Rasende Riesen - Log 6 Sareth
#1
NRPG: ich hatte ne langweilige Sitzung, musste mich beschäftigen...

RPG:

*** USS Picard / Besprechungsraum ***

Seit 23 Stunden befand sich unser Schiff im tiefen Subraum auf Warteposition mit passiven Sensoren. Außer Mort Caldreds Instinkt oder Gespür hatten wir weder eine fremde Materie, Bewusstseinspräsenz oder sonst irgendeine Anomalie entdeckt. War unser Zusammentreffen ein einzigartiges Phänomen gewesen? Befand sich die hypothetische Lebensform unterdessen an einem völlig anderen Ort – schließlich war innerhalb des Subraums eine schnelle Bewegung von Ort zu Ort möglich!
Nun aber hatte uns unsere romulanische Austauschwissenschaftlerin unerwartet zu einer Besprechung geladen.

„Ich erinnere mich an eine Erzählung in der rihannischen Mythologie,“ hatte sie begonnen. „Auf der Reise von Vulkan zu den zwei Heimatwelten sollen zwei der Schiffe durch eine Anomalie vom Krus abgekommen und in die „Tiefe“ gezogen worden sein. Moderne Forschung vermutet eine mobile Arxstraße, die die Schiffe mit sich in den tiefen Subraum gezogen haben könnte. Die Sekte der K’Amaral behauptet, sie seien von Dunkelgeistern festgehalten worden, die sie sich einverleiben wollten.“

„Mythologie und Religion-„ setzte der XO an, doch ein Blick Captain Sokars ließ ihn mit einem kurzen Räuspern abbrechen. „Fahren Sie fort, bitte!“

„Es ist mir klar, dass die Ereignisse mythologisch verzerrt dargestellt werden, aber dennoch kann ich interessante Parallelen erkennen. Der tiefe Subraum, die Wesen, die man nicht sehen kann.
Das „Einverleiben“ könnte eine Metapher für die Auflösung der eigenen Hüllenstruktur sein, die wir ja ebenfalls im Kontakt mit der Fremdmaterie festgestellt haben. Laut der Legende hinterließ auch der Kontakt mit den Dunkelgeistern eine Art Spur, die die Struktur auflöste.“

„Ich kenne die Legenden,“ erinnerte ich mich. Die K’Amaral war eine kleine unbedeutende Glaubensgemeinschaft, beinahe schon ausgestorben, und praktizierte nur noch in einigen abgelegenen Regionen. Ihre Mitglieder galten als technologiefeindlich und das mochte der Grund sein, dass T’Kalahn sie erst jetzt ins Spiel brachte. Möglicherweise hatte sie sogar selbst zu ihr gehört als Kind – ich hatte ihre Personalakte noch nicht studiert. Aber das war auch gleichgültig, denn der Hinweis war auf jeden Fall von großer Bedeutung.

„…Das Fa’ali-Transzendenzritual habe ein heiliges Muster in der Raumstruktur entdeckt,“ berichtete die Wissenschaftlerin weiter. „Darüber sei dann mit den Dunkelgeistern verhandelt worden, die die Schiffe gehen ließen.“ Sie rief im Holoprojektor eine Reihe von Beispielen fraktaler Muster auf, die sich offensichtlich an oder in Gebäuden befanden. „Die Gebetsstätten der K’Amaral haben die Muster in verschiedener Ausführung an den Wänden.“

„Das könnte sehr gut die geometische Umsetzung einer auf Mathematik basierenden Sprache sein,“ vermutete Sokar. „Ich habe Ähnliches bei der frühen Bynar-Kultur gesehen. – Aber auf welche Weise wurde der Kommunikationskontakt hergestellt? Gibt die Mythologie deutlichere Hinweise?“

„Das Fa’ali-Ritual beruht auf einer Apparatur, die heute als eine Art natürlicher Phasendiskriminator angesehen wird. Sie nutzt Dilithiumkristalle als Basis, die auf den Schiffen ja als Energiequelle vorhanden waren. Leider sind die Informationen sehr knapp. Es ist ein Gebetsritual, keine technische Anleitung.“

„Also ungefähr, als ob man nach den Angaben in der Bibel im Buch Ezechiel, wo eine Art Luft- oder Raumfahrzeit beschrieben worden sein soll, eines versucht zu konstruieren,“ brummte der XO.

„Was heißt, beschrieben worden sein soll, Sir?“ entgegnete die Ferengi-Navigatorin Nandi indigniert. „Unterdessen ist doch bekannt, dass es der Prototyp eines Ferengischiffes war, der da beschrieben wurde! Dass immer wieder die Erstkontakte mit den Ferengi unterschlagen werden, wirklich… Wie auch in Roswell, wo ja auch-"

„Lieutenant,“ unterbrach Sokar, während LaSalle sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. „Diese Diskussion trägt nichts zur Lösung unseres momentanen Problems bei. Daher bitte ich Sie, diese zu einem späteren Zeitpunkt fortzuführen.“

Nandi grummelte, schwieg aber.

„Können diese Ereignisse auf dem Exodus denn lokalisiert werden?“ fragte ich.

„Die Legende gibt keine genauen Koordinaten, natürlich. Lediglich äußere Phänomene und Metaphern. Und die automatischen Logbücher sind verloren oder längst nicht mehr auslesbar. Soweit ich weiß, herrscht in der Forschung Uneinigkeit, wo genau diese Dunkelgeisterepisode passiert sein soll. Aber es gibt Theorien mit Lokalisierungen.“

„Bitte suchen Sie die entsprechenden Thesen in den Datenbanken heraus, Miss T’Kalahn. Möglicherweise finden wir eine Deckungsgleichheit mit unserem Erlebnis.“

Cheftechniker Northal lehnte sich über den Tisch, um aus nächster Nähe die Muster in der Holoprojektion zu betrachten. „Und was ist mit dieser Maschine, oder was immer es ist, aus dem Ritual? Können wir so etwas nachbauen oder nicht?“

„Nun, wie gesagt, es ist keine technische Anleitung. Einige Technikarchäologen hatten sich damit schon befasst… Warten Sie…. Hier ist die Passage aus dem Ritual.“ T’Kalahn war einen Moment lang mit ihrem Padd beschäftigt, stellte dann das rihannische Interface auf Föderationsstandard um und reichte es dem Cheftechniker. Sokar und ich, die wir am Nächsten saßen beugten uns interessiert in Richtung des kleinen Bildschirms.

T’Kalahn wies auf einige Passagen. „Dies könnten technische Details sein, hier etwa über den Energiefluss, aber auch einfach nur die spirituelle Vorstellung, dass Wesen sich manifestieren. Das ist schwer zu unterscheiden.“

„Aber vielleicht könnte Mr. Caldred hier etwas beitragen. Und kombiniert mit dem, was wir bei der Untersuchung der Materiespur herausgefunden haben, wäre vielleicht ein neuer Blick auf diese Angaben möglich,“ überlegte ich, und Sokar nickte. „Lassen Sie uns alles zusammen tragen.“
[Bild: Sareth-neu.jpg]
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