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Hinterhalt Log 10 - Sokar
#1
*** Brücke USS Picard ***


Sokar war mit DCEO Randy Marlow und der Andorianerin Zevlethi an der Kom allein auf der Brücke zurück geblieben. Eine unruhige Schwingung, die er während seiner Meditation wahrgenommen hatte - Menschen würden es vielleicht als Vorahnung bezeichnen, Romulaner als Fügung der Elemente - hatte ihn dazu gebracht, auf die Brücke zurück zu kehren, noch bevor ihn der Notruf des Navigators oder des Sicherheitschefs erreichen konnte. Um hierüber zu philosophieren war jedoch jetzt nicht die Stunde. Der Captain der Picard versuchte, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, während sein XO sich auf den Weg gemacht hatte. Doch dies wurde zunehmend schwierig.

In kurzen Abständen flammten Kraftfelder auf der Brücke auf und verschwanden sofort wieder. "Sie rerouten die Subsysteme," informierte Marlow, der soeben gezwungen wurde, von der holographischen Kontrollmatrix wieder auf Konsolsystem umzuschalten. "Offenbar haben sie eine Art Crawler über die Transportersubroutinen eingeschleust. Sehr effektiv, muss ich den Kerlen lassen. Ich versuche, sie aus den Brückensystemen auszusperren. Aber mit den ständigen Energieschwankungen..."

Sokar hatte die Kommandosubroutinen bereits gesperrt und mit einem genetischen Imprint gesichert, aber dabei durfte er es nicht bewenden lassen. Er musste Vorsorge treffen, dass weder die Technologie des Schiffes, noch das in ihren Datenbanken gespeicherte Wissen für irgendwelche aggressiven Akte in fremden Innerspezieskonflikten genutzt wurde - auch wenn es den Piraten vielleicht gelingen sollte, ihn oder ein anderes Crewmitglied zur Weitergabe von Informationen zu zwingen. Die Logik gebot, dass er so handelte. Die Logik - und die Regularien der Flotte. Und in den vergangenen Minuten hatte sich die Lage verschlechtert. Die ursprüngliche Idee, die KS mit Betäubungsgas zu fluten, war rasch fallen gelassen worden. Zum einen wussten sie nicht, ob der Gegner sich überhaupt noch dort befand. Zum anderen war die Physiologie der Reptiloiden ungleich stärker als die der Crewmitglieder - mit Ausnahme Mort Caldreds - so dass eine so hohe Dosis erforderlich gewesen wäre, die die bolianische Geisel wohl nicht überlebt hätte.

Sokar warf einen Blick auf das Chronometer. Vom Ultimatum waren 20 Minuten verstrichen. "Ms. Zevlethi, Komkontakt zur Crew oder Vandenberg? Dr. D'Varo?"

"Negativ, Sir," antwortete die Andorianerin. "Ich bekomme nicht einmal ein Niederfrequenzsignal heraus. Sie müssen ein Dämpfungsfeld aktiviert haben."

Sokar atmete tief ein und nahm alle Details der Brücke und der gerade hier tätigen Crew in sich auf. Da auch die internen Sensoren offline waren, wusste er noch nicht einmal, ob seine Crewmitglieder noch am Leben waren... Aber darüber konnte er jetzt ebensowenig nachdenken. Er musste vom schlimmsten Szenario ausgehen.

Momente wie diesen scheute jeder Sternenflottenkommandant, mochten sie noch so sehr in der Theorie darauf vorbereitet worden zu sein... Er zog einen kleinen Chip aus der um seinen Hals hängenden ID-Plakette (die von menschlichen Crewmitgliedern stets disrespektierlich Hundemarke genannt wurde) und schob ihn in das Kontrollpanel an der rechten Armlehne. Mit ruhiger Stimme gab er seinen Autorisationscode ein, wartete auf den Abgleich von Iris-Scan und genetischem Profil.
"Notfallprotokoll Sokar 1-34-Mc-56-90tt."

+Aktiv.+ antwortete die Computerstimme, doch hatte der Vulkanier den Eindruck, dass sie seltsam klang. Als ob nicht genügend Rechenkapazität für die Feinmodulierung der Sprache zur Verfügung stand.

Nur einen Wimpernschlag später verkündete Marlow: "Sie attackieren die zweite Firewall. Ich switche zum Backup und isoliere die Core-Ebene."

Sokar senkte den Blick auf das schmucklose Display mit dem noch formaleren Inhalt, das sich vor ihm entfaltet hatte. "Autozerstörungs-Sequenz aktivieren auf mein Kommando mit vereinbartem Code."

+Autorisierungscode Vandenberg, Robert erforderlich.+

"Override Notfallprotokoll Delta-Terix 230-PP-86-Sokar."

+Autorisierungscode CEO oder DCEO Level 2 erforderlich.+

Sokar nickte Marlow zu, der neben ihn trat und mit belegter Stimme die Autorisierung bestätigte. Sie waren der Heimat so nah - sollte jetzt etwa alles enden, in einem banalen Piratenüberfall, nachdem sie so vielen Gefahren getrotzt hatten?

"Es ist nur eine Sicherheit, für den absoluten Notfall," sagte Sokar.

Marlow schnaufte. "Ich weiß, Sir."

Sokar erhob sich und sicherte seine Konsole. "Und mit dieser Sicherheit im Rücken werden wir jetzt versuchen, die Kontrolle zurück zu erlangen. Wir brauchen ein unabhängiges System."

"Nun Sir... die..."

"... Shuttles," vollendeten sie gemeinsam."Ms. Zevlethi, Sie haben die Brücke. Versuchen Sie weiterhin auf jeder Frequenz, das interne Komsystem zum Laufen zu bringen. Senden Sie aller fünf Minuten ein Pingsignal an die Kommunikatoren, falls wir Lücken im Dämpfungsfeld entdecken."

"Ja, Sir."

Die Tür ließ sich nicht öffnen. Ohne weitere Worte öffnete Sokar das seitlich angebrachte Panel und entriegelte manuell. Vom Ultimatum waren 26 Minuten verstrichen.
[Bild: sokar.jpg]
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