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Zwischen Licht und Finsternis - Abschlusslog - Richard von Rabenstein - Jul-Sun-2024 NRPG: in diesem Universum haben wir ja keinen Papst, nur den Kaiser und einen normalen Bischof von Rom. Also all der Prunk, den früher vor dem Konzil die Päpste hatten, ist hier Teil des Amtes des Großinquisitors. RPG: *** Terra / Rom *** Der ehrwürdige alter Petersdom aus Zeiten des ersten christlichen Kaisers – an die 2000 Jahre alt – glänzte in festlicher Beleuchtung und wetteiferte mit den Bannern am daneben stehenden, einige Jahrhunderte jüngeren Palast der Inquisition. Es war ein Festtag mit allem antiken Prunk, den Rom, Herz des Terranischen Imperiums, aufzubieten hatte. Mehr noch, es war nicht eine bloße Inszenierung, der das Volk aus Staatsräson zu applaudieren hatte. Es war ein wirkliches Fest, der Anbruch einer neuen Ära. Richard von Rabenstein stand in der edle Eleganz verströmenden Sakristei des Palais – SEINES Palais – und verlor sich im Anblick seines Spiegelbildes in den Paneelen. Schwer und kühl senkte sich das Ornat aus violettem Silberbrokat über ihn und sein persönlicher Leibdiener schloss mit religiöser Sorgfalt die einzelnen Knöpfe. Ich bin hier, tatsächlich hier, an diesem Ort, in diesem Amt. Endlich. dachte Richard. Eitelkeit mochte eine Sünde sein, aber eine gewisse Genugtuung sollte ihm vergönnt sein, fand er. Er hatte gekämpft, gelitten, in Verfolgung, in miserabelsten Umständen, unter Dealern dahinvegetiert, Machtlosigkeit und Schmutz ertragen. Aber nun, nun hatte alles ein Ende! Ich bin an dem Platz, für den der Allmächtige mich bestimmt hat. Ich bin der Inquisitor Maximus! Es fiel nicht sonderlich ins Gewicht, dass er in einem anderen Universum in dieses Amt gewählt worden war. HIER hatte man die Konzilien vor etwa hundert Jahren abgeschafft und der Imperator bestimmte den Großinquisitor. Bis jetzt. Er würde dieser Unsitte selbstverständlich ein Ende bereiten! Ihn hatte das Volk hatte ihn quasi akklamiert, und die Heilige Dreieinigkeit hatte ihn legitimiert, was auch immer der Imperator tun würde, war eine schlichte Formalität… „Vorsicht! Nicht bewegen, ich stecke die Fibeln für das Skapulier an.“ Der Leibdiener schob das erste der antiken Schmuckstücke in die vorgesehenen Ösen auf der linken Seite des Ornats. „Ich bin so glücklich, Euer Exzellenz, muss ich gestehen! Endlich wieder jemand, der die Tradition zu würdigen weiß! LaSalle – verzeiht, dass ich seinen Namen erwähne – mochte die Gewänder nicht, die Farben, den Schmuck… Er war ein düsterer Mystiker.“ „Nun, es ist vorüber.“ „Ja, Deo Gratias, das sehe ich, Euer Exzellenz!“ Der Leibdiener hatte die zweite Fibel befestigt. Der zugehörige schwarze Samtumhang fiel in tiefen Falten bis auf den Boden. Während der Leibdiener das Ornat mit allen zugehörigen Details vollendete, wanderten Richards Gedanken zurück in jene Stunde der Entscheidung im Dark Rim Sektor... Während die imperiale Taskforce unter Großadmiral DeRaaf und die Tholianer LaSalles Überfall auf Raucis IV vereitelte, hatte er mit seinen Getreuen auf LaSalle gewartet, nur wenige AE von der alten Raumstation entfernt. Waltham und Dolittle und deren Schiffe waren bereit gewesen, und schließlich hatten sich noch ungezählte weitere Raumfahrzeuge eingefunden, inklusive ferngesteuerte Drohnen. Er selbst hatte auf der Brücke der Vindicator gestanden, hatte auf die Nachricht von der Sensorüberwachung gewartet. Er hatte sich geistig auf einen heroischen Endkampf der Mächte vorbereitet, auf eine epische Schlacht zwischen Licht und Finsternis, aus der er natürlich als siegreicher Lichtbringer hervorzugehen wünschte. Allein – diese Gloriole war ihm nicht vergönnt gewesen. LaSalle hatte sich mit seinen Gefolgsleuten schlicht der Entscheidung entzogen. Er war aus dem Licht entschwunden, um irgendwo auf den günstigen Moment zu warten. Aber vielleicht, überlegte Richard jetzt, war es gut so. Das würde ihn wachsam halten. Musste man nicht auch wachsam gegenüber den Tricks des Maleficus sein? Er kannte tausend Verkleidungen, wog einen in trügerischer Sicherheit, und schlug aus dem Hinterhalt zu. Ja, Wachsamkeit war angebracht, und die Festigung der eigenen Reihen. Rufus LaSalle war niemand, der einfach aufgab, um in einem Gott verlassenen Eckchen der Galaxis Gemüse zu züchten. Sie würden von ihm hören, ER , der Inquisitor Maximus, würde von ihm hören. Die schweren Mahagoni-Türflügel der Sakristei wurden aufgestoßen. Der Haushofmeister trat ein, fiel auf die Knie und küsste den Amtsring des Großinquisitors. „Die Sänfte ist bereit, Euer Exzellenz.“ *** In einer der Logen in der großen Audienzaula des Inquisitionspalais, wo die Plätze ein kleines Vermögen gekostet hatten, saßen Waltham und Dolittle. „Sieh dir das an,“ brummte der Pirat. „Gleich fällt er vor Eitelkeit vom Stuhl!“ Er wies auf die Sänfte, die sich gerade dem Podium des Thrones näherte, begleitet von den obligatorischen Straußenfederwedeln und violetten Bannern in den Händen der Lakaien und der Leibgarde. „Der Prunk ehrt das Amt“, zitierte Waltham den Informationsflyer, den die imperiale Public Relations-Behörde sicherheitshalber ausgegeben hatte, um etwaige Irritationen zu vermeiden. Waltham hatte sich selbst in ein extravagantes Outfit ferengischer Provenienz geworfen. Anlässe wie diese waren schließlich wie geschaffen, neue Geschäftsverbindungen zu knüpfen. Und dafür musste man in erster Linie erst einmal auf sich aufmerksam machen. „Krieg ist gut für das Geschäft, Frieden ist gut für das Geschäft, eine der weisen Erwerbsregeln der Ferengi.“ „Du hast gut reden, du hast ja schon eine Niederlassung im tholianischen Raum konzessionieren lassen.“ „Gute Gelegenheiten darf man nicht verstreichen lassen. Warum sollte nur seine hochwürdigste Exzellenz Richard von Rabenstein seine Missionare senden. Imperiale Kreditkarten verbreiten auch eine gute Nachricht.“ „Aber für einen Freelancer wie mich gibt’s im Frieden wenig lukrative Jagdgründe.“ Waltham zückte sein wertvolles antikes Opernglas, um den Festzug zum kaiserlichen Thron genauer zu delektieren. In der Vergrößerung wurde das leichte Flimmern des Schutzfeldes um Rabenstein sichtbar. Nun ja, bei allem Gottvertrauen, nur ein Narr würde sich ohne modernste Schutzmaßnahmen in so eine Massenveranstaltung begeben! „Ich hörte, im klingonisch-romulanischen Grenzgebiet wird es gerade wieder unruhiger,“ sagte er zu seinem Begleiter. „Überhaupt empfiehlt es sich, die Romulaner im Auge zu behalten. Gewisse Kreise munkeln von Sezession. – Ah, unser ruhmreicher Imperator und Vater des Vaterlandes!“ *** Constantinus Augustus XXIV. war ein vierzehnjähriger Knabe, der in seinem antiken Prachtgewand aussah wie eine lebendige Ikone. Bis dato war er in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung getreten. Die Regierung des Imperiums oblag längst Ministerien und Heeren von Beamten und Militärs. Dennoch war er der Erbe der heiligen Blutlinie und bei bestimmten Anlässen unverzichtbar. Eine solche war die Amtseinführung eines Inquisitor Maximus. Schließlich hatte einer der Imperatoren vor über 1500 Jahren dieses Amt begründet. Richard war auf der vorletzten Stufe des Podiums angekommen. Er war immer noch fast einen Kopf größer als der Junge im Imperatorenornat mit der riesenhaft wirkenden Krone. Die beiden offiziell Mächtigsten des Reiches begrüßten sich mit den traditionellen Formeln auf Latein. Constantius Augustus war zu seinem Leidwesen im Stimmbruch. „Ich übertrage dir, Bruder Ricardus, dieses heilige Amt zur Bewahrung der Reinheit des Imperiums. Denn nur ein reines Imperium im wahren heiligen Glauben ist ein starkes Imperium. Und nur ein starkes Imperium kann die Aufgabe erfüllen, die die allmächtige Dreifaltigkeit ihm zugedacht hat: Ordnung zu schaffen im Chaos, Frieden, Recht und Ordnung in das Universum zu bringen.“ Auf einem Samtkissen präsentierte er Richard das zeremonielle Schwert und die auf Pergament geschriebene Ernennungsurkunde. „Suche die Wahrheit, scheide Recht von Unrecht! Verfolge die Häretiker, verfolge die Feinde des Imperiums, zum Lob und Ruhme des göttlichen Namens!“ Die Bedeutung des Augenblicks traf Richard mit solcher Macht, dass er tatsächlich leicht zitterte, als er das schlanke Zeremonienschwert hoch über seinen Kopf erhob, um es dann auf das Kissen zurück zu betten und die Urkunde zu ergreifen. „So wahr mir Gott helfe. Ad maiorem Dei gloriam,“ flüsterte er. *** „Ich frage mich, ob es eine gute Idee war, ihn zu unterstützen nach der Schlacht. Schließlich sind wir gerade LaSalles Wahn entkommen,“ brummte Großadmiral Vandenberg hinter dem dreifachen Sicherheitscordon aus imperialer Garde. „Wir hatten keine große Wahl, nach den Mengen Unterstützern, die ihn quasi angebetet haben seit diesen dauernd Subraumtransmissionen. Wir konnten schließlich keinen neuen Bürgerkrieg riskieren,“ antwortete der Kommandant der Planetaren Verteidigung. „Wir brauchen etwas Ruhe. Wir müssen mit den Rebellen fertig werden. Wir müssen die Romulaner-„ „Trotzdem, ich weiß nicht, ob wir nicht den Bock zum Gärtner gemacht haben.“ „Philip, das ist eine unpassende Metapher,“ antwortete der neben ihm sitzende DeRaaf in gesenktem Ton und mit einem leichten Lächeln. „Ich fürchte, wir sollten uns alle mit der christlichen Symbolik etwas näher befassen. Ein Häretiker ist schneller geboren, als einem lieb ist.“ -- (PS: also, ich hoffe, dass ist für alle Beteiligten ein gutes Ende mit Ausblick, was weiter passieren könnte... Die Schrift bekam ich leider nicht größer, wie lautet der entsprechende Befehl?) RE: Zwischen Licht und Finsternis - Abschlusslog - Robert Vandenberg - Jul-Sun-2024 Also die Fontgroesse im Text sollte wie folgt änderbar sein: [size=xxx]Text [/size] Wobei die Größen wie folgt sind: tiny [size=50] small [size=85] large [size=150] huge [size=200] |