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ISDA Log 5 - Nalae
#1
---Camp der Freiheitskämpfer---

Nalae D'Varo trat betont langsam auf Sokar zu, blieb einen Meter vor ihm stehen und musterte ihn mit offensichtlicher Verachtung von Kopf bis Fuß.

"Was ist denn das für ein Ton, du unrasierter, alter Hurenbock?", fragte sie ohne eine emotionale Regung in der Stimme.

Sokar spührte das Verlangen, der Romulanerin die kalten Augen mit einem rostigen Suppenlöffel auszuschaben.
Er berief sich jedoch auf logische Argumentation um seine Beherrschung nicht zu verlieren:
So angewidert er auch von ihr war, so sagte ihm sein Gefühl, dass sie ein nutzbringendes Mitglied seiner Gruppe werden könnte.

"Ich habe dich noch nie zuvor gesehen. Hat Haddus dich aufgelesen?"

"Ich mache soziemlich jeden Job für die richtige Bezahlung, wenn ich ein meiner Profession dabei nachgehen darf.
Ich bin Ärztin und Haddus hat mich auf 'ner Station in der Nähe von Telaron gefunden.
Hab' beschlossen mich seiner Sache anzuschließen, gefällt mir, sein Aktionismus und seine Einstellung, wenn ich hinter der Sache stehe macht die Arbeit wenigstens mal Spaß."

"Mr. Edzardus ist Teil meiner Gruppe", entgegnete Sokar mit deutlicher Wut in der Stimme.
"Das bedeutet, wenn Sie sich ihm anschließen, unterstehen Sie mir. Ist das klar?"

"Ich unterstehe niemandem - aber wer mich gut bezahlt kann auf meine Arbeit zählen. Wenn's spaßig ist, mach ich's vielleicht auch für ne Flasche Schnaps und ne Schachtel Kippen.
Aber nur solange wie ich Bock habe", entgegnete Nalae, die Sokars Augen ununterbrochen mit den ihren fixierte.

--Rückblende--

*Auf einer Raumstation in der Nähe von Telaron*

Haddus Edzardus marschierte den Gang hinunter.
Ein kurzer Zwischenstopp auf der Station war nötig gewesen, nach dieser gelungenen Aktion.
Sich und seiner Truppe etwas Spaß an der Bar und in den Holosuiten gönnen, bevor sie wieder zum trostlosen Camp zurückkehrten.

Vor einem der Quartiere war ein nicht unansehnlicher Aufruhr.
Einige Wachposten standen davor; Offiziere der Station, die Haddus als Mitglieder der Sicherheit identifizieren konnte.
Ein Ärzteteam war gerade dabei, etwas - oder jemanden - Unbekleidetes auf einer Bare hinauszutransportieren.
Haddus bemerkte die stattliche Menge an grünem Blut, mit der die Kleidung der Ärzte versehen war.
Er betrachtete das Szenario interessiert.

"Stopp. Der Bereich ist momentan gesperrt."

Eine der Wachen baute sich vor Haddus auf und demonstrierte sein Disruptorgewehr.

"Junge, was is'n hier passiert?"

"Wissen wir nicht genau, sieht auf jeden Fall nicht schön aus."

Haddus versuchte, an der Wache vorbei weitere Blicke auf die Szene zu erhaschen.

"Wer oder was auch immer das war, dem wollen Se nich' im Dunkeln begegnen."

Haddus hob die Augenbrauen.

"Jetzt machen Sie mich aber neugierig."

"Gibt's nich' viel zu sagen, irgend 'ne Bestie hat dem armen Romulaner die Augen mit 'nem Kauter rausgeschmolzen und das Quartier mit seinen Innereien dekoriert. Aber nich' wie so'n Amateur...sieht so aus als hätte da jemand Übung im Ausweiden. Wenn Sie versteh'n was ich mein'!"

"Huii."
Haddus pfiff durch die Zähne.

"Na, dann mal viel Spaß beim Saubermachen."

Er drehte sich auf dem Absatz um.

--Etwas später--

"Ich an ihrer Stelle hätt' ja schon den Abflug gemacht."

Haddus hatte einen guten Riecher für Leute mit Potenzial.
Irgendetwas hatte ihm gesagt, dass es ihm zum Vorteil gereichen würde, wenn er dieser geheimnisvoll aussehenden Romulanerin mit den Blutrachetattoos einen Drink ausgeben würde.

"Alles Versager und Nichtsleister hier, man kann vor deren Nase jemanden durch den Fleischwolf drehen und die würden mit 'ner Lupe die Wartungsrohre nach einem absuchen", sagte sie ohne Regung, zog dabei an einem komischen Zigarillo um danach den Rauch langsam auszuatmen.

"Darf ich fragen, was Sie zu dieser... interessanten Tat bewegt hat?", fragte Haddus und goss ihr etwas von dem braunen Gesöff nach.

"Hab' den mit aufs Quartier genommen weil ich etwas Spaß mit ihm haben wollte. Sollte sich geehrt fühlen, der Schmutz.
Aber dann meinte er, jede klingonische Hure hätte mehr Oberweite als ich.
Das hat mich wütend gemacht. Wie kann man etwas so unanständiges zu einer Dame sagen?
Wenn ich wütend werde, werde ich eben etwas impulsiv.
Aber egal, hab' das schon wieder vergessen. Bin nicht nachtragend."

Sie zuckte die Achseln und sah ihn an, während sie einen stattlichen Schluck aus dem Glas nahm.

"Erzählen Sie mir doch etwas über sich, Haddus.
Sie sehen auch nicht gerade aus wie jemand, der die Füße stillhält."

Haddus' Miene erhellte sich.
"Ich hätte da ein interessantes...Angebot für Sie, Doktor."


--Gegenwart--

Sokar hörte ihr mit offensichtlichem Desinteresse zu.
"Sie denken doch nicht ernsthaft, dass Ihre Geschichte mich irgendwie beeindruckt, Sie lächerlicher Dahmer-Abklatsch", entgegnete er.

"Es juckt mich nicht im Geringsten, was Sie tun oder nicht tun, erledigen Sie einfach Ihre Arbeit widerspruchslos, wenn Sie hier mitmachen wollen. Und ich rate Ihnen, sich weniger von Haddus' Aktionismus hinreißen zu lassen, sonst enden Sie irgendwann so wie er enden wird."

Haddus' hielt Nalae fest, die Sokar gerade irgendetwas Spitzes ins Gesicht rammen wollte.

"Lass das!", zischte er.
"Der Spinner wird noch sein Fett wegkriegen. Zum Augenblick sollten wir außerhalb meiner Aktionen nicht zu viel riskieren, was ihn angeht. Jetzt komm' und trink weiter mit uns, du kannst es brauchen!"


[Bild: JBl8Wbf.png]
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