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Rückkehrer Log 15 - Sareth - Druckversion

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Rückkehrer Log 15 - Sareth - Sareth - May-Wed-2022

*** USS Picard B, Offiziersmesse ***

Ich hatte zugestimmt, dass LaSalle der Crew der Wellington die Wahrheit über ihre Situaiton sagte, nachdem unser Bordarzt versichert hatte, das seine Gedächtnislöschung mit einem hochfrequenten Verteronpuls möglich sei. Unter dieser Voraussetzung hatte ich dem erstaunten Captain Kvoma nicht nur einen kleinen Rundgang durch unser Schiff gewährt, sondern auch eine Geschichtslektion erteilt, bevor wir uns zu einem Abendessen in der ansonsten leeren Offiziersmesse niederließen.

„Ich muss sagen, mir erscheint das alles noch immer … unfassbar,“ sagte er schließlich.

„Geschichtliche Wenden haben das oft so an sich. Aber ich hoffe, Sie wähnen sich nicht mehr in einer großangelegten romulanischen Täuschung.“ Wobei wir ‚Romulaner‘ auch nicht so gern hörten, aber das behielt ich dann doch für mich. Es war schließlich wie mit den ‚Indianern‘ oder ‚Eskimos‘ – eine nicht unbedingt freundliche Fremdbezeichnung!

„Ich habe davon einige miterlebt, das versichere ich Ihnen, Admiral. Aber um ehrlich zu sein, was ich her gesehen habe, übersteigt meiner Meinung nach die Fähigkeiten der Spitzo- äh… der Romulaner, würde ich sagen.“

„Außerdem stehen die Spezifikationen der Wellington der Datenbank, bis ins kleinste Detail der Waffenkonfiguration und Schildmodifikation. Ich brauche keine raffinierten Tricks, Ihnen irgendetwas zu entlocken. – Möchten Sie noch etwas Dessert?“

„Ja, gern. Sie haben ja eine Menge Rezepte im Replikatorspeicher!“
Wir sprachen über dies und das, bis ich das gegenseitige Vertrauen für stabil genug hielt, um Kvoma zu einer Auskunft zu bewegen: „Warum haben Sie eigentlich die Malagur verfolgt? Die Khitomerprotokolle verboten doch jegliche Feindseligkeit mit den Klingonen?“

Ich hörte noch einmal die im Wesentlichen identische Geschichte von der Spaltung im Klingonischen Hohen Rat und der Dissidentengruppe unter Blalock. „… Ich hatte Informationen, dass eine romulanische Wunderwaffe in die Hände der Dissidenten gefallen sei. Mehr wusste ich nicht. Meinen Vorgesetzten lag viel daran, sie in die Hände zu bekommen, weil Angriffe auf Grenzregionen befürchtet wurden.“

Mir fiel auf, dass er keinen Namen nannte. Ich hatte einen ganz bestimmten Verdacht, dass es sich nicht um die reguläre Hierarchie der Sternenflotte handelte.Tatsächlich hatte ich ja auch keine Informationen in den einschlägigen Flottenkanälen oder der Föderationsdatenbank zu einer solchen Mission entdeckt. Und ich fragte mich, ob SIE wussten, auf was sie Kvoma da ansetzten, und ob hier Leben wissentlich riskiert worden waren... Im Augenblick wollte ich da jedoch nicht weiter hinein stochern. Wir hatten wichtigere Probleme auf der Tagesordnung!

„….sollten wir auf jeden Fall verhindern, dass diese Waffe zu einer Gefahr für die Föderation und ihre Bürger wird.“

„Bei der sogenannten Waffe handelt es sich allerdings definitiv um eine intelligente Lebensform, die offenbar gefangen gesetzt wurde und entsprechende Verteidigungsmechanismen eingesetzt hat. Wir versuchen gerade, eine Kommunikation aufzubauen.“

„Dieses … Ding… ist eine Lebensform?!“ Er schüttelte den Kopf. „Ich habe zwanzig Crewmen verloren durch seine Angriffe, mein Schiff haben Sie fast in einen Haufen Schrott verwandelt – Sie haben es ja selbst gesehen! Beinahe hätte niemand von uns überlebt!“

„Ich kann mir vorstellen, dass die Ressentiments—„

„Ressentiments? Ich muss Kondolenzbriefe schreiben!“ Er realisierte in diesem Moment, dass auch die Adressaten jener Briefe längst verstorben waren. Wenn uns nicht gelang, die Wellington zurück zu bringen.

„Ich fühle mit Ihnen, glauben Sie mir.“

Kvoma presste die Lippen zusammen. Ich konnte beinahe an seinem Gesicht ablesen, dass er mich für eine kaltschnäuzige romulanische Technokratin hielt.
„Auf jeden Fall müssen wir JETZT Schlimmeres verhindern und einen Dialog mit dieser Lebensform in Gang bringen. Sie scheint sich an bestimmten Energieknotenpunkten zu verankern, die sie wohl als ihr ‚Futter‘ betrachtet. Alle Versuche, sie davon zu entfernen sind demnach, als ob man einen Verdurstenden vom Wasser fernhalten wollte. – Wir müssen möglichst jedes Detail wissen, das sich im Zusammenhang mit dieser Lebensform ereignet hat, auf der Malagur, und auf der Wellington.“

Kvoma schnaubte resigniert. „Ich hatte den Befehl, die neue Waffe dingfest zu machen und zwecks Reverse Engineering nach Charon zu bringen,“ berichtete er schließlich. „Ich hatte Koordinaten eines romulanischen Außenpostens. Aber kurz bevor wir eintrafen, griff die Malagur den Außenposten an. Wir verfolgten sie, aber bald war klar, dass irgendetwas an Bord nicht stimmte. Energieausfälle, Explosionen, Hüllenbrüche... und bevor wir uns versahen, hatten WIR dieses Ding an Bord!“

"Sie sind sicher, dass es sich um EINE Entität handelte? Wir haben Spuren gefunden, die darauf hindeuten, dass es zumindest ab einem Punkt der Auseinandersetzungen zwei waren."

"Ich hatte von der Brücke aus keinen Sensorzugriff mehr. Alles ist möglich!"

"Würden Sie mit mir und Admiral LaSalle die rekonstruierten Logs durchgehen?"

"Ja. Was bleibt mir übrig. Sie sind schließlich ranghöher als ich." Er grinste schief.

"Gut, wir treffen uns in einer Stunde im Briefingraum." Bis dahin wollte ich sehen, ob ich in den rihannischen Datenbanken etwas über unsere Lebensform erfahren konnte...