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ISDA Log 9 Vandenberg
#1
ISS Picard / Hangar

Das Design der ISS Picard hatte von einem rein technischen Stand aus gesehen, etwas durchaus Interessantes. Für Vandenberg war jedoch nur die Zweckmäßikeit maßgebend. So Zweckmäßig wie die Uniform, welcher er trug und die sich von Zivilkleidung nur durch das Flottenabzeichen am Revers unterschied.
Robert Vandenbergs Dienstkleidung war so dunkelgrau wie die Farbe seines Shuttles, welches soeben durch die Hangartore der Picard eingeschwebt war. Und obwohl es sich um den gleichen Typ wie jenes Shuttle der Inquisition handelte, welches bereits im Hangar stand, so wirkte Vandenbergs Shuttle neben jenem der Inquisition stehend, wie ein Stück Kohle neben einem Diamanten. Statt eleganter schwarzer Flächen, nur graue Tarnfarbe und einige winzige weiße Abzeichen und Staffelnummern. Beides, das Shuttle und Vandenbergs Uniform wirkten so schlicht, dass es fast schon wieder pathetisch wirken konnte.

Kaum war Vandenbergs Shuttle zum Stillstand gekommen, öffnete sich die Heckrampe und 2 schwer bewaffnete Marinesoldaten marschierten die Rampe hinunter. Unten blieben sie stehen, standen stramm und hielten dann ihre Waffen im Anschlag. Vandenberg schlenderte die Rampe hinunter und blickte sich um. Niemand hatte von seiner Landung Notiz genommen, was bei der Präsenz eines Shuttles der Inquisition nicht unbedingt ungewöhnlich war. Daher wandte sich Vandenberg an einen Leutnant der Deckscrew.

Va: Lt. wo ist Captain Salazar?
Lt: Ähm Sir, wahrscheinlich auf dem Weg hierher. Wir wurden leider nicht über Ihre Ankunft informiert.
Va: Das habe ich gemerkt. Gut. Tanken Sie mein Shuttle auf, dann melden Sie meine Ankunft dem Captain.
Lt: Jawohl Sir.

Vandenberg ließ den Leutnant stehen und marschierte durch ein Schott, nur um fast mit Captain Salazar zusammen zu stoßen.

CS: Uh äh Sir. Sie sind schon angekommen?
Va: Offenbar.
CS; Nun, wir wurden erst vor 15 min. über Ihr Erscheinen informiert.
Va: Das haben Kontrollbesuche so an sich. Warum befand sich die Picard nicht an ihrem designierten Bereitstellungort? Wir haben fast 60 min. nach Ihnen gesucht.
CS: Nun, wir hatten Befehl, dem Shuttle der Inquisition entgegen zu fliegen.
Va: Und von wem stammte der Befehl?
CS: Vom Shuttle der Inquisition.
Va: Und nicht von der Flottenleitung?
CS: Nein Sir.

Vandenberg nahm seine dunkle Sonnenbrille ab und blickte Captain Salazar streng an.

Va: Captain Salazar, dies ist ein Schiff der 1. Flotte, wenn ich mich nicht irre?
CS: Das ist korrekt Sir.
Va: Also kein Schiff der Inquisition, korrekt?
CS: Jawohl Sir!
Va: Seit wann nehmen Schiffe der Flotte Befehle von Mitgliedern der Inquisition ohne Freigabe der Flottenleitung an? Und ich erinnere mich nicht, eine solche Freigabe gelesen zu haben.
CS: Nun Sir, ich dachte, wenn ein Inquisitor an Bord kommt..

Vandenberg schnitt Salazar brüsk das Wort ab.

Va: 10 Pluspunkte für gutes Benehmen, 100 Minuspunkte für Befehlsbefolgung. Sie haben gegen ausdrückliche Befehle von Admiral DeBruine gehandelt. Sollte dies noch einmal geschehen, werde ich das melden.
CS: Gedenken Sie länger zu bleiben, Sir?
Va: So lange mein Auftrag dauert.
CS: Und wie lange wird dies sein?
Va: Bis er erledigt ist.
CS: Nun, dann bitte ich Sie, mir zur Beobachtungslounge zu folgen, bis wir Ihr Quartier vorbereitet haben. Wir sind derzeit etwas im Zeitdruck, durch die , nun ja, Sie wissen schon.
Va: Ich kann es mir vorstellen, ja. Die Aufnahme von ungebetenen Gästen.
CS: Aber Sir. Natürlich sind Sie hier an Bord herzlich willkommen. Es ist nur so, wir müssen noch zu SB 245.
Va: Warum?
CS: Aufnahme weiterer Crewmitglieder. Dann begeben wir uns ins Operationsgebiet.
Va: Mhm nun gut. Dann führen Sie mich in diese Beobachtungslounge.

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Ortswechsel:

ISS Picard / Beobachtungslounge
15 min. später

Vandenberg blickte aus dem Panoramafenster hinaus auf die Sterne, die langsam im Unterlichtflug an der Picard vorbeizogen. Er hatte sich auf einen niedrigen Schrank gesetzt und ordnete seine Gedanken. Die Präsenz der Inquisition und das offensichtlich verängstigte Verhalten des Captains der Picard sprachen für Probleme. Vandenberg blickte kurz auf und räusperte sich dann.

Va: Selbst ein Mitglied der Inquisition kommt nicht ohne Luft zum Atmen und ohne Ausatmen aus.
Wie lange sitzen Sie schon im Schatten, von Rabenstein?

Richard von Rabenstein schaltete ein Leselicht ein. Das punktförmige Licht fiel auf sein Gesicht. Rabenstein hatte es sich in einem Konturensessel gemütlich gemacht und lächelte maliziös.

RR: Lange genug um zu sehen, dass Sie wohl nicht zufrieden mit dem sind, was Sie hier vorgefunden haben. Willkommen Vandenberg. Lange nicht gesehen. Wie ich hörte, haben Sie, wie sagt man hier, Captain Salazar zur Sau gemacht?
Va: Das die Picard nicht an ihrem Bereitstellungsort war, habe ich wohl Ihrem Sinn für abendlichen Humor zu verdanken?
RR: Oh, Captain Salazar wollte mir nur einen kleinen Gefallen tun. Hätte ich jedoch geahnt, dass Sie auf dem Weg hierher waren&.

Von Rabenstein blickte auf Vandenbergs Sitzposition.

RR: Warum ordern Sie sich keinen Sessel?
Va: Zuviel Aufwand für die Wartezeit auf mein Quartier.
RR: Ich habe es Ihnen bei unserem letzten Treffen bereits einmal gesagt. Sie müssen die Vorteile Ihres Ranges genießen. Nur dann schätzen Sie ihn auch und können ihn richtig ausfüllen.
Va: Ein Rang ist für mich eine Funktion. Nichts anderes.
RR: Ein Rang ist ein Schlüssel zur Macht. Und Macht ist auch ein Schlüssel zu Wissen.
Va: Gehört das zu den elementaren Psalmen der heiligen Inquisition?
RR: Nein, aber zu meinen persönlichen Psalmen. Und da wir gerade von Wissen reden. Was halten Sie von der Picard?
Va: Sie macht von außen etwas her. Aber was von außen gut aussieht, kann innerlich verfault sein. Und das verfaulte muss man nach außen kehren, um es heraus zu schneiden.

Von Rabenstein lächelte ein Totenkopflächeln.

RR: Ah und das Herausschneiden ist natürlich schmerzhaft. Das erklärt das Motto Ihrer Abteilung: Durch Schmerz zur Wahrheit. Das klingt fast so gut, wie das Motto der Inquisition.
Va: Das ist ein Kompliment und deswegen natürlich nicht wahr.
RR: Nun, ich könnte Ihnen ja noch ein weiteres Kompliment machen. Die Schlichtheit Ihrer Uniform ist geradezu berückend.

Vandenberg lächelte kalt. Der Krieg der Worte hatte also begonnen. Vandenberg wies auf von Rabensteins elegante Robe.

Va: Ist das nicht ein wenig overdressed für diese Lokation?
RR: Oh, dies ist meine normale Dienstkleidung. Sie unterscheidet sich eben von der Simplizität der Einheitseinrichtungen und Uniformen der Flotte.
Va: Simplizität? Soso. Nun man könnte es auch Effektivität nennen.
RR: Ja, aber nur wenn man Effektiv mit Primitiv verwechseln würde, was Sie ja nicht tun.
Va: Ahaaa, da sind wir ja wieder bei Ihrem Lieblingsthema. Die Primitivität der Vorgehensweise der Flotte. Die Inquisition bevorzugt das Florett, die Flotte die Keule. Korrigieren Sie mich, aber so hatten Sie es wohl ausgedrückt?
RR: Ich hatte es nicht in ganz so basis-scholastische Worte gekleidet, aber ja. Der Metzger hätte Stil, wenn er Chirurg wäre. Ich entferne das Insekt aus dem Haus um es unschädlich zu machen. Ihre Truppe Vandenberg, reißt das Haus gleich mit ein.
Va: Es führt aber zum gleichen Ergebnis!
RR: Ist dem so? Ja, bisweilen in der Tat. Aber in eingerissenen Häusern kann man nicht mehr wohnen.
Va: Ja, man kann sich darin aber auch nicht mehr verstecken!
RR: Was führt Sie denn eigentlich an Bord dieses Schiffes?
Va: Routinekontrolle.
RR: Aha, die Überprüfung der Loyalität und des Corpgeistes!
Va: Da muss Ihnen wohl entgangen sein, dass ich Flottenkommissar bin, kein Politoffizier.
RR: Oh, da gibt es einen Unterschied?
Va: Ja, in der Tat, den gibt es. Und was führt Sie hierher?
RR: Oh, nur Dinge, welche Sie für überkommenen Hokus-Pokus halten. Das Seelenheil der Crew dieses Schiffes. Aber das ist für Sie ja uninteressant.
Va: Nun, auch ich habe Wurzeln in der Kirche.
RR: Ach ja?
Va: Ich glaube nur nicht daran, dass man z.Bsp. mit Geldspenden sich von seinen Sünden rein waschen kann.
RR: Oh, eine Art Puritaner also. Aber wenn Sie ein Mann des Glaubens sind, warum sind Sie kein Mann der Kirche geworden?
Va: Weil ich nicht daran glaube, dass die Kirche sich in weltliche Angelegenheiten einmischen sollte.
RR: Oh, das könnte man fast als blasphemische Worte ansehen.
Va: Nein, aber ich genieße die Vorteile meines Ranges, welcher mir erlaubt, solche Gedanken zumindest gegenüber Ihnen zu äußern. Sie wissen doch: Man muss die Vorteile eines Ranges genießen. Nur dann schätzt man ihn auch und kann ihn richtig ausfüllen.
RR: Ich könnte dies auch falsch verstehen.
Va: Oh, das werden Sie nicht.
RR: Sind Sie sich dessen so sicher?
Va: Wie sagten Sie so schön? Ein Rang ist ein Schlüssel zur Macht. Und Macht ist auch ein Schlüssel zu Wissen. Dies gehört zu Ihren persönlichen Psalmen.

Von Rabenstein war aufgestanden, hatte sein Ornat glatt gestrichen und lächelte jetzt Vandenberg dünn zu.

RR: Nun, ich habe unser Gespräch genossen. Wir müssen dies unbedingt fortsetzen. Morgen Mittag soll es ein feierliches Gelage zum Tage des Sieges über die Klingonen geben. Sie werden uns doch die Ehre geben?
Va: Sicher.
RR: Nun gut. Ich ziehe mich jetzt zurück. Es ist Zeit für das preces vespertinae. Möge der Herr mit Ihnen sein.


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Robert F. Vandenberg
Flottenkommissar
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