Mar-Sun-2019, 07:42 PM
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Mar-Sun-2019, 07:42 PM von Sokar.)
*** USS Picard / Büro von Captain Sokar ***
Sokar nahm einen Schluck des vulkanischen Gewürztees, den der Replikator beinahe perfekt generieren konnte und setzte dann sein Logbuch fort: "Seit zwei Tagen durchfliegen wir das Hoheitsgebiet der Ashani. Ich bin dankbar, dass uns der Rat diese Möglichkeit eröffnet hat, trotz des beginnenden Laichzyklus. Diese Route wird uns einige Monate Reise ersparen. Jetzt, wo wir uns schon so weit in Richtung Heimat bewegt haben, bedeutet jeder Umweg eine unzumutbare Belastung für meine Crew."
Er blickte aus dem Fenster zu den sich in nicht allzuweiter Entfernung zu einem dichten leuchtenden Netzwerk verdichtenden Sternen. Die Ausläufer der Milchstraße. Seit fünf Jahren war die Picard unterwegs und dank glücklicher Umstände, der Ausnutzung natürlicher Phänomene und der Hilfbereitschaft diverser Völker hatten sie die Leere zwischen den Galaxien überwunden. Es läutete an der Tür und Sokar stoppte seinen Logbucheintrag. Chefingenieur Tr'Kovath trat ein.
"Hier ist mein Bericht über die Modifizierungen, die die Ashani an unserem Antrieb bewerkstelligen konnten," sagte er und reichte dem Kommandanten ein Padd. "Es ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass unsere Technik ihnen vorkommen musste wie uns ein dampfgetriebener Zug."
Sokar dankte und überflog den Bericht, den er später in sein Logbuch inkorporieren würde.
"Glauben Sie, dass es den Ashani gelingt, ihre Probleme beizulegen?" fragte Tr'Kovath mit einem nachdenklichen Blick zurück auf den winzigen Punkt, der die Sonne des Ashani'ta-Systems war. "Wenn ich daran denke, was für Tumulte..." er lächelte schief, "... gelinde gesagt, es geben würde, wenn jemand versuchen würde, die Vulkanier und die Rihannsu wieder zu vereinigen - und wir haben mehr gemeinsam als die Dalharran und die Ashani."
"Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen kann. Wir haben den Obersten Rat kurz nach der ersten Sitzung verlassen, an der die Dalharran teilnehmenn konnten. Sicherlich werden noch sehr viele weitere nötig sein, ehe die Beziehungen der beiden Spezies sich normalisiert hat. Vorteilhaft ist sicher, dass sie nicht auf denselben Planeten Anspruch erheben, sondern sich jeweils eine eigene Heimat geschaffen haben. Nun kommt es darauf an, dass sie ihre Verschiedenheit nicht als gegenseitige Bedrohung, sondern Bereicherung auffassen."
" 'Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination' ", zitierte Tr'Kovath die vulkanische Maxime. Dann seufzte er. "Ich wäre schon froh, wenn ich mit meinem Bruder einen Weg der, sagen wir friedlichen Koexistenz finden könnte!"
"Je näher man sich steht, um so schwieriger kann es sein. Glauben Sie mir. Meine ältere Schwester und ich haben seit Jahren nicht miteinander gesprochen, und zwar vor dem Unfall der Picard. Es war eine ganz ähnliche Sache wie mit Ihrem Bruder. Sie verübelte es mir, dass ich zur Sternenflotte gegangen bin, anstatt eine wissenschaftliche Karriere an der Akademie anzustreben."
"Oh, das... hätte ich einer Vulkanierin nicht zugetraut - wenn Sie mir erlauben, dass zu sagen. Das ist doch ganz unlogisch."
"Nun, sie hätte diesen Einwand mit Sicherheit nicht gelten lassen. Aber in den Jahren unserer Reise ist mir klar geworden, wo unser beider Fehler lag: wir haben immer versucht, den anderen von unserer Meinung zu überzeugen, einfach, weil wir es zu gut mit ihm meinten, weil wir uns verantwortlich fühlten. Aber manchmal ist es wichtiger - und logischer - nicht überzeugen oder rechtfertigen zu wollen, sondern einfach zuzuhören. Sehen Sie es als Chance, Tr'Kovath, dass Ihr Bruder hier an Bord gekommen ist. Glauben die Rihannsu nicht, dass alle Dinge des Universums miteinander verbunden sind und nichts ohne Grund geschieht?"
"Nun ja, ich komme aus keiner sonderlich gläubigen Familie, Sir."
"Was ich sagen will ist: Sie sitzen beide hier und können nicht weg. Ergreifen Sie die Chance."
"Ich tue, was ich kann."
*** In der Kantine ***
Marlowe, Howy und Counselor Janice saßen an einem Tisch in der Ecke. Während Marlowe das replizierte Roastbeef lobte, das "wirklich echt" schmeckte, knabberte Janice an ihrem veganischen Salatmenü. Howy, der etwas eher eingetroffen war, war inzwischen schon zu seinem 'Feierabendbierchen' übergegangen.
"Was mir immer noch nicht klar ist, wie die das mit den Transporterschatten gemacht haben," sagte Marlowe zwischen zwei Bissen. "Um ehrlich zu sein, ist mir immer noch etwas flau, wenn ich in eine Jeffriesröhre kriechen muss."
"Aber die Ashani haben uns versichert, dass die Dinger nur eine 'Lebensdauer' von etwa 24 Stunden haben," erwiderte Janice. "Und wir haben mit ihnen gemeinsam die Subsysteme überprüft. Es spukt nicht auf der Picard."
"Oder zumindest nicht mehr." Howy grinste. "Hab gehört, Nalae ist jetzt gar kein so großer Freund von terranischen Gothic Novels mehr."
Marlowe lachte. "Ja, könnte mir vorstellen, dass die entsprechenden Holoprogramme jetzt ziemlich lange im Speicher ablagern."
"Ich bin froh, dass ich in der Zeit auf Ashani'ta war", sagte Howy mit einem Augenzwinkern. "Sommer, Sonne, Tauchen...."
"Ich beneide dich," sagte Janice. "Diese Meereshabitate hätte ich auch gern noch gesehen. Ich tauche ja leidenschaftlich gern, wisst ihr. Aber immerhin haben uns die Ashani ein paar neue Pflanzen für's Arboretum und die Kantine geschenkt." Sie machte eine Handbewegung neben sich. "Finde ich einfach großartig, diese Farben! Da fühle ich mich gleich wie im Urlaub!"
Sokar nahm einen Schluck des vulkanischen Gewürztees, den der Replikator beinahe perfekt generieren konnte und setzte dann sein Logbuch fort: "Seit zwei Tagen durchfliegen wir das Hoheitsgebiet der Ashani. Ich bin dankbar, dass uns der Rat diese Möglichkeit eröffnet hat, trotz des beginnenden Laichzyklus. Diese Route wird uns einige Monate Reise ersparen. Jetzt, wo wir uns schon so weit in Richtung Heimat bewegt haben, bedeutet jeder Umweg eine unzumutbare Belastung für meine Crew."
Er blickte aus dem Fenster zu den sich in nicht allzuweiter Entfernung zu einem dichten leuchtenden Netzwerk verdichtenden Sternen. Die Ausläufer der Milchstraße. Seit fünf Jahren war die Picard unterwegs und dank glücklicher Umstände, der Ausnutzung natürlicher Phänomene und der Hilfbereitschaft diverser Völker hatten sie die Leere zwischen den Galaxien überwunden. Es läutete an der Tür und Sokar stoppte seinen Logbucheintrag. Chefingenieur Tr'Kovath trat ein.
"Hier ist mein Bericht über die Modifizierungen, die die Ashani an unserem Antrieb bewerkstelligen konnten," sagte er und reichte dem Kommandanten ein Padd. "Es ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass unsere Technik ihnen vorkommen musste wie uns ein dampfgetriebener Zug."
Sokar dankte und überflog den Bericht, den er später in sein Logbuch inkorporieren würde.
"Glauben Sie, dass es den Ashani gelingt, ihre Probleme beizulegen?" fragte Tr'Kovath mit einem nachdenklichen Blick zurück auf den winzigen Punkt, der die Sonne des Ashani'ta-Systems war. "Wenn ich daran denke, was für Tumulte..." er lächelte schief, "... gelinde gesagt, es geben würde, wenn jemand versuchen würde, die Vulkanier und die Rihannsu wieder zu vereinigen - und wir haben mehr gemeinsam als die Dalharran und die Ashani."
"Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen kann. Wir haben den Obersten Rat kurz nach der ersten Sitzung verlassen, an der die Dalharran teilnehmenn konnten. Sicherlich werden noch sehr viele weitere nötig sein, ehe die Beziehungen der beiden Spezies sich normalisiert hat. Vorteilhaft ist sicher, dass sie nicht auf denselben Planeten Anspruch erheben, sondern sich jeweils eine eigene Heimat geschaffen haben. Nun kommt es darauf an, dass sie ihre Verschiedenheit nicht als gegenseitige Bedrohung, sondern Bereicherung auffassen."
" 'Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination' ", zitierte Tr'Kovath die vulkanische Maxime. Dann seufzte er. "Ich wäre schon froh, wenn ich mit meinem Bruder einen Weg der, sagen wir friedlichen Koexistenz finden könnte!"
"Je näher man sich steht, um so schwieriger kann es sein. Glauben Sie mir. Meine ältere Schwester und ich haben seit Jahren nicht miteinander gesprochen, und zwar vor dem Unfall der Picard. Es war eine ganz ähnliche Sache wie mit Ihrem Bruder. Sie verübelte es mir, dass ich zur Sternenflotte gegangen bin, anstatt eine wissenschaftliche Karriere an der Akademie anzustreben."
"Oh, das... hätte ich einer Vulkanierin nicht zugetraut - wenn Sie mir erlauben, dass zu sagen. Das ist doch ganz unlogisch."
"Nun, sie hätte diesen Einwand mit Sicherheit nicht gelten lassen. Aber in den Jahren unserer Reise ist mir klar geworden, wo unser beider Fehler lag: wir haben immer versucht, den anderen von unserer Meinung zu überzeugen, einfach, weil wir es zu gut mit ihm meinten, weil wir uns verantwortlich fühlten. Aber manchmal ist es wichtiger - und logischer - nicht überzeugen oder rechtfertigen zu wollen, sondern einfach zuzuhören. Sehen Sie es als Chance, Tr'Kovath, dass Ihr Bruder hier an Bord gekommen ist. Glauben die Rihannsu nicht, dass alle Dinge des Universums miteinander verbunden sind und nichts ohne Grund geschieht?"
"Nun ja, ich komme aus keiner sonderlich gläubigen Familie, Sir."
"Was ich sagen will ist: Sie sitzen beide hier und können nicht weg. Ergreifen Sie die Chance."
"Ich tue, was ich kann."
*** In der Kantine ***
Marlowe, Howy und Counselor Janice saßen an einem Tisch in der Ecke. Während Marlowe das replizierte Roastbeef lobte, das "wirklich echt" schmeckte, knabberte Janice an ihrem veganischen Salatmenü. Howy, der etwas eher eingetroffen war, war inzwischen schon zu seinem 'Feierabendbierchen' übergegangen.
"Was mir immer noch nicht klar ist, wie die das mit den Transporterschatten gemacht haben," sagte Marlowe zwischen zwei Bissen. "Um ehrlich zu sein, ist mir immer noch etwas flau, wenn ich in eine Jeffriesröhre kriechen muss."
"Aber die Ashani haben uns versichert, dass die Dinger nur eine 'Lebensdauer' von etwa 24 Stunden haben," erwiderte Janice. "Und wir haben mit ihnen gemeinsam die Subsysteme überprüft. Es spukt nicht auf der Picard."
"Oder zumindest nicht mehr." Howy grinste. "Hab gehört, Nalae ist jetzt gar kein so großer Freund von terranischen Gothic Novels mehr."
Marlowe lachte. "Ja, könnte mir vorstellen, dass die entsprechenden Holoprogramme jetzt ziemlich lange im Speicher ablagern."
"Ich bin froh, dass ich in der Zeit auf Ashani'ta war", sagte Howy mit einem Augenzwinkern. "Sommer, Sonne, Tauchen...."
"Ich beneide dich," sagte Janice. "Diese Meereshabitate hätte ich auch gern noch gesehen. Ich tauche ja leidenschaftlich gern, wisst ihr. Aber immerhin haben uns die Ashani ein paar neue Pflanzen für's Arboretum und die Kantine geschenkt." Sie machte eine Handbewegung neben sich. "Finde ich einfach großartig, diese Farben! Da fühle ich mich gleich wie im Urlaub!"
