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Das Athean-Komplott Log 11 Sareth
#1
*** Quartier von Admiral T'Khellian ***

 
Ich hatte einen langen Tag hinter mir, und da wir in etwa sieben Stunden in Sensorreichweite zum Sektor des Verschwindens der USS Tscherenkow sein sollten, beschloss ich, mir ein paar Stunden Schlaf zu gönnen. Obwohl ich ja erst knappe drei Tage an Bord war, fühlte ich mich in meinem Quartier schon einigermaßen heimisch. Der bordeigene Gärtner hatte eine große Camelie an meinem Kopfende platziert, deren Farbe einen wunderbaren Kontrast zu den blauen Stoffbezügen bildete. Ich holte die Bettwäsche aus dem dafür vorgesehenen Kasten, breitete alles aus und machte es mir gemütlich. Eine Weile kreisten meine Gedanken noch um die Rätsel, mit denen wir auf dieser unserer ersten Mission konfrontiert waren. Ich dachte an Charlie, dem ich aus Sicherheitsgründen natürlich nicht alles erzählen konnte... Aber dann gelang es mir doch, einzuschlafen.
 
*** Sechs Stunden später ***
 
Ich saß bei einem kleinen  Frühstück - Croissants und Kaffee - und sah mir dabei den letzten Bericht von LaSalle durch. Er hatte gründlich alles abgeprüft, was die Tscherenkow und Cairncross betraf, dabei aber nichts gefunden, was unseren Nachforschungen in irgendeiner Weise einen Aufhänger gegeben hätte. Oder etwa doch? Relativ oft kam der Phyleilakrieg im Bericht vor. Ich hatte das Gefühl, dass dort ein Anker lag... Aber natürlich konnte ich mich nicht von bloßen 'Gefühlen' leiten lassen. Also begann ich, die Phyleila-Einträge genauer unter die Lupe zu nehmen - wobei ich mein angebissenes Croissant völlig vergaß und nur ab und zu nach der Kaffeetasse angelte.
 
Das Massaker auf Tanrien IV.... wo hatte ich gerade noch darüber gelesen? Ach ja, in der Publikationsliste meiner XO. Sie hatte dort einen Bruder verloren. Und das ehemalige Crewmitglied der Tscherenkow aus der Nachrichtenabteilung - wie war sein Name? Vabin Kalatharis, ein Andorianer. Ein paar Clearancefreigaben später hatte ich festgestellt, dass es in seiner Akte einige Ungereimtheiten gab, genauer gesagt, Lücken, und dass er offenbar einen Freund in hohen Positionen hatte, der ihm half eine unehrenhafte Entlassung zu einem ehrenvollen Abschied zu 'wandeln'. Gut, das brachte mich eigentlich keinen Schritt weiter! Dennoch, Kalatharis verlegte seinen Wohnsitz in den Athean-Sektor, genauer gesagt nach Athean Prime, Sillian City....
Interessant.
 
Mein Kom-Terminal zirpte. Ich schloss die Uniformjacke, warf einen Blick in den Spiegel, ob ich präsentabel genug war, und aktivierte die Verbindung. Es war Gouverneur Cairncross persönlich!
 
+Admiral, es tut mir leid, dass ich Sie erst jetzt erreichen kann, + Cairncross war ein schlanker Mann Mitte sechzig, mit kurzem grauen Haar und gewinnenden Gesichtszügen, auf die er oft und gern sein 'Landesvaterlächeln' zu zaubern pflegte. + Ich bedaure die Unannehmlichkeiten, die das Verschwinden der USS Tscherenkow ausgelöst hat, zutiefst. Seien Sie versichert, dass ich Ihnen jede erdenkliche Hilfe bei der Suche gewähren werde. +
 
"Ich danke Ihnen, Gouverneur. Bisher konnte meine Crew noch keine Hinweise finden, was überhaupt geschehen ist, aber wir werden in knapp einer halben Stunde in Sensorreichweite sein."
 
+Ich kann Ihnen zwei Schiffe meiner Sicherheitsflotte zur Seite stellen.+
 
Wachhunde oder Helfer? Ich musste diplomatisch vorgehen... " Im Augenblick wäre das eine unnötige Bindung von Ressourcen. Sobald ich verlässliche Daten habe und einen etwaigen Suchradius bestimmen kann, werde ich auf Ihre Hilfe zurück kommen." Und Sie dabei genau im Auge behalten.
 
Cairncross nickte. + Ich möchte Sie bitten, Admiral, etwas mäßigend auf den Föderationsrat einzuwirken...+
 
Nun, im Föderationsrat kann ich kaum viel ausrichten.
 
+... die derzeitige Kampagne gegen mich gleicht einer mittelalterlichen Hexenjagd. Ich habe nichts mit dem Verschwinden Ihres Schiffes zu tun...+
 
Ich bemerkte, dass er "Ihres Schiffes" anstatt "unseres Schiffes" sagte. Ein Zeichen, dass er sich nicht mehr so ganz der Föderation zugehörig betrachtete?
 
+... und die Bürger hier im Athean-Sektor fühlen sich brüskiert, in die Rolle von Sündenböcken abgedrängt. Ich fürchte, das wird die Beziehungen noch weiter belasten, und es gibt wenig, was ich dagegen tun kann, wenn seitens des Föderationsrates nicht deutliche Signale kommen.+
 
"Ich werde der Ratssprecherin meine Meinung über die Situation mitteilen, Gouverneur. Aber wir müssen vermeiden, dass Sie die Ansicht erwecken, mit einem Volksaufruhr zu drohen. Da verstehen wir uns doch richtig?"
Ja, er verstand meinen 'dezenten' Hinweis. Nach ein paar weiteren höflichen Floskeln war das Gespräch beendet.
Ich stellte die Reste meines Frühstücks in den Recycler und begab mich zur Brücke.
 
 
*** USS Picard / Brücke / Einige Zeit später ***
 
Der Hauptschirm zeigte ein Bild trügerischen Friedens. Wir waren seit einer halben Stunde in Sensorreichweite und an den entsprechenden Stationen herrschte emsige Betriebsamkeit. Mr. Edzardus hatte angedeutet, es könne sich um ein temporales Phänomen handeln, und in diesem Fall müssten wir jetzt eindeutige Hinweise entdecken können. Ebenso für eine Phasenverschiebung, die entsprechende Spuren in den tieferen Subraumschichten hinterlassen haben müsste.
 
Fest stand, dass ein Schiff nicht einfach im Nichts verschwunden sein konnte. Das widersprach den Gesetzen der Physik. Wenn sie nicht zerstört worden war - und das konnten wir unterdessen feststellen, es gab keinerlei Trümmer oder Strahlungsreste oder organische Materie im anvisierten Bereich - MUSSTE die Tscherenkow irgendwo sein.
[Bild: Sareth-neu.jpg]
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