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ISDA Log 54 Haddus - Druckversion

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ISDA Log 54 Haddus - Hohardus Edzardus - Oct-Mon-2018

========  An Bord der ISS Picard  ==========
 
Haddus wußte, daß er ein riesiges Problem an der Backe hatte.
Und er war sich ebenfalls darüber im Klaren, daß die Lösung seine Fähigkeiten erheblich überschreiten würde.
Er war sicherlich ein hervorragender Navigator und auch ein ziemlich guter Renegat und Führer eines kleineren Überfallkommandos, aber jetzt mußte er Dinge tun, von denen er genau wußte, daß sie ihm einige Schuhnummern zu groß waren.
Trotzdem wußte er auch, daß er handeln mußte. Und zwar sofort.
 
Ihre ursprüngliche Aufgabe war es, die Picard zu highjacken und diese dann gegen den Feind zu führen.
Er wußte zwar nicht, was Sokar letztlich geplant hatte, aber das war auch nicht seine Aufgabe gewesen.
Er und Mahan Tr’Kovath sollten dafür sorgen, daß beide Seiten, die Imperialisten aber auch die Romulaner dachten, man würde sie überfallen und vernichten während des Manövers. Dadurch sollten diese gegeneinander aufgehetzt und in einen Krieg geführt werden.
 
Anfänglich hatte es auch recht gut ausgesehen. Alles sprach dafür, daß es klappen würde. Dann aber lief Alles schief. Nicht zuletzt auch durch das wirklich bespiellose Verhalten Nalaes und Rewdaks.
Eine Herde Elefanten im Porzellanladen waren sicherlich noch geschickter, als diese Beiden.
Deswegen waren die ursprünglichen Pläne grundsätzlich gescheitert, denn Sokar, Nalae und auch Rewdak waren von den Romis festgesetzt und an das Imperium bzw. die Besatzung der Picard überstellt worden, was diese Drei den Griffeln Rabensteins und Vandenbergs auslieferte.
 
Und genau bei diesen Beiden lag das größere Problem, denn er hatte keinerlei Vorstellungen, wie diese im Zweifelsfall gegeneinander reagieren würden.
Er war sich sicher, daß diese Typen einander haßten wie die Pest und das das Wort ‚Intrige‘ sicherlich noch harmlos war, aber was würde passieren, wenn er das Schiff übernehmen würde?
Wie würden die handeln?
Würden sie ernsthaft Widerstand leisten?
Würde die Crew ihnen folgen?
 
Diplomatie oder gar Intrigen waren Haddus so fremd, wie eine Galaxie in 15 Mrd. Lichtjahren Entfernung.
Haddus war Einer, der immer geradeaus handelte. Das hinterrücks agieren war nicht sein Ding.
Oder sich in andere Leute einschleimen? Nie!
 
Er war sich sicher, daß beide Kapeiken ihn inzwischen verdächtigten, mit den Revolutionären oder Freibeutern zu paktieren. Sie konnten ihm wohl bisher nichts beweisen oder brauchten ihn, aber der Verdacht bestand bei denen, das wußte er genau.
Und das bedeutete, daß er keine Zeit mehr hatte, wenn noch Irgendetwas geschehen sollte, um den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen.
Der Übernahmeversuch mußte jetzt sofort über die Bühne gehen, noch bevor dieser dämliche General Jellico an Bord gekommen war.
Im Moment gab es einen Bruch in der Befehlsstruktur des Schiffes, den er nutzen mußte, denn die Führungscrew war im Jenseits und Vandenberg und Rabenstein wußten weder etwas von Schiffsführung, noch hatten sie besonderen Rückhalt in der Besatzung.
 
Aber zunächst galt es, den guten Sokar wieder unter die mitdenkenden Wesen zu bringen, denn er brauchte ihn für die mittelfristigen Planungen. Nur der hatte die Möglichkeit, den Gedankengängen und Handlungen der Krähe und des Sicherheitsfuzzis etwas entgegenzusetzen.
 
 
 
==========  Etwa 2 Stunden später  ==========
 
Über das Intercom des Schiffes drang plötzlich getragene Musik. Dann sprach eine sonore Stimme:
„Dieses ist eine offizielle Durchsage der imperialen Regierung.
Gestern abend gegen 20.35 Uhr Terra Standard Time entschlief unser aller geliebter Imperator seine Heiligkeit Augustus XXV. Er trat damit den Weg in die himmlischen Gefilde an, woher er uns vor genau 67 Jahren geschickt worden war, um das marode Reich endlich wieder zu einigen und zu alter Größe wieder aufzubauen. Er hinterließ ein ruhmvolles Erbe, denn das Imperium ist so groß, stark und geeint wie nie zuvor.
Die Übergangsregierung wird in den bewehrten Händen des verdienten Großkanzlers  van Malnen verbleiben, bis für eine Nachfolge und eine Neuernennung eines Imperators gesorgt ist.
 
Es wurde eine reichsweite Staatstrauer angeordnet und das Manöver mit den Romulanern um 5 Tage verschoben. Das Oberkommando verbleibt aber in den Händen Admiral Jellicos.
 
Weiterhin wurde ebenfalls gemeldet, daß der Großinquisitor Valentinian Constantius heimtückisch durch den Adjunkt des Großkanzlers  ermordet worden sei.
Dieser Zwischenfall steht in keinem Zusammenhang mit dem Ableben des Imperators, sondern geschah einzig deswegen, weil der Adjunkt eine persönliche Rache gegen den Großinquisitor umsetzen wolle, da dieser seine Nichte vergewaltigt hatte.
Der Adjunkt Ophelios sei in Haft und erwarte sein gebührendes Urteil.
Auch hier gedenken wir dieser verdienten großen Persönlichkeit des Groinquisitors Valentinian Constantius. Er ruhe in Frieden.
Über die Nachfolge des Großinquisitors müsse nun ein Konzil entscheiden, das gerade einberufen wird.
 
Die rechtmäßige Zentralregierung unter Großkanzler van Malnen ruft alle Bürger, vor allem aber unsere Soldaten zur Ruhe und Disziplin auf.
Bitte warten Sie auf weitere Anweisungen.“
 
Natürlich wußte Haddus, daß das Alles erstunken und erlogen war.
Sicherlich war der Imperator je und unerwartet verstorben worden und auch der Großinquisitor hatte nach den gleichen Plänen ins Gras beißen müssen. Solche Zufälle gab es grundsätzlich nicht.
Und der Initiator des Ganzen war, da war sich Haddus sicher, niemand anderes als der Großkanzler van Malnen höchst persönlich. Dessen Adjunkt war nur die arme Sau, die dafür seine Rübe hinhalten mußte. Und ganz sicher nicht freiwillig.
 
Aber wie würden Rabenstein und Vandenberg handeln?
Rabenstein hatte seinen Vorgesetzten verloren, und – auch da war sich Haddus sicher – wußte er von dieser Exekution nichts, denn als Beteiligter war er viel zu weit weg vom Schuß, um reagieren zu können und die Macht an sich zu reißen.
Hätte er das Attentat geplant, wäre er natürlich vor Ort geblieben.
Die Krähe dürfte also durch diesen Mord genauso überrascht sein, wie alle Anderen.
Aber, was würde er tun? Wie würde er reagieren?
 
Und Vandenberg war als Flottenkommissar natürlich dazu verpflichtet, die einkommenden Befehle strickt und erfolgreich umzusetzen. Befehlen, von denen er noch nicht wußte, wie diese lauten könnten.
 
Aber diese würden die Pläne der Rebellen sicherlich nicht erleichtern.
 
Eines wußte Haddus: Er mußte sofort handeln!
Er mußte diese Trauerperiode ausnutzen, zumal sie ihm vielleicht ein paar Argumente bot, die Besatzung auf seine Seite zu ziehen.
Zunächst aber mußte er als Erstes versuchen, die beiden Hauptgegner festzusetzen und dann seine Mitkämpfer zu befreien.
Dann mußte Nalae Sokar wiederherstellen, damit dieser das Kommando übernahm und den weiteren Gang der Sache entschied.
 
 
==========  weitere 10 Minuten später  ==========
 
Haddus war in den Bereitschaftsraum gegangen, damit keiner mithören konnte.
 
„Computer. Lokalisieren Vandenberg und Rabenstein.“
 
„Beide Personen sind in ihren Quartieren.“
 
„Gut. Sperre alle Zugänge! Beide können nur mit meinem Kommandocode geöffnet werden. Sperre alle Codes von Rabenstein und Vandenberg!“
 
„Das sind Kommandocodes, Sir.“
 
„Nach Artikel 1031c §5 Abs. 19 der Flottenregularien annulliere ich diese Codes kraft meines Amtes als amtierender CO der ISS Picard, da beide Personen nicht voll zurechnungsfähig sind.“
 
„Verstanden, Sir. Codes annulliert und Zugänge gesperrt.“
 
„Gut. Wo ist CoS Quinn?“
 
„CoS Quinn steht unter Arrest in ihrem Quartier.“
 
„Tatsächlich? Wer hat das angeordnet?“
 
„Der Inquisitor von Rabenstein, Sir.“
 
„Das ist ja mehr als interessant,“ grummelte Haddus und begab sich umgehend auf die Brücke.
 
„Meine Damen und Herren. Sie Alle haben die Durchsage eben gehört.
Die Picard wird gestoppt und bleibt bis auf Weiteres auf Position.
Es herrscht weiterhin Alarmbereitschaft. Der gelbe Alarm bleibt bestehen.
Ich selber werde jetzt mit den anderen leitenden Offizieren beratschlagen, was zu tun ist.
Bleiben sie Alle auf Ihren Posten, bis ich weitere Befehle erteile.
 
Auf dem Weg zum Arresttrackt nahm er sich noch ein paar Phaser mit, denn sie mußten im Fall des Falles bewaffnet sein. Es war jederzeit mit Widerstand zu rechnen, denn es gab natürlich auch jede Menge hardcore Imperiumsanhänger unter der Besatzung, die unter Umständen bereit waren, den Heldentod zu sterben, oder direkt ins Paradies einzugehen, wenn es gläubige Anhänger der Kirche waren.
Die Inquisition hatte es den Bürgern und gerade den Soldaten oft genug in Gehirn gehämmert, daß man ohne Umwege ins Paradies käme, wenn man für Imperator, Volk und Vaterland auf dem Felde der Ehre fiel! Schließlich war der Imperator eine gottgleiche Person, die man anbetete und der man Opfer brachte.
 
 
==========  Im Arresttrakt  ==========
 
Haddus betrat den Sicherheitsbereich.
Ein Wachmann stellte sich ihm in den Weg.
 
„Wohin wollen Sie, Sir?“
 
„Zu den Gefangen. Wohin wohl sonst?“
 
„Das kann ich leider nicht zulassen, Sir. Strikter Befehl von Vandenberg. Niemand darf sich den Gefangenen nähern oder Kontakt aufnehmen. Auch Sie nicht, Sir. Das wurde ausdrücklich von ihm erwähnt.“
 
Haddus zögerte nicht und feuerte. Der Wachmann wurde gegen die Wand geschleudert und hauchte sein Leben aus, noch bevor er realisiert hatte, was geschah.
 
Rewdak röhrte aus der Zelle: „Wow, Mann! Hätte ich dir gar nicht zugetraut. Gute Zugschnelligkeit, wie ich feststellen muß.“
 
„Halt die Klappe, Mann!
Ich bin gerade dabei, das Schiff zu übernehmen, und da brauche ich keine Hirnis, sondern Leute, die nicht nur schießen, sondern auch denken können.“
 
Rewdak grinste: „Und so Einer bist natürlich du. Klar. Verstehe.“
 
„Halt’s Maul, sonst lasse ich dich hier weiter schmoren.“
Er deaktivierte die Kraftfelder.
 
„Nalae, du und Rewdak bringen sofort Sokar zur Krankenstation. Dort bringt ihr ihn auf Vordermann. Und das meine ich. Ein bißchen zügig, wenn ich bitten darf.
Wir brauchen hier wenigsten Einen, der noch etwas Resthirn besitzt.
Rewdak. Du übernimmst den Schutz und wachst darüber, daß euch Keiner in die Quere kommt. Aber Schießen tust du erst, wenn es nicht anders geht! Verstanden?“
 
„Klar. Aber darf ich dan dem Einen oder Anderen wenigstens ein bißchen das Genick brechen?“
 
„Nein! Mein Befehl gilt für alle Arten von Gewalt.
Wenn Sokar wieder unter uns weilt, werdet ihr mich umgehend benachrichtigen.
 
Und nun zu dir, Mahan. Ich hoffe, du bist fit genug, deine Arbeit in der Maschine zu verrichten.
Sollte es Widerstand geben, so wird der auch in der Maschine vorkommen. Und du mußt versuchen, alles am Laufen zu halten, was immer von unseren Gegnern an Befehlen kommen sollte.
Bleib zunächst unauffällig, denn die Besatzung weiß noch nichts von unserem Coup. Erst wenn Sokar das Kommando übernommen hat, siehst du zu, daß du wenigstens ein paar Männeken hinter dich bringst. Den Rest schickst du ins Nirvana!
Aber zunächst einmal die Befehle abwarten. Tu so, als seist du rehabilitiert worden.
Ich werde dazu gleich eine entsprechende Durchsage machen.“
 
Mahan nickte, und Haddus hoffte zutiefst, daß diesmal diese Typen das tun würden, was man ihnen befohlen hatte.
Aber er hatte keine Wahl. Er mußte denen vertrauen.
Und schließlich starb ja die Hoffnung bekanntlich als Letzte.
 
 
In dieser Sekunde kam eine weitere Wache in den Raum und sah sofort den Toten an der Wand.
 
„Was ist passiert? Und warum sind die Gefangenen ….?“
 
Zu mehr kam er nicht, denn da hatte Rewdak ihm schon das Genick gebrochen.
 
Haddus grinste: „Na ja, diesmal laß ich das durchgehen.“


RE: ISDA Log 54 Haddus - Nalae D'Varo - Oct-Mon-2018

Klasse Log Ultragrins


RE: ISDA Log 54 Haddus - Hohardus Edzardus - Oct-Mon-2018

Danke.