Jan-Tue-2022, 08:03 PM
*** Enterprise G / Brücke ***
Auf den zum Hauptschirm überspielten Daten war deutlich zu sehen, dass unser soeben abgestrahlter Magnetonpuls zwar die merkwürdige Subraumblase um das Objekt verschoben und zusammengedrückt hatte – nicht jedoch zum Zusammenbruch gebracht. Das Schiff oder was immer es war, schoß gerade zu wie ein Peil weiter in Richtung des Sperrgebiets.
„Unsere Entfernung ist zu groß,“ kam eine Meldung von der Technik, und der Vulkanier an der Sensorikkonsole bestätigte dies mit einem knappen: „Korrekt. Bei der momentanen Geschwindigkeit um genau 1,45 AE.“
„Zeit bis zum Eintreffen an der klingonischen Grenze?“ fragte Captain Merrick.
„8,5 Minuten.“
„Wir müssen das Objekt unbedingt aufhalten,“ erklärte ich. „Wir wissen nicht, in welchem Zustand sich das Antriebssystem befindet, ebensowenig, ob Waffen aktiviert oder in einem korrodierten Zustand sind. Es könnte zu einer Kettenreaktion und verheerenden Explosion kommen, und zwar in der Nähe von bewohnten Welten. Ganz zu schweigen davon, dass die Angelegenheit als Angriff gewertet werden könnte.“
„In klingonischem Territorium…“ fügte OBH Sandford überflüssigerweise hinzu.
„Madam, Sirs,“ ergriff der Vulkanier wieder das Wort. „Eine Analyse des umgebenden Raumes hat gezeigt, dass die gravimetrische Struktur auf den Koordinaten 23,45 x 86,31 x 107,23 unseren Impuls genügend verstärken würde, um die Subraumblase kollabieren zu lassen.“
„Entfernung der gravimetrischen Struktur zur Grenze? Geben Sie die Projektion auf den Schirm!“ befahl Merrick.
Das war nah – aber nicht so nah, als würden wir versuchen, den Abstand zum fraglichen Objekt zu verringern. „Damit sind wir immer noch weit außerhalb der Sperrzone und der Grenze,“ stellte ich fest. „Captain, Ihre Meinung?“
„Mrs. Jankovicz, bringen Sie uns auf Kurs,“ entschied er ohne weitere Überlegungen. „23,45 x 86,31 x 107,23, volle Impulskraft!“
Während sich die Enterprise in Position brachte und die Crew im Maschinenraum sich bereit machte, einen neuen Puls abzusenden, blinkten im taktischen Hologramm fünf grüne Punkte jenseits der Grenze auf. Die klingonischen Posten hatten uns und vermutlich auch das mysteriöse Objekt durchaus registriert und beobachteten die veranstalteten Manöver…
Captain Merrick ließ sicherheitshalber eine Information senden, dass wir uns auf einer Bergungsmission befänden. Im Falle eines Falles würde das vermutlich keinen Klingonen abhalten zu feuern, wenn er eine Gelegenheit witterte, den unterdessen rar gewordenen Schlachtenruhm zu ernten… Aber zumindest hatten wir rechtlich korrekt gehandelt. Ich fragte mich, ob das Objekt tatsächlich ein Schiff war, oder eine Plattform ähnlichen Ausmaßes und Hüllenkonfiguration. Wie war es in diese tiefen Subraumschichten gelangt? Noch konnten unsere Sensoren keine genauen Daten liefern, auch nicht, was Lebenszeichen betraf. War eine Crew an Bord? Und wenn ja, in welchem Zustand?
Die Besatzung der Enterprise tat ihre Pflicht präzise und effizient, trotz der Zeitknappheit und der Gefahrensituation, und obwohl die meisten sicher zum ersten Mal zusammen arbeiteten – das Personalmanagement hatte beste Arbeit geleistet. Ich beobachtete ihr Tun, während die Meldungen und Befehle zu mir klangen:
„Optimale Position erreicht. Entfernung zur Grenze 5,3 AE. Keine weiteren Schiffsaktivitäten auf klingonischer Seite.“
„Deflektor zur Impulsabgabe vorbereitet.“
„Schilde aktiviert. Energieoutput stabil. - Magnetonpuls abgegeben.“
Auf der Grafik des Hauptschirms war zu erkennen, wie die Subraumfalten rings um das Objekt vibrierten, sich glätteten und auflösten.
„Subraumstruktur kollabiert. Traktorstrahl in Bereitschaft. – Objekt erfasst. – Objekt kommt zum Stillstand.“
Was der Schirm in diesem Moment enthüllte, war kaum zu glauben. Ich starrte ebenso wie der OBH, Merrick und wohl die meisten Mitglieder der Crew! Dort schwebte, vom bläulichen Energiefeld unseres Traktorstrahls gehalten, ein Schiff der Ambassador-Klasse! Eine Klasse, die seit etwa 80 Jahren nicht mehr im Einsatz war!
„Antriebsstatus: Offline. Warpkern inert. Impulsantrieb funktionslos. Waffenstatus: Offline,“ hörte ich die nunmehr eintreffenden Informationen von der Sensorik. Wie auch immer dieses Schiff sich bewegt hatte – es war scheinbar nicht aus eigener Kraft geschehen! Schon erwachte die Forscherneugier in mir…
„…strukturelle Beschädigungen… Hüllenbrüche… Lebenserhaltung stabil in Decks 1 bis 8. Lebenszeichen…. Vorhanden.“
Schwang da selbst in der Stimme eines Vulkaniers so etwas wie Aufregung mit?! Auf dem Hauptbildschirm wurde gerade eine erneute Bildsequenz zusammen gesetzt. Sie zeigte die reichlich mitgenommene, teilweise eingedrückte Untertassensektion des Schiffes. Im nächsten Moment kam ein erstaunter Ruf aus Richtung der Technikkonsole. „Es ist die Wellington! Die USS Wellington!“
Ein Raunen verbreitete sich. Jeder Akademieabgänger kannte die Wellington! Ich starrte auf die nur noch teilweise sichtbaren Buchstaben des Namens. Die Wellington! Das Schiff und ihr Kommandant waren beinahe so legendär wie die Enterprise D! Und ihr Verschwinden im ersten Klingonisch-Romulanischen Krieg hatte Holonovellenautoren und Verschwörungstheoretiker immer wieder zu fantastischen Theorien gereizt. Und nun… war sie praktisch vor unsere Füße gespült worden…! Oh wie sehr wünschte ich in diesem Augenblick, nicht als Beobachterin an Bord zu sein, sondern dort an Captain Merricks Platz zu sitzen und die Dinge in die Hand nehmen zu können!
Ein Signal von der Kom-Konsole störte mich aus meinen Wunschträumen auf. „Vizeadmiral LaSalle, Sir, USS Picard-B“ vernahm ich.
Wollten wir das ganze Oberkommando der Flotte hier versammeln, fragte ich mich, während im Splitscreen das Konterfei meines Kollegen sichtbar wurde.
Auf den zum Hauptschirm überspielten Daten war deutlich zu sehen, dass unser soeben abgestrahlter Magnetonpuls zwar die merkwürdige Subraumblase um das Objekt verschoben und zusammengedrückt hatte – nicht jedoch zum Zusammenbruch gebracht. Das Schiff oder was immer es war, schoß gerade zu wie ein Peil weiter in Richtung des Sperrgebiets.
„Unsere Entfernung ist zu groß,“ kam eine Meldung von der Technik, und der Vulkanier an der Sensorikkonsole bestätigte dies mit einem knappen: „Korrekt. Bei der momentanen Geschwindigkeit um genau 1,45 AE.“
„Zeit bis zum Eintreffen an der klingonischen Grenze?“ fragte Captain Merrick.
„8,5 Minuten.“
„Wir müssen das Objekt unbedingt aufhalten,“ erklärte ich. „Wir wissen nicht, in welchem Zustand sich das Antriebssystem befindet, ebensowenig, ob Waffen aktiviert oder in einem korrodierten Zustand sind. Es könnte zu einer Kettenreaktion und verheerenden Explosion kommen, und zwar in der Nähe von bewohnten Welten. Ganz zu schweigen davon, dass die Angelegenheit als Angriff gewertet werden könnte.“
„In klingonischem Territorium…“ fügte OBH Sandford überflüssigerweise hinzu.
„Madam, Sirs,“ ergriff der Vulkanier wieder das Wort. „Eine Analyse des umgebenden Raumes hat gezeigt, dass die gravimetrische Struktur auf den Koordinaten 23,45 x 86,31 x 107,23 unseren Impuls genügend verstärken würde, um die Subraumblase kollabieren zu lassen.“
„Entfernung der gravimetrischen Struktur zur Grenze? Geben Sie die Projektion auf den Schirm!“ befahl Merrick.
Das war nah – aber nicht so nah, als würden wir versuchen, den Abstand zum fraglichen Objekt zu verringern. „Damit sind wir immer noch weit außerhalb der Sperrzone und der Grenze,“ stellte ich fest. „Captain, Ihre Meinung?“
„Mrs. Jankovicz, bringen Sie uns auf Kurs,“ entschied er ohne weitere Überlegungen. „23,45 x 86,31 x 107,23, volle Impulskraft!“
Während sich die Enterprise in Position brachte und die Crew im Maschinenraum sich bereit machte, einen neuen Puls abzusenden, blinkten im taktischen Hologramm fünf grüne Punkte jenseits der Grenze auf. Die klingonischen Posten hatten uns und vermutlich auch das mysteriöse Objekt durchaus registriert und beobachteten die veranstalteten Manöver…
Captain Merrick ließ sicherheitshalber eine Information senden, dass wir uns auf einer Bergungsmission befänden. Im Falle eines Falles würde das vermutlich keinen Klingonen abhalten zu feuern, wenn er eine Gelegenheit witterte, den unterdessen rar gewordenen Schlachtenruhm zu ernten… Aber zumindest hatten wir rechtlich korrekt gehandelt. Ich fragte mich, ob das Objekt tatsächlich ein Schiff war, oder eine Plattform ähnlichen Ausmaßes und Hüllenkonfiguration. Wie war es in diese tiefen Subraumschichten gelangt? Noch konnten unsere Sensoren keine genauen Daten liefern, auch nicht, was Lebenszeichen betraf. War eine Crew an Bord? Und wenn ja, in welchem Zustand?
Die Besatzung der Enterprise tat ihre Pflicht präzise und effizient, trotz der Zeitknappheit und der Gefahrensituation, und obwohl die meisten sicher zum ersten Mal zusammen arbeiteten – das Personalmanagement hatte beste Arbeit geleistet. Ich beobachtete ihr Tun, während die Meldungen und Befehle zu mir klangen:
„Optimale Position erreicht. Entfernung zur Grenze 5,3 AE. Keine weiteren Schiffsaktivitäten auf klingonischer Seite.“
„Deflektor zur Impulsabgabe vorbereitet.“
„Schilde aktiviert. Energieoutput stabil. - Magnetonpuls abgegeben.“
Auf der Grafik des Hauptschirms war zu erkennen, wie die Subraumfalten rings um das Objekt vibrierten, sich glätteten und auflösten.
„Subraumstruktur kollabiert. Traktorstrahl in Bereitschaft. – Objekt erfasst. – Objekt kommt zum Stillstand.“
Was der Schirm in diesem Moment enthüllte, war kaum zu glauben. Ich starrte ebenso wie der OBH, Merrick und wohl die meisten Mitglieder der Crew! Dort schwebte, vom bläulichen Energiefeld unseres Traktorstrahls gehalten, ein Schiff der Ambassador-Klasse! Eine Klasse, die seit etwa 80 Jahren nicht mehr im Einsatz war!
„Antriebsstatus: Offline. Warpkern inert. Impulsantrieb funktionslos. Waffenstatus: Offline,“ hörte ich die nunmehr eintreffenden Informationen von der Sensorik. Wie auch immer dieses Schiff sich bewegt hatte – es war scheinbar nicht aus eigener Kraft geschehen! Schon erwachte die Forscherneugier in mir…
„…strukturelle Beschädigungen… Hüllenbrüche… Lebenserhaltung stabil in Decks 1 bis 8. Lebenszeichen…. Vorhanden.“
Schwang da selbst in der Stimme eines Vulkaniers so etwas wie Aufregung mit?! Auf dem Hauptbildschirm wurde gerade eine erneute Bildsequenz zusammen gesetzt. Sie zeigte die reichlich mitgenommene, teilweise eingedrückte Untertassensektion des Schiffes. Im nächsten Moment kam ein erstaunter Ruf aus Richtung der Technikkonsole. „Es ist die Wellington! Die USS Wellington!“
Ein Raunen verbreitete sich. Jeder Akademieabgänger kannte die Wellington! Ich starrte auf die nur noch teilweise sichtbaren Buchstaben des Namens. Die Wellington! Das Schiff und ihr Kommandant waren beinahe so legendär wie die Enterprise D! Und ihr Verschwinden im ersten Klingonisch-Romulanischen Krieg hatte Holonovellenautoren und Verschwörungstheoretiker immer wieder zu fantastischen Theorien gereizt. Und nun… war sie praktisch vor unsere Füße gespült worden…! Oh wie sehr wünschte ich in diesem Augenblick, nicht als Beobachterin an Bord zu sein, sondern dort an Captain Merricks Platz zu sitzen und die Dinge in die Hand nehmen zu können!
Ein Signal von der Kom-Konsole störte mich aus meinen Wunschträumen auf. „Vizeadmiral LaSalle, Sir, USS Picard-B“ vernahm ich.
Wollten wir das ganze Oberkommando der Flotte hier versammeln, fragte ich mich, während im Splitscreen das Konterfei meines Kollegen sichtbar wurde.
