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Hinterhalt Log 5 - Mort Caldred
#1
*** USS Picard / Astrometrie ***


Mort Caldred machte seinen Sicherheitsrundgang wie immer zu Beginn der Schicht. Im Grunde konnte er natürlich den kleinsten Winkel des Schiffes mit den Sensoren und Kamerasystemen erfassen, aber ein Marsch durch die Gänge war allemal auch für die Fitness besser!

In der Astrometrie war er überrascht, sowohl Howy als auch Mahan tr'Kovath noch anzutreffen, deren Dienstzeit vor zwei Stunden geendet hatte. "Was machen Sie denn noch hier?"

"Wir versuchen zu rekonstruieren, was mit dem Schiff unserer Gäste passiert sein könnte und sind auf einige Ungereimtheiten gestoßen," erklärte der Rihanha.
Howy fuhr fort: "Wir messen einfach nicht genügend Trümmerteile und Energiefluktuationen, wie sie nach der beobachteten Antimaterieeruption da sein müssten."

"Das ist merkwürdig."

"Um nicht zu sagen, SEHR merkwürdig. Zumal ich auch keinerlei Subraum oder Normalraumphänomene wie Spalten, Dimensionsbrüche, Mikrosingularitäten oder irgendwas in der Art feststellen konnte," fuhr Howy fort. "Also, um's kurz zu sagen, da kann nichts verschwunden sein."

"Also testen wir die Möglichkeit, welche hypothetischen Materialien unter welchen Umweltbedingungen auf eine Weise koagulieren, die den scheinbaren Masseverlust erklärt."

Mort war kein sonderlicher Experte auf dem Gebiet der Exotechnik, Astrometrie und Navigation. Dafür kam ihm eine andere Idee: "Was, wenn da einfach nichts war?" Er griff Gizmo, der begonnen hatte, von Instrument zu Instrument zu klettern und setzte ihn wieder auf seine Schulter.

"Dann hätten entweder unsere Sensoren gesponnen oder die Typen haben absichtlich falsche Signale gesendet. Aber ganz klar war da vorher ein Schiff, und das ist jetzt nicht mehr da - oder Mahan?"

"Da ist nichts, was wir momentan erfassen können," drückte sich der Rihanha vorsichtig aus. "Es gibt aber - theoretisch - gewisse Tarntechnologien..."

Mort wandte sich zur Tür, ehe der Spezialist zu fachsimpeln anfing. "Ich werde einfach noch mal in der Krankenstation vorbei schauen. Vielleicht gibt es ja  Fortschritte in der Kommunikation. - Und: Sie wissen, unser Captain siehts es nicht gerne, wenn Sie ungenehmigte Nachtschichten fahren und früh dann gähnend an der Konsole sitzen." Er entblößte seine spitzen Eckzähne zu einem Grinsen.


*** USS Picard / Krankenstation ***

Da es im Moment keine Notfälle gab, hatte auf der KS nur ein Sanitäter Dienst. Dr. Val'Kara war im Bereitschaftsraum und Dr. D'Varo hatte sich mit Schichtende in ihr Quartier begeben. Der Sani, ein junger Bolianer, war mit einer Handarbeit beschäftigt, die ein kompliziertes Nadelsystem beinhaltete und entfernt dem irdischen Stricken ähnelte. Einer der Fremden betrachtete ihn dabei interessiert, die andern schliefen offenbar.

"Na, alles klar hier?"

"Hallo, Mort. Ja, alle Biowerte sind schon fast wieder im Normbereich. Das Problem mit der unverträglichen Nahrung hat Nalae heute gelöst, zum Glück. War ja auch kein Spaß, ich musste da ja immer wegputzen. Unsere Freunde könnten eigentlich nach Hause - wenn wir wüssten, wohin.

"Also gibt es keine Fortschritte mit der Verständigung?"

"Val'Kara hat es mit Piktogrammen versucht." Der Sani wies auf einige Folien mit Zeichnungen. "Das klappte ganz gut, wir machen morgen weiter."

Mort hatte das Gefühl, beobachtet zu werden. Er wandte sich um - der fragliche Reptiloide schlief jedoch. "Wie ist das möglich, dass der Translator nicht funktioniert? Wir können die Sprachen von Xindi-Insektoiden und Hortas damit übersetzen, und auf unserer Reise haben wir bisher alle Sprachen der neuen Spezies übertragen können, denen wir begegnet sind."

"Keine Ahnung, ich bin Labortechniker und Sanitäter," seufzte der Bolianer.
Weiter hinten regte sich einer der Patienten, dann klirrte es. Der Sani stand auf, legte die Strickarbeit beiseite und sah nach, ob alles in Ordnung war. Tatsächlich war dem Patienten wohl nur das Wasserglas aus der Hand gerutscht. Er machte entschuldigende Gesten und griff dann den Arm des Bolianers, um dessen Hand mit der Stirn zu berühren. Dabei stieß er leise klickende und fauchende Laute aus.

Der Sani klopfte dem Mann beruhigend auf die Schulter und machte sich dann daran, die Scherben wegzuräumen. "Meine Freundin Feni von der Kom sagt, es ist gerade so, als ob sie keine komplette Sprache haben, oder ihre Sprache irgendwie verkürzt haben - Mort?"

Der Sicherheitschef wandte sich wieder um. Er hatte nicht nur das Gefühl, das er von den anderen Reptiloiden beobachtet wurde, sondern auch, dass sie sich in seiner Gegenwart anders verhielten. Sie vermieden zum Beispiel einen direkten Blick- oder auch Körperkontakt- und: sie sprachen nicht mit ihm. Erst in diesem Moment wurde ihm das wirkich klar. Aber was hatte das zu bedeuten? Weil ich so ähnlich bin wie sie? Aus irgendeinem Tabu heraus?

"He, Mort, über was meditierst du?" Der Sani lachte und kippte die Glasreste in den Recycler.

"Nichts." Er hatte noch nichts Verwertbares. "Sie hat den Eindruck, ihre Sprache ist verkürzt?"

"Naja, wie hat sie es ausgedrückt? Verschachtelt, wie eine Kurzschrift."

Wie ein Code? Mort beschloss, sich einmal mit Feni, Bolianerin wie ihr Freund, zu unterhalten. Sie hatte vermutlich jetzt keinen Dienst, aber die Sache schien ihm dringlich genug. Wenn sich die Verdachtsmomente erhärteten, würde er XO Vandenberg informieren, spätestens aber früh den Captain...

[Bild: Mort.jpg]
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