Hinterhalt Log 7 Howy
#1
==========  In der Astronavigation  ==========
 
Die Picard lag regungslos im Raum, seit der Explosion des fremden Schiffes.
 
Howy saß da und grübelte.
Der herrliche Anblick über ihm ließ ihn derzeit kalt.
Er schenkte ihm keinerlei Beachtung, denn es gab ein sehr viel wichtigeres Problem: Der Verbleib des havarierten Schiffes!
Es machte Alles absolut keinen Sinn!
 
Sie hatten ganz eindeutig eine Schiffsexplosion gesehen.
Alle Sensoren hatten diese registriert, auch das war nachzuweisen.
Aber wo war jetzt das Schiff oder dessen Reste?
Das All um sie herum sollte übersäht sein mit Resten. Von ziemlich großen Teilen bis zu miskroskopischen Stückchen.
Statt dessen war der Raum …. leer!
 
Mahan und er starrten nach draußen: „Irgendwo muß das Schiff oder seine Reste geblieben sein? Es kann nicht angehen, daß wir nichts sehen oder gar messen können!“
 
Mort hatte sie kurz besucht, und Howy hatte ihm von ihren Ergebnissen erzählt, was den sowieso schon notorisch mißtrauischen Sicherheitschef nicht gerade beruhigte.
 
Mahan zischte: „Wir sollten uns bewaffnen, wenn du mich fragst. Wer weiß, was wir uns da an Bord gebeamt haben?“
 
Howy kratzte sich am Kopf: „Die alten Griechen würden das ein Danaer-Geschenk nennen, nach dem trojanischen Pferd. Aber wir hatten keine Wahl. Wir hätten die ja nicht einfach umkommen lassen können.
Und außerdem gab es einfach keine Zeit, irgendwelche Untersuchungen anzustellen.“
 
„Recht hast du natürlich, aber vielleicht sollten wir die Herrschaften jetzt aus der Krankenstation in den Sicherheitstrakt transferieren. Mit einem Feld der höchsten Stufe um sie herum.
 
Also: Hast du hier irgendwelche Schießedinger, um uns im Notfall wenigstens ein bißchen zu wehren?“
 
„Du weißt so gut wie ich, daß es diese Sachen nur bei Mort in der ‚Armery‘ gibt.
Aber ich habe da noch ein paar mehr als antike amerikanische Navy-Colts aus den letzten Jahren des 19. Jhds. herum liegen mit der entsprechenden Munition in meinem Quartier.
Original 44er.
Die wurden immer in der Familie an die Jungs vererbt, seit Haddus … äh … mein Urahn diese gesammelt  hatte. Ich habe damit immer mal wieder Schießübungen gemacht, aber ich muß zugeben, daß ich nicht gerade der Weltmeister im Treffen bin. Höchstens 5 von 100 Schuß lagen bei mir halbwegs im Ziel. Liegt wohl hauptsächlich an dem irren Rückschlag, den die Dinger haben.“
 
„Egal, das wissen ja unsere eventuellen Gegner nicht. Her damit!“
 
Howy hatte seine Kabine nicht weit von der Astrometrie entfernt, wohin sie rannten, und dann kramte in einer unteren Schublade und holte zwei dieser Schießeisen heraus: „Hast du denn schon mal mit so etwas geschossen? Oder wenigstens mit einer anderen alten Projektilwaffe?“
 
„Natürlich nicht, Mann! Bisher habe ich höchstens mit Schraubenschlüsseln geworfen oder zugeschlagen, aber jetzt habe ich keinen dabei.“
Er hatte virtuell so ein schweres Werkzeug in den Händen.
Dann nahm er eines der Dinger und wog es in der Hand: Ganz schön schwer, wenn man das mit einem Phaser vergleicht.“
 
Howy holte ein paar Päckchen Munition und zeigte Mahan, wie er die Revolver lud.
Dann spannte er den Hahn: „Das mußt du vorher immer machen, sonst passiert da gar nichts. Und noch was: Immer dieses Rohr von dir weg halten, sonst schießt du dir möglichweise selber in den Fuß oder noch schlimmer.“
 
„Scheiß unpraktisch, aber vielleicht wirkungsvoll, da die Knilche da wahrscheinlich nicht mit solchen Waffen rechnen.“
 
Howy grinste. Sie kehrten sofort in die Station zurück wo er sich dann aber seinen Untersuchungen sofort wieder zuwandte.
Er veränderte stetig die Scan-Frequenzen, vor allem, wenn er daran dachte, wie man in früheren Zeiten versucht hatte, getarnte Klingonenkreuzer zu ‚sehen‘, und plötzlich stutzte er: „He, Mahan, schau dir das an!“
 
Howy hatte die Meßergebnisse direkt auf sein Holo-Display projezieren lassen, und dieses zeigte jetzt, etwa im Zentrum der Projektion ein leicht vernebeltes Feld. Mehr war es  momentan nicht, aber es war klar, daß da draußen etwas war. Fragte sich nur, WAS?
 
„Wir müssen sie ‚sichtbar‘ machen.“
 
„Und wie willst du das anstellen, Mann?“
 
„Ich habe Zugriff auf einige kleinere Meßsonden. Die werden wir mit Wasser füllen und direkt bei diesem Nebel zu Explosion bringen. Eventuelle Felder sollten dann die Milliarden winziger Eiskristalle zum reagieren bringen.“
 
„Dann mal los!“ Mahan erhob sich.
 
Sie gingen in einen Nachbarraum mit einer kleinen Abschußvorrichtung für die Sonden. Jede hatte natürlich einen Laderaum für Meßinstrumente, aber dieses Mal füllten sie diese mit Containern, die nur Wasser enthielten.
Und sie stellten die internen Messgeräte auf ‚Selbstzerstörung‘ in etwa 15 Sekunden, denn das war die Flugzeit, die Howy bis zu diesem ominösen Nebel errechnet hatte.
 
Er hatte jetzt nur zwei Sonden in seinem Zugriff, aber er hoffte, das würde reichen.
Beide kamen in die Abschußvorrichtungen und wurden umgehend gestartet.
 
Danach eilten sie wieder zurück in den Beobachtungsraum und zum Display.
 
„5 … 4  … 3 … 2 … 1 … 0 !“
Beide Sondern explodierten und verteilten winzige Eiskristalle in ihrer Umgebung.
Und das Ergebnis ließ sie nicht auf sich warten.
 
„Scheiße!“ stöhnte Mahan.

„Ich ahnte es.“ grunzte Howy.
 
Für den Bruchteil einer Sekunde war klar ein ziemlich großes Schiff zu erkennen!
 
Howy griff an den Communicator:  „Howy an Brücke! Wir haben das Schiff gefunden! Etwa 2 km von uns entfernt. Ich übermittele gleich die Daten.“
 
Er preßte einige Tasten, konnte aber nicht mehr überprüfen, ob die Ergebnisse noch auf der Brücke angekommen waren, denn in diesem Moment stoppte die Kommunikation.
 
„Verdammter Mist! Computer, stell die Kommunikation wieder her!“
„Es tut mir leid (höfliche Computer nervten Howy schon seit Langem), aber Ihre Autorisation wurde anulliert.“
 
„Auf wessen Befehl hin? Ich habe eine hohe Autorisierungsstufe. Ich hätte vorher informiert werden müssen?“
 
Der Computer schwieg und meldete sich auch auf dringendstes Nachfragen nicht mehr.
 
„Was nun?“ knurrte Mahan. "Ich habe das unruhige Gefühl, wir werden deine Erbstücke brauchen.“
[Bild: Howy-neu.jpg]
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