Hinterhalt Log 15 - Nalae
#1
USS Picard | Jeffreys-Röhren


Der Weg durch die Tunnel erschien endlos lang, besonders mit diesem plötzlich irgendwie gruselig erscheinenden Vandenberg, dessen mordlüsterner Blick Nalae nicht aus dem Kopf ging.

„Wenn irgendwelche Reptos auf dem Weg zur Brücke sind, müssen wir ihnen definitiv zuvorkommen“, sagte die Ärztin.

„Wir müssen einen Weg finden, die Lage auf der Brücke vorher zu bestimmen, denn unsere Phaser funktionieren noch immer nicht“, warf Mort ein.

„Wenn wir da einfach auftauchen machen die mit uns kurzen Prozess.“

„Mein Tricorder funktioniert noch ganz hervorragend“, sagte Nalae mit einem Zwinkern.

„Meine Knie lösen sich langsam auf! Wissen Sie, wo ich gerade gerne wäre?
In meinem Quartier. Vor dem Fernseher. Mit einer schönen, großen Tüte Lays Paprika Scharf und einem Glas – He. Was soll das jetzt?!“

Die mechanisierte Luke vor ihnen verweigerte den Durchlass.

Nalae drückte hastig auf dem Eingabefeld neben der Durchgangsluke herum, doch das gab nur widerwillige Laute von sich.
Die anderen Luken hatten sich doch problemlos geöffnet?

„Verdammt“, zischte Mort.
„Haben die Echsen etwa Lunte gerochen?“

Er versuchte in seiner Wut, die Luke mit einem gewaltigen Tritt zu durchbrechen, was natürlich nur in einem gewaltigen Krachen endete.

Nalae schaute auf den Plan am Wandterminal.

„Wir sind nicht weit von der Brücke entfernt, 300 Meter vielleicht.
Howy und Mahan sind auf dem Weg zum Maschinenraum, demnach wäre es möglich, dass sie ebenfalls feststecken und die restlichen Piraten die Brücke vor uns erreicht haben. Wenn dem so ist, sind wir definitiv am Arsch.“

„Wenn ich hier raus bin, gibt es Echsen-Ragout!!“, brüllte Vandenberg mit hochrotem Kopf.

Nalae wusste, wenn Vandenbergs Wut-Ader an der Stirn sichtbar wurde, wurde es ungemütlich.

„Hätten Sie mich bloß nicht daran gehindert, den ganzen Haufen zu Gefriergemüse zu verarbeiten, Sie...Sie...!“

„Also jetzt beruhigen Sie sich mal, Mr. Vandenberg!“, rief Nalae beschwichtigend und erinnerte sich daran, dass sie es aufgrund ihrer romulanischen Physiologie durchaus mit ihm aufnehmen könnte im Notfall – doch was war mit dem XO nur los? Irgendetwas stimmte nicht.
Sie nahm den Tricorder zur Hand, doch das Gerät konnte nichts Ungewöhnliches feststellen.

„Was soll diese Scannerei denn jetzt bringen?!“, fragte Vandenberg.

„Mir reicht es auch! Wenn wir hier jemals rauskommen garantiere ich für nichts“, knurrte Mort.

„Meine Herren, ich muss Sie höflich aber bestimmt zur Ruhe bitten“, sagte Nalae.
Es war ja eher ungewöhnlich, dass sie nicht diejenige war, die an die Decke ging, sondern ihre Kollegen.
Eine wirklich vertrackte Situation.

Der Bolianer schien zumindest nicht von dieser seltsamen Gereiztheit betroffen zu sein, denn er schaute nur ratlos in die Runde.

Nalae scannte die Luke mit dem Tricorder um festzustellen, was die Ursache des Defektes sein könnte – als diese unverhofft aufsprang.

„Das Glück ist auf unserer Seite!“, jubelte die Rihanha.

„Ist es möglich, dass Howy und Mahan es zum Maschinenraum geschafft haben?!“

„Irrelevant. Ich hoffe nur, dass Sie alle Hunger mitgebracht haben, denn gleich gibt es Reptilien-Barbecue“, sagte Vandenberg, jetzt recht ruhig.

„Viele Möglichkeiten...“

Nalae warf ihm lediglich einen unsicheren Blick über die Schulter zu, während sie ihren Weg fortsetzten.


Nach gut fünfzehn weiteren nervenraubenden Minuten hatten sie es endlich geschafft:
Diese Luke vor ihnen würde den Zugang zur Brücke ermöglichen!

Nalae aktivierte ihren Tricorder.

„Nur menschliche, romulanische und ein tellaritisches Lebenszeichen“, stellte sie erleichtert fest.

„Die Brückencrew ist also noch am Leben.“

„Na dann los!“, drängte Mort.

„Wir müssen damit rechnen, dass uns diese Brut auf der Brücke überrascht“, wandte Vandenberg ein.

„Und wir haben lediglich Ihre romulanische Klinge. Das könnte etwas schwierig werden, auch wenn Mr. Caldred damit sicherlich ein wenig Echsen-Aufschnitt herstellen könnte.“

„Das Risiko müssen wir eingehen, wir müssen unbedingt die Brücke halten!“, sagte Mort.

„Oder wollen Sie sich feige in der Jeffreys-Röhre verkriechen, Mr. Vandenberg?“

„Wir gehen jetzt!“, rief Nalae dazwischen um den aufkommenden Konflikt im Keim zu ersticken. „Und bei nächster Gelegenheit kommen Sie mal in meiner Krankenstation vorbei.

Man konnte sagen, dass die Freude der Brückenbesatzung groß war als sie sahen, wie Vandenberg, Nalae, ihr Assistent und Mort durch den Schacht in die Brücke kletterten.

„Ich hoffe, Mahan und Howy sind tatsächlich durchgekommen“, sagte Nalae.

Nur die beiden können die Subsysteme vom Maschinenraum her wieder herstellen. Das wird allerdings auch einige Zeit kosten.“

„Wenn ein Teil der Echsen auf dem Weg hierher ist und die anderen zum Maschinenraum, dann haben sie kaum eine Chance. Es sind nur noch fünf übrig, der Rest sitzt ja nach Ihrer Aktion auf der Krankenstation fest“, bemerkte die Navigatorin.
„Die machen wir fertig! Im Maschinenraum sind sicherlich auch noch ein paar Mann.“

„Allerdings sind sie bewaffnet, wir nicht...bis auf...Dr. D'Varos Buttermesser“, bemerkte Vandenberg.

„Bitte?! Was sagten Sie da gerade, Sie Milchgericht? Das ist eine Ehrenklinge! Mindestens 10 Generationen alt! Mein Ur-ur-ur-ur-Großvater würde Ihnen dafür die Ohren lang ziehen, Sie ungehobelter-“

„Ich würde sagen, Dr. D'Varo ist wieder in ihrem Normalzustand angelangt“, bemerkte Mort trocken.
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