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ISDA Log 27 - Nalae
#1
"Tr'Tralevos" Quartier

Sokar war ein gestandener Mann, der schon einiges gesehen und einiges erlebt hatte.
Er musste zugeben: was er da in Nalaes Geist vorfand, gehörte schon eher zu den verstörenderen Dingen, wenngleich es ihn nicht sonderlich kümmerte.
Jedenfalls hatte es mit einer Menge Blut zu tun!
Nalae entsprach offenar am Ehesten dem Profil eines klassischen, eher banalen „Spontan-Mörders“, wie er es nennen wollte.
Niemand, der studenlang plante, dass er jemanden beseitigen wollte und auf welche Weise, niemand, der einen Grund dafür benötigte, der dem Vulkanier als logisch erschien – zumindest kein höherer Grund als dem Nachkommen spontaner Impulse.
Äußerst primitiv, urteilte Sokar. Er spürte wie seine sich nunmehr mit Nalaes mentaler Welt vermischte. 
In diesem Prozess war es dem älteren Vulkanier, als würden hunderttausende von Bildern und Stimmen seinen Geist fluten und es war nur noch schwer zu unterscheiden, wo Nalaes Geist begann und seiner endete.

Es ist ein Wunder, dass sie mit ihren Machenschaften nicht irgendwo in einer Strafkolonie verwest ist oder gleich auf dem Schafott gelandet ist, urteilte er.

Sie war schließlich niemand, der mit viel Kalkül an irgendetwas heranging.

Nun musste er sich durch den Wust an – aus seiner Sicht vollkommen pervertiertem – Bildmaterial und das schier undurchdringliche Chaos von Nalaes Geist kämpfen, um in Erfahrung zu bringen, wonach er suchte.
Rewdak Tr'Kovath hatte ihr augenscheinlich ein Kampfstimulanz verpasst; unter Leuten seines Schlages eine beliebte Art Droge.
Dies passte natürlich hervorragend zu dem Bild, welches Sokar sich von Tr'Kovath gemacht hatte. Nunja, es war nicht so, dass er damit jemanden getroffen hatte, der nicht selbst so handeln würde – jedoch war es in dieser Situation mehr als ineffektiv, eine wahnsinnige Rihannha mit irgendwelchen Substanzen noch wahnsinniger zu machen.

--

Nalae blinzelte verwirrt als Sokar seine Hände von ihrem Gesicht löste und die Geistesverschmelzung beendete.

„Was war das?!“, fragte sie.

„Geistesverschmelzung“, entgegnete Sokar trocken.
„Ich musste sie durchführen. Ich musste herausfinden, was Tr'Kovath mit dir gemacht hat. Und in diesem Zustand konnte ich dich nicht belassen, dies wäre äußerst kontraproduktiv für unsere Arbeit hier.“

Zu Sokars Überraschung folgte keine aggressive Reaktion auf diese Information. Nalae schien noch eine Weile zu benötigen um ihre Gedanken zu sortieren und entgegnete dann in ruhigem Ton: „Ich hoffe, du hast deinen Gedankenmüll jetzt nicht in meine Denkkapsel geschmiert, Vulkanier.“

„Andere Alternative wäre gewesen, den Rest der Reise in der Arrestzelle zu verbringen oder – wahrscheinlicher – gleich vom Phaser geröstet zu werden“, antwortete Sokar.

„Über Tr'Kovath kann ich zum Augenblick nicht viel mehr sagen alsdass er möglicherweise unsere Pläne vorsätzlich sabotiert. Jedoch benötige ich mehr Evidenzen dafür. Wir stehen jedoch momentan vor einem erneuten Problem: Ein paar Verrückte an Bord wollen das Schiff kontrollieren – es erscheint, als entstünde hier eine Revolution gegen den Prätor.“

„Ja und? Gut für uns wenn die den alten Sack wegräumen, da sparen wir Arbeit.“

„Du vergisst offenbar das Imperium, D'Varo! Unser Plan bestand darin, die beiden Parteien gegeneinander aufzubringen. Innerpolitische Spannungen dieser Art können wir nicht gebrauchen. Sollte die Verschwörung gegen den Prätor fehlschlagen, dann landen wir alle vor dem Scharfrichter – und das ist sehr wahrscheinlich.“

„Oooch.“
Nalae stöhnte und ließ sich zurück auf die Liege sinken.
„Ich wollte doch einfach nur an ein paar Leuten rumschnibbeln und jetzt ist alles so kompliziert...“

Der Türsummer unterbrach das Gespräch und Sokar eilte um zu öffnen.
Ein Zenturio stand im Rahmen:

„Erei'Riov Tr'Travelo – wir benötigen Ihre Anwesenheit im Konferenzraum. Es gibt einige Hinweise darauf, dass sich hier an Bord einige...Widersacher befinden, deren Loyalität gegenüber dem Prätor offenbar einige Mängel aufweist.“

Sokar hinderte sich in letzter Instanz daran, einen Blick in den hinteren Bereich des Quartiers zu Nalae zu werfen und nickte nur knapp bevor er den Centurion begleitete.


Denkt der alte, dass ich jetzt hier sitze und Däumchen drehe?! Für so langweiligen Scheiß bin ich doch nicht mitgekommen!, dachte Nalae.

Ich geh mich amüsieren...und zwar in der Bordkneipe!

Sie replizierte sich eine einfache Ulan-Uniform.

Fällt auch keinem Schwein auf, irgendso ein Ulan - dieser paranoide Alte!


- Kurz darauf – Schiffsbar -


„...Und dann hab' ich dem Nausikaaner jeden Zahn einzeln gezogen! Hahahaha!“

Der röhrend lachende Rihanha hob sein Glas und nahm einen kräftigen Schluck.

Nalae, welche bereits ihr drittes Glas Rum hatte, musterte ihn mit laszivem Blick.

„Gar nicht schlecht, Süßer!“
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