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Griff in die Geschichte / Log 4 / XO
#1
Erde/Europa/Deutschland/München/Haidhausen/Gastwirtschaft "Hirschenbräu"

Es war noch früher Morgen und trotzdem hatte das unfreundliche Novemberwetter bereits einige Passanten in die Gastwirtschaft getrieben. Die Luft in der Gaststube war stickig. Kalter Rauch vom Vorabend mischte sich mit dem Geruch eines schlecht ziehenden Kohleofens, schalem Bier und dem Qualm minderwertiger Zigarren, welche von 4 hitzig diskutierenden Männern, welche an einem Seitentisch saßen, konsumiert wurden.
Zu den vom Wetter herein Getriebenen gehörte auch ein Mann mittleren Alters. Er trug abgewetzte Kleidung und auf seiner Anzugsjacke Ärmelschoner. Dieser Mann wirkte wie ein überarbeiteter Buchhalter und genau dies war auch beabsichtigt.
Wäre Jake Gerschoni Historiker, so würde er jetzt die Atmosphäre in sich aufnehmen. Stattdessen suchten seine Sinne nach einem Ansatzpunkt, um seinen Plan voran zu bringen. Und die Wortfetzen, welche von jenem Seitentisch zu seinem Ohr drangen, schienen genau diesen Ansatzpunkt zu bieten.
Erich Kupfelmüller, ein kräftig gebauter Mitvierziger schien vor Wut zu platzen. Jedenfalls dröhnte seine Stimme wie ein explodierender Bass durch die Stube.

EK: Dr Reichsexekution hamm se gegen Thüringen erlassen. Reichsexekution nennt sich dess. Das is noch vui zu harmlos. Exekution joaa , aba ganz anners müsst des geben! Midda Guijotin müsst ma des ganze linge Pack ausrotten!

Um seine Worte zu unterstreichen ließ er seine Handkante auf die Tischplatte förmlich aufschlagen.
Sein Gesprächspartner, Ewald Hohenfelser, arbeitsloser Brauer, kicherte böse.

EH: Das wird bald passieren. Wenn alles klar geht, sind wir die bald los und dann kommen bessere Zeiten! Wirst schon sehen.
EK: Na wenn as so kommt. Herr Wirt, wollens uns hier verdurschden lassen oda sinn ma bei da Preiss?

Gerschoni musste innerlich lächeln. Hier schien sich gerade eine Tür geöffnet zu haben.

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Ortswechsel: Erde/Europa/Deutschland/München München/Haidhausen/Rosenheimer Straße

Niemand hatte das kurze Flimmern der Luft in der Nebenstraße gesehen und so nahm auch niemand von den 5 Personen Notiz, welche an diesem regenerischen Morgen aus der Nebenstraße auf die Rosenheimer Straße traten
Vandenberg, Caldred, Dr. D'Varo, Howard Edzardus und Dr. Tr'Kovath schlenderten gemächlich die Straße herunter. Nalae D´Varo packte scheinbar gelangweilt einen Spiegel aus und blickte dann entsetzt auf die dort angezeigten Umweltdaten.

DV: Das ist ja unglaublich. Die Luft ist ja förmlich mit Giftstoffen übersättigt. Wie kann man hier leben?

Mort Caldred nickte langsam.

MC: Es gibt Schlimmeres.

Vandenberg brummte unzufrieden.

Va: Merken Sie sich bitte Ihre Tarnexistenzen. Mr. Caldred. Sie heißen Morden Calder, stammen aus Norwegen und sind ein ehem. Bauleiter. Doktor Tr´Kovath, Sie heißen Korbinian Kowatt und sind beim Institut für Rundfunk angestellt. Mr. Edzardus: Sie sind ehem. Steuermann eines U-Bootes und nun an der Sternwarte zu München angestellt.  Doktor D´Varo, Sie sind Angestellte bei der Bahn und meine Wenigkeit stellt einen schlecht bezahlten Gymnasiallehrer da.

Nalae grinste frech beim Anblick von Vandenbergs Aufzug.

Na: Sie sehen aus wie dieser Professor Knörz aus dieser Novelle, wie hieß sie noch gleich? Das Feuerzangenbowling.
Va: Die Feuerzangenbowle! Und ja, diese Kleidung ist so etwas wie eine Berufskleidung.

Vandenberg blickte sinnend auf seinen, als Taschenuhr getarnten Tricorder.

Va: Mhm, normalerweise sollten wir eine Chroniton-Varianz sehen. Aber….scheinbar hat sich Gerschonis Varianz angepasst. Das wird die Suche stark erschweren.

Caldred schnaubte verächtlich.

MC: Dieser widerliche Nift. Er ist vor 2 Stunden in einem Waldgebiet gelandet. Soweit konnten wir ihn verfolgen. Doch um seinen, wie auch immer gearteten Plan durchzuziehen, muss er zum nächsten Transportzentrum gelangen. Und das kann nur hier sein. Also muss er sich hier irgendwo aufhalten.
Na: Wir sollten uns zuerst eine Unterkunft suchen und uns dann aufteilen.
[Bild: vandenberg.jpg]
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