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Zwischenlog 2 Vandenberg/LaSalle
#1
Erde/San Francisco / Akademie der Sternenflotte / Hörsaal 4.21

Nur der frühe Vogel fängt den Wurm.  Dies war einer der Sprüche, welche Vandenberg hasste. Es war 8:30 Uhr morgens und Vandenberg hatte nicht das Gefühl, dass hier irgendjemand bisher ein Erfolgserlebnis gehabt hatte. Und wenn man über das Studentenleben auch immer den abgedroschenen Spruch „Gaudeamus igitur“ zum Besten gab , so konnte man , wenn man einen Blick in die müden und gequält blickenden Gesichter der Kadetten warf, eher den Eindruck gewinnen, dass am Vorabend „Gaudi hamma imma nur“ geherrscht hatte. Jedoch wusste Vandenberg, auch aus eigener Erfahrung, dass die Ursache für die geringe Begeisterung der Anwesenden weniger an den Aktivitäten des Vorabends lag, sondern eher am Thema des Kurses: Taktik und Diplomatie. Einführungskurs.
Seit 1 Woche hatte der Alltag Vandenberg wieder. Nach dem Trubel der Rückkehr der Picard und den üblichen Sicherheitschecks, hatte man Vandenberg als Dozenten an der Akademie „geparkt“. Und hier versuchte er, überforderten Kadetten des Erstsemesters, die Grundlagen von Taktik, Strategie, Politik und Diplomatie näher zu bringen. Ein wirklich schwieriges Unterfangen. Schwieriger als der Weg zurück zur Erde jemals gewesen war. Erwartete die Sternenflotte wirklich, dass die Kadetten an diesem Kurs mit Elan und Interesse teil nehmen würden? Das hatte es noch nie gegeben und würde es noch nie geben. Das lag einfach am Thema. Doch immerhin hatte man dem ehem. XO der Picard eine gewisse Freiheit bei der Gestaltung seines Unterrichts gegeben. Vandenberg räusperte sich und eröffnete den heutigen Kurs "Politik und Diplomatie".

Va: Ladies und Gentlemen, guten Morgen und willkommen beim Kurs Politik und Diplomatie. Ich will Sie nicht lange mit einer Einführungsrede langweilen. Mein Name steht unter den Kursdaten und das Sie alle Captain Kirk als Helden der Galaxis nachfolgen wollen, ist dieser Kurs lediglich ein lästiges Hindernis. Fangen wir also mit dem Leitthema dieses Einführungskurses  an: Nur Nixon konnte nach China gehen.

Vandenberg erntete ein müdes Stöhnen. Er lächelte grimmig. Nun, diese Bande von Erstsemestern würde bald schon das Fürchten lehren. Gelinde gesagt.

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Ortswechsel:

Erde / Berlin / Campus der Sternenflotte / Vorplatz des HQs der DIA

Charles McGregor war schon seit Jahren nicht mehr an diesem Ort gewesen. Der Grund lag einfach darin, dass das Wort DIA bei Charlie immer ein Frösteln verursachte. Denn das Department of Internal Affairs der Sternenflotte war eben nun mal für die Dinge zuständig, welche in der Flotte schief gingen. Auf dieses Gelände zu kommen, war schon nicht einfach gewesen. Es hatte Charlie fast 3 Wochen gekostet, überhaupt eine Zugangserlaubnis zu bekommen. Doch jetzt hatte Charlie eine noch schwierigere Aufgabe vor sich: Den Chef dieses Ladens zu finden: Rufus LaSalle. Wenn er denn überhaupt da war.
Charlie war nun schon seit einer Stunde von Büro zu Büro gelaufen aber niemand konnte, oder wollte ihm sagen, wo sich LaSalle gerade aufhielt. Doch als Charlie schon aufgeben wollte, hatte ihm ein unfreundlicher Hausmeister den Tip gegeben, es doch einmal auf dem Vorplatz des Gebäudes zu versuchen. Und just nach nur 10 Minuten Suche erblickte er, den auf einer Bank sitzenden, Rufus LaSalle. McGregor grinste breit und steuerte direkt auf LaSalle zu.

CM: Ahhh endlich habe ich Sie gefunden, Rufus.

LaSalle lächelte dünn.

LS: Mister Daystrom-Institut persönlich. Charles McGregor. Schön Sie zu sehen. Was macht die Kunst?
CM: Oh, ich kann nicht klagen. Und Sie?
LS: Die Sternenflotte ist noch immer der gleiche Sauhaufen, wie zu Ihrer Zeit. Was kann ich für Sie tun?
CM: Warum sollten Sie etwas für mich tun können? Vielleicht hat ich auch einfach  nur Sehnsucht nach Ihnen?
LS: Bei Sehnsuchtsanfällen ist eine Kneipe der bessere Praxisraum. Und Sie haben einmal gesagt, dass Sie nur im äußersten Notfall in diese „Zentrale des Grauens“ kommen würden. Also wie ein MHN es ausdrücken würde: "Beschreiben Sie die Art des Notfalls".

Charlie lachte laut.

CM: Ich habe tatsächlich ein dringendes Anliegen.
LS: Und das wäre?
CM: Nun, man hatte Sareth , immerhin Leiterin des STEC, weder über die Rückkehr der Picard informiert, noch sie zu den Rückkehrfeierlichkeiten eingeladen. Es ist mir schon klar, dass die Sternenflotte nicht gerade ein Freund von Sareth ist, aber das war schon mehr als ein Fauxpas, das war gezielte Ausgrenzung. Also frage ich mich, was derzeit in der Flotte vor sich geht. Und eventuell wissen Sie ja etwas.
LS: Nun, alles was ich Ihnen sagen kann und darf, ist dass demnächst ein neues Schiff in Dienst gestellt wird. Allerdings wurde der OBH wohl wegen der Übergehung Sareths zu DeRaaf zitiert.
CM: Oha, Da war der Herr Verteidigungsminister wohl sauer auf den OBH.
LS: Durchaus. Darüberhinaus ist man sowohl in der Flottenleitung, als auch in der Regierung ein wenig in Konfusion wegen Cairncross. Hier soll es eine scharfe Diskussion zwischen dem Föderationspräsidenten und DeRaaf gegeben haben. DeRaaf soll anschließend Paris verlassen haben und wild seine Brille putzend, sich nach San Francsico begeben haben.
CM: DeRaaf hat wild seine Brille geputzt? Tobsuchtsanfall?
LS: Sieht so aus. Und wenn Cairncross eventuell die Unabhängigkeit des Athean-Sektors verkündet, dann herrscht hier das Chaos. Denn immerhin verlassen dann 36 Systeme gleichzeitig die Föderation. Dann wird die Regierung ins Schlingern kommen.
CM: Ja, dann wird der Innenminister sich nicht erinnern, der Verteidigungsminister niemanden verteidigen und der Außenminister sich nicht äußern. Was ist nur aus der Föderation geworden?
LS: Tjaaaa, aber wir sollten unsere Diskussion in eine Kneipe verlegen. Das wäre wesentlich vergnüglicher.
CM: Dürfen Sie denn, mitten zu Bürozeiten, diesen Laden verlassen und sich den Knorpel befeuchten?

LaSalle grinste breit.

LS: Ich leite diesen Laden. Wer sollte mich daran hindern?
[Bild: vandenberg.jpg]
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