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Zwischen Licht und Finsternis - Log 15 / Sir Waltham - Robert Vandenberg - May-Sat-2023 Cerberus-Sektor / Corvus-System / im Orbit um Corvus secundus / Schiff der Advanced Griffon-Klasse / Brücke Das tropfenförmige Schiff, welches neben der Vindicator schwebte, hob sich nicht nur in seiner größeren Länge und Eleganz von der altehrwürdigen Vindicator ab. Seitdem die Vindicator und ihre kleine Flotte, vor ca. 1 Stunde an den ermittelten Koordinaten angekommen waren und Richard, Kavun und eine kleine Sicherheitstruppe sich an Bord des Schiffes begeben hatten, schien Kavun in einer anderen Welt zu schweben. Seine Hände fuhren immer wieder durch die Statusholos, gliitten über die makellosen Flächen der Konsolen und betrachteten wohl voller Ehrfurcht die Leistungs- und Sensoranzeigen des Schiffes. Richard von Rabenstein musste lächeln. Kavuns glänzende Augen, sein entrücktes Lächeln, all dies zeugte von einer geradezu kindlichen Freude über das, was er hier sah. RR: Nun Kavun, was hälst Du von diesem Schiff? Ka: Euer Eminenz, dieses Schiff ist einfach unglaublich. Ich war im Maschinenraum. Der Antrieb ist kompakt und trotzdem extrem leistungsfähig. Das Schiff verfügt über äußerst leistungsfähige Sensoren, Waffensysteme mit denen man es mit einem Zerstörer aufnehmen kann, eine Medbay, die sogar Operationen gestattet und vor allem über eine Klasse IV- Tarnvorrichtung. RR: Wäre dies von Vorteil? Ka: Euer Eminenz, die wenigsten Schiffe der Inquisition verfügen überhaupt über eine Tarnvorrichtung der Klasse II, geschweige denn der Klasse IV. Dieses Schiff ist ein Wunder. Ein Schiff von der Größe einer Fregatte, mit der Kampfkraft eines Zerstörers. Es ist mehr als ein Wunder! Dieses Schiff ist ein Geschenk des Himmels. RR: Nicht gerade des Himmels, aber bemerkenswert ist dieses Schiff schon. Es wäre jedoch gut, den Donator zu treffen. Ka: Wir haben niemanden an Bord vorgefunden. Ein leichtes Sirren ertönte und eine tiefe Stimme erfüllte den Raum „ Das ist korrekt. Denn bis jetzt war niemand an Bord. Bis jetzt.“ In einem bisher unbesetzten Sessel saß jetzt ein grauhaariger, über 2 Meter großer Mensch, dessen Aura etwas kaltes und für Kavun Furchterregendes hatte: Waltham. Gleichzeitig hatte sich ein weiteres Schiff der Advanced-Griffon-Klasse enttarnt. Kavuns Hand glitt zu seiner Hüfte doch Richards Handbewegung ließ ihn innehalten. Richard von Rabenstein wandte sich am Waltham. RR: Ich nehme an, dass Sie der mir noch unbekannte Donator dieses Schiffes sind? Waltham nickte und erhob sich aus dem Sessel. Wa: Ihre Annahme ist korrekt. RR: Es wäre gut, wenn Sie in Sachen Ihres Namens nicht ganz so enigmatisch wären. WA: Nun, es hat schon seinen Sinn, wenn Sie meinen Namen selbst heraus finden müssen. Dies dient auch zu meiner Sicherheit. Erst wenn ich sicher bin, gebe ich das Schiff frei, immer voraus gesetzt, Sie nehmen mein Geschenk an. RR: Dann wäre es gut, wenn Sie mir einen Hinweis geben würden. Wa: Dann denken Sie zurück an einen Ort der Lehre und des Wissens in Rom. Denken Sie zurück an einen Studenten der theolog. Fakultät, welcher den Dozenten, Monsignore Hualva, im 8. Semester gefragt hatte, was man den tun würde, wenn man Satan festgenommen hätte- Richard stieg im Geiste in die Tiefe seiner Erinnerungen hinab. Ja…da hatte es , zu seiner Studienzeit tatsächlich einen Studenten gegeben, welcher es damals gewagt hatte zu fragen, was man denn gegen Satan unternehmen könne, wenn man ihm mal wirklich begegnen würde. Scheinbar gab es in diesem Universum eine gewisse Varianz. Aber eines war klar. Der Name jenes Studenten, welcher damals das Theologie-Studium, kurz vor seinem Abschluss , abgebrochen hatte. RR: Waltham, Sie sind Walter Waltham! Wa: Korrekt RR: Interessant. Sie waren berüchtigt im gesamten Seminar. Wa: Berüchtigt…gut zu wissen. RR: Man sagte Ihnen nach, Sie hätten sich mit den dunklen, okkulten Seiten des Universums beschäftigt. Wa: Das zumindest stimmt. Ich befasse mich mit der Dunkelheit, dem Okkulten, dem Bösen. Denn nur wer die Dunkelheit kennt, kann in ihr ein Licht entzünden. RR: Monsignore Hualvas Worte. Wa: Richtig. RR: Sie sind also jene Person, die mir Unterstützung anbietet. Und wenn ich mir dieses Schiff ansehe, so ist es diese Unterstützung äußerst großzügig. Und für Sie äußerst kostspielig. Wa: Machen Sie sich darüber keine Sorgen. RR: Das tue ich nicht. Ich frage mich jedoch noch immer, warum Sie mich unterstützen? Was verlangen Sie von mir für Ihre Unterstützung? Wa: Ich bin Informationshändler. Mein Vermögen und mein Umsatz ermöglicht es mir, Dinge die ich für wichtig halte, unentgeltlich durchzuführen. Alles was ich von Ihnen verlange, ist genau das weiterhin zu tun, was Sie ohnehin tun. LaSalle und seine Sympathisanten zu bekämpfen. RR: Das impliziert die Frage, warum ein Informationshändler, welcher in einer so instabilen Situation, wie sie derzeit herrscht, doch wohl exorbitant gut verdient, gegen die Verursacher vorgehen will? Waltham lächelte böse. Wa: Man mag LaSalles okkulte und an Magieglauben grenzende Ideen als Hokuspokus abtun, wie es wohl DeRaaf tut. Ich handle mit Informationen und Daten, finanziere damit meinen Lebensunterhalt. Aber meine wahre Profession ist die Erforschung des Dunkeln, des Abseitigen. des Okkulten. Nicht aus Faszination, sondern um eine Möglichkeit der Verteidigung gegen diese Kräfte zu finden. Abwegig für die Einen. Aber ich habe mich eingehend mit diesen Dingen beschäftigt. Habe jahrelang des Okkulte studiert und analysiert. Habe mich durch uralte Schriften und moderne wissenschaftliche Abhandlungen vieler Zivilisationen „gefressen“ Ich habe Orte der Finsternis besucht und LaSalles Treiben beobachtet. Und wenn man den ganzen Hokuspokus davon entfernt, so stößt man auf eine höchst reale, psychologische , aber auch physikalische Komponente einer destruktiven Macht, welche von LaSalle entfesselt, unser Universum zerstören kann und wird. Das muss verhindert werden. Doch nur wer sich mit dem Dunklen auskennt, kann dem Licht zum Sieg verhelfen. Dies ist mein Antrieb. Und dem Licht zum Sieg zu verhelfen ist auch wohl Ihr Antrieb. Dies ist der Grund für meine Hilfe. RR: Das klingt altruistisch, was es in Wahrheit nicht ist! Wa: Nicht im Geringsten. Ich möchte nur nicht, dass dieses Universum untergeht. Auch wenn manche sagen, dass es den Untergang verdient hätte. Nun haben Sie wohl alle Fakten, die Sie benötigen sich zu entscheiden. Wollen Sie, dass ich Sie in Ihrem Kampf unterstütze oder nicht? Ich würde das Dunkle aus seinem Versteck treiben und Sie wären des reinigende Licht. RR: Prosaisch Wa: Oder auch im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin auf meinem Schiff, der Albion. Dem „ Schwesternschiff“ dieses Schiffes. RR: Ich werde Sie kontaktieren. Was geschieht, wenn ich Ihre Hilfe nicht annehme? Wa: Dann wird jeder wieder seiner Wege gehen und wir werden weiter als Einzelkämpfer gegen LaSalle vorgehen. Was nicht sehr effektiv und zum Scheitern verurteilt wäre. Also überlegen Sie es sich. Ach ja und was Ihre evtl. Sondierungsversuche meines Geistes betrifft. Ich hoffe, Sie haben alles gesehen, was Sie sehen mussten und wollten. Denn mein Geist hat eine merkwürdige Eigenschaft. Man steht alles, aber man sieht vor allem sich selbst, wie in einem mentalen Spiegel, wenn man mich sondiert. Ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Tag. Waltham verschwand in den Schlieren eines Beamvorgangs. |