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ISDA Log 26 Vandenberg
#1
ISS Picard / Laufgang vor Turbolift 2
 
Die Nachricht, dass der XO der Picard ermordet worden war, war weniger die Sensation, als eher die Tatsache, dass es nicht Captain Salazar zuerst getroffen hatte.
Vandenberg fand die Situation vor Ort typisch. Captain Salazar hatte sofort seine Gesichtsfarbe gewechselt, als er die Leiche gesehen hatte , war zu der Brüstung des erhöhten Laufganges geeilt, sich über diese gelehnt und übergab sich jetzt seit 2 Minuten ungehemmt.
Von Rabenstein schüttelte den Kopf. Für ein solches „Sichgehenlassen“ hatte er kein Verständnis.
CoS Quinn hatte sich neben die Leiche des XO gekniet und lächelte süffisant. Sie schien von dem Anblick, der sich ihr bot, fasziniert zu sein. Während die Türen des Aufzugs ständig mit den Schultern des Toten zusammenstießen und wieder zurückfuhren, wippte die Leiche immer ein wenig, sodass der Eindruck entstand, Brunsons Körper wurde zucken. Was bei dem Zustand seiner Leiche völlig unmöglich war.
Die Meldung, man habe Brunson erstochen aufgefunden, war sehr weit gefasst gewesen. Der Tote lag auf dem Bauch, sein Oberkörper war nackt. In Genick des Mannes steckte eine gut 40 cm lange Stahlspiere, welche normalerweise als Bodenanker für den Aufbau provisorischer Landeplattformen genutzt wurde. Die scharfe Klinge der Spiere hatte Brunsons Kopf teilweise abgetrennt. Eine große Blutlache hatte sich ausgebreitet, das Blut lief bereits über den Rand des Laufgangs und vermischte sich mit Salazars Mageninhalt.
 
Quinn grinste Vandenberg frech an.

Qi: Und was kann ich für Sie tun, Sir?
Va: Wer hat ihn gefunden?
Qi: Fähnrich Hallway. Vor 45 min.
Va: Und warum wurden wir erst vor 5 min informiert.
Qi: Nun Sir, ich leite die Ermittlungen. Und das hier sieht mir mehr nach einem der üblichen „Beförderungsrituale“ aus und nicht nach einem Fall für die Flottensicherheit. Und die Todesursache ist ja wohl eindeutig.
Va: Und weil Sie die Ermittlungen leiten, haben Sie also auch den Captain erst so spät informiert?
Qi: In seinem Zustand wäre das ohnehin sinnlos gewesen.
Va: Ist Ihnen aufgefallen, dass Brunsons Oberkörper nackt ist?
Qi: Warum sollte das etwas Besonderes sein?
Va: Ich habe Ihnen eine ordnungsgemäße Frage gestellt und erwarte eine ebensolche Antwort.
Qi: Nun Ja Sir, es ist mir aufgefallen, aber ich habe zunächst mein Augenmerk auf die Tatortsicherung gerichtet.
Va: Für einen XO ist ein nackter Oberkörper während der Dienstzeit, ein höchst ungewöhnlicher Kleidungsstil. Nun gut. Schaffen Sie die Leiche auf die KS. Ich komme dahin. Und nehmen Sie den Captain gleich mit, ich fürchte er benötigt ein wenig Hilfe für seinen Magen.
 
Quinn nickte und sorgte für den Abtransport der Leiche.
Von Rabenstein räusperte sich.

VR: Tja, ich muss sagen, ich glaube dieser Fall hat nichts mit Terror zu tun.
Va: Sind Sie sich dessen so sicher?
VR: Nicht mein Metier.
Va: Ach ja, ich vergaß. Das Seelenheil der Mannschaft ist eher Ihr Metier.
VR: Korrekt. Aber eines wundert mich schon.
Va: Und was?
VR: Um mit einer Metallspiere so zu töten, muss man über große Kraft und Geschicklichkeit verfügen.
Va: Ich dachte, Kriminalistik sei nicht Ihr Metier?
VR: Nun…
Va: Eben.

Von Rabenstein grinste gehässig.

VR: Was meine kleine Anfrage in Sachen Amtshilfe betrifft, so habe ich hier etwas für Sie.
 
Von Rabenstein übergab Vandenberg ein kleine Holofolie. Vandenbergs Gesicht wurde kurz blutrot. Wenn Blicke töten könnten, wäre von Rabenstein bei Vandenbergs Blick jetzt entseelt umgefallen. Vandenbergs Tonfall hatte eine Eiseskälte angenommen.

Va: Wie kommen Sie dazu, sich an meine Vorgesetzten zu wenden?
VR: Ich habe nur meinen Bericht an meine Vorgesetzen gesandt. Und seine Exzellenz, der Großinquisitor kennt zufällig den Leiter der Antiterrotabteilung der Flottensicherheit. Vizeadmiral DeRaaf war wohl der gleichen Meinung wie der Großinquisitor.
Va: Das werden Sie eines Tages noch bereuen. Nun gut. Geben Sie das corpus delicti schon her.
 
Von Rabenstein beförderte das Etui mit dem Haar aus seinem Anzug und gab es Vandenberg.

VR: Wiedersehen mach Freude.
Va: In 2 Stunden haben Sie das Ergebnis. Nach was suchen Sie speziell?
VR: Genetische Abweichungen. Oder eben das Fehlen solcher Abweichungen.
Va: Eine Gendusche?
VR: Eine was?
Va: Nun, vor einigen Jahrzehnten befleißigte sich der Geheimdienst dieser Methode. Msan kann damit sozusagen die Genstruktur einer Person so maskieren, dass sie Werte einer völlig anderen Person hat. Dazu werden Mikro-Marker-Partikel auf den Körper aufgebracht, welche eben als Masker fungieren. Damit kann man einem oberflächlichen Scan durchaus falsche Werte vorgaukeln. Das Ganze funktioniert jedoch nur ein paar Stunden und alleine die Herstellung der Partikel ist eine äußerst aufwendige Angelegenheit in industriellem Maßstab, welche nicht in einem Hinterhoflabor von irgendeiner Terrorzelle durchgeführt werden kann. Oder besser konnte.
VR: Wieso konnte?
Va: Sollten Sie eigentlich wissen. Die Inquisition ließ alle Labore vor etwas 10 Jahren schließen. Wegen Blasphemie. Sie entschuldigen mich jetzt bitte, Hochwürden. Ich habe noch einer Obduktion bei zu wohnen und ein Haar zu analysieren.

Vandenberg drehte sich auf dem Absatz um und eilte in Richtung KS.
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