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Hinterhalt Log 19 Hohardus Edzardus
#1
==========  Maschinenraum der USS Picard  ==========
 
Mahan fluchte, und auch Howy blickte nach oben, wo aus den Düsen des Sprinklersystems Wasser spritzte.
Im Nu waren sie und die anderen durchweicht.
 
„Stell das ab!“ zischte Howy in Richtung Mahans.
 
„Leichter gesagt, als getan,“ grunzte der zurück.
 
Gott sei Dank waren natürlich alle Geräte gut isoliert gegen Feuchtigkeit, so daß diese selbst unter Wasser funktionieren würden. Auch die Wassermengen, die auf sie herunter rieselten, hielten sich in Grenzen und ließen ihnen genug Zeit zu reagieren.
„ich erhöhe zunächst einmal den Luftdruck, so daß das Wasser sehr viel langsamer fließen kann, als es das unter Normaldruck tun würde.
In alten Zeiten nannte man das beim Unterwasserbau ‚Caisson-Technik‘. Dazu erhöhe ich die Absorbtionsrate der Umweltbedingungen für die Luftfeuchtigkeit, denn eigentliche Abläufe im klassischen Sinn gibt es an Bord eines Raumschiffs natürlich nicht.
Ein Wassereinbruch dürfte bei Raumschiffen eher selten sein.“
 
Howy mußte lachen: „Das dürfte wohl stimmen, denn diese sind per se eher selten unter Wasser.
Bei der alten Enterprise hatte sich diese mal unter das Wasser gelegt, um sich unsichtbar zu machen, aber das war wohl auch das erste und einzige dieser Manöver. Kirk hatte diese glorreiche Idee, aber sie wurde danach nie wieder genutzt.“
 
Mahan nickte: „Ja, war damals keine schlechte Idee, funktioniert aber nur bei einem sehr primitiven Volk.
Diese Piraten sind da aber schon etwas weiter und kennen sich offensichtlich mit Computern ziemlich gut aus.
Trotzdem sollten wir sie überlisten können.“
 
Mahan tippte wie ein Irrer auf seiner Konsole herum, und kurz danach zeigte das Luftdruckmeßgerät schon das 1,5 fache des Üblichen an, was man auch sofort an der Wassermenge bemerkte, die aus den Düsen gedrückt wurde.
„1,5 bar. Das würde einem Luftdruck in 15 m Wassertiefe entsprechen, also leicht erträglich für Humanoide.
Hast du schon mal getaucht, Howy?“
 
„Klar, wenn man aus einer Seefahrerfamilie kommt, gehört Schwimmen und Tauchen dazu, wie die Luft zum Atmen.“
 
„Ich belasse es erst einmal dabei, denn das reicht zunächst, um unsere Schwimmfähigkeiten erst in einiger Zeit testen zu müssen.“
Man merkte Mahan an, daß er mit sich sehr zufrieden war.
 
Auf dem Boden hatte sich inzwischen eine Lache gebildet, die aber noch nicht so schlimm war.
Sie zogen einfach die Schuhe aus.
 
„Na, wenn das nicht gut gegen Käsefüße  ist?“ lachte Howy. „Wurde sowieso mal wieder Zeit, meine Schweißmauken anzufeuchten. Schließlich sind wir jetzt schon eine ganze Weile ohne Pause in Aktion.
Irgendwie brauche ich erst einmal eine riesige Tasse superstarken Ractajino.“
Er ging an einen Replikator, der gleich neben ihnen an der Wand war, mußte aber zu seinem Mißlieben feststellen, daß der nicht funktionierte.
„Was ist denn mit dem los? Funktioniert hier eigentlich noch irgendetwas so, wie dafür, wofür es erdacht und gebaut war?“
 
„Wenn solche Kapeiken wie die Piraten ihre Tentakel drin haben, muß das Ganze ja zusammenbrechen.“
Mahan tippte auf seiner Konsole herum: „Irgendwie sieht es danach aus, als ob Jemand von innen  heraus daran herumfummelt. Aber welcher Trottel steigt denn schon in das Replikatorsystem rein, ohne große Not?“
 
Howy grinste: „Vielleicht versucht ja einer dieser Banditen über die Computer des Replikatorsystems an unsere Lebenserhaltung heranzukommen?“
 
„Könnte so sein, aber ich denke, wir haben Wichtigeres zu tun, als Ractajino herstellen zu können, oder?
Wir haben da schließlich noch den Traktorstrahl des Piratenschiffes, der uns derzeit an die Leine legt.
Das war schon ziemlich clever, wie die ihre Notlage vorgetäuscht haben.“ Mahan versuchte ein paar Einstellungen.
„Wir müssen versuchen, den Hauptdeflektor zu deaktivieren, denn die scheinen ihn zu nutzen, um uns festzuhalten.“
Mit dem Deflektor und seinen Untersystemen kannte sich Howy ziemlich gut aus, denn er nutzte diese oft für seine astronomisch-astronautischen Messungen.
Er ließ das Holo sich aufbauen und versuchte immer wieder die Subroutinen des Emitters zu unterbrechen.
„Das Schiff der Piraten scheint besser zu sein, als wir es zunächst gedacht haben, denn die Leistung, die es benötigt, um uns festzuhalten, ist schon beachtlich.
Die Picard könnte das höchstens für 5 bis 7 Minuten durchhalten, dann wären auch die letzten Speicher erschöpft.“
 
Mahan nickte: „Aber für die geht es jetzt um Alles oder Nichts. Da werden die schon die letzten Reserven aus ihrem Kahn holen.“
 
Howy starrte auf das Display: „Wie wäre es, wenn wir einen Neutronentorpedo direkt in den Strahl schießen und dort explodieren lassen?
Die kurzzeitig freigesetzte Energie würde den Strahl kurz unterbrechen, was reichen sollte, um uns aus deren Reichweite zu manövrieren.“
 
Mahan grinste: „Cleveres Kerlchen, Howy. Hätte ich dir gar nicht zugetraut, um ehrlich zu sein.“
 
„Da kannst du mal sehen, wie man sich täuschen kann.
Tut sich bloß die Frage auf, woher so ein Teil nehmen, wenn nicht stehlen?
Zu den Waffen haben wir von hier aus keinen Zugriff und auch keine Autorisierung.
Was nun spricht Zeus?“
 
Mahan nickte: „Wir brauchen eine Verbindung mit dem Captain oder Vandenberg. Aber wir können die noch nicht einmal genau lokalisieren.“
 
Der Captain, zusammen mit Marlow, war auf Deck 3 beim letzten schiffsinternen Ort-zu-Ort-Beamvorgang materialisiert, aber sie hatten keine Ahnung, ob er so einen Angriff auch von dort autorisieren könnte, da es schon eines ordentlichen Terminals bedurfte, um die Einsatz zu organisieren.
Es gab solche für außerordentliche Notfälle an verschiedenen Knotenpunkten, aber die mußten eben erreichbar und auch intakt sein.
 
Der Romulaner versuchte es mit dem Com, aber irgendwie drangen sie nicht durch.
Gelegentlich hatten sie den Eindruck, die Stimme Vandenbergs zu vernehmen, aber außer ein paar nicht näher zu beschreibenden Flüchen war nichts zu hören.
 
„Was machen die bloß? Eigentlich war doch Vandenberg die Eigenkontrolle selber.“
Howy hatte eigentlich noch nie erlebt, daß der seine Selbstbeherrschung verloren hatte, aber hier übertrug das Kom immer mal wieder Sprachfetzen, die in keinem Kinderbuch widerzugeben waren.
Offensichtlich wußte ihr EinsO nicht, daß zumindest Teile seiner Kommunikation übertragen wurden.
„Hoffentlich speichert der Bordcomputer diese Sachen ab, denn das sollte man ihm mal bei einem gemütlichen Abend in 10 vorne vorspielen.“
 
Mahan lachte: „Gute Idee, aber bevor es soweit ist, haben wir noch Einiges zu tun.“
 
Das Wasser stand ihnen inzwischen etwa Knöchel hoch und war ziemlich kalt.
 
Dann plötzlich hatten sie eine Verbindung zu Sokar.
Howy hatte ein Problem, so schnell die nötigen Worte zu finden, um dem Captain die Möglichkeit vorschlagen zu können, damit dieser begriff, was zu tun sei.
„Captain, feuern Sie einen Neutronentorpedo direkt in den Traktorstrahl! Lassen Sie ihn genau dort explodie……“
 
Statik und dann Quietschen, und dazwischen immer mal wieder Vandenbergs Flüche.
 
„Ob er das mitbekommen und auch verstanden hat?“ fragte sich unser Navigator.
[Bild: hohardus.jpg]
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