Jan-Sat-2023, 06:51 PM
*** Auf der Transmitterstation ***
„Sie sind auf Warp.“ Kavun drehte sich mit einem befriedigten Lächeln zu Richard von Rabenstein um. Beide Männer standen in der Leitzentrale der Transmitterstation und blickten auf den großen, ovalen Bildschirm, der nun wieder nur die tiefe Schwärze des Alls zeigte.
Ich wünschte, man könnte diesen penetranten Gestank ebenso fort beamen, dachte Richard und fragte sich erneut, wie eine Spezies, die so wenig auf Ordnung und Reinlichkeit achtete, es je schaffen konnte, bis in den Weltraum vorzudringen. Widerlich! Obwohl er die Schuhe schon geputzt hatte, hatte er immer noch das Gefühl, dass der Haufen Targdung, in den er im Transporterraum getreten war, an den Sohlen klebte.
„Wir hätten sie abschießen sollen,“ brummte Kavun.
„Dafür gab es keine Notwendigkeit,“ entgegnete der Großinquisitor. „Beflecke deine Hände nicht mehr mit Blut als unbedingt erforderlich zum Lobe des Herrn. Regula Sancti Gregori Paragraph 3.“
„Die Spürhunde LaSalles werden wir nicht so leicht los werden,“ fuhr Kavun fort und stapfte in seinen schweren Stiefeln an eines der Konsolen.
„Darum ist es essentiell, dass wir unsere Tarn- und Maskierungsvorrichtung hier implementieren,“ antwortete Richard, den Blick immer noch in das Samtschwarz auf dem Bildschirm gerichtet. Der Nicht-Anblick hatte etwas überaus Beruhigendes.
„Ich denke, meine Leute und ich, wir haben das in ein paar Stunden angepasst. Schließlich ist das eine terranische Station, und unsere Technik ist weitgehend terranisch. Das sollte also kein Problem darstellen.“ Kavun machte einen großen Schritt an die nächste Konsole, wischte die Überreste eines klingonischen Mahles herunter und rief die Steuerung auf. „Yong-ha und Geraux arbeiten dran. Wir können sogar in einem der Emitterarrays eine kleine Kapelle einrichten. Die Abschirmung ist stark genug.“
„Ein löblicher Gedanke. Aber beim augenblicklichen Stand der Dinge präferiere ich eine rasche Instandsetzung der Waffensysteme und den Einbau der Tarnung.“
Der eher klobige Kommunikator älterer Bauart, den Kavun an seine Jacke geklemmt hatte, brummte aufdringlich.
Er aktivierte das Gerät und hörte einen seiner Leute:
+Ich checke gerade die Waffen, und ich sage dir, da hat einer dran gefummelt!+
Am Tonfall erkannte Von Rabenstein Osman, einen einäugigen Ex-Marine.
„Erzähle mir bloß nicht, die haben versucht, ihren klingonischen Mist hier einzubauen!“
+Ne, im Gegenteil! Das sind Mark-VIII-Disruptoren, in meiner Dienstzeit habe ich bloß Mark VI kennengelernt. Und die Energieeffizienz, Wahnsinn! Die Modulatorkupplungen – das ist neueste terranische Technik!+
„Und die Klingonen haben sie eingebaut?!“
+Laut Computerlog ja, die Veränderungen wurden in den letzten vier Tagen vorgenommen.+
Kavun fluchte. Richard hob die Augenbrauen. „Dass heisst, unsere plattenköpfigen ‚Freunde‘ haben einen Lieferanten gehabt. Einen Waffenlieferanten aus dem Herzen des Imperiums.“
Plötzlich drangen Schreie und Kampfgeräusche aus dem Kommunikator. „He! Was ist da los? Osman?!“
+Alles im Griff,+ tönte es zurück. +Hab so eine Plattenkopfratte gefangen. Versteckte sich in einer der Phaserrohre.+
Interessant, dachte Richard. Sehr interessant.
*** Einige Stunden später / Auf der Transmitterstation ***
Großinquisitor Von Rabenstein musterte den vor ihm an einen Stuhl gefesselten jungen Klingonen so emotionslos wie einen Stein am Wegesrand. Eigentlich war der Bursche noch ein Kind. Die langen rotbraunen Locken hingen ihm zerzaust über die Schultern, und die Uniform war ein wenig zu groß für ihn. Sein Gemütszustand war auch für jemanden ohne betazoidische Gene und spezielles Training zu durchschauen. Er war wütend auf die Terraner, wütend auf seine Leute, aber vor allem wütend auf sich selbst, dass er sich hatte fangen lassen und nun hier saß – wie ein Idiot! Anstatt einen glorreichen Tod auf dem Schlachtfeld gefunden zu haben! Es bedurfte nur ein paar kleiner dezenter Anstöße, um ihn dorthin zu manövrieren, wo der Großinquisitor ihn haben wollte…
„…daher hast du dich für sehr schlau gehalten, als du dich in den Phaserröhren versteckt hast. Es war auch schlau. Denn es gibt dir die Gelegenheit, an etwas Großen zu partizipieren,“ sagte Richard in fehlerfreien, nur etwas antiquiertem Klingonisch.
Der junge Klingone und rotzte einen Fluch aus.
„…Die Frage ist nur, wirst du bei diesem Großen auf der Seite der Gewinner oder der nichtswürdigen, ehrlosen Verlierer stehen. Wird dein bisher erbärmliches Leben einen Sinn gehabt haben, oder wirst du schlicht im Vergessen versinken, das über Verlierer hinwegzugehen pflegt.“
„Ich rede nicht mit dir, du terranischer Ptakh!!!“
„Dein Kommandant hat sich also mit einem Mittelsmann von Ferenginar getroffen?“
„Du Lügenmaul! NIE hätte er sich mit einen dieser Großohren-Krämer abgegeben! Er war aus dem Haus Kamoragh, dem Haus des letzten Imperators!“
„Du hast eben selbst gesagt, ein Unterhändler von Ferenginar.“
„Aber kein FERENGI!“
Richard hatte Befürchtungen gehegt, dass seine Verhör-Skills nach der lange Pause etwas gelitten haben könnten, aber wie sich zeigte, war das nicht der Fall. Sanft bugsierte er seinen Gefangenen noch etwas weiter in Richtung Ehrlosigkeit, ihn, seinen Kommandanten und die ganze Gruppe Rebellen, die diesen Transmitterposten erobert hatte…
„Wir haben mit einem Terraner verhandelt, mit einem stinkenden Terraner wie du einer bist!“
Danke. „Du willst behaupten, ein Terraner hätte mit euch Geschäfte gemacht? Euch Waffen geliefert?“
„Ich behaupte gar nichts!!!“
„Oh doch. Lass uns noch einmal von vorn beginnen. Bei dem Terraner auf Ferenginar…“
„Sie sind auf Warp.“ Kavun drehte sich mit einem befriedigten Lächeln zu Richard von Rabenstein um. Beide Männer standen in der Leitzentrale der Transmitterstation und blickten auf den großen, ovalen Bildschirm, der nun wieder nur die tiefe Schwärze des Alls zeigte.
Ich wünschte, man könnte diesen penetranten Gestank ebenso fort beamen, dachte Richard und fragte sich erneut, wie eine Spezies, die so wenig auf Ordnung und Reinlichkeit achtete, es je schaffen konnte, bis in den Weltraum vorzudringen. Widerlich! Obwohl er die Schuhe schon geputzt hatte, hatte er immer noch das Gefühl, dass der Haufen Targdung, in den er im Transporterraum getreten war, an den Sohlen klebte.
„Wir hätten sie abschießen sollen,“ brummte Kavun.
„Dafür gab es keine Notwendigkeit,“ entgegnete der Großinquisitor. „Beflecke deine Hände nicht mehr mit Blut als unbedingt erforderlich zum Lobe des Herrn. Regula Sancti Gregori Paragraph 3.“
„Die Spürhunde LaSalles werden wir nicht so leicht los werden,“ fuhr Kavun fort und stapfte in seinen schweren Stiefeln an eines der Konsolen.
„Darum ist es essentiell, dass wir unsere Tarn- und Maskierungsvorrichtung hier implementieren,“ antwortete Richard, den Blick immer noch in das Samtschwarz auf dem Bildschirm gerichtet. Der Nicht-Anblick hatte etwas überaus Beruhigendes.
„Ich denke, meine Leute und ich, wir haben das in ein paar Stunden angepasst. Schließlich ist das eine terranische Station, und unsere Technik ist weitgehend terranisch. Das sollte also kein Problem darstellen.“ Kavun machte einen großen Schritt an die nächste Konsole, wischte die Überreste eines klingonischen Mahles herunter und rief die Steuerung auf. „Yong-ha und Geraux arbeiten dran. Wir können sogar in einem der Emitterarrays eine kleine Kapelle einrichten. Die Abschirmung ist stark genug.“
„Ein löblicher Gedanke. Aber beim augenblicklichen Stand der Dinge präferiere ich eine rasche Instandsetzung der Waffensysteme und den Einbau der Tarnung.“
Der eher klobige Kommunikator älterer Bauart, den Kavun an seine Jacke geklemmt hatte, brummte aufdringlich.
Er aktivierte das Gerät und hörte einen seiner Leute:
+Ich checke gerade die Waffen, und ich sage dir, da hat einer dran gefummelt!+
Am Tonfall erkannte Von Rabenstein Osman, einen einäugigen Ex-Marine.
„Erzähle mir bloß nicht, die haben versucht, ihren klingonischen Mist hier einzubauen!“
+Ne, im Gegenteil! Das sind Mark-VIII-Disruptoren, in meiner Dienstzeit habe ich bloß Mark VI kennengelernt. Und die Energieeffizienz, Wahnsinn! Die Modulatorkupplungen – das ist neueste terranische Technik!+
„Und die Klingonen haben sie eingebaut?!“
+Laut Computerlog ja, die Veränderungen wurden in den letzten vier Tagen vorgenommen.+
Kavun fluchte. Richard hob die Augenbrauen. „Dass heisst, unsere plattenköpfigen ‚Freunde‘ haben einen Lieferanten gehabt. Einen Waffenlieferanten aus dem Herzen des Imperiums.“
Plötzlich drangen Schreie und Kampfgeräusche aus dem Kommunikator. „He! Was ist da los? Osman?!“
+Alles im Griff,+ tönte es zurück. +Hab so eine Plattenkopfratte gefangen. Versteckte sich in einer der Phaserrohre.+
Interessant, dachte Richard. Sehr interessant.
*** Einige Stunden später / Auf der Transmitterstation ***
Großinquisitor Von Rabenstein musterte den vor ihm an einen Stuhl gefesselten jungen Klingonen so emotionslos wie einen Stein am Wegesrand. Eigentlich war der Bursche noch ein Kind. Die langen rotbraunen Locken hingen ihm zerzaust über die Schultern, und die Uniform war ein wenig zu groß für ihn. Sein Gemütszustand war auch für jemanden ohne betazoidische Gene und spezielles Training zu durchschauen. Er war wütend auf die Terraner, wütend auf seine Leute, aber vor allem wütend auf sich selbst, dass er sich hatte fangen lassen und nun hier saß – wie ein Idiot! Anstatt einen glorreichen Tod auf dem Schlachtfeld gefunden zu haben! Es bedurfte nur ein paar kleiner dezenter Anstöße, um ihn dorthin zu manövrieren, wo der Großinquisitor ihn haben wollte…
„…daher hast du dich für sehr schlau gehalten, als du dich in den Phaserröhren versteckt hast. Es war auch schlau. Denn es gibt dir die Gelegenheit, an etwas Großen zu partizipieren,“ sagte Richard in fehlerfreien, nur etwas antiquiertem Klingonisch.
Der junge Klingone und rotzte einen Fluch aus.
„…Die Frage ist nur, wirst du bei diesem Großen auf der Seite der Gewinner oder der nichtswürdigen, ehrlosen Verlierer stehen. Wird dein bisher erbärmliches Leben einen Sinn gehabt haben, oder wirst du schlicht im Vergessen versinken, das über Verlierer hinwegzugehen pflegt.“
„Ich rede nicht mit dir, du terranischer Ptakh!!!“
„Dein Kommandant hat sich also mit einem Mittelsmann von Ferenginar getroffen?“
„Du Lügenmaul! NIE hätte er sich mit einen dieser Großohren-Krämer abgegeben! Er war aus dem Haus Kamoragh, dem Haus des letzten Imperators!“
„Du hast eben selbst gesagt, ein Unterhändler von Ferenginar.“
„Aber kein FERENGI!“
Richard hatte Befürchtungen gehegt, dass seine Verhör-Skills nach der lange Pause etwas gelitten haben könnten, aber wie sich zeigte, war das nicht der Fall. Sanft bugsierte er seinen Gefangenen noch etwas weiter in Richtung Ehrlosigkeit, ihn, seinen Kommandanten und die ganze Gruppe Rebellen, die diesen Transmitterposten erobert hatte…
„Wir haben mit einem Terraner verhandelt, mit einem stinkenden Terraner wie du einer bist!“
Danke. „Du willst behaupten, ein Terraner hätte mit euch Geschäfte gemacht? Euch Waffen geliefert?“
„Ich behaupte gar nichts!!!“
„Oh doch. Lass uns noch einmal von vorn beginnen. Bei dem Terraner auf Ferenginar…“
![[Bild: Signatur-Rabenstein-neu.jpg]](http://www.uss-saipan.de/USS-Saipan/Signatur-Rabenstein-neu.jpg)
