Zwischen Licht und Finsternis - Log 19 / Sir Waltham
#1
IPS Albion / Walthams Büro

Richard von Rabenstein musste zugeben, dass er überrascht war. Walthams Reaktion auf Lady Marvas Forderungen war ungewöhnlich ruhig. Richard hatte eine Explosion erwartet, schon wegen der wohl enormen Summe, die Waltham Prequeck schon überwiesen hatte und welche sich jetzt wohl als „leere Investition“ erwiesen hatte. Doch Waltham lächelte nur kalt und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Dann nahm er einen Schluck Wasser aus einem edlen Glas und wandte sich an Richard.

Wa: Euer Emminenz, würden Sie bitte den Wortlaut Ihrer Konversation mit Madame Marva wiederholen?
RR: Sicher. Lady Marva sagte folgendes: Was haben Sie noch mal, dass mich interessiert? Dass ich Ihnen den Dark Rim Korridor öffne? Und kommen Sie mir nicht mit den geistlichen Wohltaten, oder der Zukunft der Galaxis und solchen Platitüden. Oder den Almosen, die Ihr Mittelsmann hat fallen lassen. Bieten Sie mir etwas … Unwiderstehliches.
Wa: Almosen Soso. Nun wenn Madame etwas Unwiderstehliches haben möchte.

Vor Walthams Augen entfaltete sich ein Hologramm. Walthams Augen schienen den angezeigten Diagrammen und ständig sich ändernden Zahlen fast schon gierig zu folgen. Dann breitete sich ein dämonisches Lächeln auf seinem Gesicht aus.

Wa: Nun Euer Emminenz, ich muss zugeben, Lady Marvas Vorgehensweise hat mich überrascht, da sie gegen den Kodex dieser Leute verstößt.
RR: Diese Leute haben alles, nur keinen Kodex.
Wa: Ja nicht in unserem Sinne. Aber Kodex hin oder her, auch ich habe einen gewissen Kodex in solchen Fällen. Und der lautet: Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Ah da haben wir es ja.

Mit einer geübten Handbewegung aktvierte Waltham eine gesicherte und nicht rückverfolgbare Leitung zu Lady Marva. Das Gesicht der Frau erschien, ein gewinnendes Lächeln zu Schau stellend.

LM: Ah..der geheimnisvolle Gönner hinter dem Frack des Paffen.
Wa: Lady Marva, ich habe von Ihrer Unzufriedenheit mit meinem Angebot zur Öffnung des Korridors gehört.
LM: Unzufriedenheit? Was Sie mir bieten sind Almosen, eine Frechheit und schon gar nichts Substantielles. Bieten Sie mir etwas , für die sich meine Arbeit lohnt.
Wa: In der Tat bin ich in mich gegangen und habe mein Angebot überdacht.
LM: Ich höre?
Wa: Nun Lady Mara, ich gehe konform mit Ihrer Implikation , dass bei sich ändernden Geschäftspartnern , sich auch die Vertragssituation ändern kann. Ursprünglich hatte ich ja vor, Ihnen Anteile an meinem Transportunternehmen zu bieten. Das hätte Ihnen einen unauffälligen Zugang zu den offiziellen Raumstraßen gebracht aber…
LM: Das hätte mir keinen Vorteil gebracht.
Wa: Ganz recht Madame, ganz recht. Aber da sich ja jetzt, durch die Veränderung der Geschäftspartner, auch die Konditionen geändert haben, gibt es andere Möglichkeiten.Ich kann Ihnen also etwas Besonderes bieten.

LM: Und das wäre?
Wa: Die Landerechte auf den Stationen und Siedlungen der Menkalinan-Gruppe.

Lady Marvas Gesichttszüge schienen einzufrieren.

LM: Wollen Sie mich verarschen? Diese Rechte habe ich schon!
Wa: Ja, aber nur solange, bis jemand bei der Menkalinan-Group Ihnen die Rechte entzieht. Und glauben Sie mir, ich habe nicht nur die Möglichkeit dazu, dies zu arrangieren., Nein, nicht nur das.
ich habe dies schon mehrfach getan. Und bevor Sie jetzt ein „ na dann machen Sie doch“ von sich geben, sollten Sie wissen, dass ich die finanzielle Lage Ihres Syndikats untersucht habe. Sie generieren 60% Ihrer Einnahmen durch den Schmuggel in den Gebieten der Menkalinan- Group. Ein Wegfall der Landerechte würde für Sie Mehrkosten von 12, 8 Millionen Credits pro Jahr bedeuten, da Sie dann keinen direkten Zugriff mehr hätten, sondern mit lokalen Gruppen zusammenarbeiten müssten. Ihr Guthaben auf Aargau beträgt lediglich 500000 Credits. Für mich würde es nur 30 sec. dauern, meine Rechte gegenüber dem Direktorium der Menkalinan-Group durchzusetzen. Aber für Sie würde das den Bankrott bedeuten. Den sicheren Bankrott.
LM: Das ist Erpressung, Sie sind ein Verbrecher.
Wa: Nein, ich bin Geschäftsmann. Und Geschäfte sind eben einer militärischen Handlung ähnlich.
LM: Wissen Sie in welche Bedrängnis Sie mich dadurch bringen?
Wa: Madame, jeder ist in Bedrängnis, heutzutage. Das macht die Würze des Ganzen aus, nicht wahr?
Also ich warte auf Ihre Rückmeldung. Ich habe die Ehre, Ihnen einen schönen Tag zu wünschen.

Waltham unterbrach die Verbindung.

Wa: Nun Euer Emminenz, war dies gegen den Willen der Kirche?

Richard lächelte schmal.

RR: Nun, bezüglich Lady Marva kann ich hier nur sagen: Wer Wind sät.
[Bild: Signatur-Waltham.jpg]
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#2
Sehr gut =D
[Bild: Sareth-neu.jpg]
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