansätzen bei Discovery auch, wohl alle erfolgversprechenden Genres zusammengemixt werden: Star Trek, ein wenig Splatter, hier und da eine Western-Setting mit Miami-Vice Geschmack und nicht zu vergessen, ein wenig Serenity-Optik. Und ach ja, Alien muss ja irgendwie auch dabei sein, Aber solche Mytheneintöpfe können andere besser und vor allem überzeugender. Siehe The Mandalorian. Merke: Wenn beim Eintopf die Zutaten nicht stimmen, dann schmeckt das Ganze auch nach 10 Stunden rühren nicht.
3. Cthulhu in Metall oder was soll das sein?
Eine ST-Serie benötigt immer einen potenten Gegner als Trigger. Seien es die Borg, oder das Dominion, alle diese Gegner waren plausibel und folgten einer gewissen Logik. Und selbst den Klingonen in ST Discovery nahm man, bis zu einem gewissen Grad, ihre Handlungen ab. OK der Gegner in der zweiten Staffel war doch arg an den Haaren herbei gezogen, aber immer noch in Universe. Aber bei Picard? Was soll denn der große böse, galaxienumfassende Nemesis in der 1. Staffel von Picard sein? Cthulhu in Metall? Da waren die Schatten aus Babylon 5 wesentlich imposanter. Wer sich das ausgedacht hat und für die visuelle Umsetzung gesorgt hat, der war zu lange auf einem Holodeck.
4. Charaktervorgaben, Continuity und Charakterwahrheiten
Bisher war die Stärke des ST-Universums immer, dass die Charaktere sich „in universe“ verhalten haben. Und zu Anfang war dies auch in Picard so. Doch was geschieht dann? Picard, der Mann, welcher immer eine treibende Kraft war, wird jetzt eher von der Handlung getrieben, als dass er sie voran treibt. Und Seven of Nine mutiert plötzlich zu einem Calamity Jane- Verschnitt? Pizzabäcker-Riker tritt wieder als Kommandant auf und äußert gegenüber einer Romulanerin, immerhin Angehörige jenes Volkes, welches die Föderation ein paar Jahre vorher retten wollte, die Meinung dass er ihr „mit Vergnügen in den Arsch treten wolle“. Das passt nicht zu Star-Trek. Wie auch die Romulaner m.E, viel zu triebgesteuert dargestellt wurden. Ganz zu schweigen von der Tatsache, einen romulanischen Maulwurf in der Führung der Sternenflotte zu haben. Und das seit Jahren. Wenn man sich vorstellt, was mit den Romulanern passiert ist, so hatten die wohl Besseres zu tun, als die Beziehungen zu einem Nachbarn zu gefährden, welcher nach der Katastrophe wohl eindeutig überlegen ist. Oder haben sie die Zerstörung ihres Heimatsystems etwa selbst geplant, um den Kampf gegen künstliche Lebensformen beginnen zu können? Romulanern kann man ja alles zu trauen. Und wo bitte kommen über 200 BoPs her, wenn man bedenkt, was mit den Romulanern passiert ist? Plothole oder wird das in der zweiten Staffel erklärt? Wer weiß?
Und sonst? Gut, es gab ein paar lustige Lichtblicke: Commander Rios und seine Holo-Inkarnationen, oder Raffi. Aber wenn man dann an Doktor Jurati oder an Asha denken, wird hier gleich in das typische Schema verfallen welches wird bei Discovery hatten: Ein eigentlich als Sympathieträger aufgebaute Person wird ganz überraschend zum Mörder (oder Meuterer oder zum „Zerstörer“, ganz wie es der Storybausatz gerade anbietet).Das ist nicht storyfördernd , sondern nur durchsichtig.
Fazit:
Es war ein Versuch, der zumindest ab der Mitte der ersten Staffel nicht mehr aufgegangen ist. Mal sehen ob es eine zweite Staffel geben wird und was darin erzählt wird. Solange halte ich mit, bezüglich ST, an die alten Filme und Serien. Und die Weiterentwicklung des ST-Universum läuft derzeit ohnehin über Fanprojekte oder kleine aber feine ST-RPGs wie Star Trek Allianz. Dort lebt ST weiter.
So, genug herum gemeckert. Ich schaue mir jetzt die Wiederholung von The Mandalorian an. Das ist der Weg für heute.
Gruß,
FelixUebel.
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