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ISDA Log 8 Richard
#1
*** Shuttle der Inquisition ***

Richard von Rabenstein lehnte sich in den bequemen Konturensessel im rückwärtigen Bereich des Shuttles zurück und ließ die Hand mit den eben studierten Beichten sinken. Da gab es die Möglichkeit, dass die Rihannsu die Terraner verrieten, aber auch die Terraner die Rihannsu. Ebenso plausibel war, das ein Verräter oder mehrere den jeweiligen Opponenten glauben machen wollten, dass sein Regime dabei war, den Bündnispartner ans Messer zu liefern - obwohl da gar nichts war.
Eine weitere Option war, dass ein unbekannter Dritter diesen Part spielte... außerhalb der Allianz. Vielleicht sogar eine bis dato völlig unbekannte Macht. Oder eine der Terroristengruppierungen, die erst kürzlich wieder ein paar Anschläge begangen hatten. Bestimmt ließ sich auch dieser Irre, dem das Imperium den Spitznamen 'Patriarch des Terrors' verpasst hatte, diese Gelegenheit nicht entgehen. Wahrscheinlich hat die Flotte schon ihren Antiterror-Kommissar Vandenberg abgestellt.... Ich freue mich direkt darauf, ihn wieder zu sehen.

Alles in allem eine Situation, die ihm eine gewisse Vorfreude entlockte! Eine echte Herausforderung für den Geist, nicht nur dieses Geplänkel und Ämterpoker auf Terra. Was auch immer bei diesem Manöver vor sich gehen mag, ich werde es heraus finden. Er lächelte sein Spiegelbild in der blank polierten Tischplatte an.

Zwar vermochte Richard keine Gedanken zu lesen wie die maledicti des rihannischen PsiCorps, aber er spürte genau, wenn jemand log oder Dinge zu verbergen trachtete. Mehr noch, er konnte seinem Opfer derart Angst induzieren, dass jenes GLAUBTE, er wisse alles - und dann bereitwillig sämtliche Details offenlegte.

Ja, es war zweifellos eine gute Sache, dass die Terraner nicht so sehr von ihrer rassischen Überlegenheit besessen waren, dass sie jegliche Boni fremder Rassen ablehnten. Denn ab und zu hatte Gott in seiner unergründlichen Weisheit auch einer anderen Spezies nützliche Gene mitgegeben. Solange das Endergebnis weiterhin zu hundert Prozent menschlich aussah, scheuten sich viele Eltern zum Beispiel nicht, ihren fürs Militär bestimmten Kindern ein wenig klingonisches Erbgut mit auf den Weg zu geben. Oder was auch immer man als karrierefördernd für die Sprößlinge betrachtete.... In Richards Fall - und wie gemunkelt wurde, bei vielen Würdenträgern der Inquisition - waren das DNA-Sequenzen der Betazoiden. Intensives mentales Training seit seiner Kinderzeit hatte seine Fähigkeiten bestens zur Blüte gebracht.

In der Absicht, sich umzukleiden, erhob er sich, wurde aber von einem aufleuchtenden Signal auf seinem persönlichen Terminal zurück gehalten. Das Signet zeigte an, dass es eine Nachricht des Großinquisitors persönlich war und Richard gab seinen Autorisationscode ein. Wie stets begnügte sich Seine Heiligkeit mit einer Textbotschaft, die eines komplexen Entschlüsselungsalgorithmusses bedurfte.

Kurz darauf las Richard den lateinischen Text: 'Uns ist zu Ohren gekommen, das ein romulanisches Subjekt namens Rewdak tr'Kovath sich in Ihrem Operationsbereich befinden könnte. Der Prätor hat größtes Interesse an dessen Acquirierung.' Einige nähere Daten zu dem Rihanha folgten.

Der Prätor? Was geht uns eigentlich dieser spitzohrige maleficus an?Nun gut, er würde die Sinne offen halten... Vielleicht plante seine Heiligkeit, jemanden in das innere Sanctum des neuen Machthabers auf Romulus einzuschleusen? Nach allem, was man so gehört hatte, dürfte das schwierig werden.

"Hochwürden, wir erreichen die Perimetergrenze!" rief der Pilot aus dem Cockpit. "Da ist sie, die ISS Picard! Sieht großartig aus!"

"Ich erinnere mich nicht, Sie um Ihre Meinung gebeten zu haben."
Richard löschte die Nachricht seines Vorgesetzten und trat nach vorn. Er warf einen indignierten Blick auf das Schiff, das im Cockpitfenster des Shuttles rasch an Größe gewann. Die ISS Picard wirkte wie ein Raubvogel beim Angriff: schlank, bösartig, die Flügel spitz nach vorn gefaltet um den montierten Kanonen breiteste Streumöglichkeit zu geben. Das Symbol des Terranischen Imperiums prangte auf dem Rumpf - aber für den jungen Inquisitor sah das Schiff eindeutig zu romulanisch aus.

Ich hoffe, dass die Kabinen wenigstens in einem gewissen Standart gehalten sind. Ich habe keine Lust, in einer Klosterzelle zu hausen und mit Schallduschen vorlieb zu nehmen. Das replizierte Essen wird desaströs genug sein...
"Melden Sie mich schon einmal an, Rozkowski," befahl Richard dem Piloten. Ich werde unterdessen meine feierliche Amtstracht anlegen, wie es sich gehört.
[Bild: richard-sig-klein.jpg]
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