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ISDA - Abschlußlog - NPCs - Sareth - Nov-Sun-2018 *** Unbekannter Ort im Rihannischen Reich / Terrorzelle der "Reinen Rihannsu" *** Die unterirdische Caverne hallte wider von einer zornigen Stimme und dem dumpfen Geräusch eines Schlages. "Du hast total versagt, Mann! Total!!!" "Es war... deine ... verdammte Idee!" röchelte ein Rihanha mittleren Alters, dessen aus der Nase tropfendes Blut sich mit der Feuchtigkeit des Bodens zu einer glitschigen Flüssigkeit mischte, durch die ein achtbeiniges Tier huschte. "Sokar war die beste Option, er war--" Ein weiterer Faustschlag ließ den Rihanha zusammen sacken. "Ich habe eine halbe Million verloren! Für das verfluchte neue Shuttle und all die kleinen Gefälligkeiten, die mich das Ding gekostet hat!" schnauzte eine robust gebaute Romulanerin, der das linke Ohr fehlte. "Wir haben gute Leute an Bord der Ganelax verloren! Und wofür das alles? Dieser Volksverräter Tr'Kaleh ist IMMER NOCH im Amt und die Havrannsu schmarotzen IMMER NOCH an seinem Hof und überall herum! Ich hätte die Sache selbst in die Hand nehmen sollen, anstatt auf einen degenerierten Vulkanier zu vertrauen!" Einer ihrer Begleiter riss den hustenden Rihanha hoch. Er zwinkerte gegen ihm in die Augen tropfendes Blut und Schweiß. "Ich schwöre, Lhhei Mi--" Die Frau hatte ihren Dolch gezogen, dessen blanke Spitze nun auf den Hals des Versagers zielte. "Ich will kein Wort mehr von dir hören. Ich will nichts mehr von diesem Problem hören, hast du verstanden? Schaffe diese Zeugen aus der Welt, wie ist mir egal! Und zwar, bevor sie NOCH irgendwer befragt!" *** Einige Tage später / Ch'Rihan / Palais des Prätors *** Turan tr'Kaleh lehnte sich mit einem leisen Seufzer in die mit grüngoldenem Brokat bezogenen Kissen des Diwans zurück und nippte an dem Glas exquisiten Weines. "Ich habe mich verkalkuliert, nun gut," sagte er, als der edle Tropfen seine Magenwände umkleidet hatte. "Ich habe Rewdak tr'Kovath immer für einen meiner besten Männer gehalten. Für den Einzigen, der diesen ... delikaten Auftrag zu meiner Zufriedenheit ausführen könnte. Aber ... vielleicht war er zu lange hinter feindlichen Linien, hat sich zu lange daran gewöhnt, weitestgehend tun und lassen zu können, was ihm beliebte. Bedauerlich." Er schenkte seiner neben ihm lagernden geheimen Mätresse nach und streichelte ihr über die nackten Schultern. "Vielleicht hat er auch einfach den Spaßfaktor an der Sache zu hoch bewertet. Ich habe dir immer gesagt, ein Mann, der zu viel Spaß daran hat, Knochen zu brechen und Blut spritzen zu sehen ist niemand, der in die Höhle des Löwen geschickt werden sollte." "Du hattest Recht, Sareth. Wie immer." Der Prätor lächelte. "Nicht immer. Es ist nicht nötig, dass du mich mit solchen Platitüden umgarnst," gab sie zurück. "Was wirst du jetzt tun mit Rewdak?" Turan warf einen Blick aus dem Panoramafenster, hinter dem die Lichter des nächtlichen Ra'tleifih strahlten. "Nichts." Er griff nach einem Padd, das auf dem Beistelltisch lag, aktivierte es und hielt es ihr hin. "Die ISS Choctaw ist beim Warpaustritt mit einer alten Subraummine kollidiert?" las sie und hob ungläubig die Brauen. "Das scheint mir ...." "Ein glückliches Zusammentreffen der Elemente," vollendete der Prätor mit einem hintergründigen Lächeln. "Gewisse Fügungen sollte man nicht hinterfragen, wenn sie einem die Arbeit abnehmen." "Wenn es sich um Fügungen handelt." Er legte einen Finger auf ihre Lippen. "Die Zeit wird kommen, da ich die Kinder Eisns, Rihannsu und Havrannsu, aus der terranischen Umklammerung befreien und in eine glorreiche Zukunft führen werde. Er wird kommen, Sareth. Ich habe einen langen Atem." *** Terra / New Berlin / Kanzleramt / Büro des Großkanzlers Van Malnen *** "Wieso ist dieses abscheuliche Machwerk immer noch hier?" Van Malnen zeigte schnaubend auf ein Gemälde, das den verstorbenen Imperator in jugendlicher Heldenpose zeigte. "Das ist keine Kunst, das ist schlechter Geschmack! ich habe gesagt, das muss weg!" "Jawohl, Exzellenz!" beeilte sich die gerade im Dienst befindliche Untersekretärin zu versichern. "Ich nehme es sofort ab!" "Jetzt nicht! Ich habe gleich einen Termin!" "Jawohl, wie Sie befehlen, Exzellenz!" Die Sekretärin verbeugte sich und strebte rückwärts aus dem Büro, wie es Sitte am kaiserlichen Hof gewesen war. Ein weiteres idiotisches Relikt, das ich abschaffen werde, dachte der Großkanzler und fingerte in der Schreibtischschublade nach seiner Tablettendose. Noch immer hatte er die Nachwirkungen der Giftattacke des letzten Großinquisitors nicht völlig überstanden. Tagelang hatte er zwischen Tod und Leben geschwebt - es war ein hart erkaufter Sieg gewesen über die Kirche. Aber immerhin: ein Sieg. Und den gedachte er sich nicht so bald wieder aus nehmen zu lassen. Er würde darauf achten, dass der nächste Großinquisitor eine zahme Ratte war, die ihm aus der Hand fraß... Zuviel Ambitionen waren nicht gut für dieses Amt... Der altmodische Gong läutete und aus dem Zimmer seines Adjudanten erreichte ihn die Meldung, das sein avisierter Gast eingetroffen war. Van Malnen aktivierte das Transporterpad in seinem Büro und die um seinen Schreibtisch angebrachten Sicherheitskraftfelder. Natürlich durchliefen alle Transfers alle nur erdenklichen Sicherheitsfilter - aber bekanntlich war das Verbrechen der Sicherheit oft einen Milllimeter voraus. Das hatte man ja jüngst bei Imperator Augustus bemerken müssen, dieses bedauerliche Problem... Aus dem Transporterflirren schälte sich eine hochgewachsene, hagere Gestalt in klerikalem Gewand. "Hochwürden LaSalle! Ich grüße Sie." Der Mann nickte knapp. Seine eisgrauen Augen blieben unbewegt. "Ich nehme an, Sie wollen mich wegen des anstehenden Konklaves zur Wahl des neuen Großinquisitors sprechen?" "Die Wahl, ja.... Aber das ist letztendlich nur ein kleiner Stein im gewaltigen Mosaik der Erneuerung des Reiches. In den letzten Jahrzehnten hat eine ungünstige Konkurrenz zwischen Inquisition und Flottensicherheit das Vorankommen unseres Imperiums behindert. Der verehrte Großinquisitor Constantius - Friede seiner Seele - war zu alt und unbeweglich, um die Zeichen der Zeit zu erkennen." Van Malnen beobachtete LaSalle sehr genau, doch sein Gegenüber zeigte keinerlei erkennbare Regung. Und so sprach er weiter von den Plänen, die Flotte zur führenden Macht im Imperium zu erheben und die Inquisition in ihren Dienst zu stellen - und dem Mann, der ihm dabei half, zum höchsten Amt innerhalb dieser neuen Behörde zu verhelfen... "Das Konklave, Hochwürden LaSalle, ist ein antiquiertes Spielchen für alte Männer. Aber die Zukunft des Imperiums gehört tatkräftigen Geistern wie mir - und Ihnen." ... (>> Damit ist der Anschluss zur Hintergrundsituation in unserer ersten Spiegelstaffel von 2006 hergestellt. Damals gab es keinen Imperator, die Macht im Imperium hatte der Großkanzler. Die Inquisition unter der Führung von Großinquisitor Rufus LaSalle unterstand der Flotte. Admiral Sareth t'Khellian war an Bord des neuen Flaggschiffes ISS Saipan, um dieses im Einvernehmen mit Prätor tr'Kaleh zu stehlen. Beider Ziel war die Unabhängigkeit des Rihannischen Reiches, die sie mit der Kontrolle über das neu entdeckte Wurmloch in den Deltaquadranten untermauern wollten.<<) |