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Umbra et Malleus Log 26 Richard und Robert von Rabenstein - Druckversion

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Umbra et Malleus Log 26 Richard und Robert von Rabenstein - Richard von Rabenstein - Mar-Mon-2021

*** Tesfaloria / Rebellenstützpunkt ***

Robert Maximilian von Rabenstein, Ex-Captain des Terranischen Imperiums, hockte in einer Ecke des Verschlages aus Wellblech und geflickten Kunststoffplanen und war sich definitiv sicher, den Tiefpunkt seines Lebens erreicht zu haben. Aber ein Zurück gab es nicht mehr. Ein offizieller Suchbefehl war erlassen worden. Er galt offiziell als Renegat, und was das bedeutete, hatte er selbst oft unterzeichnet: er war zum Abschuss freigegeben. Unter Umständen näherte sich sein Kopfgeld bereits dem seines dreimal vermaledeiten Sohnes!

Ein paar Schritte weiter, auf einem rosten Fass, saß der bajoranische Führer der kleinen Rebellengruppe und putzte seine Projektilwaffe. Er hatte Rabenstein erst vor einigen Minuten zu verstehen gegeben, dass er sich bisher nicht sonderlich nützlich erwiesen hatte, und man den zusätzlichen Fresser beseitigen würde, wenn sich das nicht bald änderte. Aber was sollte er tun? Je mehr Zeit verstrich, um so wertloser wurden seine Informationen. Und was Richard anbelangte, so wusste er nicht, wo er war! Das Imperium, Van Malnen, LaSalle, die Inquisition im Allgemeinen, die Rebellen - von ihm aus die ganze Galaxis!!!

Von draußen klangen Stimmen in den Unterstand, und einen Moment später traten eine Frau und ein Mann in den Unterstand, beides Klingonen. Sie nahmen ihre Atemmasken ab und klopften den Staub von der Kleidung.
"Der Außenposten auf Mollan IV ist von irgendwelchen Maraudern überfallen worden," berichtete die Frau. "Hörte es von einem iridianischen Frachter-Captain. Er wollte gerade Lebensmittel anliefern, als es losging, und da hat er sich rasch verdünnisiert."

"Was für Marauder?" Der Bajoraner legte die Waffe ab und griff unbeeindruckt nach der nächsten, um sie in ihre Einzelteile zu zerlegen.

"Was weiß ich, sollen zwei bis vier Schiffe gewesen sein, ohne Kennzeichen. Haben alles kurz und klein geschossen und die Besatzung massakriert und sind auf Warp gegangen. Ein imperiales Bergungs- und Polizeikommando soll unterwegs sein, aber wenn wir uns beeilen, können wir da noch ein paar wertvolle Rohstoffe und vor allem Softwarekomponenten raus bekommen. Die brauchen wir dringend."

"Erzähl' mir nicht, was wir brauchen! Das weiß ich selber!" Er stand auf, trat zu einer Kiste und aktivierte den altersschwachen Holoprojektor, der darauf stand. Das Bild flackerte, aber die Karte des galaktischen Sektors war noch einigermaßen zu erkennen. "Verdammtes Schrott-Teil! – Mollan IV, sagst du? Das schaffen wir selbst mit unserer schnellen Fregatte nicht unter zwei Tagen. Es sei denn..." Er starrte auf die Anzeige im Hologramm. "Es sei denn, wir benutzen den Transwarptunnel..." Damit wandte er sich Robert von Rabenstein zu.
"Du wirst so nett sein, und uns die Eintrittscodes mitteilen, nehme ich an?"

"Die sind möglicherweise schon geändert worden."

"Das geht nicht so schnell," ließ der Klingone verlauten, und Rabenstein wunderte sich, dass diese niedere Kreatur von solchen Dingen überhaupt eine Ahnung haben konnte. "Selbst wenn sie gleich nach seiner Desertion die Implementierung neuer Codes veranlasst haben, muss an jedem einzelnen Transwarp-Feldgenerator die Umprogrammierung vorgenommen werden. Die Chancen stehen ziemlich gut, dass die Codes noch funktionieren."

"Also?! Freundchen?"

Robert von Rabenstein stand auf. "Es ist kein einzelner Code, es ist ein Algorithmus. Ich kann die Basisdaten einspeisen, aber ich brauche direkten Zugang zum Navigationscomputer."

Der Bajoraner nickte und machte eine Handbewegung in Richtung des Klingonen. "Du gehst mit und passt auf, dass er keine Tricks versucht. Solltest du ihn bei irgendwas erwischen, bläst du ihn um, kapiert?"

Ein knappes Nicken war die Antwort.


*** Im Velconnia Belt / Etwa zur gleichen Zeit ***

Frank Hammerton und Richard von Rabenstein stapften über das weiche, vom Wasser vollgesogene Moos, das die übliche Vegetation hier darzustellen schien. Etwas weiter nördlich allerdings waren die Silhouetten größerer Pflanzen auszumachen. Die tief hängenden violett-gräulichen Wolken schienen in den aufsteigenden Bodennebel überzugehen und tauchten alles in ein diffuses mattes Magentalicht. Die Anzeigen auf Hammertons Tricorder waren so unspektakular wie die Umgebung der beiden einsamen, in militärische wasserabweisende Plaids gehüllten Wanderer.

"Exzellenz..." sagte Hammerton in einem Tonfall, der seinen Unmut kaum verbarg. "Ich will nicht blasphemisch werden - aber was bei der ewigen Verdammnis der hochwürdige Valentinian Constantius auf diesem feuchten Schwamm so Wertvolles verbergen wollte erschließt sich mir nicht."

Richard stieß hörbar die Luft aus. "Das Shuttle ist jedenfalls automatisch über diesem Areal in einen geostationären Orbit eingeschwenkt. Bei diesem Pflanzenbewuchs kann sich eine ganze ausgestorbene Zivilisation unter unseren Füßen verbergen."

"Nun - die Scans aus dem Orbit haben nichts angezeigt." Hammerton nieste. "Und leider hat sich auch bei Ihrem Erscheinen kein wundersames Portal geöffnet, um den Kronprinz einzulassen in die heiligen Hallen."

"Wir übersehen etwas. Ich übersehe etwas..." Richard starrte in die Nebelschwaden, versuchte sich nicht von der feuchten Kälte ablenken zu lassen und den Geist zu fokussieren.

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(PS: Vandenbergs kleiner Verband ist nicht mehr GANZ in der Nähe von Mollan IV, aber man kann sicher ihre Warptrails verfolgen....Zwinker)