MISSIONSSTART Zwischen Licht und Finsternis
#1
NRPG: Also, sollte so ein Mix von meinem und eurem Vorschlag werden =)

RPG:
*** Gavidian ***


Richard von Rabenstein deaktivierte das Holodisplay des Datenlesegerätes. Nun erhellte nur noch eine altertümliche Tranfunzel das spartanische Fels’gemach‘. Sie mussten Strom sparen, oder die Tarnfelder würden bald ganz ausfallen.

Die Nachrichten, die ihn aus dem Imperium erreicht hatten, waren ebensowenig dazu angetan, ihn zu beruhigen. Es hieß, dass der entmachtete und untergetauchte LaSalle eine Armee von psionischen Augments aufbaue. Und selbst, wenn nur ein Bruchteil davon wahr war… Richard erschauerte. Während leichte genetische Modifizierungen erlaubt waren, auch in Richtung wie sie an ihm vorgenommen worden waren, so dass er über empathische Fähigkeiten verfügte, so waren Eingriffe, die Voll-Telepathen erschaffen konnten, die reine Häresie. Sämtliche Forschungen und Experimente dazu standen auf dem Index und wurden streng geahndet. Von Natur aus telepathische Spezies wie die Betazoiden mussten Inhibitoren tragen, sobald sie sich im Gebiet des Imperiums bewegten. Zumindest in dem Universum, aus dem es ihn hier her verschlagen hatte….
Herrschten hier andere Gesetze diesbezüglich? Es war einerlei. Gotteslästerung in jedem Universum!

Überhaupt, dachte der Inquisitor Maximus Electus, war diese Welt ein Sündenpfuhl, den er auszutrocknen gedachte. Das Imperium sollte zurück zu seiner wahren Größe finden, zu seiner Bestimmung! Er wandte den Kopf zur Seite, wo die glatten Felswände im flackernden Licht der Funzel seine Gestalt spiegelten. Die kalte Schönheit eines Erzengels, der sich bereitmachte, das Übel auszurotten.

Jemand betätigte den Türklopfer. Richard warf einen Blick in den Bildschirm der draußen angebrachten primitiven, aber ihren Zweck erfüllenden Kamera und öffnete dann. Das vor fünf Tagen ausgesandte Team, das die Absturzstelle untersuchen sollte, war endlich zurück! Allein.

„Es gab nichts mehr, was wir für den Piloten des Schiffes tun konnten,“ berichtete der Leiter der Expedition, ein drahtiger, dunkelhäutiger Mensch namens Kavun. „Er war vermutlich schon tot bei der Bruchlandung. Seine Spezies habe ich noch nie gesehen.“ Er reichte dem Inquisitor ein Bildaufzeichnungsgerät, dass ebenso antik wie die Kamera über der Tür war.

Richard rief ein Foto nach dem anderen mit raschen Fingerbewegungen auf. Er fand es überraschend, wie schnell man sich doch an niedere Standards der Quasi-Steinzeit gewöhnte! Auch er hatte diese Spezies noch nie gesehen. Das Individuum wirkte wie eine Mischung aus Humanoide und Pflanze, mit borkenartiger Haut und tentakelartigen Auswüchsen an den Armen. Das Schiff war ein Schrotthaufen. So viel zu der Hoffnung, verwertbare Teile ausschlachten zu können!

„Wir schätzen, dass er vor irgendetwas auf der Flucht war. Das kleine Schiffchen hatte Einschläge von Phaserfeuer, die rechte Warpgondel war abgetrennt, vermutlich ebenfalls durch Beschuss,“ berichtete Kavun weiter. Er kannte sich aus; er war einst Ingenieur in der terranischen Flotte gewesen, bevor ihn Spielschulden zu einem Diebstahl brachten und er im Gefängnis landete – aus dem ihn erst der Krieg befreit hatte. „…Außerdem wies die Hülle an mehreren Stellen die typischen Belastungssymptome von einem langanhaltenden Traktorstrahl auf.“

„Also war ihm jemand auf der Spur,“ resümierte Richard. Und dies bedeutete, sie mussten diesen Planeten umgehend verlassen. „Irgendwelche Hoheitszeichen entdeckt?“

„Nein, Exzellenz. Der Konfiguration nach war es ein Shuttle, mit kurzer Reichweite. Ältere Bauart, höchstens Warp 6.“

Wer auch immer nach dem Schiff und seinem Insassen auf der Jagd gewesen war, es war gut möglich, dass hier bald ein Suchkommando herumschnüffelte. Oder dass man ihr Refugium ohnehin schon entdeckt hatte! „Kavun, mach unsere Yacht startklar. Es ist Zeit, diese ungastliche Eiswüste hinter uns zu lassen.“

Natürlich war ‚Yacht‘ für das aus dritter Hand erworbene ehemalige Scoutschiff sicher auch etwas übertrieben, aber Richard fand, dass Erbärmlichkeit, beziehungsweise Größe in weiten Teilen eine Sache der inneren Einstellung war. Wer sich in diesem Universum erst damit abfand, dass er ein armes getretenes Opfer war, WAR genau ein solches. Er, der Inquisitor Maximus Electus, war es nicht, auch wenn er hier auf einer rostigen Kiste anstatt auf seinem Amtsthron saß, und die Schar seiner ergebenen Diener gerade einmal 20 Frauen und Männer ausmachte.

„Wir sind bereit, für Euch zu sterben, Exzellenz,“ versicherte Kavun inbrünstig.

„Das ist löblich, aber im Augenblick liegt mir mehr an einer lebenden Armee als an Märtyrern.“

„Aber … aber wohin wollen wir?“ Er schien angenommen zu haben, in ein glorreiches Selbstmordkommando zu marschieren.

„Nach Telleria. Laut meiner letzten Informationen wurde die Raumstation dort kürzlich von klingonischen Rebellen eingenommen.“

Das Reconnaisanceteam verzog die Gesichter. Sie mochten selbst gejagte Flüchtlinge sein, aber dennoch hielten sie sich für bedeutend höherwertiger als alle Nicht-Menschen. „Exzellenz,“ flüsterte eine asiatische Frau mit Igelfrisur voller Abscheu. „Es sind… Klingonen."

"Der Feind meines Feindes ist mein Verbündeter."

"... Kampfmaschinen, Tiere voller niederer Instinkte… Es heisst, sie reissen den Feinden das Herz aus dem Leib und-„

„Ich habe nicht vor, sie im Zweikampf niederzuringen,“ schnitt Richard ihr das Wort ab, ehe sie sich in weiteren üblen Ausmalungen ergehen konnte. „Sondern mit dem Verstand. Mit List. Mit den Waffen des Geistes. – Gut, seht zu, dass wir so rasch es geht startklar sind und macht die Minen einsatzbereit. Hier darf nichts von uns zurück bleiben.“
[Bild: Signatur-Rabenstein-neu.jpg]
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