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Zwischen Licht und Finsternis - Log 3 - Richard von Rabenstein - Jan-Sun-2023 *** An Bord der Vindicator *** Der Name war das einzige, was an diesem Schiff an Richards frühere Dienstkorvette erinnerte. Dies hier war ein aus Komponenten diverser anderer Schiffe – um nicht zu sagen – Schrotthaufen, zusammengelötetes Monstrum, dem nicht mehr als Warp 6 zu entlocken war, und das von außen anmutete wie eine tellurische Kröte, der man Gondeln an die Seiten geschraubt hatte. Die Innenausstattung war nicht viel besser. Einer der Gefolgsleute des Großinquisitors, Kavun, beugte sich gerade über eine altmodische Konsole, auf die ein schrundiger Screen aufgepflanzt worden war. „Sonde hat ihr Ziel fast erreicht. Tarnfeld stabil,“ verkündete er. Das dauert schon eine halbe Ewigkeit, dachte Richard. Diese Technik war eine frustrierende Angelegenheit. Wann endlich würde er wieder Zugriff auf Hightechausrüstung haben?! Nun, gewiss nicht auf dieser Transmitterstation, beantwortete er sich selbst die Frage, während er das noch verschwommene Bild betrachtete, das die Fernsensoren vor einer halben Stunde geliefert hatten. Bevor die Vindicator sich auf ihre versteckte Position hinter einem der Monde des äußersten Planeten in diesem erbärmlichen System begeben hatte. Die Station jedenfalls sah nicht besser aus als ihr Schiff, zumal sie noch zusätzlich durch das kürzliche Gefecht beschädigt worden war. „Ziel erreicht. Unterer Stutzen des Reaktorkerns. Ich gebe die Steuerungsbefehle für die Verankerung der Klammern durch…“ Es dauerte einige Minuten, ehe auf der Konsole ein aufleuchtendes Licht den erfolgreichen Empfang der Befehle verkündete. Richard fragte sich, wie bei der Heiligen Dreifaltigkeit mit dieser primitiven Technik überhaupt jemals irgendwelche Erfolge in der Raumfahrt hatten erzielt werden können! Letztlich brauchte Kavun zwei Anläufe, ehe die kleine Sonde verankert war und der nächste Schritt eingeleitet werden konnte. „Sequenz gestartet, Exzellenz.“ Endlich wandte der Mann sich um. „Die Höckerstirnen da drüben werden gleich ne böse Überraschung haben.“ *** An Bord der Transmitterstation *** Die kleine klingonische Rebellentruppe hatte die Einnahme der imperialen Transmitterstation gebührend gefeiert. Die Zwei, die heute Dienst hatten, um die Perimeterüberwachung zu gewährleisten, kämpften in erster Linie mit ihrem Kater. Ihr Mittelmann hatte gute Waffen geliefert, und dass sie ein kleines Kontingent davon in zwei originale Exzellente Fässer Blutwein reinvestiert hatten, konnte ihnen ja schließlich keiner verwehren. Wer kämpfte, hatte nach dem Sieg auch ein Recht zu feiern und seine glorreichen Taten zu besingen! Auf einer der Konsolen heulte ein Signal auf. Die davor stehende Frau antwortete mit einem ebenso martialischen Geheul und brachte es dann mit einem Fausthieb auf die Technik zum Schweigen. Die Ruhe währte nur kurz, dann war das penetrante Signal wieder da. „Was ist das? Stell es ab!“ raunzte ihr Kompagnon. „Jemand ruft uns,“ fauchte sie zurück. „Lass sehen! Vielleicht schießen wir den gleich ab, als Morgenübung!“ Beide lachten und schlugen sich gegenseitig auf die Schultern, während sich auf dem Schirm vor ihnen das von Störungen zersetzte Bild eines menschlichen Mannes in schwarzer Kleidung aufbaute. „Terranischer Bastard.“ Die Frau spuckte aus. „Was will der Sack?! Soll ich die Torpedos feuern?!“ Seine Finger spielten in sichtlicher Vorfreude um die Kontrollen. „Warte. Er sagt irgendwas… von einer Selbstzerstörung?!“ Ich versuche, das Signal klarer rein zu bekommen. – Ruf K‘Tog!“ *** An Bord der Vindicator *** Richard von Rabenstein wartete, bis die Kretins auf der anderen Seite ihren Rädelsführer herbeigeschleppt hatten. Dann wiederholte er, was er eben schon gesagt hatte. Er war froh, fehlerfreies Klingonisch sprechen zu können. Sprachen waren eine seiner Begabungen gewesen, denen er seine Karriere verdankte. Da das Terranische Imperium nie den Universaltranslator entwickelt hatte – in der Meinung, die Anderen sollten gefälligst Terranisch lernen – waren sprachfertige Diplomaten unabkömmlich gewesen. „Sie haben einen Selbstzerstörungmechanismus an Bord der Station. Ihnen bleiben 15 Standartminuten, das Objekt zu räumen.“ Natürlich glaubten sie ihm nicht. „Richten Sie Ihre internen Sensoren auf die Signatur aus, die Ihnen jetzt übermittelt wird.“ Er gab seinem Gefolgsmann ein Zeichen, der daraufhin eine Zahlenfolge übermittelte, die den Koordinaten ihrer Sonde entsprach. „Ich bin hier, um Ihnen zu helfen. Ich biete Ihnen einen sicheren Platz.“ Offenbar schafften sie es, das Signal der angeblichen Selbstzerstörung anzupeilen, denn der Großinquisitor konnte die heftige Auseinandersetzung verfolgen, die sich in der Kommandozentrale der Transmitterstation abspielte. Er ließ die Verbindung unterbrechen. „Kavun, hier ist alles vorbereitet?“ „Selbstverständlich. Ezra und ich haben alles im Griff. Sobald die Plattenköpfe an Bord sind, aktiviere ich damit den Antrieb. „Er hielt eine Fernsteuerung hoch. Die Kontrollen sind blockiert, sie werden sie so schnell nicht frei bekommen. Und schwupp – sind sie hunderte von Lichtjahren weit weg!“ „Und wir an Bord der Transmitterstation,“ vollendete Richard emotionslos. „Sie müssen nur ihre verdammten Schilde—„ „Kavun.“ „Verzeihung, Exzellenz. Also, sowie sie die Schilde senken, krieg ich sie!“ |