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Das Athean-Komplott Log 18 Hohardus Edzardus
#1
==========  Astrometrie der Picard  ==========
 
Howy, der Wissenschaftler Tr’Movath und Chief T’Sok arbeiteten nun schon seit Stunden daran, über immer neue Einstellungen an das Geheimnis des Verschwindens der Tscherenkow zu kommen.
Ihnen war klar, daß sie keinem Unfall zum Opfer gefallen sein konnte, denn Niemand war in der Lage, die Umgebung des Schiffes derart von allen Resten zu klären, wenn es eine Explosion oder so gegeben hatte.
Da es aber noch nicht einmal im Mikronbereich welche gab, mußte das Schiff auf eine andere Weise verschwunden sein.
Wie schon vermutet, möglicherweise in einer Raum-Zeit-Senke, die aber durch irgendetwas hervorgerufen sein mußte.
 
Eigentlich waren solche Senken tatsächlich durch Tarnvorrichtungen zu erzeugen, aber ein Schiff wie dieser ‚Dampfer‘ hatte keine solche.
Und man hätte diese Aktion auch ‚sichtbar‘ machen können, indem man das Licht weit dahinter stehender Sterne beobachtete, das sich auf Grund dieser Senke um diese herum ausbreiten müßte. Das würde dann eine Gravitationslinse hervorrufen, denn so eine ‚Senke‘ müßte genug Gravitation hervorrufen, um eine solche entstehen zu lassen.
Ganz nebenbei bemerkt war das schon in den frühen Tagen der klingonisch-terrestrischen Auseinandersetzungen oder auch bei romulanischen Warbirds eine gute Methode gewesen, um die Position getarnter Schiffe recht gut lokalisieren zu können.
Für die Wissenschaft war das bis heute ein geistiges Problem, da Photonen eigentlich masselos waren und deshalb nicht durch eine Masse abgelenkt werden dürften, was aber doch geschah.
 
 
 
Aber soviel sie auch suchten, sie fanden nichts. Das war ziemlich frustrierend für sie.
Außerdem war es eigentlich unmöglich, so ein Schiff über einen längeren Zeitraum in so einer Senke verschwinden zu lassen.
Die dort herrschenden Kräfte würden das Schiff irgendwann zerstören.
 
Selbst mit der Hilfe eines der großen Trägerschiffe, die über einen Foldantrieb verfügten, konnte das so nicht sein, denn es mußte Signaturreste geben, wenn sowohl WARP- als auch FOLD-Antriebe aktiviert und eingesetzt wurden.
Schließlich war es gängige Praxis, solchen WARP-Signaturen zu folgen, wenn man Schiffe im eigentlichen Raum nicht mehr erreichen konnte, weil diese auf WARP gegangen waren.
Das Gleiche galt natürlich auch für FOLD-Antriebe.
Aber es gab keinerlei Nachweise für solche Spuren.
Der einzige Hinweis waren ein paar schwache Tetrionspuren, die eben auf diese Senke hindeuteten, mehr aber auch nicht.
 
T’Sok hatte schon vorher mit einem hoch komplizierten Verfahren, das für Howy ein Haufen böhmischer Dörfer war (ein Ausdruck seines Großmuttchens für Dinge, die sie nicht verstand), eine Position für so eine Senke gefunden, aber sie mußten natürlich alle anderen denkbaren Ereignisse ausschließen.
 
Sie versuchten zunächst einmal alle erdenklichen natürlichen Phänomene auszuschließen. Zum Beispiel hatte Howy die Idee, es könnte sich vielleicht um eine extrem seltene Kollision kosmologischer Branen gehandelt haben, die das Schiff irgendwohin an einen anderen Ort des Universums versetzt hätte, aber auch so ein Ereignis hätte Spuren hinterlassen, wie messbare Störungen im ‚normalen‘ Raum-Zeit-Gefüge.
Aber Tr’Movath schüttelte den Kopf, denn auch dafür  dafür gab es keine Hinweise.
 
Auch Hinweise auf eine mögliche Kollision des Schiffes mit einer größen Konzentration Antimaterie konnte ausgeschlossen werden, da es auch hierbei irgendwelche Überreste geben müßte.
Howy erinnerte sich an eine uralte Theorie aus dem späten 20. Jhd., die der Amerikaner Kip Stephen Thorne vom California Institute of Technology entwickelte, nach der es noch eine andere Art von Materie geben könnte, die er ‚exotische Materie‘ nannte, die allerdings bisher noch nie nachgewiesen werden konnte. Diese hätte eine negative Masse.
Konnte das Schiff mit so einer ‚Wolke‘ zusammengestoßen sein, was zu seinem kompletten Verschwinden in der Senke geführt haben könnte?
Aber leider gab es auch dafür keinerlei Hinweise, was sehr frustrierend war.
 
Die Schiffsführung schien davon auszugehen, daß die Tscherenkow keinem natürlichen Phänomen zum Opfer gefallen sei, sondern durch eine Art ‚Entführung‘ in einer Raum-Zeit-Senke gefangen gehalten wurde.
Aber wer hätte das mit welchen Mitteln durchführen können, wenn sie über keine Schiffe mit FOLD-Antrieben verfügten. Nur die Großmächte besaßen ein paar wenige solcher Schiffe, aber bisher war es noch nie vorgekommen, daß kleinere Gruppen über solche Antriebsarten verfügten.
 
Um das Schiff in so einer ‚Senke‘ zu halten, mußte ein anderes Schiff oder eine Intelligenzform die umgebende Materie erst einmal so verändern, daß das Schiff auch in dieser Senke blieb und nicht über deren Rand heraus katapultiert würde, was Howy als nahezu unmöglich hielt, denn die benötigten Energiemengen dafür wären unvorstellbar hoch. Das Schiff müßte ständig gegen die Kräfte anarbeiten, die es aus dieser Senke herausdrücken wollten.
 
Obwohl T’Sok ein Vulkanier war, geriet auch seine Konzentration und seine Beherrschung langsam an ihr Limit.
„Mist!“ knurrte er. „Das Schiff muß doch da draußen sein. Und Irgendwer hat es dahin gebracht und ist in der Lage, es dort zu halten.“
T’Sok stöhnte: „Egal, wie sie da reingekommen ist. Das Problem überlassen wir am Besten erst einmal den Anderen.
Wir sollten uns jetzt Gedanken machen, wie wir sie da wieder herauskriegen.“
 
Howy und Tr’Movath nickten.
Sie ließen sich im Holodeck vom Computer das Model darstellen. Der war sogar in der Lage, die Tscherenkow am Rand der Senke abzubilden, wie sie da entlang rauschte.
 
Howy war wirklich beeindruckt.
„Wir sollten jetzt weiter keine Zeit dafür verschwenden, darüber nachzugrübeln, wer womit das Schiff da hingebracht hat.
Wir sollten es zurückholen!
Laßt euch also dazu mal was einfallen, Jungs.“
 
T’Sok runzelte die Stirn: „Wir müssen das Feld der Senke stören. Vielleicht überladen. Dann würde es zusammenbrechen und das Schiff in unseren Normalraum freigeben.
Fragt sich nur, wie und womit?“
 
Tr’Movath nickte: „Wir könnten einen Hochenergiestrahl, einem Ultralaser vergleichbar, bestehend aus Beta-Tri-Antitetrionpartikeln, die sozusagen ein Gegengewicht zu den Tetrionstrahlen in der Umgebung der Senke bilden und diese damit neutralisieren.
Allerdings kann ich mich nicht erinnern, daß so was schon einmal außerhalb eines Hochleistungslabors versucht wurde.“
 
T’Sok nickte zustimmend: „Keine schlechte Idee. Bloß woher nehmen wir diese Strahlen und womit senden wir sie dann?“
 
Howy stellte daraufhin fest: „Auf Grund unserer derzeitigen Flugbahn können wir unser Schiff nicht auf den Ort der Senke hin ausrichten, was natürlich das Beste wäre, denn dann könnten wir unseren großen Hauptreflektor nutzen, aber wir haben ja an der Oberseite der Picard noch eine große High-Gain-Parabolantenne, die ich selber auch öfter für radioastronomische Untersuchungen nutze. Die könnte man nehmen.“
 
Tr‘Movath nickte: „Die würde sicherlich gehen. Ich habe sie auch schon zweimal für Messungen im Nachrichtenübermittlungsbereich genutzt, da man mit ihr Sendungen im Subraumbereich im WARP oder mehr viel schneller und störungsfreier übermitteln kann.
Und die Strahlung selber könnten wir mit Hilfe eines Modulators Und dem WARP-Generator erzeugen, den unser Chief allerdings erst bauen müßte.“
 
Howy blickte zu T’Sok: „Und? Wie lange würdest du für das Teil brauchen?“
 
T’Sok zuckte die Achseln: „Ich gehe davon aus, daß ich 5 Stunden brauchen würde.“
 
„Du bekommst zwei Stunden, in alter Manier kommandierender Offiziere ihren Ingenieuren gegenüber.
Du kennst doch alle diese Geschichten sicherlich, die immer wieder gerne in den Bars der Raumhäfen von den Ingenieuren erzählt werden.“
 
T’Sok bestätigte dieses: „Natürlich, aber wir Ingenieure haben dagegen ein probates Mittel, indem wir schon mal die vermutete Zeit verdoppeln oder verdreifachen.
Dann bekommen wir in der Regel genau die Zeit, die wir auch brauchen.
Ist doch ein uraltes Teppichhändler-Prinzip: Du erzählst dem Interessierten Kunden einen Preis, der mindestens dreimal so hoch liegt, wie der wirkliche realistische. Dann wird der Kunde ehrgeizig und  versucht zu handeln. Er fängt bei mindesten 50% an und man einigt sich dann auch irgendwo bei 45. Natürlich unter großem Gejammere des Händlers, er würde pleite gehen und Frau und Kinder verhungern.
Und hat der Kunde dann stolz gezahlt, reibt sich der Verkäufer die Hände, weil er dem immer noch erheblich mehr als den realistischen Preis abgenommen hat.
In der Star Fleet brauchen die Ingenieure dieses Basar-Verhalten, sonst würde im Maschinenraum nichts mehr laufen, denn die COs glauben immer, daß das Alles einfach so geht.“
 
 „Dann man los, Jungs! Ich werde solange schon mal die Schiffsführung informieren, denn ich glaube nicht, daß wir das einfach so machen sollten.“
 
 
========== Etwa 3 Stunden später  nach Sareths Log  ==========
 
Dieses mal trafen sich die Drei direkt in der Beobachtungskuppel der Astrometrie.
Inzwischen war es zu recht turbulenten Ereignissen gekommen.
Der Captain des Begleitschiffes hatte der Schiffsführung berichtet, was im Athean-Sektor geschehen war und daß die Entführung der Tscherenkow durchgeführt worden sei, um die Föderation auf das Problem im Sektor aufmerksam zu machen und zu Aktionen zu zwingen.
Dabei kam es zu einem Angriff des phileilanischen Technikers Abras, der den Captain Hendriks mit einem Messer umbringen wollte.
Dieser lag jetzt schwer verletzt auf der Krankenstation, und der Attentäter saß bei Mort im Knast.
 
Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, erstattete Howy der Admiralin Bericht und bekam die Erlaubnis zur Durchführung des Experimentes.
 
Die Kuppel war eindeutig der beste Platz in einem Schiff, um mit eigenen Augen das All um sich herum zu betrachten. Schon alleine wegen dieser Möglichkeit würde Howy niemals mit einem Platz auf der Brücke tauschen wollen, wo man auf dem Schirm nur ein projeziertes Bild sah.
 
T’Sok hatte inzwischen den Modulator an die Antenne angeschlossen und eine direkte Leitung zum WARP-Generator geschaltet, der die umzuwandelnde Strahlung generieren sollte und würde.
 
Howy hatte inzwischen die Antenne genau auf die vermutete Stelle justiert.
T’Sok signalisierte die Bereitschaft des Maschinenraums und Tr’Movath hob die Hand: „Los!“
 
Kurzzeitig verdunkelten sich alle Lampen schiffsweit und auch ein paar andere Störungen traten auf, die aber so schnell wieder verschwanden, daß es zu keinen Meldungen kam.
Dann sah man deutlich, wie die Antenne zu strahlen begann und ein scharf gebündelter Strahl aus blauen Partikeln in Richtung Senke schoß.
 
Dort traf sie auf eine Art Blasenwand, die an der Stelle, wo der Partikelstrahl auftraf, grell leuchtete.
Und dann zerplatzte die Blase in einem gigantischen Spektakel, das fast einer Supernova glich.
 
„Wow!“ schrie Howy. „Was  für ein Feuerwerk!“
 
Auch unser sonst so beherrschter Chief zeigte eine Spur von Emotionen: „Das ist sie! Wir haben die Tscherenkow! Das müssen wir sofort der Admiralin melden.“
[Bild: hohardus.jpg]
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