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Log 33 Umbra et Malleus - Sokar / Robert von Rabenstein - Druckversion

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Log 33 Umbra et Malleus - Sokar / Robert von Rabenstein - Sokar - May-Sat-2021

*** Auf der Dark Mirror / Arresttrakt ***

Lt. Reginald Kevak, dessen vulkanisches Äußeres einen momentan sehr zornigen terranischen Offizier umhüllte, starrte Sokar an. „Mein Vater ist tot. Und er starb von einem Terroristen ermordet!“ zischte er und drehte sich zu Vandenberg um. „Gestatten Sie mir, diesen Abschaum zu exekutieren, Sir!“

„Hier exekutiert nur einer, und das bin ich, mein junger Freund.“

„Er ist ein Feind des Imperiums, ein Massenmörder, der es nicht anders verdient!“

Vandenberg hob in einer fast vulkanisch anmutenden Geste seine Augenbrauen. „Ja, das Feuer der Jugend. Ergreifend, nicht wahr, Sokar?“

Der ältere Vulkanier musterte die vor dem Kraftfeld stehenden Personen, und wenn Blicke sich durch die Energiebarriere hätten brennen können, wäre sie innerhalb von Sekundenbruchteilen in sich zusammen gefallen.

Vandenberg fuhr fort: „Aber, Lt. Kevak, in der derzeitigen Lage möchte ich mich auch zum Thema Freund und Feind des Imperiums nicht wirklich äußern. Zumal wir nicht einmal wissen, in welchem Imperium wir sind.“

„Sir!“ Kevak hielt nur mühsam an sich.

Sokars Blick hielt den vor Wut beinahe vibrierenden jungen Mann fest. Es war sein Sohn, gar kein Zweifel! Er sah seiner Mutter sehr ähnlich… Und diese verfluchten Terraner hatten ihn auf eine Weise getötet, die schlimmer war als die Vernichtung durch Bomben und Strahlung!
Sokar trat so nah an das Energiefeld, dass es knisterte und sich die ersten elektrischen Ladungen über seinem Körper verteilten. In den ganzen letzten Wochen hatte er der wahnsinnigen Hoffnung nachgejagt, das letzte Mitglied seiner Familie wieder zu finden, das letzte, unversehrte Stück heile Welt, den letzten Rest Schönheit in diesen verabscheuungswürdigen, dem Untergang geweihten Universum! Und jetzt – hatte sich die schillernde Verheißung, die Fata Morgana der Hoffnung, in ihr schwärzestes Gegenteil verwandelt. Dieses Gegenteil starrte ihn an, aus eisigen Augen. Sokar trat einen Schritt zurück, und sprang, alle Kräfte mobilisierend mit einem wütenden Schrei in das Kraftfeld. Er war so erfüllt von Hass und Zorn, das jegliches Schmerzempfinden ausgeschaltet war, kein Gedanke mehr in ihm Raum hatte, als Kevak zu packen und zu schütteln – bis jener aus der Gehirnwäsche aufwachte oder starb!

Vandenberg fuhr herum zu dem wachhabenden Offizier. „Leiten Sie das Betäubungsgas in Einheit 2! Los! Diese Familiendramen zehren an meinen Nerven!“

Sokar kämpfte, gegen die Energie des Kraftfeldes wie die Wirkung des Gases. Aber es dauerte eine geraume Weile, bis sein Körper aufgab und zusammen sank.

In diesem Moment kam eine Meldung von der Brücke herein. +Sir! Wir haben eine Meldung von Seiner Exzellenz von Rabenstein! Erbittet Rendezvous an den vereinbarten Koordinaten, Sir! Höchste Dringlichkeit.+

„Wie weit sind wir entfernt nach unseren …. kleinen Zwischenfall?“

+Kursabweichung 1,34 Lichtjahre, Sir. Bei Maximalgeschwindigkeit können wir den Rendezvouspunkt in sechs Stunden erreichen.+

„Dann starten wir sofort. Geben Sie Nachricht an den Rest des Verbandes!“



Robert Maximilian von Rabenstein hatte die Auseinandersetzung verfolgt und über die unkalkulierbaren Wechselfälle des Schicksals spekuliert. Nur eines schien zur Gewohnheit zu werden: er saß hinter irgendwelchen Kraftfeldern fest! Nun gut, aber immerhin war es die Arrestzelle eines Renegaten, und nicht die der imperialen Flotte – oder der Inquisition! Der Gedanke brachte ihn zu seinem Sohn. Er war also hier. Oder noch nicht ganz, aber zumindest Teil dieser ganzen Inszenierung! Er wunderte sich nicht. Der Herr Inquisitor… oder nein, Inquisitor Maximus Electus - hatte schon immer einen Sensus für Theatralik bewiesen, genau wie sein Amtsvorgänger. Das hatte er sich wohl von ihm abgeschaut.

Aber diese ganze Angelegenheit mit der Schockwelle und Vandenbergs Vermutung, sie könnten sich in einem anderen Universum befinden, verursachte dem Ex-Captain ein ausgesprochen ungutes Gefühl. Er erinnerte sich an eine der zahllosen Auseinandersetzungen mit seiner ‚geliebten Gemahlin‘…

.........“Hast du schon wieder bei diesem Lackaffen in seinem Brokatrock rumgelungert, Catherine?!“

„Ich war zur Beichte!“ fauchte sie zurück und pfefferte ihren Ausgehmantel an den Haken. „Was geht es dich an?!“

„Zweimal die Woche?! - Du bist MEINE Frau, die Frau von Lt.-Cmdr. Robert Maximilian von Rabenstein, Adjutor des Oberkommandanten!“

„Ich bin nicht deine Sklavin!“

„Scheinbar hast du diese Bedenken bei Seiner Exzellenz Valentinian Constantius keineswegs,“ gab er ätzend zurück. „Die halbe Flotte macht sich über meine fromme Gattin lustig!“

„DU machst dich lächerlich!“

„Was findest du an dem Kerl?! Ist es nicht genug, dass er mir meinen Sohn abspenstig gemacht hat?!“

„Vielleicht möchte ich einfach einmal ein INTELLIGENTES Gespräch führen, Robert! Dein Verstand endet ja offenbar bei der Reichweite deines Disruptors!“

„Ein intelligentes Gespräch, das ich nicht lache! Ihr sitzt also in seinem Amtszimmer und philosophiert über das Universum, ja?!“

„Über die Vielzahl der Universen! Es gibt Dinge, von denen hast du nicht einmal die blasseste Vorstellung, mit deinem beschränkten Soldatenhirn!“
..............

Die Vielzahl der Universen, soso. Über was hast du mit ihm geplaudert, damals? Sehen wir das heute?

--
(Etwas kurz, aber siehe mein Problem, dass ich unter dem vorhergehenden Log geschildert habe…)

[Bild: Sokar-Spiegel.jpg]


RE: Log 33 Umbra et Malleus - Sokar / Robert von Rabenstein - Sareth - May-Mon-2021

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