Umbra et Malleus Log 39 / Joint Log / Hammerton / Vandenberg
#1
ISS Dark Mirror / Arrestbereich

Mort Caldred stand, wie ein Nebelhorn brüllend, hinter einem massiven Geräteschrank und tauschte Schüsse mit mehreren Wachen aus, während er versuchte, Sokar an der Wachkonsole Feuerschutz zu geben. Was wollte dieser Trottel von Vulkanier noch mit seinem Sohn anfangen? Dieser hatte seine Verachtung gegenüber seinem Vater ja wohl schon ausgedrückt. Aber bitte. Kampfgefährte war Kampfgefährte und für einen Karyaner gab es nichts Wichtigeres als den Gefährten im Kampf. Trotzdem sollte Sokar sich jetzt beeilen, denn in dem nur halb geöffneten Schott erschienen jetzt die Silhouetten von gepanzerten Personen: 2 Marines tauchten auf, in den Händen schwere Schnellfeuerwaffen, welche das terranische Militär normalerweise gegen Kampfandroiden einsetzte. Oder für Exekutionen. Und Marines waren eine andere Sache, als die normalen Wachen. Mort brüllte zu Sokar hinüber.

MC: Marines. Beeil Dich oder die ziehen uns das Fell über die Ohren.

Sokar versuchte mit seiner Stimme den Kampflärm zu übertönen.

So: Ich brauche noch etwas Zeit.
MC: Ich versuche uns noch etwas Zeit zu erkaufen und…..SCHEISSE

Mort hatte gerade noch Zeit, sich zur Seite zu werfen und unter einen Tisch zu rollen. Ein brüllender, blauer Lichtstrahl hatte sich durch den Schrank gebohrt und war in die Wand hinter Mort eingeschlagen. Das Metall schmolz und lief an der Wand herunter.

MC: AGSM-11. Die Dinger haben nur eine Einstellung: Töten!
So: Das ist irrelevant.
MC: Das ist nicht irrelevant, das ist Wahnsinn!.

Wie auf Kommando setzte ein wahres Trommelfeuer von Schüssen ein, welches den Schrank, hinter dem Mort nur Sekunden vorher gestanden hatte, in Sekunden zu rauchender Schlacke reduzierte.

MC: Wenn wir nicht sofort von hier verschwinden, werden wir in Asche verwandelt.
So: Wenn es so sein soll.

Mort fluchte ungehemmt, gab ein paar sporadische Schüsse in Richtung des Schotts ab und zog sich wieder unter den Stahltisch zurück. Er blickte sich um. In etwa 10m Entfernung befand sich eine Bodenklappe zu einem Schacht, welcher wohl direkt raus ins All führte. Soviel zumindest hatte er von Sokar aufgeschnappt. Mort vermutete, dass durch diesen Schacht spezielle Gefangene in den Arrestbereich gebracht wurden. Wenn man die Klappe öffnete…

MC: Der Schacht!
So: Noch nicht!
MC: Aber….
So: NOCH NICHT!

Mort fluchte ausgelassen und drehte sich in Richtung des Schachtes um. In diesem Augenblick stoppte das Feuer und eine unheimliche Stille verbreitete sich. Diese Stille wurde nach 2 Sekunden von dem Geräusch stählerner Sohlen unterbrochen, Sokar schien nicht zu reagieren und so drehte sich Mort um. Und was er sah, war selbst für den Karyaner ungewöhnlich:
Ein Terraner, in der Uniform eines Colonels der Imperial Marines, betrat den Raum. In seinen Händen hielt er jeweils ein schweren Kampfstab an welchem sich an einem Ende eine rasiermesserscharfe Klinge befand. Der Mann schritt bis in die Mitte des Raums und rief dann, mit donnernde Stimme, Mort etwas zu. Mort erkannte den Terraner jetzt: Hammerton.

FH: Ich wiederhole noch einmal. Karyaner. Gemäß den Gesetzen des Kavendith fordere ich Dich zum Kampf heraus.

Sokar drehte sich ruckartig herum.

So: Mort, nein, das ist…

Sokar musste sich hinter der Wachkonsole ducken, denn er wurde durch Schüsse förmlich hinter der Konsole festgenagelt.
Mort wandte sich an Hammerton.

MC: Was weißt Du schon vom Kavendith?
FH: Ich kenne Euch Karyaner. Sokrum Awwaas Koloöl!
So: MORT!
MC: Ich muss diese Herausforderung annehmen. Der Kavendith ist heilig!
FH: Gut. Hier!


Hammerton warf Mort einen der beiden Kampfstäbe zu und ging dann in Kampfstellung. Mort fing den Stab geschickt auf und grunzte dann Hammerton an.

MC: Ich werde Dich zerquetschen, du weiche Made.
FH: Das werden wir sehen! HAKRARA!

In diesem Augenblick erschienen Vandenberg und von Rabenstein im Raum.

Va: Hammerton, was glauben Sie, was Sie da tun? Und warum haben Ihre Marines meine Wachen entwaffnet?
FH: Ihre Wachen waren eher eine Gefahr für sich, als für die Gefangenen. Und ich tue das einzig Richtige. Von Krieger zu Krieger.
Va: Ohne meine Erlaubnis?
FH: Wenn ich auf Ihre Erlaubnis gewartet hätte, wären die Gefangenen jetzt in einem Shuttle. Und nun entschuldigen Sie mich. Ich habe etwas zu erledigen!

MC: HAKARA! VANDUL!

Mort sprang aus dem Stand fast 3 Meter hoch in die Luft und wirbelte in einem Salto auf Hammerton zu. Doch dieser trat mit einer Leichtfüßigkeit zur Seite, welche man ihm nicht zugetraut hätte. Doch Mort reagierte genauso schnell: Mit der klingenlosen Seite des Kampfstabes fegte er Hammerton von den Füßen, wechselte die Seite des Kampfstabes und ließ die Klinge des Kampfstabes niedersausen. Doch dort wo sich Hammertons Hals befinden sollte, war der Boden leer. Funkensprühend schlug die Klinge auf den Stahlboden, Mort sprang zurück, doch wurde von einem mörderischen Stoß in den Rücken zu Boden geworfen. Mit einem schwirrenden Geräusch zischte Hammertons Stab durch die Luft und landete krachend auf Morts Stab, welcher den Schlag gerade noch parieren konnte. Die beiden Kontrahenten sprangen auseinander und schlugen wieder und wieder aufeinander ein. Der Kampf wurde immer intensiver und schneller. Und hinzu kam das Dauerfeuer auf Sokar, welches den Vulkanier hinderte, einzugreifen.

Vandenberg schüttele den Kopf.

Va: Wie lange kann Hammerton da mithalten?

Von Rabenstein zuckte mit den Schultern.

Ra: Der Karyaner ist ihm körperlich überlegen. Aber ich glaube nicht, das Hammerton glaubt, den Karyaner mit bloßer Körperkraft niederringen zu können.
Va: Woher wollen Sie das wissen?
Ra: Im Gegensatz zu der Vorgehensweise Ihrer Leute, handelt Hammerton logisch und zielgerichtet.
Va: Und das können Sie beurteilen?
Ra: Sie haben mich gefragt.
Va: Wie auch immer. Ich werde mir diesen Blödsinn nicht länger ansehen.

Vandenberg enteile.

In diesem Augenblick veränderte sich das Kampfgeschehen. Mort hatte Hammerton mit einem Schlag seines Schwanzes auf der Brust getroffen und den Terraner fast 5 Meter durch den Raum geschleudert. Krachend landete Hammerton auf dem Boden vor einem Kasten mit Feuerlöschmaterial und schien nicht mehr aufstehen zu können. Mit einem Satz war Mort über Hammerton und erhob, einen triumphierenden Kampfschrei ausstoßend, seinen Kampfstab zum tödlichen Schlag. Doch statt in die Augen eines totgeweihten Besiegten zu blicken, blickte Mort direkt auf die Spitze einer Kapselharpune, welche normalerweise dazu verwendet wurde, im Falles eines Brandes, Löschmittel in Lüftungsschächte zu schießen. Und Hammerton drückte ab!
Mit einem donnernden Knall schoss die Harpune aus dem Lauf des Halters und schlug krachend ins Morts Brust ein.. Zwar durchdrang sie nicht die tieferen Hautschichten, doch der Aufprall schleuderte Mort 10 Meter weit durch den Raum. Der Karyaner landete hart auf dem Stahlboden, nach Luft ringend.
Hammerton hatte nun beide Kampfstäbe in seinem Besitz und ging langsam auf den Karyaner zu. Und der Blick des Terraners verriet seine Absicht eindeutig. Mort versuchte aufzustehen, doch er bekam kaum Luft. Jeder Atemzug schmerzte höllisch. Und dazu schlenderte Hammerton scheinbar gelangweilt auf Mort zu, Warum tötete ihn der Terraner nicht? Wollte er sich am Anblick des Karyaners weiden. Nein! Dies wurde dem Karyaner plötzlich klar. Denn jetzt fiel Morts Blick auf die Bodenklappe nur 2 Meter von ihm entfernt. Einer der Schüsse hatte wohl die Kontrolle der Klappe getroffen und die Verriegelung geöffnet. Hammerton rief Mort etwas zu.

FH: Kulembarach!

Dies war eindeutig. Hammerton hielt sich an die Regeln des Karendith, jener alten Zweikampfregel der Karyaner. Die Kampf war noch nicht zu Ende, die Entscheidung nur vertagt. Das massive Trommelfeuer aus den AGSM-11 setzte wieder ein und Mort ließ sich in den Schacht fallen. Dann verlor er das Bewusstsein.

Hammerton war wieder zum Schott hinaus gehechtet und klopfte sich den Staub von den Kleidern. Von Rabenstein blickte ihn an.

Ra: Sie haben den Karyaner laufen lassen?
FH: Ich habe mich, nur ganz rudimentär, mit der Geselschat der Karyaner befasst. Ist schon Jahre her. Wir hatten damals ein paar Karyaner als Gegner auf Harik IV. Ihr Nahkampfstil hat mit interessiert. Also habe ich ihn kopiert und eingeübt. Zumindest den Anfängerteil.
Ra: Nach Anfänger sah das aber nicht aus!
FH: Wenn Sie wüssten, Euer Exzellenz. Natürlich habe ich mich auch mit den Regeln des Zweikampfes beschäftigt. Gehört dazu. Der Einsatz der Harpune war nicht ganz regelkonform. Daher steht es Unentschieden. Für mich und vor allem für den Karyaner.
Ra: Ich verstehe. Glauben Sie denn, dass der Karyaner sich daran hält?
FH: Sein Ehrenkodex lässt ihm keine andere Wahl. Und seit wann lässt ein Karyaner auf sich sitzen, dass er von einer weichen Made 10 Meter durch die Luft geschleudert wurde?
Ra: Er hat jetzt die Möglichkeit, zu einem Shuttle zu flüchten.
FH: Er wird dieses Schiff nicht ohne den Vulkanier verlassen. Auch das wird ihm sein Ehrenkodex diktieren. Und wer sich an einen starren Ehrenkodex hält und noch seinen Kampfgefährten retten muss, macht Fehler.

Von Rabenstein lächelte dünn.

Ra: Sie sind ein gefährlicher Mann, Hammerton.

Hammerton grinste böse.

FH: Vor allem für mich, Euer Exzellenz, vor allem für mich. Wo ist denn Colonel Vandenberg?
Ra: Ich weiß es nicht. Er sagte und ich zitiere „Ich werde mir diesen Blödsinn nicht länger ansehen.“ Und dann ist er mit unbekanntem Ziel entschwunden.
FH: Das passt zu ihm. Kümmern wir uns um den Vulkanier.

Sokar hatte inzwischen Morts Disruptor, welchen dieser vor dem Zweikampf verloren hatte, in Besitz genommen und nahm das Schott, in welchem sich die Marines verschanzt hatten unter Dauerfeuer. Laut der Energieanzeige des Disruptors hatte er noch für etwa 2 min. Energie. Und dann waren noch 2 Magazine und eine Projektilwaffe übrig. Er würde noch für einige Minuten durchhalten können. Doch wo zur Hölle hatte Vandenberg seinen Sohn versteckt? Hammertons Stimme dröhnte durch den Raum.

FH: Sokar, geben Sie auf. Sie haben keine Chance und das wissen Sie.

Sokar überlegte fieberhaft, was er tun konnte. Wenn er Zugang zum Abluftventil der Feuerlöscheinrichtung bekommen würde, könnte er den Bereich dem Vakuum des Alls aussetzen und dann durch den Schacht verschwinden. Das würde seine Widersache hinter das Schott zwingen, wenn sie nicht ersticken wollten.

FH: Wenn Sie jetzt aufgeben, kann ich Ihnen etwas garantieren.
So: Lassen Sie mich raten. Etwa freien Abzug?
FH: Nein, einen schmerzlosen Tod.
So: Danke, derzeit kein Bedarf.

Sokar nahm wieder das Schott unter Beschuss. In diesem Augenblick öffnete sich die Panzertür zu den Unterkünften des Sicherheitspersonals und 2 Personen erschienen im Raum. Vandenberg und eine zweite Person im Schatten hinter ihm. Vandenberg schien unbewaffnet, durch einen tragbaren Stahlschild jedoch halbwegs geschützt. Vandenbergs befehlsgewohnte Stimme hallte wie der Donner einer Kanone durch den Raum.

Va: Sokar, lassen Sie den Blödsinn. Es gibt Redebedarf.
So: Nicht mit Dir, Terraner.

Vandenberg wies auf den schattenhaften Umriss hinter sich.

Va: Auch gut. Wenn Sie nicht mit mir reden wollen, dann evtl, mit ihm.

Vandenberg trat zur Seite und neben ihm erschien eine Sokar nur allzu bekannte Person: Sein Sohn.
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#2
Wow! Tolle Action mit Martial Arts - hab es richtig vor mir gesehen.
[Bild: Sareth-neu.jpg]
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